Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1906 (5.6.1924)
- Date
- 1924-06-05
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Wörthersee bietet für die Betätigung deS Schwimmsportes und für alle Arten Wassersport bche Gelegenheit. .Beim Empfang in Velden versicherten alle Redner, daß nicht nur die Behörden, sondern auch die gesamte BevSllermig der Wörtherseegemeinden . entschlossen sind, den FH 4 md e R in dem bevorstehenden Sommer den A u fe n thalt und die Erholung am Wörcherfte bei möglichst zivilen PreUn zu ermöglichen. AnstoSrttge Fußballersebnisie. Mgendienst der ,Mener Movgenzeitung".) Lemberg, 4. Juni. DaS Fußballwetffpil Pogön gegen die Wiener Admira endete 1:1. Le Havre, 4. Juni. In dem Fußballkarnpf zwischen Frankreich und Ungarn besiegten die Ungarn mit 1Frankreich. DlgeMiche Mörder in New-Borl. Millionarssöhne morden aus sadistischer Lust. Aus New-Aork wird uns telegraphiert: Die 18jährigen Höhne zweier Chicagoer Millionäre, Leopold und Löeb, entführten den 18jährigen Frank im Automobil. Nach tagelangem vergeblichen Suchen fand man den Jungen ermordet auf. Man kam der Entführung auf den Grund und verhaftete die beiden jugendlichen Mörder. Sie 'haben die Tat ausgeführt, nachdem sie sich an ihrem Opfersadistisch vergangen haben. Bei chrer Einvernahme'erklärten sie, sie hätten die Tat der wissenschaftlichen Beobachtungen wegen begangen. Der Fall erregt ungeheures Aufsehen, da man die Verhafteten noch drei weiterer Morde verdächtigt. (Hu Auschlag gegen die Sroßftmkstatiou Mnlgswufterhansm. Aus Berlin wird uns gemeldet: Gin noch unaufgeklärter ' Vovfall spielte sich in der vergangenen Nacht auf dem Gelände der Großfunkstation Königswusterhausen ab. Gegen 1 Uhr nachts stürzte in der Nähe des neuen Stationsgebäudes ' ein großes A ntennennetz zur Erde. Die Untersuchung ergab, daß ein Stahldrahtseil, das die zwischen drei Masten hängende Antenne hält, offenbar angeschnitten wurde und dann gerissen ist. Die Berliner KrmffMcholitzer bemüht sich gegen würtig zu ermitteln, vb eS sich um emen Ans chlag auf die Gvoßsunkstation oder um einen Metalldiebstahl handelt. Spürhunde der Kriminalpolizei konnten vor erst keine Sjmr entdecken. Die Wächter wollen zur fraglichen Zeit zwei verdächtige Männer auf dem Gelände bemerkt und auf sie mehrere Schüsse abgegeben haben. Der Schaden ist bedeutend. Der Betrieb der Funkstation wird aber nichL gestört, da diese Antenne nur zu Versuchs zewckenvorläufig Verwendung hat. Man glaubt, es mit einem PolitischenAttentatM tun zu haben. Ser Poftdiebstahl von Hatva«. Mitteilungen aus dem Publikum. i ■ um uy«| direkt ohne Zwischenhandel bumrni-mantei 30-40%billigerals überall Preise von K 1190.000 Keine T&nschungerekl&mje yy Wien, V. Rechte Wienzelle 03, I. Stock, Haltestelle Pllgrambrüelce .Allwetter“ Industrie f(lr: Nogen» mKntelfabrlkatioR SCHWEIZERHAUS Cafd-Restaurant im Prater täglich Orchesterkonzert WACEK 414 Das beste Pilsner Bier in Wien, auch vorzügl. 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Durch den Vertust von einer Milliarde Kronen in tausend Banknoten zu je einer Million sind vie,ftaatlichen Aemter in Hatvan und Umgebung außerstande, die am 1. d. fälligen Beamtengehälter auszuzahlen. Me „Peftt Naplo" erfährt, wurden in der Angelegenheit des Mlliavd'endiebstahls von Hatvan bisher zwei Verhaftungen vorgenommen. In Budapest nahm die Polizei einen Elektriker namens Josef Hollo in Verwahrung, der sich durch auffallend häufige Reisen zwischen Budapest und Hatvan verdächtig gemacht hat. Ferner hat die Miskolczer Polizei einen