Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1952 (22.7.1924)
- Date
- 1924-07-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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’m ß jf . Slnzelnnmmer K1200 Wien: Zum Abholen in der Expedition,nHTaborstr. 1-3, oder in einer Verschleisstelle fTrafikV mpnatl. K 35.000 Strassenverkaiif in Wien durch die Kolporteur«» der! Firma Gbldachmiedt, I. Bez., Wollzeile 11. Mit Poatveraand für Wien n.- Oeaterr. monatl. K 85.000 Ta che eh o-SIowa.k.el: Mon. K,'18. Iu?balawien: Mon. DinaröO. Polens Mon. S1/» Zloty, Dentachlands Mon. Goldmark 4, F r a n k r., Belgien: Mon. Fres. ,12 MT*. Naahsfthlungeti ."WO bei PreUM-hShungran Vorbehalte» 7S>« I;,/ WERDEWSIE Polen: 20 grotzy Italien: Monatl. 19 ' «r«, Rn m.a h i e h Mon. 150i ei, Bulgarien Mon. 80 Lewa. Schweiz- und das übrige. > Ausland monatlich Fres. 4; Dir. 1952 Wien. Lrenstag. 22. 3ult .l924 Redaktion ,it. Administration Wien, (I., Tabdrsitr'aMe t —3 Teieohone: 44-0-33,43-3-19,1 ahßÜhrahd» 2M(&$-282j IX. Uni versitütsstr 6—8 (Druckerei Stelnmann) Oesterreichischea Postspar* kasaen-Konto Nr. 150.693 S.Mrsann Ae Räumung kinigunu m London schafter in London Mmrsttzung. — Zer dentsche Vot> die ßinladung für die Reichsiegiermg. (Cigendienst der „Wiener Morgenzeitnng".) - ZrpIdon, 21. Juli. Die zweite Untevkommission . der Mnderkonunission ist Heute nachmittags zu einer Ein i- A U n g gelangt. Es wurde, beschlossen, daß, wenn Deutschland die fünf vön'der Reparationskominis-. sion aufgestellten Bedingungen erfüllt jsaben wird, die d e u t s ch e n Behörden im besetztem Gebiete wieder in ihre Rechte eingesetzt Iverden sollten, so wie sie vor der Besetzung der Ruhr be- Itanden. Sie werden somit die Steuern und Zölle nieder einheben. Gleichzeitigsollen dieGrüben. Hochs f e n,und F a L r i k e n, die von dem Besetzungsmächten beschlagnahmt worden sind, wieder ihren Eigeniumern zurückgegeben werden. Alles heschlagnah nr t e Eigen 1 um, I nrrn.o b i l i e n. und Mobilien sollen z u r ü ck e r st a t t e t werden. Die Mieum wird aufgehoben tnd alle V er k e h r s er schwer ü n g e n sollen r ü ckzäng i g gemacht werden. j - . Das Datum für,die Wiederherstellung des früheren kisenhahnslätus ist diigegest stvH st M t b e stimmst dst Mn darüber - die LiMn-MrHIbsthnsach verstän- »igen zuerst befragen -will.. Die /Engländer verlangen,, daß her frühere Eisenbahnstatus wieder hergestellt verde/, hev.or.dje .Anleihe aufgelegt 'wird. . London, 21. Juli. Es stcht nüÄmchr fest, daß m o > zen.di e Ple narisitznng stattstnd-en wird, in der alle drei Kommiss ionen' ihren Bericht er- - statten werden. AugeMicküch-,herrischen noch Meistungsvevschldenheiten in der dritten Kommlission, deren Unterausschuß sich nicht Aber die Fragen einigen konnte, ob 4000 französische und belstische. Eisenbahner nach der Räumung des Ruhchsbietes im besetzten Gebiet veMchben sollen. Die E n g l a n d e r vertreten den - Standpunkt, daß , ' die Beibehaltung fremder Eisenbahner überflüssig > se-, da der im Fviedensvertrag vorgesehene.Umfang der Besetzungs'tvu'ppen in jedem Fall genüge, um durch seine bloße Existenz Streiks im besetzten Gebiet zu vechindern. Es ist möglich, daß man sich bis morgen darüber nicht einigt. Die Engländer wollen, aber, jedenfalls nicht mehr nachgeben.. Die Franzosen sind zu gewissen K o mp r omissen bereit, falls keine .Einigung, zustande kommt, soll die Vollsitzung trotzdem stattfinden/ Bezüglich der Einladung an Deutschland - ist gedacht, daß cheute b ere its der deutsch e B otschafter verständigt wird, daß man am'FreHag mit den deutschen Delegierten verhandeln zu können hofft, daß mau dies aiber-nicht tun könne, bis eine Ei ri igung zwische^ den Alliierten stattgefunden hat. Es bestünde 'die Möglichkeit/ - daß die deutsche D e l e g a t i o n- -w i -r d w a r t e n müssen, bevor .die. Vechandlungen.beginnen werden. Andererseits hätte ein- Teil