Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1915 (15.6.1924)
- Date
- 1924-06-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Elazelnainmer fL 1400 Wien: Zorn Abholen fa der Expedition, II„Taborstr.l»3, oder meiner Veraehleiiatello (Tnfflc) monatl. K 35.000 Strasaenverkauf m Wien ddrch die Kolporteure dev Firma Goldsehmiedt, I. Beau, Wollzeile 11. Mit Postversand für Wien n. Oecterr. monatl. K 35.000 Tsehech o-Slowakei: Mon. K18. Jugoslawien: Mon. DinarOO. Pol e n: Mon. SV» Zloty, Deutschland: Von. Goldmark 4, F r.a n > r., Belgien: Mon. Frcs. i2 ■f* Naehsahluayan /Pf Sa Prei«erhSbunjren »orbenaMoB Fowponurr.mwF*. Italien: Monatl. 12 Ure. Ru manien Mon. 150Ld* Bulgarien Mon. 80 Lewa. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frea. 4 Redaktion q. Administration Wien, 1IM Taborstrasse l—$ Telephone: 44-0».38,43-3-19, •kfiUhrahd« 2'-102.25-282 IX. Uni verslt&tsstr. 4—8 (Druckerei Stelrnnann) Oesterreichisches Postspar» kaasen- Konto Nr. 150.693 Ahrgairg Wien, eotmtaür IS* 3tmi 1924 Reine definitive Budgetziffer. — Svaren! — Konflollebis zm Festftellung des finanziellenSlelüigelvMes. in Wirksamkeit Genf, 14. Juni. FinauHminister Dr. Kr enb ö ck und Außenminiifter Dr. G rünberger hatten im Lause des heutigen Tages mehrere Konferenzen mit dem General- , koumnssär Dr. Zrmmerm a n sowie' mit den führenden Persönlichleiten des VLAerbundrates und seiner Finanzkommisiion. Um 4 Uhr nachmittags begann die Sitzung des österreichisch r n Ko mitees unter dem Vorsitz - Salandras. An der Sitzung nahmen teil für England Lord Parmoor,fiu Frankreich Clauzel, für' die , Tschecho-Slowakei Minister des Aeußern Dr. Benesch,! ferner Generalkommissär Dr. Z i m m e r m a n u nd für Oesterreich die Minister Dr. Grünberger und Doktor Kienböck sowie Sektionschöf Schüller. Gegenstand der Beratungen bildete der dom Finanzkomitee und vom Generallommissär gemeinsam versagte Bericht, der dem •; Bölikerbundrat erstattet werden soll, sowie, ei« weiterer j kurzer Bericht des K o n t r o l l k o m i t e e s. Der Bericht! des Fmanykomitees beschäftigte sich mit den vain der oster-! rerchdschen Regierung anlWich /der WrAatzusig des i BMerbuudvates aufgeworfenen Fragen. Was das'' PormaLbudget. ewlaugt, so gipfelt der Berichtin der FestjstellMvg-der Notwendig t e i t e i n e r E r h ö h u n'g' der .nrfpvüngjlich - De die Ausgaben angenonrmenen Zister von 360 Mllio- Mn-Goldkronen. Zur Aufstellung einer definitiven neuen Ziffer gelangt der Bericht noch nicht;, ersieihtjedoch vor, daß das Finanzkomitee und der Geueraltownvissär Doktor Zimmerman vm Einvernehmen mit'der österreichischen Regierung nach einer in Wien vorzunchmenden Prüfung, der wesentlichen Fragen, hie im Lause des Sommers eriolgen soll, die endgültige Ziffer klarstellen werden. Mit großem Nachdruck betont der Bericht die Notwendigkeit weiterer Ersparungen. Ein eigener Abschnitt beS Berichtes beschäftigt sich mit der Verwendung des Vvlkerbundkredits. Er Wt tzwar eine Entscheidung über die