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Wiener Morgenzeitung · 1924-05-16 · Heft 1886 (16.5.1924) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1886 (16.5.1924)
Date
1924-05-16
Page
Seite 6 (sequence 8)
Language
German
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* ■'TTV •' .m*, Serichtssaal. 9k f elfte im SchrÄergarten. HA- «Wchümockprozetz Ritschel vor den Geschwornen. De« Mord im dem Cftubetttoit Stoumchev, dessen ‘ der Täter zerstückelt und in einem Schrebergarten veri httt, bchchäftigte gestern das Schwurgericht. Der 1902 ik Stockevau gwonte MechaEevgehiffe Gmtckv Ritschel hat lsich weMrr BeNbrechvns des meuchlerischen Raubmordes -M veranAvorten. Ritschel war nach der Twt ans Wien flüchtig igüvockwn, hatte sich nach Rumänien begeben und wurde erst lange« AuMcherungsv-LvhanlÄunMn nach Wien überstellt. Cr hatte in BuLarelst, wo seine Schäftung erfolgte, M volles Geständnis abgelegt. Bor dem hieisrgen Untersuchungsrichter KllchÜe er seine Tat abtzuschwächen und behauptete, er seinüt Stockacher, dem er in der Wohnung seiner Mutter-ein Zimmer vermietet hckte, in Streit geraten und habe ihn, als Staudacher Mit einem Rvsievmesser ans ihn losKng, im Zorn epschlagem Die Anklage vertritt Staatsanwalt Doktor Fur'ler, die Verteidigung des Angeklagten hat Dr. Körnet übernommen. Die AnVagüschvfft emählt: Auf Grund einer Zeitungsaunonte, daß ein schon mablierbes iKMnett -per sofort an besseren Beamten oder Ausländer zu vermieten sei, erschien am 19. Oktober 1922 der 33sLhrige Student der Technik Robert Staiudncher im Homjfe, 10. Be;., Rateuhofgasse Nr. 166, und wunde dort von Gustav Ritschel, der sich «Ls Wichnnngsttchaber bezeichnete, mit besonderer Freundlichkeit «Mangen. Skurdacher mietete das Zimmer. Am Menp des 21. OWber besuchte Staudacher mit ennrgen Fremrcken eine Liedertasel und dann noch ein Kaffeichaus. Er euzcchlte seinen Freunden, daß ihn der Vermieter, ein junger Bmrsche, ausnehmend fveuMich ausgenommen, am Abend mit Hm -Schach gespielt und ihm sogar am Maugen zmn Frühstück einen Tee verabreicht hatte, wiewohl darüber nichts vereinbavt worden, war. Ritschel erzählte auch noch, daß seine A-utter in zwei Dagen vom Semmering nach Hanse kommen werde. Am 1 Uhr nachts trennte sich Staudacher vor! seinen Freunden und wurde sicher nicht mehr gesehen. Als mehrere Tage vergingen und Staudacher seine Bekannten nicht mchr aussuchte, wurde am 11. Nrwember die MgäuaiAcitscmzeige erstatt e-t. Es kaur hervor, -daß Ritschel einige Tage vor Vermietung der Wohnung an Staudacher aus Berlin zurückgekehrt war und sich seit dem Verschwinden des Studenten einen neuen MantÄ und eine goldene Uhr. kaufte und über größere Geldmittel verfügte. Äm 26. Oktober hatte er sich ein Visum nach Rumänien -und nach Ungarn gelöst dnd.ist dann nach Bukarest a'bgereist. Als dann noch bvkMnt wurde, daß der Angeklagte im Schrebergarten seiner Mutter Ecke Hilfreich- -uüd Angettgasfe Grabungen vorgenommen hatte, entschloß sich die Poltzei, in dmr Garten Nachforschungen anzustellen? Es wurde sofort an der von einer Hougin bezeichnten Stelle nachgögraben Md man stieß in emer Tiefe von zirka einem Meter auf die Leiche Sümdachers. Sie war mit einem 'Stricke derart zusarmnengeschnurt, daß die Knie Äs auf die Brust hinÄufgetzogen imd die Unterarme und Unterschenkel an die Obevschemel angebunden waren. Ueber die Unterschenkel war überdies ein Sack gewunden. Durch die Obidtcktion wurden .schwere Schädelverletzungen nachgswrasen. Auch fand Mi einen aüs einem Sacktuch gebildeten Knebel tief im Rachen des