Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1907 (6.6.1924)
- Date
- 1924-06-06
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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7 ,V* ATS’fV'' wf»-*«*;*?& *7* *r v "*v-r >"i fi b' ^i«w » v h( ^»v , €»:8 Wien, Freitag Wiener Morgerrzeitunsi. Achtung der Pekinger europäischen Kolonie ottf sich nimmt und sie heiratet. Ihre Mutter, eine VoMutchinesin, ge-, schüttelt vom Haß gegen die Weißen, Kient bei ihr als Magd' und spinnt die Fänden einer pechschwarzen Intrige. Die Tochter muß zu dem chinesischen Manne zurück, der sie einst 'besaß, und der Weg in sein Schlafgemach soll mit Blutspuren gezeichnet sein. Vorläufig gestattet sie der Tochter die. Verehelichung mit dem sanften Engländer und nebenbei heiße Liebesstunden mit einem englischen Konsularbeamten,, dem besten Freund des jungen Gatten. .Der Versuch, diesen Gatten von chinesischen Kulis abmurksen zu lassen, mißlingt der chinesischen, ewig opiumrauchenden Mama zunächst (da gibt's unerhörte Kinospannung im Burgcheater!), statt des Gatten wird in dieser grausigen Nacht jener Hausfreund schwer verletzt und erst späterhin vermag die echtchinesische Mutter nach dem erzwungenen Selbstmord des Hausfreundes die Tochter der gelben Rasse wieder endgültig emznverleiben. " Manche Station ist zu passieren, bevor man dahin gelangt. Symbolisches Anlegen chinesischer Gewänder, feierlich^ Gebet der alten Chinesin vor dem Altar Buddhas. Eifersuchtsszenen und verruchte Ränkespiele, Gongschläge und aufqualmendes Räucherwerk — kurz, es geschieht vieles und gar nichts. * Das Burgtheater macht den Abend durch eine fabelhafte Ausstattung erträglich und sehenswert. Ich war noch nicht in China; aber wenn dort die Gemächer so zauberhaft schön sind und die Farben so leuchtend wie auf der Szene des Burgtheaters, dann müssen hinter chinesischen Mauern wahrhaftig die Wunder aller Wunder blühen. Gerechtfertigt ist auch di« Premiere durch Jda Roland. Wenn Pueeini unsere Anregung nicht überhört und Frau Jeritza die Titelrolle kriegt, muß sie unbedingt Frau Roland als Halbblutchinesin gesehen haben. Ihr Intellekt weiß aus der wesenlosen Theaterpuppe 'eine Charaktergestalt zu formen. Dieses Weib, aus zwei Rassen gemengt, lügt in süßer Unschuld, liebt in rasender Leidenschast, haßt die Sphäre, aus der sie kam, und fühlt sich doch dämonisch zu ihr hingezogen. Wenn sie nach diesen bewegten sechs Bildern im chinesischen Gewand dasitzt, mit steinernen Zügen und leeren Augen, wie eine Pagode, hat die Dutzendtvagödie fast einen Sinn gekriegt.. Mt Anstand spielt Herr Ze'ska der Jüngere den bravem, ünverde'rbten, ahnungslosen Ehegatten. Mit. edlem Mß Herx.M a r r den Hausfreund. Bemerkenswert,, wie er in^mamüicher Haltung, aber doch sichtbar, die schwere Last trägt, den besten Freund zu betrügen; und nicht gewöhnlich sein stummes Spiel vor dem Selbstmord. Wir begrüßen den Künstler an der ältneuen Wirkungsstätte. Auch Hilde Wag e n e r, von uns geschätzt seit wir sie das erste Mal in den Kammerspielen sahen, ist ibesivmmt ein Gewinn für's Burgtheater, wenn sich dies auch an der kleinen Antrittsrolle nicht erweisen ließ. Ein Kabinettstück die alte Chinesin der Frau Lotte W i t t und außerordentlich wieder ‘ , Herr Str'aßni m einer Episode. „Asien" -wird in diesem Stück durch Herrn Danegger verkörpert, der einen hühnenhasten Chinesen gibt und sich in einer großen Szene mit ,-Europa" (Herrn Marx) auseinandersetzt. Leider ist seine Standvode ein. Leitartikel, und em ausgewachsener dazu. 