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Wiener Morgenzeitung · 1924-06-11 · Heft 1911 (11.6.1924) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1911 (11.6.1924)
Date
1924-06-11
Page
Seite 8 (sequence 10)
Language
German
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bette 8 Men, MittwoH - Wiener Morgen zeitung. 11. %m\ im vtt. 1911 di« bisherigen Großaktionäre der Oesterreichischen Jndustrie- und Handelsbank Großaktionäre, der Zentralbank der deutschen Sparkassen werden, was durch gegenseitige entsprechende Vertretung in den Verwaltungsrot der beiden Institute zum Ausdruck kommen wird. Die Bestimmung des Umtauschschlüssels wurde einem in den nächsten Tagen znsammrutreteNden Treuhänderkollegium anvertraut. Die Zentralbank der deutschen Sparkassen wird sodann auch die übrigen im freien Verkehre befindlichen Aktien der Oestcrreichischeu Industrie- und Handelsbank zum Eintausch gegen Zentralbankaktien aufrusen, so daß die gesamten Aktien der Ositerreichischen Industrie- und Handelsbank ii das Portefeuille der Zentralbank der deutschen Sparkassen gelangen werden. Die vollständige Bereinigung der beiden Institute wird schließlich in dem den führenden Persönlichkeiten hierfür geeigneten Zeitpunkt vor sich gehen. (Entgeltlich.) Lebensversicherungsgesellschast „Phönix" in Wien. In den ersten vier Monaten 1924 wurden neue Lebensversicherungen im Gegenwerte von 42,862.047 Goldkronen abgeschlossen. Hiervon entfallen 20,467.159 Goldkronen auf Bevsicherungsäbschtüsse in der Republik Oesterreich und 22,394.888 Goldkronen aut den ^»schirftsbetrieb im Auslande. Die Prämieneinncchme in de* Unfall- und Haftpflichtversicherung beträgt m den ersten vier Monaten 1924 90.240 Goldkronen. (Entgeltlich.) Wiener Börse. Gcschästslos, teilweise schwacher. Tie gestrige Börse nahm den Verkehr nach dreitägiger Unterbrechung in ruhiger, vorwiegend lustloser Haltung auf. Mangels ^oer Anregung von den auswärtigen Plätzen herrschte fast vollständige Geschäftsstille, zumal es an Orders gänzlich fehlte. Zur Zurückhaltung trug auch die Zinsfußerhöhung der Oesterreichischen Nationalbank vielfach bei, da man damit in Verbindung mit einer Versteifung des Reportsahes rechnet, obzwar die Geldansprüch.» zufolge der andauernden Geschäftsuntätigkeit äußerst gering sind. 'Die Zweiieilung des Kassatages in der Woche wirkte ebenfalls hemmend auf das Geschäft. Der glatte Verlauf des Kassatages und dir Ermäßigung der englischen Zinsrate von 4 auf 3 Prozent übten fast keinen Einfluß. Mit dem Fortschreiten des Verkehres wurde das Geschäft noch mchr eingeengt und es trat fast völlige Stagnation ein, die ein weiteres Abbröckeln des Kurs- Niveaus zur Folge hatte, so. daß das Endergebnis in retrograder Richtung erfolgte. Auch die zu Beginn höher gewesenen Elektrizitärswer'.e und die Aktien der Felten u. Guilleaume büßten ihre Avancen zum Teil wieder ein. Lediglich Länderbank gewannen 11.000 K. und Siemens waren gegenüber dem letztgemeldcten Stand um 5600 K. gebessert. Von den übrigen Kulissewerten ermäßigten sich Bankverein um 5000 Kronen, Ungarische Kredit um 7000 K., Staatsbahn um 10.000 K., Alpine um 5000 K-, A. E.