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Wiener Morgenzeitung · 1924-07-16 · Heft 1946 (16.7.1924) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1946 (16.7.1924)
Date
1924-07-16
Page
Seite 6 (sequence 8)
Language
German
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Men. MtttyoH ' Wiener Morsenzeilung.s - _16. Juli 1924 4it. 1946 W i ett, 16. IM, tzette 8 geteilt, das Theater sei gesperrt worden, da im Theater^ eine Spielhölle errichtet würde. Ein unserem Impresario feindlich gesinnter Verwaltungsrat der L'heatergesellschaft hatte dies durchgesetzt. Zu erwähnen ist, daß es in Argentinien keine Schauspielerorganisation gibt und uns eine italienische Schauspietertruppe teilweise aus der Verlegenheit half. Wie man sieht, suchen die Heimgekchrteu manches anders dorzustellen, als es wirklich den Tatsachen entspricht. Erst nach Eintreffen Leo F a l l s, der noch in Paris ist, wird sich Herausstellen, inwieweit Fall selbst an dem Mißlingen der Tournee schuld ist. Hoftat Ir. Loor gestörten. Hofrat Dr. Camillo Loos, der einen Selbstmordversuch Unternahm, ist gestern den Verletzungen erlegen. Wie vom Präsidium des Landesgerichtcs 1 erklärt wird, hat er den Selbstmord nicht wegen finanzieller Schwierigkeiten begangen. Er litt an Neurasthenie, die die Ursache war, daß er um seine Versetzung in den Ruhestand ansuchte, die ihm auch im Juni 1923 mit einem sehr warm gehaltenen Anerkennungsschreiben des Landesgerichtspräsidenten bewilligt wurde. Er bereute dann seinen Schritt und kam nach seiner Pensionierung öfter in das Äaudesgerichtsgebäude, wo er ja auch den Selbstmord verübte. Es wird als unrichtig bezeichnet, daß er für seine Eltern zu sorgen hatte. Sem Vater bezog gegen 8,15 Millionen, er selbst 4 Millionen monatlich als Pension. Tie Mitteilungen. daß er sein Ae uß er es vernachlässigte und ein sehr merkwürdiges Benehmen an den Tag legte, sind, wie Rechtsanwalt Tr. Lucian Tauber mitteilt, auf eine Verwechslung mit dem schon verstorbenen Ober- 'andesgerichtsrat Tr. Leese zurückzusühren, der während ,'einer Dienstzeit im Grauen Hause tatsächlich ein absonderliches Benehmen zeigte und nicht für normal galt. Ler akademische Senat skr Hochenegg. Eine merkwürdige Entscheidung. Tie Tisziplinarkammer der Universität Wien hat in ihrer Sitzung vom 14. d. M. mit Stimmeneinhelligkeit beschlossen. die von Professor Dr. Hochenegg selbst beantragte Diszipliuaruntersuchung gegen seine Person nicht einzuleiten, and zwar aus folgenden Gründen: 1. Was die von Professor Dr. Hochenegg in seiner klinischen Vorlesung am 11. Jänner d. I. erhobenen Anklage gegen gewisse Gruppen von Aerzten betrifft, so hat schon das in den Vorerhebungen zustande gebrachte umfangreiche Material, die Mitglieder der Tisziplinarkammer davon überzeugt, »atz die von Hochenegg behaupteten üblen Erscheinun->;en (unlauterer Wettbewerb durch Gewährung hoher Provisionen, Zuziehung mindergeeigneter Fachärzte, laxe Jndiiationsstellung) durchwegs nicht bloß vereinzelt, sondern in üner erheblichen Zahl von Fällen zutage getreten, sind und zum Teile geradezu typischen Charakter angenommen haben, so daß der wider Professor Hochenegg ausgesprochene Vorwurf, er habe seine Anklagen 'ohne zureichende Gründe, also leichtfertig, erhoben, der Tisziplinarkammer nach den Ergebnissen der Vorerhebungen als ungerechtfer- :rgt erschienen ist. 2. Gegen die Tatsache, daß Professor Hochenegg die ervähnten Anklagen in einer Vorlesung, also im Kreise von Studierenden vorgebracht hat, ist vom akademischen S t a n d p un k t e k e i n E i n w a n d zu erheben. Es entspricht durchaus der Aufgabe des akademischen Lehrers, neben den wissenschaftlichen auch sittliche Fragen des Berufes vor seinen Schülern zu erörtern und auf Verstoße gegen die Standesnoral tadelnd hinzuweisen. 