'Dieses Stück, hervorragend durch Ausstattung (Bühnenbilder von. Remigius G e y l i n g), Dar. siellung und Spielleitung (Herr T r e ß l e r), hervorragend durch die Kitsch igleit der Handlung und des Textes, wäre für Serienaufsührungen von Privatbühnen an der Peripherie höchst geeignet. Das Burgkheater' hätte es dem Autor mit Dank zurückstellen Men, auch wenn er sich durch seine Komödie „Der Kreis" um unsere Staatsbühne sehr verdient gemacht hat. ' „ Der diensttuende Regisseur konnte namens des Bersasiers für den Beifall danken, der nicht unwidersprochen Meb. '? Otto Abel es. Am den Matern. Burgtheater. Wegen Erkrankung der Frau Wohl- Lmuth heute statt „Ueber allen Zaubern die Liebe" „D e r T e»f e l s s ch ü l e r" von Bernard Shaw. Anfang 7 Ubr. Volk So per. Heute „Die Z a u b e r f l ö t e". Morgen »Die Bo h em e". Sonntag nachmittags, bei ermäßsgten Preisen. „H o ffman n S Erzählungen", abends „D i e F I e b e r m a u s"; in der Konzerteinlage r Frau Nora Gkardi (Stimmungslieder), das heitere Quartett de» Wiener Mannergesangvereines sowie Herr Ballettmeister Neuber und Frl. Grötzdach (moderne Tänze). Montag «Die Meiste r sing e r v o n N ü r n b e r g". De «tscheSBolkStheater. Heute, 7 Uhr, Erst« aufführung von Hermann BahrS „Das Tschaderl". Die wetteren Aufführungen beginnen um 7*8 Uhr. Dien Stag, den 10. d. OhornS „D i e B r ü d e r v o n S t. Bernhard". In der K a m m e r s p i e l e n muß die Erstaufführung von Egon Erwin Kisch' „D t e @ a l g e n t o n i", nachdem die von der Behörde in Aussicht gestellte Freigabe des Werkes noch nicht definitiv erfolgt ist, a u f e t n 1 a e T a g e v er scho b eri w e r d e n. Bis zur Premiere spielt Maria OrSka in . „D i t u n » 5 g l i ch e Go-Go" die Titelrolle. — Erika Gläßnei beendet chre diesjährige Wiener Tätigkeit Samstag als ,,M a r h" . Sonnte als Monette in „M o n e t t e & <£ i t" und Montag als Lifly in „Li ssy, d i e Ko ko tt e". TheaterinderJosefstadt. Heute und morgen, 7*8 Uhr, „D e r Kaufmann v o n Venedig". Sonntag und Montag, 7*8 Uhr, „A i m ä e". Johann Strauß - Th e a t e r. Heute, 7-8 Uhr, unter Leitung des Komponisten Leon Jessel Erstaufführung der Operette „D e 8 K - n i g - N a ch b a r t n". Renaissancebühnei Heute, 8 Uhr abends, zum 25. Male „F a m i l i e H a t s ch e k . ModerueSTheater. Samstag und Sonntag je zwei Vorstellungen, und zwar um 7,8 Uhr abends „Parif ex L e b e n", als Nachtvorstellung, Beginn 10 Uhr, „B. G. B. 8 1812". BBBI, (jRedaJetion: EUGEN HOEFZ1CH, Kwistredaktions Archit«7et <1084uF RAHN) ist die einzige seriöse illustrierte jüdische Kunst- und Literatur-Zeitschrift Arnold Zw&ig ^hreibt über die jüdisch« Monatsschrift „Vas Zelt“ in einer grossen Bespi ec'iung unter anderem: „Das Zelt ist bei wettern di« best«, allg*mein kulturelle Zeitschrift guten Stilr, die von Juden und für Juden jemals gentacht wurden «<. ... Da die Ausstattung der Hefte d** Inhalts tcürdtg ist, wird man jeden., der sich an den produktiven Werten der jungeil Generation wirklich ersiehen will, auf diese Zeitschrift nachdrücklich verweisen können. Sie seigt, was für elementar« jüdische Kumttriebe im Guluth am Werke sind. “ Das erschienene Malheft 'bringt n. a. das grosse Trnmpeldor-Drama des arabischen Dichters AxlrDomet Das Maiheft Ist soeben erschienen! Einzelnummer K-18.000 / Jährlich (12 Hefte) K 200.000 Verleg u. Reduktion; Men. II. Tüborstr. 