Getöteten. Es wurde sestgestellt, daß Ritschel Var der Abreise nach Rumänien über italienische Lire verfügte uüd daß dem Stau« dacher allmonatlich von seiner Mutter Ärrsbettäge aus Bozen zugesandt wurden. In Bukarest gestand Rivschel die Tötung des Staudacher sofort ein und goib auch zu, daß er dem Studenten während des Schlafes den Schädel zertrümmert habe. Irr Wien stellte er den Fäll als Owtwchr dar. Bon den HabiseUgMten des Geröteten habe er nur einen kleinen TeÄ an sich genmmnen und den Rest verbrannt. Die Anklage bezeichnet diese Verantwortung als gang unglaubwürdig. Es wurde durch eine Zeugin sestgestellt, daß Ritschel schön am 21. Oktober, als Staudacher noch lebte, die Grube aufgeworfen, in der dann, d ict Lerche gesu n,den wurde. Die Gerichtspsychiattzt ' bezeichnen Ritschel als einen geistig gesundem inirellektuell gut begabten und äußerst besonnenen 'Menschen, der die Tat bei klarem Bewußtsein 'begangen hat. Der Angeklagte ist ein mittelgroßer, schmächtiger Bursche, der mit seinem bartlosen Kindergesicht noch jünger aussieht ap er ist. Nach Verlesung der Anklage stellt 'der Verteidiger den Antrag, den Angeklagten ärztlich untersuchen zu lassen, da er; an offener Tuberkulose leide. Ter Angeklagte erklärt sich für nichtschüldig im Sinne.der Anklage und gibt eine Schilderung seines armseligen Lebens. Im Jahre 1920 hätte er einen Selbstmordversuch vchübt,'dessen Grund er nicht angeben will. < -Präs.: Sie haben ein Inserat in eine Zeitung eiuge- - rückt,-worin Sie einen Miuw für ein Kabimtr suchen.' — Der Präsident verliest dieses Inserat. Er zeigt dem Angeklagten dcu hu Original mit Bleistift geschriebenen Zettel, der am Aynoücenschalter von Ritschel abgegeben wurde. Präs.: Warum haben-Sie sich denn Riedl erstatt Ritschel genannt? — Aygeklagter (verlegen): Wegen meiner Bekannten. Ich ha he nicht wollen, daß man weiß, daß :ch daß Kabinrtt vermiete — - Präs.: Es ist ja keine Schande. Im übrigen haben Sie in. der Voruntersuchung geleugnet, daß Sie sich Riedl anstatt; Ritschel genannt haben. Und warum haben ©ie einen besseren Beamte.!, oder AuLiä.lder gesucht? -- An ge kl. Weil doch die Wohnung oft allein war und ich jemand Vertrauenswürdigen - haben wollte. -- Pr ä i : Alia r:n Ausiänd'r ist b-sonders?:rrrauensrvürdrg. Ich begreife auch gar nicht, wie Sie diefts .siabinert vermieten' konnten, da sie ja doch nach Rumänien gehen wollten und bis zu Ihrer Abreise nur wenige Tage verstreichen sollten. — Angekl.: Ja, bis mein Paß in Ordnung war.- —Präs.: Und da wollten Sie die Wohnung ganz allein lassen? Wußten Sie. wann ,Jhre Mutter, die am Semmering war. nach Hause zuvuckkehren würde? — Angekl.: Nein. — Präs.: Es ist doch sonderbar, daß Sie nicht einmal eine Postkarte an Ihre Mutter geschrieben haben, um sie zu fragen, yb sie mit der Vermietung des Kabinetts einverstanden sit. Sie iilußien doch daran denken, daß sie sich dafür bedanken würHe, daß Sie in ihrer Abwesenheit das Kabinett vermieten und nach Rumänien führen. — A ngokl.: Es hätte zu lange gedauert, bis ich eine Antwort von ihr bekommen hätte. — Präs.: M. hören Sie. vom Semmering? — Der AwgMagte schweigt. ' Ritschel Wkderie sodann de-n angebliche» Zusammenstoß mir Staudacher, der sich folgendermaßen zugetrageu haben soll: Beihe sprachen über poetische Fragen mitewander, Ritschel 4t* klärte, er sei KommMist, worauf Staudacher sich scharf Mr die Bolschewiken äußerte. Ritschel verteidigte sie imd jener j.igiel - *****" Wrenee MorgetitzeMtts.