3. Die in einzelnen Tagesblättern gegen Professor Hochenegg ausgesprochenen Beschuldigungen, er habe eine rnheilbar Kranke aus Gewinnsucht operiert, hat sich als unbegründet herausgestellt, und die weiteren auf einem bloßen Gerücht beruhenden Beschuldigungen, er habe einem Badeärzte eine Provision angeboten, konnte nicht erwiesen werden. Der Vorsitzende der Tisziplinarkammer: Schwind e. h. * Diese Entscheidung ist aus mehrfachen Gründen sehr Merkwürdig. Auf der einen Seite wird erklärt, daß eine Disziplinaruntersuchung nicht eingeleitet wird, auf der anderen Leite werden ohne Untersuchung die Vorwürfe gegen Hochen- »gg als ungerechtfertigt erklärt. Da Professor Schwind den Vorsitz der Tisziplinarkammer hatte, war diese Entscheidung zu erwarten, sie überrascht jedoch trotzdem wegen des einseitigen Standpunktes; denn wenn eine Disziplinaruntersuchung nicht eingeleilet wird, dann kann auch keine Erklärung abgegeben werden, daß die Beschuldigungen nicht erwiesen sind. Schwind hat von seinem Großvater, dem berühmten Maler, nurden. Namen geerbt, nicht dessen Fähigkeiten, Man kann auch von einem tüchtigen Juristen nicht verlangen, vaß er sich in medizinischen Fragen auskennt, von einem unfähigen Juristen noch viel weniger. Die Schüler des Herrn Schwind wissen davon zu erzählen. Dazu kommt noch, daß die Auffassungsgabe Schwinds durch seine Hakenkreuz lerische Gesinnung getrübt ist. Wir würden ein begründetes Urteil sicherlich anerkennen, aber eine derartige einseitige Ansicht muß energisch zurückgewiesen werden. Wir empfehlen dem Hofrat Schwind dringend, sich lieber mehr mit der Materie des deutschen Rechtes als dieses Unrechtes ßu befassen. * Vermählung. Der Redaktionssekretär des „Neuen Wiener TagLlatt", Herr Dr. Josef Fuchs, hat sich mit Fräulein Gertie D e r m a n » vermählt. * DWiotbek der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Der Lesesaäl bleibt vom 16. d. bis 31. August für den Parteienverkehr gesperrt. * Ein vermißter Knabe. Seit dem 8. d. ist der 14jährige Realschüler Friedrich Re in in g er ans der elterlichen Wohnung, Schlögsgasse 83. verschwunden. Der Bursche dürfte wegen , 'eines schlechten Schulzeugnisses geflüchtet fein und sich aus ' Märkten, herumtreiben. 7 * Unsall. Gestern ist in dem Elektrizitätswerk Obere Augartenstraße der 60jährige Hilfsarbeiter Johann Franz bei der Arbeit mit dem Starkstrom in Berührung gekommen und erlitt Brandwunden an der linken Hand. * Verhaftung eines JnferatenschwindlerS. In einer Tageszeitung erschien öfters eine Annonce, in der mehrere Inkassanten gegen ein Monatssixmn und entsprechende Provision . gesucht wurden. Es meldeten sich auch Bewerber, die von einem gewissen Ingenieur Heinz mann aus Innsbruck ein Schreiben erhielten, in dem schließlich ein Prämicnbetrag von 700.600 Krauen für eine Kautionsversicherung verlangt wurde. Auf Grund von Anzeigen wurde nach längeren polizeilichen Erhebungen der Einsender der Inserate in der Person des