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Wiener Morgenzeitung · 1924-07-12 · Heft 1942 (12.7.1924) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1942 (12.7.1924)
Date
1924-07-12
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 Wien, Samstag Wiener Maraenrertuira._' 12. IM 19©4 Nr. 194SI Ware verweigerte, muhten dieselben mit dem Minuszeichen ausgezogen werden. Bei der ohnehin geringen Aufnahmsfähigieit deS Marktes trug das Angebot obiger Ware viel zur Verschlechterung der Stimmung bei. Der Berkehr war sonst ungleichmäßig, nur in einigen wenigen Fällen ergaben sich.Kursbesserungen. So gewannen die Mien der Pester ungarischen Kommerzialbank 56.060 K., Brunner Brau 8000 K.; hingegen verloren Perlmooser Zement 75.000 K., Wienerberger Ziegel 25.000 K., Grazer Brau'50.000 K., Dynamit Nobel 40.000 K., Berg und Hütten 35.000 K. Von den Petroleumwerten ermäßigten sich Galicia um 70.000 K., Naphtha um 10.000 K. und Schodnic-a um 27.000 K. Aus dem Aula gemarkt erfuhren österreichische Renten nur geringe Verschiebungen und von den ungarischen Kategorien wurde die Kronenrente höher gehalten. Die österreichische Völkerbundanleihe wurde billiger abgegeben. Bon den Exoten notierten: Knobloch 4500 bis 6000 Kronen, Mraznica 37.000 bis 44.000 K., Schubert u. Co. 3500 bis 4000 K., Tepege 40.000 bis 45.000 K., Universale 17.000 bis 18.000 K. Sie Warenmärkte. (Eigenbericht der ^Wiener Movgenzeitung".) Baumwollgarne. Die Tendenz blieb behauptet, nur die drei letzten Nummern sind um ie 1 Punkt höher. Es notierten: Nr. 5,10 Bengalkops pro August-September —.75 Dollar, dir. 16II a Surat —.85 Dollar, Nr. 20 —.89 Dollar, Nr. 16/24 Halb-Amerika —.92 Dollar, Nr. 16/30 Rem-Amerika 1.00 Dollar, Nr. 36/42 Mittelamerika 1.15 Dollar. Nr. 42 1.17 Dollar pro Kilogramm Fabrik exklusive Vackung. Banmwollzwirne. Die Preise hielten sich auf dem letzten Stande. Es notieren: Nr. 10/12 Bengal zwei- und dreifach pro August-September —.91 Dollar, Nr. 16/2 Ha Surat —.91 Dollar, Nr. 20/2 1.— Dollar, Nr. 20/2 Amerika 1.09 Dollar, Nr. 30/2 1.21 Dollar, Nr. 40/2 Ia 1.38 Dollar pro Kilogramm ab Fabrik exklusive Packung (trocken, mittel, naßscharf 1 Kabel-Cent Aufschlag pro Kilogramm). Rohe Bamnwollgewebe blieben unverändert. Es notieren: 78 Zentimeter 14/14 20/20 pro August-September —.77 Schweizer Franken, 78 Zentimeter 15/14 —.80 Schweizer Franken, 87 Zentimeter 21/21 30/30 —.92 Schweizer Franken, 80 Zentimeter 19/17 36/42 —.56 Schweizer Franken, 87 Zentimeter 19/21 36/42 —.69 Schweizer Franken pro Meter ab Fabrik exklusive Packung, die letzten drei Posten französischer Zoll. Wiener Warenbörse. