Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1888 (18.5.1924)
- Date
- 1924-05-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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< s,1 ■ i'Ar: •- Wien; Zum Abbolen in der Expedition,lIMTaborabr.l-3, . oder in einer VerschleissteU«^.^ (Trafik) monatl. K 35.000^!?* Strassenverkauf in Wien'' durch die Kolporteure der-f Pinna Goldschmiedt,I.Bez-'- Wollzeile 11. p Mit Postversand für Wien n*'-1 Oesterr. monatl. K 85.000. . -- ».q Ts c h e c h o-S Iowa k e Mon. K18. Jugoslawien:- Mon. Dinar60. Po 1 e n:Mon^ 3*/s Zloty, Deutschland:- Mon. Goldmark 4, F r a n k r., Belgien: Mon. Pres. 12;' üi3 Welt Muter Gittern T-? ‘Säüfc'Äi MM DSU* Nachzahlungen *3W bei PreiaerhohnngMi vorbebalteo Italien: Monatl. 12 Lire, Rumänien Mon. 130 Lei,1 Bulgarien Mon. 80 Lewa, Schweiz und das übrige: Ausland monatlich Pres. 4 Redaktion u. Administration, Wien, II., Taborstraasel—3' Telephone: 44,0-38,43-3-19,: ab 6 Uhr ahds.19-483,25-282 IX. Üniversitätsstr. 6—8 (pruckerei Steinmann) Oeslerreichisohes Postspar» kassen-Konto Nr. 150.698 Nr. 1888 ~ x Mm. Sonntag, 18. Mai 1924 k. Jahrgang UM Sic .Min zwischen Ncncfch und Mussolini — krlialtvna im lcdcurvcrttWc. - set Bcttwg « M (Eigeuhiensi der „Wiener Morgenzeitung".) Rom, 17. Mar. Dr. Benesch ist, nachdem er heute eine Vierstündige Unterredung mit Mussolini gehabt und auch vom Kardi nalstaatssekretär G a spart und vom Papst empfangen worden war, nach Taormina abgere-ist, um dem Präsidenten Masaryk über die Ergebnisse seiner Beratungen mit dem italienischen Ministerpräsidenten Bericht zu erstatten. Mussolini hat sich nach Mailand begeben, wo er morgen mit den b e lg is§ enMi niste rn! eine Besprechung haben wird. ^' ' We die Agentur Stefani meldet, sind die Besprechun- : gen zwischen dem italienischen Ministerprälstdenten Mussolini und dem tschecho-slowakischen Minister des Aeußern Doktor Benesch heute fortgesetzt worden. In den Besprechungen wurden Mussolini und Dr. Benesch über den W v r 1laut des Paktes über ein herzliche's Zusammenarbeite nberderLändereinig, um die Aufrecht erhaltung des Friedens zu sichern und die Verwirklichung stabiler Verhältnisse und der wirisKnftlicheu GesUKduug Eurgpas zu erstreben. ~ > Bei den Besprechungen wurde' auch ein offizieller Besuch des'Präsidenten Mafaryk beim König für den Oktober 1924'festgesetzt, ferner eine sofortige Zusarnuren!kunst v on Sachve.rständi'gen zu dem Zwecke, 'direkte Dar t f ß zwischen den boiden Länderuzu erstellen ünd eine Herabwrnderung der TransportgeWhren, unabhängig dom adriatischen Tarif, ans den Eistznbahüen der beiden WHer für Transitgüter und für den inneren Berkchr vorMehom.^ > Die Herden StaatSwEner anerkannten dis ZweckmäWkeÄ,! eine gewisse Stabilität im Regime des Adrrä-DarrLs I zu sichern und die Modalitäten süv dessen' AnwmdUng aus den Hafen von Fiume zu prüfen. SchlieWchl wurde auch ^darüber eine'Vereinbarung getroffen, wie ibchuWch der Erzielung eines Einvernehmens bezüglich des WentWs juristischer Personen vovgegangett werden soll, Der Inhalt des Vertrages. -; Rom, 17. Mai. Uebev den -italiemjsch^che^cho-s,loiwÄischeu Pakt hat Ihr Korrespondent JnformatMreu eiWlteu können. Ms Dr. Benasch um 8 IHv abends das Ltalienische Außenamt verließ, war dev Text der Konvention bereits fertiggeste'llt. Dieses neue diplÄmatischr Dokument, das allsbald unterzeichnet werden wird, hMelt sich: „Pakt der hergTirchen Mitärbeiit." An dem Schriftstück ist genau fixiert, welche Aufgaben die vertragschließenden Parteien! g e me infam zu löse n sich vovgenonrmen halben. Der Pakt der „HeiMchou Mtaübeit^ verfolgt den Zweck, den Friedeu aiufrechtzuerhaLteu. Md sich dafür einzusetzen, Laß die Ms ,Gr>und idepFrZeKey s-' Verträge geschissene' - " stW'- juridische und politisch Lage stabilisiert und Europa seinem Wirtschaftlicheu Wieder-, auf bau zugesührt werde. Zum guten