-G. Union um 5000 K., Karpathen Petroleum um 15.000 K. und Semperit um 6000 K.' Ebenso wie in der Kulisse bewegte sich das Geschäft auch im Schranken in den allerengsien Grenzen bei vorherrschend schwächeren Kursen. Novdbohn verloren 210.000 K., Nestomitzer Zuckeraktien sind um 160.000 K.. Ungarische Zucker um 80.000 K. zurückgegangen, Dynamit büßten 100.000 K., Konstanzer Holzverkohlung 45.000 K. ein. Gösser Brau büßten 20.000 K, Kabelsabrik 5000 K., Prager Eisen 30.000 K., Szalah 4000 K., Ternitzer 2500 K.. Brown Boveri und Slavonia je 2000 K., Körting 6000 K., Apollo und Naphtha je 10.000 K., Galicia 25.000 K. und Floridsdorfer 2000 K. ein. Auf dem Anlagemarkte ergaben sich nur geringe Veränderungen. Stärker reagierte bloß die Ungarische Goldrente. Bon den Exoten notierten: Holzverband 10.000 bis Geld, Mraznica 54.090 bis 56.000, Tepege 36.000 bis 38.060, Universale 21.000 bis 22.500. Copyright Nachdruck verboten. Iüdischir Lerlag. DerUn. 13. Fortsetzung. Hawdoloh Md Zapfenstreich. Bon Sami Gronnemann. Mir persönlich würde eine pommerische Nudelgans sinniger Vorkommen; jedenfalls gibt das an der Tür solcher Speisehäuser angebrachte Zeichen die Gewißheit, daß jener Verein jegliche Garantie fürHe Ritualität der Tische übernimmt. Außer diesem Wahrzeichen gibt es aber noch ein anderes, in den westlichen Restaurants. Zwischen den Tischen Pflegt sich ein Individuum herumzutreiben, dessen schmalwangiges Aeußere an sich kaum geeignet ist, für die Güte und Reichhaltigkeit des Mahles zu garantieren, dessen turmhohes Käppchen aber einen beruhigenden Einfluß auf skeptische Gemüter ausübt. Ta ist der sogenannte Maschgiach, der zur Aussicht bestellte Vertrauensmann des Vereines. Solche Einrichtungen existieren nun im OsEn nicht. Jeder etwas aus sich haltende Speisewirt würde es mit Entrüstung ablehnen, sich unter Aussicht stellen zu lassen und viel leicht nicht ganz ohne Grund steht man im Osten auf dem Standpunkt, daß eine solche Aussicht ohne jeden Wert Äst und daß jemand, der sich irgend einer Aufsicht unterwirft, von vornherein mit-. Mißtrauen zu betrachten ist. Ich könnte in der Tat aus meiner Erinnerung allerhand tragikomische Geschichten erzählen, in denen jene Einrichtung der Aufseher ad absurdum geführt wird. Vielleicht erinnert sich ^der -eine oder der andere meiner Leser an den samosen Aufseher, der vor nahezu dreißig Jahren in dem Kurhaus des Herrn Hecht -in Harzburg so kuriose Dinge anstellte. Ihm war zum Beispiel kontraktlich zugeisichert, daß er bei der Verrichtung gewisser gottesdienstlicher Gebräuche, wie bei dem Vortrag der Ha-wdo>loh, zum Ausgang des Sabbat eine halbe Flasche Wein zum Segensspruch geliefert bekam. Er improvisierte nun jede Woche ein Paar Mal mit ernstester Miene solche fromme Verrichtung, indem er irgend einen gleichgültigen hebräischen Text mit frommer Mene aussagte, und zwar im Beisein der ganzen Tischgesellschaft, die sich höchlichst darüber freute, den wenig belieben Wirt jedesmal um Wiener Warenbörse. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) ■ Dr süddeutsche Ehemikalienmarkt wir ruhig und nennens. werte Geschäftsabschlüsse waren kaum zu verzeichnen. Angebote befanden sich genügend im Markte, mit Ausnahme von Säuren, in denen eine empfindliche Knappbeit besteht. Zahlungen erfolgen, selbst seitens der größten Firmen schleppend. Die Preisgestaltung ist nickt einheitlich. Von einer nennenswcirten Ermäßigung der Notierungen kann jedoch nicht gesprochen werden, da die Höhe der Produktionskosten hindernd im Wege steht. Es notieren Aetzkali 64, Antichlor 14,50, Bleizucker 94, Dextrin 67. Eisenvitriol technisch kristallisiert 4, Glaubersalz kalziniert 96-98 Prozent 6. Lithopone Rotsiegel 41. Naphthalin rein 83. Oxalsäure 70, Pottasche kal'ziniort 96-98 Prozent 44, schwefelsaure Tonerde 14-16-Prozent arsenfrei 15-35. Alles in Goldmark. Der gestrige Verkehr war put belebt, allein die geschäftlichen Transaktionen hielten sich in den engsten Grenzen. Ausgeboten wurden Magnesia carboniea zu 11.500 K verzollt, Bittersalz zu 1,40 Dollar pro 100 Kilogramm transit Paussau, Chlorkalisium geschmolzen 70-75 zu 5 Pfund 2 Schilling 6 Pence per 1000 Kilogramm transit Passau und Weinsteinsäure zu 96.000 K. ab Wien. O e l e und Fette. Die Grundstimmung blieb behauptet. ausgeboten wurden uardamerikanisches Schweinefett pure Torb Tieroes zu 27 Dollar pro 100 Kilogramm cif Hamburg. Exekutiv wurden verkauft 15 Doi-en zu je 20 Kilogramm brasilianisches Schweinefett zu 16.000 K. Zum öffentlichen Verkaufe gelangen heute am 11. d. um 12 Uhr 5 Waggons Schnittmaterial. Biehmörtte in St. Marx. (Eigenbericht der ..Wiener Morgenzeidung".) Rindermarkt. Der gestrige Auftrieb belief sich auf 385 Stück inländisches, 1200 Stück ungarisches. 153 Stück tschechoslowakisches. 215 Stück jugoslawisches und 1024 Stück rumänisches, zusammen 2977 Stück Schlachtvieh, worunter sich 2596 Stück Mast- und 381 Stück Beinlvieh befanden. Der ^Gattung nach waren 20,98 Ochsen. 430 Stiere, 446 Kühe-und 3 Büffel. Gegenüber der Vorwoche wies der gestrige Markt einen Ausfall von 1250 Stück auf, an dem inländische und ungarische Provenienzen partizipierten. Alle guten Qualitäten, die gestern stärker vertreten waren, blieben im Preise fest behauptet. Stiere und Beinlvieb haben eine Preiserhöhung bis zu 1000 K. pro Kilogramm erzielt. ES notierten: Ochsen prima 15.500 bis 17.000 K., extrem 18.000 K. bis 20.000 K., sekunda 14.000 bis 15.000 K., tertia 12.500 bis 13.800 K.„ Stiere 13.000 Lt8 16.500 (17.000 bis 18.000) K.. Kühe 12.500 bis 16.000 (18.000) K. und Beinlvieh 8600 bis 12.500 K. pro Kilogramm Lebendgewicht. Pferde markt. Zum gestrigen Markte wurden 183 Schlächter-, darunter 64 auf dem Kontumazmarkte, und 304 Gebrauchspferde gebracht. Bei flauem Verkehr notierten: Zugpferde leichte 4,000.000 bis 12,000.000 K., schwere 6,000.000 bis 14,000.000 K.. Kutschpferde 4,000.000 bis 12,000.000 K., Pferde für Schlachtzwecke 5500 bis 11.500 K. pro Kilogramm Lebendgewicht. Berliner Börse. (Alles in Billionen von Mark? Berlin, 10. Juni. Bei unvermindert hochgradiger Geschäftsstille setzten sich an der heutigen Börse die Verkäufe teils freiwilliger, teils unfreiwilliger Natur fort, so daß eine weitere Senkung des Kursstandes eintrat. Dies zeigte sich am fühlbarsten bei Montanwerten, die 2 bis 4 Billionen Prozent einbüßten. Banken und Schiffahrks - Aktien erwiesen sich widerstandsfähiger bei geringen Kursabbröckelungen. Auf dem Geldmärkte ist wieder eine leichte Versteifung eingetreten, während auf dem Devisenmärkte die Zuteilungen voll bestehen blieben. Schtußkurie: Türkische Lose 18.5, Oesterr. Staatsbahn —.