Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1909 (8.6.1924)
- Date
- 1924-06-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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7 \ •?*•» y*''+'i*i# ChalmnnmrKHOO 07 i e n: Zum Abholen in der Expedition, IUTaborstr.1-3, »der meiner VerachleisateHe [Trafik): monatl;' K35.000 Straasenverkanf in Wien durch die Kolporteure .. der Firma Goldschmiedt, I. Bez„ Wollzeile 11. Mit Postversand für Wien n. Oeaterr. monatl. K 35.000 Ts chech o-8 Iovale ei: Mon. K18. jugoalawien: Mod. Dinar 60. P o 1 e n: Mon. 3*/* Zloty» Deutschland: Mon. Goldmark 4, F r a n k r* Belgien: Mon. Frea, 12 M* Naehxahlaa?ea "MD bei PreiterfeSbontren vorbeh »Ilee Po'emooluJvS'O.OOfl Italien: Monatl. 1 *2 I -ire. Roma n i en Mon. 150 Lei. Bulgarien Mon.80 Lewa. S c hwe i z. and das übrige . Analand monatlich Frea. 4 Redaktion u. Administration Wien, IL, Taborstraaae 1—3 Telephone: 44-0-33,43-3-19, ab 6Uhrahdsf 21-102.25-282 IX. Unlversltätsstr. 6—8 (Druckerei Steinmann) Oesterreichiachea Poatapar* Vasaen-Konto Nr. 150.698 «t. 1909 .3tmil924 9. AMgang Ergebnislose Versuche Millemnds zur MIVuns eines Ler Block der Linke» hott rum entscheidenden Schlag sidenten aus. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Kabinetts. — gegen den Prä- Paris, 7. Juni. President M i N e r a n d hat heute xacheinander den Abgeordneten und.früheren Biz-e-präisidenten des Senats Lundry, den Abgeordneten und Bizepväsidenten der radikalen Partei Archymband, den Senator Faure und schließlich den Gouverneur Ivan Algiers- Steeg, empfangen. Den breitesten Raum in diesen Be- ' fprechumgen nahm naturgemäß die Unterhaltung mit Steeg ein; .sie dauerte nahezu eine Sinn d e. Mchher teilte Steeg seinen politischen: Freunden mit, daß er es abgelehnt habe, die Kahin'ett'sbildung zu übernehmen. Wie bekannt, hat Mllercmd große E r war t u n- §Q ts, an die Besprechung mit Steeg geknüpft, da dieser zu seinen persönlich en Freundeugehört. Mit dem Empfang Steegs schloß Präsident . Milletand die mit der Regierungsbildung zusEmenhaavgervden -Besprechunge'n ab. . Die Kammer hat in ihwr heutigen' Sitzung mit 33-7 ' gegen 14 Stimmen die Abhaltung einer SomltagSfitznvg beschlossen,.um,so rasch als möglich zur 8 o sun g deir i nne re » K r i s e zu gelängen. .M i llHtÄ.stdsy e-st-. hat ft#'-an,.der' Macht ist das einzige HiM^vrW'dagegen, doch glstubt man allgemein, daß der Präsident in de« nächsten Stunden seine Demission geben wüd. . Die Bureaus der-Kammer traten um 11 Uhr zusammen, um die. Kreditkommission zu ernennen, welche den Gesetzesantrag Moutet annehmen soll, welcher der Kammer -die Kredrtverweigerung ermögilicht. Da die Kommission 44 Mitglieder zählen soll,' ernannte jedes der elf Bureaus vier Mitglieder. .Durch diese taktisch sehr geschickten Vorbereitungen der Linken gelang es, hier die Opposition fast aus dem Komitee'hinauszud r a n g e n. Die Mehrheit erhielt '37, die Minderheit sieben Sitze. Die Kommission , trat' sosort zu einerersten Sitzung zusammen und Ivählte H e r r i o t z u m P r ä fr d ente n. Die nächste Sitzung der Kommission findet am: Dienstag statt. . V In Kreisen der Linksparteien glaubt man, daß die Entwicklung der Prafidentschaftsftäge /inen schnellen.Verlaus nehmen werde, und ist überzeugt, daß von irgend einem S taatsstreich oder einer Jas Vesinden Jt. Seipels. Unverikndert. ' lieber: das Befinden des Bundeskanzlers Dr. Seipel wird um 8 Uhr abends folgendes Bulletin ausgegebenr Temperatur 37,9, Puls 112, Respiration 32. Im unteren Teile des rechten