Teil ist der Pakt dem im veiMngeney ZMer zwiMm JtaltL« jund. Jugoslawien ähnlich. Dieser MitarbeitspM hat mit dem sranzösischtschecho-siowaLischn Bündnis keine Berührung"sp-unkte. Denn das letztere ist der Stotwendigkeit der Regelung des deutschen Fragenkomplexes entspWngen, jener wahrt die Durchführung der Friedensverträge von Saint-Germain, ' i Trianon und Renilly. Wie evinnerlich, verpflichtet das italienisch-jugoslawische Abkommen bic. zwei Vertragsteile, sich gegenseitig zu Mtzen und ans die Erhaltung der von den Verträgen von Saint-Germain, Trianon und Rmilly geschaffenen Ordnung Md für. die Beobachtung der durch diese Vertrage übernommenen Verpflichtungen hmzuwilcken. Eine ähnliche Klausel ist auch in dem i'talienisch--tsche'cho-siowakislchen! Vertrag ausgenommen worden. Kr den Fall internatronaler Komplikattonen und falls die zwei Staaten es erkennen, daß ihre.Mmoinsamen Interessen bedroht sind oder' bckroht werden' können, verpflichten sich Pie zwei vertragschließenden Teile, gemeinsam sich über die zu.treffeirden Maßnahmen, zwecks Btztt.eidZglU'Ng . ihrer; be- L ro.h U>n.In iewejsifen ^W^'bepaitM^ So wich: . W zwischen Stöße» und dev: ,che^liche MiwÄritMertM^ PLe' Iwez MMM lMch zur «WrÄ-;= 11!,; I; Jfctittc« Kenttolita fWjM| ßuhven, falls einer der bevtxagschließenden Teile Von eimr oder von mchreven Mächten anMMen -wird, ohne den MKN pvovozieüi Zn haben. V.; ’Ta.;■ Die andeveN ArtiM LÄveiffen! die , Dane v dev Konvention, die, faW sie nicht ein Jahr vor dem Ver-- jallZtermm gekündigt Wird, sich von selbst erneuert. Weiter werden die BestimnMngen für den AusMusch der RatifNa-- twnSurkundett, dev in Rom erfolgen wird, präzisiert. Nach dem Austausch dev RatilMntionsurLundeu tritt der Vertrag sofort in Kraft- Dev Vertrag ist vovdeHaud nur paraphiert worden. Er wird bei einem spateren Besuch des Dr. Benesch, der sich.heute nach Taormina auf SizMen begeben hat, wo er den . BertMsentwuvf, dem Präsidenten Masaryk zur GenchmHMSunterbreit^ unterzeichnet'-werden, Mussolini und BenM' 'halben sich vechstichiet, den Text des Bevtrages sofovt näch der Untcvzc ,g dem zur Kenntnisnahme W 'übermitteln. ' ß Die ischecho-slowakischen Schulden au Italien.. Eine italienische . Quelle will erfahren haben, daß . es Benesch gelungen sei, die tfchecho-slo.wakische Schuld gegenüber Italien, die13 Milliarden T s ch e ch e n k r o u e -n betri-' "?ls, auf 4??!' "r i a r b c» hexabsujsetzem Keine Unterbrechung der RevarMonsvethMdlMge«. Ein zweites Schreiben Poineares an Mae Donald. -7- Die erste Sitzung des Eisenbahnkomitees. . Paris, 17. Mai. (Havas.) Zwischen der französi- ’(chcu und der englischen Regierung wird der Meinungsaustausch weiter fortgesetzt, um trotz der Aendemng der politischen Lage in Frankreich die Jnswerksetzung.des Sachberftändigenplanes nicht zu verzögern. Wie die Agenee' Havas erfährt, hak' P 0 i n eave sofort nach Erhalt des Schreibens Mae Donalds an diesen ein zweites Schreiben gerichtet, das gestern vonr Botschafter Saint Aulaire überreicht wurde.. > Dis• Repmati0mmijsi0u hat, ^nachdem -sie mit der Kriegslastenkonunission das Einvernehmen gepflogen hatte,, die e rst e S i tz ung des Komitees für die Organisierung der deutschen Eisenbahnen für den 22. Mai nach Paris einberusen. Die alliierten ReglerungM werden durch Le Verve und. Ae Worth, .Deutschband durch,V0gt und.Bergma nn vertreten sein. Le Verve und Staatssekretär Bergmann hatten heute vornrittags ihre erste Unterveidung. Wie das Reuterschs Bureau erfährt, wünsche Mac D 0nald nicht,.daßder Plan einer Zusammenkunft der Miierten,. scheitere. 