Verwendung etwa übrig bleibender Reste der BöllerbundMleihe vor Anerkennung der Herstellung des dauernden finanziellen Gleichgewichtes für noch nicht glommen, verweist aber darauf, daß solche Reste vm Interesse Oesterreichs einer Verwendung zugeführt werden sollen. Die Budget kontvölle würde gemäß der Genfer Protokolle nach der Anerkennung der fmäNtzlellME StaMcht' eyMten'ünd «nur eine Kontrolle der Verwendung der etwaigen Kreditrrste aufrecht bleiben. Die Resolutionen über Ünsaon. In der' heutigen VovmittagÄsitzüng unter dem Vorsitz , des tschecho-iflowakischeu Ministers des Aeußern.'. Dcktor Beuösch' beschäftigte sich 'der VöMerbundrat mit "der Frage des finantziellen Wiederaufbaues Ungarns. GeneralkomnrMr Smith eustattete dem Völkerbundrat seinen ersten Bericht. Dieser umfaßt die Zeit vom l. bis 81. Mai 1924. - Sodann sprach der Vertreter Ungarns, K a l l a y, und nach ihm der Vorsitzende des ungarischen Komitees, Lord P a r m o o r, der erklärte, es sei Auksicht-vorhanden, daß der Bölkerbundkvedit, für den die Regierüngskchnmission der Bölkerbundkredit, für den die Repavätidnskommission Priorität zügesichert 'habe, das Defizit, da8 für die ZE-der Reformarbeiten zu erwarten sei, werde decken, können. Ungarn seinerseits müsse seine Pflicht tun. ' ' Nunmehr verlas der Vorsitzende Dr. B e nesch zwei Re s ö l u t i o n e n, die vom Völkerbüntzrate «i rrstimmig angenommen wurden.Die erste lautet: Der Völkerbündrat nimmt erstens von' dem Berichte des für Ungarneingesetzten Generalkommissärs Kenntnis. Der Völkerbündrat erfährt zu seiner Genugtuung, daß das Köutrollshstem in Wirtsamkeit getrete», daß die neue Emissionsbank gegründet,. daß die Vevwal- tungsreform in Angriff geNMmeN worden und daß im allgemeinen' der Wiedevausbart eingeleitet worden sei,' daß man di« Erreichung der erwarteten Ergebnisse erhoffen könne. Zweitens. Der Völlerbund/ist überzeugt, daß der Erfolg der.Auflegung der W i e d e r ä u fb<tttfl.it leihe, zu der, wie der Bolkerbürvd erfährt, olle Vorbereitungen schon abgeschlossen sind,; ein vollständiger-sein werde. - - Ferner würde auf Vorschlag des Präsidenten Doktor: Benesch einstimmig beschlossen, an die Rep a r a t r ö n sk ö.nt.nt i s s i o N. . folgende weitere Resolution : gelangen - zu lasten: Erstens: / Der Völkerbundrat teilt der Repavationskommisiiyn in Erwägung des :erzielten Fortschrittes bei. der.Zeichnung 'der "ungarischen/ We^VanfbauanleiKe,,. von dem das^^ ungarische^ KoHite^/.verstandigt worden ist, mit, daß er die Verantwoxtgtzg sstv die' Fortsetzung' und Beendigung - des WicheraufbaüPrpMMWeS' übernimmt,/ das in den am. 14. März/1923 in Dnf Unterzeichneten ProtokoTen/^die-den.WiedHvrufh^-UMr«Szum Ziele Zweitzyisr; ,-Der-. /PölkeMÄiM -; -gestchmigte : eine mo n at l i ch e A)u ß g a b e v-o nD o lla r für die Kosten des Generakkomckissärs.i» Ungarn. ' Der Borsitzeüde Dr.