Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1924-07-04 · Heft 1934 (4.7.1924) · p. Seite 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1934 (4.7.1924)
Date
1924-07-04
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2979076-2980834-2981017--19571-3006728
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

8 entity mentions

Seite 8 " " ' Wien, Freitag gaben sich gang ansehnliche Steigerungen. In der Kulisse erhöhten sich ungarische Kredit um 8000 K, Anglobank um 10.000 ft., Unionlüank um 9000 K.. Staatsbahn um 16.000 K., Lombarden um 8000 K., Alpine um 14.000 ft.. Kobürg um 11.500 K., Felten um 13.400 St., Krupp um 14.000 St., Poldihütte um 12.000 K., Skoda um 21.000 K., Waagner um 16.800 St., A. E. G. Union um 6500 ft., Siemens um. 8000 K., Salgo-Kchlen um 28.000 St., Tvifailer um 40.000 K., Brunner Maischinen um 36.000 ft., österreichische Hosherr um 8000 K., ungarische Hosherr um 12.500 St., Karipachen Petroleum um 14.900 K. und Senrpcrit um 10.000 K. Hingegen wuridon Dimber Holding um 20.000 K. billiger abgegeben. Im Sch ra nken war mch längerer Zeit eine Reihe van Effektengattiungen mit dem Pluszeichnerl aufgezogen, und da dev Nachfrage, die in einzelnen Werten in die Erscheinung getreten, nur geringfügige Ware gegenWerstand, konnte die Tätigung der Käufe um zu wesentlich höheren Kursen bewerkstelligt werden. So gewannen Adria 120.000 K., Dampfschiff 30.000 K., die Genußischeine derselben 15.000 K., Lemberg- Czernowitzer 20.000 K. Bon den Bauwerken gewannen Allgeumne Bau 40.000 K., Unionbau 25.000 K., Golleschauer 20.000 K. und Unionibau Materialien 40.000 K. Mehr Beachtung sanlden Brauwente, von denen Schellenihofer 145.000 Kronen, Gösser 55.000 K., Äiesinger 50.000 St , Pilsener 300.000 St. und Schindler und Stein 90.000 K. profitierten. Kerner erhöhten sich Dynamit Nobel um 200.000 K., Lampen Ditmar um 125.000 K. Auch Kohlenwerte um die Aktien der Maschinenfabriken wurden mit Besserungen bedacht. Größere Steigerungen wiesenauch einzelne Werbe der Papierfabriken ruf. Bon den PetroleumÄktien stiegen Galicia um 100.000 K-, Naphtha um 30.000 K. und Schoidnioa um 40.000 K. - Aus dem Anlagemankt ergaben sich nur unwesentliche Bevschrebungon. Von den Exoten notierten: Knobloch 2000, Mrazmoa 10.000 bis 46.000, Oleum 70.000, Teipoge 36.000 bis 39.000, ilnivcrsale 21.000 bis 22.000. Sie Warenmärkte. (Eraenberichr der „Wiener Morgenzeitung".) Wein. Tie „Neue Weinzeitung" schreibt; Die andauernd upkünftigen Kreditverhältnisse schaffen in allen Branchen Oesterreichs eine geradezu kritische Lage. Die Lage im öankengewrrbe wird ffch, wenn nicht bald die Regierung und die ltationalbank,in ausreichendem Maße eingreifen, in einer eise mswirken, die die österreichische Gesamtwirtschast gefährden önnte. Wie wir hören, besteht die Absicht, in den nächsten Tagen Sttbuffie und Handel größere, billigere Kreditmittel im Wege der lkationalbank zuzufübren. .Es wird Sache deS WeinhondelS sein, m Rahmen dieser Aktion auf Kreditzuweisungen zu bestehen. In Dien ist die Marktlage unverändert. Gastwirte kaufen nur Kgernd ein. Der Großhandel ist genötigt, Einkäufe auf den österreichischen Produktionsgebieten zu tätigen, weil die Vorräte zur steige gehen. Interessant ist die Feststellung, daß die Produzenten mr dann äbgabelusiig find, wenn sie dringend Kasscr benötigen, die Nachfrage nach aufgebefserten Weinen hält an. Der . Marktireis beträgt 8500 K. pro Liter. 