Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1945 (15.7.1924)
- Date
- 1924-07-15
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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8 Ge8e tz Wien, DienSlag Sühne und Kunst. Ae Prager WEM Nalionaloft« in der Bmsover. Empfang im Rathanse. — Ein Ständchen für Dr. Seipel. Heute beginnt in der Volksoper das auf eine Woche berechnete Gastspiel der Prager StaatZoper. Die heutige Aufführung von „Die verkaufte Braut" findet ebenso, wie dies bei den folgenden Aufführungen der Fall sein wird, in jener Besetzung statt, in der die Oper in- Prag anläßlich der heurigen Smetana-Fe st spiele unter dem einmütigen Beifall der Pressevertreter der ganzen Welt stattgefuuden hat. Das Stück wird in der altberühmten Fassung des Werkes, ohne jeden Strich, aufgeführt werden. Die Proben sind bereits seit Donnerstag im vollen Hange. \ v Es ist dos erste Mal seit der Musik- und Theaterausstellung des Jahres 1892, daß ein Opernensemble des Prager Nationaltheaters in Wien gastiert. Damals wurde bekanntlich - Smetana für Wien entdeckt. Für das Publikum der Volksoper bringt der Abend eine kleine Sensation, da Richard Kubla, der diesem Institute viele Jahre als besonderer Liebling des Publikums angehört hat, den Hans, der zu seinen Glanzrollen zählt, zum ersten Male in Wien in tschechischer Sprache singt. Wegen eines Empfanges im RaLhause wurden bereits dir nötigen Vorkehrungen getroffen; die Mitglieder der Expedition — an hundert Personen — haben, wie wir hören, auch den Wunsch geäußert, dem /Bundeskanzler Seipel ein Ständchen zu bringen. ' . _' , _ Har Gastspiel der tschechischen Rationaltheaterr.' Das Lüftspielensemble des Prager Nationalt h e a t e rs hat während seines Wiener Gastspiels zwei französische Komödien und das Lustspiel „Pygmalion" des irischen Dichters G. B. Shaw zur Aufführung gebracht und dadurch angedeutet, daß die künstlerische Orientierung des tschechischen Volkes dieselben Wege einschlägt sie die politische. Wenn man einen Rückblick auf den Gesamtstil dieser Darbietungen wirst, so muß man konstatieren, daß natürliche Hemmungen, geschichtliche Bindungen auch in der Kunst stärker sind als die intellektuelle Zielsetzung. Denn der Schwere des slawischen Blutes, der robusten Gesundheit dieses jungen Volkes, das seine besten Kräfte aus bäurischem Milieu bezieht, muß die Leichtigkeit der Sprache, der frische Konversationston erst abgerungen werden, ohne die ein Ensemblespiel in der Komödie nicht denkbar ist. Ein weibliches Genie hat den Ausgleich zwischen slawischer Gemütstiefe und westlicher Lebensfreude gefunden, der Star des 'Prager Nationaltheaters, Anna Sedlackova. Ties sin. einem schmalen Bubenkopf sitzen zwei schelmische Augen, - von schwarzen, buschigen Brauen beschattet. Sie scheinen nur Blicke-göttlicher Heiterkeit in die Welt zu senden und um die Liebe aller Lebewesen zu werben. Doch plötzlich verfinstert sich ihr Glanz. Das persönliche Liebesleid kündet sich an. Schmerzverklärt erstarrt das Licht dieser Augen, sie gehören einem stillen Einsiedler an, der aller Teilnahme am Weltgeschehen entsagt hat. Der Körper singt die Melodie vom jungen Schmerz weiter. Ist der Klang der Worte, die ihrem Munde entströmen, kein Pleonasmus, da jede Geste, jeder Nerv von der Seele aus regiert, seine deutliche Sprache redet? Da plötzlich tollt wieder ein Lausbub über die Bühne, fängt Läuse im Haar, lutscht mit Hilfe der Finger Bonbons, ist