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) Das Ausgebot in Chemikalien an der gestrigen Warenbörse war umfangreicher und obwohl sich gar . keine Kauflust einstellte, blieben die Preise auf unverändertem Stande. Offeriert wurden Bleiglätte zu 12.000 K.,' Bleiweiß zu 13.000 K., Borax kristallisiert zu 8800 K. transit Wien, - Chlorbarium kristallisiert 96/98 zu 4800 K., Glyzerin- 28 Beaums chemisch rein zu 28 300 K., technisch zu 18.600 K., Karbolsäure 89/41 weiß kristallisiert pro 1000 Kilogramm zu 62 engl.: Pfund transit Wien, Minium Bleiberger zu 12.200 K., Salmiaksalz zu 8400 K., Carnaubawachs zu 37.500 K. . . ßele, unb Fette blieben behauptet, holländisches Leinöl Ia befestigte sich um 200 K. auf 15.600 K., nordamerikanischeS Schweinefett pure lard Tierces pro 100 Kilogramm um 50 Punkte auf 31.75 Dollar transit Wien und in Kisten um 700 K. auf 24.200 K. gegen im Wochenlaufe. Kolonialwaren. Einige Abschlüsse erfolgten in Kaffee, Tee, Kakao unb Zucker zu unveränderten Preisen. Burma Reis ist vernachlässigt, dagegen ist mehr Frage für italienischen Splendor ff vorhanden zu 7450 K. und für 6a zu 7300 K.. Ia Barimandeln schwächten sich um 500 K. auf 43.500 K. und Caraburnn Sultaninen mtttel in Kisten auf 25.000 K. ab. c Zum öffentlichen Verkaufe gelangten laut Art. 311 des H.-G -B. Kellereiartikel und alte Fässer zu 10,000.000 K, 20 Stück Leinwand zu 5,600.000 K., 2 Faß Wein (1037 Liter) zu 5,000.000 K. ■ . Zum öffentlichen Verkaufe gelangen am 16. d., 11 Uhr, Daimler-Lastwagen, 264 Paar Tamenschuhe, nm 3 Uhr 3 Personenautos, mn 16. d.. 12 Uhr, Holz Nuß (1 Waggon) und Brillantschmnck, am 18. b. 11.200 Dosen Gansleberpastete (Wildpain). Zum öffentlichen Verkaufe gelangen laut Art. 311 des H.-G.-B. am 16. d., 7,5 Uhr, 14.387 Aktien der Semnieringer Hotel- und Kuranstalt Akt.-Ges. (Vadium 200,000.000 K?. Daumwollmarft. rtow-Vvrk', 10. Juli. Bamnwollznsuhren in den atlant. ond Golfhäfen 6000, im Innen: 2100 Ausfuhr nach Großbritannien —, nach dem Kontinent 14.000. Lokalmarkt middling: 30.25 (letzt. Kurs 30.55). Tendenz; Stetig. — Termine: Juli 29.30. August 25.95, Septemler 24.90, Oktober 24.43, November —, DeMibß» —, Jänner 23.75, Februar —, Marz 23.77, April 23.61, Mai 23.85, Jnni Berliner Börse. Berlin, 11. Juli. Besorgnisse vor Gefährdung eines be- /riadiaenden Eraobnifses der Londoner Konferenz und Zweifel, ob d:e von Stresemann in seiner Elberfelder Rebe dargeleate Auffassung von der Kompetenz der Reparationskommission, bei der Gegenseite durch.drinpen wird, wirkten auf den heutigen Dör.senverkchr verstimmend. Wenn gleichwohl ein allgemeiner Kursrückgang nicht Platz griff und weniger erhebliche Kursen du ßen zu verzeichnen waren, s-o erklärt -man das aus der angeblichen Wiederaufnahme der Jntevventionstätigkeit der Banken, Da auch allem^AÄschetn'e nach von einer solchen nur in beschränkten Umfange die stteihtz fein kann, so war der psychologische Eindruck doch stark genug, um die Widerstandsfähigkeit des Marktes einigermaßen z» sichern. Das Geschäft hielt sich in sehr engen Grenzen nnd schrumpfte am Verlaufe immer mehr ein. Interesse bestand für Phönix aus dem bereits gestern erwälinten Grunde. Auch der oberWesische Eifenbabnbedarf und ober schlesische Eisenindustrie wären, begehrt. Ditz' Auswirkungen im Kursstand waren wenig eichebüch. Schisfahrts- und Bankaktien blieben fast, unveräaosrt. Deutsche Anleihen bewegten sich auf etwas niedrigerem Kursstand als gestern. (Alles ln Billionen von Mark.) Sch luflkurs tt Türkische Lose 21.