12%tfte Altweine notieren?500 bis 9000 K.. 12°/.ige Neuweine 10.000 K., 13°/oige Ungarpetne 11.500 K. pro Liter. Auf den L ft e r r e i ch i s ch e n p r o d u k t t o n s g e b i e t e n wird seitens des - Großhandels gekauft. Produzenten sind in ihren Preisforderuvgen fest, Preiserhöhungen wurden nicht vorgenommen, weil eine größere llusdehnnng der Einkaufstätigkeit infolge der Geldkrise' nnnöglich ist. Die Ernteaussichten sind überall ungünstig. In Nistelbach u n d Umgebung notieren ß- bis Weine 7000 K. pro Liter. In Krems und Umsetzung notieren' 8- bis 8V,//»ige 1922er 6500 ft., 8° bis }V,g°/yige Neuweine 6500 bis 7000 K. pro Liter. In Langen-! o i s u n d Umgebung werden 1922er zu 6000 K., 8*/,ige Neuweine 6500 bis 7000 K. pro Liter ausgebotrn. Wiener LchMSrse. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) Ter Besuch der gestriaen Schuhbörse war äußerst schwach, /em^ufolge blieb auch die Geschäftstätigkeit eng begrenzt. Die prerse haben nur nominelle Bedeutung. Wiener Holzbörse. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) . Zum öffentlich rn Verkaufe gelangten laut Art. 843 des H.-G.-B. 2 Waggons Bretter und Leisten ■ franko Waggon Passän «hievon 1 Waggon in Oesterreich und 1 Waggon u Rotterdam lagernd) zu 10,000.000 K. Wiener Warenbörse. (Eigenbericht per „Wiener Movgenzeitung".) Zum öffentlichen Verkaufe gelangen heute, V~12 Uhr, 4 Waggons Aetznatron und um 1 Uhr 20 elektrische Uhren. Biehmörtte in St. Marx. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) R i n d e r m a r t t. Ter gestrige Auftrieb belief sich auf? Stück inländisches, 77 Stück ungarisches, 171 Stück jugoslawisches und 323 Stück rumänisches, Zusammen 680 Stück Schlachtvieh, worunter sich 461 Stück Mast- und 119 Stück Beinlvieh befanden. Primasorten waren spärlich vertreten. Der Großteil des Austriebes bestand aus mittleren und minderen Lualitaten. Bei ruhigem Verkehr konnten die letzLnctierten Montngpreise erzielt werden. Sch wernemarkt. Aufgetrieben wurden gestern 8381 Schweine, darunter 2606 Fleisch- und 875 Fetischweine. Für Fleischschweine war die Nachfrage relativ lebhaft, wogegen Fettschweine wenig Beachtung fanden. Verkehr auf Basis der Dienstagpreise. Es notierten: Fettschweiue je nach Qualität 17.000 bis 20.000 K., alte dänische 13 600 bis 15.000 K. und Fleischschweine 15.000 bis 18.000 ft. pro Kilogramm Lebendgewicht. Stechviebmarkt. Die gestrige Gesamtzufuhr belief sich auf 1763 Stück Kälber, darunter 776 lebende, 523 Weidnerschweine, 54 Wetdnerschafe, 27 lebende, 15 Kitze und 19 Lämmer. Lebende Kälber erlitten einen Preisrückgang von 1000 K. pro Kilogramm Lebendgewicht. Primasorten Weioner blieben im