Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1924-07-03 · Heft 1933 (3.7.1924) · p. Seite 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1933 (3.7.1924)
Date
1924-07-03
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2979076-2980834-2981016--19560-3006716
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Seite W Wien, Donnerstag Frmken in Paris notierte auch in Zürich der Franken tiefer. Er notierte bort 28*85 gegen 29.40 dem Vortage gegenüber. Milt» und Balutenkurke. (Mitgeteilt von der Oesterreichischen Nationalbank.) Vista ^ttiBferdaiti f, t holl. Gulden Agram 1 juy. Kronen . .! Belgrad 1 Dinar Berlin* 1 deutsche Reichsmark r Brüssel 1 belgische Francs . ' Budapest I ungarische Kronen : Bukarest 1 Lei . . . . . , t ChristianI« 1 norweg. Kronen t Kopenhagen 1 dänische Kronor ' London 1 Pfnnd Sterling . i Madrid 1 Pesetas Mailand 1 Lire Neyr York I Dollar.« Paris 1 Francs.• Prag 1 tschecho-slow. Kronen * Sofia I Lewa . » Stockholm 1 schwediseheKronof » Warschau** I polnische Mark» . Zürich 1 schweizerische Francs » 2. lull 1. Juli Geld Ware Oeld Ware 26751),-. 26830.- 26700.- 26800.- 826.- 830.— 816.- 820.- 826.- 830.- 816.- 820.- 16,70 17.— 16.75 17.05 3224.- 3230.- 3224.— 3238.- 0.82V» 0.88'/» 0.82V, 0.88V, 289.- Al.- 296.- 298.- 9430.— 947k».- 9430,— 9470— 10980.— 11020.— 10980.- 11020— 307200.— 308200.- 306500.- 307500— 338«.- 9420.- 8380.- 9420— 3044.- 3056.— Z054. — 3066.- 70935.- 7N«5.- 78935.- 7,185.- - 3667.- 3663.- 3717.- 3733— 2091.- 2101,- 2095.— 2105— 512,— 516.- 5M.— 515.- 13720.— ,8780.- 18720.- ,8780.- 13680,- 13780,- 13550.- 13650— 12625,— 12675.- 12615.- 12655— Noten Amerikan. Noten v. 5 Dollar aulw. . » „ kleinere . . , Belgische Noten 100 Franc» . , Bulgarische Noten zu MOO Leva . » » » 160 , » „ kleinere. . , Dänische Noten 100 Kroner . . Deutsche Noten*...... » » »100»»'» , , kleinere* . . . Engl, Noten von 5 Llvrest, aufw, » , kleinere. Französische Noten 100 Francs . Holländische Noten IM Gulden . Italienische Noten v. 100 Lire aufw. » » kleinere . . . Jagosl, Noten ungest. zu 1(100 Dinar » * » io« » . , . kleinere . , Norwegische Noten 100 Kroner , Polnische Noten **....».. kleinere** * Rumänische Noten zulOOOu. 500Lei » . kleinere , . . Russ, Noten (Roman,) zu 500Rubel . . . . 100 . . » » kleinere , » Schwedische Noten 100 Kronor » Schweizerische Noten 100 Francs, Spanische Noten 100 Pesetas . , Tschecho-slow, Not. v.lOOOautw, „ . kleinere . Türkische Pfund-Noten ..... Ungar. Note« (neue Em.) zu lOOQKr, , .zu 10.000 Kr, . . . . , kleinere ..... ♦ Für 1000 **' für 1 Zlrch aufwärts. 70460.— 70860.- 70460.— 70860— 70360.— 70760.- 70360.- 70761— 3185.- 3215.- <» 3130.— 3210— 494.- 502.- 494.- 5-2— 474!- 482!— 474— 482!- 108.50.- 10930.- 1084! — 10921.— 16.30 16.70 16.30 16.70 1&2Ö iß!eo 16^20 16l60 305400.- 307000.-. 304700— 306300— 3052(-0.- 306800.- 304500— 306100— 3675.- 3665.- 3685— 3715.— 26450.- 26650.- 26400— 2-10— 3055.- 3075.- DBS.- 5081— 3025.- Z045.— 3035— 3055— 824.- 830.- 817— 823— ' 814.- 830.— 807. — 813— 9310.- 9390.- 9110.— . 9390— 13510.- 13660.- 1353t.— 13670— 13310_ 13451.— 13330— 1347s — 284.— 288.— 292— 296— 274,- 278.- 282— 286— -— 18511)!— 18610*.- 18510*— 18610- 12610.- 12690.- 12540— 12620— 9260.— 9340— 9260— 9340— 2082.— 2098— 2072— 2088— 2077.