Leben, unverwüstliches Leben, vollgesogen mit allem Erdgeruch, der böhmischem Boden entströmt. Die Fülle und der Reichtum von Ausdrucksnuancen, die die Darstellung dieser Künstlerin auszeichnen, wirken um so beglückender, als der Grundzug des slawischen Charakters, die Güte, nicht verborgen bleibt. „I a q u e l i n e", ein Lustspiel vou G r e s a c und Croiss e t, ist in Wien unter dem Titel „Die Notbrücke" bereits aufgefuhrt worden. Sein dürftiger Inhalt ist durch ein allzu langsames Tempo in der Gesamtdarstellung noch krasser in Erscheinung getreten. Die Komödie „Der Schattenfische r" von Jean S a r m e n t wirkte durch den larmoyanten/ halb weinerlichen, halb singenden Ton aller Darsteller, der. während des ganzen Stückes festgehalten wurde, ermüdend. Selbst die Studie über einen pathologischen Charakter,-der durch die Brille eines Ibsen gesehen wurde, kann sprachlich gegliedert und dynamisch oboestuft sein, wenn das Ohr des Regisseurs feinhörig ist. Aber da siegte Routine über die Erfordernisse der modernen Bühnenkunst. An allen Abenden gab es starken Beifall einer spärlichen Zulchauermenge. Alfred Sandt. Stadtthrater. ,A moi int Kino", Wiener Posse von Karl Kneidinger und Heinz Ortner. Auch für das, was im Juli dem Theaterbesucher zuge- .uutet werden darf, gibt e8 schließlich Grenzen. Sie wurden in diesem Falle, alle Milderungsgründe des Wienertnms, der Bodenständigkeit usw. eingerechnet, doch beträchtlich überschritten. Der eine der Autoren ließ am Morgen der Erstaufführung durch einige Zeitungen sein Unbcteilrgtsein an dem Attentat bekanntgeben. Schon nach dem ersten Akt versteht man diese, immerhin ungewöhnliche Maßnahme. Daß Herr Karl Kneidinger ein guter Schauspieler ist, weiß man zur Genüge, er müßte sich nicht Rollen mühselig zusammen, kleistern. Auch Frau Bnrg verwendete viel Geschicklichkeit und Witz.aus die Gestalt der männersüchtigen, alten Jungfer. Aber über alles übrige spricht man besser nicht. Cs fehlte nicht an Beifall. Wann wäre in Wien auch der Beifall aus« gelffreben? K. M. _Wiener MoraenzeKrrns> Srl'Mhne. „Hahn im Darf." - Bauepstkrnrtzkste Hon Hermann K i e n zl.. Im letztewi^atz wipi» betont, daß wir allesamdsschwachs-, Menschen sinbchüNd „bissel a Gnad'" brauchen»' GS > ttSrei vielleicht nicht stbelgewesen, diese Bemerkung an Lest-Anfangt des Stückes zu placieren. Immerhin — es ist Juli und die Sommerlüfte machend den Sinn milde. So fand die heitere. Novität freundliche Aufnahme bei einem wohlgelqunten Publikum, das an dem oberbayrischen Paprika.'viel Gefallen zu finden schien. Da. ausdrücklich versichert'wird, daß' das Stück im.'Sömmek -1923 spielt, muß man es Wohl' glauben. Ohne;.dieses: Vorzeichen wäre die Vermutung: Böv«- krieg kaum abzuweisen ^gewesen. Herr Köck stellte eine' prächtige Karikaturau) die Bühne, die Damen Zätsch, P e p i G f ö l l n e r, E xl,. wih di« Herren Ex l, % wer und in einer Chargenrolle Herr Friedrich' boten aü's-f gezeichnete Leistungen. Das Znsammenspiel war vortrefflich, eine lärmende Kärtenpartie wurde viel belacht. .Dem.Alütor wurde Gelegenheit geboten, sich mehrmals dankendzü verneigen. ___ K. M. Der fstriMMrige Wilhelm v. Scholz. Am fünfzigsten Geburtstag des Wilhelm,v. .Scholz wird eine unverhälnismäßig kleine Grupps von- Mensihe», nur eine platonisch verbundene Gemeinde, den deutschen Dichter feiern. Denn er selbst mischte sich nie unter die Menge und seine Schöpfungen waren nie vom Beifall eines großen Kreises begleitet: eine Dichternatur, die nur sich und ihrem Werke lebte und erst spät auch die Dichtungen anderer aus der Bühne formen half. Wilhelm v. Scholz gab sein Bestes als Erg runder der Mvstik, sein Vollendetstes - als Schöpfer sprachlich reiner, rundgeformtec Bühnendichtungen. Vor last 20 Jahren erschwer se'ne Tragödie „Der Jude vo n Konstanz", vo - dre' Joh'e't sein „W e ttlauf mit dem Schatte n". Zw scheu d'e^en zwei Werken steht seine Lhr'k ./Der Spiegel", „Neue Gedichte", die Bühnenwerke „Gefrhrl'che Lebe". „Das Herzwnnder", di; Prosaschristen „Deutsche Mystiker", „Sommertage", „Der Dichter" und e'n; s'ehe d"L'natur'is'er Bläk'er und Beerbe'tungen, von ceuen „Tröilus und K essida". der franzisishe Minnesang und die Droste-Hülsho'f- und He'bel-ForschunZen in weitere Kreise gedrungen sind.' Der in Berlin geborene 'Dichter ist seit längerer Zeit als Dramaturg am Stuttgarter Hoftheater tätig. Aber seine tiefste und mnigst: Liebe gehört ttfin eigenen Schaffen, dem ec sich während des Sommers in. Seeheim bei Konstanz hingibt. Die Höhe seiner Kunst bürgt dafür, daß er in Deutschland nicht populär wird. Weg und Fozzband-MWmllr in der modernen Musik. Ein Gespräch mit Maurice Ravel. Ter 'französische KonHynMMaurice a vel hat einige Tage in Madrid verbracht, wo er sich auf Einladung der dortigen philharmonischen Vereinigung als Pianist und Dirigent vorstellte. Im Hause deslDirigenten Las a lle hatte der' Musikdirektor La Boz eine Unterredung mit dem französischen Tondichter. Er fragte Ravel, ob der Krieg ihm keinen Stoff geliefert hat. „Nein," erwiderte er, „nie habe ich den Wunsch gefühlt, die Gewalt und das Chaos des Kampfes in Notenschrift niederzulegen. Bloß einmal empfand ich den poetischen Zwang:. Die Gleichgültigkeit der Natur gegenüber diesem nie gesehenen Schauspiel, gegenüber diesem Vulkan, diesem Erdbeben. Ich saß in einem tiefen Grcmrttrichter. Rund um mich herum, tm- Bereich meiner Hände, blühten die Veilchen mit dem ruhigen Vcheln ihrer Farben und ein Vogel schickte die schmeichelnden Töne seiner hellen Stimme in die Lust. Die Umgebung war von Tod und Verderben erfüllt. „Der gleichmütige Vogel" hätte ein dankbares Thema für das Klavierzimbel sein können, das gut in „Le Tombeau de Couperin" gepatzt hätte und von dem niemand vermutet haben könnte, daß es seine Entstehung einem so stürmischen Moment verdankte. Ich schrieb es nicht, aber vielleicht tue ich es noch. Gegenwärtig bin ich mit einer Sonate für Geige und Klavier beschäftigt. Ich arbeite schon einem Jahr daran und ich habe mich entschlossen, einen Rhythmus hineinzunehmen, der die wilde und leidenschaftliche Bewegung der Jazzbandmusik charakterisiert. Nein, der Mann/ der das Gegenwärtige, das Lebende verachtet, kann kein Künstler sein. Wie können wir uns von der Welt los machen und 'auf sie nicht reagieren? Mozart, Haydn, sie bedienten sich der Tänze ihrer Zeit und jener, die sie für ihren Zweck brauchten. Leben ist Aktualität und Bewegung. Die Aufgabe der Kunst besteht nicht darin, die Aktivität in die Vergangenheit zu verlangen. Wer das Leben nicht liebt, soll sich nicht der Kunst hingeben, welche die nächste Aeußerung der Freude über das Leben ist. Darum fühle ich mich den Strömen meines Gefühlslebens unterworfen. Ich kenne die Arbeitsmethode des Bureaukraten nicht, der alle Gefühlsäußerungen diszipliniert. Und nichtsdestoweniger schaffe ich in meiner Musik nach der Strenge der klastischen Komposition. Tu« den Maier». K a m