Rippenfellraumes deutliche Zeichen von Ex f udat i o n. S ti m mn ng und All ge mei nbe finden unverändert, Appetit gut. Gez.r R. Bauer, Eifelsberg, Schnitzler, Singer, Steiger, M. Sternberg. Konrenttatio» der türkischen Flotte. London, 7. Juni. (Tel. d- „Wr. Morgenzeitung".) Aus Konstantinopel/wich gemeldet,' daß die -türkische Regierung der ganzen türkischen Flotte Befehl gegeben -hat, sich im Golf.von I s m i d zu k-o n z e n tri.e re u. - ' G e w ä l t maß nähme n i ch t d i e Rede - sein tonne. Auch herrscht ln Paris v öllig e Ruhe und d^' S trä-: ß ein b il d ist gän zl ich und e r ä nde rt. Nach - Ansicht des „Journal" dürfte- -der heutige Tag die Entscheidung ' in der politischen 5krift bringen. Die Pärteien, die in der Kammer noch keinen Antrag auf Permanenze.märung eingöbracht hätten, -schienen nicht geneigt zu sein, die entzM-' tige Entscheidung des Präsidenten Millerand abzuwarten.- Gestern hätten sie sick» begnügt, die K omftüt uierung e i n e r K r e dü 1 ko m m iss i o n zu -Verlangen, der die Roll« eines Komiteesfür das. öffentliche! Wohl' zugedacht ge- - wesen sei. Sobald^' man heute wisse,, ob .em Mim-ftermm gebitbet - werden"- Vrme,- wjüMM di« Führer der Majorität' abwarten, bis sich der neue Ministerpvaisi-dent vorstelle, um . ihn zu interpellieren. Die sich daran schließende Debatte: würde gleichzeitig über das S ch i ck s a-l de r n «iu-e n R eg i e r n n g und des P r ä s i d e n t e tt . der R epu b l ick entscheiden. Sollte-es Millevaud aber mchtMlingen.h «in n e u bilden^ MchrhettderKtmmernicht Md wahrscheinlich‘ die P ejmuyg dM K a mm-e-r-' Md.- die Ko n st i tW'echGwgi' i ««ner deck n a t i o n a l e n W i l l e n e n t s p.r e ch.e md.e « M i n ist e ri ums veickaugen. Millerand stünde' dpun'einem Votum gegenüber und fein R ü ck.t-r i t t - würde -die Folge sein. Das D e missionSschre iben dürste dann von Poineare verlesenwerden.. Poincare hatte - -bereitis heute um halb 8 Uhr abends eine Unter re du «g Mit M illers ud, die 15 Minuten dauerte. Er erklärt«, -daß es'sich dabei um laufende Angelegenheiten gehandelt habe. Aus der Tatsache dieser Unterredung glaubt man den: Schluß ziehen.zü können, daß MiÜerand die Absicht hat, zu einem , Gewaltmittel zu greift«, um das Staatsruder nicht der Linken übergeben zu müssen. Das Schicksal einer solchen, von Mille rand dem.Parlament oktroyierten Regierung .wäre .allerdings von Anfang an -besiegelt: Das neue Kabinett würde seine Vorstellung in der Kammer nicht überleben. Marsül Mernlmmt dk NablnetttUIdmlO. P a r i S, 7. Juni, 11 Uhr nachts. Francois Marsal hat die Kabinettsbildung übemommev. Angeblich im Herbst. (Gigendienst der „Wiener Mörgei^eituug".) - London,.7.. Juni. Nach „Dailh Expreß" und anderen Blättern rechnen..die führenden ssiersönlichkeiten . aller Parteien mit -Neuwahlen im Späth'erbst. Es"werden bereits Borberext;ungen.für einen- S o m m'e r f e l d z u g zur Bearbeitung der Wahlkreise getroffen/ ' ' Muffolint ekhStt von feiner Kammer das Bertrane«. (Wgenldienst.der Miener Mor-genzeitung".). Rom, 7. Juni. Nach einer Rede Müssolinis nahm die Kammer ün namentlicher Abstimmung mit "grdßet Mehrheit folgende vor -der Regierung vorgesch.lageye Tagesordnung ä»: Die Kammer gibt ihrem' vollen Vertrauen M'die': Regierung das von ihr vollbrachte Werk sowie in ihr ZukuuftsprogvamM Äüsdruck und billigt die Wvesss in' Beantwortung^ der -Thronrede. - ‘ :; > ' 'Dieft 'TägesordttNntz wurde - mit - 3tz17 gegen 1V7 Stimmen angenommen^- - i -- -' - : - i : Die nächste Nunrmee der „Wiener Mo eg enze i