Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1954 (24.7.1924)
- Date
- 1924-07-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Elnzelnmnnier K1200 W i e n: Zum Ahholen in der Expedition, Il,,Tabor«tr. 1*3, oder in einer Versehlei«*te1le (Traflkl monatl. K 40.000 Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma GoldHchmiedt,!.6exn Wollzeile 11. Mit Postversand für.Wien n. Oesterr. monatl. K 40.000 Ts ch e c h o-8! owa k e i j Mon. K18. (usrosläwien:1 Mbn. DinarßO. P o 1 en: Mon. S1/» Zloty, Deutschland! Mön. Goldmark 4, Franks Belgien; Mon. Frcs. 12 MF* Nachzahlungen TNU bei PreUerhöhunjen Vorbehalte» Wiener SICHERN SIE SIClHii PRÄMIE Polen; 2p jmiq j , EnglandrMonij4 Shilling Italien;' I^onatll. ,1,2 'Vi*c s5 ' KaniS n.i ein Moni ILO! ei» B u 1 «f a t ife n -Mon.' R0.’ Lewa. 8 chw e! i -rrnndldsff übrige Ausland jmon^lloh ^rcs. 4 Redaktion ör. Ädr^ipirtj".a(ion Wien. n.. Tabpr,8trp?sf>.l —3 Telephone* 44-n:lRi43^-19, ab 6 Uhr abds. 21-102.25-282 IX. Universitätsstr.ö—S (Druckerei. StetamanjO OesterreichipchiesPostapar Icassen-Konto Nri 150.693 Rr. 1954 Wien. Donnerstag. 24. guli 1924 Bor zehn Fahren. -y. Wien. 24; Mi. Ler Kampf um die Iurchfuhrmg des Aawes-BeriMes. — Bemtmig über die Cinladuus Deutschlands durch eine jurWche Kommission. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London» 23. Juli.' Die heutige Plenarsitzung hat mit großer Deutlichkeit die wahre Situation ausyezeW. Die Gegensätze bezüglich der Reparat i o nsanleihe sind tiefer, als'man es gerne zugeben-möchte, und man ist ernstlich bemüht, so lange es geht, hinter den Kulissen zu packeln, um zu jener EimgungsforMel zu gelangen, die man der Konferenz dann vorlegen könnte. So wurden auch heute den ganzen Tag' über Versuche unternommen, eine Ueberernstimmung über die beiden Hauptschwierigkeiten zu erzielen, nämlich die Haltung der Bank- und Fach'mteressen gegenüber der Garantie für die Reparationsanleihe Und das Eisenbahnprodlemim Rhein- und Ruhr-- gebiet. Auf Einladung der Führer der Delegationen hielten die technischen und.finanziellenSaM die Finanzminister Frankreichs, Belgiens'und Italiens, die Mitglieder des SachverstäUdigenkomitees und die Finanzmänyer Lamont und MöjMiW R>o^^'vrne', Si^iM''aK' '-' and ^schastig^n-^UM'it'^b>ar Frage, welche Mittel utün' anwenden könn< um die Frage der 'AustziaM ^.der.'-Anleihe<ison **00 Millionen Goldmark zu lösen.' Sie ' kamen zu einem grundsätzlichen Uebereittkömmen ' über die von Theunis hovgelegte Formel, worin-festgesetzt wird, daß die Repavationskomiüiss'ion, verstärkt durch den amerikanischen Delegierten, auch weiterhin eine, Verfehlung Deutschlands festzustellen habe, indem neue Garantien insofern geboten würden, als die Rspawtionsikommissivn vor ihrem Beschluß das "Komitee, das den Dawes-Plan ausgestellt hat» befragen würde. Bei der Beratung erklärte FinanAminister Cleche ntel energisch, daß es für Fvanikreich unmöglich sei, zuAustinrmen, daß die RepavakionskomMlssion' ihre Rolle als Gerichtshof bei , eventuellen KonMten zwischen Deutschland und den Alliierten in der Durchführung der Reparations-vevpflichbnngen veMere. Die Garantien, die man normalerweise den Geldgebern schulde, dürfen den Versailler Vertrag nicht berühren. Frankreich sei geneigt, ergänzenden Garantien Anzustimmen, um in Ankunft die Zeichner der Anleihe zu beruhigen. ■, Die Führer der Delegationen werden morgen. , den deute abends ausgestellten neuen Text prüfen. Bezüglich der Möglichkeit'emer isolierten Aktion der alliierten Mächte wird Ministerpräsident Herr i o t für Frankreich auf Handlungsfreiheit bestehen. Der Uebertragun.g saus schuß'wird von Deutschland die Zusicherung erhalten.müssen, daß es sich bemühen werde, die Durchführung der Naturallieferungen auf kaufmännischer Basis zu erleichtern. Er wird prüfen» ob es nicht zweckmäßig wäre, die Reparatiousikommission auszusovdern, einen Ausschuß