Preise behauptet, während mindere Qualitäten bis zu 1000 K. pro Kilogramm eingrbüßt haben. Fleischschweine haben sich um 2000 K. pro Kilogramm verbilligt. Fettschweine tendierten unverändert. Es notierten: Lebende Kälber 17.000 bis 26.000 K., Weidner 17.000 bis 28.000 K., Fleischschweine 16.000 bis 23.000 K.. Fettschweine 22.000 biS 24.500 K., Weidnerschafe 7000 bis 16.000 K., Kitze 8000 bis 18.000 K. und Lämmer 19.000 bis 16.000 K. pro Kilogramm. Wiener Morgenzeitung. Berliner Börse. Berlin, 3. Juli. Mangels Anregung war an der Börse Gesckästsstille in ausgefprochcnem Maße vorhcrrischeno. Dm Kurie .mterlagen in '«ihrer Gesamtheit nur geringfügigen BerändrrunAn. Wegen der drückenden Ge-schästsstille und der allgemeiner Unlust trat eine mäßige Senkung des Kursstandes ein. Stärkere Rückgänge -im Ausmaße über eine Billion Profnr harren nur einige -Montanwerte zu verzeichnen. Ludwig öwe-Aktlen büßten zeitweilig aus Abgaben der Firma, welche bisher Auskäufe darin vorgenommen hat, 10 BMionen Prozent ein. Das Interesse für Kriegsanleihe und große Umsätze darin haben üusgchört. Der Kurs gab von. 260 bis 235 nach., um sich wieder auf ungefähr 250 zu erholen. Am Geld- und Devisenmarkt ist die Lage unverändert geblieben. (Alles tu Billionen von Mark.) Schlußkurser Türkische Lose 20.6, Oefierr. Staatsbahn 26.5, Nordd. Lloyd 4.—, 23er. Elbeschiffahrt 1.9. Berliner Handelsgesellschaft 21.8, Kommerz. Privatbank 3.625. Tcmnstädter Bank 7.—, Deutsche Bank 8.—, DiSkonto- Kommandit 8.2, Dresdner Bank 4.76, Nationalbank für Deutschland —, Oesterr. Kredit 0.35, Oesterr. Länderbank , NeichSbank 32.5, Wiener Bmrkverein 0.25, Wr. Unionbank 0.325, Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 6.6, Bochum« Gußstahl 45.5. Daimler Motoren 1.87, Deutsch-Luxemburger 44.7. Deutsche Maschinen 3.62, Dynamit Nobel 4,75. Felten u. Guilleaume 16.—, Gelseukirchen« Berg. 45.9, Tli. Goldschmidt 9.—, Harvener Bergbau 50.5, Hirsch Kupfer 17.12. Höchster Farben 9.25, Hohenlohe-Werke 15.7, Laurahütte 4.25, Mannesmannröhren 24.—, Phönix Bergbau 24.—, Schlickert n. Co. 28.1, Siemens lt. HalSke 38.—, Telephon Berliner 3.38, Goldanleihe 4.2. Dollarschatzanweifungen 79.75. Prager Börse. Prag. 3. Juli. Deckungskäufe der Kontermine und bessere Wiener Meldnnaen führten eine befestigte Eröffnung an der heutigen Börse herbei. Die. anfänglichen Gewinne waren sowohl in der Kulisse Äs auch, im Schranken ziemlich bedeutend, so daß die Spekulation in einigen Effekten ReÄisationrn vornahm. Infolgedessen stellte sich eine mäßige Abschwächung ein, die aber rm «weiteren Verlaufe'und namentlich gegen Schluß von einer festen Tendenz wieder abgeWst wurde. Das Geschäft nahm aber auf keinem'Gebiete einen größeren Umfang an und hielt sick in mäßigen Grenzen. Heimische Banken waren l*M)\ aebesiert. Wiener dnrchwegs fester. Auf dem Anlagemarkt machte sich einleichte Befestigung bemerkbar. Auch EMten zogen größtenteils rm Kurse an. Der Schluß war befestigt. S ch l u ß k u r s e: Türk. Ciienbahn-Anleitze 400 Franken —.—, Böhm. Nnionbank 397.