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Wiener Morgenzeitung · 1924-05-24 · Heft 1894 (24.5.1924) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1894 (24.5.1924)
Date
1924-05-24
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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f *;f'f'f t'^r^r;^'^ *" - ^-"-p. 4" WffTn^fi -n'■'>'.’■*< M. IM Wien, Sämstag Wiener MorgenzeiLung. Bühne und Kunst. *Stom8Me um Rosa." (Raümmd-Theater.) Diese ®flttroe ist nicht geschmackvoller, als es die Vorrede jfe* tfototS E Prömrerenabend war. (Siche unsere gchrige -WnSgaibe.) Ein hartes Unteil, aber, bei GM, man kann nicht mcherS. — Sie Ordern ihnen geliebten Georg Kaiser wenig, Herr Direktor Beer, wenn Sie diesen schlechten Kaiser-!Schüler Mevn. Fred Antoine Angermayers Komödie ist schon in mdgezählten Variationen Wer die Bretter gegangen. Bon Kotzebue Mer DhoNva bis zur Firma Davis und MpMtz,,vo1l den ^Deutschen Kleinstädtern" über die Lokalbahn" bis ,-Gretchen" war jede einzelne Variation, auch die matteste, geistvvtter. Wendiger und jedenfalls anmutiger. Bier Klieinstadt-iThpen (man muß nicht erst sagen, daß es Bürgermeister, Apotheker, Fabriksherr und Kreisarzt sind) werden mühselig dorgchühri. Die Bier hatten eS mit Rosa, der jungen, schchen und gefälligen Frau eines Arbeiters zu tun. Zu Beginn des Stückes stiebt sie hinter der Szene <wt Kurpfuscherei. Auf Kasten der armen Verstorbenen werden nun drei Akte hindurch Sexualspässe gerissen. Die vier Herren, natürlich Wsterne Mucker, fürchten, es könne herauskommen, daß sie die arme Rolsa in jene Umstände brachten, die sie in den Tod trieben. Und einer von ihnen, der Apochöker, muß gar fürchten, daß er zu diesem Behu.se eine bedenkliche Medizin beige- . stellt hat. Sie halten eine gemeinsame Beratung ab, bei welcher jeder der vier heimlichen Frauenjäger recht umständlich 'berichtet, tote, er sich an Rosa erfreut hat. Diese Dialoge ■ find weder witzig, noch anregend, hingegen widerlich. Und von! Gesellschaftssatire, wenn man von geborgten Gemeinplätzen ab-; ficht, auch nicht die ©jntr! Nur im Schlußakt ergibt sich bei! Nachsicht der Laxe ein Amüsement, das frMch auch bloß eine : Wiederholung nicht selten gehörter Komödienwendungen ist. Der Gatte der bedauernswerten Rosa hat selbst die Abtreibung auf dem Gewissen, sichert sich aber eine nette Mfevtigungsfumme des sauberen vieMättrigen Kleeblattes und verduiftet ins Ausland. Die Schauspieler des Raimund-Theaters, vor denen sich der Autor bei seinem häufigen Erscheinen vor dem Vorhang hätte tief verneigen müssen, bevor er sich dem Publikum zuwandte, waren ausnahmslos prachtvoll. Insbesondere Herr Neugtzbauer als Pastor schuf eine Figur, von der Herr Angevmayer viel lernen könnte. DieübvigenKünstler, die uns so großen Genuß bereiteten, daß wir das Stück Angermayers ertrugen, sind die Herren Böhm, Forest, Loibner, Schmieder und Ziegler.; O. A. Aus den Aeatern. Wochenspielplan des Burgtheaters. Mor-?en. nachmittags 2 Uhr: „Der Verschwender"; abends Uhr: „Die fünf Frankfurter". Montag, 7 Uhr: „Ghges und sein Ri na". Dienstag, 7 Uhr: „Der Alpenkönig und der Menschenfeind". Mittwoch, 7 Uhr: „Die rote Mühle". Donnerstag, nachmittags 2 Uhr: „Der Alpenkonig und der Menschenfeind"; abends 7 Uhr: „Macbeth". Freitag, 7 Uhr: »Weh dem, der lügt". Sämstag. 