tung" erscheint der Feiertags halber erst Die y s t a g mittaM Au» dem gnhatt d« heutigm Numm«: Israel ans bMscher Eche. Bmd Pmrl^^ Packlede. Schewüoth in der Jugchdzeit. Bon E. - T v r e z h tt e r. 2)ie historische Moses-Gestalt.' Bdn Prof. Dr. Wilhelm 'Stein.. . RichM Strauß. Bon Echnn Leib e r. Wirtschaftskrise und Mwehrmaßnchmen. Bon Dr. Michack ^Snssan. .. - : Uriel MrnbMM. Bon Oskar R ose n s e l d. Die schlafenden Rothschild-GLtten. Bon Egon D i e t r i ch - stet». "'' ' ' ' s' „Philosophie." Bon S. Messels. Das lachende und das weinende' Äuge der Bankbilanzen. Don Dr. Heinrich' Schreib e r. Eine fvnderbar« Hochzeit. Bon Ossip D y m o v. Zwei Nachtststift. -Bon Artur Si l-b^\t't gl ei t, D^r Ächsteinsche Salon. Bon Lcktwig Bat0. . Die Hefomng. Eine Legende von -Friedrich Kari n t hy. Tötungsstrahte«. Bon Dr. Adele Wien« r. Dchelgchg. Bbn Kl«a M«rwer. v ' 7~y-' SEB i e tt 8. Juni. Wien hatte wieder eine internationale Woche. Die Amsterdamer Internationale, war. hier unter Vorsitz Vanderpeldes - versammelt -und i auch der Kongreß des Internationalen Gewerkschaftshundes hatte sich hier zusammengesunden. Die Besucherbeider Kongresse sind iJähr M Jahr die gleichen Personen^Jahr für Jahr St . es ' die Kelchen Referate und DGatten, Jahr für hr die gleichen Resolutionen. Die' Hoffnungsfreudigkeit, - die unmittelbar nach "den: Krieg alle Tagungen dieser Ärt .bsseelte, -hat . einer gewissen Müdigleit Matz gemacht, und auch die fetbw letzten Wiener Beratungen starcken . unter dem Druck einer pessirmstischen Stimmung, die sich ^n. dämus. erMt>' haß alle Beschlüsse immer von neuem wiederholt werden müssen, und daß der Schwung der ersten Jahre vöÄei ist. Die Kongresse, die in Wien beisammen waren, umfassen die PraMer dersozialistischen Bewegung,-PMonen, die das Wirken für M^internationM^^Ml^üttg^des' Proletariats zu ihrem Berus und Mensinhalt-gernach haben, und ,dieser Umstand ist es , der ihrer' Verdrossenheit die befoüdere Note gibt, der aber zugleich > auch eine nicht zu unterschätzende Evmuügung der - übernationalen aktton bedeutet, die das G^engewicht: von- Tag zu Tag schrumpft» sieht. Wen es ^nicht Zaudere Hemmungen gäbe-,'die-sich aus den wirtschästlichen - Verbindungen zwischen den Ländern und Böllern: ergeben und die in der Kriegshetze i den. gefährlichstem Feind einer Gesundung der Weü erblicken, so wäre-die'Reaktion schon viel weiter fortgeschritten. -Siehat in zwei europäischen Staaten. Wr den . vornehmsten Repräsentanten des angewavdten Marxismus, über die Sozialdemokratie, gesiegt, die -in Ungarn urch in Italien machtlos geworden und aus der politischen Entwicklung so. gut wie ausgeschaliet ist. Sie hat sich in-diesen beiden Staaten von!der Reaktion überrennen lassen und ihr Schicksal -selbst verschuldet. . . * - , . . Die Beschlüsse, die. von dem Wierftr Gewerkschaftskongreß -gefaßt. würden, entsprechest 'sicherlich in .jedem einzelnen Punkt Empfindungen,. deren.' Verbreitungs- ' gebiet weit..über - die .organisierteWbeikerscl/ast hinüusgehtt D^r Ächtstundentäg,^ der >KaMf gegen den Krieg und. die Regelung.der.Reparationen - sirch Fragen, an denen die Regierungen. und die. gefttzgebenden Körper-.!schäften' aller.Staaten arbeiten. Was in diesen Fragen i erreicht worden. ist, und das ist üricht wen ig, inuß - heute von' neuem gegen dieselben Gesellschäftskreise verteidigt tverden,' in.deren Händen vor dem Krisgwie Macht lag enxlische LloLe, Herren- und Damenwäsch?, Leinen. Teppiche; Vbrhähge* etc. : MF" billigst im 11. Taborstraße 48 '.TntonHbn 47-1-79 En gros En detail