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Wiener Morgenzeitung · 1924-07-08 · Heft 1938 (8.7.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1938 (8.7.1924)
Date
1924-07-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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■ - ■;r:'-v -;!' '' '" .? ElnzelBtuninerK 12Q 0 Wien: Zum Abholen in des Expedition, II^Taborstr.l-S, oder in einer Verschleisstefle (Trafik) monatl. K 35.000 Strassenverkauf in Wien, durch die Kolporteure der Firma GoldBchmiedt.I.Bez* Wollzeile 11. KSt Postversand für Wien n. Oesterr. mon&tl. K 85.000 Tseheeho-Slowakei: Mon. K18. Jugoslawien: Mon.Dinar60.Polen:Mon. S1/, Zloty, Deutschlands Mon. Goldmark 4, F r a n k r., Belgien: Mon. Frcs. 12 BflF" Naahaalilunren *W btt PreUerfcohuturen Vorbehalte« Rr. 1938 Pol6Kpola.Hk50.OOi Italien: Monatl, 12 Ure Rum änie n Mon; 150 Lei Bulgarien Mon. 80 Lewa S e h w < i z und dasuhrix« Ausland monatlich Frcs. 4 Redaktion u. Administration Wien, 31., Taborstrasse 1—3 Telephone: 44-0-38,43»3vl9, ab 6 Uhr abds.21402,25-282 IX.Unl versitatsstr. 6r-8 (Druckerei Steinniaim) Öesteneiehisehes Postsparkassen r Konto Nr. 150.698 ffiien, Dienstag, 8. Sali 1924 0 Oahrmng Mal Zonald reist nach Paris. Sine Einladung der Hetzvrefje an de» — Amerika Segen die WM. — Ser Slum Paris, 7. IM. (HavaS.) Premierminister Mae Donald wird morgen um 4 Uhr nachmittags in Paris eintreffen, um mit dem Ministerpräsidenten Herriot zu konferieren. Mit Rücksicht auß diese Zusammenkunft sollen die für morgen im Senat angekündigten I nt e rpeHatiöiren über die äußere Politik auf einen s p 81er e n Zeitpunkt verschoben werden. Der englische Premier über seinen Pariser Besuch. London, 7. Juli. Im Unterhaus e teiilte Mac Donald rniiit, der Besuch \n Paris etifo%e aus einen Vorschlag des französischen Ministerpräsidenten. Miac DonaG betonte nochmals, daß der H» der Presse teiliweiise entfachte Entrüftungs-- purm jeder Begründung entbehre. Soweit U au ihm liege, werde er keine Miesmacher dulwn, Weder diesseits noch jenseitsdes Kanals, die die g ü npigein- Ackssi-chtear für eine Berständiguug givilschen Frankreich mck GroWritanuisn zerstören mych-^ Lew. Denn Me solche Störung würde so entsetzliche AlpMen. hckhen^dyß man/sie. nicht estnnal Gepretisch M Erwägung Mhendürfe. . .',./// Der Premiermvnvstjer bestritt sodann, daß die britische Regierung den Versuch°mache, sich der'Reparationsk v m m i s s i o n zu entledigen. Wir haben uns', fuhr Aiac Donald fort, utchtmit dem VerLrag vo n Ber- Pai 17es, so-üdern mit dem SachverständigenguLachten zu Leschäftigen, daß Deutschland einige Verpflichtungen ■ außerhalb des Versailler Vertrages mrrferlegt. Wenn ein Abkommen hinsichtlich - des Sachverstäudigengntachtens zustande kommt, wirdinan -für den Fall, >daß sich Deutschland einer absichtlichen Verletzung des SachverstLndigenbevichtes schuldig macht, nachdem-es ihn angenommen hat, ein anderes Abko.mmen hmzufügen können, wonach die A 7 l i ierten. enn i g zulammenstehen werden, um Deutschland, die ganze Größe seiner Verantwortlichkeit zum Bewußtsein zu bringen. Das Mlgumren würde den Vertrag, von Versailles ergänzen/ dessen BorsMäge aufrecht. erhalten würldm. Mae Donald teilte Westers mit, man hoffe, .daß auf der ^vorstehenden ' Ko nserenz folgende alliierte. Saaten dertrewn sein werden: Großbrrbanmen, Fvaivkrerch/. Italien, Japan, Belgien, Iugosiawien, Griechenland, Portugal und Rumänien. Die amerikanische Botschaft in London werde ebenfalls an der Konferenz teilnehmen.. Ans An- Sit Herbert Samuel. Der Oberkommissär bleibt nur bis Ende 1925 m Palästina? (WgeNdienst der,Wiener Morgenzeitmrg".) London, 8. Full. Sir Heribert Samuel ist bereits in London angekommon; er gedenkt bis zum Septem-' Iber in England zu bleiben. Wie aus Ie.rüsalem berichtet wird, hat der palästinensische