- Benesch - schldß hierauf die Beratung. ' '; •; - ' "■;; ■; -;; ' ' - Ämeelk» beteM-t fieü nicht an der nngarischen Anleihe. > Frankfurt, 14. Arni. Der „Frankfurter Zeitung" wich'aus Ne w -D o.r k gekabelt: EWge"'.Bankl«tt>e. men, obwohl sie es ablehnen, die.Frage.maller Oeffentlich-' keit zu kommentieren, darin überein, daß Amerika von den! europäischen Nationen nicht äüfgefördert' werden dürfe, sich an -er ungarischen Anleihe zu beteiligen. Das Besinden des Bundeskanzlers. Mleernng des Exsudats durch i Punkttän. — Günstiger Erfolg. -/ . Heber das Befinden des/ Bundeskanzlers Dr. Seipel wurde gestern um 8 Uhr früh folgendes Bulletin auSgegeben: Temperatur 86.8, Puls. 120, Refpirat i o« 28. Gestern abends vorübergehende Temperatursteigepung. Da die neuerdings vorgeuommen« Röntgenuntersuchung . sowie die physikalische Untersuchung noch keinen Rückgang des ExsudatS im Brustfeyraum zeigte, wurde behufs Anregung der Aufsaugung e i n T eil d e s. E x s u d a t S, das sich altz r e i n 5 (u t i ös e r ö s erlvies, durch Punk t i 0 « . ent l e e r t. Die Stofftvechselstörung erscheint fortschreitend günstig beeinflußt. Nach der Punktion hat der Pattmti mit gutem r^petit gegessen. Um 8 Uhr abends wurde folgendest Bylletw anSgegeben: Temperatur 87,4, P ul.ß 12V, R e s p i r at lo n 32. f'4e mittags ruhiger Schlgh Äppetit gut, AHgemeinz w:nd besriedigend,"Gesamteindrnck gstnig. / -V'.;.; Gez.: R. Bauer, Eiselsberg, Schnitzler, Dinger, Steiger, ffl. Sternbergi 7 Rabrodit'nst der „Wiener Morgenzeilüng". London» 14. ^u ti. Amerikanische Baumwolle. New-Dork eröffnete Juli 29,85, Oktober-26,05, Dezember 25,32, Jänner 25,82, New-Orlean8 Juli 28,74, Oktober-25,42, Dezember 25.18. Äew-Dorli. 14. Juni. Mabio.l D e v'i's e n s ch l« ß k u t f e Tagsjeld nominell Wechsel ans. L"o.ndön. 4 32, 60 Taae>W?chsel 4,29, Parts.5,41. Ämsterdanr 87,38,-^61 2,93; Berliner 23',, bis 24, Silber 66?/. / ' / ' . / . ' . «tu de« Molt der heutige» Rumm«: Carthago. Von Eugen S z a t rn a 11*. Unbegründeter Pesiimismus. Von Dr. MichaN Snssan. Aus dem Wiener Preflesumps. Antwort an Karl Kraus. Von Otto A b e l e s. Warum nicht Palästina? Bon Dr. Nahum Gold» mann. Das Souptagsvergnügeu. Von A l i. Der Fall Matteotti. -- —y. W i e «. 15. Jüni. . Ein sozialisttscher Abgeordneter der . rtalienrschen .Kammer ist-am Dienstag nachmittags von einer, faszistischen Bande Überfalles, in.einem Automobil verschleppt und - hinter einer Hecke in der grauenhaftesten Weise /zerschossen und .'zerstochen worden. .Was ' zu. dieser Affäre vom St-andputckt. der Politik Italiens zu sagen ist,.-das wurde, vorgestern unmittelbar nach dem Bekanntwerden des Sachverhaltes' gesagt uch der Ministerpräsident Mussolini, die' stärkste Autorität im Lande, hat nicht, mit- Ausdrücken, des Entsetzens und Mschyrs gekargt. Die Kammer ist durch einen solidarischen Streik der Opposition lahm gelegt worden und mußtevertagt 'WeÄen,'i.Die.'