Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1948 (18.7.1924)
- Date
- 1924-07-18
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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T" ' Seite 8 _ Wie«, Freitag __ Serliner Börse. Berlin. 17. Juli. In Nachwirkung der gestrigen freund, kchen Gestaltung des Börseverkehres machte sich auch heir'e -ei Beginn Kauflust geltend, zumal der Eindruck bcr ©rcffnungssitzung der Londoner Konferenz die Hoffnungen, bezüglich der weiteren Politischen Enttvicklung zu stützen schien. Die Kursbessernngen hielten sich aber in engen Grenzen, da nur wenig Material zu den niedrigen Kursen heran skam und außer-btzm noch vielfach große Zurückhaltung geübt wurde. Steigerungen über 1 Billion Prozent waren nur bei.einzelnen Werten des Montanmarktcs, wie Gelsen-kirchener. Harpmer, Manncsmann und von Elektrizitätslverten bei Akkunrulatoren, Siemens u. Halske sowie. Schlickert zu verzeichnen. Ziemlich lebhaft wurden Schuhgebletanl-eihen gehandelt,^ wozu die zweifelhafte Hoffnung auf lieber nah me der Anleihe durch die Südafrikanisch? Union die Unterlage gab. Es wurden. Kurse von 3,12 bis 3 genannt. Kriegsanleihe 28V bis 290. Das Geschäft verstaute aber bald und die Kurse bröckelten leicht ab. (Alle? in Billionen von Mark.t S ck l n & f u t»11 Türkische Lose 20.—, Oellerr. SiaatSbabn 24.5, Nordd. Llovd 8.8, Der. Elbeschiffakirt 1.8. Berliner Handelsgesellschaft 20.1, Kommers. Privatbank 4.—. Darmstädter Bank 6.3, Deutsche Bank 7.128, Diskonto» KoinmcmdU 8.1. Dresdner Dank 4.5. Nationalbank für Deutschland - . Sesterr. Kredit 0.3, Oesterr. Länderbank —,?'eiaiSbanl 33.—, Wiener Bankverein 0.25 Wr. Union» bank 0.25.?'llg. Elektrizitäts-Gesellschaft 6.62, Bochnmer Gnu stahl 41.—. Daimler Motoren 1.75. Deutsch-Luxemburger ^3.75. / Deutsche Maschinen 4.—, Tvnannt Nobel 4.8 Felten n. ß'rflTeaimw 15.5, Gelsenkirchener Berg. 43.7, Db. Gos^chmidr 8.25, Harpener Bergbau 48.—. Hirsch Lunker 14.8 .Zachster warben 8.4. Hobenlohe-Werke 13.5, Lourabütte 3.87, ManneSmannröhren 21.75, Phönix Bergbau 23.12, Sckuckert u. Eo. 28.2. Siemens u. Halske 37.50, Telehhon Berliner 3.25. Goldanleihe 4.2. Dollarschatzanweisungen n8.—. Prager BZrse. Drag. 17. Juli. Der Deckungsbedarf wurde heute dringender und drher war das Geschäft bei mäßig steiaenber Tendenz lebhafter. In der Kulisse waren Skoda- und Brunner Maschinen wsentlich. Danek-dlktienvoruberachend gebessert. Im Schranken lagen Zucker-, Eisenimd Chemische Werte fester. Ebenso wies-n Lau rin. Böhmische Handels u nd Westböhmische Kob^n Kursbeslernnaen auf. Sonst waren chie'Erhöhungen unbe.^eut"nd. Bon heimischen Banken befestigten fick Praao-, Brhjni'che Industrial- und Zivno-Aktien. Bon Wiener Banken sind Kredit mit Besserungen hervovznheben. Nordbahnaktien, stieben um 20 tschech. Kronen. Der Anlageaiarkt bl''ob weiterhin vernachlässigt und schwach, wenn auch d->s Angebot nicht sebr drängend war. Am Exotenmarkt zogen Bulgaren unbedeutend im Kurse an. Der Schluß war gebessert. S &! u v { n r i t: Dnrk. Eisenbahri-Anleibe 400 Franken —. Böhm. Nnioubauk 392.— . Böhm. Eskomptebank 389.