Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1924-07-04 · Heft 1934 (4.7.1924) · p. Seite 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1934 (4.7.1924)
Date
1924-07-04
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2979076-2980834-2981017--19573-3006730
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 10 Men, Freitag' Miene« Morgenzeitung. 4. Juli 1924 Nr. 1934 Leichtathletik. Neue japanische Rekorde. Die diesjährigen Leichtathletik- Meisterschaften, die in Tokio ausgetrageu -wurden, ergaben neue Rekorde in 16.000 Meter: Tashiro -in 32:48,6; 11V Meter Hürde«: Gbara 16,8 Sek.; - Hochsprung: Oda 1,77 Meter; Kugeln Mtzo^awa 11,76 Meter. Eure, olympische Krise in Holland? In Pariser Sportkreisen geht das Gerücht, daß Mitglieder des olympischen Komitees sich angesichts der großen Aufwendungen, welche die olympischen Spiele von Paris nötig machten, dahin äusgestrrochen hätten,.daß es unter den gegebenen Umständen zweifelhaft sei. ob die Holländer die olympischen Spiele des Jahves 1928 durchfuhren werden. Jedenfalls ist diese Information mit Simgen Vorbehalten aufzu nehmen; aus Holland war ihre Bestätigung bis jetzt nicht emznholen. In San Sebastian wurden beim letzten vorolympischen Meeting.einige spanische Rekorde verbessert. Sie lies Ordonez Wv Meter in 10,8 Sekunden. 200 Meter in 22,2 Sekunden. Touristik. Hakoah (Touristensektion). Zusammenkünfte jeden Freitag .abends. .von 8 his. 10 .Uhr. Telephon Nr. 39-2-69.- Tourenprogramm für Sonntag: a) Wienerwald. Zusammenkunft^ viertel. 8' Uhr, Franz Josefs-Bahn nach Grersensternr Führer Elias, b) Rax (Alpendereinssteig). Wfabrt am Vortag 16 Uhr 10 Min. nach Paherbach. Führer Dr. Schur. Hechawer (Touristensekiion). Sonntag den 6. d. um halb H Uhr Zusammenkunft am SiMahnhos. Tagestour Baden— xagerhaus^-Eis-ernes Tor—Merkenstein—Goslau. facques Salzer oder Dr. Presser. Führer Fechte«. Kongreß des internationalen Fechtverbandes. Holland stellt Len Präsidenten. — Die Amateurfrage im Rollen. Pari- (Bavas). Am Donnerstag den 26. Juni, vormittags, wuwe der 6. Kongreß des Internationalen Fechtverbandes abgehalten. Auf Verlangen änderte er die Zahl der jeder, ausgenommenen Nation zugeteilten Stimmen ab. Der- Kongreß glaM im Prinzip daran feschalten zu müssen, daß' jede Leigetretene. Nation im Maximum aus jede Kategorie- 2 Stimmen erhalte. Der Kongreß erneuert das Bureau des Internationalen Verbandes für weitere vier Jahre, die mit dem 1. Jänner 1925 beginnen. Der Hauptmann van Rossen, Präsident des holländischen Fechweichanides, wurde zum Präsidenten des Internationalen Fechtvevbandes mit Einstimmigkeit gewählt, um die olympischen Spiele von 1928 (Amsterdam) vorzÄereiten. -Die Teilnahme von Offizieren am Turnier veraulaßte eine lauge Diskussion und rollte die Frage des Amateurismus auf. Am Erwe der Sitzung stimmt der Kongreß «rustimmig für einen Beitrag von 2500 Franken für das "Organ des-Internationalen Fechwerbandes, die Zeitung ,^8'Escrimeet le Tir". . Aus den Vereinen. Hakoah. Sonntag um 10 Uhr Sitzung der Zionistischen Kommission der Hakoah. Hakoah. Den Mitgliedern wird zur Kenntnis gebracht, daß von nun r-n der Parteieuverkehr nur am Montag, Mittwoch und Freitag von 4 bis 6 Uhr stattsmdet. Libanon. Morgen um halb 8 Uhr im Restaurant „zur schönen Schäferin" Pvater Hauptallee, Generabvevsammlung. -ahl des Ausschufles. Sportbriefkasten. Edmund Bergtraun. Höß hat beim W. A. F. gespielt. „Wr. Worgenzeituus^ Grscheinl - sedeil Arcitag