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Wiener Morgenzeitung · 1924-05-15 · Heft 1885 (15.5.1924) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1885 (15.5.1924)
Date
1924-05-15
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Wien, Donnerstag (Die nachstehenden Ankündigungen find entgeltlich.) 1 ' * Personalnachricht. Dr. Adolf Edelimann hat jeiur 4rzlliche ZLtWeit in Karlsbad Widder aufgenommen. * Heute Beginn der 76. Krrnstauktion -inr AuktionZhaus Lltzrr t Kenlde. 1. Bez., Mrntnerstraße 4 <Lift). Es ftotongeu Le-nbach, KanfmaM, Wrenev VtvHiMN-ettuns. 15. Mai 1924 vung. Darunter müller -ustv. . " * Fi kipp Könrgs H«rrenkleiderhaus, 15. Bez.» Man-atzilserftratze 17S, biete alle Vorteile;in jeder Hinsicht, % Der W«UiU»«*Fil». Sonntag den 18. d., '/»H. Uhr voruittaas, Wiederholung der Vorführung de- Palästrna-FilmS „Eine Reise durch Erez Israel im Jahre 19 2 3" im Tuchlauben-Kino, 1. Bez., Tuchlauben 7. Kartenvorverkauf bei Dr.' Leopold S o f e r, 1. Bez.. Kohlmarkt 10, Tel. 68-7-36, und am Tag der Vorführung im Kino von 9 Uhr vormittags an. Bühne und Kunst. Abschluß der Richard Strauß-Feier im Sprrntheater. "' Gernvergleicht man Richard Strauß mit Mozart, nennt &x „Rostnkavakier" „die Hochzeit des -Figaro" unserer Tage mvd bezeichnet ,/bte Frmr ohne Schatten" als „die Zänberflöte" unserer Zeit. Ist sie doch auch ein Märchen, in welchen: die Menschen erst durch -schwere Prüfungen geläutert werden müssen, 'bevor sie in das Reich -höherer Mnschlichk-eit eingchen können. Die Musik freilich mit ihrem mächtigen Apparat und ihrer komplizierten thematischen -Arbeit ist von dev reinen nlelodischen Lime und der schlichten, ja, kindlichen Volkstümlichkeit Mozarts weit cntftrnt. — In der .Aufführung des OperurhraterS gemahnt der Barak des Herrn M a y r m echten Mozart-Stil. Mit -seiner überquellend warmen, schlichten, gütigen Gestalt wirkt er wie ein Sarastro, in dessen heil'gen Hallen man die Rache nicht kennt. -Sein Weib sang Frau Barbara Kemp, eine berühmte SÄome, die auch die Färbersfrau mit allerlei fexualpachologischen Zügen ausstattet. -Stimmlich war sie ihrer schwieriger: Aufgabe bis zum Schlüsse voll und ganz gewachsen, auch Frmr Weidt als Amme bot eine gesanglich impostmte Äch'tnng, wogegen Frau Gcyersbach als Kaiserin vorzeitig ermattete. Herr F iß che r-Niemann als Kaiser sang — -wie stets'. — unausgeAichen und fpiel^ — lvie stets! — unpersönlich. Er bedarf liebevoller Führung deren er in der Staatsoper -nicht teilhaftig wird. - Der Schwerpunkt der Aufführung lag im wundervollen Orchester, das von Richard .Strauß mit-der überlegenen Ruhe des Meisters an den Höhepunkten mit jirgerMichem Feuer geführt wurde.. Mit der '„Frau ohne Schatten" haben die Richard Strauß-Festspiels in der Staatsoiper ihr Ende gefunden, die schon durch Wochen ihre Schatten voraus -geworfen hatten' und die normale 'künstlerische Arbeit des Hauses stilllegten. .UnmittrWar nach Beendigung der ihm zu Ehren veranstalteten Feierlichkeiten wird der Jubilar Wien ftir viele Aconate wieder verlassen, und es wird Aufgabe Divektor Schalks fern, - die Unterlassungssünden der Letzten Monate einigermaßen gut zu machen. Die Spielzeit geht allmählich zu Ende und das Licherige künstlerische Ergebnis der Staatsoper ist dürftiger als in jeder vorhergeya«yeneu Saison. . ‘-rStssk. :k « SontUie Hutfifce*, RenaifsaneeLÄHne. "" T Armin Friedmann, der Meister des 'JargonschwankeK, ft Loch am