einzusetzen, der mit Deutschland über ein Wkonunen verhandeln soll, um die, Porgangsweise bei-der im Sachverständigenplan vorigeschenen Naturallieferungen zu vereinfachen» Mittags fand dann eine Vollsitzung statt, in der beschlossen wurde, die drei.Ausschüsse QU^it* fordern, ihre'Arbeiten for 1 z u.s e tz e n. Der ersteAusschuß wirdMMi^ü haben, ob es saügängig'sei^deich'GeldWern' ‘ ergänzende (^rantich'ZugelM)ren..DcrM soll versuchen, den Boden für ein U e b eMnn k o mm e n in der Frage der Eisenbahnen zu findest. Die Böllmachten des dritten Ausschusses Wurden erweitert, damit, er ,seine unterbrochene Ausgabe fortfühven köNpe. Die Frage der ' - i , ' > , . .' Einladung Deutschlands ist den juristischen Fachleute^ Fromageu t (Frankreich) und Hurst (England) überwiesen worden. ■ , Die Plenarsitzung bewies: 1. daß : mit den Bankiers noch keine U e b e r e r n st i m m u n § erreicht ist und 2. daß Herriot und Mac Donald, die in den ersten Tagen von H n'g h e s staÄ bearbeitet worden waren, entschlossen sind, ihr Aeußevstes zu tun, den Dawes-Plan zu retten.Der eingesetzte Juristenausschuß soll selbstvevständlich die T e i I na'hmederDeuts ch e n an der Konferenz für eine juristische N ot- -wendigkeit erklären. Er hat aber auch die Punkte anzugeben, welche die deutsche Delegation in London besprechen darf, damit Herriot die Nationalisten in Paris ein wenig beruhigen kann. Die französische Delegation dementiert die, Meldung, daß Herriot morgen ,nach Paris abreistn würde. Die deutsche Delegation wird wahrscheinlich, erst-am Dienstag hier eintresfen können. . , Sir Nlfred Mond kandidiert in« Unterhaus. London, 23, Mi, (I, T. 5t.) @te Ellis Griffith hat auf sein Mandat im Unterhaus verzichtet und Sir Alfred. M o n b wird als liberaler Kandidat im Wahlbezirk Carmarthen austreten. Sein Gegenkandidat wird der A r b ei t e rPa r t e i Ic x Bev. E. T. Owen in.Carmarthen sein. Bei der letzten Wahl-erhielt die Arbeiterpartei'. 7123-Stimmen gegen 8677 Stimmen. der Konservativen., und 12.988 der Liberalen. Beka-nntlich föll Mond, der bei, den allgemeinen Wahlen nicht' ins Parlament kam, wenn er jetzt ins Unterhaus gewählt wird, eine führende Stellung m der liberalen Partei einnehmen. < „Edening Standard" schätzt die Aussichten Sir Assred Monds solgendevmaßen ein: »Miner hat bisher einen so bemerkenswerten Erfolg rm Unterhcisth'davongLtvagen'' wie Sir, Alfred Mond als Minister. Er, hätte viele Hindernisse zu überwinden, aber die hinreißende, unwiderstehliche Kraft, mit der er für seine Sache eintrat, überwaNd alle Schwierigkeiten. Er ist eine der intellektuell hervor r a g e n dste n Kräfte." , ' ' V; ' ' ';; B»—1 Mne fTüliöfuiij Set ÄU'Mino. : Andauern der Regierungskrise. Belgrad, 23. Juli. Nach viertägigen Unterhandlungen mit den politischen Führern stellte der Mandatar der Krone Jovanovic fest, daß alle politischen Gruppen mit, Ausnahme der engeren Anhänger des Ministerpräsidenten P a s i c und des Kultusministers P r i bi c e v i c gegen die Auflösung der Skupschtina im gegenwärtigen Zeitpunkt' und für eine einvernehmliche Lösung der innerpolitischen Krise seien. Jovanovic setzt nunmehr seine Bemühungen in der Richtung fort, Paste für ein freiwilliges Aufgcben seine rintransigentenHaltüng gegen den Willen der überwiegenden Mehrheit des Parlaments zu gewinnen, um eine Spaltung far radikalen Partei zu verhindern. . * - — . Ler Krakauer ©enteinSstot nnfneSöiV I Krakau, 22. Juli. Die Regierung hat den Mmeinderat der Stadt Krakau ausgelöst und den Woiwoden-Stellver- 1 treter Dr.'Waw rausch zum Rcgierungskommissä'r er- I nunnt.; Am 23. Juli 1914 hatte der österreichisch-ungarische Gesandte in Belgrad, Freiherr v. Giesl, .diä ihm bereits am Tag vorher durch Kurier zugegangene Note überreicht. Die Note war mit drei Tagen befristet'und ging von der Fiktion aus, daß die serbisches Regierung für die Ermordung des Erzherzogs