Kaufmannes Franz Goldmas verhaftet, der eingestand, infolge großer Notlage' die Annonce zur Herausloöung von Geldbeträgen eingeschaltet zu haben. * Die Strolche vom Herderplatz. Am 13. d. wurde der Hilfsarbeiter Rudolf.G r as er mit Stichwunden in der Bauchgegend und der linken Schulter auf die Wachstube gebracht. Der Mann war kurz vorher mit mehreren anderen Burschen und einem Mädchen aus einem Streifwagen durch den 10. Bezirk gefahren. Als er über den Herderplatz fuhr, eilten einige remde Burschen herbei, zogen das Mädchen vom Wagen und wollten es vergewaltigen.'Graser und die übrigen auf dem Wagen sitzender Burschen eilten herbei und befreiten da8 Mädchen von den Gewalttätern. Es kam zu einer Rauferei, in deren Verlauf Graser die schweren Stichverletznngen erlitt. Die übrigen Beteiligten ergriffen die Flucht. Bisher sind fünf der Mitfahrerdes Wagens ermittelt worden. * Auslassung des direkten Kurwagrns Men-Hock van Holland. Der bisher bei den Zügen D 465 (ab Wren-Westbahnhof 1 Uhr 5 Min.) und D 466 (an Wien-Weskbahnhof 16 Uhr 20 Min.) geführte Durchgangswogen 1. und 2. Klasse Wien—Hoek van Holland über Passau—Leipzig wird über Antrag der deutschen Reichsbahnen wegen schwacher Besetzung ab 16. d. ausgelassen. Es ist jedoch Aussicht vorhanden, daß d'e Zngsvcrbindungen zwischen Wien und Holland durch Einführung neuer Schnellzüge aus dem kürzeren Wege über Passmr—Frankfurt schon in der allernächsten Zeit eine erhebliche Besserung erfahren werden. (Nachfolgende Notizen bis zu der Rubrik „Vereins sind entgeltlich.) * Tanzinstitut Hermann Braun, 14. Bez., Reindorfgasse 42. * Sonderangebot des Warenhauses Brüder Schrfsmann, 2. Bez., Taborstraße 48. Prima Regenmantel 178.600 K., französische Wasch-Boile pro Mein 17.900 K-, Modell-Väll- Etamine, große Auswahl aparter Muster, pro Meter 89.000 K., Eponge für Kleider und Kostüme pro Meter 89.000 K. Schweizer Etamine in allen Farben pro Meter 89.000 K., Covercoats, 130 Ztm. breit, pro Meter 98.000 K. Reichhaltiges Lager in Damen- und „ Herrenwäsche, Leinenwaren, Vorhängen, Teppichen üsw. zu 'Mannt billigen Preisen bei vorzüglicher Qualität. -Ein Besuch überzeugt. Vereine, Vorträge und Versammlungen. Die Zionistische Sektivn Prater, 2. Bez., Jungstraße 8, veranstaltet SamStag den 19. d., */,9 Uhr abends, im eigenen Lokal, anläßlich, des 20jährigen To.heStages eine Herzk-Gedenkfeier. Festrede t Vizepräsident des Zionistischen Landeskomitees Dr. Josef Löwenherr. JiSkor r OLerkantor M. Margulies. — Z i o n i st i s ch e B e z ir k 8 s e k ti o n Bri gitte. nau. Heute, 8 Uhr abends, im Cafe Bürger, 20. Bez., Wallensteinstraße, bei der Brigittabrücke, dringende AuSschußsitzung. Redner: Dr. Löwenherz, Dr. Gelber, Dr. Waldmann. Eriche inen Pflicht! * > Wojaküche. Das rituell speisende Publikum wird hiermit auf das im 1. Bezirk einzige rituelle Sv eiseh aus der Woja, 1. Bxz., Griechen gaffe 3 (hinter Cafe Habsburg). aufmerksam gemacht. Nebst zweierlei Menüs (7000 und 11.500 K. im Abonnement) werden auch reichhaltig zu billigen Preisen Speisen h )a carte verabfolgt. Speisezeit von 12 bis V,3 Uhr. Da- Essen kann auch nach Hause abgeholt werben. Bühne und Kunst. LschaikowÄtzs Spern in Me«. TschaikowSkh, dessen „G-wgen Onegin" heute und Sonntag und dessen „Pique dame" Montag und Dienstag in der Volks op er mit der Originalbesetzung der Prager S t a a t s o p e r zur Aufführung