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Wiener Morgenzeitung · 1924-07-15 · Heft 1945 (15.7.1924) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1945 (15.7.1924)
Date
1924-07-15
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Fr IKfSf’ ii!■:! SeÄe's Men, Dienstag Mienen MorKenzettunA X /% 15. Juli 1921 y Nr. 1845 dessen Len Prozeß. Der Richter führte in der Urteilsbegründung aus, daß Macnsker an Halluzinationen leide und ordnete seine Internierung in eine Irrenanstalt an. Das Ge-, recht erklärte indessen, daß Ma.cnster tagsüber freie Verfügung - über seine Zeit erhalte'und von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr« abends seine Geschäfte Erledigen dürfe, unter der Bedingung, daß er sich ehren wörtlich verpflichte, ahends in die Anenanstalt zurückzukehren. «rode» Betrug an der tschecho-slowakischen Sesandtschaft. Verhaftung eines Kahlengrotzhändlers. Ter' Kohlengroßhändler und Fuhvtoerksunterneh'.ner ldtto Reitmahr hatte fest dem Jahre 1921 die. Abfuhr v«« Kohle für verschiedene Firmen und ausländische amtliche Stellen von den Bahnhöfen inue, so auch die Abfuhr der Heizmaterialien, die für die hiesige Ischecho-slowaMchr Gesandtschaft aus dem Oftraueer Revier auf hem Franz JasefS-Bahnhaf einjangten. Durch Beobachtungen und umfangreiche Erhebungen, gelang es dem Gend.irmer'.eausforschungKpoften auf dem Franz Josefs-Bahnhof fkftznstellen, daß Reitmayr nicht das volle .für' die rschecho-slowakische Gesandtijchaft bestimmt Quantum von Kohle und Kols zuftchrte, sondern zwei bis drei Fuhren pro Waggon auf seinen Lagerplatz bringen ließ, von wo er sie dann um den jeweiligen Tagespreis verkaufte. Er verschleierte-)nese Manipulationen durch Wägezettel. Dabei ging §r soweit, daß er einmal eine ganze Waggonladung hinterzog und 'für sich verwendete. Insgesamt hat Reitmayr der tscheche-slowakischen Gesandtschaft 100.000 . Kilogramm Koks unterschlagen. Der Schaden beträgt -ungefähr 196 Wlkronrn Kronen. Reitmayr wurde verhaftet.' B« Borsttzende dn Breslau« Studentenjchaft verhaftet. Große Unterschlagungen. Aus Berlin mÄdet unser Korrespondent: Gestern SbKtds wurde überraschend der Vorsitzende der Studentenschaft der Breslauer Univevsität, Hans Codleska aus G lei Witz, verhaftet. Der Festgenmmnem hat einen Betrag von 12.006 bis 15.060 Mark, dev ihm andertrauten Bevwaltungsgebachren, unterschlagen und für sich b-eiLvaucht. Neuerliche blutige WammeuMe in Laibach. Belgrtch, 11. Juli. Wie „Breme" aus Laiiba ch melden, sei, es dort neuerlich. zu blutigen. Zusammenstößen -wischen Orjunisten und Arbeitern gekommen, wybei einArbeiter tödlich verletzt wurde. Med« ei« Lustmord ln Graz. '''Aus Graz wird uns unterm 14. d. berichtet: Gestern NrchMttägs-'wurde in ennem Felde in der Nähe des jüdi« s He n' Fr-iad h o-fes die Leiche einer unbekannten junger rn-F r a u. Kusgefunhen, die einen H e r z st i ch, S t i ch w u nd e.flan, der -Bauchhöhle und an den Händen aufwies. Der'Kopf war schon ziemlich verwest. Bei der Leiche lag eine' Zeitung vom 6. d., so daß der Mord schon vor einiger Zeit verübt worden sein dürfte. Man glaubt, daß es sich um einen neuerlichen Lustmord handelt und daß der Mörder fein Opfer während des Sexualaktes erstochen hat. Man bringt auch den verhafteten Lustmörder Jelle n, der erst kürzlich sine Prostituierte während des Sexualaktes ermordet hat, -mit der Tat in Verbindung. Re tttifSBe aus Ben Rsenbahuen und der Tramway. Die Geiahren der Unvorsichtigkeit. Dte -mit-'/der Birkchrsübevwachung und der statistischen Erfassung der Eisenbahnunsälle betraute