Nocturno im Schönbrunner Melier. Gold in arbeitet. Zwischen den Glaswänden, hinter denen dunkel der nächtliche Himmel steht, zieht sich em langgestreckter Bau hin. Ein schütterer Wald ist es, der nach rückwärts zu aussteigt, oben emr 'Blöße frei laßt, die von einem einfachen, aus Felsblöcken roh gemauerten Grabmal gekrönt wird. Dahinter graublauer, morgennaher Himmel, auf dem eine, schlanke Mondsichel verbleichend steht. Scheinwerfer und Jupiterlampen -verteilen ihre Lichtbahnen zwischen den Bäumen,- in deren ätoeigen noch das düstere Dunkel der weichenden Nacht hängt. Mystik des erwachenden Morgens eines schicksalsschweren Gedenktages. Zwischen Herr Baumreihen, die zu dem Grabmal sichren, ballt sich eine dunkle, erwartungsvolle Menschenmenge fröstelnd zusammen. Arme Dorffuden — Greise, Männer, Weiber und Kinder —, die hier auf den greisen Rabbiner warten. Wenige Schauspieler nur sind hier zu finden. Das Objektiv verträgt heute nicht mehr, dicke Schminken und qeKebte Bärte; Wirklichkeit muß es aufsaugen, wenn es lebenswahre Bilder aus den Filmstreifen bannen soll, lind Wirklichkeit wird ihm hier geboten. Auf der Straße fast hat man die passenden Tvpen flü-faegriffen und hierher gebracht, wo sie schnell zu Darstellern wurden, deren Spiel und Bewegen an vollster Naturtreue unter dem Banne der Mystik, den diese nachtschwere Dekoration ausströmt, nichts zu wünschen übrig laßt.; Der Rabbiner naht, vöst einigen kräftigen Männern mit Laternen sorglich geleitet, und gestützt. Oven bei dem Grabmal läßt er sich auf einem Stein nieder und aus einem alten Buche lieft er seiner Gemeinde die Geschichte -eines Helden seines Glaubens vor, eines Märtyrers, der nach qualvollem Leben uud. Sterben hier begraben liegt. Ein kleiner Knabe sitzt auf den Knien des Greises und lugt neugierig in das große, alte -.Buck,. Lebensmorgen und Lebensabend; 'dazwischen verbindend hie Heldensage von dem Mann, der für sxiuen Glauben sümpfte und starb- Dann scharen sie sich alle um das Gräbm-al und-der Greis spricht mit seiner Gemeinde das Kaddisch über den Toten, der hier ruht. Eine kleine Episode. Godin braucht weinende Frauen. Wahllos nimmt er einige von den hier Versammelten heraus, setzt sich mit ihnen'zusammen und in dem Idiom, das -alle Juden der Welt verbindet, beginnt der Amerikaner ihnen ad hoc eine-furchtbare Geschichte von einem alten Rabbi zu erzählen, den die Russen zu Tode prügelten. Der alte Schauspieler in ihm erwacht und seine Erzählung wird immer lebhafter und packender. Schon fangen die Gesichter der Frauen zu zucken an, da beginnt eine'zu schluchzen und eine halbe Minute später weinen fix alle herzzerbrechend Hinter ihm dreht der Operateur. Goldin wendet sich nach chm um und der nickt: „Fertig!" Er hört zu erzählen auf, alles rmgS um die Gruppe beginnt zu lachen und die Frauen blicken verwundert um sich, während ihnen noch die Tränen über-die -Wangen laufen. So rührend war die während des Erzählens erfundene Geschichte. _ „De« Fluch." Ein jüdisches Filmdrama. Der Reichtum der jüdischen Glaubens- und Legenden- Welt fesselt Maler, Dichter und Forscher in gleicher Weise,« und gerade die Klarheit und Wahrhaftigkeit ihrer Ideen ist es, die immer wieder zur Gestaltung anregt. Für den Filmdichter und den Regisseur aber besteht die allzu oft beobachtete Neigung, die Fabel, durch realistische Details, auszuputzen und so den inneren Kern des Sujets durch Popularisierung zu verflachen. Robert Land (Land-Film) und