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Wiener Morgenzeitung · 1924-05-16 · Heft 1886 (16.5.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1886 (16.5.1924)
Date
1924-05-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
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MMÜMMriUM Wien: Zum Abholen in der Expedition, II.,Taborstr.l-3, oder meiner Verschleisstelle (Trafik) monatl. K 35.000 Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmiedt, k. Be*., Wollzeile 11. Mit Postversand für Wien oi Oesterr. monatl. K 35.000 Tsehecho-Slowakei: Mon. K18. Jugoslawien: Mon. DinaröO. Polen: Mon. 3% Zloty, Deutschland: Mon.Gpldraark4, Fr an kr., Beig-ien: Mon. Frcs. 12 BOT Nach**Hlunr«n bei Prei*erböbuny*B Vorbehalten Pd!enipoli!».350.0tt' Italien: Monatl. 12 Lir« Rumänien Mon. 130Lei Bulgarien Mon; 80 Lew Schweiz und das übrig Ausland monatlich Frcs.. Redaktion u. Administrativ Wien, II., Taborstrasse 1— Telephone: 44-0-38,43-3-19 ab6UhrabJs.l9-483,25-28? IX.Universitatsstr.6-! (Druckerei Steinmann' Oesterreichisches Postspar - kassen-Konto Nr. 150.69? Rr. 1886 Me«. Freitag. 18. Mai 1»S4 6. gabrmm Die Jeutfchnationalen fordem dev Rücktritt Marx'. Ein Beschluß des deutschnationalen Parteitages. Berlin, 15. Mar. S>je PaÄMeitmig dev mim BoWPartetz tf| Me üuter ldsmj BGH Z f» ö'* S AUsaMmangetreten und' - jfp | l g.* u d e Ent §'§ l' j eßüug Maß t: Wir isürdevN) öaß Äs gegeniwärtitze Rei-Ds-» regie-rung euffipvechend Äeün ArtsfM der WWk,"Lid? ÄN ÜeMckerteiL PÄHs^chen WWn- M BoKes WHeM HcHben, heim ReiWPrWönteir ÄZVM HM -;^ 7 RASttltt Mietet, : Die gWMvWiK RGeriWg tzü kein MM, D'eMGlM Zn'ÄM UerKmldkuMn Wer das [■:;; - : \ HiH HtssHWW M vertreten. Wir Ächelben eMchieden ^^Äß'^v'nH ' AützeigW, tzH das, ÄaWmtt OM die ftfh. ^HeGHinGIHGL^e zM D^pMKlhvUlnU des Gut- ÄW^nK de« ReWrckÄWskvMmiWvn! vv«- MM, Ger auch nur in den vovbermtenden BeHauMnq M des Och<mWwMrMes 'oder der - ReMaSsns- 'WlimWün KWH;i»# UM'vWgen jüi&b' den GWd- WÄk der dölÄschöN RsgilÄvung aWbt Ger jemals abgKöj m MWME i BoWiWtei deMige Jj& Acht als MW WMi> . . MWSnMHK, [■:/ .t! r-: ■ ■';T MM Äffkzlelle NteUüKgMMe. 1 Ott dev GiHWeßlM die« PairM-eMny der 8eüWr «Murä-lerr- BoWpaM' veHMMK. W. WÄWe BMeaA sötzeOZ EMMingr ib;.,„1 7 r>;: 7 > Sie Me im deutschen Wirtschaftsleben. KanMse und JnterventiMsmätznahmN. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung«.). Berlin, W. Mar. Die Krise im deutsche MirtMiftslkeben nimimt von Tag M Talg immer erEßh>veck'enidere FvriMeu an* Die WwiUuUg der Minden EirgaigMents per ült'mto Mai bereitet der WHe, den Banken Und dem MeiaWndch Wwevste Sorge. KÄukurse und Fnsolvenzen!MMe>n' ft$j taWWW. Am gestrigen! Tage aMn MÄen' n>W weniger als Web-ziehu, Mte acht neue Koukurtse' eröffnet Dävülbor hinaus Halben sich noch z,aMD«W.L FrLmeni a'-ll-s i>nfolv-eut eMrt, iöe^ic^ttöstoetife Ges,chä!ftsanfisicht beantragt. Bon den gestern und HMke irt Konkurs geratenen Firmen ist nur'eine in BeMn an- Mg, mälhrend U ditz Migett Mer dass gün-Ze R e W verteilen. ■ i :; ^n diesem WaiMWHÄnig uM Wmerkij Merdeff, W Wer das Ergchnis des KaiMVu-rger Borelearing LÄveAeW die Frankenen!gag'ewenks von allen BeWigM StiHWeigen dewahÄ wird, Nimmt man HinKt, datz sogar WiiHchasMnternGnunigien, die eiu den rentabelsten und venommrertesten im ganzen Reiche geHören, wie die Mannslselder Gergdau- A.