stärksten, wenn er allein bleibt. Er würde immer gut Lun, von Kompagniearbeiten Abstand zu nehmen, und ivie sich vermutlich Las Haupt der „Familie Hatschet", Herr Maurus Hatschet aus Tyvnau, ausdrücken würde — „sich -ru den nichts hereinreden zu lassen". Es find natürlich wieder die alten, wohlvertmuten Jngre-Lenzieu nach dem Michen Rezept gmnscht und Las Stück ist rund um die göttliche W-erbezirk tzeschriebeu. Aber das Opus trägt doch Friedmanns Marke und. aus mancher Szene des nach der Schablone gezmmrerten Schwankes lugt -der urwüchsige Humor und die Gestaltung kraft des liebenswürdigen Autors hervor. Die Figur von Isidor Maschkas Sohn zum Exempel hat bemerkenswerte Konttrren.. Wenn dieser Svdawasserfabrikant aus Tyrnau anläßlich seiner Brautwerbung immer Wiede« hervorhebt: „Aber un glücklich möcht ich nicht werden wollen," ist ein Thpus und sein« Lebensauffassung ganz köstlich gekennzeichnet. Frau Werbezirk führt strenges.Regiment im Hanfe Hatfchek, be herrscht und bchutet Len Gatten, dichtet ihn: allerlei Krankheiten" an, vor denen sie ihn., bewahren muß, hält Toaste, er« scheint im DirMkostiini, überrascht den Gatten beim Tete-a rede', kurzum: Drei Akte ununterbrochene Heiterst von der Wsrbezirks Gnaden. Mit ihr 'teilen sich die Herren B r oh, S ireh L e n, K n -e i L i n g e r und N i b e racker in die Ehren des Abends. Der Abend war — ohne-es nötig zu haben — nach Art Ler Operettenpremie-ren ausgemacht. Warum auch Xia.Uoi Oesterreicher -(der weder das Stück geschrieben hat, noch die. Regie führte) vor der Rampe erschien, ist uncrsindlich. '[ .;;• :. A. Die rntemationsle MiuiMrenaurstelluug in der Mertina. Es wäre verfehlt, die von der Gesellschaft der Bilder- -u.ld . Miniatureirfrsunde angeregte -und durchgesührte M ni iatnr enaus ft ellung nur t vom Standpunkt der Wiener Kunst- und Kulturgeschichte zu 'betrachten. Denn die ■ttun.it; der Miniaturmalerei, heute fast nur mehr handwerklich belriebeu, stellt neben dem sitten« und kulturgeschichtlichen Element etwas Absolutes dar. Die Uebung, Bildnisse von Freunden zu Geschenkzwecken oder von berühmten Persönlichkeiten Herstellen zu lassen, ferner die'Verzierung des Hausrats, Darstellung von Glückwünschen en miniature, die Art der höfischen -und bürgerlich-undemokratischen Geschmacksrichtung ist nur der äußere Anlaß für diesen Kunstzweig, der bis ins Altertum zurückreicht, bis in die Epoche der primitiven Buchillustration, die durch die Entstehung von wirkungsvollen Reproduktionsvevfahren verdrängt wurde. Di« neue Form der Mimaturemnalerei hangt innig zusammen mit der Blütezeit der Oelmakerei, indem sie von hier aus ihren Weg nimmt — zur speziellen Elsenbernminiatur. Entscheidend wird also nicht das kulturgeschichtliche Element, sondern daS re>in Malerische, kurzum die malerische Qualität unabhängig vom Format, von der Art des Materials -und Objekts. In dieser Hinsicht ist die Ausstellung in der Albertina höchst beachtenswert. Wir sehen wirklich große Künstler am -Werke, denen es nur auf die Qualität der Arbeit ankommt, wir lernen Werke kennen, die sich neben denen großer Maler bchaupten können. Die Komposition der Figuren, ihr Einstellen in den Raum, die blendeUd sichere Zusammenstellung der Farben, die Finessen im Ton, Abstimmung' von Äfft und Materie sind Vorzüge, die unbedingt erzieherisch wirken müssen, gerade jetzt während der Ueberfülle von Ausstellungen, in denen sich ein trockenes, müh- ■ seliges