1 -3 Burggarten. Haute Freitag, 6 Uhr abends, -m Burggarten SyMphoniokonzeirit. Beethoven-Zyklus (6. Abend). Dirigent: Martin Spörr. Mitwivkemd JosÄf Zvmbler, Koinizertmeifter des Wiener SyMPhontorchssters. Bei Regen im Festsaale der Hofburg./ Die Wiener Philharmoniker werden den Beginn ihrer Ferien in Bora rlb erg Vorbringen und unter Leibung Weingartners in Dornbirn, Blüde uz, Bregenz und St..-Gällen könzerneren. Ein dreizehnjähriger Virtuose. Am M. Mai konzertierte der dreizehnjährige .KlMievvirtuose Adolf B>aller zium zweiten Male lin dieser Saison im Kontzerthausisa.al vor einenn ausverkauftem Hcmse. Der vielversprechende kleine Pünstler spieitt-e die BeSthoven-SoMte Nr. 3, MendeGohns Rondo caprieioso E-Dur und verriet eine.ungomein starike Beigabung. Wiener Musik im Auslande. Ungefähr gleichzeitig mit den Pariser Moizart-Vorstellungen der Staatsoper ging in der Londoner Oper der „Ro!senkav alier" mit Künstlern der Wiener Staatsoper in Szene. An diesem GaUprel, welches von Bruno W alter geleitet wunde, nahmen die Herren Mahr. Gallos, Stehmann, Fnscher-Niemann, scxioie die Damen Lehmann und S ch u m a n n teil. Der. Erfolg war außeirordentllich. Die „Ti>nres" stellen fest, daß diese ÄnGühruna einer der hevvorraigendstsn Opern albende war, die jemals in London stattsanden. . Ein deutschamerikanisches Operettenensemble wird demnächst im Carl-Theater ein längeres Giastspiel eröffnen, da; sich bis zum Herbst erstrecken soll. Ein neues Stück voy Mop Mohr. Der Autor der ^/Improvisationen im Funi^, die auch am Wiener Burgtyeater mit Erfolg in Szene gingen, kam -am Münchener Reisidenfztheater mit einer neuen Komödie zu Wort, die sich .,/Di e Karawane" betitelt. Ein Kaufmann ist des Bevdienens und der Menschheit müde und tritt eine Weltreise an, um Gott zu suchen^ Es ergeben sich mannigfache - Irrungen und- Wirrungen.. Alle. Guttaten, die der Gottsucher zu verrichten wähnt,.sind völlig unangebracht.und kommen recht untauglichen oder gar unwürdigen Objekten zustatten. Die recht komhlizierte Handlung, die einen tragischen Ausgang erwarten Ilv-ßt, mündet in einen heiteren Schlußakt, in welchem sich alles ausklärt und alles verziehen wird.- — Das Stück erzielte einen Achtungserfolg. . . ♦ ßhrenbeleidigunsrklage eines Richters. Unwürdig des Talars eines österreichischen Richters. In einer den ganzen Tag währenden Verhandlung hatte sich gestern Bezirksrichter Dr. Revleck mit emeir Ghrenbeleidigungsklaige zu befassen, welche der beim Zivillavidesgericht I o s e s st a d t amtierende Richter Hofrat Dr. Eduard G r a u- . hart gegen seinen Neffen den Ingenieur Dr. Abel Suchest o w angestrengt hatte. Der Klage lag folgender Sachverhalt zugrunde: Dr. Suchestow hatte im Jahre 1917 von dem Vater' des Klägers, Hermann Graiobart, der damals 85 Ihre alt war, in Czernowitz eine Reche von Häusern sowie ein Gut um den Betrag von nahezu zwei Millionen Kronen erstanden. Ueber den Kauf wurde ein Vertrag festgesetzt, der mit Kenntnis der erbberechtigten Kinder des Verkäufers, darunter auch des heutigen Klägers, zustande kam. Nach Beendigung des Krieges, als die von Dr. Suchestow erstandenen Realitäten bedeutend im Wert gestiegen waren, glaubten die Kinder des Hermann Graubart sich durch den sMerzeitigen Vertrag geschädigt. Doktor Suchestow schloß dann mit dem heutigen Kläger im Juli 1920 einen notariellen Vergleichs - mit welchem sich der Kläger, der ebenso wie seine Geschwister von Dr. Suchestow eine Aufzahlung