Berkehrssektion des Bundesminiftermms für Handel und Verkehr stellt eine beträchtliche Anzahl jener Unfälle im Eisenbahn- und StraßenbohsMe^k^hr fest, die^lediglich ans eigene Unvorsichtigkeit der Betroffenen zurückzuführen sind. Die nachstehend genannten Ziffern, biie naturgemäß Selbstmorde und Selbstmordversuche -Nicht betreffen und sich nur ans.Fälle mit tödlichem Ausgange ''und auf' Verletzungen mit mehr als fünftägiger Heiküngsdauer beziehen, werden wirksamer als Kundmachungen-.stich Verbote es vermögen, die Gefahren solcher Unachtsamkeit .darlegen./Von im Eisenbahnverkehr (ausgenommen 'Straßenbahnen) in den Monaten April, Mai und Juni 192 4 Äürch eigene - Unvorsichtigkeit verunglückten 68, nicht dem Stande der Bahuibedienstete-n angchörigen Personen, wurde.mehr als ein Drittel (2 5) getötet, die übrigen trugen meist s.chwere Verletzungen davon. In den letzten-Wochen nehmen die Unfälle eher zu als ab. Kon diesen 68 Verunglückten sind 16 (davon 9 Todesfälle). durch unachtsames Ueberfchreiten der Geleise, der Wegübersetzungen- M> Durchkriechen durch geschlossene Schranken, 8 (tstivon 8 'Todesfälle) durch U eberschreiten der Geleise an hierzu nicht bestimmten Stellen, 28 (davon 6 Todesfälle) urch Auf- und Abspringen, 8 (davon 2 Todesfälle) durch Verlassen Mitteilungen aus dem Publikum. F Parfümerie „tQRR/IIH 4 Savonnwle . Führende Marken: 1 Lau de Cologne Russe Lau de Cologne Chypre Greife Lorignon Creme Lorgnon Chypre Lorrain - ToiTetteseife, Badeseife, SpelkseiÜe Alleinerzeuger der 'C, AD/|17(/I(( Rasierjcifen in Stangen bestbekannten .jOnPfirAin und Würfeln Wien, XX. Tfi6 o r s t rause Nr. 98 ---------------- Telephpn Nr. 42-1-65 ----------------- _,! Strandbadehäusei* iot städt. Strandbad Klo&tcrneiJburv mit einem und raehrersi» Räumen« Sommer ..' 2öjäl - - * ' “ * über bewohnbar, verkauft mit 2ujähri?«(ii Pachtvertrag; auf den Grund, Wir liefern Auch Holihäuter nach auswärts Klosterneuburger Wagenfabrik A. G«, Wien, 12. Bezirk, Grieshofgasse 16, Telephon 824-39 isi des Zuges auf der' verkehrten Seite, 8 (davon 2 Todesfälle) durch Benützung des Bahnkörpers als Fußweg, und schließlich 8 (davon ein Todesfall) durch verschiedene andere Anvorsichtigkeiten hervortzLrufen worden. - ' . - Aus den Wiener Straßenbahnen verunglückten durch eigenes Verschulden in den genannten drei Monaten 64 Personen (davon 2 tödlich); davon entfallen auf April 10, Mai 24 und Juni 10 , Fälle, Die Ursache dieser Verunglückungen war An 8 Fällen unvorsichtiges Ueberqueren / ber Schienen, in 28 Fallen Au ff Prinzen, in 22 Fällen Abspringen während der Fahrt. Me diese Unfälle wären zu vermeiden gewesen. ■ * Keine zaaahme der Teuer»«». Der Index — null. Die paritätische Kommission trat gestern vormittags zusammen, um den Index für die Zeit vom 18. Juni bis zum 14. Juli zn errechnen. Der Index wurde für diese Zeit mit minus 0,42' festgestellt, welche Ziffer dann ans null abgerundet wurde. Auf die Gestaltung der Indexziffer war die Verbilligung der Karteffelpreise maßgebend. Die anderen Lebewsmittelpreise weisen nur ganz geringfügige Aenderungen auf. Die.Indexziffer für die Ernährung-gruppe ist minus 0,67. Eine kleine Verteuerung ist in der Beheizung s g r u p p e zu verzeichnen, hier wurde die Indexziffer mit plus 0,il festgesetzt. Der Aufwand Pro Woche und Köpf beträgt für den. abgelaufenen Monat 163.931 K., während im Vormonat diese Ziffer sich auf 164.111 K. stellte gegen 161.509 Kronen im Mai, 158.404 K. im April, 158.702 K. im März und 157.971 K. im Februar. Im Laufe des Jahres 1924 weist der Index folgende Variationen auf: Jänner ' -f 40/0 Februar + 2o/° März - - - 0 : April 0; : Mai +.