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Wiener Morgenzeitung · 1924-06-07 · Heft 1908 (7.6.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1908 (7.6.1924)
Date
1924-06-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Brnzernnminer R120Ü W i e n: Zum Abholen in der Expedition, II^Taborib.1-3, oder in einer Versehleiastelle § Trafik) monatl. K 35.000 trassenverkauf in Wien düreh die Kolporteure der Firma GoIdschmiedt'I.Bez., Wollzeile 11. Mit Postversand für Wien n. Oesterr. monatl. K 35.000 Ts e h e e h o- S I o wa k e i: Mon. K18. Jugoslawien:, Mon. DinaröÖ. P o 1 e n: Mon. 3V» Zloty, Deutschland: Mon: Goldmark 4, F r an k r., Belgien: Mon. Fres. 12 .BV* N « eh r «h I u n je o bet Preuerhöhtrnjen Vorbehaltes »euer Polen:polnJl.350.000 Italien: Monatl. 12 l ir e. Ru m ä n ien Mon. 150Lei» Bulgarien Mon SO Lewa. S. ch weiz und das übrige Ausland monatlich Fräs» 4 Redaktion u. Administration Wien, If„ Taborstrassei—*3 Telenbone: 44-0*3^,43-3-19, «h 6 Uhr abd« 2M02 25-282 IX. Universitätsstr. 6—8 (Druckerei Steinmann) Oesterreichisches Postspar» kassen* Konto1 Nr. 150.698 «r. 1908 Me». Samstas. 7.Z««i1921 8. Mrgmtg Der Reichstag lehnt das deutschnationale Mihtraurnsüotum ad «ad nimmt den Hertranenrantrag der Mitteltzarteiea an. (EigeMenst der „Wiener Mörgenzeitung".) eingestellt wurde. Er Verwies darauf, daß das DachverstLndigenZntachteu in dem Satze münde, daß Deutschland nicht zugemutet werden könne- MeHvaxtig. mw'im eHen-Iah«. auch uur einen Pfennig aü's//seiüem... Budget zu zahlen. Mit der.Anerkennung aber/ daß Deutschland nicht zahlen könne/, breche die moralische Grüu-dlage für die ' . „ Besetzung des Ruhrgchietes Berlin, 6. Juni. Die schickfalsreiche Sitzung des Reichstes verlief in vollkommener Unruhe. Nahezu alle Abgeordneten waren anwesend, Tribüne und Galerien dicht besetzt. In den Lögen waren fast sämtliche in Berlin akkreditierten diplomatischen Vertreter zu sehen. Gleich nach Beginn der Sitzung ergriff Außenminister Dr. Strefemnnn das Wort und wies zunächst in längeren Ausführungen die Kri tik von deu tschuatioaler und nationalsozialistischer Seite zurück, und erklärte sodann, die Regierung sei bereit, die amtliche Aufrollung der Schuldfrage in die Hand zu nehmen, sobald sämtliche Dokumente der Oeffentlichkeit übergeben seien. Hinsichtlich der MicuNitz ertrage teilte er mit. nach Ansicht der rheinischwestsälischen Jndutstrien käme eine Verlängerung der Micumverträge nur dann in Frage, wenn die deutsche Regierung das Gu ta chte n a n n ehme. Der Minister betonte hierbei, eine - Verlängerung der Mimrrwertriige Omie nur für sehr kürze Zeit in-Frage-kommen. Dr. S t r'e s e mau n würdigte es weiter,, dal das Sachv e r st ä n d i g e n gut acht e n' M-' f// Reparatjonsstage •" E der Na ch t ä t m o s p h ä-r e herausgenonzmen und in. die Atmosphäre der.wirtschafilicheu-Fragen hiuzusamtnen. Die öffentliche^ Meinung sehe in dem Gutachten, das unter dem maßgebenden