.italienische HaMnsel ist von einem Sturm .der- Panik. -erfgßt,' militärische Maßregeln wirrden aug.eoch.net.. Wdi die Regierung scheint einen noch viel, weiter.geheMü^^ Ausbruch des TemperMetlts zu befürchten,.' :da .sie,. den Gedanken . einer Mobilmachung der dep Ärwee erngeglicherten faszi" stischen Miliz, evwägt..' > , . Die Emrochung Matteottis istaber doch, auch eine Angelegenheitvon.e.uraPastMm Gewicht. Sie ist. nicht auf Italien zu. lokalisieren,.weil, ja auch der Faszismus nicht auf Italien eingeschränkt geblieben ist. Die Idee dDs Fäszismus ist die,, durch Organisierung der unverantwortlichen Jugend auf nri-litärifcher Grundlage eine Macht zu schaffen, die ihren. Führern jederzeit zur Erzwingung politischer oder sozialer Ziele zur Verfügung steht,, ihnen blind gehorcht und ihren Willen ohne Rücksicht auf irgend welche moralische Hemmungen vollstteckt. Bei dem verzLveifelten Zustand, in dem sich die Jugend seit dom Krieg in dev ganzen Welt befindet, ist die Ansteckungsgefahr durch eme . solche Idee eine sehr große. Sie appelliert an die in jedem jungen Menschen lobettde.Sehnsuckst. nach einem großen Erlebnis, das ihn über bk Alltäglichkeit hinaushebt, an die widerstandslose, romantische Phantasie nick an. die politische Leichtgläubigkeit, für die eine/schnretternde Phrase kein leeres Wort, ist, sondern ein. Befehl. Xtrtlb in der. Tat hat der Bestand der faszisüschen Organisation, noch mehr aber ihr Sieg über die staatliche Autorität und ihr Eingriff in die.legale Cnüvicklung eine , ungeheuerliche Ausdehnung ihrer ideellen.' Wirkung hevvorgerufen. Es gibt kaum ein Land, dessen Bevölkerung nicht in den Bannkreis des Faszismus geraten wäre. Die Keime, die allerorten verstreut lagen, sind m ungeahnter Ueppigkeit aufgegangen. In den Ländern'der Besiegten wie der Sieger, überall, wohin die Na'chkriegskrise ihre Wellen wirft, hat die EtnPfängliWit der aller währen Ideale beraubten Jugend die ihr so sympathische Anregung der brutalen Gewalt begierig anfgesaugt. Faszistisch nennen. sich die nationalistischen Verbände, die . in Polen, in Rumänien,, in Jugostawien - und..in 'der Tschecho-Slowakei die 'Oeffentlichkeit, insbesondere aber die Minoritäten, im Namen , des Rechtes der Staatsnation terrorisieren und die. Behörden in Atem. halten. Aus dein Fas^smus,, dessen' einzige' politische Mittel der Revölver/und' die. Granate sind, sind alle die Attentate erfolgt, die in Deutschland den Terrorismus zeigen, die in '.. Ungarn .zum herrschenden System, geworden sind, in Polen den . /Präsidenten Naru towicz. genreu chelt haben, denen. Erzberger und Rothenau zum Opfer ^gefallen -sind. Es. ist der organisierte 'Kampf gegen den' Geist, .die Aufbietung der Geivalt gegen den Intellekt. Im Kanrpf der Ideen entscheidet nur das geisüge. Argument. Aber die Zeit, die den Weltkrieggesehen .hat/ hf der man urhi et öckbi die Kanone als .das letzte Wort Ändete und segnete, in'der man den Mord' äls höchste Pflicht, ja als Ehre des Mannes weihte, häf sich/in die. Gehirne. eingefressen. englische Stoffe, Herren- und Damen- [itafOn. Wäsche, Leinen. Teppiche, Vorhänge WUL 0,1 etc *r->niia*i.in> laus 1 Schiff mann II. Taborstrafie 48 Tolenhon 47-1 »79 Eit gros En d«tal|