gelangen, ist den Wienern nicht neu. Abgesehen von der Bekanntschaft mit seinen Symphonien, die fast Gemeingut aller Orchester sind, hat auch die Hofoper die Bekanntschaft mit einer Reihe von Werken des großen Russen den Wienern vermittelt. Außer den Leiden Opern, die nun in der Vobksoper aufgeführt werden, standen. seinerzeit im Spielplan der Hosoper auch die Oper „I olanthe" und di« Ballette ,-Schwanensee" (unter Weingartner) und „Der Vogel und der Märchenprinz" (unter Gregor). — „Eugen Onegin" wurde unter Gustav Mahler am 19. November 1897 zum ersten Male aufgeführt, erlebte 25 Aufführungen und blieb bis zum Jahre 1911 im Repertoire; Gustav Mahler brachte auch „Pique dame" (9. Dezember 1902). Diese Oper erreichte 41 Aufführungen und stand noch bis zum Jahre 1919 im Spielplan. — Tschaikowskh, dessen übrige Opern in Wien leider nicht zur Aufführung gelangt sind, wurde 1840 in Wotkiuek geboren und starb 1893 in Petersburg. Die Aufführungen seiner Werke erfolgten in Wien Ans de» Wenter». Kammerspiele. Heute, Morgen und Freitag m 8 Uhr abends „SB a 8 Fra u e n träume n". BiS ans weiterefinde» keine Nachtvorstellungen statt Theater in der Josef st ad t. Morgen. 7,8 Uhr abends, Erstaufführung der Einakter „Mutter, liebe", Schauspiel von August Strindberg, „Die Spieler", Komödie von Nikolaj Gogol, „Ein HeiratSantrag". ein Scherz von Anton Tschechow. Carltheater. Heute das Lufsspiel ,,D e S Schmiedes Töchter". Morgen „B u n t e r A b e n d". wobei die ersten Mitglieder des amerikanisch-jüdischen Kunsttheaters Gesangs- und DeklamationSvotträge bringen. Hierauf wird der Einakter „Landsleute" von I. Berkowitsch oufgeführt. Freitag Erstaufführung der Komödie „Der groß» Gewinst" von Scholem Alejchem. Im Neuen Wiener Stadttheater wurde wegen Erkrankung des Fräuleins Lily Schwarz der Spielplan geändert. Heute „Im w e i ß e n 'R ö s s e l". Donnerstag „Bruder Martin", Freitag „F a m i l i e G ch i m e k , SamStag ,.A m o.r im K i n o", Sonntag „Familie S ch i m e k". Eine literarische Familiennachdicht. Intendant Leopold Jeßner hat Pamela Wed ek ind, des Dichters Wedekind Tochter, die sich kürzlich mit dem Sohn des Dichters Heinrich Mann, mit Klaus Heinrich Mann, verheiratet hat, als Schauspielerin an das Berliner Staatliche Schauspielhaus verpflichtet. Der Londoner Kongreß für baukünstlerifche Erziehung. Ende Juli wird in London ein Kongreß für baükünstlerische Erziehung eröffnet werden. Zur Teilnahme wurde die Arch'- lelturschme der Wiener Kunstakademie (Leiter: Proiesstr Perer Behrens) und die Kunstgewerbeschule (Leiter: Professor Josef Hofkinann und Walter Küchler) eingeiaden. Aus der Peter B eh r enZ-Schule wurden jüngst Architekturarbeiten, über die wir bereits berichtet haben, in dec Äädestie für bildende Kunst aitf dem Schiller-Platze vorgesührt Professor Ho ff mann bat die baulichen Vorarbeiten für die Beteiligung Oesterreichs an der großen Kunftgewerbeausftellung in Paris übernommen. Wie man sieht, ist der Ruf der Wiener Architektur und des Wiener Kunstaewerbrs ins weite Ausland gedrungen, eine Tatsache, die im Interesse der öfterreichrschen Geschmackskultur von großer Bdeutung werden kann. Meudeles Familie kn Not. An Odessa erschien ein Ausruf des bekannten Publizisten Lecksowitfch. der darauf hinwenft, daß sich die Familie des unvergeßlichen Mendel>e Mocher Sisoriim, des ,Mhnen" der modernen Mischen Literatur, der zugleich ihr größten Dichter ist, >ru arger Not befindet. Der Aufruf wendet sich besonders au die Berchrev der Dichters im Ausland und die ausländischen Mischen Hilfsorganisationen mit der Bitte, den A-ngehörigen Mendeles Hilfe zu bringen, Geldsammlungen zu dewanstolten, um der Familie die Möglichkeit zu gehen, sich zu erhalten, und die gesämmelt-en Gelder an die Adresse der Tochter des Dichters: Däne. R ab i» nowit s ch, Odessa, Diegtarwr 14, zu -Lbertyeisew. Gerichtssaal. 