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Wiener Morgenzeitung · 1924-07-12 · Heft 1942 (12.7.1924) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1942 (12.7.1924)
Date
1924-07-12
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Gelte 1 Men, VarmttaH - HorWs SUiWWkyschMdeli Lvdechest, 11. -Aull. Äe Staatsanlvalsschast verlautbart hnkte, daß da- Verfahren gegen Z^kob Welt ne r Aac» nicht einysstelllt, aber auch nicht m-ch dem sogenann-' ■fett LeMeMviHteir System geführt wird, weil genau« juri- Wche Evwüghngen ergeben haben, daß die Grundlagen für et» Lvschildtdigtes System nicht vorhanden sind. Ate Ihr Korrespondsnt im IJusammerchang damit er- Mrt, wich das Strafverfahren durch hie gewöhnlichen InistanM fortgesetzt, doch verliert die Angelegenheit dadurch sehr viel an politischem Interesse, weil aus diesem Wege die Haupöverhandlnng ins Unendliche hinaus- -sMoben werden kann. ' Weltrrer kau» -nichts anderes nachKewiestn werden, dtf di« Unterzeichn««^ jenes PvotoMs, wodurch die Macht in die Hand der boffchewikss-chen Gruppe unter Bela Au« gespielt worden pst. Irr liberalem Kreisen hofft nwn, daß die Anklage gegen IaLdb Weltn«r übechanpt vollständtg Mt » gelassen wich. Sr »etter vom Schuß - desto Wer die Steuer. Budapest, 11. IM. (®eT. d. ,Miemr Movgentzeitung".) Line sonderbare LLstrng -der Kri-egsinvabidensürsortzL hat die HorHy-Regierung gefunden. Sie hat die Schaffung «iver «rum IndaKderfftLmr beschloflen, Me bereits Runen Arzem zur DerwirMchung gelangen soll. Die neu« In* dMenstsuer wich j^den belasten, der Mft nicht in der KeueMri-e gestanden ist. Dir Idee, die dieser Steuer zu .Hrmdt 11*#, ist Me neuartige Pvogvesschitat, indem die GteueEger. nicht nach ihren B^mogenWerWtnissen, sondern danach einen nnrso ihöhrren Satz zu entrichten Wb«r werden, j« weiter sie während« der Dauer des iNeWchge- »om Schuß entfernt waren. Sin Attevtat in Lotto. Wgendimst der Miener Movgenzeltung*.) London, 11. Juli. :In Tokio wurde auf den ersten tokirgawa beim Verlassen des Parlaments ein Attentat verübt. Das Geschlecht der Tokngawas führte hör der gegenwärtigen Dynastie die Herrschaft im Sande. Ser Mrgerttie« in Brasilien. London, 11. IM. Offizielle und inoffizielle Depeschen Soffen erkennen, daß die Regierungstruppen noch immer nicht Herren der Lage sind und es ihnen -bisher MM gelang, Eao Paolo zurllckzuerobern oder die an diesen Stellen des Landes aufflammenden Unruhen zu -rmkerdrüÄen. Aus den offiziellen Berichten geht hervor, daß da- Hauptquartier der Regierung außerhalb der Hauptstadt liegt und die Bewegung der Äufftandrschen ungeheure AuÄ-ehnuug gewinnt. Es ist ein richtiger Krieg im Gauge. Bisher stcht nicht fest, ob Parana Md die Provinz Rio Grande sich den RevoTutwnüren angeschlosse-n haben. Die Staatsgoudurnemmts bMn dem Prüfideuten Re Abseuduug lokaler Trnp-- penwile^ zur Unterstützung der Regieru-ngstruPPen an. Private Nachrichten besagen, daß Sav Paolo in der Hand der Rebellen fei. In den Straßen liegen diel« Tote und Verwundete, in der Stadt herrscht Nahrungsmangel. Die Mannschaften dreier Kriegsschiffe erscheinen ihrer Haltung nach für die Regierung «»verläßlich. Rach der, letzte» Meldungen fÄ sich ei» Bataillon Regi-erungstrichpbn den Aufständischen! angeschl-ossen haben und die Bewegung sich auch auf den Staat Parana auSdchnen. Wiener Gemeinderat. Sitzung vom 11. Juli. „ In der gestrigen Sitzung, der letzten im Sommer,, regnete es wieder Milliarden für Investitionen. Es handelt sich um neue Hunderte Milliarden, für deren Bedeckung die Taschen beS Pilbliknms herhalter müssen. Denn scholl in der nächsten Woche wird der Wiener Landtag die E r h ö h u n g der Wohnbausteuer für den erste» November beschließM, die der Atadt Men die Bedeckung der Ausgaben sichert. Hier eine kleine Auslese von den bewilligter Krediten in der gestrigen Sitzung: Betriebskosten für die städtischen Zinshäuser 511! Millionen, Beteiligung der städtischen Ankündigungsunte«reh»mng an der Ra die verkeh rS gefeilschaft 1000 Milttonen, Instandsetzung der Leichenhalle