ehemaligen Postbeamt e n aus Hatvan in Verwahrungshaft genommen. Posttive Beweise liegen jedoch gegen kernen der beiden Verhafteten vor.. Svenden für die Wische National- und llniverfitätsbibliothek in Jerusalem. Aus Jevusalsm wird uns geschrieben: Die jüdische Nationatbibliothek wurde in der Letzten Zeit mit namhaften Ppenden bedacht: Herr Elijahu G o l d b e r g übergab aus der Bibliothek seines Vaters, Bovis Goldberg, 250 Bände, darunter wertvolle Werke aus der Geschichte der Juden in Rußland, der Bibliothek. Der Verein jüdischer Studenten in Ed in bürg übersandte 120 sehr wertvolle Werke, der Verein jüdischer Studenten in Leeds 460 Werke, der PsychoanaMker Professor Siegmund Freud in Men machte der .Bibliothek seine sämtlichen WeÄe zum Geschenk.! Die Nachkommen des berühmten Gelehrten S. D. L u zzatto (Schadal), Leone und Mario LuMtto, haben der jüdischen NationaMbliothek zwei Kisten mit sehr wertvollen Büchern aus dem Nachlaß HuAgM M Verfügung Darum lobet alle Oesterreichs Telephon! m. Lesteneichs Telephon. Es ist eine der vernünftigsten Einrichtungen, die wir haben. Man kann sich ein Bild von den hervorragenden Institutionen dieses Staates machen, wenn schon das Telephon so ireWich fft. Es erzieht zur-Geduld und Selbstbeherrschung und kuriert die Manschen. Statistisch nachgewrelsen ist,.daß.durch.das Telephon die Zcchl der nervösen Anifälle herabgM-indLvt wird. Jawohl, wenn so mancher unüberlegte Schritt noch im letzten Moment verhindert wird, wem ist das zu verdaten? Nur dem Telephon. Wenn ein aufbrausender Mensch in der ersten Aulswallung zum Teilephon stürzt, um eine DummhM zu begehen, so ist nur daS Telephon die Ursache, wenn er seine Absicht nicht ausiführen kann, und -sich schließlich bevuhigi. Wohin käme Man, wenn das Telephon einem jeden nur so eins zwo nachgebeu würde? Du vußst an und hast Glück; Die Zentrale meldet sich. Du nennst hie Nummer, um deiner Schwiegermutter telephonisch Grobheiten zu sagen, meinethalben wegen (Aufwiegelung deiner Frau oder sonst aus einem Grunde. Du wirst schon selber wissen, wie du zu ihr stchst. Du wartest aus Anschluß und bekommst ihn. Aber nicht mit der gewünschten Nummer. Das Telephon weiß eine bessere. Die holde Stimme einer jungen Dame meldet sich und lispelt allerhand. Es ist zwar eine falsche Verbindung, aber dafür bist du ja der Richtige. Deine aufgeblähten Nüstern, das Zähnefletschen, der gistvg-bose Blick schwinden dahin. Du flötest sanft und deine Miene wird heiter; du bist ruhig geworden md versöhnlich. Und wenn jetzt zufällig die Schwiegermutter ins Zimmer träte, du würdest ihr, ich wette, freundlich begegnen, ihr die Hand küssen und allerlei Komplimente machen. Denken würdest du dir zwar alles mögliche — ich kenne ja dich und sie — und heiinKch kannst du ihr ja immerhin den giftig-Wsen Blick zuwerfeu. Wer aber hat eventuell ein Famil'iendrama verhindert? Wenn nämllich die We beii wichtigem Telephonanschluß vielleicht gar der Schlag gekästen hätte? Das Telephon! Du rufst wieder an, um bei einem Freunde einen Pumpversuch zu machen. Du sagst die Nummer, das Telephon weiß sie besser. Du sprichst, und aus einmal vernimmst du die Stimme deines Chefs. Zurücktaumelnd, mußt du mit anhören: rßo, «also ich habe geglaubt, daß Sie ist> schwer krank sind und jetzt treiben Sie sich herum, Sie — Sie —! Ins Bureau können Sie nicht kommen aber immer Vorschuß verlangen, das möchte Ihnen so passen!"'