—, Nordd. Lloyd 4.—, Ver. Elbeschiffahrt 1.9, Berliner Handelsgesellschaft 17.9, Kommerz. Privatbank 3.5, Tannstädter Bank 6.—, Deutsche Bank 7.—, Diskonto- Kommandit 7.6, Dresdner Bank 4.25, Nationalbank für Deutschland —.—, Oesterr. Kredit 0.37, Oesterr. Länderbank —, Reichsbank 18.75, Wiener Bankverein 0.25, Wr. Unionbank 0.275. Allq. Elektrizitäts-Gesellschaft 6.6. Bochumer Gußstahl 39.1, Daimler Motoren 2.—, Deutsch-Luxemburger 36.5. Deutsche Maschinen 4.—. Dynamit Nobel ‘ eine Flasche gekränkt zu sehen. Dieser aber, in jüdischen Dingen ein absolut unerfahrener Mensch, stand, den Hut vorschriftsmäßig auf dem Kopfe, mit ergebener Miene dabei und hörte gottergeben den unverständlichen Singsang an, nicht ahnend, daß die ganze Gesellschaft sich auf seine Kasten lustig mache. Diese Wahrzeichen des jüdischen Restaurants fehlen also im Osten, dagegen nicht jenes dritte Kennzeichen jüdischer Gaststätten — dje Bettler. Man ist es gewohnt, wenn man ein jüdisches Restaurant betritt, daß an der Schwelle sich abgezehrte Hände hilftflehend entgegenstrecken und in dielen Lokalen dvingen die Armen auch bis an den Speisetisch vor und suchen mit jammernden-Worten und indem sie ihre Gebrechen und Hilflosigkeit ins beste Licht rücken, die Mildtätigkeit der Speisenden in Anspruch zu nehmen. Die Wirte sind dagegen machtlos und die Kellner führen einen verzweifelten Kampf gegen die Leute und bisweilen gelingt es, sie bis an die Schwelle zurückzndrängen. Im Osten — und speziell bei Michelsohn — fehlten die Armen nicht, aber doch war es dort anders. In dem kleinen Dorraurn, wo die Mäntel abgelegt werden, hielten sich immer einige alte Leute auf. Der Besitzer führte aber keinen Kampf gegen sie, ich sah «mehr als einmal, wie der alte Michelsohn eifrig Stühle aus dem Gastzimmer herausholte und den Leuten hinsetzte und wie di-ose Armen eigentlich sogar mit ganz besonderer Höflichkeit behandelt wurden. Sie betteln auch nicht eigentlich, sie sitzen ruhig -da und nehmen die ihnen vonjedem gereichte Gabe, als selbstverständlichen Tribut entgegen. Die Bettler im jüdischen Osten spielen eben eine ganz andere Rolle. Sie wissen, -daß sie für den Reichen genau so unentbehrlich sind wie der Reiche für sie. Das Almosengeben ist eine strenge, unabweisbare Pflicht und der Wohlhabende tönte in die größte Verlegenheit, wenn er .niemand hätte, dem er geben könnte. So ist ein Streik der Schnorrer nicht nur theoretisch denkbar, sondern er ist bisweilen Tatsache geworden und hat die davon Betroffenen in die allergrößte Verlegenheit gebracht, sie mußten in solchen Fällen durch besondere Opfer die Armen «bewegen, -den Boykott aufzuheben. Als Gegenstück aus dem Westen sei erwähnt, daß sich m den fünfziger Jahren in Hannover 4.9 Felten n. Guilleaume 17.5. Gelsenkirchener Ben 39.1, Th. Goldschmtbt 8.