—. Döbm. Eskomvtebank 394.—, Böüm. Indnstnalbank 419.—, Zivnostenska Banka 400.—, Anglobank 97.50 Oesterr. Kredit 74.—, Wiener Uuionbank 73.—, Wiener Bankverein 57.—, Buschticbrader Eisenbahn Lit. A —. Lit. B —, Frrbiuands-Nordbabu 5650.—, Vrag-Tuxer 161.—, Aussig-Tevlitzer Eistnbahrl —, Nestoniitzer Anckeriudustrie 1445.—. Bereiniate Elektrizität Wien 115.—, Brosche 1130.—, Koliner Svi'rit'.'.ö 1048.—, Köniasbofer Äement 955.—. Breitseld-Tanek 491.—, Ninkiboffer 705.—. Simmerinaer 104.—, Aotbkosteletzer Textil. 310.—, Alvine Montan 197.—, Boldihütte 319.—, ^.stager Ellen 693.—. Oesterr. Berg lt. Hlitten 2290.—, Skoda 619.—, Jnwald 230.— Die Levisenkiirse. Zürich» 8. Juli. (Devisenkurse von 11.46 Uhr. Von der Schweizerischen Kreditanstalt nütqeteilte Mittelkurse.) Berlin pro Milliarde (-.—), Holland 211.85 (211.60), Nelv-Vork 561.50 (561.75), London 2433 (24.32V Paris 28.95 (28.85), Dkailand 24.14 (24.15), Brüssel 25.65 (25.30», Kovenbagen 90.50 (90.—), Stockholm 149.25 (149.25), Christiauia 75.50 >75.—), Madrid 74.— (—.—), , Buenos Aires — Brag 16.50 (16.52V,), Budapest 0.0068 03.0069), Bukarest 2.25 ' (2.37), Belgrad 6.65,6.47-/-). Sofia 4.09 (4.09), Warschau :-.-), Wien 0.007912 (0.007912). Berlin, 3. Juli. (Devisenkurse.) (In Goldmark für '100 Einheiten mit AnSnabme von Buenos, New-Dork, London,Japan und Rio für 1 Einheit, Wien und Budapest für 100.000 Einheiten?. Amsterdam 1--7.70 (157.70», Belgien 19.05 (18 95), Cbriftiania 56.16 (56.06), Kopenhagen 66.58 (63.83), Ctockkolm 111.12 (111.12-, Italien 18 05 (18.03». London 18.135 (18.125 >, S.'?w-S>ork 4.19 (4.19), BariS 21.65 (21.59-, Scluoeiz 74.41 (74.41), Spanien 54.76 (55.36)/ Wien 5.91 (5.91), Prag 12 27(12.29,, Budapest 5.09 (5.09-, Sofia 3.03 (3.04), Belgrad 4.965 (4,91). Berlin» 3. Juli. (Rotenknrse.) (In Goldmark für 100 Einheiten mit LluSnabrne von Dollar und Pfrurd für 1. Einheit, österreichische für 100.000 Einheiten und polnische für 100 Zloty? Noten: Dollar 4.19 (4.19). Pfund 18.10 (18.09), Italienische 18.05 (18.03), Oesterreichische 5.97 (5.93), Polnische 77.375 (77.80-, Tschecho-slowakische 12.27 (12.28). Prag, 3. Juli. (Devisenkurse. — Mitgeteilt, vom Bankamte des tschecho-stowakischen FinaNMinisteriums.) — Berlin*) 8.09 (8.06), Zürich 608.- (606.-), Paris 176.75 (176.75), Loudou 147.30 (147.80), New-Pork 34.- (34.-). Belgrad 40.37 (40.-), Bukarest. 13.60 (13.86), Wien 4.73 (4.74), Warschau-ß) 664.- (665.-), .Agram —l—.—), Budapest 3.90'/« (3.91), Jugoslawische 40.62 (40.25), Oesterreichische gestempelte Krone 4.75V, (4.75), Polnische-f) 644— (649.50), Ungarische (3.05). *) per Billion, f) für 100 polnische Gulden. Budapest» 3. Juli. (Kurse der Tevlselnrentrale.) — Amsterdam 31.190 bis 31.690, Bukarest 325.— bis 340.—, Kopenhagen 13.380 bis 13.540,Chrifiiaüia 11.120 bis 11.300, London 358.300 bis 364.000. Berlin-.- bis-.-, Italien 3640- bis 3610.-. Paris 4250.— bis 4320Prag 2420.- bis 2465.-, Stockholm 22.020 bi? 22.340, Zürich 14.430 bis 14.660, Wien 1,1655 bis 1,1846, Sofia 600.— bis 610.-, Agram 970.^— bis 990.