^^ Mitteilungen aur dem PMikum. " ■ "" —.. .111 Parfümerie „LORRflIH1* Savonnerie 1 Führende Marken: Cau de Cologne Russe Eau de Cologne Chypre Cräme Lorignon Creme Lorignon-Chypre Lorrain-Tolletteseife, Badeseife, Speikseife Alleinetzeoger der e i>n Rasieraeifen in Stangen bcstbekannten ••wflDflVlIn und WOrfeln Wien, XX. Taborstrasse Nr. 93 ---Telephon Nr. 4M<65 ..-1 ..: -- - ■■ . . -M Sie find ei» Trottel, Sie sind uodj zu jung, um das beurteilen zu können. Wenn Sie das mitgemacht hoben-wetden, was ich mitgemacht habe... Darauf habe Ritschel geantwortet: SchlieWch habe ich auch schon etwas mitgemacht. Das Ende war. daß er ihm Lausbub zugerufen habe. Ritschel sei darüber heftig geworden und habe ihm etwas an den Kopf geworfen. Bors.: Was war das? — Angekl.: Ein Buch oder vielleicht war es das Schach. Da hat er mir nun einen Stotz gegeben. Wir haben augefangen, miteinainder hermnzustoßen. Da habe ich ihm eine Ochrsieige -gegeben. Darauf ist er in sein .Kabinett getürmt und ist mit einem Papiermesser herausge* kommen. Ich rief ihm zu wenn er mir in die Nähe komme, schlage ich ihn nieder. Ich habe nach dem Gewehr gegriffen, das 'dortstcmd, und wie er auf mich lossprang, htche ich ihn mit dem Gewehr erschlage». Der Vorsitzende appelliert an den Angeklagten, ein offenes, reumütiges GestLudniS abzulegen. Angekl. (trotzig): Es wäre lächerlich, wemr ich hier Tatsachen Meugnen wollte, ich spreche die Wahrheit, ich brauche mein Gewissen nicht zu erleichtern. . Da der Angeklagte mehrmals einander widersprechende Aussagen macht, rügt dies der Vorsitzende. Ms dann der Staatsanwalt Fragen an Ritschel richtet, verweigert dieser des öfteren die Beantwortung. Der Angekla<üe gibt schließlich-an. er sei sin Mcrichau.se schlecht behandelt worden und habe sich viel aus der Straße herumgetrieben. Ueber den billigen Mietzins befragt, teilt er mit, das Kabinett sei dürftig möbliert und der Zins daher ein angemessener gewesen. Das Gutachten der ärztliche» Sachverständige». Der gerichtliche SachverstäMge Professor Haber da sagr aus. der Zustand der Leiche habe den Eindruck hervoraerufen, daß der Mörder den Transport durch die Fesselung möglichst erleichtern wollte. Der Tod ist durch Zertrümmerung der linken Schädcldecke mit einem breiten, stumpfen Instrument erfolgt. Durch die Schläge muß Staudacher sofort bewußtlos geworden sein, wenn auch der Tod nicht sofort eingetreten ist. Im Zustand der Bewußtlosigkeit, ist Staudacher dann mit' seinem Taschentuch geknebslt worden. Ein Kampf scheint nicht stattgefunden zu Hecken, denn es wurden auch keinerlei W-- WehrveÄetzungen konstatiert. Auch der muskuWse Körperbau des Toten spricht gegen die Annahme des Kampfes. Es ist die. Möglichkeit vorhanden, daß Staudacher während des Schlafes ermordet wurde. - Es wurden sodann einige Kollegen des - Ermordeten verriommen, die übereinstimmend Staudacher als friedfertigen, gutnrüttgen und ehrenhaften Menschen schÄdevten. Alle halten es für gänzlich ausgeschlossen, daß er sich mit einem Messer gegen den Angeklagten gewendet hacke, wie es dieser in seiner Verantwortung angibt. Staudacher hatte als Athlet (er war routinierter Sportsmann und Durmr) sicherlich nicht nötig gehabt» sich des viel schwächeren Angeklagten mit einem Messer zu erwehren. Der Zeuge Franz Schiller gibt an. Staudacher habe ehren.wertvollen Brillantring sowie eine goldene Uhr besessen. Dann agnosziert er einige Effekten, Kleider und den ReWoffer als dem Ermordeten gehörig. Seine Frau Therese Schiller bezeugt, daß Staudacher ein gebildeter, netter Mensch war. Auch sie hält ihn des vvm Angeklagten behaupteten Vorge'hens für unfähig. Staudacher habe sich