6 Uhr: „Der junge Medardus". Sonntag, 7 Uhr: „Torquato Tasso". ' Wochenspielplan des Akademietheaters. Morgen, nachmittags 3 Uhr: „Klein D. o r r i t"; abends halb 8 Ühr: „M i t t a g s 1v e n d e". Montag, halb 8 Uhr: „Der Bibliothekar". Mittwoch, halb 8 Ähr: „Garten der Jugend". Donnerstag, nachmittags 3^Uhr: „HBöJj^e in der Nacht"; abends halb 6 Uhr:, ,,DieLiebe wa Freitag, halb 8 Uhr: „Der Z^! Uhr: „Die Fahrt ins Bl erri s s e n e". Sonntag, halb aue" ochenspielplan der Staatsoper. Morgen: „Die Prinzessin von Tragant" und „Schlagobers". Montag (kein Kartenverkauf): „Der Masken- Sprache): „Fedora". Samstag: „Tannhäuser". Beinn der Samstagvorstellung 6 Uhr, aller anderen Porstelungen 7 Uhr. i Wochenspkelplan der Volksoper. Morgen, 2 Uhr: „Zar und Zimmermann", abends 7 Uhr: „Carmen". Montag, halb 8 Uhr: „Martha". Dienstag, halb 8 Uhr: „Madame Butterfly". Mittwoch, 6 Uhr: „Tristan und Isolde". Donnerstag, 7 Uhr: „Die schöne Helen a". Freitag, 6 Uhr: „D i e W a l k ü r e" Samstag, halb 7 Uhr: ohengrin". Sonntag, halb 8 Uhr: ,Sosca". Woch enspielplan des Deutschen Volkstheaters. Morgen, nachmittags halb 3 Uhr: »Der Gardeoffizier"; abends halb 8 Uhr: „Der Boxkampf", vorher „Der Mann des Schicksals". Montag, halb 7 Uhr: „Faust". Dienstag, halb 3 Uhr: „Der Boxkampf", vorher „Der Mann des Schicksals". Mittwoch/7 Uhr: „Brand". Donnerstag, halb 8 Uhr: „Der Boxkampf", vorher „Der Mann des Schicksals". Freitag, 7 Uhr, zum ersten Male: „Tsch aperl". Ein Wiener Stück von Hermann Bahr. Samstag, halb 6 Uhr: „Der Boxkampf", vorher „Der Mann oes Schicksals". Sonntag, halb 8 Uhr: „TschaPerl". Spielplan der K a m m e r s p r « I e. Montag: „Monet teu. Cie." Dienstag: „Die'Marh". Mitt«' woch: „Monette u. Cre." Donnerstag: „Hissy, die K o k o t t e". Beginn aller Vorstellungen 7 Uhr. MiMilMM MS dm IMNMI ndnanm WS Sk ÄKS“ M ' SehweizeHhaus tä (P r a t : e r) Caf£>Restaurant Das beste Pilsner Bier in Wien! 7 Auch vorzügl. Wiener Biere und Weine I <is » Kalte und warme Küche Das in den Besitz des Gefertigten übergegangene Mlazia MM.il. Prater, Aussfellungssfrasse 1 mit herrlichem, schattigem Garten, bietet den p. t. Besuchern des Praters angenehmsten Aufenthalt bei erstklassigen Speisen und Getränken, aufmerksamer Bedienung und massigen Preisen HANS R8DRICH ehern. Besitzer des Cate Filmhof 9186 Paket-Crvretzverkehr ab Men »ach und über Polen dmch Zos. 8. Leinlaus A. 8.. M-n, l.Helf-rst°rft-str. S ki4«e« Sonder-Mutwaggons Taruow PrzemySl Waggon-Laufzeit S Tage Lemberg §tani??a!l^°SS°"°Lauszeit 8 Tage u. zw. nach: ktrakau Waggon-Laufzeit 1 Tag Kation,itz Waggon-Laufzeit jg»,e Czernotvitz Waggon-Laufzeit S Tage UeVernahmSstellen:!. Helferstorserstratze 9, Tel. Nr. esoog, SSSVS, 87263 (I. 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Beginn der Montagvorstellung 7 Uhr, aller anderen Vorstellungen halb 8 Uhr. O p e r n t h e ä t e r. Da Herr Grosavescu mit dem Studium der Tenorpartie in „Fedora" infolge eines längeren Urlaubes nicht fertig geworlden ist, hat sich.die Direktion an den Komponisten gewendet, er möge den geeignetsten Vertreter dieser Rolle namhaft machen. Maestro Giordano hat telegraphisch Comm. Capuzzo vom Costanzr Teatro in Rom empfohlen. Comm. Capuzzo trifft heute in Wien ein. Volksoper. Heute „Die Jüdin". Morgen abends „Carmen", nachmittags „Zar und Zimmermann". Im Deutschen Volkstheater beginnt die heutige Vorstellmrg, die Bernard Shaws heiteren Einakter „D e r M a n nde s Schicksals" und die deutsche Uraufführung der Burleske „Der Boxkampf" aüf dem Programme hat, pünktlich um 7 Uhr. Morgen, nachmittags halb 3 Uhr: Molnars „Der Gardeofsizier". Johann Strauß-Theater. Morgen im Rahmen des Ballett-Gastspieles des Königlichen Opernhauses m Budapest, unter persönlicher Leitung des Komponisten Henry Bereny, Erstaufführung de Tanzmimodrams „Haschisch". Tollers „Masse Mensch" in London. Das NÄv-iDheatre in London brachte das Drama Ernst Tvllers ,Masse Mensch" zur Anffülhrung. Interessant ist die Kritik der.,-Times", die wir im Auszug folgen lassen: „Das Stück ist ein Produkt der sogenannten eNpressionistischen Kunst. Es hätte am besten als Ballett gespielt werden können. 