Einfluß der amerikanischen Sachverständigen zustande kam. die wirtschaftliche Mbel der Gegenwart. Wenn im übrigen die Vorschläge/der Sachverständigen Sachleistungen. und die Uebertragüng - von Geld, und Devisen an das Ausland nur dann verlangen, wwn es ohne Gefährdung der deutschen Wrtschaft -> geschehen' könne, so sei das ein Bruch mit dem bisher vertretenen System." u Södänn -wurde zur AVstimmÄug über die gestern 'ein* gebrachten Anträge geschritten: Der deutschnationale N.tztraueusantragwurde mit . 2H9 gegen19.4 Stimmen «chGbchnL - / ''-'/ -Hetz Antrag der AE/aMM: /./Z?/!?"-////; '.Nachdem noch^rzN ö/Wü ' tz g e nä h m i g t woMn War, wurde der.Reichstag.bis/z^ Ä._d»:vertagt.';"5 ’ ' kmpfknge und Befragungen. 7- Ae Haltung der Linke». (Eigendienst der „Wiener Mörgenzeitung".) Paris, 6. Juni. M r l l e r a n d hat heute während des ganzen Tages fortgesetzt politische" Persönlichkeiten empfangen. Am Vormittag emipfmg er -den Senator Chanmet (Radikaler),- den Ilbg. Fräuklin- B 0 u illou (Radikaler),- den Abg.. Thomson (Linksdemokmt), den Abg. B r n n e t (Sozialist), dan Abg. K l.o tz (Radikaler), den Senator Mascuraud (Linlksidemokrat), den Abg.. Paul L a f 0 n (Radikaler), den Senator Hubert(LmkMnrokrat), den Senator ADrrt . Pehronnet. Nachmittags setzte Millerand die (Änpsänge fort. Das Commüique begnügt sich, zu erklären, -daß Millerand seine Befragungen fort'ctzon wird.' An gut unterrichteter Stelle erklärt man, -daß M'.llerand, der heute durchwegs abschlägige Bescheide erhalten hat, äeman'd mit der Bildung der Regierung -betrauen will.' bevor er nicht mit dem früheren radikalen Innenminister! des Ministeriums B-viand und dem derzeitigen Gouverneur Von Algerien, Steeg, gesprochen habe. Wie gemeldet, hat sich S t e e g b e r e r t s na ch F/rä n/k r e i ch e i U'g.e-k sch.iff.t und wird stündlich m/'^ris/.-eüvart-et.'/. Seine' Freuwde erklären jedoch, daß. auch. St e'-e g ablehnen würde, von.Millerand ein. Ma-udät /zur^ RogierungLbMrng zu, übernehmÄr, -falls, dieser ich»,-M.-der.- Wsiwn trauen 'wünsche. Für diesen Fall plant . M-lll-e.-r.a.ndein e n e.u.t s ch e i d e -n d e n E n tsH.lu ß.und will eine/ P-ersönlllchkeit des nationalen.Bl..ocks rns.Clysee he-, rufen.- 'y\;. . :..v 's / , Die Haltung Herriots. Herri0t.hat.einem Vertreter des Pariser „S0ir" erKärt:' W i.r ändern u nsere SteNungnahme, N.i cht. Die iErklärung, hie.ich -gestern abgegeben^ hä'be,^ präzisiert die.Lage. Wir häben für drn -Augenblick nichts anderes zu tun, als a bzU w a r te n. Venn der Präsident der Republik/ was ich-nicht glaube, liyksstehendr Politiker finden sollte, die die Misiion annehimen,-die er ihnen übertragen möchte, so würde ein .solches Mchisterium bei stMer ersten Begegnung mit der Linksm-chcheit in der Kammer aus W r d c x st a n d stoßen.' . ' ' - - - .. Neber das Befinden des Bundeskanzlers Dr. Seidel wurde nm 8 Uhr abends folgendes Bulletin ausgegeben: Tenrpergtur 37,7, Puls 104, Refpiration 