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Wiener Morgenzeitung · 1924-05-17 · Heft 1887 (17.5.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1887 (17.5.1924)
Date
1924-05-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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nnsdmnnnerKl20D Wien: Zum Abholen in der Expedition» II^Tabor8tr.l-3t o der in einer Verschleisstelle (Trafik) monatl. K 35.000 Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied*,l.Bez„ Wollzeile 11. Mit Postversand für Wien, n. Oesterr. monatl. K 85.000 Tschecho-Siowakei: Mon. K18. Jugoslawien: Mon. DinaröO. Polen: Mon. SlL Zloty, Deutschland: Mon. Goldmark 4, Frank r., Belgien: Mon. Frcs?12 (MT Naebaablungen b«i Preiierhöhunjjen Vorbehalten •v\\sv;.5> Pol en:polu.Hlr.350.006 Italien: Monatl. 12 Lire, Rum a n i e n Mon. 130 Lei, Bulgarien Mon. 80-Lewa, Schweiz ond^dasiuhnge Ausland monatlicheres. 4 Redaktion u. Administration Wien, 1IH Taborstrasse-T—3 Telephone: 44*0-3^43-349, ab 6 Uhr abds.l9-483,2!£2&2 IX.UnI versltätsstr;6—8 (Druckerei Stelnmaim) Oesterreichraehes Postspar* kassen-Konto Nr. 150.698 HBBHI Nr. 1887 Mm. Samstag. 17. Mai 1924 6. Fahrgang Aalienisch-tschecho-slowakWe Hamonie. > r>e «men d« sveruiEnn. Der Weck der Romreise Sr. Benefch': Abschluß eines politischen Uebereinlommens. (Eigendienst der,,Wiener Morgenzeitung".) Rom, 16. Mai. Der Außenminister der tsche'cho-slowakischen Rchüblik Dr. Bene sch ist gestern abends hier eingetroffen. Wie die Aigenzia Äefanr meldet, hüt Ministerpräsident Mussolini heute vormiitaigs Dr. Benefch enwfangen. In der Unterreduna. die eine Stunde dauerte, wurden die Leide Länder interessierenden Fraaerrp olitifcher, Wirtschältlicher und slrnaüzr'elkeL Natur besprochen. Die Unterredung, die den .Charakter größter Herzlichkeit trug, führte cknr FMtellum der Gleichheit der politischen AnWaUungen Leider Länder bezüglich der -L a g e in Mi t tr l e u r op a und in vielen anderen damit MsammenMnaenden geringeren fragen. Weitere BespreUUnige-n werden beute und morgen folgen, um die Verernbarumen aenauev zu bestimmen, zu denen die aillt ge meine Orte.«-, tierung der P/oliti-k der beiden Regiemngen Anlast geben wird. ' . . Dr. B enesK-hät in^den heutigen.. NachmrttagsstM» den die römischen^Zoiurnalisten -empfangen und Wen Len Weck seiner Romreise Mseinanderg^e'ßt., Er betonte,, daß er nach Abschluß der Friedensverträge-.zum LMen Wale, nach! RyrN komme, wo er zum zweiten Mtlu' M MüsMni zusa'mmentreffe. kommen» Äst, ich wäre aber ubeivaiüs MMch, menn die Dschecho«SloIwaLei diesVin. Mbikoimtmeu beitreten könnte. Die Fragen, die rHKnit Mussolini zu besprechen habe, sind zweierlei Art, Politische und wirtschaftliche Fragen. Die politischen Fragen lüsten ffchin vie^Hauptpüllkte 1'. Erhaltung des Friedens im Sinne der Frie-denslegenheit Standpmckt beglich der Äüslegung ^d'er Ftiedensverträgs (Dh<4ltt D{iÄYlA1V!MM''<9YA¥Ai4) .SYTlS^i. und über unW^! bWklv''MHgMrkonnten damals feststMen, dast -unser beiderseitiger Standpunkt übereinstimmend der BevbachtnG uW DÜrchWAnss^eitz Mir liegt es daran,. chr WntWen MAyuW ML ÄMtnis zu briMN, WMede, Mtunst gegeKev MirMis eine WschwenMg'M« SchWünkuMn hat in mir den,.W,unsch austoNPlen Wen^MMMG-Wte' zu besuchen. StzAÄWP' Mltzm. FDeL -N W MWrp, des, für uns We MWW MAgM vMMMn, M ein FwUjNdMjftsMt Wischen ItDien und Jugoslawien ist a'bgeiMosten wMen. W Lin, MGM U W 2. Erhaltung der Ordnung 'in MMeuropa, Ivoibei -wir u'nsererseits. M. einer forffchreitenden Besserung der Betzrchuintzen'WKnstren MWabn beitrügen wollen. 