auf dem Zenlralfkiedhof 380 Millionen, Wasserversorgm^ 1525 Millionen, Einrichtung von NiederdruckdampfheizungS«lk»s«r in städtisthsr Gchukhäuseru 1409 Millionen, Instandsetzung von.Amtsräumen im Rathaus 321 Millionen, Nach Schaffung und Ausbesserung von Amtseinrichtungen 1500 Mlliouen, Zünd- und LSschuhren für die Kaswerke S50 Millionen, Baute» in der Kinderhellanstalt Sulzach 800 Mltzionen, Wohn Haus bauten 201.000 Millionen, Ankauf «Mt Lastkrastwagen 3011 Millionen und anderes. Die Minorität versuchte Widerstand, die Majorität siegt«, wie immer, auf allen Linien. Wiener Morgenzettnng._- 42. Full 1924 Das bremende^MeMa. fflt. 194S Gvmnastafteu als Brandleger. In Messina brach Donnerstag im Seminar, einem Holzbau, ein Feuer aus, das bald die Dimensionen eines Großfeuers annahm und den größten Teil des hölzernen Barack.envie.rtels zerstörte. Dom Schulhaus breitete sich das Feuer auf benachbarte andere Häuser und die Kirche ans, welche dem Brande zum Opfer sielen. Auch 150 weitere Baracken wurden zerstört, und schließlich mußten zur Lokalisierung des Brandes dir von Catania- Reggio herbeigerufenen Pioniere und Feuerwerker hundert weitere Baracken niederlegen. Allgemein wird bemängelt, daß'noch'16 Jahre nach dem großen Erdbeben Messina hauptsächlich aus Holzbauten und Baracken besteht. Sämtliche Schulkinder konnten gerettet werden, doch zählt man unter den Erwachsenen 30 Verletzte. Ungefähr 1500 Personen sind obdachlos. Das Feuer scheint auf Brandstiftung zurückzugehen. Es nahm seinen Anfang im königliche» Gymnasium, .bas ganz ans Holz gebaut ist. In weniger als einer Stunde war das Gymnasium und das angrenzende Barackenquartier zerstört. Die Löscharbeiten wurden durch eilten plötzlich auftretenden Schirokko unmöglich gemacht. Man vermutet, daß Schüler daS Feuerg elegij haben, die über die Strenge d^eS Vorsitzenden der Prüfungskommission entrüstet waren. Als daS Feuer ausbrach, wurde» in dem Gymnasium, daS von tausend Schülern besucht wird, gerade 160 Kandidaten geprüft. Man bemerkte während der Prüfung, daß es im Saale immer heißer wurde, aber niemand dachte an Feuer, bis eine dichte Rauchwolke in den-Saal schlug. Messina, 11. Juli. Das Feuer hatte iu eiuerStn nd e das Schulgebäude, das mehr als tausend Schüler aufnimmt, die nahe gelegene Chiesa del Carminx und im weiten Umkreis unzählige Holzbaracken des sogenannten amerikanischen Viertels verschlungen. Während die Flammen mit äußerster He-ftigkeit um sich griffen, befände« sich in den Schulräumen ungefähr 200 Studenten, die ihre Schluß- Prüfungen abzulegen hatten. Sie merkten, daß plötzlich die Temperatur in den Schulräumen unerträglich wurde. Den Grund konnten sie sich erst dann erklären, als große Rauchwolken in die Räume eindrangen. , Glücklicherweise konnten sie unter Führung der Professoren unverletzt ins Fveie geführt werden. In diesen wenigen Minuten hatten aber die Flammen bereits die Kauzleien des Direktors und deS Sekretariats im ersten Stockwerk erreicht. Die Einäscherung des Gymnasiums vollzog sich derart rasch, daß jede Hilfeleistung «n möglich blieb. Das alte Lärchenholz, das die Amerikaner vor 16 Jahren der vom Erdbeben schwer geprüften Stadt zur Verfügung gesbillt hatten, war in einen auflodernden Scheiterhaufen umgewandelt Wochen. Schwere; Rauchwolken bedeckten den Himmel uni) der erstickende Ranch dehnte sich weit über daS Viertel der Mofella hin. . Während noch das Feuer fei« Zerstörnngswerk fortführte, begann ein starker Südwind zu wehen und die Feuerflammen griffen zur Kirche de! Carmiwe über, welche gleichfalls ein Holzbau ist. Die.gläubige Bevölkerung trug in größter Hast alle Heiligenbilder und Gegenstände lind aste Allavbekleidungen fort. Der Einsturz deL Mittrltraktes des Gymnasiums Mtfesselte noch mehr das FlammenvMr. In weniger als zchn Minuten blieben von der Kirche nui itoch d ie Stützbalken aufrecht, die aber Inie. glühende Fackeln weiterbrannten. Die Feuerwehr griff zwar sofort ein, aber vergebens. Alle ihre Anstrengungen erschienen wie ein Kinderspiel. 