von je 50.000 Lei erhielt, verpflichtete, den im Jahre 1917 mit seinem Vater geschlossenen Vertrag nicht rrizufechten. Im Jahre 1930 stellte dann eine Enkelin des Hermann Graubart, der in -Wien wohnte, einen Antrag auf Entmündigung des alten Herrn unter Hinweis darauf, daß Hermann Graubart bereits im Jahre 1917 infolge seines hohen Alfers nicht mehr normal war. In dem Entmündigungsversahren, welches die Anfechtung des Vertrages vom Jahve 1917 vor« bevoiten sollte, hatten sich Hosrat Dr. Graubart chenfo wie Dr. Suchestow gegen die Drtmündigung ausgesprochen und der Antrag aus Entmündigung'-würde vom Bezirksgericht Hktzing im Dezember 1920 abgewisjen. Am 22. Jänner 1921 richtete Hofrat Graubart an Dr.. Suchestow einen Brief, in welchem w als weitere Aufzahlung zu dem seinerzeit geleiiMen Kan-ffpveis einen Betrag von 150.000 Lei verlangte, seine SielluWnahme in dem Entm:ündlgungsbe.rfahren hervochch und schvietzlich den Dr. Suchestow aufmerksam machte, daß er (Dr. Graulbart) bei einem kürzlich erfolgten Besuche, seines Vaters, diesen keineKwegS blöd antraf. Dr. Suchestow weigerte sich, den verlangten Betrag zu zahlen. Hermann Graubart starb im Jahre 1921 und nunmchr strengte über Anraten des Hof- ' Utes Dr. Graubavt eine seiner Nichten^ der die Schwester des h, -Kun i M4 - . ■ Kr. IM- ,Hos>rates.Hr Evhrecht Mefte, beim.AWlgericht. m Iernowitz igegert Dr. Suchestow einen Prozeß an, Mit WÄchem der M iJahve-1917 erwähnte Vertrag - angefochten wurde. J>m Verlaus!diefeS' Prozesses»richtete^ Dr.fSuchestvw' am 2. Mai 19L8 fl« Wn RechtSfreund des..Hofrates. Dr^ Grauhavt, Prof. Dr. Achill? Rapaport, einen Brief, in welchem er ihm nntteilte, daß in dem AnfechtungSprozeß - von. der Gegenseite ein Schriftsatz überreicht wurde, welchem sechs Briese des HofrateS Dr. Grauhart anjgsschloffen sind.' An Hand dieser Briese, schreibt dann Dr. Suchestow wörtlich, „wird daß CharakteMd des. Dv. Gvaubärt gezeigt und er wird, wenn, schon nicht als'geistesschwach, jedenfalls als vollkomm en vert rott-eiter österreichischer H o sr a t dargestellt. . Weiters heißt eS in dem Brich, dKß Hofvat Grawbart k e t n W r e nm anpMMß er Schuvkerchn begangen -hat/daß er pin Schurke^ ist'und daß er so gehandelt, hat,, daß er unwürdig ist, den Talar eines' äster.r.e'iH'is'chen R ich.texs. zu tragen. Der Inhalt dieses Briefes bildete, den. Gegenständ'der gestern zum Abschluß gelangten Klage. Dr. Suchestow wmde wegen Verspottung des Klägers. alsvertrotlalter -.österreichischer^ tzofrat und wegen der Ausdrücke „Schurke und Schurkerei" zu einer Geldstrafe von fünf Millionen Kronen, eventuell zu fünf Togen Arrest verurtM, dagegen von der ausgedehnten Anklage, begangen durch Ausrechthaltung der BeschuMgung im Gerichtssaal, sowie von der AnKage bezüglich der Stelle, daß der Kläger unwürdig sei, den Talar eines österreichische« Richters zu tragen, freigesprochen. In der Urteilsbegründung wird betresis der Freispruches ausgeführt, daß bezMich des DorwuvfeS, der Kläger sei nicht würdig, den Talar eines österreichischen Mchters zu tragen, der Angeklagte n i cht zu VeruvMen war. Der Brief vom 22. Jänner 1921' ist nach seinem ganzen Jnhält derart, daß er der Stellung eines Ri cht epS nicht würdig ist. Der Brief läßt die Vermutung zu, daß der Kläger seine Stellungnahme in der Frage der Entmündigung seines Vaters von materiellen Vorteilen Dr sein«!Person abhängig macht. Ist aber ein solcher Brief eines'Richters wicht würdig, dann konnte