der Konferenzes gern gesehen, wenn die Konferenz auf kurz e Z e it ü n t erb r o che n worden wäre, weil H e r r i o t in dieser- Pciuse nach Paris hätte zurückkehren können, um dem Parlament -Bericht'-'zü-, - erstatten/ Eine E n t sch e i d un g ist biszur Munde ni ch t gefallen. - > ' - Nachmittags hatte Mae Dwu<lld eine-Unterredung mit dem Präsidenten der Kommission für den ' treten. Diese Besprechungen haben zwar einen privaten Charakter und finden außerchrlb der Räume der Konferenzstatt. Sie sind jedoch als notwendig erachtet worden, um die Zustimmung der atnerikanischen Bankiers zu den finanziellen Bestimmung«i.des:'Dcüves-Planes zu erbangen. Die großen Fünf werden sich heute ' abends, halb 10 Uhr, von neuem im Foreign Office versammeln. Soeben wivd der Wortlaut de's Berichtes ausgegeben, der morgen von der ersten Kommission der Vollsitzung vorgelegt werden wird. Er enthält nur einen Dunkt. den Ihr Korrespondent bisher nicht ^meldete. Alle anderen Punkte stimmen mit den. vorangegangenen Berichten überein. Bon amtlicher britischer Seite wird dazu 'bemerkt, baß 'dieser Bericht nur Aneintp sehlunge n und keine endgültigen Beschlüsse darstellt. Sir Robert K ind erleh über, die Erweiterung der Kompetenzen der -genannten Komnrissiow.--^rs.fMzösische, der englische, der belgische und'italienische' FinäNzminister sind außerdem zum erstenmal mit -den „in London,gnwesenden Vertreternder amerikanischen ÄaÄen/in -Verbindung ge¬ Ae OMmSMsrWs. Eine Rede.Hughes^in London. -/Mgentzieüst der ,MwKr Morgen^itung".)' - ■ ,: i - > ' - «" /*&„• . - London/ 21: Juli. Heute. abeM'ffPrach H u g h^e s beim Pilgrim-Diner.' Aus seiner' Rede, deren Text Ihrem 'Körrespöndenten von der amerikanischen Botschaft zur Verfügung gestellt, worden'war, ist folgendes hervorzuheben: Ich bin swusnthisierender, n i ch t offizieller Besucher, und weiß nicht', was die Zukunft bringt. Ich weiß wohl, daß der Weltfriede n i ch t g e s i ch e r t w e r d e n kan n, wenn nicht alle Teilnehmer auf ein gemeinfames Ziel hinarbeiten und es vermeiden, Condervorteile für ihre Nationen zu erhalten. Co olidge hat'klar ausgedrückt, daß er, sobald dies opportun sei, eine .Konferenz über die Berminberung der Rüstungeit einberust. Das Wahlprogramrn der beiden amerikanischen Parteien verkündet das gleiche: Wir wü ns ch e n, daß m an u n s. i n Europa versteht. Dazu ist nötig die Kenntnis unserer Leitmotive, unseres Regierüngssystems, unserer Hilfsbereitschaft. Hier spricht man von Amerika als von einer Einheit. Diese Einheit besteht nur, wo amerikanische Interessen direkt tangiert werden. Europäische Probleme sind für uns n üch t v it a l, daher die Meinungsverschiedenheiten, da 'unsere Bevölkerung ursprünglich aus zahllosen Nationen und Rassen entstand. Sie fragen: Was wird Amerika tun? Ich stelle die Rückfrage: Welches Amerika meinen Sie, das amtliche oder philanthropische oder das finanzielle unh sachverständige? Wir haben keine gesetzgeberische Mehrheit, k e.i n K o a l i t i o n s k a b i n e t t. Der Präsident hat die Exekutive, er muß. aber für die finanziellen Transaktiven und.jede neue Maßnahme den Kongreß anrufen. Daß das amerikanische Volk/die : Experten und Financiers, tatsächlichhelfen wollen, beweist,: daß sie es unabhängig davon tun werden, yb die-Regierung mithrlft oder nicht. An den Erfolgd.er.gegenwärtigen Konferenz glaube ich,'weil,ich. nicht an jenes Chaos glauben kann, welches.folgen.müßte, wenn die Konferenz fehlschlüge. Mörgan LLernimmt die dsutsche - (Eigcndie'nst der ,,Wiener Morgenzestung".)/ ' :' WashiNgtyn, 21. 'Juli.. Wie '<m§ - zMrlässiger O.uelle verlautct/hat sich Morgan bereit' erklärt, die deutsche ich Millionen/Pfund-Anleihe zu übernehmen.- / ' /.'.