Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1924-05-20 · Heft 1890 (20.5.1924) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1890 (20.5.1924)
Date
1924-05-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
83% known words query
IRI
…/2979076-2980834-2980973--19008-3006121
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

M8M>MMrLir0V Wien: Zum Abholen in der Expedition, IUTaborBtr.1-3, oder in einer Verschleisstelle (Trafik) monatl. K 35.000 Strassenyerkauf in Wien dfireh Ae Kolporteure dir Firma OvldsvMlsdt, I.LeL« Wolbrile 11. Mit Postversand für Wien n. Oesterr. monatl. K 85.000 c h e *h o-S I owe k ei: Wsv. KTO.^ngogl awi ent fc_— — ,|r»nl lern Mon. Fres. rkk»eh,akl»er«e.'WW Pretferhöhunsren vorMultett Nr. 1898 ärrSw, * Mm. Dienstag, 20. Mai 1924 DIETRAGÖDSE EINER FRAU PoIen:poln.M.350.6W Italien: Monatl. 12 Lire, Rumänien Mon. 130 Lei, Bulgarien Mon. 80 Lewa: Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 4 Redaktion u. Administration Wien, I!., Taborstrasse 1—3 Telephone: 44-0-38,43-3-19, ab 6Uhrabds.l9-483,25-282 IX. Universitätsstr. 6—8 (Druckerei Stelnmam») Oesterreichisches Postspar* kassen- Konto Nr. 150.698 8. Jahrgang Die Lösung der Reparatunssrage. Mussolinis Ausgleichspolitik. (Eigendienft der »Mener Morgenzeitung".) MällM, 19. Mar. Räch j>er zweiten Uirtevredung ztvi- Hen Mussolini qrO den beWsHen Ministern! Thew frd wS Hy WO MS fl folgendes Cornmumque veröffent- W w.yrdält M heMHen WnWr Wtz MuKW sieRien fest, ZaK Md es« m NeMattonssrage tiß B-vjaH« pölitifcher Beunruhigung. Ä iMDtschaftlrch'Sr Krisen LAde. Sie MAO, daß WWW G diese Fwge NMV-erAiWch durch Anwerr-rmg des Expertenberichtes, He We Magnete VersiÜVdig-uugZgrWNds W-e darMst, zu Wrr, wenn die deutsche Regke- Wug tzi» UÄtwOWNseu! MaKuaUureu ergreift mch WGB dVrchfÜhrL. Der durch Me etwaige absichOHe MchtverMeHeit Deutschlands MWendeu Lage haben die WuWev ihre AuMerMMO Mli-mchMneMÄeKgKche ruteraLtt i xrte UeibgW 'Mtkuust erschewt Wen erxeWihar, Wenss eWM Men die jWSWmig einer iMMilerten KoNferD _ -^chmsmi^ MM der MernungsauMufH zivffcheK Ä Mti-ertm Regiermtgen sd west fMgeschrittär sei, daß man W xrner endMÜgen Vebereirckünft gelangen kön ne. , Die Se lg ische-y MWLftet •. und' Mit ff öliiti chschen ihr möglichst es tun, um unverzüglich den VxVerte»ber4chL zu verwirklichen. Sie anertemien auf jeden Fall, daß die Frage dev LnteraMlevte« Schulden mit der dollDMgen und endgültigen Lösung der Äoparatümtzftage> veMmden bleibt. Zu diesen Besprechungen fchreW 4M oWSse Agentur, W sie W in ZitW A^M8ktz8sre aufrLKtiger H'erzlichke-vt bewegt haben, daß der MeümngZaustausch Unter den Vertretern der zwei Regierungen zur Klärung des beiderseitigen Standpunktes in der Reparationsstage und' in der daran geknüpften Schuldenfrage geführt W. Die Mailänder'Unterredungen bilden den Höhepunkt der gegenwärtigen diplomatischen TTtrgkeit. Ihnen gingen die Besprechungen der belgischen Minister iuLondvnund Pari'§ voraus. Bon dem Ergebnis der Mailänder Unterredungen sind sofort Paris und London benachrichtigt worden. 'Mv den Hiesigen diplomatischen Kreisen spricht man von der Möglichkeit det Bildung einer italienifch-englisch-belgischen Einheitsfront in der Reparationsfrage, da man wissen will, daß Belgien sich dem italienis chhelgischeu Standpunkt! angeschlossen habe. Italien und die Schweiz. Es gibt keine TGner Frage für Italien. Mailand, 19. Mai. (Tel, d. ,Mr. Morgenzeitung") Mussolini empfing heute auf der Durchreise befindliche Schweizer Avurnallsten. In seinen Begrüßungswvrten führte er unter anderem aus: „Die Beziehungen Wischen dev Sch to: eiz und Jtä l ie n sind nicht nur hetAich, ste mussenchrüderHchsein. KleiW Zwischenfalle Wunen di« Freundschaft Wischen MKMdeu Ländern^ nicht stoven. Es gibt für Ztalren ke4ne De^ssi/ner Frage" Uebev die it alieuisch-belgisch e Mini st e rzusammenkuuft beftagt, erMvte Mussolini, sie Le-- deute