- 2093— 7067— 2083— 34600.— 35400.— 34600— 35400— 0.81 0.87 0.81 0.87 iillS "a82 0,76 o!82 Naumachrr an der Arbeit — auch in Holland. Frankfurt, 2. Juli. Die „Frankfurter Zeitung" meldet au- Amsterdam: Die über die Lage der Rotterdamfchen Bankvereinigung umlaufenden Gerüchte haben die Niederländische Kank zu einer Verlautbarung veranlaßt, wonach die Leitung der Rotterdamschen Bankvereinigung alle Unterlagen zur Beurteilung ihrer Liquidität dem Presidenten der Niederländischen Bank vorgelegt hat. President Bissering erklärt sich' bereit, falls die Notwendigkeit dazu entstehen sollte, bei der. Wahrung dieser Liquidität mitzuwirken. Wie die holländischen Zeitungen schreiben, ist der Zweck dieser Verlautbarung, die Widerlegung der erwähnten Gerüchte, durch diese autoritative' Erklärung voll erfüllt. Copyright Nachdruck verboten. Jüdischer Verlag, Berlin. 34. Fortiehnng. Von Sarnmh Groneman». An Neckereien hat es natürlich nicht gefehlt und Meister Zellers Zeichnung „Das Gänsemännchen" erregte im Kasino viel Freude. Krankheit. Die ersten Monate meines Kodonoer Aufenthaltes kam ich aus dem Kreis dev Presseabteilung und -der Jntell-ek- . tuellen eigentlich wenig heraus. Das jüdische Leben beobachtete ich mehr als Zuschauer; recht heimisch geworden bin ich erst, als ich in einer bösen Zeit die Hilfsbereitschaft und Güte, die dort zu Hause sind, s>o recht kennengelernt hatte. Ich zag mir in Kowno eine ernste Krankheit zu, übrigens seltsamerweise auch diese durch nichts als die übergroße Liebenswürdigkeit eines guten Freundes. Das war ein junger Arzt, der eines Tages, als ich mit ihm -durch die Stadt schlenderte, mich auf ein kleines Bläschen im Ohr aufmerksam machte. Ich versicherte ihm, daß ich. das noch gar nicht bemerkt hatte und keinerlei Belästigung empfand, aber in einer Aufwallung von Hilfsbereitschaft und medizinischem Tatendrang schleppte er mich in feine Klinik und begann an meinem Ohr herumzusch neiden. Seine Freundlichkeit war um so anerkennenswerter, als er eigentlich an mir, der ich nicht frei ihm zuständig >war, gar nicht heru-mdoktern durste, sich also allerhand Unannehmlichkeiten aussetzte, «wenn die Sache herauskam. Es schien ja aber ein« ganz harmlose Sache und wäre auch alles ganz gut gegangen, wenn er nicht i>m Eifer des Gefechts bei seinem sonst erfolgreich verlaufenen Bajonettangriff ein winziges Stückchen Watte in der Wunde hätte liegen lassen. Ich bekam unerträgliche Schmerzen und lag glücklich «nach ein paar üblen Tagen in meinem ungemütlichen Quartier mit einer respektablen Gesichtsrose nebst Blutvergiftung. Diese Diagnose wurde freilich erst später gestellt, vorläufig lag ich in meinem Quart-ier mit 41 Grad Fieber und jede Meldung konnte meinem ärztlichen Berater unangenehm werden. Er sah sich ziemlich . verblüfft die Folgen seiner Wiener Morgenzeituns. 