feine künstlerischen Mitarbeiter haben diesen Fehler vermieden, indem sie das Grurrdelement der Handlung durch großzügige Auffassung unversehrt ließen,, ja, noch mehr, .indem sie es zu eimm gewaltigen Symbol steigerten. Don der Idee des Filme? sei nur so viel verraten, daß der Held (hier der Duldende), da er em Verlöbnis bricht, verflucht wird, und nun fluchbeladen durch die Welt'zieht, bis ihn Gott-wieder entsühnt. Dieses schlagkräftige,' bis ins,Dämonische gesteigerte Motiv ist umranA von wundervoll erdächten. Szeuen und Bildern, von einer Fülle plastisch geformter, echt jüdischer Gestalten, welche die Idee und dm Geist des Judentums erst verdeutlichen, indem sie ihn auch szenisch' versinnbildlichen., .. Dr. Ernst W eizma-nn hatte die glückliche Idee, auf eine chltjüdische Legende zurückzügreifen, die gerade durch ihre tiefe Schlichtheit'auch den' Anspruchsvollsten ergreift.. Erste Darsteller verkörpern die Hauptfiguren. Ferdinand Bo nn alS Rabbi Hlieser, Albert Herne als Esra, Beregi als Jehudo Nachmann, P o i n t n r r als Wassilyi. H. H. F i s ch e t als Joel, der jüngste Thimig als Gimche. Otto Schmöle, Reinholtz Haussermann, Jiaak Deutsch, Alice Hetsey in charakteristischen Nebenfiguren schließen fick» zu einem Ensemble zusammen, das die lyrisch-dramatischen ©jene« zu einer lückenlosen Einheit zusammenpreßt. Der AufnahmstechnNer NKolaus Fark as und der Schöpfer der Interieurs Architekt Hans R o u c leisteten gediegene Arbeit Stilvolle Außenbäuten. die anheimelnde Atmosphäre des Ghetto schuf Dr. Hans Berger. Bezüglich der Details der Kulturschilderuug ließ Robert Land sich von Dr. Bronner (Jüdisches Museum) beraten. Besonders bemerkenswert ist ' die kirn sterische Durchbildung der Regie, die das Können Robert Laüds in blendendstem Lichte zeigt. Die Szenen sind geschickt stilisiert, ohne den Eindruck des Gewollten zu erwecken, besonders die Marktszenen uNd die Nachtbilder von verblüffender Echtheit. Endlich ein Film, der den Ehrennamen „jüdisch" in vollstem Umfang verdient. - _Posi. Die S. Gaier Co. Jnc.-Filmgesellschaft wird im Laufe dieser Saison unter der Regie Sidney M. Gold in 8,. der im Vorjahre den bekannten Film „Ost und West" produzierte, rn Wien drei Filme Herstellen, deren Darstellerensemble größtenteils ausden Mitgliedern des „Jiddisch Art Theater of Amerika", Direktion Maurice Schwarz, bestehen, wird. Dir Aufnahmen zu - dem: ersten Film, der den Titel „R e m e m b r a n c e" -tragen -wird, haben bereits ritt Wiener Schönbrunn-Atelier begonnen. Anßer dem bereits erwähnten Ensemble werden von Wiener Schauspielern Dagnh Serv-aes, Paüline' Schweig Hof er, Betty Riwä und Oskar D e r e g i Mitwirken.- Für die Gesamtorganisation dieses ersten Filmes, der im jüdischen Milieu vor etwa zweihundert Jahren spielt und dem ein Bühnenstück des amerikanischen Autors Säckler zugrunde liegt, wird Generaldirektor W. Goldberg zeichnen, für die Photographie Eduard Hösch und für die Bauten Architekt Wessely. mvasm Die Filme de« Wochen „Alte und neue Zeit." — „Danton." — „Für ewig" „Gewitterstürme." — „Ein Weib, ein Tier, ein Diamant." Theater von heute SrtSübruii« ScMwtbeatcr: Die Kinder 7,8 Burfiflaiteat Moderner Abend des Wiener Sinfouie-OrchejkerS */,9 (Sei Segen im gtflfaal derHosburg) vdlkrsper» Die lustigen Weiber ton Windsor 7,8 ehester i» acv 30$er$tadt: Onkrlchen hat geträumt - V*8 A»l«amk-westtr: Der Ehestreik 7,8 Mtzckemer Cdmelr Pariser Leben 8 wk. Ks»mettpiele: Colette (Pouche) 7 — Was Frauen träumen. . . ' 10 UnrltVielldesiek: Der kühne Schwimmer 8 Lnkllderter: Die Königin der Nacht 7,8 Cl><at«V »» 4e? Ale«: Gräfin Mariza a/*8 wr« ttadttbeater: Im weißen Rößl 7,8 wr. Lürgertderter: Ein Herbstmanöver 7,8 I-d.rttavrr-llftestef: Des Königs Nachbarin 7,8 tie«als$anee-B81)ite: Moskauer Studentenchor 8 Iidi»sttl'8Me: Diagnose 16! 