m e r s p i e l e. Ab Morgen,' 8 Uhr, „W a S Frauen träume n" als Abendvorstellung. Carl-Theater.. Heute u>itib . morgen „D e s Schmiedes Töchter" von Pereez Hirschbein. Donnerstag bringt das ameri'kanffch-ij irdische Kunstthrater einer alten Tradition gemäß einen B u nt e'n Ab e nd zur Durchführung, an dem die Damen Abr amo witsch -und Gersten sowie die Harren Direktor Morris Schwar> tz, Aazär F r >i e d, T e n ne nh o l z und Kns ch i e r sowohl in Solovorträgen Äs auch in einer einaktigen Komödie, „8ftttbS Teilte" von B er k c> v i te r, auftr'^n " 18. Juli 192F - _Nr. 1945 i .. Theater in. der Josefstadt. Heute üm haD 8 Uhr zum letzten Male „Mr. Pim will nicht stören". Mittwoch „Onkel che n hat get räumt". Donnerstag um HM 8 Uhr abends Erstaufführung der Einakter „Mutterliebe", Schauspiel vou StckMWM/d?WGf Spieler", Komödie von. Gogol, „Ein H'-airaftSämtr a g", ein Scherz von Tschechow. AN (Sitte Vaudeville-Bühne in Wir». Dev Komponist Robert Stolz hat, wie wir erfahren, die Direktion des Ctablisiements Max und Moritz übernommen,. daS Oktober mit einem für Wien ganz neuen Gente eröffnet wird. — Robert Stolz gedenkt, in feinem Theater das VaMMille zu pflegen. Der Umbau des- Zuschauerraumes,. der. renoviert und mit Sesselreihen ausgestattet wird, hat. bereits besonnen. Auch der Orchesterraum wird ausgestaltet. Das Äaeater wird den Namen Robert Stolz-Bühne führen. - Die jüdischen Kommunisten gegen dlr >Habimah". Wie I. T. A. aus Moskau berichtet, haben die M d i scheu Kommunisten im Volkskommissariat für BWMg in Abwesenheit Luna dem Kaukasus begeben hat,<ÄüL' SKrckeWMmtoKf.Eehrld^ prüfen soll, ob das Moshrner hebräische Theater ^Äabimah" das Recht hat, den Titel StaatWes AkadeWscheS Theater zu führen. Sollte der „Habimcch"/diefeS Recht^entzögen w^den, so würde dieser Bühne die Emstenz sehr/ erschwert fekn^ weil, sie dann von dem Wohlwollen, vezw. der Laune der untergeordneten Behörde» abhängig sein würde. Berliner Kunstausstellungen. In der Galerie Ca SP er wurde die SommerauSstellung von Pastellen und Aquarellen Eon moderstien Meisternffdarunter Pechstein, Kainer, Corrnth, .MevogMuEviüM anderen eröffnet. — Die Künstlerhilfe der Internationalen Arbeiterhilfe eröffnete eine Ausstellung von Kriegsradierungen des Otto D i x, dessen großes Kriegsbtld in der gegenwärtigen Ausstellung der Berliner Sezesswn. neben .den Werken. Kokoschkas Aufsehen, erregt, . - ' Das New-Aorker Verbot von Asch'. „Gott der Rache". Das. New-Norker Appellationsgericht hat das Urteil der ersten Instanz,. ..laut .welchem, die öffentliche Aufführung von Schalom Asch' Drama „Gott der Rache" verboten ist, bestätigt. Wie bekannt, wurden Harry Weinberg. u»d. Pudolf Schildkr.aut zu einer Geldstrafe von je 2Q0 Dollar verurteilt, weil sie in dem Stück mitgewirkt hatten. (I. T. A.) Babylonische Musik. An der Berliner Akavemte der Wisfenschaiten. ist dieser - Tage ' ein Vorbericht von Professor Tr. Kurt .Sa ch s, dem Musikhistoriker an. der Berliner Universität, vorgelegt worden, dem es gelungen ist, zum ersten Male eine oabhlonische Notenschrift zu entziffern. Diese Notenschrift besteht aus Keil-Joeogramme» unt S.ilbenbedeutnng, die sich'auf einer Tontafel aus Assur i« Berliner Museum neben einer sumerischen Dichtung und ihrer assyrischen Uebersetzung fanden. Die Musik,' die wohl dem z w e.i t e n.I a h r t a u s e n d.v. Chr. entstammt, ist aroßstufigherb und sehr entwickelt. Sie meidet den Halbtonschritt, verwendet