— „Aber bitte..." Schluß. Du wanikst bleich ins Amt mit den besten Vorsätzen. Dein Chef ist zwar unerlbiitbich und du fliegst hinaus, aber Pur die Zukunft bleiben dir doch die schönsten Vorsätze. Wer hat das böwirlkt? Das brave Telephon! Du bist knapp bei Kassa uNd russt sine Feinikosthandlung an, wo du Stammkunde warst und Rieisenpakete mit dem Mto weggeschleppt hast, als die Aktien noch höher... (reden wir lieber nicht davon). Du willst, sagen wir, eine Gansleber be stellen, aus Kredit. Du sagst die Nummer, aber die Zentrale weiß die Nnm7mer besser: sie verbindet dich mit einem Mode salon^ und eine halbe Stunde später bringt ein Boy eine wirklich mtzückende Toilette an deine Mvesse. Deine Frau fällt dir um den Hals, sie hält es für eine Überraschung. Und da sie ohnehin schon seit einigen Wochen schmollt, läßt du sie dabei, läulstt schnell gelknickt ins Dorochenm, ordnest die Bezahlung und ihr feiert Vevsöhnung, wenn auch chne Ganslcher. Wem ist diese schöne Ueberraschung zu verdanken? Natürlich dem Tele Phon. Du gchst baden, die Wellen brechen sich an dir, du fängst an zu gurge-ln, schreist um Hilfe -und bist gelb und grün. Man will telephonieren, es geht nicht. Das Telephon läßt dich im Wasser. Und so schwimmst du hinüber in die Nachbarrepublik, ohne wirst dort ans Land geworfen und beginnst, weil du doch ein zähes Luder bist, ein neues Leben, und machst noch Karriere, während hier der Boden unter deinen Füßen schon schr heiß war. Das hat wiederum nur das Telephon zustande gebracht Hat aber die Erziehung durch das Telephon bei dir noch . kleine Früchte Aetrggen und fängst du nach stundenlangen V«r> Me BerlSngenmg der Straßenbahnbetrlebes. Samstag Kitt die Verlängerung des Nachtverkehrs der Straßenbahn bis 12 Uhr nachts in Kraft. Der Bahnhvfrundverkehr wurde bereits störungslos durchgeführt. Eine Fahrpreiserhöhung tritt nicht ein. Die 10prozentige Lohnerhöhung macht bei den einzelnen Gehältern durchschnittlich etwa 200.000 Kwnen monaüich/aus. Sollte die von der R^ierung im Nationalrat eingebrachte Zollt»rifvorlgge unverändert angenommen werden und daraus eine Teuerungswelle entstehen, die Lohnerhöhungen nach sich zieht, so wird die Gemeinde zu einer Fahrpreiserhöhung schreiten. 1 ' 1 ' : Beabsichtigte elektrische Beleuchtung der Stroben. Die Gemeinde Men beabsichtigt, die gesamte öffentliche Beleuchtung zu.elektrifizieren. Die Proben an mehreren Punkten der^ Stadt haben bereits befriedigende Ergebnisse gezeigt. Im Jahr« 1914 betrug die Zahl der Gasslammen der Straßenbeleuchtung ^-6.522. Nebenher war auch elektrische Beleuchtung vorhanden. Zu Anfang 1919 betrug der tieffte Stand nach dem verheerenden Kriege 19.191 Gasflammen. Ende Juni 1924 werden bereits die „Sparbrenner" verschwunden sein. Bis 1. Mai dieses Jahres waren schon wieder 24.797 Gasflammen, also' 57 Prozent der Friedensbeleuchtung, in Betrieb. Elektrische Lampen gab es am 1. Mai dieses Jahres bereits wieder 2959. Zunächst werden alle StroIen, diedie Elektrische durchfährt, noch in diesem Jahre elektrisch beleuchtet. Im Zusammenhang mit dem Beleuchtungsplan sind Verhandlungen mit dem Bunde eingeleitet, die sich auf Sicherung der staatlichen Schwachstromleitungen beziehen. Bei den Museen am Ring ist eine elektrische Probebeleuchtung eingerichtet, die vor einigen Tagm vom Bürgermeister besichtigt wurde. Die Lampen werden teilweise an wn Spanndrähten der Straßenbahn angebracht. Bei der Oper und in der Mgr.iahilferstraße ist die neue Beleuchtungsart in Erprobung. Die Kerzenstärke wird bei der Operr für die einzelne Lampe mit 1500,, in der Kärtnerstr'aße mit 700, in der Mariahilferlraße mit 700, in der Thaliastraße mit 400 festgestiellt, was gegenüber den bisher in Verwendung gestandenen Lampen mit einheitlich 400 Kerzenstärke einen Fortschritt!