—, Böbm. ZuduLrialbank 417.—, Zivnostenska Banka 399.—. Aiwk'abmik 90.50 fefferr. Kredit 72.—, Wiener Unionbnnk 58 50 Wiener Bankverein 54.75, Bnicktiebrcider Eisenbahn Lit. A —Lit. B —. Ferdinands-dtordbabn 5520.—, Brag-Tuxer 152 —, Ausiig-Tevlitzer Eisenbahn , Nestomiter Znckerinbnstrie 1380.—. Vereinigt« Elektrizität Wien 106.—, Brokche 1070.—, Koliner SvirituS 1010.—, KönigSbofer Zement 932.-. wreitfrld-Danek 470.-, Ningboffer 680.-. Simmerinaer 9450. Notbkofieletzer Textil 301.—, Alvrne Montan 182.50 B'oldihütte 297.—. Prager Eisen 866.—, Oesterr. Berg u. Hütten 2210.—. Skoda 604.—, Jnwald 244.—. Sie Sebifettfuefc. Zürich» 17. Juli. (Devisenkurse von 11.55 Nhr. Don der Schweizerischen Kreditanstalt mitgeteilie Mittelknrse.) Berlin pro Milliarde (—.-). Holland 208.— (207.25h New-Nork 550. — (548.—\ London 24.06 (23.961 Paris 28.30- (28.27), Mailand 23.70 (28.62), Brüssel 25.20 (25.-), Kovenbagen?9.— (88.25), Stockholm 146.- (144.50), Christiania 73.75 i73.75), Madrid 73.- (72.75), Buenos Aires 178.50 (178—), Prag 16.27V2 (16.25), Budapest 0.0068 (0.0070), Bukarest 2.50 '.2.50),' Belgrad 6.52»/, (6.45), Sofia 3.95 (4.—), Warschau -.—), Wien 0.007725 (0.007750). Berlin. 17. Infi. (Devisenkurse.) (In Goldmark für 100 Einheiten mit Ausnahme von Buenos,New-Aork, London,Japan und Rio für 1 Einheit, Wien und Budapest für 100.000 Einheiten? AmOerl.ai» 153.55 (158.50), Belgien 1910 (19.—), Ehnstiania 56.31 (56.21). Kovenbagen 68.03 (67.58), Stockholm 111.37 (111.37), Italien 18.05 (18.-), London 18.325 (18.275). Netv-Pork 4.19 (4.19), Paris 21.60 (21.50), Schweiz 76.21 (76.41), Spanien 55.61 (55.61), Wien 5.92 (5.92), Prag 12.41 (12 38j, Budapest 5.04 (5.04), Sofia 3.01 <3.01), Belgrad 1.95 (4.95). Berlin, 17. Juli. (Notenkurse.) (In Goldmark für 100 Einheiten ir.it Ausnahme von Dollar und Pfund für 1 Einheit, österreichische für 100.000 Einheiten und polnische für 100 Zlotp.) - Noten: Dollar 4.19 (4.19). Pfund 18.29 (18.23), Italienische 17.86 (17.95), Oesterreichische 5.98 (5.98), Polnische 77.25 (77.25-, Tfchecho-slowakische 12.41 (12.38). Prag, 17. Juli. (Devisenkurse. — Mitgeteilt vom Bankamte Wö tschecho-slowakischen Finanzministeriums.) — Berlin*) 8.05V« <8.05), Zürich 616.50 (616.50), Paris 175.621/, <175.50,, London 148.427, (148.420*), New-2)ork 33.95 (33.95), Belgrad 40.37'/, (40.25), Bukarest 15.05 (15.10), Wien 4.717, (4.71'/-), Warschaus) 654— (655.—), Agram —(—.—), Budapest 3.91'/, (3.92'/,), Jugoslawische —(40.50), Oesterreichische gestempelte Krane 4.73 (4.73'/,), Polnisches') 650.— (6.49—X Ungarische —(3.90). *) per Billion, t) für 1Ö0 polnische Gulden. Tudopoft, 17. Juli. (Kurie der Tevisenzeutrale.) — Amsterdani 30.700 bis 31.200, Bukarest 365.— bis 385.—, Kopenhagen 13.130 bis 13.340.Christiania 10.880 bis 11.060, London 355.000 bis 366.600, Berlin bis —Italien 3500- bis 3570.-.' Paris 4190 - bis 4270.-, Prag 2395.- bis 2445.—, Stockholm 21.550 bis 21.900, Zürich 14.760 bis 14.990, Wien 1.144 bis 1,163, Sofia 580.-^- bis 595.—, Agram 955.— bis 975.—, New-Bork 81.150 bis 82.450, Warschau Bis —, Brüssel 3720.- bis 3790.