Franzi Fechistand und seiner Gattin moralisch und materiell Vevasttwortlich sei. Die Forderungen, die sich daraus ergaben, sind bekannt. Sie stehen.auf einem schwarzen Blatt der, europäischen Geschichte. Sie waren' von vornherein ist Ton und Wesen so gehalten, daß sie von' Sechien Wückgewiesen werden, mußten. „Rache für Franz Fecdiftänd!" war das Leitmotiv der österreichisch-ungarischen Holitik geworden. Eine Fiktion, wie die, aus der das Ultimatum gekommen war. Eben erst Hatte man Franz Ferdinand und seine Gattin wie Bettler in Artstetten eingescharrt. Der Hof hatte an der Feier nicht teilgenommen,; die fremden Fürstlichkeiten, die dem Toten-, die letzte Ehre hätten erweisen wollen, waren von der Reise: nach Oesterreich abgeschreckt woÄ»en. In, Wien demonstrierten aüf offener Straße die Generalität und der Mel'.'gegen die Hofkamarilla, die ihrem wütenden Haß gegen den morganatisch getrauten Emporkömmling Franß^Ferdinand' allzu freien, Laufgegeben hatte, Innerlich fremd und ' unberührt >stand Franz Josef der . gänzen, - AnMegensteit gegenüber^, ^- •''~?c "; Trotzdem bildete „Franz Ferdinand"; has- MdH.^ ge^schteisder^uck'Brietz'ents^WMn^KMWd'KGdM^'^ Anhanges. Die Wiener Straße'war-.' MsgeMer^HdU'' Zeitungen überschlugen sich in' '/'patriotischen^. bäumen. Lieferanten, Agenten und' Schieber Mhlten' gut. Es lvhnte sich, die Bolkshymm zu singest; Pyd; Kriegslieder anzustimmen. Franz, Ferdinand warsticht, beliebt gewesen. Seine finstere, verbitterte Art hatte ihm ' taufend zornige Feinde geschaffen, denen sein schrecklicher Tod wie eine Erlösung erschien. Nicht etwa w^en /einer wohltätigen Wirkung aus das Schicksal der Großmacht. Im Gegenteil, es war ungeschriebene, aber weit'per-' breitete Meinung, daß mit ihm eine Mittelpünttgestalt ins Grab gesenkt wurde und daß die Zukunft ungewisser : sei als je. Franz Ferdinand war über aus seiner sstanifchatavistischen Menschenverachtung heraus ein schärfer und mächtiger Kritiker der altösterreichischen Tugend ' der lakaienhaften Verlotterung gewesen. An dieser Schlamperei, die erst das Serajewoer Attentat hatte möglich werden lassen,'war er' gestorben. Alle, die ihn haßten, und alle Resormprojektanten, die ' schon die mittelalterliche Herrlichkeit des Kaisertums hätten aüfglänzen gesehen, die von bewaffneter Niederschlagung der hussitrschen Tschechen, der schismatischen Serben,, der kirchenschänderischen Italiener träumten, verbänden sich jetzt zur festgefügten Kameraderie. Rache um jeden - Preis und sei es selbst der des Weltkrieges! Aus diesem Ehor der Hölle kam das Ultimatum.- Die Hetzervermeinten, wenn sie die gut bezahlten oder erzwungenen Prinz Eügenius-Artikel in den Zeitungen lasen,, ganz Oesterreich und Ungarn hinter sich zu haben.' 'Dem einen Eher anderen mag ein banges Gefühl die. Kehle zugeschnurt haben. Aber der Elan,, die Begeisterung-der entfesselten Kraft' des 50 Millionen-Staates, die Nibelungentreue der schirmenden Wehr Deutschlands- und das Bündnis mit Italien würden der Sch-vierigk^it sich gewachsen zeigen. Rußland wird nicht wagest, Rumänien steht auf unserer Seite, England ist in Indien beschäftigt, Frankreich eine verfaulende Freimaurer- Nepublik. Also, frisch gewagt, Serbien muß sterbien! ' - Die Rechnung war falsch. In düsterem SckMiqen ve'rhärrte.n Tschechen, Slowenen, Italiener und'-Rumänen, die von dem deutsch-magyarischen DuäliÄnus stiedergehaltenen Völker. In dieser Not'griff män zur nätionälistisch'en Parole: Der -Weltkrieg zwischen Germänen und Slawen, der ja einmal kowmen Mußjst-ävar dä. Jetzt, jetzt noch konnte man ihn schlagen. Noch stvar die kaiserliche Armee fest in der Hand Habsburgsj noch stand Deutschlands riesige Kriegsmaschine vom Rhein in sämtl. Leinen- und Waschwsren, Dämon- Ü)gfplf< u. Herrenwäsche sowie Sommerworen al er Art 91, ‘ zu tSef reduzierten Preisen im j-W II. Taborstraße 48 Teloohon Cn gros En detal| umm mm