3. Juli 1924 Nr. 1933 ihm >♦ Vü Sie Schwierigkeiten infolge der Zriammenbrucher der Lepofttenbank. - KreditverMgerunt zur AbwiAung der Mslnndsgeschiifte. — Zutereffenahme amerikanischen und schweizerischen Kapitals. Durch den Zusammenbruch der Depositenbank A. G. ist auch die ihrem Konzern ungehörige Vita fr Im A. G. in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Diese Gesellschaft, welche naturgemäß große Betriebskapitalien benötigt, hat bei der.Depositenbank einen Akzeptkredit von zirka 33 Milliarden in Anspruch genommen. Die Gesamtverbiudlichkeiten der Vitasilm A. G. belaufen sich auf zirka 40 Milliard e n, wobei schon die oben erwähnte UkzePüroditfovderU'Ng der Depositenbank inbegriffen ist. Infolge des Ausgleichsverfahrens bei der Depositenbank ist die Vita in Schwierigkeiten geraten, weil sie einerseits nicht mehr weitere Be- 'triebskredite von der Depositenbank erhalten konnte, andererseits aber vor der Gefahr stand, .daß von der Ausgleichsmasse die geschuldete Summe eingefordert werden könnte. Nun hat sofort nach Bekanntwerden des Ausgleichsverfahrens die Vita rasch ihren Betrieb restringiert und eine, größere Anzahl-von Entlassungen vorgenommen, ivm keine größeren Kredite in Anspruch nehmen zu müssen. Mer trotz alledem waren die Schwierigkeiten noch immer derartige, daß nur durch ein Moratorium ihr Lust geschafsen -werden konnte. Zu diesem Zwecke haben gestern zwischen der Verwaltung der Gesellschaft und den Kreditäre n und den Mit gliederndes Ausgleichskomitees der Depositenbank Verhandlungen in dieser Hinsicht stattgefunden, welche -bezwecken, .der Vitafilm A. G. den Abschluß der im Auslande schwebenden Geschäfte z u e r mögli chen. Es sind nämlich seit längerer Zeit Geschäfte in Schwebe, welche ihrem baldigen Ende entgegengehen. Die Verwaltung der Vita erklärt, innerhalb drei Monate n a l l e Schulden zu begleichen, da mittlerweile größere Summen aus bereits abgeschlossenen Geschäften ein langen dürfte n und auch aus den vor dom Abschlüsse stehenden Geschäften größere Summen in Aussicht stehen. Die Schuldner stehen diesem Vorschläge der Vi-taftlm A. G. nicht unsympathisch gegenüber, zumal sie selbst einsehen. daß das Unternehmen an und für sich ein gesundes ist, daß es aber vielleicht in einer etwas stärkeren Ausdehnung, als die Kreditspannung der Depositenbank es vertrug sie in Anspruch genommen hatte. Die Basis die sei Geschäftes ist eine solide und gut fundiert« und sie'.ermöglicht es der Gesellschaft, ihr aus aller Schwierigkeiten heraüszuhelfen. In der letzten Zeit schweben Verhandlungen mit amerikanischem und Schweizer Kapital wegen Jnt-ereffenahme ar der Vitafilm A. G. Wahrend die Amerilauer in erst-ei Reihe sich für die Filme und Produktion iw teressreren, wollen die Schweizer Kapitalisten mit einer größeren Summe direkt in die Vita ein treten und die Aktiengesellschaft in ihre InteressenWire einbeziehen. Diese Verhandlungen nehmen einen relativ günstigen Verlauf und man hofft, daß sie in nicht allzu ferner Zeit ihren Abschluß finden dürften. Aus diesem Grunde -verlangt die Vita f i l m' A. G., daß vorläufig von der V e r h ä n g u n g d e s A u sgleichsverfahrens abgesehen werde, da zweifellos dieses nur die so erfolgreich angebahuten Verhandlungen erschweren würde. Die Gesellschaft besitzt ein Aktienkapital von 650 Millionen Kronen Nominale, welches in dreiviertel Millionen Mien zerlqgt ist. Die wertvollen Aktiven der Gesellschaft setzen sich aus den Film, etablissemevts in Wien zusammen, welche zu Buch nur mit 38 Millionen Kronen bewertet sind, faktisch aber einen Milliardenwert repräsentieren, da sie modernst eingerichtet und mit allen technischen Errungenschaften der Neuzeit ausgestattet, sind. Außerdem