- in sMil. I.slnsn- und VJattfowarQto,- Damenjlhpön. Herrenwäsche sowie Sommerwaren aller Art : zu; tief' recluzlerfeh Preisen |m 'Wj —y. Wie n. 82. MU. Der Alpenverein, die große deutsche und - öfter»- reichische touristische Bereinigung, hat offiziell den. Uebertritt zum antisemitischen Programm, vorgenom-, men. Der Beschluß ist durch die Autorität der Hauptversammlung gedeckt, die mit 1547 gegen 110- Stimmen, also mit riesiger Mehrheit, entschieden hat/.die als jüdisch verschriene Wiener Sektion „D.onaüland" sei. zum Austritt aus dem Verein aufzufovdern. Die unglaubliche Feigheit dieser kompakten Majorität/ die den offenen Ausschluß der jüdischen Unterabteilung nicht wagte/fällt wohl nur dem auf, der mit dev Sitten und Gebräuchen der Hakenkreuzler nicht vertraut ist. -Der. Verein hat wenig Geld und ist darauf angewiesen, bei. Reichen aller Riten zu betteln, bei Personen und. Jnsti-. tutionen; da es hauptsächlich in Oesterreich die „Jüdenbanken" sind, die für Alpinistik die offene-Hand, nicht übersehen, so läßt sich der nackensteife Alpenverejn eine Ausrede offen. Er hat ja nicht ausgeschlossen, sondern nur zum Austritt aufgefordert. Und es ist -em.ganz besonders charakteristisches Merkmal, daß dev bezügliche' Antrag von einer Sektion aus Oesterreich, kam, von einer Gruppe also, von der man ganz besondersausgeprägte völkische Gesinnung, Verstärkt durchdeutschen Mut und Ehrlichkeit, hätte erwarten müssen: v / './ Die gemaßregelte .Sektion >,Donaulaind" Hat/jüdische. Mitglieder. Das und nichts anderes stst .ihr züm Vorwurf . gemacht worden - und das ist ' dbr/Grund/",den, man in^ W/erftaDliKeit . 'has' -vpie , machen. Das Unrecht hat darin bestanden/haß ipor/stied, Fahren der Antrag auf. Ausschlteßung derrJuden wostl/ die Mehrheit, aber nicht, die vom VereinGätut. Mrderte Zweidrittelmehrheit gefunden hatte. Das/'äls UM recht zu bezeichnen ist Wohl nur einem völkisches Vorbehalten geblieben. Uebertroffen' wird diese 'Heuchelei chohl nur noch von der Seite der israelitischen Nachläufer, die in der „Neuen Freien Presse" — wo denn sonst. — sich und der übrigen Welt einzurMn.tze.rsüchen, es sei nur eine „eifernde Minderheit",bje in dem Hitlerschen Stammquartier Rosenherm 'gesiegt ' habe. Das ist unwahr und es wäre mehr als lächerüch, es wäre die glatte Kopie völkischer Unehrlichkeit und. Zweideutigkeit, diese Vertuschung zu akzeptieren. Der' Beschluß entspricht der politischen Richtung,'die heute! im ganzen deutschen Bürgertum im Vordringen ist ünd die iin bayrischen .Landtag. ebenso gut. wie im deutschen- Reichstag zu den frechen Anträgen aus Entrechtung und Ausweisung der - jüdischen Staatsangehörigen 9Cs führt hat. - > V, ’ :• Man muß. auf diese Stimmung. in diesem Augenblick doppelt scharf Hinweisen, wo der deutschen Regierung von der'Entente ein Vorschuß an Vertrauest.bewilligt werden soll. Die in . -London versammelten Mächte erwarten, daß Deutschland mit der Durchführung der von der Dawes-Kommission empfohlenen finanziellen und wirtschaftlichen Maßnahmen sofort beginne .und.wollen die militärische Räumung/des-.Ruhr-, gebietes schon nach den ersten Anzeichen des guten Willens. Deutschlands vornehmen. Die deutsche Politik. ist stoch'.nicht so weit. Sie läßt in den völki'chen Blättern ein großes Geschrei darüber erheben, daß Deutschland Wieder zur Unterzeichnung' eines Diktates gezwungen .werden solle und daß es nicht, nach London einqeladen worden, sei. Das ist zwar unrichtig, weil jndw-'Mi-. ierten selbst erst zu einem gemeinsamen Beschlüß e kommen Mußten, über den sie jetzt gemeinsam mit.Deutschland.beraten wollen. Daß die Entente nur in einer' gemeinsamen Front verhandeln will, ist wähl der - Ratnr der-Sache entsprechend.. Die Erfahrungen milden Pän- W der deutschen Nationalisten, sind nicht erwsttiaend stnd ein Volk, in dem sich derartige.Heucheleien-ereignen können wie jetzt ‘ in- Rosenheim, hat wenig Anspruch daraus, anders, als mit schärfster Vorsicht behandelt?-u Werden. Die Alpenvereinler sind .milmer HauP.'Masse Angehörige des. Bürgertums,/'Mrs'-BürgerfumS/ das 1L Taborsti-aSe 48 Telephon 47-1 En gros Eli,detail