-. Belgrad» 17. Juli. (Devisenkurse.) London 366.75 ' bis —, Paris 443.50 bis , Nelv-York 84.— bis Genf 1524.50 bis —, Saloniki —bis —, Mailand 361.75 bis —, Prag 249.47 bis —Berlin —.— bis Wien 0.1184, Bis-.-, Bukarest 37.75 bis Sofia —bis Budapest 0.102 bis —Brüssel 384.— bis . Amsterdam 3170.— bis —Warschau — bis . Agram, 17. Juli. (Devisen.) Wien 0.1187 bis — Berlin —bis —, Birdapest —, Bukarest bis —Italien 362.80 bis —London 367.50 bis Netv-Aork 83.67 bis Paris 437.50 bis Pro. 249.40 bis , Sofia bi» Schweiz 1630.-. bis —, Brüssel —bis Warschau —bis — Amsterdam 3175.— bis —, Stockholm - bis —. Warschau, 17. Juli. (Devisen.) Berlin—.— bis - — London22.58 bis 22.80, Netv-«1ork—Bis Prag 15.28 b; 16.42, Wien 7.28 bis 7.35. Wiener Mor'ftei<zeU irrig. „CrainqueSille, der Mann von der Straße." Noch füllen war es uns vergönn!, einen Film zu sehen," der so auf rein künstlerische Momente ciufgebaut ist, wie dieser. Es war gewiß kein geringes Magnis, dieses ten'deniziöse Werk Anatole Fr-anees zu verfilmen, das nichts anderes als das Alltagsgeschick eines alten Straßeirhändl-ers behandelt, diesen einfachen Gemüsehändler,. dem nichts weiter passiert, als daß er von einem -Polmsten ungerechter Meise verhaftet wird und eine klein« Arrestftrafe 'bekommt, in oen Mittelpunikt eines Films zu stellen. Und doch wurde dieses Alltagsschicksal, an dem im gewohnten Leben Hundertt-aulende spurlos Vornbergehen, das kann: ein Mensch 'beachten würde, ^n einem prachtvollen Iilmwerke. wie wir nur ganz wenige bis setzt zu sehen bekamen, zu einem sozialem Drama, das troh seiner engen Grennn von kolossaler drmnatischer Wucht ist, zu einem seltenen Meisterwerke. Iacqn-es I e h d e r hat diesen Anatole France inszeniert. Und seine Regie^ ist es in erster Linie, die oiesem Film sein wertvolles Gepräge gibt. Wahrstes Leben im weitesten Ausmaße verstand,'cr auf dem schmalen Filmstreifen zu 'bannen. Lückenlos schreitet der Gang der Handlung vorwärts und bringt fast in feder Szene irgend eine prachtvoll beobachtet r Kleiuigheit des täglichen Lebens, die hier in der Auffassung eines feinfühligen Künstlers zu einem wirkungsvollen Effekt, oft zu einem Erlebnis wird. Und hie und da zeigt sich hier auch ein, expressionistischer Eii'.sthlag, der sich ganz ungezwungen in das ansonsten durchaus realistisch gehalten« Milieu äußerst geschickt einfügt und für die Verwertung des Expressionismus im Filni geradezu mustergültip genannt werden muß. So ist dies heispiclsweise in der Gerichtsverhandlung der Fall, in der dem Angeklagten infolge seiner Aufregung Mensch»« und ■ Gegenstände in Form furchtbarer Gesichte bedrohen, die aber gleichzeitig einen spitzigen und bissigen Humor in sich tragen, oer sich geschickt als Ängriffswafse gegen das französische Iustizwesen richtet. Glänzend und hochkmrstlerisch ist die dem wirklichsten Leben abgelauschte Darstellung ldnrchiwegs. die von der Regie verständnisooll und -an straffen Zügeln geführt wird, ohne dabei einen Schauspieler in seiner Individualität irgen'wie zu hemme. Glänzend geleitet ist auch die Komparserie in der einen großen Straßensgene. In Hinsicht der technischen Belange könnte