Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1922 (22.6.1924)
- Date
- 1924-06-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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«'f> rr« 'V' r 'l’''l -'." ’I’1 ' •*» '?'1T J * f' " J 1f»f-» f Wiea: ZumAbholen in der Expoifition, ün Taborstr. 1-3. ®der in einer Verachleiastell« (Trafik) monatl,'K< 35.000 Strassenyarkanf m Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmiedt, I. Bez, Woüzeile 11. . Mit Postversand fiir Wien n. Öesterr. monatl. K 35.000 Ts e.t e e b o-81 owa k.ei: Won. K18. Jugoslawien: Mob. Dinar60. Polen: Mon. S1/* Zloty, Deutschland: Mon. Goldmark 4, Fr an kr., Belgien: Mon. Frcs. 12 SICHERN SIE SICH DIE TZ iE f WERDEN SIE JAH R E S ABONNENT AMT Naehxah1un;en "WM bei Pr*i«erb5hunjren Vorbehalts! tallen: Monatl. 12 Lire. Puma nie n Mon. 150 Lei* Bulgarien Mon. 80 Lewa. Schweiz und das übrig0 Ausland monatlich Frcs. 4 Rr. 1932 Wirn. Sonntag. M Zuui 1924 Kedaktion u. Administration Wien, II., Taborstrassel-—3 Telephone: 44-0-V.43-3-19, ab 6Uhr abds. 21-102.25-282 IX. Unlversltätsstr. 6—8 (Druckerei Stelnmann) Oesterreichlsches Postspar1 kassen - Konto Nr. 150.698 6. Mriang u (EigeMensi der „Wiener Morgenzeitung^.) Nur dem FUHalt der heutige» Nummer: Die Krise der österreichischen Radiobewegimg. RLutgenftrahlen. Bon Dr. Adele Wiener. Die Aqrridiirrnng der Wiener Frankenspekulation. Vov Dr. Michael Dussan. . Ratlosigkeit. Von Klara Mautner. Briefe Napoleons. Applaus. Von Friedrich Karinthy. London, 21. Jmri. Der französische Ministerpräsident Herriot, der heute um -10 Uhr vormittags,, von leb« haften ShWpathiekmchgch-irng^i der. Pevöcherung begleitet, ans Paris abgereist ist, ist um 6 Nhr 35 Minuten am Diktoriabahnhof ru London eingetroffen. Er wurde im Na- «r» Mac Donalds vom Obersten Wateri^ufe,. ferner vom Londoner.französischen Votfchafter Saint-Dmilaire empfange«. Nach der üblichen VorstiÄung bestieg Herviot ein Änto, daß Hü «ach Cheqners brachte. Das . . - Programm der Z u f am men kn ns 1 -wischen Hetriot nnd-Mae Donald, welihe den TharEer einer Aenndlegend. informierenden'Borbefpyechrmg hat, um« faßt «ach >,EveMg 'Standard hauptsüchiich die Stellung Frankreichs zum Dawes-Gutachten; de« Vernehmen - nach Wetzt HmTiot auf der effektiven finanziellen und wirtschaftliche« ' y. : \; i: i \ C i :J ' K:omtrölsie' D ewtschl-'a-stM?.''- - /Md verlangt gemeinsame MMien der^MM Kschastj Ucher Aü. Dann' Whktychpe«s-nr8Äzvziehm. Ueberdies.'^söll -die Züstttnmenüülst das 'Datum WiMseWerhyr , 'Der bensche Botschafter in LoÄöst. -HG-. gestern Mac ^imMi Me-ausfÄHEche ' - ö Le ' Über den Dawes-Bericht und die Sicherheitsfragen Wermittelt. f- Dieser Schritt hängt innig mit den Konferenzen des Pariser deutschien' Botschafters Höesch zusammen. Hoefch ist Wte «ach BeÄlin'abgereift, um Bericht M erstatten; hei seiner Berliner Anwesenheit wird wohl mch tzie Ende Juni . Der russische Dölkerbsndbevbachter. - •' r: r. Wgendienst'der „Wiener MochepMMg") ' ' Genf,-21? Jünü Der! Vorstanddes -schWizerischen De- PEMetttS' M o t ta erflärte in der Sitzung des Mtionalrates, - daß - M der ^Schweizer Föberalre^ierung Schritte unternommen wurden, .die die Niederlassung' eines S owj et b.e o La chte r s. in Genf bezwecken^ Ider die Arbeit des B ö l k e r b u n d e s zu verfolgen hätte, (^ön: uns seinerzeit bereits gemeldet. — Die Red.) Es wird bestimmt.ange-. nommen, daß die. Einsetzung eines Sowjetbeobachjers beim Völkerbund von der engli schen Regierung unterstützt wird. Der erste. Schritt, in dieser Hinsicht sei. bereits .vor drei Monaten durch Vermittlung m.'Berlin unternommen