Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1924-07-09 · Heft 1939 (9.7.1924) · p. Seite 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1939 (9.7.1924)
Date
1924-07-09
Page
Seite 7 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2979076-2980834-2981022--19631-3006793
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 1939 Men, Mittwoch Wiener Morgenzeitung. 9^ Juli 1994 Seite 7 Alle Arten von Bankgeschäften ip Kommandite der Kroatischen Eskomptebank, Agram Wien, S. Seftzergasse 4 (E£Är Kreditum Warengeschäfte TeJephone: 60-4-82, 60-4-93, 63-4-85, 64-4-42, 68-4-78, 69-4-82 10465 Telegrammadresse r Frapobank 49BSPQ969283SR1! Volkswirt. Mvavester Wirtfchastrbrief. Elt de der Sparkrone. — Goldkrone. —- Teuer ung. — Arbeitslosigkeit. Die Spar kröne wurde am 23. Juni glückt! chbegvaben, -Ruhe aber dürste sie kaum haben, vielmehr wird ihr Geist noch lange als Gespenst spuken. Die noch nicht abgewiLeiten, von früher her resu'Merenden Geschäfte sowie die im Umlauf befindlichen Wechsel müssen nämlich .zum letzten . 125er - Kurse erledigt, beziehungsweise einge-löst werden. Sie konnte rat wirtschaftlichen lieben nicht fest Wurzelst fassen, man ihatte wenig Nutzen vor ihr, eher Schaden, indem die Festangestellten unter ..diesem Titel alles noch teurer zu bezahlen.gezwungen waren. Dem Staate aber hat diese Idee viele Milliiarden getragen, denn das Noten-mstituL bekommt für die verliehenen Gelder um 25 Prozent mehr zurück, eine Zeitlang schar mußte matt ' wdchteM^mHr' beMlen. Die' große geschädigte Menge würde sich auch /darüber hinwegsetzen, wenn sie endlich wüßte, wohin das viele Geld der Steuerzahler stießt; aber seit Jahren unterlassen es die jeweiligen Negierungen, der Gesetz,gebung Rechnung dorzulegen. Dabei lampst der Staat ständig mit Schwierigkeiten. So war die Regievung unlängst gezwungen, zur Bezahlung alter Lieferanten von der Notenansto-lt 696 Milliarden zu entlehnen. Ms Schlüssel für die Goldkrone wurden für Juli 17.600 Papierkronen bestimmt, zu dem! sich auch die M. A. V., welche die am. 1. w ins Leben getretenen erhöhten Tarife bereits auf Basis von 18.000, fixiert hatte, im letzten. Moment bequemen mußte. Außer <bct Staats-i bahn berechnen die unter ihrer Bchundluug stehenden Lokalbahnen sowie die ungarischen Linien der Südbaihn eben-, falls,Gr>ldtarifsätze. Eine Tariferhöhung hat auch beii beiden . - SchMhrtches-ellfchasterv — D. D. S. G. und M. %. T. % -- stattgefunden. . .. Zu bemerken, ja als Kuriosum von außergewöhnlichrr ^Ironie ist hervorzuheben, daß -der Staat die Erwerbsteiier der Prvvatangestellten, die im Durchschnitt höchstens 45 Prozent, des Fviedenseinko^mens bekommen, ab'1i d. auf. den Stand der Goldkrone erhöhte, das erwerbsstou-erfr-eie' Ginlörlinmeatminimum mit wöcheriitlich 10. oder monatlich 40 Goldkronen bestimmt. Jetzt müssen Familienväter von 1,5 bis 2 MMouenleben und sich devartM Entbehrungen auferlegen, daß viele sogar dem Milchgenusse entsagen. Milch ist Wohl in den letzten Wochen nicht teurer geworden und kostet auch derzeit „nur" 6000 K., was aber keineswegs heißen soll, daß die Produzenten^ schon zufrieden sind, sondern daß ein Teil der nach Budapest gebrachten Milch — 100.000 Liter täglich gegen 400.000 Liter in der Vorkriegszeit — unverkauft bleibt, iveil leben viele Familien sich nicht den Luxus des Mlch- „Genusses" erlauben dürfen. Im allgemeinen ist die Indexziffer im Monat Juni um 10,41 Prozent