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Wiener Morgenzeitung · 1924-06-11 · Heft 1911 (11.6.1924) · p. [Seite]

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1911 (11.6.1924)
Date
1924-06-11
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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*.r IITEK.ATUIIBEILAGE DER .VIER’ ER MORGENZEITUNG' N umrner 13 ERSCHEINT JEDEN MITTWOCH 11. Juni 102^ ADAIINISTRATIO'N: „VIELER MORGENZEITUNG“. VIEN, II, TABOR5TRASSE 1-3 CJNSER BUCH DER WOCHE Der Zerfall Oesterreichs „Von Revolution zu Revolution“ von Dr. Viktor B1 b 1. 1924. Rikola Verlag, Wien. Der Professor fair Geschichte an der Wiener Universität, Dr. Viktor Bibi, hat den zweiten Band seiner Geschichte des Zerfalles Oesterreichs vollendet. Reichte der erste Band, der die Zeit des Kaisers Franz umfaßte, bis Zum Regierungsantritt Metternichs, so beschäftigt sich der nun vorliegende zweite Teil mit der Periode von 1848 bis zum Ende des Weltkrieges, der für Oesterreich die endgültige Sprengung und den Uebergang zur Republik brachte.. Es ist ein Zeitraum von 70 Jahren, voll von Ereignissen, deren unmittelbare Wirkung die Generation, die das Ende sah, auch selbst erlebt hat. Jedem ist es klar, daß die Ereignisse, die zu der blutigen Katastrophe an der Piave und dann zum Frieden von Saint-Germain führten, nicht für sich allein dastehen, sondern eine fast lückenlos schließende Kette bilden, die nach rückwärts in die Tage des Vormärz hineinlaufen. Und es ist nicht etwa eine Erfindung der Ganzgescheiten, die nachher alles von vorneherein gewußt haben, daß der Keim zu diesem Unglück in der unseligen Konstruktion des Kaiserstaates lag, in den Anstrengungen der Dynastie und ihrer Diener, das Mittelalter festzuhalten und den Anschluß Oesterreichs an die Kultur weit mit Klerisei und Polizei zu .verhindern, Es hat zu wiederholten Malen innerhalb dieses Zeitraumes Explosionen gegeben, aus denen die Staatskunst immerhin hätte einiges lernen können. Daß dies nicht geschah, ließ die unvermeidliche Katastrophe zu einer grauenhaften Tragödie werden, in der neben der Dynastie Millionen Menschen aus Leben und Arbeit-verschwänden. Der Historiker, der/den Spuren dieses Prozesses nachgeht, seine einzelnen Stadien aufzeigt und so erkennen lassen will, wie man es in der Zukunft besser machen müßte, steht sicherlich einer Aufgabe gegen-, über, die seine ganze Urteilskraft, sein politisches Verständnis und seine auf unanfechtbare Quellen gegründete Ueberzeugungskraft erfordert. Prof. Bibi läßt, gelinde gesagt, diese Bedingungen außer acht. Seine Bücher sind nach einem Kochrezept gebraut, in welchem die Anekdoten die Hauptrolle spielen. Er weiß für alles, für das Schwierigste wie für das Kleinlichste, eine hübsche Geschichte von irgend jemanden. Das wäre an sich noch kein Schaden, wenn nicht eben Anekdoten das Mißliche hätten, ein allzu subjektiv zuge$pitztes Urteil irgend jemandes widerzugeben, Für eine pragmatische Geschichtsschreibung, für die Erfassung von Ursache und Wirkung ist dies zu wenig. Aber es;ist auch gleich anzumerken, daß die Anekdoten, die der Autor dort einsetzt, wo ihni die historische Kenntnis zu fehlen scheint, falsch sind. Es ist ungehörig, um kein schärferes Wort zu brauchen, wenn Prof. Bibi bei der Besprechung des österr.