und dieser Tage im Se k'r e ta-r.i'a t de s. V ö l-- ke.r'bu.»dtzs weiterunterstützt'chorden. Die beschlaguuhutteu Bnnkwerte in kugluntz. Bor der Änfhebung. der Sequestration..! (Eigendienst der „Wiener Movgenzeitung".). . Londön, 21. Juni.' Hier fand eine Konferenz von Vertretern der. Bankenaus.der Tschecho-Slowakei, Oe sterreich u'nd Ungarn mit dem englischen Be rwalter feind li chen Eigen tu ms statte um die Richtlinien'für die Aushebung' der Beschlag-, n a h m e von ^.Wertpapieren festzusetzen. Die Konferenz endete insoserne erfolgreich, als der englische Vertreter seine nrstMtgÜ^.Hovd-erung-.des Nach w e i-s.e s üb er ha's E j g e n t u m eines jeden Kontos, 'dendie Banken zu erbringen, hätten, falle n ließ und sich-damit begnügte, al^Beweis die Einsicht in die Bücher und die Korrespondenz änzunehmen. Zur, eigentlichen Aufhehung der Beschlagnahme dürfte man in etwa drei Aibnaten.gelangen..". fällige Antwyrt DeutschlMi^ aüf die letzte Note Lec Votschafterkonferenz 'Mer die Militarkontrölle vorbereitet werden. Auch Pie durch den Londoner deirtschen Botschafter Lbermjttelte Mitteilung^^ an Mae'Donald befaßt fich, wie „Daily Telegraph" > erfährt, mit der Militärkontrolle. Das Blatt vttldet, daß' die deutsche Regierung, endgültig beschlossen habe, die ' Fo r deru« ge» der Al liier t e n 'a n z u nehme n. s-lchr HnddnWeÜ. wSÄe. allerÄugS einen Ümfchwnng in der^ Politik den WWelmstraße, VedeNteu. Man setzt in London auf' Me-BerhandLnngen Bteitscheids in Paris, drr. außer mit Herriot noch mit Painleve, Loychenr und Briand koksekier^ großes Hoffnungen. ' „Times" Melden aus Paris, s daß.'vermutlich CM J«ni,die.. /'. s d.d.j^r'e.-AD^rk^tt« unig^d eEMv^j'el'k-e-Ure-- st h^Mgegebeür^WÄ^.Hlnf' Per^nWimg^ HerrioÄ 'habe bereits 7 in ParPdid^ erste ^h^stchrtzsirknder FrMe der' stmtMsch-rüsilschen Bezi«^ßÄ:skdstt'M«^. zu der Vertreter der! französischen AntercsfrnM' -ei'nj^lÄe« Wörde« waten.' n!. 7s ' All dies laßt hoffen, daß in verhältnismäßig kürzer Zeit die SchwieriMten für Äe Herstellung eines - wirklichen europäischen Friedens ' werden beseitigt werden können. In'dieser Hinsicht ist auch bemerkenswert, daß das belgische Kabinett Theunis Wohl in Kürze endgültig abtreten dürfie.' Die Poincarefchr Ruhrpolitik, auf welche die Regierung Thenn rs emgefchworen War, würde damit in ihrem letzten Reste liquidiert werden. M ueuer pMscher '.Warschau«.'21. -Juni. Ä.) ..Äer' bevollmächtigte polnische^Minister -in MoMaw Oa. r-o -v s.ki ist Zum Arbsitsminifter' ernannt worden.- Der bislherrge Minister' W i i o nwuride cuuf. eigenes ‘ Ansuchen seiner ©teile, enthoben. . 1 . . ' , , ’ Unverändert günstig. Me amtliche Nachrichtenstelle meldete gestern um 8 Uhr abends Aber das Befinden des Bundeskanzlers Dr. Seipel: Tag gut verbracht, Befnnd unv er ändert. . Eine Teilnahmsknndgebüng des Königs von . i! . Italien.; ' Rom, 21. Juni. Der König von Italien hat gestern. den österreichischen-Gesandten Dr. Egg e r in längerer Privataudienz empfangen und erkundigte sich.bei ihm angelegentlichsnach' Ke-m Besrnden ßeS '.Viru'de s'k.a n zier's. Er g«b seiner großen- Freude darMer. Msdruck, daß. tzie -Fort-' schrittd-m öebH^'i1u»tz-MBge:'s^^^ Heneiots Teilnahme. Der französische Geschäftsträger de Len.tz ' hat dein Bnnde'skanzleramte (Auslvärtige Angelegenheiten) eine Depesche bfes MinisterpräftdeNten -Herriö t übermittelt, worin dieser -sich nach dem -Gesnnd-heitszuständ des Bundes-' kanzlers ' erkundigt, - ihm-- völlige Wiederherstellungwünscht' und um,,laufende. Verständignug' üher das Hortschreiten der Gesundung -ersucht. ' - . - ' . - - ' enälische 81otke, Herrenunä