—, Oesterr. Staatebahn 27.50, Nordd. Llppd 3.875, Der. Elbeschiffahrt 1875, Berliner HandelSgesellschast 20.8, Kommerz. Privatbank 3.5, Tarmstädter Bank 6.5, Deutsche Bapk. 7.8, DiSttnto- Kommandit 8.1, TreSdnek Dank 4.885, Nationalbank für Deutschland —.—, Oesterr. Kredit 0.325, Oesterr. Länderbank —.—, NeichSbcmk 83.875, Wiener Bankverein 0.26, Wr. Union-- bank 0.25 Allg. ElektriMts-GeseMchatt 6.-, Bocknnner Gußstahl 39.—. Daimler Motoren 1.12, Deutsch-Luxemburger 40.5, . Deutsche Maschinen . 3.62, Dynamit Nobel 4,75 - Felten n. Guilleaume 16.26, Gelsenkirchener Berg. 41.76. Th. Goldschmibt 8.1, Harpener Bergbau 46.6, Hirsch Kupfer 15.4, ' Höchster Farben 8.5. Hohenlohe-Werke 13.1,? Laurabütte 9.75, ManneSmanvröhren 21.75, Phönix Bergbau 22.25, Schuckert ü. Co. 27.5, Siemens u. Halste 35,37, Telephon Berliner 3.4, Goldanleihe 42. Dollarschatzanweisuugen 80.10. Prager Börse. Prag, 11. Juli. Die Börse evöffnete in schwacher Haltung, da sich die erwarteten Deckungskäufe mit Rücksicht auf den unregelmäßigen Verlauf der Wiener Börse nicht eingestellt Haben und der immer größer werdende Geldmangel die Spekulation zu weitestgehender Zurückhaltung veranlaßte. Die Geldinstitute haben nur in wenigen Fällen interveniert. Daher kam es zu neuerlichen Kursrückgängen, die besonders bei Zucker-Mtien einen größeren Umfang erreichten. Die meisten Industrie- Papiere gaben ebenfalls durchwegs nach. Im -allgemeinen schlossen alle Werte zu den tiefsten Tageskursen. Auf dem Anlagemarkte haben sich Staatspapiere trotz zahlreicher Realisationen gut behauptet und die Einbußen gingen nicht über 26 Heller hinaus. Von Exoten schwächten sich 'Balkanpapiere ab. Der Schluß war schwach. Cckluükurte: Türk. Eisenbahn-Anleihe 400 Franken —, Böbm. Unionbank 398.—, Böhm. Eskomptebank 396.—. Böbm. Zudnstrialbank 418.—, Zivnostenska Banka 400.50, Anglobauk 93.50, Oesterr. Kredit 70.—, Wiener Unionbank 68.—, Wiener Bankverein 64.— Buschliebroder Eisenbahn Lit. A —.— . SU. B —, Ferdinands-Norbbabn 5890.—, Brag-Duxer 162.—, Aussig-Tevlltzer Eisenbahn —, Nestomitzer Zuckerindnstrie 1390.—. Bereinigte Elekttizität Wien 106.—, Brosche 1100.—, Koliner Sviritns 1006.—, Königsbofer Zement 945.— . Breitfeld-Danek 478.60, Ringhoffer 680.—, Simmeringer 94.60, Notbkosteletzer Textil 304.—, Alpine Montan 182.-, Poldihütte 303.-, Prager Eisen 888.-, Oesterr. Berg u. Hütten 2260.—. Skoda 604.—. Jnwald 256.—. Bndaveöer Börse.! Budapest. 11. Juli. Die Börse stand unter dem Eindruck der heutigen Prolongation und eröffnete in gedrückter nnd lustloser Haltung. Wiener flaue Berichte trugen gleichfalls zur allgemeinen Zurückhaltung bei, und durch das völlige Fernbleiben der Spekulation bröckelten die Kurse auf sämtlichen Marktgebieten ab. Im weiteren Verlaufe trat hochgradige Geschäftsstille ein und die Effekten Ichlossen zirka' 5 Prozent unter dem lehren Niveau. Der Schluß war gedrückt und gefchäftslos. Wochengeld konnte zu einem Satz von 0,35 Prozent nicht placiert werden. (Alles in Tausenden von Kronen.) S ck l u ß k u r s e: Britisch-Ung. Bank 53.