3. Falls eventuelle MnslEte oder Schwieriigiksiten in Mitteleuropa entstehn! sollten, konnten Italien und die Dschecho-SlowakeiMonj henle^ einige' Abmachungen treffen, Mrch drei sie sich.veiMichtech'.jeder in seinem eigenen --klßiW zur Schlichtung dieser MnWte Md zur BeMuing der SMÄetigkeitM bei- FUtNWN, % Da dev iMmiischAngopMisHe FrmndWMM eine vMogenej TdWAs W, wiirnschk M Dschecho-Slowalköi, WÄchL^ olWHeM"mit'MMsM!ien veMMt, andererseits miLWWIHmWötD, hMem WmoHWn UelbevänklMnen'-M eWm / MkoiumW,.Ms Ml WpwcheM/l^Wmng, Form - .und Mulreter^. -M 8$ WM-UWWwÄ MHeMiMs - in- : .. '■ QTiit? (Klal ^r Mit .. IW geAnke wie mit W, WMr^W8W^MHaMölt.'sich uin zwei ^fchWMtz WWttHs< M ÄsKHoMwüikel desrI WWWM^ an den^WmaKngen, die ien imit ebenso kann . WaHn -der Sonderd ertrag ^nMWerestieM! verMMer-'MHchLN'^Me anWvängt Keim NattonMemng der englischen Bergwerle. London, 16. Mi. Das ILMMms hat eine .Geseßes-, vorbrge betressenv. dre Mtionalistemng dev Bergwe^e ntit. 264 gegen 168 Stimmen - aWabeHHik, > Dkd Liberalen stim>mt0ü /Ws Mr^ teils tzegsn? Äö WWg^ÄH Regierung Halte, obwohl sie Ew Grunde der Vorlage^, günstig gegonÄberisteßk, keine Verantwortung Mi sie C Bombemttentat gegen de» chinefischen Außenminister. Peking, Ich Mai'. An der MGmmg des Ministers'des Aeußeru W e l il i ng>t o n K o o eWodievte eine B o m b e, wodurch drei VedienMe verleH wurden. Ab 1. Zuli MMlinlunü. der klnwauüer««», in Amemil. Washington, M Das, RKHeMntenhiMs W mit 308 gegen 5A SWisttD W WkM GWvMWW,,dwß EinwaudeMNigsMHHnWHlk'H der MDttWüchj Wey den AusschlE^d'er!FapaMr Wt 4n Ktrast treten zst lästem Der Senat hat den Antrag gleichfalls mit 69 gegeir- 9St-inMen angenommen. soll diesmal für iMner aufgeMm^werden. Alle zwischen Prag Pnd RomWoch in SchwW befindlichen Fragen, Wen '^nWHg' geMe.lt KerderL . Poinrarer Abschied vo« Mar DonÄd. . (ErgerMnst der ,Memr Mbchentzeitnnlgki.) Paris, 16. Mi. Poineare hat an den Premier- MinWex Mae Donald ein längeves, in herzlichen Md enjtglegLNkWMenden Worten gehailtenes persönliches SHK'LM^in MichDt, in dem'er aus den gegenwärtigeirt StanÄ Ife; VerhünMingen verweist und seinem Bedauern Ausdruck Mt, daß dle'lZwrsMMpLurG in CheqneiS^KwgytzMU.Aew-oLden sei. Er HM.fD, daß W iiMEiDÄes/fMM^ u s 'G r un dlag e d eL ei n m iut Z g ' a-ug e u pW «menen S a chverstaU'digengutachteNs erzM werden körM. Das Schreibenpräzisiert die eventuellen Bestimmungen dieses 'Abkommens und gibt dein Wunsche'Ausdruck, daß das R-epLrationAProbil'M-'im Interesse des Wiedevausbaues Megelt werde. In bezlH auf die Ruhrsrage wünis Wineare, daß den gegeniwiärtig riA-dev Plorbereitung der UiMwanMng'der GisonVahnvegie betrauten Fachleuten ein gew/Dher SPWAriaMni-Igelastivn,werde,'-damit ihre Arbeiten die VeÄvWi'chung des SachbeLftändigenbevrchtes ohine Zeitverlust ermöglichen, soMd der Augen-« Mck'hievfür geßoMMN sein werde« DMsiSchreiben wurde gestern durch den Botschafter Sain^Mulaire über- PvemieMinistev.'Mae- Donald hat v o rg e st c rn m e^eit <=' P v | n e'a r e - ein - in 'j besonders 9ns Ualienische Königrpaar iu London. Lsudo«, 16,'Mi. Das. italienisch'.' Königspaar wird' am"21, d« ini- LMdM HiWHon, . ' i' sEndschüfilichen . Ausdrücken Mesaßtes Schreiben gevichtech Worin er sein lebhaftes Bedauern darüber ausspricht, daß die Zusammenkunft in Cheguers nicht stattfinde, Das Schreiben ist Poineare gestern überreicht «worden, nachdem der Brief Poir'.earcs an Mac Donald bereits obgegangen -war. —7. Wien, 17. Mai. „Wir müssen bei uns Ordnung machen", sagt Bundeskanzler Dr. Seipel in einer Betrachtung über die Wirtschaftskrise. Er unterscheidet zwei Etappen der Spekulation, die diese ungesunden Verhältnisse erzeugt hat: die Spekulation aus den Sturz der Krone, die durch den Beginn der Sanierung ihr Ende fand, und die Spekulation in Effekten, die nunmehr ihre WirkungenLeigt. Der Kanzler sicht eine dritte Etappe kommen Ä er warnt vor ihr. Mit wenig Optimismus. Die jungen Leute von heute seien auf den Geschmack des leichten Verdienens gekommen und sie