2lu§. den umliegenden Kasernen eilten Karabinieri, Soldaten und Matrosen herbei. Die Truppen beschränkten sich daraus, um die Brandstätte einen Damm zu bilden. Die Einwohner 'trugen alle ihre Habseligkeiten weg und häuften sie in den umliegenden Straßen auf. In wenigen Augenblicken waren alle diese Straßen infolge der aufgehänsten häuslichen GinrichtnngSgegenstände und Möbel, nicht mehr zu passieren. Inzwischen begann es zu regnen und Unter dem Regen sahen die geflüchteten Einwohner, die gruppenweise um ihre Habseligkeiten geschart dastanden, dem ZerstörnngSwerke der Flammen zu. Zum Glück schlug der Wind um, so daß die Flammen jetzt in der Richtung zum Meere getrieben wurden. Um 2 Uhr nachmittags war daS Zerstörungswerk vollzogen, das sich im Umkresse von 500 Miern ausgebreitet hatte. Die Trümmerstatte bietet einen schrecklichen Anblick dar. Rings um daS niedergebraunte Viertel ist daS Bild nicht weniger erschütternd und trostlos. Mehrere hundert Baracken sind niedergerissen und die Habseligkeiten liegen aufgetürmt da. Der Anblick der Stadt ruft die Lage nach dem schrecklichen Erdbeben des Jahres 1909 in Erinnerung zurück. Eines der größten und am dichtesten bevölkerten Mertel der Stadt ist in wenigen Stunden in einen Trümmerhaufen um« gewandelt worden. 220 Familien sind obdachlos, 100' Holzbauten sind uiedergebrannt und fast 200 andere mußten niedergerissen werden. Man zählt 86 Verletzte. Zum Zeichen der Trauer sind alle öffentlichen Unterhaltungen abgesagt worden. DaS Hilfswerk für die von dieser Katastrophe Betroffenen hat sofort begonnen. Für Unterkunft der Obdachlosen wird gesorgt. Der Eindruck in der Stadt ist sehr tief, da verlautet, daß der Brand von Studenten zum Protest gegen die Schulreform des zurnckgetretene» Ministers Gentil« gelegt wurde. Riesenbrand in Wallendors. Drei Personen «Ms Leven gekoMmem Kaschan, 11. IM. P.-B.) Wie aus Wüllend o r f berichtet wird, ist dort gHMN Mittag in einer Hütte beim Brotbacken ein Feuer ausgebrochen, dasdom Winde genährt, mit rasender GssHwindigiksit Mt sich griff und 10 0 H äu fer, das sind wugefälhr,60 Prozent der gangen Stadt, einäfcherte. Nur die Kirche und der durch einen Bach asbgetvennte Stiadtteül bltckben verschont. Soweit bisher festgestellt wurde, find «ine Frau zwei Kinder und eine große Zahl von Tieren verbrannt. Denr unermüdlichen Aufamrmmrberten der Fsuerwchven und des Mtttärs gelang es, das Feuer um 6 Ähr gu HvMsieven. Ein Geschenk kabro„u„v„i;5! Die Verwaltung der „Wiener Morgenzeitung“ hat sich entschlossen, Ihren Abonnenten die Möglichkeit zur kostenlosen Erwerbung des bedeutsamsten jüdischen Öeschichts werk es „Graeizy Geschickte der Juden4* zu bieten, Diejenigen unserer Abonnenten, welche di« Bezugsgebühr für ein Jahr im Vorhinein entrichten, erhalten als PRÄMIE: Gratti, Getchlchte d«r luden (Ladenpreis K 250,000) gratis! Mit Rücksicht auf die geringe Anzahl der vorhandenen Qeschenkwerke, empfiehlt es sich, die Bestellung auf ein Jahresabonnement ehestens vor2Unefimen. Zugleich mit der Bestellung muss die Ueberweisung der für ein Jahr entfallenden Abonnementgebühr erfolgen. Diese beträgt: Für Oesterieich K 420.000. (Bei Postversendung des „Oraetz“ sind überdies als Ersatz der Porto- und Verpackungsspesen K 15.000 zu zahlen.) EF&r alte AusBandssfaaten das zwölffache dar monatlichen BezugssobUhr zuzüglich K 23,000 für Porto und Verpackung in der WShtuftg des batretrtanden Lahdes. Unser Geschenkwerk «Graetz, Geschichte der Juden“ bildet nach Ausstattung und Inhalt die Zierde jeder Bibliothek. Diese bisher unUb e r tr o f f e n e D a rs t el 1 u n g des jiid. Oeschichtsverlaufes gehört in die Hand eines jeden JudenI Verschlelsser haben keinen Anspruch auf die Prämie. Dfiü Verwaltung der „Wiener Morgenzeltung“ Wien, il.Tat»orstrassa 1—3, Telephon 44-0-38, 43-3-19 0 /•© Lesen Sie nächsten Montag in der „Wiener l&iwch ^orgenzeitHn2“ die Rubriken: „Politisches &n O Welttheater“ / „^Handel und Wandet1 / „Pie Stimme des Xesers“ / Kennen Sie r«1" bMTm fS ,GOAL‘?

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