verfügt sie noch über einen größeren Fundus und eine Reihe wertvoller Filme, die mit Erfolg im Auslande abgesetzt werden un8> über deren weiteren erfolgreichen Verkauf an das Ausland die jetzigen Verhandlungen schweben. Geringe geschätzt wird der Wert des Fundus mit fünf Milliarden beziffert. Der wirkliche Wert ist zweifellos diel höher als die gesamte Akzeptschuld an die Depositenbank. Es ist Aussicht vorh-anden, daß die Vitastlm A. G. trotz des Zusammenbruches der Depositenbank dennoch intakt die jetzigo Krise überstehen wird. Der gestrige-Privatverkehr war von einer festen Haltung getragen. Nebst den Werten tschechücher Provenienz waren Alpine. Krupp, Semperit und Karpathen liober taxiert. Des Ausgleichsverfahren über das Bankhaus Ultmann. Im Ausgleichsverfahren gegen das Bankgeschäft Sieg. Ultmann hat der Schuldner Sieomund Ultmann eine Ausgleich squote von 50 Prozent, zahlbar in sechs gleichen Raten in' Abständen von je vier Monaten vorgeschlagen. Es würde demnach die Tilgung der Ausaleichsquote Kvei Jahre, in Anspruch nehmen. Um den zahlreichen Gläubigern einige Sicherheit zu bieten, beantragt Ultmann, daß aus den Gläubigern ein Treuhänder gewählt werde, -der alle Aktiven zu übernehmen oder I doch zu sichern habe. Anzeigen- .wegen Verbreitung falscher Gerüchte. Aus Budapest wird gemeldet: „Az Est" meldet, eine interessant« Anzeige an den Börsenrgt gegen G-erüchtederbveiter. Die Börsenkommissionüre Geza Felder und Arnold Berö, zwei bekannte Kontermineure, verbreiteten Sonnta.g nachmittags im Budapester Börsenklub das Gerücht, daß der Wiener Bankverein mit Schwierigkeiten kämpfe und daß Samstag gegen das Wiener Hauptinstitut ein -wahrer Run stattgefunaen habe. Die Bndapester ^Direktion des Wiener Bankvereins hat, als sie von diesen Gerüchten Kenntnis echielt, auf Grund einer Ermächtigung der Wiener. Leitung gegen die beiden lKsntermineure beim Börsemat die Anzeige erstattet und ihre strenge Bestrafung gefordert. Der Vizepräsident ds Börsettrates Koloman Froh erklärte Journalisten, daß der Börsenrat auf dar mbrFk; Ssz\s: **•*>» Nr 762«« Wirlzam-keit an, erklärte jede Meldung und eine Lazarettbehandlung für überflüsfi-a, murm-elte etwas von ,/oon allein gut werden" und verschwand für immer aus meinem Gcislcht'skreis. Es war ein sehr netter Kerl und er hatte es bestimmt anfangs sehr gut gemeint, fein späteres Bevha'lftn, als er sah, was er angerichtet hatte, kann ich ihm auch nicht einmal so verdenken. Wäre ich begraben worden, wäre -es fein unbedeutendes Versehen eben auch gewesen und es liegt nur in der Linie der Einstellung, die man in Uniform und im militärischen Gvdankenlkreis steckend anni>mmt, eher ein Menschenleben z-ugrunde gehen zu lassen als sich einem dienstlichen Verweise anszusetzen. Dahin kam es nun aber nicht. Hermann Struck und Dr. Röfensack alarmierten telephonisch den Professor Klemperer, die höchste medizinische Gewalt de's Ortes. Der kam eilends an und schlug keinen kleinen Spektakel, als er mich, wie er sich ausdrückte, inmitten von „Zion u-nd Liebe, aber ohne Medizinischen Beistand" fand; er und fein -Assistent, Dr. Felix Rosentlhal, ließen mich schleunigst -ins Feftllngslla'zarett schaffen, von wo ich nach einigen schweren Wochen noch recht schwach, aber doch glücklich,' in einen herrlichen