-G., iin solche VchiwierlgLMn geraten sind,.. daß,. sich sogar Las Reich p"g wtt e rv e nti o n s m atz nah'me n veranilaßt gescheit Hat, um zu, vechWen, daß 32.000 Arbeiter und UiWstellte des Unternchmens Vrot'los werden, dann kann MN sich kaum länger derWten, daß die Wirtschastskrise geradM ioiner KHtastNtzWe tzHikge'gens°ht.E ■-l-vj: : V DMcktSU U dev deMMn StfUuccinbufttie. : Berlin, IS, M» Wie Sic BW-r mitteilen, hat Mn eine? von M iFn^ustri-eNen in Berlin abge- Haltenen Konferenz eine JMWeMgriWe öon der Politik des ReichsHerVandes der deutschen 'Industrie, der sich M das S a ch' v e r st ä n d i g e n g u ta ch ten aüAgGroKen M, losgesagt und ibesKossen, sich als LeuM indMielle WWM^D WWA Die ReichsregievunT ist eMKossen, MchtgüMiß die chr NertratzeneN RGieWWMchcWe ' nicht vor Zusmmnentritt des Reichstages ans dev Wnd zu gelbem Sie hat nicht nur das Recht, sM« dem astch'die Wicht, Deutschland in den Verhandlungen Mer! die Sachverständigengutachten zu vertreten und die zur DWMHA'ng der GMchten erforderlichen GssetzeUilwtävfe'voHMereiten, sowchl im KMiä auf die imntev öedrohlicher werdende Kreditkrise und die ßnanziellen Erfordernisse DeuMands, die chne jeden, Wffchujb defriedigt werden müssen, Wie aber auch in dem BewuMem, dMrch den Willen dev Mehrheit des 'deüWeu Volkes und der Mchcheit des neuen Reichstages $t: enGrechen. Der von der Reichsregierung vertretene ^StarWuiM' HmsiWch' der MchveWndigengutachte^ wird. NM d-ren eigenen EMrungen geteU.' von der soziaLdömokratiWen Wärter, der Zentm-mshartoi, der deutschen VMslParter, dev demokratischen Partei und von der bayrischen BMsipartei, die auch'im neuen Reichstag Mer e-iue-weit größere SiimMeua n zaW verfügen M eine etwaige . OlWosition - der deuHchnatioualen VoMpavter, der kommiuniistischen Wtei und-der vbAischen-FrecheitAPartei.^ Die' ' " '??'' lchnAst« MÄiMk^Mtischrn L-S« Lönnte'W' ds'ntschna-tivUale Partei selbst schicMn,/wenn sie aus die fortgesetzt an,.-siegervchteten Fragen antworten wollte, wie sie. zu den großsn und wichtigen Emzelfragen der deutschen A u ß e n p ol it i k steHZ. Dies wäre auch die^^bHe BoÄereitNng'der bevochWenden RWMngKMM, ..7..: ' England md die Rebamtionssrage. London, 1,5. Mai. Meuter.)' In gut unterrichteten Londoner Kreisen hat man' keinerlei Kenntnis, von einem Mane, offiziöse britische Emissäre nach Frankreich zu denr Zwecke zu entsenden, im September in Genf eine in t er na t r 0 nale K 0 nfelenz ulbexdie Reparationen zu veran- Wten. Man glaubt zu wissen-, daß nicht die geringste Aenderung in der Haltung der britischen Regierung bezüglich der Wparatioüen eingetreten sei, und ist fortgesetzt dex Hoffnung, daß die vollständige Annahme des ganzen Sachverstandigenberichtes sicher die erste Etder LöHu ng' de s/ Re pa rat i 0 n s- ^roMemes bedeuten werde. Beginn der Answandermgrlonferenz. Rom, 15. Mai. Heute Wh üft aus dem Kchitol im Saale der Kbracier und Curatiev' unter dem Vorssttz M'Ußfokinis -und ■ m : Anlwesenheit des Königs die.Konfereuz der aüs-^ und 'einwanderüden Staaten evösfnet worden. Der italienische MinilsterprÄsidmt, von dem die J!m-- tiaWe zu di,e,ser Konferenz ausging, hielt die Eröffnungsrede. An der Konferenz uchmen 59 Staaten teil,-die zusammen 200 Bertreter nach Rom geschickt haben. Aushebung der «ngaMen Abbau- Maßnahmen. .(AgeMenst Mr „Wiener- MovgechLitun-g".) Budapest,-16.' Mai. Die MMrischei Regierung hat bes schlossen, alle bereits'erlassenen Mbauerläsfe für Offiziere Wd Staatsbeamte, die im 'Herbst m Kraft hätten treten Mm, rückgängig zu -machen '. . Streu in der Bielitzer TeENndustrie. T iW Warschau, 15. Mi. In der P ie -l-i tz e r T e x t l U Industrie ist wegen Loh-ndifserenzen^ - ein Strei k ausgebro'chen. Die seitens des Arbeitsministerinms eingeleiteten Verhandlungen, sind ergebnislos ge- Meben. ' > Demokratie und Demagogie.; —y. Wien, 16. Mai. Die österreichiische Demokratie ist ein eigen Ding. .Sie existiert zweifMos, nicht in organisierter, Mer, sichtbarer Form, sondern sie führt irgendwo in- Gelehrtenstuben, in Phiilosophenzirkeln, in füllen, weltentrückten Memoranden ein Dasein der Vorstellung ohne Willen. Sie tritt nicht vor das Volk, wagt nicht den Kampf gegen den Dogmatismus .' des ParteibonzentMrs, sie scheut die allzu intime Berührung mit den Sorgen und Fragen des Tages. Sie ist vom Krieg und dann von der Revolution verschüchtert worden. Sie erkennt den Zwang der Zeit, die Versöhnung zwischen den Völkern und Klassen zu fördern, Oesterreich'zur