vZmen-^ Ißflfpn . -wasche, Leinen. Teppiche, Vorhänge wu ■ etc.' e^DlIIlgstim ' . —y. W i e n. 22. Juni. V An Gedenktagen ftchen.Inhalts .ist.unsere Zeit sehr arm. Aber zu trüben Erinnerungen. gibt sie mehr als erwünscht Anlaß. Genau vor zehn Jahren ist, Bertha v. Suttner gestorben, -eine der nvbelsten und vornehmsten Gestalten.des alten Europas, eine Frau,1 deren gütiger Name über den Erdball ging. Verehrt Und bespottet wurde, wie das so' unter den Menschen zu. geschehen pflegt. Sie wiche'für. Pen Weltfriedens' trat gegen die Verhetzung der Menschen, Völker. und Klassen auf, und das mit -dem ganzen Temperament einer von reinster Menschlichkeit durchglühten Seele. Für die 'Kriegsschreier Kriegsschreier--aller Zungen >- -und-Riten Hrüch:■ genug,:; sie, '- gegen) H deren . 'ArgümenLation Wechteridings, nicht ausKÜkoMmen^^üvar,;. HW Bildzu höhnen und zu weÄüchGg^. ' DäsWWcht?.in^> welcher^Gestalt. iNtmewes:ins Ne^Evscheinungrtvat, fand in'dieser Frau-.einen.''beredten ^Gegnern Keine .Maske und rMtte - schillernde Phrase; hielt, vor' ihrem zornigen Fanatismus; stand und chre'MahcheitsliM.war stark genug, sie auch die MederträchtigLeit der' antisemitischen Kanaille sehen.und brandmarken zu lassen. -? . .Als. die„Friedensbertha",. wie .man - sie- -höWsch nannte, gegen den Krieg äustrat, mußte, sie dgsohne , jeden -Widerhall in den -breiten' Massen tun, die -sie gar nicht verstanden.! Es war -ja- Frieden!- Dia Diplomaten - reisten durch die Welt.und schlossen Verträge zur Sicherung der Ruhe;' die Könige-beachten einaMr und vertieften die. herzlichen Beziehungen.-Was wollteda diese Frau, die ruhelos immer wieder - auf die Gefahr; hin-, Nnes, die internationale Kongresse arrangierte, Beziehungen spann und ihren . . 'Freund, den Dhnamitfabrikanten -Nobel dazu veranlaßte, Friedenslbemühungen mit einemhohen Preis zu bedenken? Der große Kxieg, von dem sie immer shyach, wie weit war er doch? Wielächerlich, Panik zu schaffen und gegen Windmühlen, gegen eingebildete Gefahren, känchfen zu wollen! ' Zwar war * immer irgendwo Krieg. Erst- Rußland gegendie. Türkei,- dann Spanien gegen. Amerika; aber . das lag alles so weit und die- Weisheit der Regierungen wachte über den Schlaf des--Bürgers. Die Einverleibung BosnXls an Oesterreich-Ungarn, .die die Ruhe unterbrach, -war doch .nichtsals hie Legalisierung Zeines schon auf. dem Berliner; Kongreß sanktionierten Zustandes.- Der Krieg der- Balkankönige? Die Großmächte mühten sich um.die Lokalisierung. Zwar gab o.s dann einen Krieg dieser Köntge gegeneinander, aber der kam nicht über die Donau - hiyuber. Einsam - ging dis Baronin Suttner ihrer Wege, eine von . allen Witz- . blättern begrüßte Casfandra. Am 21. Juni 1914 starb . sie. Acht Tage später knallten-die'Schüße von Sarajewo.' -. •, Was nun folgte, diese entsetzliche, grauenhafte Be» - statignug alles dessen, was die. Schloßfrau von Harmannsdorf. angekündigi hatte,- haben wir alle miterlebt. Aber ist ' dieses Geschehen in - die..'Herzen der Menlschheit - gerungen?-Hat sie erkannt,.was sich da auf den Schlachtfeldern zwischen Oftende und' Charkow, vom , Rhein bis. zum Suezkänal, auf dem Weltmeer und im tiefsten Afrika, abgespielt, hat?.,Es scheint nicht so zu sein. Denn heute, angesichts der vielen Friedensverträge, I der WrüsMngskonferenzen^ der'Rüstungen und Sank- ' tiöne'n^'wäre für . eine neue Baronin Suttner wieder viel Stoff füx'.ihre',Arbeit vorhanden. Vielleicht aber würde -sie heute, doch 'einen'größeren Zuhörerkreis um . sich' samMM könUy, die' Mütter, nrtfo Frauen und II. TaborstraSe 48 Tetanhon 47-1-7® in gros En «Betall .. S-v'.".