Oberkommissär vor seiner Abreise eine Deputation des Waad - L e u m i empfangen, der -er erMrt-e, er gedenke, nach seiner Rückkehr nur noch ein Jahr, bis zu dem.Eüde'192.5 erfolgenden Ablauf feiner . fünfjährigen A m t s p e r i o d e als Qbevkomnrissär in. •' Mastina p bleiben. Eine Erneuerung seiner Funktion habe er beschloffen abzulehnen. .7 fragen.von PaÄament'smitglichern, erklärte Mae Donald, über dieTeHnahnre -der 'DÜM-rn-iv-ns an der Konferenz könne er nichts sagen, bevor er eine Konferenz mit den Vertretern der Dominions gehabt habe, die, wie er hoffe,-'amnächsten Freitag -stattfinden werde. Im Uebrigen sollten nur diejenigen Nationen zur Konferenz z'Ugezogen werden, die unmittelbar an den Reparationszahlungen interessiert seien. In Londoner politischen Kreisen: Mt man/ wie Reuter meldet, die französisch-englische Me i nn ngsv er schieden heit'für -- , voMomwen Leigelegt. Damit fallen auch alle Gerüchte Über Berschteb u n Z oder Verl e g u n g der - Londoner Konferenz. Deutschlands Politik hat die Konferenz gefährdete. London,. 7. -IM. Hier . heröschsdie. Ansicht vor, daß Deuffchlau-d es war, das am meisten.das Zustandekommen der Londoner Konferenz gefäWdet-L."AeMchland. hat nämlich sofort Konsequenzett^ÄE>^'''^em^lisHEM' S t e l l nn g n a h m e gezogen. - und die Durchführung dex uMveNdlgen Gesetze zwecks Fü-nkllonieruügdes Da w es- P l a n e s davon abhängig, gemacht/ daß die R e p a r ationskommi'ssion nicht, /mehr^ die oberste I n st a n z «wäre, beziehungsweise.' eine Entscheidung über die eventuell anzuwendenden - Strafmaßnahmen im B e rfehlungsfalle nicht zu treffen hätte. Dadurch wurde der .Eindruck. erweckt, als ob der n'a t i o u a l ist i s ch e Widerstand in D.eutschländ, .wenn auch ungewollt,. vom antmationalistisch gesinnterr englischen Premier hervorgerufen oder wenigstens verstärkt worden wäre. Die altgewohnte Ungeduld der deutschen Diplomatie, die aktiv sein will.-wo passives Abwarten einzig richtig ist, gefährdete demnach die Konferenz. Ein amevikanifcher Schritt in Bevlin. London, 7.. Juli. Aus Washington wird gemeldet, daß der am e r i k a ni f ch e Botschafter in Berlin, H o u g h t o n, im Weißen Hause Bericht erstattet habe, und zwar in dem Sinne, Deutschland erkläre, es könne die Gesetzentwürfe. nicht in den Reichstag bringen, wenn es nicht vorher bezüglich der Raümüng des Ruhrg e b i e t e s Sicherheiten habe. Es wird hinzu gefügt, die amerikanische Regierung-habe beschlossen, aus diesem Grunde einen. Schritt, in Berlin, zu unternehmen. Die Londoner Berichte sprechen davon, daß sich dieser Schritt gegen die „OSsteuktionstaktik Berlins" richte. Ae —j. Wi-N, 8. MI. Set englische Pasaxbeitexsttell. (Eiguchiensl der. „Wiener Mörgellzertung".)- London, 1,- Juli.. Der Streik der Bauarbeirer setzt in g a n z iL n g l a n d ein/.Die Beteiligung in London ist stark, in her Provinz ist sie noch nicht'zu übersehen. StaätsLauten sowie kleine Privatmiternchmer, die die Forderungen - derprovinzialen Gewerkschaften angenommen haben, sind vom Streik ausgeschlossen worden. Der Streik betrifft rund 700.000 Arbeiter. •' ' . Tokio, 7.- Juli. (Reuter.) Im.-Parlament', erklärte' der Dcarlnemmister,' die W e'l-tl a g e--erfordere,' daß Jap a n seine Marineluftstreitkräfte ver.'mehre und trat für'die . Aufstellung i vonel f -n e n e n i G.e s ch Wadern über die 17 bereits vorgesehenen hinaus ein! , / / englische Ltoüe, tterrenunä vsmen- Uf wasche, Leinen. Teppiche, Vorhänge WUL° etc. BOT billigst im. M Die dieswöchige Gefechtsübung dyr natwNLksozialistischen Sturmtrupps M' gezeigt, daß die Ertüchtigung der. Jugend - durch - sportliche -Beranstatzüngen bereits ziemlich weit vorgeschrfiM ist/.Bisher^ gab es immer , nur einen Toten. Diesmal wurden ich-Klosterneuburg gleich elf Leute verwundet und es steht mchts im daß den mutigen und -treffsicheren