Republik auch dem Wesen nach umzuwandeln, und es in den Strom der neuen Ideen einzuschälten/die als Folge des Krieges von der europäischen Geifteswelt Besitz ergriffen haben und deren erstes und nächstes- Ziel die Beffftigung des Friedens ist. Der österreichischen Demokratie stehen diese Notwendigkeiten klar vor Augen, aber sie spricht sie nicht öffentlich aus. Es erscheinen, von Zeit zu Zeit ganz ausgezeichnete Broschüren, man - liest Zeitungsartikel, aber von einer mutigen Initiative,, von einer energischen Gegenwehr gegen die von den Regierungsparteien und ihren Exponenten in Amt und. Schutz bestimmte rück- . schrittliche Richtung ist nichts zu meMn. . Dieses mutlose Versagen der Demokratie ist freilich keine Erscheinung von .heute. Es lag schon vor dem .Kriege.in der Natur des- Oesterreichertums und.war durch die monarchistUchureaukratische Erzichung bedingt, die dem Staat als das Eigentum einer Klasse Getrachtete, deren Ansprüche in- Micher Bdehung den Vorranghatten. 'Ein - hochgezüchtetes und hochgebildetes Beamtentum stand im .Dienste disser Staatsauffassung, und wo es mit ihr in . Konflikt geriet, ' dort wagte es keinen offenen Widerspruch, sondern begnügte sich mit abgeklärter, literarisch' ausgeströmter Kritik. Dieses Beamtentum verwuchs schließlich mit der herrschenden 'Schichte zu einem durch. Standesprivilegien und allerlei bunte Aeußerlichkeiten fest abgeschlossenen Körper, fühlte sich als Herr von Staat und Volk. Was an demokratischem Empfinden, an sozialem Gefühl und Rechtssinn in dieser so geschaffenen Kaste lebte, trat mit dem Vordringen des NationMätenhaders immer; weiter zurück und verflüchtigte sich dann, als der. Krieg kam, in der rauschenden Hochflut des entfesselten Patriotismus zu rein charitativem Mrken. Die Revoluüon nahm der Demokratie erst die. politische Geltung und entwurzelte sie dann auch materiell.und sozial. Das durch die Kriegsgewinne reich gewordene Bürgertum entpoliüsierte sich oder trat in der Angst vor dem Linksradikalisnms mit fliegenden Fahmn zur Reaktion über, das Beamtentum begab sich zum hrößten Teil an die äußerstem Flügel der politischen Parteien, der kleinere Teil zog sich ins Ausgedinge zurück und. steht dem neuen Werden, dem Ringen der Weltanischauungen von gestern und heute in siepüscher Betrachtung gegenüber, mit viel Verständnis, mit reicher innerlicher Anteilnahme, jedoch ohne die Passivität und die Grenzen der Kriük zu verlassen. Das ist ein großer Fehler. Die Generation, die heute die Zrlkunst vorbereitet, steht ohne poltüsche Erziehung, ohne Erfahrungen im-Kampf.- Sie sieht sich Tag für Tag, Stunde für Stunde neuen Problemen gegenüber. Sie ist ohne Führung. Mer die Gegenseite ist im Besitz der Macht und, was schwerer wiegt, im Besitz der Erfahrung. Die hohe Bureaukratie, in den Traditionen ' der vergangenen' Zeit erzögen, "durch tausend Fäden der gleichen Richtung, der Verschwägerung und Verwandtschaft, der.Abneigung gegen die Republik verbunden, hat ihre Positionen festgehalten Und sorgt, wo Lücken entstehen, siir' gleichgesinnten Ersatz. Sie führt den Kampf, gegen die. neuen politischen, Ideen, gegen die demokratische Entwicklung, und sie führt ihn mit der Erbitterung des'CnteM-e'n, mit den Mtteln,' über die der alte Staat verfügte,, mit dem Geist der Polizei-, der Zensur, -der Gesinnungsschnüffelei. Sie führt ihn mit allem Raffinement, . das. ihr die Entwicklung* des politischen Schielbertums zuträgt,- mit der Hakentreuzlerei, mit dem Haß gegen alles,, was. von dein geistigen Europa kommt, mit dem-Chauvinismus und aller Bosheit und Kleinlichkeit, die in denverstaubten Archiven sich eine' sichere Stätte geschaffen - haben. Vor dieser' Bureaukratie, die mit der Hautefinanz ein Bündnis auf Gedeih. eingegangen ist, verkriecht sich die Demokratie und überlaß: ' ihr kampflos Verwaltung, Schule und Recht. Die De-

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