gestiegen. Es würde die Steigevung mehr betragen, aber ln der zweiten Monatshälfte machte sich ein mäßiges Abbröckeln der Preise 'bemerkbar. Als Tatsache, die die Lage am besten charakterisiert, muß hier erwähnt werden, daß der infolge des jüngsten Bergmannstreikes entstandene Kohlenaiissäll in der Industrie keine besondere Störung verursachte. Es wurden auch überall Betriebsreduktionen horgenommen. In der Holz- und chemischen Branche herrscht ebenso wie iuder Maschinenbaus ndustrie Arbeitslosigkeit. Die Ziegelfabriken «halben beit Betrieb überhaupt eingestellt. ..Die. Zucke rfäbriikanten, deren Produktion heuer 17.000 Waggons — um 0000 mehr als in der vorherigen Kampagne — betrug, möchten noch einige hundert Waggons, die wegen der Arbeitslosigkeit hier unabsetzbar erscheinen, exportieren. Der normale Verkehr mit dem Ausland kann noch immer wicht beginnen. Als ein Keiner Hossmrngiss-chimmer erscheint.der Handelsvertrag Zwischen Ungava und Jugoslawien, demzufolge die beiden Staaten einander die Zo-llhöchstbegünstigung einräumen.' - Die. Devisenzentrale hat seit' Beginn der Tätigkeit der Nationalnotenbank zu existieren aufgehört und ihre For-> derungen der letzteren übergeben. Die Nationalbank, hat das bisherige System beibehalten. Als Aenderung ist zu registrieren, daß die Exporivaluten nicht mehr abzugeben sind und Reisenden das Mitnehmen ungarischen Geldes auch weiterhin nur bis zu 2 Millionen Kronen, fremdländischer .Werte jedoch' in unbeschränkter Höhe, gestattet ist. Nach dom Ausland darf man Valuten als Geldbrief versenden. ' Das Defizit während der.Monate Mai und Juni beläuft sich auf 504' Milliarden, wovon 57 Prozent, das ist 326 Milliarden/auf die staatlichen Betriebe entfallen; von seiten der Presse-wurde die Frage aufgeworfen, inwelcher- Höhe sich die M. MB. an. diesem Defizit beteiligt hat. .... Ile geKeigen Gerüchte a« der Wiener Börse. Neuerlich werden beunruhigende.. Gerüchte über den Wiener Platz verbreitet. Wie schon vor einiger Zeit, haben diese ungünstigen Nachrichten euch diesmal ihren Ursprung in Prag.. Verursacht werden sie durchs die Prager Koutermine, bei -welcher auch persönliche Momente -mitspielen und -die die monatelang andauernden niedrigen Kurse der mitteleuropäischen Börsen noch weiter zu drücken hoffen. Bekanntlich hat die Prager Kontermine auch, seinerzeit vor dem Zusammenbruche der Depositenbank besonders intensiv gearbeitet und dadurch zum Teile -nicht, nur zur Vernichtung dieses Instituts -beigetragen, sondern, auch die Deroute .. am. Prager und Wiener Markt hervorgerufen. P r a -g e r K o n t e r m i n e u r e haben dabei horrende Gewinne erzielt und sie hoffen nunmehr, da sich, die Börse etwas erholt hat, neuerdings Erfolge zu erzielen, zumal sie mit der flauen Stimmung des Wiener Publikums rechnen. Es fragt sich, ob ihr auch tatsächlich jetzt dies gelingen wird, zumal auch von -der ö st e i r ei chi s ch -e n Regierung energische Maßnahmen gegen dieses unerhörte Treiben erwartet werden. Es verlautet, -daß die Prager Gruppe, welche durch angebliche Strafanzeigen bei Konsortialmitgliedern der Spiritus A.-G. größere materielle Zugeständnisse erlan-aen wollte, diesen Gerüchten nicht fern steht. Devisen- und Dalntenkurse. (Mitgeteilt von der Oesterreichischen Nationalbank.) Vi8tL 8. lull Öeld Ware Afflsterdara f. i holl. Quldefl Agram l itic. Kronen . . , * Belgrad t Dinar .