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Wiener Morgenzeitung · 1924-07-02 · Heft 1932 (2.7.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1932 (2.7.1924)
Date
1924-07-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
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BlnzBlsommerKIZOO Wien: Zum Abholen in der Expedition, IIHTaborstr.l»3,' j oder meiner Verschleiastella STrafik) monatl. K 35.000 trassenverkauf in Wien däreh die Kolporteure der Firma Goldschmiedt,I.Bez., Wollzeile 11. , Mit .Postversand für Wien u. Oesterr, monatl. K 85.000 Tsehec V o-Sl owakei: Mon. K18. Jugoslawien:! Mon. Dinar 60. Polen: Mon. 3V, Zloty, Deutschland:! Mon. Goldmark 4, Frankrn Belgien: Mon. Pres. 12 ' (MF* Nachzahlungen 'MW M PraUerijShnnzMi Vorbehaltes teuer PolempblASSOiÖÖO t a 1 i e n: Monatl. 12 Lire. , aminienMen. 150Lei. Dulxarien Mon. 80 Lewa. S c h w e i z und das übrige Ausland monatlich Fres. 4 Redaktion u. Administration Wien, II., Tahoratrasse l-r-rS Telephone: 44-0-38,43-3-19, ab LMrabds. 21-102.25-282 IX. Un! versitäisstr. 6—8 (Druckerei Steinmann) Oesterreichisehes Postspar: kessen-Konto Nr. 150.698 Ar. 1932 Wien. Mittwoch. 2. Juli 1924 SoziMen v«d Povolari einigen sich. — Abmett. — Mufiolini nimmt an der Londoner mit dem nicht teil. Rom, 1. Juki. Turati, btt Führer der GinHeitskzWsteu,, erklärte in einem JnteöViÄv iim opolo", daß er eine enge Zusammenarbeit zwischen Sozialisten und PopÄlari vorbereite. - Von den zwei Blocks der seinerzeit größten italienischen Parteien könnte nach Ansicht mehrerer angesehener Politiker unter Einbeziehung -der L i b e r a l e n die künftige Regimmg gedW>et werden. Die Blätter verhalten sich zur K a b ine H s u mb rldnngsehr reserv i e rt. Selbst in regierungsfvenMichen Blättern, wie „Messaggero" und „Nuovo Paese", kommt dies zum Ausdruck. Nach dem faszistischen „Nuovo Paese". ist^ie.:j^inettSumWd^-^H' diel G. enge n G r e n z e n ^halten wordenurch.Mn.die - vm\\ öffentliche Meirümg nicht beftiedigen. Die oppositionelle Presse ruckt dem' Kabinett:Mussolini noch schärfer "an den Leib. So schreibt',Mxlnti" unter anderem: Wr die Krise gebe es nur eine Lösung': deü-' ' . - ' -RÄckttiit Mussolinis : '- (Eigendieust der „Wiener Morgenzütutt^.) Neue faszrstische Gewalttaten. Die Faszisten von Fassalta (Provinz Venedig) J In hiesigen.PWischey. Kreisen;bestätigt sich das Gerücht, 'haß Mussolini' sich an der 'London e r Kon f erenzHicht L.eteiligen wird. Dif. .Nachricht. hatselbstverständlich die verschiedenärtigsten Kommentare aus-! gelöst und wird Vielfach im Zusammenhang mit der erschütterten Stellung des 'Ministerpräsidenten gebracht. Die Oppositionsparteien haben beschlossen, an den Arbeiten des Mahlverifikationsausschusses am 5. Juli teilzunehmen. ' ' Äbg. Rodino erklärt im „Popolo", daß das Fernbleiben der Opposition von der Thronrede sowie die Niederlegung des Vizepräsidiums keine Spitze gegen die Ktone haben solle, sondern eine Folge der Absenzpolitik der Opposition sei. * Die Nationalmiliz wind vereidigt. ' Ministerpräsident Mussolini hat angeordnet, daß die Nationalmiliz Sonntag den 13. d. in den Hauptbrtett. des Landes den Eid auf den König oblegen soll.! MBJüSEJMMBBBMBBBllPlllt ÜIISU—II8WMW3BB drangen in das Haus des ErnheitAsozialisten Vijmando ein und verprügelten denselben vor 'den. Augen feiner Familienangehörigen. Der Ueberfallene wurde dann fortgeschleppt und am nächsten Tag mußte er ins Irren-' Haus überführt werden, weil er durch den Schreck den Verstand verloren hatte. Anlaß zu dieser Tat soll der Umstand sein, daß Vijmando Spenden für die Matteotti- Feier gesammelt hatte. ’ Ludendorff in Italien. Wie die Blätter berichten, habe sich Ludendorff dieser Tage in Rom aufgehalten und sei dann zur Erholung nach Neapel weitergereist. kämpfe in Tripolis. Berlin, 1. Juli. (Tel. der „Wiener MorgenZeltung".) lieber neue Kämpfe in Tripolis'.,wird:'dem'',Mrlmer- Tageblast", aus Konstantinopel telegraphi.ert: ' ...Eine, türkische Zeitung-in -Adan a^veröffeütllchteinen an den Scheich der