Nachahmen Ler Natur oder ein sinnloses Kopieren im .Ausland akkreditierter Dichtungen" allenthalben breitmacht. Die Fülle der ausgestellten Objekte ist so reich, daß sie einen Ueberblick über die Schöpfungen von drei Jahrhunderten gewähren, gleichzeitig auch über die Variationen dieser Gattung in den Zentren der Miniaturenmalerei. Natuvwcchrheit und Stilisierung sind ihren besonderen Zwecken angepaßt. Wir sehen auch mit Staunen den hervorragenden Geschmack der Privatsammler -und der Sammelinstitute: Objekte aus privatem, städtischem und staatlichem Besitz stehen nebeneinander. Oesterreicher, wie Daffinger, Füger, Kriehuber, Anreiter, Saar, Alt, halten das Niveau der berühmten Ausländer Jsabey, Hall, Cosway, Looper und Petitot. Mmiaturaq'uarette vervollstäudigeu den Wert der Ausstellung. o. r. Berlin wirdunn^ M:«r, „de? ■h^m Aur den Ämtern. Burgtheater. Mrgen, 7 Uhr abends, als Festvorstellung zugunsten der baulichen Erhaltung der Stephanskirche, bei aufgehobenem Jahresabonnement, zu besonderen Preisen, CalderonS vhantastisches Spiel „UeLer allen Zaubern die Lieb e". Montag, 7 Uhr abends, Lei aufgehobenem Jahres- und Stammsitzabonnement, kein Kartenverkauf, „Der Alpenkönig und der Menschenfeind". Ak ad ern i e th e ate r. Heute, '/,8 Uhr abends, zu erhöhten Preisen, die Posse „Der Zerrissene" von Johann Nestroh. Morgen, */,8 Uhr abends, „G a r t e n de r Jugend". O p e r n t h e a t e r. In Abänderung des Spielplanes gelangt morgen, 7 Uhr abends, „Der fliegende Holländer" zur Aufführung. Bolksoper. Herüe „Maskenball". Deutscher BolkSth e at er. BataMes Schauspiel „Mama Kolibri" mit Claire Wallentstr in der Titelrolle - geht heute, ferner Samstag den 17. d. und Sonntag den 18. d. in Szene. Anfang V,8 Uhr. Ibsens Drama ,.B ran d", beffe» Neueivstudieruna morgen, 7 Uhr abends, stattfindet, wird Montag be» IS. d. wiederholt. ModerreeS Theater. Heute und morgen wirb riün j « u n e m e n a g e" von Souls BernsUil wiederholt. Beginn */,8 Uhr ÄendS. Samstag den 17. L. finden ausnahmsweise zwei Borstellunzen, und zwar um 7»8U§t abends ditzDrerniöre von .Mademoiielle m a mors" von Louis Berneouil und um 10 Uhr eine außergewöhnliche Nachtvorstellung von „U n jeune menage, veranstaltet von den Direktoren Louis Verneuil und Robert Blum für Mtglieder der Wiener Bühnen, damit diese» Gelegenheit geboten wird, ihre französischen Kollegen zn sehen. Büraerthtäter. In -der Lcharschen Operette „Eloclo" gibt jetzt Tim Senders vom -Burgtheater die Rolle der Melusine, der Bürgermeisterssr-an aus der Provinz. Ihr anfangs ängstliches, fast schüchternes Spiel steht im Widerspruch mit Lem lebhaften Trio des Orchesters, das der'Komponist selbst leitet. Erst bei der Wiedergabe des Couplets „La Garconne", bei der die ausgezeichnete, innerliche CharäkterMernngskunst der beliebten Künstlerin zur Geltung kommt, sieht man sie in dem neuen Milieu -Fuß fassen. Der Vergleich mit der reichen Gestaltungskunst einer Gisela Werbezitk, die jedes persönliche, schauspielerrsche Detail einer Rolle demoibjektiven Gesantt-bild unterordnet. fällt -doch nicht zugunsten der Kur-gschaufpielerin aus. Uns -em R«i«»tnd-T-eater. Jur Raimund- Theater spielt Elisabeth B e r g « e r noch sieben Tage, und zwar abwechselnd „Fräulein Julie" und „I ch liebe dich". Als nächsteNeueinstudieruug wird der Schwank „D as kl e iu e K affeeh au8" von Tristan Bernard. mit Anton Edthoser, Hans Ziegler, Karl Ehmamr und Magda Garden in den Hauptrollen vorbereitet. Anfangs Juni eröffnet Irene T r i e s ch, die voll einer äußerst erfolgreichen Gastspielreise durch Amerika zurückgekehrt ist, nach langer Abwesenheit von Wien ein für zehn Tage berechnetes Gastspiel. Sonntag den 18. b.