seit seiner Rückkehr aü§ der Kriegsgefangenschaft für Politik überhaupt nicht interessiert. Die Zeugin erklärt ebenso wie die anderen, daß der Töte einen wertvollen Brillantring besessen habe, der nur sehr schwer dom Finger a^ustreifen war. Dieser Brillantring sei vevschwunden. Schließlich werden mehrere SchreberWrtner und deren Frauen einvernommen, die rckevoinstimmend aussagen, - sie, hätten zur kritischen Zeit gesehen, wie der Angeklagte eine - Grube gegraben höbe, die ziemlich tief und bveif war. Diese Grube befand sich an derselben Stelle, wo später die Leiche ausgefimden wurde. Ms sie Ritschel' damals fragten, wozu die Grube dienen solle', habe er ihnen erwidert, er pflanze Kartoffeln. ' Born Vorsitzenden befragt, was er auf die Zeugenaussagen zu erwidern habe, antwortete der Angeklagte, er habe, seiyer Verantwortung nichts hinznzufügen. Die Bechandlung wird heute fortgesetzt. Das Urteil wird in den späten Abendsttind'en oder Samstag vormittags gefällt werden. Ser Prozeß fiarngo. ' Agram, 15. Mai. <Tol. bet „Wr. Morgenzevlung".) Der RäU'berhaupLmann Caru^a ist am zwÄten Tage seines Prozesses, der sich gegenwärtig in Esseg ahsprelt, ganz nmgefällen. Während er bei Beginn der Verhandlung sich einest gewissen Nimbus dadurch zu verschcfffen suchte, 'daß er sich als der bluirünstiigste Räuloer aller - Zeiten darstellte, hat er sich jetzt aufs Leugnen verlegt - und will keinen einzigen der ihm Mr Last gelegten zahlreichen MMe und . Raube begangen hccken. Ms alle Fragen des.Präsidenten .gibt er die stereotypL Antwort, er wisse nichts,, er habe nichts getan. Die Karikatur vor Gericht. Der Privatier Hugo Erös hatte bekanntlich durch längere Zeit eine eifrige Propaganda 16. Mai 1922 W.-W8K ..—*- .—.— ■ in Wort und Schrift gegen die von btt Gemeinde SM wesentlich erhöhte Steuer für PrivatMtom-odile . bMÄ«r< Im Zuge der Propaganda erschien in der Zeitung . „Die Stunde" eine KarisatureWeichnung, auf welcher der Platz vor der Oper dargestelli wurde, mit einer ReHe von prominenten PerisönlichDeiten -als Fußgänger, -während in dem -emv zigen -An-tomolbil, tvelches vor der Oper vorjfuhr, StMrat Breitner saß. Unterhalb der Zeichnung standen die Worte: „Strdtrat Breitner hat den Wienern auf die BÄne geholfen." Anschließend an die Zeichnung war -ein Abschnitt, in welchem' die Besitzer von Automobilen aHgafordert wmDen, falls sie chr Auto abmelden, es der Kanßlei des Herrn Erös belanntzugeben. Für die Aufnahme -der Zeichnung samt Text hatte Herr Gros -im Woge der Mmilvistration amen Betrag von drei Millionen gezahlt, ohne daß sich jedoch ans der Zeichnung der Vermerk „en-tgeMch" oder -mr Jnssevate-rckvwFbefunden hätte. Es lvunde daher gegen den HevauIgober und gegen den Chefadmi-mstrator des Mattes die AnWage nach 8 26 des Preßgesetzes erhüben. In der gestern vor dem Worftand des Sitrasbezirksgerichtes 1 (Hofrat Höflmaher) dnrchgöführten Bechandlung eriklärte der Verteidiger beider AngeKagten, Dr. M>ar Mlbevg, daß die erwähnte Karikatur a-Nf der vorletzten Seite des Blattes, auf -der sich nahezu ausWieUich Frrferate, die als solche leicht kenntlich waren, bchmtdon» enthalten war, so daß für den verwünftvgen Leser rern Zweifel bestanden habe, daß es sich um eine bezahlte MitteLung gehandelt habe, ttäberdies sei lediglich aus Berschen der Vermerk „entgeltlich" uni-oMicken. Gegenüber döm Strafantrag des sta atsanwalischaftlichen Ulnktionärs sprach der Richter beide Angeklagte frei mit der vechttich interessanten Begründung, daß es sich bei der vovliegenden Zeichnung samt Text nicht um eine AM-Mguug