28. Befund dLr Atmungsorgane unverändert, G e f a m t z u st a n d günstig. Gez.: R. Bauer, Eiselsberg, Singer, Steiger, ^Schnitzler, M. Sternberg. M MoMksnferem Mchrttert, Konstanlinopel, 5. Juui. (Havas.) Die Türken.lohnen bie I n't e r-v e n t i o n d e s V öll k e r b u n des in der Mossulfrage ab. Die englisch-türkische Könserenz betreffend di« Mossulfrage ist gescheitert gegen London, 6. Juni. „Daily .Mai>l" - berichtet aus. Kob e: Zwei. weitere Japaner - haben - als PMest gegen '-düs» amerikanische Einwgnderungsgesetz S elbstmo.r.d begangen. Die Erregung in ganz Japan nehme zweifellos zu. An verschiedenen/'Ortekseien Vereinigungen zürn Boykott a m e r i kan.r sch er W a re n gebildet worden. Zahlreiche Kausläd/en- Ün.^okio trügen/ Aufschrifte-ndes Inhalts, daß k e i n e a m e r i k a n i f ch e Waren -verbaust würden. Einige .A e.r'z te in. Tokio kündigten an, daß sie es ablehnen, a me r.i k.a -ui f ch e P a t i e n t e n zu behandeln. Beruhigende.Briefe seien an amerikanische Missionäre gesandt word.en, -Die Blätter crsnchm die amerikanische Regierung und das amerita-"ch) R 'k, die gesamte Frage von neuem zu erwägen. . _ -~yv ffi.t e n,\7./Sinti: . " Der Minister des Aeußern und der Finanzministee Oesterreichs reisen heute - in Vertretung der' Regierung nach Genf ab,. um dort an den Verhandlungen' des BöMrbnndrates über Hn./Pericht'.des österreichvschen AüSschiusses tei'lzunehmen.- Sie fahren ohne den. BunpeskärHler,-. der. krank darniederliegt./Seine Klugheit und Geschickliä)ikeit wird/diesmal sehr fehlen,- da-es sich in ^einf. iMR ' wichtige Borentscheidun-gen. .handelt, die. für dew Fortschritt des Sanierün-gswerkes von . großer Wichtigkeit sind. Es handelt sich darum/ ob Oesterreich die BelwslliMng «rhätt,.,^hä.S Mor?ma.Lud.gÄ, von dem irr den letzten Wochen so. viel die Rede war, in' Aktivität zu setzen und die Einnahmen . mil 533, hie Ausgaben mit 520 Millionen Goldkronen festznsetzen. - Ob besondere Vorschläge bezüglich der'Vevwendun-g.der Kreditreste v'ön feiten.Oesterreichs in'Genf! gemacht Weichen',, -steht noch dahin. Der. Bölkevb'undrat kan-keine Entscheidung, treffen, dH er. nur. Sachwalter, des Pöfferbundplenums ist, dgs. seinerseits wieder nur als Treuhänder der Kredit-- staaten und der Geldgeber fungieren kann. Arckererseits'.ist. ober' auch in Oesterreich, keine klare Auffassung über diese, Angelegenheit '.erzielt worden.. Die Hochfinanz' besteht weiter,. auf ihrem Standpunkt, daß die KrÄtreste zur Gänze.zur Mtragung/.der.Schuld, des Staates an.die Nationaibank. verwendet werden' sollen. Di« /syziakrewokratischeOpposition . hingegen tritt für ein Apwstitionsprogramm /ein/und - der. Bundeskanzler hat . M ewigen seiner'Mdsn M/. Neigung' gezeigt, der OppoMionin /diesen-^Hmsicht^tgegenMfowM ^' 'diesmal den günstigen' NlndrÜck1 einer Besserung der Parla- .menta'rischen Sit'uatiön - Ritz Was zweifellos' auch in der F-Pe'mt^' seine.. guteMirküütz. tun wird. Durch