—, Ung. Kredit 590,’ Oesterr. Kredit 180, Saldo Kohlen 600, Ninfamnranyer 143, Südbahn 64.—. Staatsbahn 555.—. Anglobauk 93.50 Grau- Szaszvarer 580, Lbemng. Berg-Hütten 480.—, Droscke- Ziegel 225, Ung. allg. Kohlen 5340, Nrikan'i Koblen 1075, Köbnrg 43, Spod.mm 162, Clotilde chem. Fabrik 61.—. Ung. Eisenbabnverkebr 205, Verein. Holz 24, Adria 1175.—. Sie Devisenkurse. Zürich» 11. 5wlt. (Devisenkurse von 12,—Uhr. Von der Schweizerischen Kreditanstalt mitgeteilte Mittelkurse.') .Berlin pro Milliarde —' (—.—), Holland 209.40 (210.—'), Neiv-Rork 553.— (554.50), London 24.07 (24.05), Paris 28.25 (28/25), Mailand 23.55 (23.67), Brüssel 25.10 (25.-), Kovenbagen 58.50 (89.-), Stockholm 147.50 (148.25), §,Kristiania 73.12 l73.25), Madrid 73.25 (73.90), Buenos Aires 180 60 (181.—), Prag 16.30 (16.35), Budapest 0.0068 (0.0068), Bukarest 2.30 (2.27), Belgrad 6.50 (6.50), Sofia 4.04 (4.05), Warschau ~.t- Wien 0.007850 (0.007850). Berlin. 11. Juli. (Devisenkurse.) (In Goldmark für 100 Einbeiten mit Ausnahme von Buenos, Netv-Äork, London,Japan und Nio für 1 Einheit, Asten und Budapest für 100.000 Einheiten.) Amsterdam 158.20 (158.20/, Belgien 18.95 (16.60,, Chrisiiania 55.86 (65.56-, Kopenhagen 67.03 (66.83), Stockholm 111.42 (111.22), Italien 17.91 (17.91/, London 18.235 (18.195), S.'ew-?)ork 4.19 (4.19), Parts 21.45 (21.42), Schweiz 75.61 (75.635), Spanien 55.31 (55.31), Wien 5.S2 (5.91), Prag 12.34 (12.51), Budapest 5.04 (6.0!'/,). Sofia 3.04 3.02). Belgrad 4.93 (4.925). Berlin. 11. Juli. (Rotenkurse.) (In Goldmark für 100 Einheiten mit Ausnahme von Dollar und Pfund für 1 Einheit, österreichische für 100.000 Einheiten und polnische für 100 Zloty.) - Noten: Dollar 4.19 (4.19), Pfund 18.20 (18.15), Italienische 17.91 (17.86), Oesterreichische 6.98 (5.99), Polnische 78.- (77.90/, Tscheche-slowakische 12.34 (12.31). Prag, 11. Juli, (Devisenkurse. — Mitgeteilt vom Bankamte des tsd'echo-slowakischen Finanzministeriums.) — Berlin*) 8.04'/. (8.07»/.), Zürich 613.50 (613.50), Paris 174.25 (175.-), London 147.80 (147.30), New-Aork 34.- (34.-), Belgrad 40.12 (40.25), Bukarest 13.97'/, (13.75), Wien 4.72'/, (4.73Vr), Warschauch) 658.- (657.-), Agram —.— (—.—), Budapest 3.93 (3.91), Jugoslawische 40.25 (40.37'/2), Oesterreichische gestempelte Krone 4.74'/, (4.75), Polnischech) 650— (649.—), Ungarische 3.97'/, 13.92'/,). *) per Billion, f) für 100 polnische Gulden. Budapest, 11. Juli. (Kurse der Devisenzentrale.) — Amsterdam 31.190 bis 31.690, Bukarest340.— bis 360.—, Katzen- Hagen 13.170 bis 13.380. Christiania 11.010 bis 11.190. London 358.300. bis 384.000, Berlin bis —Italien 3500- bis 3570.-, Paris 4200.- bis 4300-, Prag 2420.- bis 2470.-, Stockholm 21.960 bis 22.310, Zürich 14.890 bis 15.120, Wien 1.1686 bis 1,1976, Sofia 600.- bis 615.-, Agram 960.- bis 980.-, New-Äork 82.350 bis 83.640, Warschau bis -.-, Brüssel 8730.- bis 3800.