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Wiener Morgenzeitung · 1924-05-30 · Heft 1900 (30.5.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1900 (30.5.1924)
Date
1924-05-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
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SvNsWMsrRsM Wien: Zum Abholen in der Expedition, II„T aborstr .1-3, o der in einer Verschleisstelle monatl. K 35.000 Jtrassenverkaüf in Wien durch die Kolporteure der Firma GoIdscmniedt,I.Bez„ WoHzeile 11. Mit Postversand für Wien u, Gestern monatl. K 35.000 Italien: Monatl. 1? Lirr Rumänien Moif. 150 Lei Bulgarien Mon. 80 Lewa Schweiz und das übrig« Ausland monatlich Frca.1 Redaktion u. Administratioi Wien, II., Taborstrasse 1—1 Telephone: 44-0-33,43-3-19 ah6Uhrahds 2’-102,25-28'! IX. Ui?!versitäts$tr. 6—5 (Druckerei Stelnmann Tpchecho-Slowakei: on. K18. Jugoslawien: on. Dinarßü, P ol e n: Mon. Deutschland: _ Goldmark4, Frankr., Belgien: Mon. Fres.12 _ Naehsahluoffea bd: Prwierhöfccnren vordakalt«» Wien- Freitag-R. Mai 1924 Oesterreichisches Postspar1 hassen- Konto Nr. 150.693 gandazw eck-LN verwende, und daß sie nicht die geriMte' Absicht halbe, irgend ^etwas zu Lun,' wodurch dieses PrMem - gelöst werden könnte. Wenn an das Land appelliert werden . würde, so würden die Konservativen ihn auf seinem Platze finden. Hierauf wurde i . ' . - . , die Sitzung aufgehoben, um den L i b eralen Ge Je g e nhe r t zu geben, darüber schlüssig zu werden, ob sie für' ob er g e g e n d e n konservative« Antrag stimmen sollen. Sofort nach der Rede Mae DonaDs zogen sich die lilbe-mlm Mitglieder des - UntechaHes MÄck, um die Partei!o nferen z, wi ed er äufzMchmen, die über das ' Schicksal der Regierung enüjcheiden'' soll. ' , Gn der . . . .. ’ Beratung der Liberalen wurden:.vier, Geficht.sPunkte-zur- Erörterung ge-- «bftimmnng liier den konservativen Tadelsautrag - Me Liberale« als enWeidmder Faktor. - Asaalch Kr Mar Douaw. London, 29. Mi. (Tel. d. ,M. Morgenzeitung".) Die DMtte über den konservativen Tadelsantrag ist heute nachuMags im Unterhaus« von Sir Robert Korne namens der Konservativen eröffnet worden. Am Bormiittag hatten si ch die liberalen Abgeordneten versammelt, um Aber ihre Haltung zu beraten. Nach ein- Mndiger Debatte wurde beschlossen, daß kein endgültiger Beschluß gefaßt werden soll, bevor die Partei frfe EMürrmgen Mae Donalds im Untechause angchort höben werde. Die Labonr-Mgeordneten hatten sich ebenfalls versamweA. Sir Hörne «DäÄe, seit der ErgreisuM der Macht Lurch die Arbeiter- ^Mierrmg fit keine wesentüche Aendermrg tu der Arbeits- 'ZWeit zu verzeichnen. Die Versprechungen, die den WLhgemacht worden seien, seien nicht 'gehalten worden. 'sDie^e Lage könne nicht länger andauern. Sowohl Volk als iBMiament seien am Ende ihrer Geduld angekcmgt. Keine i'^ige der großen öffentlichen Arbeiten, die von der Ar- .Wtevpartei vorgesehen wurden, sei durchgesührt worden. Ramfah Mae Donald hierauf das Wort und eÄlavte, wenn er die von ihm '^wünschte Anßenpolitik durchMren könnte, so!wArde die Arbeitslosigkeit sofort bedeutend Wraügemindert werden. Was. die Versprechungen Arbeiterpartei gegenüber ihren Wählern anlange, so sich die Regierung noch immer damit, . ' de« Arbeitern Arbeit zu verschaffen, oßer ihnen iw anderen Falle genügend Unterstützuygen zu gÄvLhven. Wenn die Konservativen glauben, daß dev Sturz der Regierung und allgemeine WaMen für das Land vor- '•Äjttft wären, so mögen sie noch heute abends die Regierung zu Falle bringen. SÄe Wahrheit sei, daß die konservative Oppo» iDtion die Arbeits'lo^ensrage zu Propa- 1. Wenn : man setzt die /Regie rung fall e n e, bevordasBudget albgestiMMist,würde gleichzeitig das-Budget fallen,-das-MNmchx den FreihandÄpMtziPien der Liberalen entspreche ' 2. Die Regierung hat' bisher ck ei ne genügende Gelegenheit zn Lei'stungen geboten„erhalten nnd dies würde auch die Wählerschaft. anerkennen.' / 6. Je langer' die AMit-evM im Amte bleibt, desto größer werde die EniMuschungper Mhllerschafi. ... 