Senussi gerichteten Brief aus Tripolis^ wonach dort heftige Kämpfe zwischen Jtallene'rn' unP Arabern stattgefunden hätten. Die Italiener.hätten''sich nach schweren Verlusten an die Küste zurückgezogen. Nach einem viertägigen Kampfe, im Tale von Jbn Belad sei G en e r a l B o n g io v a n n i, eine faszistische Größe,..auf der Flucht getötet worden. Die Araber hätten geschworen, der italienischen.Herrschaft in Tripolitanien ein Ende zu machen. . Italienische Gegenangriffe. ' London, 1. Juli. Die italienischen Tnuppen in Tripolis, haben einer Reuter-Meldung zufolge die arabischen Aufständischen an'geg rissen. Mehrere hundert Häuser wurden zerstört. Die Ausitändlschen hatten 179 Tote. Auf rtälienischer Seite sind zwei Ofsiziere und drei farbige Soldaten gefallen. Die Aufständischen ziehen sich in der Richtung der Sciaffawüste zurück. (Eigendienst -der „Wiener Morgenzeitung".) London, 1. Juli. Der Jerusalemer Korrespondent des „Daily Expreß", Dr. Israel de Haan, ein Parteigänger der Agudas Jisroel, der durch seine an tizi oni st ischen Berichte an „Daily Expreß" selbst bei feinen Parteigenossen unliebsames Aufsehen. erregte,. wurde, kurz bevor er nach London abreisen sollte,' durch Revolv e rschüsse ermord«t. Er wurde von drei Kugeln getroffen und starb nach wenigen Minuten. Kin neuer UalienW-jngoslMscher (EigeMenst der „Wiener Morgenzeitun.g".) Belgrad, 1. Juli. Von der.italienischen Grenze melden die heutigen „Beogradske Nowosti", die dem Auswärtigen Amte nahestehen, einen n e u e n G re n z z w i s ch e n s a l l zwischen Italien und Südslawien.in-der Nacht vom 28. auf den 29. Juni. F a s z i st e n drängen in die Eisenbahnstation, Ade'lsberg ein und verwundeten dm diensthabenden Eisenbahnbeamten als Vergeltung für die! Tötung der beiden italienischen Zollbeamten. Neue Sttasverfolgung Aadir'. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".)^ ' Belgrad 1. Juli/ Die- Agramer Staatsanwalt-' I chaft erhielt den Auftrag gegen Stefan. Rad ic: und . seine politischen MtarLeiter vörzugehen.^ Radie wird-unter anderen beschuldigt, mit dem -mäzed onische n'- Komitee in Vevbi>n!dung gestanden-zu sein. Diese Tatsache wich ihm ails tz o ch verrat aiusgelegt. - . - l -' - PaM, 1. IM. (Havas.) Amtlich wirb gemeldet: General Walah ist an Stelle des (zum' französischen KÄegsminMr ernannten) Generalls- N -- l -l e i fim Vorsitzenden bet interalliierten Mililärkontrol'lko mmission in - Berlin ernannt Wochen. Der frühere OberkommaMerende der verbündeten Ovientarmeen General S a r r a i l l ist reaktiviert Wochen. kvgland bleibt im Zada«. - (Eigendienst.der „Wiener MorgenzeituNg".) London, 1. Juli. Im Unterhause wurde Rcmtsay Mac' Donald über die Erklärungen Zaglul Paschas im ägyptischen Parlam-ent befragt. Er gab daraus folgende E r k l ä-. rung ab: „Ich'hoffe, daß die zwischen dem.unabhängigen Aegypten und England schwebenden Fragen werden geregelt wchden können in der ruhigen Atmosphäre einer persönlichen Verhandlung zwischen Zäglnl 'Pascha und meiner Wenigkeit. Ich bedaure, daß eine Aktion unternommen wurde/.die geeignet list, Unruhe im S üd an hervorzurufen. Eine Aktion, die imr erklärt werden kann als ein Versuch, Aegypten'zu bestimmten Handlungen zu nötigen, und Zaglul' Pascha.'j'äd'er ' B e rst andlungssr.eiheit zu berauben.' Trotzdem sehe ich.mit Vergnügen den Verhandlungen mit Zaglul Pascha entgegen.' Aber angesichts Lessen, was geschehen ist, ist es nnb'edingt nötig, daß ich klar zu verstehen gebe, daß das Unterhaus kein. Neüereinkommen. ännehmen wird, das geeignet ist, die Versprechungen rund Garantien, die wir dem Sudan gegeben haben, .zu brechen oder das die' g eig e n w ä r t i g e Negierung gefährden könnte.' Der Demokraten-KonveM. —/..Wi en, 2. Juli: f ■ ' Die ameriAnischen Demokraten haben endlich nach drei Tage lang währendem Rede- und FäustekaMPf ' auf ihrenr Konvent das Wahlprogramm ftstgestellt.