einen wefentlichen.Schr.iLt nach vorwärts in der Lösung der NeParatisnsfrage, Masartzi genehmigt die Abmachungen mit Ztalien. MgeMenst der „Wiener MorgenzeibM^^ ' ' Rom, 10. Mai. .Gestern abends ist Dv. BeueW Uoch^ DizMen abgevöist, wo er dem Präsidenten Mas aryL den Löext der römisch« n Ab mach n ng e n zur Genchmiigung unter» M hat. .President Masarhk hat mit MensichtWer De-« friedrgnng deren Text gebilltgit'. : Die oiMelle „Ldb u n a", 'Äs d'W MfoMatMen bringt, fügt hinzu, daß die Kkanseln der Protokolle erst wach der Nntepzeichnnng veröffenMcht werden. ZU der Prülsung der zentraleuvopäischen Probleme stellten JtMen und die DschechojIlowalsi M, daß ihre Interessen parallel laufen und daß sich eine diplomatische und poWsche MitarbO als nützlich erweisen würde. Rom, 19'. Mai. Gn den Besprechungen Wischen M u s s o l i n >i rmd Dr. B e n e s ch ist auch das Datum für den o f f i z i e l l e n B e s n ch des Präsidenten d ev Republik, Masarhk, beim italienischen Hose für dm kommenden Oktpher festgesetzt worden.^ Hmiot in Paris. Beginn der Kabinettsbildung. (Gigendienst der ,Memr Movgenzeituug",) Paris, 19. Mai«' H e r r i o t wird für morM in /Paris erwartet. Bor Ablauf dieser Woche wird er von Millerand ins Elhsee berufen werden. Damit Leginen die üblichen Verhandlungen. Falls die Sozialisten rn die Regierung Eintreten,, würden nach Mit-, teilung des Pariser ,0di^ ihnen folgende PortcheMes zu> kommen: Alexander Varenne Jnneves,' Vincent Aw» riol'Finanzen, Paul Baueourt Krieg"oder Üntevricht, Mvntet Justiz, Leon Blum Aeußeve's. Sollte sich die sozialistische Partei für eine PoliK dev Unterstützung Otschließen, wird Herriot dem Blatte zufolge das'Ministerprasidium ohne Portefeuille übernehmen, das Änßennünistevium B r i a n d anbieten! Md P a i n j e v e eventuell ins - Kriegsministermm berufen. Mac Donald über den rumSnische» Kömgsbesuch. Keine formellen politischen Besprechungen, kein Vertragsabschluß. London, 19. Aiar. PreMiermm-iister Mac Donald ecklürte im UntechMs, beim Be-such des rumänisch>en KönigsPaares in London seien keine sormellen. politisch eit- B e f p re ch u nge n mit dem rumänischen Minister des Aenßern Duca geführt worden. Me inoffiziellen CrörterungLN Hätten einen ganz allgemeinen CharMer gehabt Und es^fei -w.eder ein Abkommen geschlossen noch eine Be re i n b a r u <n g ge troff SU woridem Mus zahlreiche Anfragen wegen der AW-ichKeitseiner propagaMsHchen T ü t i g T e i t d e r russische n D el eg a Lion i n L o n d o >N erwiderte Mae Donald, Ne ruMHe Delegation, weile in. einer freundschaftlichen Msiion in London und man dürfe annchmen, daß sie Nicht HaMnugen begchen werde, durch die die im Gang befindlichen Vechandlungen jeden Sinn veMren würden. Poimam MarrlWett. London, 19. Mar. (Tel. dev ,Mr. Morgenzeitung".) „Daily Herald" Kritisiert die Beharrlichkeit» mit der P o i n c a r e auch jetzt noch an M a c D o n a l d schreibe/ Diese Unterhaltungen seien nicht nur nutzlos, sondern sogar g e fahr l i ch für die Beziehungen zwischen dem Foreign Office und der neuen fva-nzösischen Regierung. „Daily Telegraph" äußert sich ähnlich. Die Blätter.behaupten sogar, daß die srauzösisch en Ra- . d ikal e n - dev eNKl i s ch e n R.egie ru n g vertraulich ihre Mi'ßbill^gLArg - des PorgHens.Pornoare mitgetM hätten. ' Obwohl- Maei Donald durch das BorgH'en Poineaves in eine heikl e Lage versetzt, worden sei, glauben die BMer doch, daß er eine Antwort finden werde, die der kommenden Pariser Regierung kein Mißtranen einflößen werde. Der gesunde MevschenverstMd —y. W i e n, 20. Mai. Den gesunden Menschenverstand nennt Herriot. der Sieger der französischen Wahlen, seine Leitlinie. Es ist auffallend, daß dasselbe'Wort auch in den ersten ErUärnngen Mac Donalds eine ehrenhafte Rolle spielte, noch auffallender,' daß der englische Ministerpräsident in allem, was er Zur Stützung des Friedens unternimmt, sich an