8i» merkwürdiger Wchter» Zu dem unter diesem Titel in u-wsever Nummer vom. 13. d. erschienenen ProzeWevicht erhalten wir vom Rechtsvertreter des Herrn Leopold Nenmann, Rechtsanwalt Doktor Desidev Fried mann, die nachstehende aufklävende Mitteilung, der wir loyalerweise gern Raum geben, zumal die Berichterstattung über den Pachtprozeß nicht unserer eigenen Wahrnehmung, sondern einer G-erichtskorresPondenz entstammt. Der auf die Rechtslage bezügliche Passus des uns zugekamnwuen Schreibens lautet: „Die Mitteiluwgen Ihres geschätzten Blattes stehen im Widerspruch mit der gerichMchen FLststellung und den Entscheidungsgründen de>8 evfloss.enen Urteiles. Das gerilchMche Evkenntwis beschräntkt sich im Gegsntsatz zu Ihrem Bericht auf die Ausführung jener Gründe, die nach Ansicht der ersten Instanz für don Fortbestand des Pachiv-erhältnisscs nach dem Tode der Verpächterin sprechen. Uebeiv die vom Klagevertreter gegen Herrn Leopold Naumann und gegen das Ehepaar Steiner vorgckbrachten Beschuldigungen wegen Uebervorteilung und schlechter Bchardlung der vevstorbLnen Frau Schubert, die übrigens ein gevichtliches Nachspiel vor dem Jnsurienrichter finden werden, wurde vom Gerichtshof ein Beweis nicht zwgelassen. Diese Büschuldigungen . stellen sich demnach als einseitige, durchaus nicht bewiesene Pavteienlbchauptungen dar." Ein Fekdmarschalleutuant, der seine geschiedene Gattin be» erben will. Der Feldrnarischalleutnant i. R. Robert Langer, - der die Ungültigkeitserklärung seiner Ehe mit Ma cie Pechy wegen deren GeisteSkranikheit durcha^setzt hatte und dann eine Dispensehe >emgsgaugen war, wollte noch dem Tode seiner ersten Frau auch noch die Hälfte des Nachlasses haben. Daraufhin hat die Schwiegermutter Frau v. Pechy die Klage auf Anerkennung ihres Alleinerbrechtes gegen den Schwiegersohn eingebracht. Der Richter hat dieser Klage stattgegeben und den Beklagten auch zur Zahlung der Kosten in der Höhe von anderthalb Millionen verurteilt. In der Be« l gründung wird unter anderem gesagt: Das Schicksal der Klage wäre zuungunsten der Klägerin zu entschsiden geiweien, wenn der Richter nicht folgendes erwogen hätte: Der Beklagte hat die Ungültigkeit seiner ersten Ehe geltend gemacht, soweit eS sich um die Ermöglichung seiner Dispensehe gehandelt hingegen die Gültigkeit dieser selben Ehe im gegentwärtigen Prozeß behauptet, soweit eS sich darum handelt, feiner Schwiegermutter das Alleinevbrecht am Nachlaß ihrer Tochter zu bestreiten. Dieiser Standpuinktwechsel erscheint — womit kemsriei Kritik gegen die Person des BeLlagten geübt werden soll — sachlich gegen die guten Sitten verstoßend und machte es dem Richter unmöglich, dem Beitlagten ans dieiem Oege zu folgen und dem odiosen Erbrechtsanspruch, den Arm staatlicher Hilfe zu leihen. demnach erst nach feinem Tode. WI* M.u. AOfcta« AS«l *+. STÖfTE

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