aber^ vier, ineinandergeschachtelte.. Funftonleitern. Die begleitende ochtzehnsaitrge Harfe benutzt reichlich.Doppelgriffe. In seinerganzen Art erinnert das Stück auffallend an. ch i n e- ' fische Musik. Seine besondere Bedeutung liegt darin, daß es nicht nur die erste Kunde von babylonischer. Tonkunst'gibt, sondern überhaup'i von der Musik eines nichtgriechffchen Altertumsvolkes und einer vorgriechischen ZeitG . Musikalische Neuerscheinungen, Eugen d'Alberl hat eine Orchester-Suite in fünf Sätzen fertiggesteÜt, betitelt: „A..s.chenputt.el".,,. — Waldemar v. Baußnern - veröffentlicht zwei neue . Werke, eine. „M o t e t.t t4‘ für - kleinen. gemischten' Chor, kleinen Frauenchor, Kindepstimmen, Soli (Alt und SoPran), Solovionne/ Soloviola, zwei Flöteri, Oboe und Orgel (oder Klavier), Streicher, sowie eme „Symphonisch«' Legende, „Die himmlische Orgel", nach dem Märchen von Richard Volk mann (Leander), für Bariton (oder Alt), kleines Orchester und Orgel. Ihre Aufführung wird unter Kuappertsbusch in München erfolgen. Von dem Berliner Komponisten Hermann Wunsch erscheinen „Vier Gesänge" für eine Singstimme mit Orchester oder, PiänofoH« begleitmtgj nach Texten aus dem „Stundenbuch" von Rainer Maria R x 11 c. ■ Kleine Musiknotizen. Für Mitte Okober bereitet die Dresdner Oper die Erstaufführung der heiteren Oper „X erxes" von Haendel in der Bearbeitung vön Oskar Hagen vor. Generalintendant Dr. Reucker, der der Ur« auffuhrrtng des Werkes anläßlich der Göttinger. Haendel-Fest» spiele beiwohnte, erwarb das Erstaufführungsrecht nach Gottingen und wird selbst die Inszenierung dreser Oper leiten. Die musikalische Emstudierung negt in den Händen von Hermann K u tz s ch b a ch. Jacques D a l c r o z e veranstaltet im nächsten Winter in Paris Fachkurse und pädagogische Bo.rträge für.Musiker, Lehrer und Theatersachleute. Glicenstein-Stiche im Britischen Museum. Da- Londoner Britische Museum hat eine größere Anzahl von K it p f e r st i ch e n des bevH-mten jüdiischen Bildhauers Pvoseffor Henry G li einst ei n evworiben. Gbicenstein hat sich neuerdings viel der Kupferstecherei gewidmet. Funsz-chn seiner neuen Kupferstiche wurden am 7. Juli im Britischen Müseum ausgestellt. Der Rest der Sammlung wird wäbrcnd der Herbst« zeit <iusgchellt werden. (I. T. A.) Gerichtssaal. Ser LMmeptenraub i» der ungarlii.:» Gesandtschaft. Die ungarische Regierung will österreichische Gerichte für ihrt Zwecke gebrauchen. Seit mehr als zwei. Jahrm. schwdbt beim hiesigen Zivil« landeSgerichte eine Klage, welche der ungarische Staat gegen «den seinerzeitigen wirtschaftlichen Volksbeauftragten Ungarns in Wien Andor Fenyö angestrengt hatte. Andöt!- Fenh) .hatte als wirtschaftlicher Exponent von der Regierung Bola KMt einen Betrag von 2 0 0 M i l'l i o n e n K r o n e n erweißen Regierung in das Wiener. Geisandtschaftsgebäude und Bankgasse verwahrt, in welchem sich auch das Verrechnungsbuch über di« ausgelegten Beträge befand. Anläßlich des Sturzes der Bela Kun-Regierung drangen Anhänger. der weiß.en Regierung in das Wiener Gesnadlschastsgebäude und. kousiszierten dort den Koffer.samt Inhalt. Fenyö und andere Personen der ungarischen Gesandtschaft wurden wie erinnerlich damals rm Franziskanerkloster von den. Weißgaridisten gefangen gehalten. Bei der Abrechnung soll nun angeblich ein.relativ kleiner 'Betrag von zwei bis drei Millionen,Kronen gefehlt haben, welcher vom ungarischen ß1'«*' in ei;>:rr>>6 "- 'ü- -r-t wn-e7n der' vrr'hdr-