‘ Berlin* 1 deutsche Reichsmark ' Brüssel 1 belgische Franc» . ' Budapest** 1 ungarische Kronen Bukarest f Lei . . . , . . - Chrlstlanla I nvrwee. Kronen ' Kopenhagen 1 dSnlsche Krohor ' London 1 Pfund Sterling « . Madrid 1 Pesetas Mailand 1 Lire . » . . i New York 1 Dollar. . . Paris t Francs ...... Prag 1 tschecho-slow. Kronen > Sofia i Lewa . . . . . - Stockholm 1 schwedischsKronor Warschau*** 1 nolnlsche Mark Zürich I schweizerische Francs . Noten Amerlkan. Noten v. 5 Dollar aulw, , „ . kleinere . . . Belgische Noten 100 Francs » -, Bulgarische Noten zu 1 (KW Leva . - » » . ■ kleinere. . . OSn Ische Noten 100 Krcner , , Deutsche Noten* . . , . . . 1ÖO . . kleiner« 7. Juli Oeld Wart 2ß750.— 26880.- 26748.- 831.- «32.— 9^6.— «36.- 1687a.— 16970,— 843.- «43.- 2684-5.- «47.- »47.- 3194- 3206.- 86V, 16859,— 16960.- 3194.- 3206.- 84.— 86.- 284.- 286.- 291.- 293.- 0260.- 9300,— 9280.— 9320.- 10080.- 1tn20,_ 10.98».- 11020.- 307510.- 308500,- 3071<:O,— 308100.- 9180.- 9220,- 9180.— 9220.- 3014.- 3026.— 3019.- 303,1.- 70935.- 711«*?,— 70935.- 71(80.— 3657.- 3673.— 3622.- 3618.- 2081.- 2091.— 2r83,— 1093.— ' 508,- 512.- 5'.0.— 514.- 1P620,— IR680,— 1R670.— Ift7«4>.— 13450.— 13550.— 13450.- 13550.- 12670.- 12720.— 12670,- 12720.- , 70460.- 70860.- 70460.- 7086«.— 70360.- 70760.— 70360.- , 7076«).— 3150.— 3180.- 3150.- 3180.- 490.- 498.- 492.- 50«.- 470.— I085O.- 1-5440,— 478.- 10930.- 16563.-— 472,— 480.— 10880.— 1093-1.— 16440,- 16560,— 16340;— 16460.- 16340.- 16460»— Engl. Noten von 5 Llvrest. äulw, 305700.- 307300.- 305300,- 306900,- „ kleinere . . . . . FranzBslsclie Noten 100 Francs' . Holländische Noten 100 Gulden , Italienische Noten v. 100 Lire aufw, „ : kleinere . . . iu<!08l. Noten ungest. zu 1000 Dinar . ■ . . . 100 , , » . , kleinere; » Norwegische Noten 100 Krönet . Polnische Noten ***. .w kleinere** . . . Rumänische Noten zu 1000 u. 500Lei » , - kleinere . . . Russ. Noten (Ronlan.) zu 500 Rubel » 100 , „ „ « kleinere . Schwedische Noten 100 Kronor 305500, — 307100.- 305100.— 306700.- 3640.- -3670.- 3595.- 3625..— 26400,— 3025,— 2998.- 632,— 822.- 9140.- 13400.- 13200.— 278.- 263,- 18410,— Schweizerische Noten 100 Francs, * 12665,— Spanische Noten lOO Pesetas . , S060i— Tschecho-slow. Not. v.lOOOatilW, 2068,— » . kleinere ' •. 2063.— Türkische Pfund-Noten. . . . . 34200,- Ürigar,Nöie'nt*(ni Em.) zulOOOKr. 0.83 . ' zu 10.000 Kr. , .... , . kleinere . . . 26601.- 3045.— 3015.- 838.- 828.- 9220.- 13540.- 13340.-7 282.- 272,- 18510.- 12745.- 9140.- 2084.— 2079.- 35000.— 0,86 25400.— 3040.— 3010.— 842.— «32.*- f 13>).— 1338c.— 13180.—, . 286. - 276.- 18460.— 12665.- 9060.— 2067.-* 2062,- 34200,— 83.- 78^50 268-0.— 3060,— 3030.- 848,- 88' 13,. 13 1856i. 12745. .9140.- 2083,—? 2378,- 35000,— ' 86'- 8l!50 . 0.78 0.81 * Für eine BMon Mark, ** für 100 ungarische. Aroyss» für 1 ZlotH aufwärts. * - . Fusolvenzen Der Creditoren-Verein meldet folgettde Jnsolvenzenr Joses Hoppenfeld, Kaufmann, Wien,, 9. Bez., Glasergafse 16. Hermann Kienzl, Kaufmann, Wien, 15. Bez., Mareschplatz 1. Helene Adler, Gemischtwarenhandlung, Wien, 16. Äez., Watt» gasse 13. Antön Trenner, Inhaber Karl Müller, Papier* warenhbndlnng, Men, 7. Bez., Bandgasse 28. S ch au fl er L Co., Konfektionäre,, Men, 7. Bez., Kirchengasse 10. Drogen-sitrvßhandelsgesellschaft m. b.H., O. Hacker & Co., Wien, 6. Bez., Wall- Copyright Jüdisch» Verlag, Berlin. Nachdruck verlioten. 