man fich ebenfalls keine besseren Leistungen wünschen. Durch _ den Erscheinungstag dieses Films in der trostlosen Zeit stilisier Sommersaison haben die Wiener Kinobesitzer erstaunlich wenig Verständnis für Anatole France und die ansge-eichnete In-terpretierun-g durch einen wirklichen und seltnen Meister ge'eiat. Ein trauriges Beispiel für die bit-tere Mahcheit, daß es heute eine unbedingte Gefahr bedeutet, die ausgetretenen Wege zu verlassen und einen neuen zu suchen, auch wenn er in das Reich wirklicher Kunst führt. Man hörte von dieser Seite die häufig geäußerte Meinung, dafi^ mau einem Winterpubliknm nicht einen Film vorsetzen dürfe, in dem kein einziges hübsches, junges Mädchen spiele, auch wenn er ein noch so großes Kunstwerk sei. wi-e 'beispielsweise dieses, das auch schließlich seitens der Verschleißer der Filmkunst au das Püülrku.m als solches anerkannt wurde. Sollte das Wiener Publikum wirtlich so stupid fein, dieses Meisterwerk nicht entsprechend verstehen und würdiHen zu könnet, wke es dos Publikum aller Lrten bisher konnte? „Die verkaufte Manuela." Eime immerhin fesselnde Handlung, die leider nicht immer von den schonsprichwörtlich gewordenen Filmzufällig-- keiten und anderen Unsslautwürdigkeiten frei ist, wird hier in einem anerkennenswert flotten Tempo ohgcrollt. Regie und Darstellung bieten durchwegs sehr Mde Leistungen und die echte spanische Landschaft bildet ein sehr schönes Milieu um sie herum. Ansätzeichnet sind die naturgetvouen Tvpen der einzelnen Darsteller, deren Spiel nichts zu wünschen übrig läßt. Die einzelnen Figuren sind scharf hcrrausgehoben und verbreiten im allgemeinen sympati'sche Wirkungen. Hier muß neben -der in manchen Momenten ausgezeichneten Trägerin der Titelrolle der Darsteller eines chevaleresken Bettlers' und Landstreichers in erster Linie genannt werden, der einen oft ganz reizenden Humor;n entwickeln weiß und sich^ überaus sympachisch zu geben, rerstcht. Sehr gut ist weiters auch ein iunger, verlotterier Grande Vargcstellt und dessen Vater, -der leider durch die Handlung zu einigen Don, Quichotterien verurteilt ist, üher die er noch immer. mit Würde hiuwoagmommen weiß. Glänzend ist ein alter hinkender,Diener gespielt, und nicht immer frei von ungewollter Komik ein junger Amerikaner, der den Beweis erbringen soll, daß ein Bürger der Vereinigten Staaten um vieles wertvoller ist, als die Wilden in Spanien, die hier scheinhar prinzipiell von Raub und Falschspiel leben. Ausgezeichnet, wie alle übrigen, ist auch dieser P aram ount - Film in den technischen Belangen und nnch in der Ausstattung. 'Manchmal könnte er beinahe als über den Durchschnitt dieser Produktion stchend angesehen werden. König Georg don Griechenland geht zum Film. Wie Pariser Zeitungen berichten, gedenkt sich der Exkönig der Hellenen nunmehr beim Film als Regisseur und Dramaturg -n beschäftigen. Er soll bereits mit einer großen Firma diesbMiglich in Verbindung stcihen. Amerikanische Reklamewut. Wie nmerilüanische Blätter m-eDen, hat der Semitist Pwf-esfor Hubert Grimme in Münster kürzlich entdeckte Steinschristen eutzzifsert, die er für die