- geht als NachmittagSvor stell n n g Georg Kaisers „G a s" in Szene. Das Wiener Staatsopernballett in der Tchlveiz. Die Staatsoper wurde aingelaiden, ein Balletkorps zur Mitwirkung an dem Nadffenfest in Montreux zu entsenden. Die Einladung wurde angenommen und ungefähr 40 Mtglieder des Staatsopernballetts werden am 31. d. und 1. Juni in Montreux ihre Kunst zeigen. Die Vorführungen finden Mf einer Freilichtbühne statt. Ein schwerer Unfall Mary Wiamans. Mary Wigman, die fichrende, moderne Tänzerin, erlitt bei der AuffAhrung her „Szenen eines Tanzdrcrmas" in Münster i. W. einen terlweisen Muskelriß in der Nähe des Fußgelerckes, per sw. zwang, die Tournee Äzubrechen. Di« Malerin Erika Mels-dAlbert «Lffnet Freitag bell 16. d. eine Ausstellung ihrer neueren Allbellen io» der Oialerie Holdein, I. Bez., Frang JüM-Sdai 4,1. Hermann Krctzschmar gestorben.! emeldet: Gememderat Dr. Hermann_ _r__ ervorragende Mnsikgelehrte um» chmMge DnEor der Ber«! liner Hochschule für Dtusik, ist am 13. d. in Schlachtechee imi Alter von 77 Jahren gestorben. Sein Äkame ist in den weiteren» Kreisen des PnMums durch seinen ausgezeichneten ,Iührerdurch den Konzertsaal" beka^it geworden. Me Musik-! Wisserffchaft verdankt Hm vor allem auf dem Gebiete dev Operngeschichtewertvolle Forschungen. Aus der Mnsikwelt. In einem Shmphoniekonzerli des Bochumer städtischen Orchesters unter LÄtung des GeneralmusWirektors Rudolf Schulz-Dornkburg kam die zweite Symphonie (D-Moll) von Karl Weigl, dem jungen Mener Komponisten, zur erfolgreichen UrauffHrung. — Arnold Schönbergs „Pierrot Lunaire" wurde unter Leitung des Kourponisten in Rom, Neapel, Turin, Padua. Venedig und Mailand awWHrt. —- R. H. Verhey. einer der führenden Musiker Hollands, ist in Rotterdam im 76. Lebensjahre gestorben. -- Der gemischte Chor von Neuenburg in der Schweiz, La Soeiete Choräle, hat Berlin Trilogie „L'enfance d'«n Christ" jm Temple dil Mas aufgefuhrt. . Gerichtssaal. Balorifiemng einet Leibrente Das HandÄSgemcht hat in der Frage der Valorisierung die Entscheidung gefällt, daß Leibrenten zu valoisieren sind. Eine Erzieherin hatte im Februar 1004 -der Assicurazione Generali" Ä.176 K. ülbeWeben. wogsgen sich oie Versicherungsgesellschaft vechflichtete. eine lebenMngliche Leibrente von 6A,M K. HMjährig zu b^cchllen. Da die V.ersicherungsMellschaft «och im Jahre 1923 in Papiellkronen zahlte, wurde sie auf AahlMg von 6,815.000 K. halbjährig geklagt. Das Ha-Milsgericht gab dev Klage Kr die Zeit von 1. -Februar 1923 bis 1. Februar d. I. statt, da die Forderung der Klägerin kerne Geilld-, sondem sine Unterhaltsford'evung sei. Mit dem 10.000fachen des dem Renten- Einkommen -entsprechenden Lc/bensbedavses sei der Mägevm die Möglichkeit geboten, auf dem ftüheren Niveau ihre Mens- Haltung fortzusetzen. . - Re Tochter Nikolaus von Szemere. Drei Milliarde» zugesprochen. Seit dem Jahre 1920 schwebt beim BezirksaerWe Innere Stadt der Prozeß, den die minderjährige Flore nt ine Siding gegen die Berlassenschast Nwolaus v. Szemere .. ^-r--r-V!