—, Harpener Bergbau 48.5 Hirsch Kupfer 15.25. Höchster Farben 8.2, Hobenlohe-Werk 15.5, LäurabÜtte 3.75, ManneSmaunröhren 22.87, Phöni Bergbau 19.62, Schttckert u. Co. 26.—, Siemens u. HalSke 34.5 Telephon Berliner 2.25, Golbanleihe 4.2, Dollarschatzanweisungei 73.4. Prager Börse. Prag, 10. Juni. Die Börse eräffnetr mit Rücksicht am die schwache Haltung der Wiener Börse in matter Haltung. Bei bescheidenen Umsätzen wirkte schon geringes Angebot drückend auf den Kursstand und die Schlußnotierungen waren die tiefften des Tages. Kulissenwerte gaben durchwegs nach. Im Schranken stellten sich namentlich. Chemische, Eisen-. Textil- und teilweise auch Zuckerwerte niedriger. Heimische Bastken neigten teilweise zur Schwäche, während von'Wiener Banken besonders Kredit-, Depositenbank- und Anglobank« Aktien nachgäben. DaS Geschäft auf dem Anlagomarfte beschrankte sich auf Staatspapiere, die sich behaupten konnten. Exoten verkehrten sehr ruhig. Schönpriesener und Bulgaren schwächten sich ab. Schlußtendenz abgeschwächt. S ck> l u s; k u r s er Türk. Eisenbahn-Anleihe 400 Franken —, Böhm. Nnionbcmk 401.—, Böhm. Eskomptebank 401.—. Böbm. Jnbnstrialbank 421.—, ZlvnostenSka Banka 403.50, Anglobank 112.50, Oesterr. Kredit 89.—, Wiener Unionbank 78.60, Wiener Bankverein 62.80, Buschtiehrader Eisenbahn Lit. A —Eit, B —Frrtinands-Norbbabn 6180.—, Nrag-Duxer 178.—, Anssig-Tevlltzer Eisenbahn —.—, Nestomitzer Znckerindnstrie 1525.—, Bereinigte Elektrizität Wien 129.—, Brosche 1100.—, Koliner Spiritus 1018.—, KönigSbofer Zement 930.—. Breitseld-Danek 493.—, Ringboffer 700.—, Simmeringer 107.—, Rotbkosteletzer Textil 320.—, Alpine Montan 233.—, Poldihütte 300.—, Prager Eisen 890.—, Oesterr Bera n. Hütten 2270.-, Skoda 596.-. Inwald 239.-. , Budapest« Börse. Budapest, 10. Juni. Die Börse eröffnet* zwar mit Be* haupteten Kursen, doch gewann bald die schon seit langem herrschende Unlust wieder die Oberhand, so daß der Mbröckelungsprozeß weitere Fortschritte machte. Don einem Geschäfte konnte überhaupt nicht die Rede sein und nur gegen Schluß kamen größere Abschlüsse zustande. Im allgemeinen stellten sich die Kurse gegen Freitag bis 3 Prozent niedriger. Schlußtendenz abwartend ohne Verkehr. Wochengeld wurde heute etwas lebhafter gehandelt und zog bis 1,5 Prozent an. (Alles in Tausenden von Kronen.) Schlußkurse: Britisch-Ung. Bank 65.—, Ung.Kredit 625, Oesterr. Kredit 234, Salgo Kohlen 715, Rimamuranyer 141, Südbahn 78.—, Staatsbahn 630.—, Anglobank —, Gran- Szaszvarer 400, Oberung. Berg-Hütten 665.—, Drasche- Ziege! 260, Ung. allg. Kohlen 3650, Urikanv Kohlen 1160, Koburg —.—, Spodium 200, Clotilde chem. Fabrik —.—, Ung. Eisenbahnverkehr , Verein. Holz —.—, Adria 1950. Sie Sebifenlutfe. Zürich» 10. Juni. (Devisenkurse von 12.10 Uhr. — Bo. der Schweizerischen Kreditanstalt mitgetrilte Mittelkurse.) Berlin pro Milliarde (-.-). Holland 212.90 (212.95), New-York 568.50 (568.50), London 24.60 (24.62), Paris 28.50 (28.90), Mailand 24.65 (24.70), Brüssel 24.90 (25.25), , Kopenhagen 96.- (95.50), Stockholm 151.- (160.60), Christiania 77.12 (77.