-. Belgrad» 11. Juli. (Devisenkurse.) London 371.87 bis , Paris 441.50 bis —, New-Aork 85.62 bis Genf 1640.- bis -.—, Saloniki bis Mailand 365.10 bis —Prag 253.25 bis Berlin bis Wien 0.1150, bis Bukarest 36.05 bis Sofia —bis Budapest 0.102 bis Brüssel —bis —.—, Amsterdam —bis —, Warschau — bis —. Agram, 11. Juli. (Devisen.) Wien 0.124 bis — Berlin —bis —, Budapest 0.106, Bukarest 35.25 bis Italien 365.- bis London 373.- bis New-Pork 85.70 bis —, Paris 435.— btS —.—, Prag 253.25 bis Sofia bis Schweiz 1545.- bis , Brüssel — <— bis —, Warschau —vis — Amsterdam 3250.— bis —. Stockholm —dis — Warschau» 11. Juli. .(Devisen.) Berlin —bis —London 22.45 bis 22.67, New-Aork 5.16 bis 5.21. Prag 15.18 bis 15.32, Wien 7.29 bis 7.35. Nachdruck vorbehatten. ' 12. Fortsetzana. "tim mm EtN. FUSSBALÜ-ROMAN VON SI DN EY^» Dis Wanderer waren als eine zähe nrrd gefürchtete Elf bekannt, obgleich sie nur zur zweiten LrgMasse gehörter^ und da heute ein bekannter Amateurfpieler für die. heimischen Farben antreten sollte, waren die Fußballenthusiasten Hollywoods vollzählig zur Stelle. Als die beiden Mannsch-aften das Spielfeld betraten, füllten an 7000 Zuschauer die Tribünen; für Hollywood schon eine Rekovdziffer., Schon nach wenigen Minuten war es klar, daß es einen harten Kampf geben würde. Die> Wanderer, die viele Jahre hindurch Fußballgeschichte gemacht hatten,, waren in der letzten Saison in die zweite Klasse abgestiegen und sie kämpften mit übermenschlicher Anstrengung, um ihre alte Stellung wieder zu erobern. Augenblicklich figurierten sie als Dritte in der Tabelle, mit einem Vorsprung von zwei Punkten vor ihren heutigen Gegnern. Dieser Vorsprung, hatte die heimische Mannschaft sich geschworen, mußte beim Schlußpfiff eingeholt sein. Obgleich Marx erst einige Tage, mit seinen neuen Kameraden zusammen lvar, hatte er doch schon den Kampfgeist der Hollywood-Spieler in sich ausgenommen. „Bis zum letzten Atemzug", hieß das Motto des Klubs,.was das Schicksal auch immer bringen mochte. Wenn der Klub znm Sterben verurteilt war, dann lag der Grund sicher nicht bei den jungen, roten Kämpen, sondern bei der Stadt, deren Namen der Klub trug. Hollywood betrat das Feld immer mit diesem Bewußtsein in der Brust. So war es auch heute gegen die Wanderer, und niemand war entschlossener als Richard Marr. Jetzt dachft Marr auch nicht mehr an sich selbst, sondern nur an den Klub, dem er diente — so früh hatte der traditionelle Geist des Teams von ihm Besitz ergriffen. Da Leide Seiten mit grimmiger Entschlossenheit aus Sieg spielten, wurde nicht viel Rücksicht erwartet. Es nrußte dem früheren Amateur zustatten kommen, daß er achtzig Kilo fester Knochen und Muskel besaß, die er in die Wagschale werfen konnte. Rach wenigen Minuten wußte er, daß er jedes Gramm'Gewicht, das er hatte, gut gebrauchen würde. Bartleh, der Mttelstürmer der Wanderer, hatte mit Hohn und Verachtung von den glänzenden Taten'gelesen, die Hollywood von dem bekannten Amateur erwartete, und er war entschlossen, die Propheten ins Anrecht zu fetzen! Ein rücksichtsloser, rochrr Tackler, ein