Bruchstücke -der uviprüngUchan zehn Gebote hält. Darauf erhielt Professor Gr-innne folgendes KabÄtälegramm aus New- Bovk: „Famous Pl-ayers-Lasky Corporation Wünscht die Bruchstücke der Dasein der zehn Gebote, um sie zuerst in George M. Cohans^Theater a-nsznstellrn. wo der Film „Die gehn Gebote" jetzt läuft, dann im Metropolitan Museum of Art. Bitte kabelt Preissord^rnng." Mangel an Filmmanüskripten? Die englische Firma Welsh Pearson u. Co. Ltd. hat einen Wettbewerb -für ein, Manustript zu -einem Betty Balfou r-Fi-lm ausgeschrieben. Preiswerber meldeten sich natürlich in Menge. Mit einer Post kamen unter anderen ein Manusikript aus Nanyuki, Kenya-Kolonie, OstasriÄ und das andere ans Iaques, Ontario, Kanada. Ter Verfass er des letzteren hatte dazu bemerkt: .,Enitlschuldigen Sie, daß ick mit Bleistift geschrieben habe. Ich^ lebe weit hinten im kanadischen Busch unib habe keine Tinte." Wie Je sie L. La skr) üürzlich mitteilte, sind im letzten Jähve 42.000 Manuskripte nr Hollywood zur Prü>fun>g eingetrossen, doch waren boti diesen kaum fünfzig brauchbar. Henuh Porten in Wien. Dieiser Tage wird eine Gruppe des W e st i - Konizerus unter der Führung des Regisseurs Peter Parrl Feiner in Wien eintreft-en, um hier Aufnahmen ur den Film „Das goldene 5r-alb" zu drehen. Unter dm Darstellern wird sich auch Henny P o r t e-n befinden, von der lUirzlich eine Berliner Zeitung berichtete, daß sie die Titelrolle dieses Films spielen werde. Die Filme der Woche. Benrod, der Gassenjunge." — ..In Pelz und SeideZ 18. Juli 1934_ ytt. im -Nachdruck vorbelia'trn. 18. gortlctzung. MMWMWLL mm ' „Ich wollte Ihnen das schon früher erzählet/^ ant. wortete Marr; „und wenn Mr. Stopfoicd mich entschuldigen will, -daß ich ihm soviel von meiner unglücklichen FamiHengeschichte vorjetze, will ich es jetzt tun. Voransaesebt natürlich, -daß; auch Mrs. Horrell gestattet. . Er wandte sich mit einem fragenden, wenn auch etwas irorüchern Lächeln an bk Witwe. „Bitte!" schnappte die Möwe zurück. „Ue'ber meinen Vater", fuhr der junge Fußballer ' ort, „brach vor einiger Zeit eine große geschäftliche -Sota* trophe herein. Sie war so schrecklich, daß isi-e ihn nicht nur inanz-iell vollkommen ruinierte, sondern i-hn auch tötete. Natürlich änderte das auch meine Lage. Ich mußte Oxford verlassen und einen Beruf ergreifen. Ein alter Internationaler gab mir den Rat, Professional zu werden. Als ich diesen Entschluß gefaßt hatte, schrieb ich die Namen verschiedener Teams auf kleine Papievstückchen, tat sie in einen Hut und zog eines heraus.. Der 5Llub, den ich gezogen hatte, war Hollywood. Sie sehen also, daß es ei» Zufall war, der nrich nach Hollywood gebracht hat. Natürlich," fügte er mit einem Blick auf Margery, welcher Stopford-das Blut in den Kopf trieb, hinzu, „wußte ich nicht, daß ich hier so gute Freunde finden würde." „Auf jeden Fall," antwortete StoPforD, nachdem Marr geendigt hatte, ,zweifle ich, ob Sie in Ihrer Wahl sehr glücklich waren, Mr. Marr!" / Aie Bemerkung klang wie eine versteckte Drohung und veranlaßte die drei Zuhörer, erstaunt auszublicken; Mr. Horvell mit dem spöttisch-überlegenen Lächeln, das