-MV entspricht nicht ganz genau dieser temperamentvollen' VochereituN'g, wenigstens nicht in dem Sinnen den Mn. in Europa solcherart geführten Beratungen beizulogen Pflegt. Im alten Kontinent geht es bei solchen Tagungen um Wesen und Jnlhalt der Demokratie, - um.die.' mißtrauische Sicherung. der bürgerlichen Grundrechtes! gegen den Staat und die Regierung, die immer , eine . gewisse.Vorliebe für absolutistische Velleitäten aufweift.':; Wenn man in Europa das Wort Demokratie auss n s.ht-, / dann ergibt sich sofort eine gedankliche Ver'bivlduug zur politischen Geschichte der Emanzipation der Volkes, der Städte, der Bürger und schließlich des vierten Standes, , die Erinnerungen an die schwere und blutige Entwicklung der Freiheitsidee. Anders in Amerika, das unß:: allen feit jeher als die. Berkörperung der Demokratie. erschien, als der Staat, der die Rechtsgleichheit allw. Einwohner so sehr als Sellbstverständlichkeit betrachtet, daß er sie gar nicht besonders betont. Was als. hemo- . kratische -Partei auftrat, unterschied sich immer von den gegnerischen Parteien durch die Stellung zur WÄHruwgsfrage,' d.u-r ch .ihr-' Festhalten an dem' Buchstabenper . Köngreßbeschlüsse, während , die RepiMikaner - - mehr- - Wert -auf die Absichten des- Gösetzgchers legten, .'''He^Dönvent, /der nunmehr , die MsmerksWkäch-> ' nuf.M lercht,^ gchf MHWm'nAmKen. MreiKW^^ der' amerikanischen Häuslichkeit^ ab. Hüf-.^str MWn , handelte essich wirklich um.DemÄkÄtie-auch iich Mro- - patschen' Sinn, um WÄtanschänuNgsfragen. - Siev -fiW ' dort genau ffo wie -in Europa Reaktionen auf. /die i Kriegszeit, und die Plattform, die' beschloss-en wurde, läßt'erkennen, 'daß auch Amerika unter keinen andeten - soziologischen und biologischen Gesetzen steht. Korruption öffentlicher Funktionäre, Annexionismus, Bodenständigkeit, Ausgestaltung der Armee und.Marine, religiöser und rassischer Kampf — das klingt uns in Europa so vertraut! Und alle, die gleichen Zielen - dienen, die die europäische Politik auf' das' nationalisti- - sche Zellleusystem basieren wollen, sind voll lautesten ’ Jubels. Gleiche Brüder, Aeiche KaMn; - der Ozean trennt nicht mehr Marasmus und Jugendlsintt. Amerika ist auf den Weg gekommen, der Europa auf das Schlachtfeld führte und den es jetzt unter tausend Krämpfen und Krisen M verlassen -hofft. Man spricht hier immer lauter und betonter vvn der Notwendigkeit, -' die Vereinigten Staaten von Europa zu bilden,Zeinen einzigen Wirtschastskörper von- -der Rhone - bis zur: Wolga zu organisieren, Kultur und Politikauf diesem Raum-zu solidarisieren. Im Namen dieses Programms lag bisher, sein Inhalt., Nach den Grundsätzen,' mit. denendie amerlkauischen Demokratenin die Präsi-! dentschastslvahl eintreten wollen, wird. Man ein wenig zuwarten müssen. , . Ein Wahlprogramm rechnet von -Vorneherein,'-da esauf den Sieg angelegt ist, mit der politischen -Psychologie, mit dem Vorhandensein gewisser Strömungen, die es durch präzise fovmulierte Sätze auffangen fvill. Es ist darauf abgestimmt, daß es der politifchen Phantasie entspricht. Das Programm der amerikanischen : Demokraten nun akzeptiert vor allem den. rlnterschied zwischen Weißen und.Asiaten, stellt' sich demnach zunächst aus den Boden der Johnsonschen. Doktrin.,, tzäß : Amerika kein Asyl mehr sein dürfe.' Die Asiaten : das sind einstweilen noch Japaner und-Chinesen. . Pas sieht unverdächtig -aus, wenn man die gewöhnlich' b.orgebrachten Begründungen hört: Schutz des' Acheitsmarktes vor der anspruchslosen gelben. Konkurrenz. Dahinter aber steht der weiße Imperialismus, de.r die Gelegenheit der Präventivaktion, die heute gunstrgMM benützen will. China ist durch Revolutionen, durch holfchÄvikische Agitationen, aktionsunsähig, Japan fdü^ch das große Erdbeben geschwächt, aber doch Luch - yMonalistisch genug, - um auf Reizungen zu reagieren. Beiden trist der . junge amerikanische ChauvinispHis, durch, seinen- Sieg bei Verdun- und an der Piape ^he-- rauscht, entgegen und fördertsie durch die Ausschließung .der Asiaten heraus.-Wobei im Bereich dieses Aukdrn.ckes . immerhin eine Ausdehnung, möglich ist nach, der.'Mi-

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