-serbisoheri Konfliktes „die Affäre Prochaska“ erwähnt. Eine solche Affäre hat es nie gegeben oder doch nur in dein Sinn, daß sich aus einer im Wiener Auswärtigen' Amt gebrauten Zeitungstratscherei, die überhaupt keinen tatsächlichen Inhalt hatte, nicht das geringste für oder gegen die beteiligten Staaten ableiten ließe. Nicht Serbien hatte die Depesche entstellt, die über den Aufenthalt Procliaskas in Üesküb berichtete. Die „Affäre“ bestand lediglich in einer Sensationsgeschichte, zu deren. Verbreitung man sich in Wien die neuigkeitshungrigen Korrespondenten zweier großer reichsdeutscher Zeitungen ausgesucht hatte. Dem Prof. Bibi wäre es: leicht gewesen, diesen Zusammenhang wahrzunehmen. Ist diese Erzählung charakteristisch für $eine Be* trachtung der Dinge, so geschieht dies' noch in viel unangenehmerer Weise bei der Schilderung des Weltkrieges. Hier folgt er fast ohne Einschränkung dem k. u. k. deutschnationalenWegweiser. Der Krieg ist verloren gegangen, weil die Tschechen da waren. Das ist;, nicht wahr und ist inzwischen durch die vielen Memoirenwerke schuldiger und unschuldiger Zeitgenossen fausendfäch widerlegt worden. Der Krieg ist verlören gegangen, weil die Lebenskraft der Monarchie, ver-. Siegt war, well sie, wie das Prof. Bibi selbst sehr gut dafsteilt, schon zu Lebzeiten des Kaisers Franz in die Dekadenz geraten war. Was die Tschechen täten, waren nichts als Aeußerung ihres Lebenswillens, und zwar solche, die für niemanden eine Ueberraschung sein konnten, der die Geschichte des österreichischen Parlaments aufmerksam verfolgte. Die k. u. k. Geschichtsklitterung. hat sich die Theorie eines tschechischen Verrates zurecht gelegt und Prof. Bibi akzeptiert sie. Im Anfang des Krieges, schreibt er, sang man in Prag die „Wacht am Rhein“ und der Bürgermeister Podlipny hielt eine Rede in deutscher Sprache. Daran ist nur wahr, daß an den ersten Mobilmachungstagen die jüngeren Semester der deutschen Universität unter Führung von Offizieren der nach Prag verlegten deutschen Regimenter vor dem Radetzky-Denkmal zwei Demonstrationen veranstalteten. Das übrige: Prag blieb kalt, in so eisiger Temperatur, daß der Statthalter schon am dritten Tag die Abstellung des lärmenden Unfugs verfügte. Herr Podlipny war zu. dieser Zeit schon einige Jahre tot und ein Historiker' wie Prof. Bibi müßte wissen, daß der Bürgermeister Grosch hieß. Er hat auch keine Rede in deutscher Sprache gehalten. Der Akt, der ihn in den Mittelpunkt einer gewissen Sensation stellte, w^r eine Glückwunschdepesche zum Geburtstag des Kaisers Wilhelm, Nach dieser Depesche verschwand Herr Dr. Grosch. aus der Oeffentlichkeit verlangen Sie von HELLER (BUKUM) I, Bauernmarkt kostenlos! Prof. Bibis Wenk kann deutlich in vier Teile gesondert werden. Der erste gehört in ein Lexikon, der zweite in die „Arbeiterzeitung“, der dritte in die „Neue Freie Presse“; .den vierten, der die letzte Phrase be-, handelt, haben wir schon erwähnt. Der erste Teil ist eine brave, gesinnungstüchtige, liberale Darstellung der Zeit Metternichs. Die Revolution von 1848, die ununterbrochenen Betrügereien und Wortverdrehungen , des Hofes bringen Bibi in gerechte Entrüstung; der. dritte Teil, der Beginn des Verfassungslebens und die schweren Niederlagen, gegen Italien und Preußen, ist dem deutschen