sie seit Slopfords Ankunft zur Schau trug; Ma^erh Kirkby mit einem Ausdruck von Verwirrung und Schrecken in dem hübschen Gesicht und Mürr mit herausforderndem Blick, als er anftvortete: ,;Das will ich dahingestellt sein lassen; ich konnte mich bis jetzt noch über nichts beklagen." „Hoffentlich werden die Erwartungen, die Sie an Ihre Karriere als Professional knüpfen, nicht enttäuscht," sagte der andere mit einer plötzlichen gekünstelten Freundschaft, die Marr noch abstoßender fand als seine frühere unhöflichfeindliche Art. „Leider ist es ja auch nicht der vornehmste Berns." „Er ist eben das, was man daraus macht, Mr. Stopfovd!" klang es hell und scharf zurück. „Die zwei prächtigsten Menschen, die ich in meinem Leben getroffen habe, waren Professionals und, statt sich ihres Berufs zu schämen, waren sie stolz darauf." Er stand auf und rückte seine Krawatte zurecht. „Ich muß jetzt gehen," sagte er. „Ich bin jetzt im Training und darf am Llbend nicht zu lange aufblewen. Gute Nacht, Mrs. Horrell." Er verbeugte sich leicht und wandte sich an den großen, fetten Mann, der bas geräumige Gemach Mit seiner groben, ungeschlachten Körperlichkeit ganz zu füllen schien. „Können Sie nicht noch ein Weilchen bleiben?" bat Margery. „Ich wollte Sie in meinem Wagen nach Hause bringen." Bevor noch die Witwe die Bemerkung machen konnte, welche sie nach Dicks U-eberzeugung auf der Zunge hatte, antwortete Marr rasch: „Das kann ich nicht annehmen, Miß Kirkby; trotzdem vielen Dank für Ihre Freundlichkeit. N-ebrigens m-uß ich mir das Autofahren so rasch als möglich abgewöhnen. Gute Nacht, Mr. Stopford!" „Das mutz ich heute noch Stanley schreiben, daß ich Sie getroffen habe," sagte Margery, als sie den Gast hinallsbeglertete. Draußen wechselte ihr Benehmen plötzlich und ihre großen, dunklen Augen blickten Marr ernst und bittend an.' „Es tut mir so unendlich leid, daß ich Sie so ungastlichem-Benehmen ausgesetzt habe," sagte sie. „Die Tante ist ja immer unausstehlich — ich wußte aber nicht, baß Mri Stopford auch . . ." ,Mer spricht da meinen Namen müßig aus?" fragte eine Stimme. In der Türöffnung zu dem Zimmer, welches Marr und. das Mädchen eben verlassen hatten, stand die unförntige Gestalt Fairfax Stopfords. , „Ich wollte unserem Gast noch einmal Adieu sagen und ihm ein Paar gute Ratschläge mit auf den Weg geben," fuhr die Stimme fort. Marr fand noch Zeit, des Mädchens Hand zu schütteln und ihr.zuzuflüstern: „Sie sehen, wie unmöglich es für mich war, länger zu bleiben " Das Mädchen nickte und anttvortete: „Auf baldiges Wiedersehen," und ging zurück in das Haus. In Marrs Faust zuckte es, er glaubte, er müsse dem Manne, der jetzt an seiner Seite stand, in das fette, auf- , gedunsene Gesicht schlagen, denr Manne, von dem er überzeugt war, das; er nur Margery Kirkbhs Feind sein konnte. Nur mit übermenschlicher Anstrengung hielt er an sich und während er die geballte Faust langsam öffnete, sprach -Stopford wieder: „Die meisten jungen Leute brauchen gute Ratschläge, Sie aber scheinen es notwendiger zu haben als die anderen. (Fortsetzung folgt.) ■WNinnmaHnnannaanHHHHHmiininnM ■üfäii'A