>/«.. . Juni + 2°/o . Juli , . ■ 0 Gegenüber anfangs Jänner beträgt demnach die Zunahme der Teuerung 10°/«. M Panamisten von Wöllerrdors. Wertvolles Messing als Altmaterial verkauft. In der Wollersdorf er Affäre wird jetzt ein Brief des Ingenieurs A l d e r, der an den Werken selbst mit 21 Prozent beteiligt, also, ein Nutznießer der Geschäfte ist, bekannt. Ans dem Briefe geht hervor, daß in aller Eile M Beglinn dieses Jirhres gegen .5 00 Tonnen Messingvorräte als Altmaterial verkauft wurden und daß das Sklarz-Syndikat, das behauptet, her Wöllersdorsier Gelellfchaft 210.000 Pfund vorgestreckt zu haben, hierbei um 30.000 Pfund zn viel angibt und auch sonst falsche Amgaben bezüglich dieser Pifundschuld gemacht Hot. Die Listen über die Mesiingvorräte sollen nur 200 Tonnen enthalten, während der Generaldirektor Ne uhöfer von 500 Tonnen spricht. Die Wir tschaiftsp olize i hat daher zu-untersnchen, wieso es kommt, daß 500 Tonnen Mssingvorräte als Altmaterial, verkauft werden, d. h. also zu billigen Preisen,. welche Bewandtnis es mit den 3ÖÖ Tonnen hat, die in den Listen nicht Vorkommen, und vor allem, was der Verkauf von Waren für 8,8 Mllöarden an einen Generaldirektor M. ju bedeuten hat. Nach und nach stellt es sich heraus, daß wir einer Verschleuderung von Waren gegenüberstehen, wie sie nur be>i der S a chd emobilisierun g möglich war. Wenn ^dre Schuldigen gezwungen werden können, die Wahrheit ansznsagen, wird sich hier das Bllld eines Panama entrollen, wie wir es in Oesterreich noch nicht erlebt haben. Wir begreifen jetzt, daß HandelsminPer S ch ü rff über die Angelegenheit gesagt hat, er halte es nicht mehr aus. Auch die Behörden werden es nicht mehr lange aushalten dürfen. Die Panami-stvn, die ins Graue Haus gehören, dürfen nicht länger geschont werden, selbst wenn sie, wie wir wissen, manches auszusügen haben, was der Regierung nicht angenehm ist. Es wird sich auf die Dauer nichts verheimlichen lassen. „Uton* int Freien. Wie wir bereits berichteten, beginnen am 24. t>. bk Freilichtaufführungen der Oper „Aida" auf dem zu diesem Zwecke in eine Arna unigewandelten Sportplatz a-ttf der Höhen Warte. Gestern fand im Beisein von Vertretern der Presse eine Besichtigung dts Freilichttheaters statt, das allerdings erst zur Hälfte fert'ggestellt ist. Die Dimensionen des Theaters machen einen großartigen Eindruck. Die riesige Slreno mit 17.000 Sitzen und 8000 Stehplätzen wirkt imponieren). Die Bühnenscheinwerfer werden 'eine Stärke von zwei Millionen Kerzen .aufweisen, die Zahl der an der Ausführung Mitwirkendeu wird rund 3000 Personen umfassen- 400.000 Programmzettel werden in. künstlerischer Ausführung gedruckt; für die Dekorationen sind drei Kilometer Leinwayd.erforderlich, die.kolossale Bühne wird nach modernsten techitisch-rn Grundsätzen abfallend gebaut und wich so groß seirt wie das Parkett desf Konzerlhauses. 250 Arbeiker' verwendeten vier Wochen lciftg 60 Waggons Holz zu ihrem Bau, .die-Prejfe äer Plätze passen sich dem gigantischen Rahmen cm und betragen 50.000 bis 230.000 Kronen. Allerdings sind dir Kosten der Aufführung sehr groß; man spricht von d r e i. M i l l i fl t b e n. Dieser Betrag er* scheint kaum zu hoch gegriffen, wenn man außer den hoher Regiekosten —- rs mußten beispielsweise 50 Waggons DekorationSmateri-äl und eine ungeheure Zahl von Kostümen aus Italien mitgeführt werden — die Zahl und Qualität der Mrtwirkenderr m Betrach« . zieht. Zwei Obelisken von 22 Meter-Höhe and zwölf'hohe Säulen, die