Bürgertum gewidmet, entspricht also einer Phase, die noch heute den liberalen Zeitungen Glöckentöne der Bewunderung entringt. Es ist wahr, daß das deutsche Bürgertum in jenen Tagen großes geleistet'hat, ebenso wahr ist es aber, daß der Elan sehr bald unter dem Druck des Hofes niederbrach. Und wer genauer in die Geschichte dieser Tage hinein-, sieht, der merkt sehr bald, daß die Belebung dieses deutschen Bürgertums, seine Erfüllung mit neuen Ideen in einem ursächlichen Zusammenbang stand mit der Emanzipation der Juden. Aus den jüdischen Ghettis,-insbesondere in Böhmen und Mähnen, kam ein Strom' unverbrauchter Kraft, politischer Gestaltungsfähigkeit, Weltbürgertum und Freiheitssinn in die Reichsmetropole und wirkte sich in der Gesetzgebung ausbeflügelte die Wirtschaft und riß den ganzen Staat aus dem Mittelalter in die europäische Gesittung hinauf. Die Bureaukraüe, die Klerikalen und der Hochadel, die den Hof fest umschlossen hielten, zögerten nicHt mit dem Gegenstoß. Schon die Achtzigerjahre brachten, eine neue Eruption aus dem antisemitischen Schlammvulkan und damit war auch die Quelle, aus der sich das deutsche Bürgertum seine politische Lebensfreude geholt hatte, verstopft. Die Bequemlichkeit und das Sumpertum nahm wieder Besitz von den . Bürgern. Aus dem Gebiet der Wirtschaft konnte das jüdische Element nicht gebannt werden. Es entstand zwischen Politik und wirtschaftlicher Progression jener furchtbare Widerspruch,, der schließlich von den- Agrariern in Oesterreich und in Ungarn ausgenützt wurde und zu der Zollpolitik führte, die der Monarchie im Süden die unversöhnliche Feindschaft der kleinen. Staaten, im Norden die Hörigkeit gegenüber Deutschland eintrug. Will man die Quellen des Krieges ergründen, so muß man gerade diese Zeit genauer durchforschen, um festzustellen, wie wahr es ist, daß' der Antisemitismus der Vorbote des Zusammenbruchs, ist. Zu solchen Konstatierungen kann sich natürlich ein Professor nicht aufschwingen, für d*en es nur ein deutsches Herrenrecht und slawische Begehrlichkeiten gibt, für den die Spitzelberichte der Staatspolizei un<v die Politikastereien des Kriegsüberwachungsamtes die Grundlage der Forschung bilden. j. 1. LEBEN IM BUCH Völkische Rassen-Kneipzeitung Franz v. W e n d r i n: „Die Entdeckung de* Part« dieses.“ (Verlag von Georg Westermamn, BratinBchwfeffl» Hamburg 1924.), ’ - Der Verlag preist dieses Buch an als eine Revolution i e r u n ig der gesamten Wissenschaft von der Sprach-, Vorigesahiobts- und Geschichtsforschung Mi zur Geologie. Und er hat blutig recht. Ja, sie alle, die Vertreter sämtlicher Wissenschaften, müssen schleunigst umlernen und die ihnen so notwendige Erleuchtung von Fraite: v.. Wendrin entgegennehroen, Vielleicht ist es noch nicht gn spät. Damit sie sich ihrer bisherigen Unwissenheit! schmachvoll bewußt werden, an der nur die „fremdrassigen, betrügerischen Bastarde“, die „größten aller Kultur- und Weltbetrüger, die orientalischen Ebräer und Rom*' (die katholische Kirche) Schuld tragen, seien ihnen hier einige wenige Proben der Entdeckungen Wendrins wahllos vorgehalten. Für Philologen und Archäologen: Hepha.es tos — Hevaestos Hevafessler (von „fest“ abgeleitet) — Adam, der Frauenräuber.. Die „Os er" hat. Tacitus sind ein alter ebräischer Stamm» von A $ e r, dem Sohne Jakobs stammend, die im Krakauer Gebiet ansässig waren.