'Alle diese expressionistischen Stücke, die sich den Abstraktionen hing eben, werden durch die choreographischen Ansdrucksformen den gewöhnlich mangelnden Schönhoitsinhalt erhalten." Große Ehrung eines Komponisten. Hermann Z il che r. der sehr begabte Komponist und Direktor des Wirzlburger Konservatoriums, wurde' von der bayrischen Regierung zum Geheimen Regierungsrgt ernannt, als er den Ruf an das Leipziger Koüfervatorimn Mchnte. Gleichzeitig hat ihn die mediizi^nische Fakultät der Würzburger Universität gum Ghrendoktor ernannt. Erste Auffahninsdes Paiastino-Fllros Morgen Sonntag. 25. Mal —. - ■ ■ “ Halb 11 llhr vormlitagsi fm v. Wiedner HauMrlVS g . ”1 I mAA Begleitender Vortrag: Ak. A. ^4 Präsident der Hakoah Kartenvörverkauf im Sekretariat der/tiakoah, I. Wlesittgerstrasse'll (Gaf6 Atlashof), und für den X./XI. Bezirk bei Heb. Weiss, X. Laxen* burgerstrasse 75. Am Tage der Vorführung sind Karten von K 5000 aufwärts von 9, Uhr vormittags an im Kino zu1 haben __ 24. Mai 1924 Seit« 71 _ v Das Mussolini-Theater. Bekanntlich Ha? MusfoKnL'.be«^ Bau eines /Theaters " in / R o m' veranlaßt. Das Theater/: Wirt geradezu giaa n t ische Dim ens i on e n haben und' Wirt der luxuriöseste The ater bau' der ganzen Welt werben. Der KostenvoraNWag beläuft sich auf nicht weniger als SO Millionen Live. . . Theater der Lebenden. In Berl-in hat sich bekMNtlich em.-junges Uvaufführungstheater gelbilbet. dessen Tendenz dahm geht, alle um sich zu scharen, welche „unablässig daran gliauben, daß das -Dyenttr der Dichtung gehört" und das sich bas Theater der Lebenden nennt. Zunächst wird das Drama /Mtaf" von Fritz Schwiefert zur Aufführung gelangen, und zwar Mitte August um die Mittagsstunde. Späterhin gehen Dramen von Zivier, Brust, Euringer, Holländer, Ortner und Schiffer in Szene. Mvissi erholt sich ln Mexiko. Das Juni-Gastspiel Alexander Moiffis im Deutschen Volkstheater dürfte unterbleiben. Der Künstler ist erholungsbedürftig und hat eine Urlaubsreife vor. die ihn nach Mexiko führt. Die Konkurrenz für den Tempelbau in Hietzing. Auf Wunsch fast sämtlicher Teilnehmer am Wettbewerbe für den Tempelbau in Hietzing wird bekannt gegeben, daß die Cinlieferungsfrist für die Wettbc-werbungsatzbeiten bis zum 1. Juli 1924 erstreckt wurde. i Gerlchtssaal. bin Rechtsanwalt wegen Beleidigung dek Gerichtsbehörden angetlagt. Der Rechtsanwalt Dr. Eitelherg hatte in einer Beschwerde gegen die Abweisung eines Wiederaufnahmegesuches in Angelegenheit des vom Kremser Kreisgerichte zn sechs Monaten Gefängnis wegen Betruges verurteilten Möbelfabrikanten Josef Anton Ruß unter anderem erklärt, daß der äbweisliche Beschluß eine glatte Rechtsverweigerung sei und daß man zwar nicht von-einem Justizmord, dagegen von einer Justizabtreibung sprechen könne. Er hatte, sich nun wegen Beleidigung von Gerichtsbchörden vor dem Strafbeizirksgevicht 1 zu veirantworten, wobei er die rnkviminierten Stellen als eine berechtigte Kritik bezeichnete. Dr. Eitelberg hatte in einem Montagsblatt den gesamten Inhalt der inkriminierten Eingabe mit Signierung seines Namens veröffentlicht und gegen sich selbst beim Landesgerichte' eine Anzeige erstattet wegen Vergehens der Amtsehrenbeleidigung buch die Preffe. Der Richter gab bekannt, daß nach einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft diefe die Verfolgung des Dr. Eitelberg wegen Vergehens der Amtschrenbeleidigung ausgenommen habe. Gleichzeitig - hatte die Staatsanwaltschaft dem Landesgerichte nahegelegt, die beim Bezirksgerichte gegen Doktor Eitelberg anhängige Straffache aus Gründen der Zweckmäßigkeit abgesondert beim Bezirksgerichte durchführen zu' lassen. Der Verteidiger deS: Dr. Eitelberg erklärte, da nun ein Verfahren beim Landesgerichte anhängig fei, sei der Richter verpflichtet, zumal er an den Vorschlag der Staatsanwaltschaft nicht gebunden sei, die vorliegende Straffache abzubrechen und dem Landesgerichte die Entscheidung zu überlassen, ob die bezirksgerichtliche Sache aus dem landesgevichtlichen Verfahren auszufcheiden sei oder nicht. Der Richter beschloß, das Verfahren vorläufig abzubrechen und die Straffache an das Landesgericht abzutreten. : :; Mn Erfolg der Mieter im Medhof. Acht Delogierungsklagen für unzulässig erklärt. Die Vereinigten Brauereien. Schwechat und St. Marx, denen daS Gasthaus Md Hotel Riedhof in der Wickenbuvggasse gehört, hatten dem Pächter sowie den Parteien, die in dem Gebäude Wohnungen innehaben, gekündigt, indem sie sie als Hotelgäste betrachteten, und ein exekutives Urteil auf Räumung erwirkten. Das Wchnungsamt und auch die Mietkommiffion emschioden jedoch, daß eine Exekution auf Räumung dieser Wohnungen unzulässig sei, da ein Mietvertrag vorliege. Jrn Wege einer außerordentlichen Beschwerde hat das Oberlandesgericht diese Entscheidung der Mietkommission für ungesetzlich erklärt. Nunmehr suchte die Brauereigesellschaft um Fortsetzung der exekutiven Räumung und Delogierung der Wohnungen an. Dagegen wurden von den acht -Parteien Oppofitionsklagen auf Unzulässigkeit der Delogierung eingebracht, welchen vom Bezirksgericht Jos es stad t stattgegeben wurde. Das Zivillandesgericht hat gestern die dagegen eingebrachte Berufung der Brauereigesellfchaft abgewiesen. Mr Rechtsanwalt der Gesellschaft, Dr. Hantschel, hatte erklärt, das Bezirksgericht habe vor dem Mietamte einen Kotau gemacht, doch hoffe er, daß das Berufungsgericht, wenn es auch Gefahr laufen sollte, wie es jetzt bei mißliebigen Urteilen beliebt ist, angepöbelt zu werden, dem Rechte zum Sieg verhelfen werde- Ler Prozeß Molnar-Toth. Budapest, 23. Mai. (Tel. der ,Wiener Morgenlzeitung"). In der heutigen H a u p t v e r h a n d l u n g des Prozesses M o l n a r * T o t h wurden die Zeugenvernehmungen fortgesetzt. Sie erhärteten eines der wichtigsten Kennzeichen dieses Prozesses, >xrß nämlich nicht nur die Anklagten, sondern auch die Opfer Verbrecher waren. Der einzige Unschuldige war der Sohn der Frau Köveß, dessen Ermordung die bestialischeste Tat. war, die in dem Prozeß zur Sprache kmn. Die Mitwirkung der ermordeten Frau Lachmann an der Ermordung des alten Lachmann ist mtzhr als erwiesen. Betriebsrat und Direktorstellvertr^er. Der Direktovstell« - Vertreter des Theaters an der Wien, Alexius Kummer, hatte , durchDr. Plas chlk.es gegen den Musilker Hermaml Sun ge r die ^rewbeleidigungsSlage aNgsstvengd, weil .dieser, als die Betriebsräte ldes Theaters zu einer Besprechung eingeiladen worden . waren, m der Hnen bloß die Veranstaltung einer WohltätigkeitSv'orstellung der „Coneordia" am W. April mitgeteilt wurde, «dem Herrn Kummer zugernfen hatte: „Deswegen rufen Sie -uns her, das ist eine Frechheit, Sie sind ein Banernlümnrel!" Der Angeklagte wurde zu einer Geldstra'se von 400.000 K., eventuell zu drei Tagen Arrest verurteilt.

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