-r- Die ziehungen zu der bekannten SHauspielerm Flora Sidin'g. Herr Szemere hat seinerzeü nicht nur die Daterischaft anerk«m-t, sondern auch im Jahre IM einen von der VormundschastS« hat Szemere die Tochter in der vornchmsten Weise lassen und wiederholt Märt, daß er für sie in reichlichem Maß« fovaen werde, und beabsichirge. sie mrt einÄn Szemere zu vermahlen. Der letzte Vormund' des Mädchen, Bürger- . meisten Dr. Neumaier, hatte auch ein Testament zugunsten der Tochter vorbereitet, das er dem Szemere vovlegie, aber dieserwar zu Mvcsiäubisch, um ein Testament zu errichten, und als er -plötzlich im Jahre 1919 stavb, stellte sich heraus, daß Kr die Tochter nicht gesorgt war, obwohl SMwve dies zweWos beabsichtigt hatte. In dem im Jchre 1922 durchgeKhrtelr Prozesse hatte Dr. Meisl einen Ansrpuch auf fünf Millionen Kronen als Versorgung und Heiratsgut der Klägerin für die minderjährwe geltend gemacht. Das Bezirksgericht und das LandeSgerichi hatten die Klage denr Grunde nach abgewieserl. weil durch den Vergleich trotz der wiederholt gsurachten Versprechungen, Kr die Tochter zn sorgen, der EMasser seinre ßesetzlichen Verpflichtungen erfAlt lMe. Der Oberste Gerichtshof dagegen gab der Revision dem Grunde nach Folge und das BeziÄsgericht Innere Stadt entschied nn-nmehr.. daß die Verlassenschaft verurteilt werde, drei Milliarden Kronen amt Zinsen seit April 1920, die auch ungefähr 100 Millionen Kronen ansmachen, und die Prozeßkosten zn zchlen. Durch Einvernahme von Sachverständigen aus deur Börsensache und aus der Landwirtschaft ist festgestellt worden, daß sich der derzeitige Wert des in Wien, London, in der Tschecho-Slowakei und in Ungarn befindlichen Nachlaßvermö« gens S^smereS auf zirka 33 Milliarden Kronen stelle. Mt Rücksicht darurf rst die Klage, die ursprünglich auf fünf Millionen Kronen gerichtet war, auf den Betrag von 15 Milliarden Kronen mtter dom Titel der Versorgung und des Heiratsgutes erweitert worden Die Verlaffenschaft beabsichtigt, die Dernfmrg zu ergreifen, weil dim MMarden Kronen der Größe des Nachlasses und den Intentionen des Obersten Gerichtshofes nicht entsprechen. . _ .L:,_ Set Mordprozeß Ritschel. "' Bor dem Schwurgericht Misv Vorsitz der HofrateS Hotter beginnt heute der für zwei Tage aMeraMn-te Prozeß gegen den Äjährigen Mechanrlevgehiffen Gustav Ritsch elder beschuldigt ist, den Studenten der Technik Robert Staudach er in seiner Wohnung in der Rvtenhosgasse ermordet und beraubt zu haben. Nach der Tat hat Ritschsl die Leiche des Ermordeten m einem Sack in den ^Schvebsrigarten seiner Mntt-e-r in der Hilfreichaasse getragen und die Leiche dort in einer tiefen Grube der-schavvt. Der Angeklagte flüchtete dann nach Rumänien und wurde erst nach bangen ÄuslieferM-gs- Verhandlungen dem hiesigen Gemcht überstellt. Die vrmr Staatsanwalt Dr. FurleU vertretene Anklage lautet auf meuch^ lerischen Raubmord., _ Ausgleich tin Prozesse Amann. Der vielbesprocheug Pro», zeß', den der gewesene Theaterdirektor Aman in gegen das Militärliquidterungsamt auf Valorisierung seiner Lekbrente anMrengt hat, wurde durch einen AuWeich Mtz der Welt geschafst. Direktor Amann erhält lebenLlättglich vier Millümeu Kronen nwnatlich, rückwirkend vom 1. Jäturer 1923, und seine Frau, stolls sie chm überlsben sollte, 70' Prozent dieses Be-, träges M Pension. Anrann, der die Besitzung des-Bad Einöd, sein ganzes DevmöMn, gegen eine schon seitMzsll Verhältnis- Mäßig kleine Rente verschenkt -hat. hat bei gleichs den von ihm . im Äuge behalten und lich nottveMge Matz . SRftVi in Farben ti- Ämmitmarn

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