4. Man. will., jetz t keine Heuw^Men durch-' In der ALendsitzung erMrte Asqüith -iw Rauten der liberalen 'Parier, feine- Partei werde auch fernerhin dem Kabinett Mac Donald in fairer Weise Gelegenheit gäben, seine Pläne zu erproben. . ' Nach dieser Erklärung erlahmte das Interesse an der weiteren Debatte, da mmmähr die Unterstützung der' Regierung durch die Liberalen außer Frage steht,. ' Die Wiederaufnahme der MWrlmttolle. Me Antwort der Botschafterkonserenz Merreitzt. - Sie Forderunsen M Serk«. Paris, 20.Ä& Die Antwort der Bätschafterkonserenz ms. die deutsche Rote betreffend die Mil.itärkon'trolle ist heute abends dem deutschen Wotfchffter übergeben worden. Diöse Note ist die Antwort ans die deutsche Mitteilung vom Anfang April in Angelegenheit der Wiederaufnahme der interalliierte« Militärtontrolle nnd lehnt einmütig die deutsche Ansicht ab. Die von den Alliierten geforderte Untersuchung wird in folaender Fomr aufrecht erhalten. 1. Reorganisierung der Polizei, 2. Ümbildung per Krieg'sfabriken, Ae Mskett der österreichischen —y. Wien, 30. Mai. Mn Deutschnationaler ist Präsident des deutschen Reichstages geworden, die deutsche Volkspartei beantragt die Ersetzung der ' schlwärz-röt-göldenen Reichssarben dmch das preußische Schwarz-Weiß--Rot und der Bürger- ' block'soll mit ' Einschluß' der Deutschnationalen uttd Demckraten gebWet weMn.^W-dovMel'.ßrr'MHe' Er--' scheinungen und -Pläneläutet dahin, daß sich die -Regierung auf den Boden der Erfüllungspölitik stellen und hiefür alle''büvgeMchen'Kräste'' hevanzicheu.sölbe.Die Vorbedingung hiefür wäre, daß die Deutschnationalen die.Sachverständigengutächten ohne' Vorlbchalte annehmen. Dies würde-'es der Regierung erleichtern,-die von der Entente geforderten' Gesetze' und Verordnüngen zur ' Durchführung' der-- Expertenvorschläge gemeinsäm mit dem Reichstag fertigzustellen und.sobald als' möglich der Entente vorzulegen.' Man denkt sich also in Berlin die.' Sache" ziemlich einfach. - Früher hat die - deujisckse - Politik' alle Hoffnungen aüs EnAand gesetzt, und sich' hiebei wenig davon beirren lassen, daß der Kurs.'in England erst' konservativ und dann sozialistisch war, Jetzt scheint 'man.in Deutschland der Meinung zu-sein, Laß die Wählen in-'Frankreich dem kommenden Kabinett Herriot die sei, die von den englischen 'SctzrMsien zösischen Demokraten geM.werden und den ' ftannatür'lich Eine Debatte im englischen Unterhaus. London, 28. Mar. Im Unterhaus fragte M o r e l an, ob der Regierung bekannt sei, daß die österreichische Waffenindustrie wahrend des vergangenen Jahres und auch noch gegenwärtig Kriegsmaterial an gewisse kleimve europäische Staaten, insbesondere Jugoslawien, geliefert habe, beziehungsweise liefere, und ob die Regierung ihren Einfluß dahin ausüben könnte, diesen Handel ernzuschräniken. 'Untvvstaatss'Ävelär des Aenßern Ponsonby erklärte in seiner A-ntwortz es sei chm bekannt, daß zu verschiedenen Mabm eine unerlaubte Ausfuhr, von Kriegsmaterial aus Oesterdeich stattgefunden habe. Diese Angelegenheit sei Gegenstand sovgsältiger Ausmerksamkott settervS des Liquidi eru n ys orga n s inDesterreich, dc^ als Nachfolger der interalliierten MiKtärmission die, Durchführung des 6. Teiles des Vertrages von St.--Germain überwache. Die Tätigkeit des britischen MWiedes MeS Ä<widiEngsorgcM sei stets ans die EiuschräN" ßBng diese-HonKelS gwichtet. '. 3. Auslieferung des nichtbewilliAen Restbestandes an Kriegsmäterial, 4. A u s l i e f e r u n g der Dok u m c n t e 'betreffend das deutsche Niaterial im 'Zeitpunkte des 'WaffensWstandes und die Produktion der deutschen Fabriken Ivä'hrend des Krieges und na ch dem Waffenstillstand,, und? - 5. Verlautbarung vön'G'esetzen, -die dazu notwendig sind, um die Ein- und Aüs.fnhr. von Kriegsmaterial wirksam zu verbieten uNd die RekrutievWg^sowie'.die'OMnisatron der deutschen Armee'mit den Militärischen Bestimmungen des 'Friedensvertrages in . Anklang zu bringen. Zusammenkunft Mar Donald- MustoM London, 29. Mai. „Mänchester Guardian" erfährt, Mussolini regte eine Zusammenkunft mit Mac D o n a l d. in einer S ch w e i z e r S t a d t an. Die Kabinettsbildung Dr. Marx'. Berlin, 29. Mai. Mber dre lluterredungen zwischen dem Reichs'kanAer Dr. M a r x und den Pavtefführevn, insibeisöndeve mit dem Abg.