—, New-Bork €2.450 bis 84.000, Warschau —bis Brüssel 3760.- his 3830.-. Delgra-, 3. Juli. (Devisenkurse.) London 362.75 bis —, Paris 439.— bis , New-Iork 8360 bis , Genf 1491.- bis' Saloniki bis , Mailand 361.- bis Prag 245.75 bis Berlin bis Wien 0.1178, bis Bukarest 33.75 bis Sofia ’ 62.50 bis Budapest bis Brüssel 382.— bis —, Amsterdam 3160 bis —, Warschau — bis — . Agram, 3. Juli. (Devisen.) Wien 0.1185V, bis Berlin bis —.—, Budapest 0.11, Bukarest 34.— , bis Italien 361.20 biS —London 863.25 bis New-Bork 83.80 bis —, Paris 437.70 bis , Prag 246.87-/, bis Sofia bis Schwei, 1402.40 bis Brüssel bis Warschau bis Amsterdam 3175 bis . Stockholm —bis —. Warschau, 3. Juli. (Devisen.) Berlinbis—.—London 23.29 bis 22.51. New-Aork 5.16 bis 5.21, Prag 15.20 bis 15.34, 1 nun 7.29 Hl 7.85. 4. $uit 1924 Nr. 1934 ' Nachdruck Vorbehalten. - 4. Fortsetzung. Richard Marr. der Sohn eines Mhilich verarmten Sipelulanton. der infolge der Kränkung über diese Berilnste einem Schlaganfall erlag, stcht mttttlloL da. Da der junge Mann ein ausgezeichneter - Fußballspiel^ - ist,'entschließt er sich auf Vorschlag seines früheren Trainers Johnny Bell, Professional zu werden. Eine Empfehlung weilst Richard Marr zu einem ProwinzlstadtNub namens Hollywood. Dort ongelangt, trifft er >den Manager des Vereines, müt dem e>r in dessen Kanzlei verhandelt. „Der Grund, warum ich zu JHuen komme, ist meine private Angelegenheit, die ich Ihnen nicht erzählen werde, selbst wenn es Sie interessieren würde, was ich übrigens sehr bezweisie. Ich will gleich Mr Sache kommen, da Sie scheinbar ebenso ungern Zeit verlieren wie ich. Leute, die es verstehen, meinen, daß ich gut Fußball spiele. Ich koste kein.Ablösegeld, weil ich noch nie als Professional gespielt habe. Jetzt will ich es aber tun, und wenn Me mich nicht aufnehmen, so werde ich wohl noch einen anderen Klub finden, der mich nimmt. Sie sind übrigens der erste, dem ich mich angeboten habe. Ich verlange von Ihnen nichts, als daß Sie mit mir einen Versuch machen; er wird Sie nichts/kosten, wenn Sie mit dem Experiment nicht zufrieden sind, will ich gerne weiter ziehen. Sind Sie damit einverstanden oder soll ich gleich Wieder gehen?" Die letzten Worte warf der junge Mann hasti,g hin, beugte sich vor und blickte Mr. Samuel Hollister nun seinerseits ebenso scharf und durchdringend in das braune, verwitterte G«>sicht. Ein trockenes, kaum merkliches kicherndes Geräusch war die Antwort des Fußballfunktionärs. „Das Schwätzen verstehen Siel" brummte er endlich. „Was spielen Sie und wo haben Sie..früher gespielt? Das werden Sie mir doch hoffentlich verraten?" „Aha^. Wir scheinen uns doch schon näher zu kommen," antwortete der junge Mann. „Ich bin Mittelstürmer, einer unserer berühmtesten Spieler meinte, daß mir dieser Posten besonders liegt. Seinen Namen werde ich Ihnen nicht sagen — noch nicht; denn wenn der Versuch, den Sie mit mir machen sollen, fehlschlägt, so würde da§ einen Zweifel an der Urteilsfähigkeit des Mannes bedeuten und er ist ein guter Freund von mir. Ebenso denke ich wicht daran, Ihnen