Mann, stärker als irgend einer seiner Elf, konnte er bei rücksichtsloser Anwendung seiner Kraft jeden Gegner vom Ball drängen. Es gelang ihm das erste Mal, denn Marr hatte sich in jenen ersten Minuten des Spieles noch nicht seiner Umgebung 'anpassen können. Das Resultat war, daß er beim ersten Durchbruch plötzlich durch einen furchtbaren Rempler zur Seite geschleudert und halb besinnungslos zu Boden gelegt wurde. Das Gesicht des Stürmers war leichenblaß, als er rasch wieder aaffprang, aber es war-nicht Furcht, die diese Blasse verursachte, sondern Schmerz. Aber obgleich fein Körper schwer havariert war, fein Kampfgeist brannte feuriger denn zuvor. Der Schiedsrichter sah ihn ftagend an und hielt die Pfeife halb an die Lippen, aber der junge Mittelstürmer schüttelte den Kopf und schoß davon, um an einem Angriff teilzunehmen,.der, von Hollywoods rechtem Halfback ausgehend, durch den Rechtsaußen erfolgreich nach vorne getragen wurde. Einige Sekunden spät'.r bekamen die erregten Zuschauer die erste Kostprobe von der Qualität des jungen Fußballrekruten. Obgleich Marr mit unheimlicher Schnelligkeit vorwärts wste, gelang xs ihm, durch einen, kühnen Luftsprung, den Zenterball, welcher von der rechten Flanke hergeflogen kam, mit dem Kopf zu erreichen und im Stuvz noch mit Wucht und Präzision gegen das Tor zu köpseln. Brausender Beifall Peitschte durch die Luft. Als Marr wieder aus den Beinen stand, gellte es tausendfach über das Feld:. „Korner!" Nur mit knapper Not hatte der Tormann der Wanderer das Geschoß zur Ecke drehen können. Der Korner wurde knapp verschossen, aber der Appetic der Menge war nun gereizt. Obwohl die Hollhwood-„Galerie" verhältnismäßig klein ivar, konnte sie doch durch die Wärme ihres Beifalles manche große Zuschauermenge überflügeln. Und heut-- war die Hollywood-Galerie in guter Stimmung: der neue Mittelstürmer macht sich nicht schlecht, obgleich er bloß ein Amateur war. Beinahe hätt er mit diesem famosen Köpfler ein Goal geschossen. Man konnte also zufrieden sein. Der tosende Beifall stieg Marr wie junger Wein zu Kopf. Er stimulierte jedoch nur und berauschte nicht. Der junge Zenterstürmer war mit Enthusiasmus geladen . . . Im Verlaufe des Spieles war es offensichtlich geworden, daß der Hollywood-Zenterstürmer wohl niemals einem Konflikt mit dem riesenhaften Bartleh aus den: Wege ging, daß letzterer es aber immer schwieriger fand, seinen le chtfüßigen Gegner in Schach zu halten. Marrs Fußtechnik war so vollkon men, daß er auf dem kleinsten Raum manövrieren und dann plötzlich mit unwahrscheinlicher Gesch.vm. drgkeit davonfchießen konnte, wobei er Bartleh, den femdlichen Zenterhalf, der ihm keuchend folgte, hintec sich ließ. Doch nicht nur als Durchbrenner war der Hollylvood-Rekrut gefährlich. Seine musterhafte Plaeierungskunst nnd das hervorragende taktische Verständnis, mit welchem er sein« Slürmcrreihe ins Treffen führte, standen i* 'tirr Gcschmindlgkeit >n nichts nach. (Fortsetzung folgt.) 1«,

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