oder Anpreisung,, wie es der 8 26 des Preßgesetzes verlange, handle, daher ein strafbarer Tackvstand in der inkriminierten Richtung Lbech>aupt nicht gegeben sei. Der staa'tsanwMschaiftllrHL FuMionar hielt sich zur Ergreifung eines Rechtsmittels Bedenkzeit! offen. Bolkswitt. Ser Wiener Frankeacleariag für den Mat tctnun» Die Wiener Börsenkammer hat beschlossen, zur Wwick lung der per ultimo Mai 1924 schwebenden Schlüffe in Kabel- Zahlung New-York gegen Zchlung Paris das gleiche Arran gementverfahren dmchzuführen, das sich bereits per Ultimi April vollkommen bewährt hat. Es werden folgende Termin« cmgeordmt: Schluß der Arrangementperiode: 20. Mai. Ausgabe^ Mittwoch den 21. Mai bis längstens 12 Uhr mittags bei de: Wiener Börsenkammer zu Händen des Sekretärs Dr. Hug> Huttegger, Bvrsengebände, Halbsiock, Schieldsgevichtskanzlei. Zahlung der Differenzen in französischen Frankenl 26. Mar bis längstens 12 Uhr mittags bei der Banque de Pahi de l'Eurape Centrale in Paris, 12 Rue Castiglione, auf dar Konto >der Oesterreichrschen Nationalüank, Wien. Die einge gangenen Differengbeträge werden du die zum Bezug Berech. tigten am 31. Mai 1924 in Paris telegraphffch ausbezahlt Lieferung der per Saldo anzuschaffcnden -Beträge in Kabelzahlung New-York: 31. Mai bis längstens 12 Uhv mittags beder National City Bank of New Jork in Now-Aork auf da; Konto der Oesterreichffchen Nationalbank, Wien. Lieserung der von den Beziehern von Kabelzchlung New^ York als Gegenwert zum Llquidationskurs zu entrichtender Frankeicketräge: 31. Mai bis längstens 12-Uhr Mittags bei de, Banque des, Pays de l'Europe Centrale in Paris auf da? Konto der Oesterreichischen Nationälbank, Wie,:. Der LMidationskurs wird am 20. Mai bekanntgegebei? werden. - ' Die sich ergebenden Frankendifferen-zen und Liöferungsbezichungswcise Bezugssaldi hinsichtlich Käbelzchlung New- York werden den' Arrangementteilnchmern nach Durchrechnung der Aufgäbebogen am 22. Mai schriftlich be-kanntgegeben wer. den. Die Firmen F. Kalmar u. Cie., , Theodor Kettner n. Cic^ Allgemeine Jndustriebanr, Wartenberg u. Co., Berchold Kartz u. Co. und Deutsche Bodenbank haben an diesem Arrangement nicht teilzunchmen. zmÄäziehuug der Berordmwg Wer die 8t mMgmg der tzssektemmsahsteuer. Dem Hanptausschuß des Natiomlrate's wurde gestern die Verordnung des Fmanzminffteviums 'über hie Ermätzigung der Effektenumsatzsteuer zur Genehmigung borgelegt, die bereits vor Wochen im Bundesgesetzblatt kuudge. uracht wurde und schm in Rechtskraft erwachsen «ist. Abgeordneter Dr. Bauer erhob gegen die verspätete Vorlage -der Verordnung au den Hauptausschuß Einwendung. Schließlich erMrte sich Finauzmmister Dr. Kienböck -bereit, die Vorlage zurückzuzieheu unj» eine neue Verordnung mit rückwirkender Kraft zu erlassen. Ein offiziöser Kommentar bemerkt hierzu: Mt Verordnung vorn 27. Marz tvurde bekanntlich die EffeAenuwsatzsteuer auf das vor dem Wirksarstkeits-. beginne der UÜffatzsteuernovelle 1924 festgesetzte Ausmaß herabgesetzt. Diese Verordnung unterlag der nachträglichen Genehmigung durch den Hauptausschuß. Da sich die Ueber-. mrtüung der Berörduuug an den Hauptausschuß infolge eines technischen Versehens über die tot Gesetz vorgesehene Frist verzögerte, sind Zweifel an der Gültig- I kett der Verordnung aufgetaucht. Die Bundesregierung hat Alle Arten vott Binkgetehiften Wl«n,l- Telephone: CO-4-82, «V4-93, 634^85, 64-4-42, 6&r4-78, ÖM-82 Kredit- und Werengeschifle befmuraben) 10465 T Tdcarimmadmiei frtpobaiik -I liiwiimniiniatoBaaaB Si

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