die. Seitenwand absch'ließen, sowie große Gerüste für Tempel und Verließbau stehen fertig. Spielleiter ist Cavaliere C e c ch e t t i, Jv der Rolle des RhadamL? wird Commeudatore Zenatelle aus Verona und in der weiblichen Hauptrolle seine Frau, eine Spanierin, aujtr'ten. Pietro Maseagni wird da; 200 Man« .starke Orchester dirigieren, das. aus Mit. gliedern der Wiener Staats- und Volksoper sowie des Philharmonischen Orchesters und anderen ersten Künfilevn bcheht. Dte Mastik der Arena ist ausgezeichnet. Die mächtig, Stimme des Tenors Zenatello war. bei einer Probe bis in die letzten Reihen vernehmbar. Interessant ist der Vorgang bei dem Mtwechsel. Aehnlich wie bei den Vorführungen der Zauberkünfklec wird der Zuschauerraum durch mächtige Scheinwerfer, die rotes Lichi m die Arena werfen, abge. blendet, da die Bühne keinen Vorhang hat. . Die Bühnen« arbeiter habea genügend Licht, um die Umstellungsacheite« vorzunehmen, während , für den Zuschauer die Bühne, völlig verfinstert wird. Der Orchefterr-aum befindet sich iw einer Vertiefung vor der Bühne und ist aüf einem Resonanzboden, der. die Akustik wesentlich verstärken soll/ aufgebaut. Rings um die Arena ist eine hohe Wand errichtet, die dem* selben Zwecke.dient. .. .... .... ... Sechzchn Pferde werden Mitwirken, ursprünglich war 6c«“ abfichtigt, auch Mefanten zu verwenden. Die Veranstalter, als deren Kon-esfionär Benno Li., fungiert, erhoffen mit Rücksichr darauf, daß nur zehn Vov stellungen stattfind-'n werden, einen guten. Besuch. Dü Gemeinde Wen, di-» sich lebhaft für die Sache interessiert, hat die Aukbesserung der Zufahrtsstraßen zum Freilichttheater angeordnet. Die Unternehmer beabsichtigen, die Rentabilität des diesjährigen Versuchesvorausgesetzt, uöchsteZ Jahr in W^eu, Budapest, Prag und Berlin neuerlich Freilichtaufführungen zu veranstalten und unter anderem „<§Hocond ti" und „Carmeu"zur Aufführung zu bringen. Die „Aida"-Aufführung ist die erste des Ensembles im Auslands. Bisher fanden solche nur in Neapel, Venedig, Mailand und Udime statt. Den Bau der Arena besorgten die Höfler-Werke in Mödling. Die zur Dekoration bcnötiatcn 30 Palmen stellt die Bundesgartendirektion bei. Srlbftmord der Bankiers Naffau. Gestern mittags wurde -der Wiener Polizeidivektioh seitens des Gendarmeriepostens m Purkersdorf telephonisch mitgeteilt, daß. der Bantcngeschäftsinhaber Eduard N as.sa n, der seit vier Tagen 'im Nervensanawriurw -in Puvkersdorj als Pflegling weilte, Sonntag vormittags ln. 'einem Nebenraumr des Sanatorium erhängt aufgefunden. wurde. Eduard Nassau war 53 Jahve alt und hatte ein ziemlich gut gehendes Bankgeschäft m der Eßlinggassc. . Er be, wohnte im 18. Bezirk, Gyrnnesiumstraße 43, seine eigene ein-' stockige Villa. Seit einigen Wccheu ist ber früher Menlnstige- Mault, der in. weiten Kreisen, als äußerst vermögend galt, schwer melancholisch geworden. Man schrieb'diese GemiUs-, Veränderung seinen B ö r s e n v e r l u st e n zu. Mittwoch fuhr Nassau nach P n r k e r ö d o r f, um im dortigen Sanatorium einige Wochen zur Wiederherstellung seiner Gesundheit zu verbringen. Seme junge Frau und sein anderthalbjähriges Söhnchen übersiedelten für die Zeit zu Vevloandten nach Perchtoldsdorf. Tre Nachricht von dem Tod des Bankiers Eduard Nassau, die tm der Borst um die Mittagsstunde Verbreit'ing fand, machte auf die Börsen'besucher starken Eindruck. Nassau, Spende» nimmt entgegen : Aurea« des Keren Kajemeth l'gsraeb 2. Bezirk. WnsFßU 33 * relephoa Rümmer 45*686 P-MMaHrÄr-r.!, M.t?ß

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