>arstellt. W i e n, 5. Juni. * Die Kinderrettungswoche. Für die Kinderretiungswoch^ 'md insgesamt 3026 Millionen singelanfen. Das Wiener JugenÄhilfswerk kann mit diesem Betrage über 3000 Frei- >lätze an echolungsbrldürftige Kinder gewähren. Die Frei-!)lätze werden nur auf Grund eines MttellofigkeitSzeugnisies an die Gvholnngssürsovgeorganisationen verliehen. * Zusammenstoß zweier Autos. Am 3. d. stießen an der Kreuzung 'StiftMsse und Sielbensterngasse zwei Autos, die die ChauffeUve Eduard Schönangerer und Josef Kiener lenkten, zusammen. Dmch den Anprall wurden beide Autos stark beschädigt. Die Private Erna Torn, die in dem einen Auto saß, wurde am rechten Oberarm leicht verletzt. Nach Aussage,r von Zeugen trifft beide Chauffeure die Schuld, da sie zu rasch gefahren sind. * Betrug in einer Bank. Am 31. Mai erstattete die Anglobank die Anzeige, daß Ende Mai d. I. von der Teleigraphendire-ktion für Niäderöfterreich die Bezahlung eines Betrages von 78,25 Millionen Kronen gefordert wuvde, da diejser Betrag noch ausständig sei. Eine Nachschau in der Buchhaltung ergab, daß der fragliche Betrag von dem 29jährigen ■ Beamten der Bank, Ludwig Tr et tau, übernommen worden war. Trettau, der seit dem 1. Mai abgebaut worden war, gestand die Unterschlagung des Betrages ein. Er begründete die Verfehlung damit, daß ihm einige Fakturen abhanden gelkommen seien, -aß er diese Tatsache jedoch in der Befürchtuing. wegen di>efes FchlerS' entlassen zu werden, nicht gemÄdet halbe. Deshalb habe ctr auch den Betrag von 78,25 Millionen ohne Berechtigung einkasfiert, um die anderen Fakturen damit #u bezahlen. Trettau behauptet, ihm selbst seien nach Abzug'der Fehlbeträge nur insgesamt 3 bis 4 Millionen zur Verfügung gMivben. Bargeld, Wertpapiere und eine Briefmarkensammlung im Gesamtwert von- 40 Millionen 5tronen wurden zur teilweisen Schadensgutmachung beschlagnahmt. Trettau ist wagen Veruntreuung schon mit 8 Monaten Kerker vorbestraft. * Brieftelegrammverkehr Oesterreich—Tschecho-Slowakel. Vom 1. d. sind Brieftelegramme auch im Verkehr mit nachstehenden Orten in der Tschecho-Slowakei zugelassen : Preßburg, Brünn, Budweis, Königgrätz, Eger, Jglau,. Josefstadt, Karlsbad, Kaschau, Reichenberg, Leitmeritz, Marienbad- Mährisch-Ostrau, Olmütz, Troppau, Pardubitz. Pilsen, Bodenbach, Prag, Prerau, Mährisch-Schönberg, Teplitz-Schönau, Ungarisch-Hradisch, Aussig a. d. Elbe, Ungvar und Sillein. Die Wortgebühr beträgt vorläufig 600 K., die Mindestgebühr 6000 K. * Brieftelegrammverkehr Oesterreich—Polen. Vom 1. d. sind Brieftelegramme im Verkehr mit größeren Orten in P o l e n Melassen. Die wichtigsten dieser Orte find: BorySlaw, Brody, Czenstochau, Crortkow, Dubno, KaliSz, Kielee, Kolomea, Kowel, Krakau, Lublin, Lemberg, Lodz, Luck, Oswieeim, PxzemySl, Radom, StaniSlau, Strhj^ Tarnopol, Tamow, Warschau und Wilna. Die Brieftelegramme können in Oesterreich bei den Post- und Telegraphenämtern in Standorten von Telegraphenämtern mit Hughes-Betrieb jederzeit während der Dienststunden aufaegeben werden. Sie werden in der Zeit de» schwächeren Verkehres nach den gewöhnlichen Telegrammen bis zum Bestimmungsorte oder bis zu einem anderen, . vom Absender in der Adresse Lezeichneten und zum Brteftelegrammverkehr ermächtigten Telegraphenamte telegraphisch befördert und Lehen dann als gewöhnliche Briefe auf den Postdienst über. Brieftelegramme sind mit „L. T." oder „Lettre telegranime" zu bezeichnen. Sie müssen in offener Sprache verfaßt kein. Ti« WortaeWr ktiüii 12 5 Centimes.