^Hergt, ist bisher noch kein Ergebnis 'Wanüt. - Me Äshevigen Angaben Wer die als- ReichsmiNistev in.Aussicht genoiutlMnen PevsöMchlkM.n beruhen, wie das. WoWche Bureau evsährtz aulf Kombinationen. . Me englisch-Eche Kossereaz. De« Oberhaus verlangt den Abschluß der Verhandlungen. London 28. Mai. Das Oberhaus hat einen Antrag angenommen, worin der baldige Abschluß der » enMch-rnssischen Konferenz verlangt wich. unter voller BerücksichtMug' der Wünsche des deutschen Mtionälismüs..' -^; - ' ‘ -/r »; .; ' Man stellt jetzt wiä^r.'.in - Deutschland eine falsche RechnuM..' aus, und. die^.WüßerWgen,-die^aus- Pariser!mch. LyWMrMDvrür^j^.eiM^'ÄWlWn, -'.IM-äin-' ^MK'.'Här.üMgest^ait'-tzi^deuAche^ -Wreffe. - Die französische. .Opposition, die > sich. ,dre Mehvheit ^erobert hat, venkt' rncht.'daran,. vön.'dM'GruMagen 'des Versailler' BeMageI.äbgüweichen.'.' Äe"^stimmt mit der- Demokratie der Mzen Welt'darin überein/daß 'der-bedrohliche Kräfteverfall des. .Lürop-äischen Konkimnts - eine Folge dieses.Vertrages fei. und daß. der Vertrag geändert lver- - den muffe. Aber che, dies nicht geschehen ist, Meibt er be- - stehen, und' er bleibt Gesetz für Frankreich, dessen Kammer den'Vertrag ratifiziert hat. Genau die gleiche Ansfassung besteht in London. Dort sucht man bereits die Wege, auf denen eine Revision des Vertrages durch eine ällgemeine WMonferenz erreicht wevden.könnte. Aber auch , dort muß man notgedrungen einstweilen an dem Vertrag festhalten. . Die Okkupaüon des'-Rnhrgebietes, die von Poincare als einseitige Maßregel ohive die vorherige Krstimmung Englands eingöleitet 'worden war, i wurde' von der englischen öffentlichen Meinung als ein notwendiger Akt gegen die Repavationssabotage des Kabinetts Cuno -hingenommen. Auch heute' neigen die . Sympathien der Mehrheit des englischen Volkes Her auf die Seite Frankreichs und damit des Versailler- Vertrages. Die Ordnung des ReparatioNskonMtes wird von England und , von Frarrkreich -nur'so angestrelbt, daß die Werktätigen Massen der deutschen Bevölkerung'bei der-; Aufbringung der Jahlungsgelder nicht von dem schwerindustriellen und agrarischen Egoismus über's Ohr gehauen werden. Just dies ist aber das politische Ziel der natiönalMschen Parteien, die eben jetzt den. Reichstag und die Regierung unter ihre Kontrolle bringen. Schon, die ersten Akte ihrer Tätigkeit sind Dölnvustrationen. an das Ausland. Der Kurs geht scharf nach rechts und die schlvarz-weiß-rote Uagge, die. ausgerechnet-von der Partei Stresemanns gehißt wird, zeigt nach 'außen hiir init.- aller Klarheit an, daß es mit der demokratischen Ent- . Wicklung wieder einmal Essig geworden ist. Dies ist aber auch gleichzeitig ein Signal" nach innen und hier müssen die Wirkungen viel.schwerer, und vieil . rascher kmnmen, als man im Augenblick zu - glauben scheint. So gute Parlamentsfteunde wie die Nat-ioiralen und Völkischen siW die Kommuniste-w auch, nnd. tzs wird ihnen nicht so schwer fallen, den ihnen von Ludendorff . durch Reventlow erteilten Auftrag nach Kräften zu erfilllen und den Reichstag zu zerschlagen. Was die Nationalen nicht selbst besorgen können oder wollen, dazu weü»en. .ihnen ihre Bpü^r von der Moskauer Couleur verhelfen und es ist nur fraglich, lvie uäter solchen Vorbedingungen eine Regierung überhaupt zu arbeiten beginnen kann. Noch fraglicher ist es, wie sich die deutschen Demokraten, deren es ja noch genug gibt, dazu stellen werden, und welche Formel sie auchecken werden, unl 9331

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