die gestrige Abstimniung im HaüptÄsschuß rff eine' einheitliche Steklüngna-hme aller Parteien zum: NörmäDudget erzielt' worden,' so daß die.Mnister in Gens-als Vertreter de's'-/ganzen Hauses Und der österreichischen Oeffentlichkeii aufireten können. Ihr Mandat wäre.freilich stärker gewesen, wenn' der ursprüngliche' Plan, ihnen Repraj/ent-anten aller Nationalr-ätspärteien r mitzugeben, dürchgrführt wordenwäre. Die SoziMemokraten.' haben die/Anncihme des Normälbudgets an eine gewisse Men-'- taMservation geknüpft, dieüber' nur den. Wert einer schwnen 'Geste 'b^sitzt.'/-'AveiMps. ist die Besserung der innerpo-Iitischen .Verhältnisse auf die -durch das Attentat gegen d^n -Wrudeska/nKer -'hervvrgerufeüe -- Stimnlung zurückzusil'hren. Auch äüße'n-politrsch /findet die Delegation ein /geklärtes/ Terrain vor.- Der- Bundeskanzler - hat-mit Herrn Benesch, der den Vorsitz mi BWerbundvat-führt,- ' diedster«eichi.sche. Frage" Mau'/besppochen,^ u.nd man hat ' erfahren, daß der tschechische-Außenminister von dem ' R'esültcit der Besprechung durchaus befriedigt, war. Unter dem.'Einfluß des -Attentates "hat auch der - Generalkommissär : Dr. Ziinmerman die ^Erklärung, abgegeben,. sich fiiv. die Wünsche- Oesterreichs in Genf. - mit seiner Autorität einzusetzen'und' das bedeutet unter den gegen-- wärtrgett Umständen / sehr viel.' .'. 7. E.s wäre nur ' zu wünschen, daß die unselige. Tat; des/PvILensteiner Arbeiters/ auch m jnnerpMisch-er/Be-- ziehung zur Entlastung' beitragen würde.! Der radikale Flügel/der-Reaktion zeigt alle Lust, .dieses Ereignis poli- - tisch ausz-unützen undzü.'einer.neuen Offensive^gegendey-/inneren Frieden vorzugehen, die. eine. Bedrohung des Sämerungswerkes' in einem -Au-genblick wäre, der für solche Experimente-wahrlich derüngeelgnetste ist. Wenk -die - Vertreter'- Oesterreichs in Genf ' erscheinen,, dürfen'sie nicht von eineüs Dolchstoß im Rücken bedroht sein/- Wenn man ist-'Genf vom - österreüh-schen Budget- und von Krediten' spricht-/ -dan'n'dnrs k-^ine Sekunde-lang die .Sorge austauchen, daß es' in' Oesterreich zu schweren - ZustiMinenstöß'en -zwischen /deN- '.verschkedenüichen Anbetern des politischen Terrors/kommen -wird.' Der^ WiMraufbäu''. /Oesterreichs/ hatschon : bisher an die - Leistungsträft: der' Bevölkerriüg. sehr' schwere Anforde-- rungen gestellt; esist / eine.Wirtschäftskrise. eingetreten, deren weiteren Verlauf niemand voraussehen.'kann; •' bic Steuec-last ist in den /Städten, zu ^einer fast..unerträglichen'Bürde aller'WerkMgen geworden/ Der Rat des Bolkerhn-ndes . wich/'dicse .Lage.- bedenken müssen.' Aberauch dos -österreichM es Hinterland darf sich, der Pflicht der-Zeit nicht entziehen. 'Jede. Störung.der Ruhe und jedes. Rachegeschrei,.- jei)er: Exzeßan-tisemiti-scher Tema-. - gvgie .ist eine Gefahr/ für-die-Sanierung und siir.das i Vertrauen des Auslandes in:die /Konsolidierung der I österveWcheu RchyMz :/..

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