diese Linie hält. Man ist in dieser Hinsicht nicht verwöhnt. Präzise Versprechungen sind bei Portefeuilleanwärtern so biMg wie die Brombeeren, und gewöhnlich bringt schon die erste Stunde ihrer TätiAeit das Kompromiß des ' gesunden Menschenverstandes mit seinem Gegenteil.. Dieses Kplnipromiß nennt man den Boden der gegelbenen Verhältnisse, und die politische Bequemlichkeit ist leicht - geneigt, ihn für heiliges Erdreich auszugeben, an dem man nichts ändern darf. Aber Menschen, die ans der ehrlichen Demokratie der Arbeit und des sozialen Schaffens kommen, haben wenig Ehrfurcht vor dem schlecht angewandten Konservativismus. Sie sind darauf aus, neue Tatsachen zu schaffen, neue Entwicklungsformen zu finden. Naturgemäß wehren sich die vorhin -genannten gegebenen BerhUtnisse bis auss Messer. Wer hat sie denn 'gegeben? Menschen aus einer vergangenen Zeit, •' aus. der nur Erinnerungen der schlimmsten^ Art zu uns führen, Menschen von einer politischen Erfahrung, die schon dem Krieg nicht mehr standgehailten hat und vor den Problemen des Friedens wie:S.chnee in der Sonne zusammenschmilzt. Niemals hättem 'diese ' Menschen zu denken gewagt, daß die PoliM'sozialen Inhalt bekommen" wird, daß sie mehr, als je die Ausführung politischer Ideen sein muß und daß sie ausgchört hat, ein ruchloses Spiel mit' der Machtfvage zu' sein. Sie ist heute vor allem eine Wsage an das Wutbesudelte Gestern,' und diese Abkehr vollzieht sich unter Kämpfen und Krämpfen, da das Gestern nicht gutwillig von Macht und Geltung lassen will. Mac Donald und Herriot sind Vollstrecker des neuen Willens der alten Demokratie, die sich nach schweren Krisen wieder auf ihre Aufgabe besonnen hat. Aber es ist die Demokratie frei erzogener BMer, die sich ihr politisches Recht erkänipft haben,- eine organisch erwachsene und fortgebildete Demokratie, nicht die des deutschen Volkes, die gelehrt und- Wutleer gebliebeu ist und die Scheu vor dem Gottesgnadentüm nie aiis den Knochen verloren hat. Es ist von den'deutschen Feldwebeldemokraten viel gespöttelt worden über die WollsackMonarchie in England und. über die französische AdvotatenrepMik. Aber die Blutprobe des Krieges hat doch gezeigt, daß diese Staaten besser organisiert und bündnisfähiger waren, daß'ihre Demokratie robuster konstruiert war als die eiserne Maschine des Großen Generalstabes. Nach dmr Kriegegeriet freilich auch dieses-System der Sieger untek den. Druck der Chauvinisten, der Söldner der Kriegsindustrie, lllbrr diese schlimmste Zeit beginnt zu weichen und nach den Berustlngen auf historische Mission, auf Reparationen, Sanktionen und auf Versailles hört man wieder gerne vom gesunden Menschenverstand reden, dem.es entspricht, daß die beiden Politiker auch für das, was heilte in Deutschland Aufbau, und Erneuerung sich nennt, Rechtfertigung in dem Vorgehen der Entente finden. Eswaren die Parteien der Reaktion und der Kriegshetze, die diesen Zustand begünstigten. Mac Donald hat nicht nt Worten, sondern in TaLen den Weg zu einer neuen - geistigen Erfassung des Problems - gewiesen; Herriot, der Manu,'-der als-erster'Franzose von-Nainen und Rang nach Sowjetrüßland ging, steht ans demselben Programm. Die Politik der F«rst hatabgewirtschaftet und der Mihler ' appelliert wieder an die von jedem Eisenfresser verhöhnte Demokratie. Deutschland hat es vorgezogen, diemagere demokratische Linie zu verlassen, unter der Führungdes Generäls Ludendorff sich von^Feind losznlösen und eine neue Offensive zu unternehmen. Die Bestrebungen dieser WaUsteger gehen - offen auf die Ausrottung der letzten RHe der Demokratie und auf hie Herstellung eines-Zustandes hin, der dem westlichen Pazisis- 'mus seine Arbeit umnögilich macht. englische Stoffe, Herren- und Damen wasche, Leinen, Teppiche, Vorhänge etc. 8Mb 1119 g s t im II.: Taborstraße 48 TntepCton 47-1-79 En gros En detail

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.