Erholungsurlaub ge-hen konnte. Mit,/Zion und der Liebe", von der Klemperer sprach, verhielt es sich folgendermaßen: Ich lag also in meinem öden Zimmer und raste in Fi-eberphantasten. Zn meinen wilden und quälenden, Träumen aber schien es mir immer wieder, als ob schöne dunkle Frauen um mich waren und weiche Arme sich um nüch legten. Diese Phant-asien beschäftigten mich auch noch, als ich im Krankenhaus der Genesung entgegendämmerte, und ich suchte vergeblich, mir die Gestalten wieder herbeizuzaubern; aber als ich wieder Gesuche empfangen durfte, kamen meine beiden Feen leibhaftig^ zur Tür herein und stellten sich als Life Wil-enschuk uüd Sonia Warschafskh vor. Die beiden Mädchen hat kn irgendwie davon gehört, daß ein kranker Soldat einsam im Fieber läge, und waren, ohne mich zu kennen, einfach zu -mir gekommen, um mich zu pflegen, ohne Rücksicht auf die Änsteckungsgefahr. Leicht muß ich es ihnen nickt gemacht, haben. Nach ihren Erzählungen wollte ich absolut aus dsm Bett und fortftüvmen. Sie mutzten mich mit Ge>walt fefthalten und haben böse Standen verbracht. Ich muß schön sehr gefiebert haben, wenn ich den lieben Mädeln weglaufen wollte, -und später haben wir uns' dann sehr gut angefreundet. Ich trieb mit ihnen und Fanny Ritewsli —.alle diese waren Lehrerinen am Gymnasium — deutsche Literatur und durch sie kam ich recht eigentlich in die Mischen Häuser und Familien Kow-nos. Als. 2>t Rofenthal mich glücklich über den Berg gebracht hatte, empfing ich noch manchen Besuch. Schwarz und gefp-eustisch huschte — damals war ich noch haH i>m Dämmern — Isaak Boschwitz aus' Berlin ins Zimmer und dann kam sogar Mfvod Klee, der irgendwo in der Nähe verteidigte, herein und erzählte mir von unserem Bureau. Der hatte es so getroffen, daß er die Kown-oer Premiere von „Robert und Bertram", der alten Räderschen Posse, in unser-em deutschen Milrtävtheater ansah, der ich gar zu gern beigewohnt hätte. Als nämlich unser Theatevdirektor, der Gefreite Mer8>, an unfevem Stammtisch einige Zeit vorher erzählt hakte, daß er di-e alte Posse einstudieren wolltehatte ich wegen des dritten Mtes protestiert, des IpelMher-Altes, in dem nach alter, halb gutmütiger Weist jüdische Typen verspottet werden. Ich bin im allgemeinen -da nicht sehr empfiMich und habe sogar für den seligen Donath .Herrenseid viel übrig gehabt, mich auch bei Reinhardts Inszenierung von ,/Robert und Bertram" mit Arnold, Großmann, Hedwig Wangel seinerzeit köstlich amüsiert, aber hier in Kown - wäre eine solche Anulkung nicht mehr harmlos gewesen. Nie hatte man etwa die Polen oder Litauer von der Bühne zu verulken gewagt — und was einer Nation recht ist, mußte der anderen billig sein. Werth wurde stutzig, sah als vernünftiger Mensch das 'ein, aber das Stück war augekündigt und er wußte sich nicht zuhelfen. Er-ging also zum Platzmaßor und der entschied einfach: Dann-soll der Gronemann einen anderen dritten Mt schreiben. So kam ich zu einer Assoziation mit dem seligen Räder, und „Robert und Bertram" wurde in Ko-wno mit meinem dritten Mt gespielt. Man. kann sich denken, Wie eS mich ärgerte, die -Premiere versäumten zu müsien, aber da die Urfführung einschlug, konnte ich später eine holung arisePn. (Fortsetzung s 'lgt?

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.