auch der Schreiber des BriefieS als eine Person, hie nicht Würdig ist, den richterlichen Talar zu tragen, bezeichnet werden. Der Kläger meldete gegen den freisprechenden Teil und wegen zu geringer Bestrafung, der Verurteilte wegen Schuld und Strafe die Berufung an. * 8kne Siebzehnjährige wegen Raubmordversuche? veMteilt. ZWÄ Jahre Kerker. Gestern nachmittags war die ITijährige Barbara H o chm e i st e r vor dM Geschwornengericht angMagt, einen Räubmörd an ihrer Tante versucht zu'haben, am sich ein Kleid für einen Ball zu kaufen, den sie mit ihrem Liebhaber, einem Mehrmann, besuchen wollte. Sie führte 'mit einer Hacke M-ehreve Hiebe gegen die schlafende Dante, die, wie ste wußte, einen Betrag von 3,6 Millionen Kronen nach Hause. gebracht hatte. Die Angeklagte die - als Kindermädchen und Hann als Bedienerin beschäftigt war, bekannte sich schuldig und gab zu, daß sie der Tante das Geld wegnehmen wollte, nm den Ball besuchen zu können. i Die Tante, die bereits vollkommen wiederhevgestellt ist, sagte als Zeugin aus, daß sie schon vor drei Wochen unter ihrem Bette eine' HaWlcke gefunden habe. Die Richte sei öfters des Nachts ausgMeben und habe dann jede Auskunft verweigert. Sie hätte der Angeklagten ein Kleid ohne weiteres gegeben, wenn sie eg verlangt hätte. Die Psychiater gaben an, daß ein Großvater der Angeklagten trunksüchtig und auch der Water Trinker war. Der Bruder der- Mutter war Paranoiker. Trotzdem -deute nichts auf einen geistigen Defekt der AngeAagten hin.; ■ Die Angeklagte wurde auf Grund des. Gefchwornen- VerdikteS wegen Raubmordverfuches, daS mit acht gegen vier Stimmen äuSgefprochen wurde, zu zwei Jahren Kerker verurteilt. - Valorifierungrllage« wegen der BadenkredN lose. Fünf Meinvsniner, öm Hutmacher, ein Duwaudiener» ein Handelsangefteltter, eine Private - und ein Hilfsarbeiter, haben gegen die Mgemeim BodenkrvditanstM die Klage auf Valorisierung ihrer vor dsm Jahre 1M4 erwovbeuen Hofe emgebracht. Sie verlangen .für jedes Los zu 100 Gulden 2-980.000 Kronen. Bei der hierüber vor dem Handelsgericht stattgefundenen Streitverhandluwgmachte der Klagever'treter geltend, daß schon nach dem best-chenden Gesetze die Bodenkreditanstalt, verpflichtet fei, die valovisierten Beträge zu bezahlen, um ' so m^hr als die' Kläger den Nachweis erbringen, daß sie diese Lose vor Jahrzehnten gekauft haben. Di« Valvrisiernng fei aber auch schon au8 dem Grunde ' vorzunchmen, weil die Bodenkreditanstrlt aus dem Erlös dieser Anleihe ausschließlich Gemeindedarlehen gewählte, die ihr mit gutem Gelbe bereits längst zurückbeyahlt worden' sind. Der Vertreter her Bodenlrcditanstalt erklärte, 'daß nach den bestehenden Gesetzen eine-Valorisierung unzulässig ist und daß es auch ganz gleichgültig ist> ob die Mneindedarlehen, welche aus diesen Einlagen bestritten wurden, der BodenikrMtanstalt in gutem Geside zurückbetzahlt'wurden öder nicht.'Erl et>W daher gegen die Zuilassung von Beiwe-isen in di-eisir Richtung Widerspruch. Es wurde zunächst außer Streit gestellt, daß sämtliche Kläger ihre Lose noch vor dem Jahr« 1A1 erworben haben. Das Gericht-erklärte sodayn, daß es die Frage, oh die Bodenkreditanstalt aus den eingegangenen Geldern Gemeindedarlchen Wvährte und diese auch in gutem Gekde zuvücherhalten habe, für erheblich halte, und ließ den Beweis durch Einsichtnahmen in die Bücher der Anstalt über die von den Klägern bchaupteten Umstände zu. Zur Durchlsührung dieser Beweise wurde di« Verhandlung vertagt.