'Er hege. den Wunsch,. selbst. nach Mvis zu fahren, umimit dem neuen französischen Mimsterpräsidenten zusammenzutreffen, da die Schwierigkeiten, denen sich dieser gegenWerestehe, größer seien als seine eigemn. ' Aus dem Zuhalt der heutigen Nummer: Irrwege der Forschung. Bon Dr. Germanus Agrieola (Münchm). Der Ausweg aus dem Börsenmarasmus. Bon Dr. Michael , Sussan. Armut. Bon Franz Molnar. Aus Heinrich Heines Studentenzeit. Bon Prof. Dr. Wist Helm Stein.. Die kleinstm Sonnen und ihre Planeten. Bon Dr. Adele Wiener. „: Luzern. Von Artur Silbergleit. " Das Geschlecht der Völker. Von Walter Finkler. Aus dem Tagebuch des Berl Sträselmann. Von Jakod Ärausz.;.;■ :.i Deutschland sur Poiumre. -y. Wien, 18. Mai. In Frankreich beginnt sich die politische Maschine bereits aus die neue Situation umzustellen. Die Demokratie hat einen großen Sieg errungen und sie geht nun daran, das Terrain für die zukünftigen Mionen zu sondieren. Herr Poincare hat sich von dem euAischen PreMiermlnister in einem, „herzlichen und freundschaftlichen" Schreiben verabschiedet,,Mac Donald hat „herzlich und sreundschaftlich" geantwortet; so ist unter eine Phase der internationalen Politik ein kräftiger Schlußstrich gemacht lvorden, der nur dadurch seine über'den konventionellen Akt Hinausgreisende. Bedeutung erhalt, daß Poincare die rasche Erledigung des' Sachverstän- Higen-Gutachtens und der damit verbundenen Verhand- . sungen dringend ernpfiehlt. BorTische las man^s andevs. Die Wähler, haben viele schöne Konzepte verdorben und ausgesprochen, daß.sie. hi^ diplomatische PöschiMckMt Mlr äls dienendes Ement. gM lassen wollen. Diese kräftige Aeußerung eines gesunden demokratischen Willens konnte emstzveilen. nur vorbereitend wirken. Aber sie ist doch das Ergebnis ^geistiger Giuflüfse, die schr bedeutend wären urck.nicht so von ungefähr, entstanden sind. Die Gewaltpolitik des von. den Generalen, Monarchisten und sonstigen Reaktionären überlaufenen Poincare tvar schon seit einem Jahr der Angriffspunkt einer sehr, konseguenten und «rasch . anwachsenden Opposition, die in der Kammer dev Frontkämpfer immer wiÄer medevgestimmt wurde, aber gerade deshalb an Schlagkraft und Ansehen 'gewann. Sie hat jetzt durch ihren Sieg den Anschluß anldie Gedankenwelt Mae DonaDs gewonnen, und wenn "sie auch nicht die politischen Ziele Frankreichs zu ändermgeneigt.- ist, so wird sie doch den Weg zu VerhaMungen kaum, so? leicht durch Me der Gewalt Verleger^ ' Freilich ist damit zu rechnen, daß der kommenden deanokratischen Regierung, mag sie nun-HerriotL.oder. Briand leiten, ihr, Amt. durch das; kommerche deutsche System erschwert, wenn, nicht gar unmöglich gemacht werden wird. Einsüveilen herrscht in Deuffchlayd ein fast unentwirrbares Chaos. Die Regierung übersieht die Situatton nicht mehr..Sie hat am Freitag eine hochgemute Erklärung erlassen, sie. sehe keinen Grund zur Demission und werde sich auf die Mehrheit der Mittelparteien stützen. Diese ErMrung war KvÄs Stunden nach ihrer Abfassung schon zerbrochen, und der entscheDende Beschluß kam von der Partei Stresemanns, von dev deutschen Bolkspartei, die das KoalitionskarteN nicht mehr erneuern will. Dies wieder ist die Wirkung des deutschnaüonalen Ultimaüttns rrach Rücktritt des Kabinetts. Es wird darin der Regierung das Recht abgesprochen, bindende Verpflichtungen im. Namen des Reiches einzugehen. Die. Deutschnationalerc 'weic^u einer definitiven Stellungnahme zu den Sachverständigen-Gutachten aus; sie setzen ihre Politik der Sabotage des deutschen Ansehens, fort, weil es ihnen vor allem darmn geht, die nach dem mißgliickterr Trontrnelstuer auf den.Franken.eingetretene Wirtschaftskrise politisch zu benützen. Je wilder die Panik, um jo. besser für sie. Sie . wollen eine Stimumng der Verzweiflung l schaffen, die alle Handstreiche, begünstigt, uud es muß > schon,schr arg stehen, wenn das ZentvnmSorgan „Germania" aufdiese Gefahr aufmerksam macht und 'gye'un die preußische Regierung-ausdie unheimliche Ueber:-»- stimmung der gegenwärtigen Agitation mit jener englische Stoffe, Herren- und Damenwäsche, Leinen, Teppiche, Vorhänge etc. mr bitgigsft im Mmim 1 II. Taborstraße 40 Telephon 47*1*73 En gros Er dataii