zu erzählen, in welcher Mannschast ich üisnun gespielt habe. Wenn ich-es tätewürden Sie vielleicht zu viel von mir erivarten und. dann enttäuscht sein. Was ich leisten kann, sollen Sie dort draußen aus dem Spielfeld sehen; aber ich wünsche faires Spiel für mich, ohne Vorurteile und je eher, je lieber'" Marr blickte, während er sprach, auf die Haudtasck^e, die zu seinen Füßen lag. „Was haben Sie da drinnen?" fragte Hollister. Sein Ton klang diesmal um eine Nuance weniger hart. „Meine Referenzen!" lächelte Marr. „Referenzen?" Die Stimme des Managers hatte ihre alte Schärfe wieder. „Jawohl, ein Paar Fußballschuhe, das sind die besten Referenzen, die ich^ mitbringen konnte!" Das Gefühl, in diesem kleinen Duell von Frage und Antwort seinen Mann gestanden zu haben, erMte Marr mit unbändiger Lust. Er hatte die erste Furcht gebändigt und die alte Wahrheit gelernt, daß der Erfolg im Leben zum großen Teil von der Fähigkeit abhängt, sich richtig in Szene zu setzen. Wieder kam ein Kichern als Antwort, doch diesmal etwas lebendiger als das erste Mal. „Sie sind Amateur. Das steht Ihnen cküf dem Gesicht geschrieben," sagte Hollister. „Soweit ich mir die Jungen selbst ausfuchte, habe ich mit Amateurennie gern zu tun gehabt, besonders mit den feinen Herren nicht. Die lassen einen gewöhnlich im Stich, gerade wenn man nicht, im Stich gelassen werden will. Sie wollen das Training nicht genau nehmen, und wenn man mit ihnen deutlich spricht, packen sie ihre Koffer und — weg sind sie. Mancher Fußballmanager verdankt seine grauen Ha-are den Sorgen, die er mit den Amateuren hatte, welche die Direktoren ihm in die Mannschaft eingestellt haben. Ich erinnere mich — vor Jahren, als ich noch Robert Morrisons Assistent bei Clayton A'thletie war, verloren wir durch einen dieser Herren die Meisterschaft. Er hatte, bevor er zu uns kam, N-echtslnnen für Occasionals gespielt und war gewiß zu seiner Zeit ein guter brauchbarer Stürmer. Als er sich in unserer Stadt niederließ, waren unsere Direktoren hinter ihm her, wie eine Rotte Wucherer hinter dem einzigen Sohne eines Milliardärs. Wir hatten damals eineprachtvolle Abannschaft und es war ein Rennen Kopf an Kopf um die Meisterschaft; da mußte unsere Direktoren der Teufel reiten und sie stellten den Mann rechtsinnen auf. Das kostete uns die Liga. Der Herr „Amateur" fuhr elegant im eigenen Auto vor und in der ersten Viertelstunde hätte nur ein . Erdbeben ihn stoppen können. Aber dann ... oh du mein Gott! wir spielten den Rest des Matches mit 10 Mann und verloren 2:1. Hätten wir Earp, unseren alten Rechtsinnen aufgestellt, dann wäre das Match unser gewesen! /»Ich erzähle Ihnen das alles," fuhr Hollister fort, „damit Sie wissen, daß ich von Amateuren nicht viel halte. Man hat immer Schwierigkeiten mit ihnen, das ist wenigstens meine Erfahrung. Diese Fußballer aus Liebhaberei können mir gestohlen werden. Wenn ein . Mann Fußball spielt, muß er mit Leib und Seele und mit seiner ganzen Zeit dabei sein." (Fortsetzung folgt.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.