-), Madrid 76.40 (76.40), Buenos Aires 184.50 (184.50), Prag 16.60 (16.60), Budapest 0.0061 (0.0061), Bukarest 2.42 (2.45), Belgrad 6.85 (6.87'/,), Sofia 4.06 (4.06), Warschau Wien 0.008012 (0.008012). Berlin, 10. Juni. (Devisenkurse.) (In Goldmark für 100 Einheiten mit Ausnahme von Buenos, New-Aork, London,Javan und Rio für 1 Einheit, Wien und Budapest für 100.000 Einheiten.) Amsterdam 156.61 (156.61), Belgien 18.20 (18.46), Christiania 56.56 (56.36), Kopenhagen 70.57 (70.57), Stock- Holm 110.72 (110.72), Italien 18.17'/, (18.17'/,), London 18.055 (18.065), New-Slork 4.19 (4.19), Paris 20.95 (21.05). Schweiz 73.52 (73.62). Svanien 66.11 (56.11), Men 5.89 (5.89). Prag 12.19-/, (12.22), Budapest 4.59 (4.59), Sofia 2.99 (2.95), Belgrad 4.99 (5.04). Berlin, 10. Juni. (Notenkmse.) (In Goldmark für 100 Einheiten mit Ausnahme von Dollar und Pfund für 1 Einheit, österreichische für 109.000 Einheiten und polnische fiir 100 Zloty.) - Noten: Dollar 4.19 (4.19), Pfund 17.99 (18.01), etwas derartiges abfpiekte. Die Gemeinde Hannover besaß nur einen einzi«gen Gemeiudearmen, auf den sich nun die Gäben aller hem entluden, die Mildtätigkeit üben oder, wie «man sagt, „Zdokoh geben" wollten. Eines Tages veruneinigte der Ma.nn sich mit dem ersten Vovsteher und rief in seiner Wut: „Wenn Sie nicht wollen wie ich, dann ziehe ich einfach' weg von Hannover; dann soll die Gemeinde sehen, wo sie ihre Zdokoh los wird." Eines Tages brachten wir, Hermann Struck und ich, also auch Richard Dchmel in das Schloßbergsche Lokal. Es war an einem Tage, an dem er gerade in der Verwaltung einen großen Krach gehabt hatte. Er hatte versucht, durch ein ausführliches Memorandum gegen die engherzige und unsinnige Art der Zensurausübung Front zu machen und seine Schrift hatte sich in eine vernichtende Kritik der Verwaltungsgrundsätze, wie sie damals üblich waren, ausgewachsen; er forderte verständnisvolle Behandlung der nationalen Besonderheiten und trat für eine freihLiitlichere Behandlung der Bevölkerung ein. Damit stieß er auf wenig Gegenliebe. ■ Randbemerkungen wie „Unisinn", „mit der eisernen Faust muß man dreinsahren" hatten ihn ungemein verärgert — er hat daun auch um seine 'Versetzung geberen —; denn, freilich konnten sich die Behörden seiner Anschauung, daß der gesamte Zensurbetrieb zu drei Viertel überflüssig, zur Hälfte gemeingefährlich ist, wie er in einem Brieft dom November 1916 an Robert de Campagnol schreibt, .nicht.anschließen. Im September 1916 schreibt er aus Kowno an F. C. Rang, daß die bitteren Enttäuschungen, die er im Schützengraben erlebt habe, nicht so schauderhaft. wie seine Erfahru.ngen dort iit der Vertvaltung gewesen seien. Er sei gezwungen, schreibt er in einem anderen Briefe, ständig gegen den 'deutschen Geist zu fündigen (Nä-Heres ist in seinen im Verlage S. Fischer erschienenen Briefen nachzulesen). Ich s'che ihn noch vor mir, wie er auf der Stra.ße stehen blieb, wütend mit dem Stock aufs Pflaster siieß und in ungebärdiger Weise feiirem Herzen Lust machte» und erst als wir ihn in dem engen Stübchen bei Michtt. sohn hatten, wo er zwischen dem Feldrabbiner Dr. Roftnack aus Bremen und Hermann Äruck saß, beruhigte er sich allmählich und der Sabbatfrisdeu zog auch bei ihn: ein. (Fortsetzung folgte

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