“'„Die Gärten der ■* H esip e r 1 de n — fie s - paridens Paradies Eden." „Quirlten (Sabiner) =. Quirl at-J dar im. Letzteres kommt von J atpl en an■ der Peene,“ Römer s? Rema (angehil. Gen. X. 7). Roma — Arnor(iter) als Anagramm gelesen. Homer — ’Omer Remo (verkehrt gelesen) Remus — hat sich also als „Betrüger entpuppt“. „Anchise s ss Ahne des J |- . sus.“ „Helena die Helle (Blonde) Mafia Magdalena.“ Apollon, auch Bhöbos =; Abel =s Ap f s limann. Hybris — Bbräer. Griech(en) — Krieg, also Krieger, Kämpfer, Revolutionäre. Achill — Hachel — Rachel, also . der Gerächte. Für Aegyptologen: Pharao — Waren (gefma-, nischerVolksstamm), aus derselben Wurzel wie Pfarrer, Ammon „Amen“ in unseren sämtlichen Gebeten Heiliger Geist — lat. Hammonlum franlz. amant Lieber, auch lat. amicus, wahrscheinlich auch Hanno . — Johann.' Ph’t a h ist Schwundform von Phatah — Gott V a t e r. „Der Berliner sagt -heute noch Fa t ah anstatt Vate r.“ Isis Frau des Jesus. Hör — Herr, identisch mit H e r -kules. Für Theologen und Hebraisten: „Thora —.'. Lehre des Gottes Thor. Dieser Name verrät, daß die Bbräer den Germanen alle diese Schrillten entwendet haben.“ „Die Talmudlehrer legten sich den. Namen Täne i n D änen zu. Die Gemara, ostaramälsch geschrieben, mithin altiger manisch. Natürlich „das Gemara*4 eine Ergänzung „izum Mischna“, von den Ebrä'ern verstümmelt. Beide sind germanisch. Adonai (Gott, Herr) Ab — donaj — Vater Dane. Adam (ebr. adhöfri [!]) A als Schwundnorm von Abt Vater, hom — franz. homme (Mensch) „Vater der Menschen“ zum Unterschiede von den Göttern — Germanen. Da hom (!) auch heiß bedeutet, ■ist Adam — Mensch der heißen Gegend, also Neger. „Ausgerechnet In Mecklenburg gibt es einen Oft, der. A d amsd 0 r f heißt. E v a Hewa — Havila HavÜaerhr Havelländeriin, also Märkerin oder Br ändenburger in Apfelfrau. Most (hehr.) Tyrösch — Wein des Germanemgottes „Thyr“ oder Göttergetränk. Feige teeria (hehr.) Dänenfrucht. „Das ebr. Wort osser (raJbhinisch assur [!]) — verboten weist ‘heute noch auf die Identität Lokis mit den e b r äi sch e n 0 s er n in den Karpathen hin. „Wir Germanen lesen unsere Schrift von links hach rechts, die Ebräer aber von rechts nach links“, ein Umstand, „den die Bbräer zur Geschichtsfälschung benützt haben.“ „E10 h i mursprünglich belduhlm Hel- Lugier — blonde Lugier (gerunan. Stamm). Noch deutlicher ist das Anagramm: „E löTvi m Michel, denn a und 0 ' werden leicht verwechselt, besonders wenn man falschen, ■will; und wann wollte der Ebräer nicht fälschen?“ So Ist Moses Mosai — Ja-som (Jason) nach rückwärts gelesen. Auch Jesus — Jason, bezw. Heiland Heliand — Helios — der Glänzende (der Blonde) ein Trojaner aus Trier. Lucifer Lugifahrer Schüfer.r Jericho.= Kolonie aus Jerichow bei. Magdeburg. Für Historiker: „Die germanische Kultur Ist seit der völlig entwickelten Bilderschrift 80 0.0 00 Jahre alt, ' Einige Jabrhunder ttausende der Entwicklung gehen natürlich voran.“ Die niederrassigen Ebräer haben den Germanen „sogar“ ihre Geschichte gestohlen. „Vor 165.000 Jahren er- T DER WOCHE STETS BEI Wilhfelm Braumilller&Sohn W i ni, I. G r a b e n 21 WSH Röp die Wey-pr BRAUCHST DU BÜCHER, GEH ZU LÖWIT WIEN, I. ROTENTURMSTRASSE 22 D3A

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