37. Fortjrtzimg. HMdüloh «Ä ZWsmftrelch. Von Sammh Gronemann. -- Ich -kann cs mir nicht versagLN, an dieser Stelle eine kleine Geschichte aus der KiMrzeit meines Freundes einzufügendie in gewissem Sinne hierher gehört: Arnold war danmls etwa zehn Jahre alt, als. ihn an einem Sabbatdormittag sein Vater, der bekannte Berliner Orientalist, in die Un-ivevsität schickte, Um eine Bestellung an den Dekan der Fakultät auszurichten. Da^ war damals Erich Schmidt. Dieser wollte die Gelegenheit benutzen, um Herrn Professor Barth das neue B orlesungsverzeichnis zu übersenden und wollte dem'Jungen das Heft mitgeben. Ihm war fteslich unbekannt, wie wohl den meisten Deutschen, daß fromme Inden am Sabbat nicht die kleinste „Last" tragen dürfen — 'während im Osten ng.tüvlich jeder das weiß und als natürlich -empfindet, Oberst Hosfmann aber sich vom Haüptm'änn BertkM.Mer den Eruiw einen Vortrag halten lassen mußte. So kam der kleine Arnold in nicht geringe Verlegenheit.. Wer er. faßte sich rasch und sprach wohlerzogen und gesetzt: „Herr Pköfessor! Religiöse Bedenken hindern mich, Buch entgegenzunehmen,", sprach's und stolzierte von dünnen. Der Entdecker kies ilrfaust aber-verwunderte sich baß. Leben und Sterben i n Bialhstok. . In Malyftok herrschte Ordnung und Glends Beides waren wir von Kowno her nicht in >dem.Ausmaße gewohnt. Me deutsche Verwaltung der Stadt 'hatte es sich offenbar zur Ausgabe gemacht, aus Bialhstok eine Musterstad t in mMärtsch-bureaukratischem Giüue machen,-so eine Arb Bürgerkaferne, - in der die MNkävpevsoMn ver-, hältnismäßig noch -am meisten Bewegurigsfteihert hatten. Die Polizeistunde gab es ja überall im' besetzten Gebiete; nach dem Zvipsenstveich um 10 Uhr bis früh..um 6 Uhr biivste sich kein Zivilist auf der Straße sehenlassen. In dem heißtzn Sommer.19.17 Wurde das nichteben aü-genehm empfunden, zumal die Sommerzeit eingeführt war und so jedermann noch vor Eintritt voller Kühle * und Dunkelheit ins Hans flüchten mußte. Für Liebespärchen war das natürlich ein ^besonderes Elend, aber die hatten es auch sonst schwer. . Cs war nämlich eine Verordnung- -erlassen, nach der den Militärstersönen jeder private 'Umgang mit der Bevölkerung als eines deutschen Soldaten unwürdig untersagt war. Wenn aus der. Straße etwa -ein Soldat und ein MädchÄr' im Gchpräch getroffen wurden, machten sich chdide strafbar. Hier freilich scheiterte hie Macht, der Obrigkeit.,. Bisweilen sah man etwä, einen'Soldaten des Weges gehen, der mit lauter Stimme, gerade vor si"ch hinblickend, Monologe zu halten schien. Dann erst bemerkte .man das dazu gehörige Mädchen, d-ie zehn Schrittd vor ihm spazierte und auch ihrerseits iw die Luft hineinredete..Dieser Erscheinung begegnete man besonders häufig auf dem Wege .zum StadtwÄdchett. Ebenso saßen solcheiPärchen ^etwa in den Kaffeehau-serw an Zwei Nachbartischen, -Nücken gegen .Rücken. Wir vom- Oberost haben vdn vornherein idas Veirbot ständig -mißachtet und -es scheint, -daß zwischen den leitenden Persönlichkeiten lebhafte Auseinandersetzungen stattgesnnden haben; 'jedenfalls wurde eitrige Zeit nach unserem Einzug, das -Verbot aufgehoben. Daß es '-verboten ivar, zu dxeien nebeneinander zN gehen und daß Zuwiderhandlungen streng bestraft wurdest, habe ich schon erzählt. Aber vor allem eine Anordnung lag .den hohen Herren am Herzen, und das -war -das Gebot: „Rechts gphen". Es war beinahe rührend, zu -sehen, welche -unendliche Mühe auf die Durchführung dieser Anordnung. verwandt .wurde. Die „Biülhstoker Z-eitMg" brachte ^regAmäßig Nachrichten über die Zahl der Bestrafungen wegen- Uebertretung dieser Vorschrift, durch--- . schnittlich gab -es täglich 26 bis 30 Fälle. Man muß sich -nun nicht einbilden, daß -es sich da -um eine Verkehrsregelung im Sinne dersonst in Großstädten für die Hauptverkehrsstraßen Äblichen Vovschristew handelte. Einmal galt die Vorschrift auch für die entlegensten -Gäßcheu, dann.aber to-ctt nicht ettva nur vorgeschrieben, haß man auf dir rechten Seite des Vüi-gersteiges zu gehen'hatte, sondern man. mußte ans der stechten Straßenseite geben. Wenn also jemand vor -seine Türe trat, um seinen Nachbar, der drei Hauser weiter nach linksswohnte> 'z-ü besuchen, inußt-e er die Straße ubergneren, -dort die fuiar Schritte an -der Häuserwand entlang gehen und daun wieder den Weg über den Damm zurückinachen, wollte er sich nicTit hohen Geldstrafen, unter.Umständen sog.rr einer Frxiheitsstrase aussetzen. Das Bemerkeuk-wcrleste aber war, daß diese Vorschrift überhaupt nur auf die Einheimischen awtzewandt wurden so da.tz .gAo klar zu Tage trat, »daß nicht sowohl dw Regelung des Stvraßenverkehres der Zweck der Uebung war,' als Hel* mehr darin ein Mtt-el gesehen Wurde, die Bürgerschaft stramm zu. disziplinieren. Die HauiptveVkehrsstra^e^ der Stadt läuft am Ma.rkt entlang, von'Osten nach Westen; siö lag um die Zeit de'L Mittagshitze die eine Seite im Schat^ ten, die andere im prallen Sonnenschein. Wer .vom Westen zum-Osten wollte,konnte an der Schattenseite gehen, wer aber'in 'umgekehrter Richtung ging,-mutzte die Sonnenseite benutzen. Mittags gab es dort'PlatzmusiT -von -der Militärkapelle, und auf der Söhattenfeitt wogten int Korso M Spaziergänger hin und 'her. Die Einhemrischen dr-ästgteN sich mit in -den Schwarm, aber nUr auf der Tour van West nach Ost; am Ostende des Korso angekommen, s-chiöden -stch dft Nationalitäten; alles was Uniform iriig oder' die. gekannte Arn'binde, wie -die Helferinnen und Schwestern, wandelte gemächlich im Schatten zurück, während.die'Emheimffchen über den Damm hasteten, inöglichst schnell au der anderen Seite wieder das westliche Ende des Korso zu erreichen suchten, um nach neuerlicher Dammüberguerung im.Korso unterzutaitchen. Es wer ein lustiges Gewühl und! es gab stets mit großem Hall oh begrüßte Zwischenfälle. Plötzlich wurde etwa in der dichten Menscheinfolge ein schwarzhaariges JndenmädcheN entdeckt, das üach Westen strebte, oder ein polnisches Banernweib im Kopftuch, das mit ausgestreckter Hand Almosen sammelte, war ein paar Schritte jemandem nach Westen gefolgt, der in seiner. Tasche. Nach Kleingeld suchte; sofort stürzten sich Militärpolizisteü und Beamte der städtischen Wliz auf die Berbrecherin, sie wuvde aus dem Schwarm geholt uNMer den Damm getrieben und konnte von Glück sagen, wömi sie f; gleich zür Wache abgeführt wurde. Mir stcht ein lebhaft vor Äugen, da dieses Mißgeschick eine . sehr shmpathisch ausfehende, mit bescheidener Ele-gauz. geklME junge Dame traf. Das war nun ei-n seltenes Wild. da^-Nt vornehmere Teil der-BedoÄerung - sich .-begr-eiflichevweis'e sehr zUrückhie^t. Mit mit so grötzereiN Lär-iN wurde deWH der Fang geschert, mindestens fünf Polizeibeamte emwißtzlten eine erhebliche Tätigkeit und wahrend-die junge Dime, hochrot -vor Verlegenheit, flüchtete, feuerten einige Ojfisiere die Leute lachend zur Verfolgung ab. f&tmid.nuia iolat.) D-+:+//+/2D

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.