lebten der' Hoffnung, als geniale Spebtlanten, wie so mancher andere, ihren Weg machen zu können. Sie seien in prosaische und IveMche Dinge verrannt, die nach der Sanierung der .Seelen schreien, nach der Wiederaufvichtung der Idealen. Die Situation des Staates ist sicherlich eine-M-ßerordentiich ernste geworden, so bedrohlich, daß die Ausbietung aller Kräfte notwendig erscheint und daß sich vor allem die Parteien des Nationailrates damWöeschLstigen müßten, der Bevölkerung Mut und Aufmunterung zu bringen. Das Bedrohliche liegt weniger in den tatsächlichen Verhältnissen, als viemehr in der allgemeinen Mutlosigkeit und in einer gewissen moralischen Schwäche. Die Lasten der Sanierung waren außerordenMch schwer. Aber sie wurden doch gÄuMg ertragen, weil man im. Dunkel des Sanierungstunnels das Licht besserer Tage schimmern sah. Man. wußte,, daß . auch bis dahin noch schwere. Zellen zu . erLu-Wen sein wüchen, Äber doch nur KoiDlikätionen, die aus der gegebenen Sachlage fließMi uüd von der 'österreichischen BevALerung seWst kontrÄrerk werden können. Der . Niederhrüch der ^an'WspMlänten, der von außerhalb Oesterreichs liegenden' Momenten bestimmt wurde, hat alle besseren Energien gelähmt. Es ist dankenswert, daß der Bundeskanzler die eWge Sachlichkeit der -Regierüngsatmosphäre durchbricht. und der KopWngerei entgegenzuwirken trachtet. Es ist aber . doch so, daß in solcher Situation Strafteden, ihren Zweck verfchlen und daß die Zielpunkte einer Remeduv klarer uMMeben werden müssen. Insbesondere ist der tziMeis auf den Nachahmungtrieb des Gpielens, den die Jugend besitzt, nicht soohne weiteres zu akzeptieren. So rvchtig es ist, daß die Bereichemng ermger geschickter ^Hechte im KarpSfenterch auf schwache Seelen wirkt, so ist doch zu sagen, daß die Jugend karmr andere VorbWer findet, an denen sie ideales Streben und seine Belohnung studieren kann. Dieser Jugend ist nicht gesagt worden, daß die Republik aus seelische Tugend gestellt sein muß und daß sie nur im wirtschaMchen und politischen Frieden gedeihen kann. Seit die RePuW besteht, hat die Jugend an WirtschaMchen Parolen nur. das „Bereichert euch!", an politischer nur die Predigt des Hasses gegen einen Teil der Bevölkerung vernommen. Was Wunder, daß sie diesen Wegweisern folgt, die auf der einen Seite zu mühelosem Gewinn,. aus der anderen Seite zur Romantik des Verschwörertums leiten! Der Wert der ehrlichen Arbeit ist dieser Jugend kaum je' vor Augen ^geführt worden. Sie hat das große Sterben \ des Krieges gesehen und ihre Kenntnisse vom Leben dahin erweitern können, daß die Schuldigen nicht bestraft wurden, daß sie sich nach kurzer Frist wieder in die Macht setzten, und ihr Streben daraus richten konnten, die Uhr des Geschehens zurückzustellen, die erschütterte Autorität wieder zu festigen, und Rache an allen zu nehmen, die ihnen ihre Götzen gestürzt hatten. Als ob dies nicht Folge des grausam waltenden Schicksals der logischen Entwicklung gewesen wäre. Keine Regierung, keine. Partei hat sich dieser Vergiftung der Seelen'widersetzt. Ungescheut wurden Mordwaffen verteilt, wurde der Pogrom gepredigt, die Rechtsbevaubung eines Teiles der Bevölkerung als politische- SWom ausgegeben. Was der Krieg zerbrochen halte, die Vormacht der Geburt, des Besitzes und der Autorität, das kam wieder als ideales Ziel zur Geltung und riß einen Teil.' der Jugend - mit sich. Derandere spielt« und verspielte. .; '' Und wenn man auf-dk Anfänge dieser Entwicklung zurückgeht' — was war denn der Krieg, den mar in- Oesterreich anzündete, anderes, besseres, denn eil fteches Spiel mit dem- Leben und Gut, mit der Arbei. ' und der Kraft der Völker?-Kein ethisches Ziel war aus gestellt worden, um das'es sich zu steMn und zu hun

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