Schützen per Dank des Vaterlandes ausgesprochen wird, i Freilich steht dieser Vorfall einigermaßen in Widerspruch zu den viel-en Versprechungender Ordnungsbehörden. Aber das wird dadurch wettgemacht, daß wir auch diesmal so eine Dessertrede eines Ministers.serviert bekommen werden und daß iit amtlichen Noten /strengste Bestrafung und volle Anwendung des Gesetzes zugesichert werden wird. Wir sind ja ein Kulturstaat und wissen, was wir unserem Ruf schuldig sind. Allerdings sind wir außerdem noch dem Ausland Geldschuldig- und die - GläMger werden einige--Unruhe -zeigen. /Aber man wird sie wieder beruhigen. Nurska Äusregung nöt! Es läßt sich: ztvar. die Frage' nicht' ganz unterdrücken, was denn eigentlich.-geschehen ist/ um den Bersprechungen Genüge zu leisten? Nach dem letzten Fall in Spillern (der mit 'Freispruch endigte), und" nach der Schießerei in Favoriten / Die s Mit' .Freispruch endigte) hörte man, daß eine Generalrevision sämtlicher Waffen- . Pässe vorgenommen we'Mn.Me. 'Me Mt. es damit? Den Ernst dieser Maßregel kann man HMgerwelse -be- .zweifeln,. da i ja lam Somstag in' den Straßen' von Klosterneuburg ein ' förmliches - - Waffenärsenäl aüfgelesen wurde. Cs gab' da'automatische Pistolen^Dolchmesser, Totschläger, Günnniknüttel, Blefftöcke und Eisenstangen. Die Bubm< haben also entweder Wäffenpäfse öder sie tragen ihre'Waffen ohne Genehmigung. Wer gibt ihnen die'WaUn? Wie 'fft^.'mWch,Mß-'-die Polizei immer wieder durch solche Vorfälle überrascht wird? In den nationalsozialistischen Blättern sind die Uebungen und Ausflüge angezeigt. Gibt es niemanden, der sich damit näher befaßt? Hundertundzwanzig. junge Leute ziehen geschlossen in Uniform und: mit Fahnen im Gelände herum, machen Schützengräben, und Schwarmlinien. Fällt, das niemäMm auf? Es scheint, daß wir in einem großen Blindeninsütut.leben. Es braucht: jetzt mir noch die AÄbeiteriwHr -zu ähMchen Uebungen -auszurücken und der Krieg -'üm den Brückenkopf Wien wäre da. ' '' M . Es ist eine bis zur Lächerlichkeit entartete Situation, in die. sich die Autorität des Gesetzes begeben hat. Das Hakenkreuztum ist 'Äorallem, die. Offensrvtruppe des MoMntisemistsmus.//-Jn . tausend Plakaten voll / der schandbarsten Berachtung str jedes. Gesetzist der Pogrom gepredigt worden. - Staat - und Gesellschaft sahen ruhig zu. Die „Wiener.Morgenzeitung" war das einzige Blatt, das aus die Gefahr dieses Gewährenlassens hinzeigte. Wenn die Niedertracht an einer'Stelle straflos bleibt, weil sie sich doch nur gegen die Juden richtet, so. greift sie schr rasch über die'Grenzen. E'der .Gleiche setzung von Judentum/und' Sozialismus,' dies« blöde ist wie der AntiseimtismMmberh'aUpt, Ivar-der Augenblick mit autoniatischer Sicherheit zu erwarten, lvo der Angriff auf die gesamte 'sreiheitlich-demokratische ' Idee vorgetragen wurdet'Unsttä.Warnung'--kst tnchl-' gehört worden. Wir haben ''die /sonderbaren-' Freündschafts- ' beziehüngen zwischen dem' seinerzeitigen Mimster-Waber und den nationalistischen MMnden erwähnt,-die dieser ^Minister dann selbst in einer Interpellations-beantwortung zugeftanden Hot. Wir - haben ' die' Organisationen mit voller Namensnennung mitgeteilt . und haben schließlich -den merAvürdigen Brief des Gottfried Strauch .an den. Vizekanzler -Frank:- „Wie -Sie ja wissen" besprochen. Aus dieser blinden Schadenfreude.der bürgerlichen aber auch., deri sozlaldemökratlschen ^Parteien ist - die - Situation - herausgewachsen, vor" der heute - die österreichische Oeffentlichkeit-steht und die Pe bejammert. . ' Wie - sieht -bernr der/Staät aus? Bewaffnete ^Verbände marschieren mit HörnNang uyd'-'/KriegDmu-sik durch die Straßen, , die -Frontkämpfer üben.- -in RegjmantsveMnde'n Ivaseigentlich? Welchem - Zweck II. raborstralie 48 Tcleoho» 47-1 »79 •' En gros En dntali

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