7,8 wr. llowölileshsnrr Eine mtt Talent 7,8 ZchweirerhÄUt (Prater): Orchesterkonzert Ware! (Prater)rRussisches Studentenchor- und Balalajka-Örchester, Kapelle Ganglbrr-er Vs» wellberflhmte Russische Studenten-Chor- und Balalaika* Orchester um Ronslnntlnhöscl (Prater) Inhaber OTTO KASEREK cari•r es taurant Kalte und warme Küche, feinste Getränke, Höhenluft, Sonnenseite, Schatten? und Wasserseite Klassische und moderne Wiener Musik Kapelle W. Q a n g l be rg e r Restaurant TWIBIEA' Wien, II. Obere Donaustr. 91 ^3 * j Vorzügliche Küche «0 Palästina-Weine ■ ABENDS MILCH IDE KÜCHE Schmerzerfullt geben wir hiemit Nachricht, dass unser treuer, unvergesslicher Gatte, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel, Herr Salomon Dermet nach kurzem Leiden am 1. Juli L J. im Alter von 42 Jahren sanft verschieden ist. Die Beerdigung findet heute Freitag den 4. Juli um 11 Uhr vormittags vom Zentralfriedhof (III. Tor) aus statt. . Wien, den 3. Juli 1924. Josefine Dernier als Qait’n Leo und Bt’rl Dermer Josef und Befctl Kohn a!t Bttder . als Schwiegereltern Helene Scheer Saly Scheer Franzi Kohn Eduard Kohn Regina Glas Hermann GUs als Schwägtrinneic als SchwSg^r - und sämilfche Verwandten fiuETeilzaiilung - Lexusand Straps*- SCHUH! SThÜMPFE, SOCKEN schuhiavs Babermann l. Rauhenstelngas*tt10 Mezian'r. Tel. 77636. 608 [ec6BS* Musterkoster alle Retserequisiten werde» IN meinir Reparatur-WerkstStte wenn att<$ ta noA (o schlechtem Zustand, tote neu vergcrtÄirt. ALholuirg mib ZustkMng , A. I. Schwarz XV. Zwölfergasse Nr. 17 bei Marlatzilferstratze,i4A der itt besseren Kreis«» Zutritt hat wird gesucht flufätlftf« unter .Bitte Familie 6020au die Adm. der Blatte! 8020 kkach langem, qualvollem beiden verschied am 2. Juli 1. J. unser innigsigeliebter Vater, Schwiegervater und Grossvater, Herr Aron Jtier L>ns Leichenbegängnis findet heute Freitag den 4. Juli um 9 Uhr vormittags vom Zenttalfriedhof (I.Tor) aus statt Nathan Juer Helene Juer . Sofie Horowltz Nathan Horowitz Mela Schönfcld Max Schönfeld as Kinder als Schwicgerklnde ■ Erika und Fritz Horowltz, Robert Schönfeld als Enkel Der Unterstützungsverein „WAHRE HILFE <*, ll. Taborstrasse 18, gibt schmerzerfüllt Kunde vom Hinscheiden seines Ehrenmitgliedes, des Herrn welcher ani 1. Juli 1. J. in ein besseres Jenseits abberufen wurde. Das Leichenbegängnis findet heute Freitag den 4. Juli um 11 Uhr vormittags vom Zentralfriedhof (III. Tor)' aus’statt. Wien den 3. Juli 1924 Der Vorstand NÄHMASCHINEN FAHRRÄDER 1192411 ÜT IX. Lfechtensteinstresso Nr. 2«,'27 VI.Gumpendorfetrs-Frasse Nr. 67 IV. Wlodner HauptstressolO, „Union1* Kaufhaus PICK f Weiße" " * "r“ Golda-uuuui|iiu iiui..uuu Jakob Gallas, I, Rotgassal (Ankerhof) Herausgeber n. Vgen-tümer: ID. Zeitungsvu Berlagsges. m. b. H., Wien, 2. Bez., Taborstratze 1—3. - Verantw. Redakteur: Ernst Wertreich, Wien, 80. Bez., Traunfelsgasse S. — Druckereiunb Verlags-A.-G. Jg. Steinmann (verantwortl. .Leiter: Viktor MifM-erger), Ä. Nez., UniversitätSfiräße Nr. 6. Verantb). Redakteur für die Tschechoslowakei: 15660855

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.