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Wiener Morgenzeitung · 1924-05-14 · Heft 1884 (14.5.1924) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1884 (14.5.1924)
Date
1924-05-14
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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GM 4 ,, MMssch _ Eine aufgelöste KüffE-Kttsamuilllng. Budapest', IS. Mi.' (T-l.«K»mp.) Di- Ädssuth-Parte! Wollte gastevn in einer Budapester Vorstadt eine konstituierende BezirkSverfammlung abhalkett. Die führenden Politiker der PürM, tote Rudolf Rnppert, Graf Theodor Ba 1 than h!, Binzsnz Ragy, BarNabSs Buz<t, Doktor Rasteln Bünderi und diele andere waren zu der Versammlung erschtenen, ün welcher etwa SM Personen teil-» nahmen. Ns DL Bauherr in seiner Rede die Bemerkung machte, bäh Wmsterprasident Graf Betihlen und der Absolutismus sich in aller Stille wie sin Liebespaar zusammengefunden hatten, erklärte der diensthabende Polizeirat die Versammlung für aufgelöst. Auf die Protestvufe der VersammluMstellmhmer ließ der Pölizeirat einen Z u g W a chleu tie 'in den Saal eckrücken. 'UMr der Androhung von Brächialgöwalt ging die Versammlung auseinander. ohne daß die zahlreichen noch vorgemerkten Redner zu Götte gekommen wären. Wegen des Bor falls wird ÄWordneter Dr. Vinzenz N a g h in der morgigen Sitzung der Natiönawersammlung eine Kuterpellation an die Regierung richten. Ststerreich SeaWwcht 8MchMgu«s«u Kk MatsgeSöuSe. Agram, 13. Mai. (Tel.-Komp.) „Ristz" rmldet aus Belgrad, daß Oesterreich und bei 8ek Rspürationskommisi'M Anspruch auf 2,360.147 G ö l d k r S n e n erhoben haben als Entschädigung für die früheren österreichischen und ungarischen staatNchen Gebäüd e, die Zugoflawiett zugefallen lind. Die jugoslckwifche Regierung hat den Makmirger ObergespLn Bloya und den Major der technischen Truppen Fola nach Paris entsendet, damit sie bei der RejÄtatiö-ttsköMMissiorl gegen diese Fordernng Einspruch erheben. Lagesbericht. ÄMs lebt. ^kannten Rüualmordprozeß, he» die ZattNrßgtkkUttü in Kiew mszemeren ließ, in Palästina gestorben sei. ^rr^aben damals sofort .ans die ÜuwahrschsinttchAt dieser Meldung hittgewtefen, da nach uttstkM Znsöl'Mtiouen Beilis sch in New-Pötk aufhält. Die aus russischer Quelle stammende Todesuachricht wurde jedoch ohne Prüfung hartnacktz Utelter verbreitet und es regnete RekMöge, Auilketons j. In der Ktewar Synagoge wurde sogar enre TratMfeiernach Heilis' abjMMrl. Run trifft bk Nachricht SN/ büß Mills wohlbehülten kn Nsw-Hotk lebt.- Mutterkörver l Man stellt di« Seele geMckGich Über den Körper. Alle edlen, aufopfernden Regungen sollen Mischer Natur sein. Der 5°^! das Prinzip des GöfrLWn. de, Geilen wtb Tieölichegolsstschem Und wenn etnutol das Lter sin Fünkchen Seele zeigt, wenn die Ltermutter eingebungsvoll für die junge Brut sorgt, dann sehen wir darin etwas Menschenähnliches. Unsere Begriffe von Menschlichkeit . de r S e e!«, „Tierisch-eit" des Körpers, wir müllen.si« jetzt Mer Bord, werfen oder, so korrigieren, daß.- nichts mchr von der Begciffspaarnng zurückbleibt. So will.es, so befiehlt es uns eine Hündin. Nicht, daß ste ihre Jungen besonders gepflegt hätte. befoMve Mutter« l^ebe an dm Tag gelegt hätte. Das wäre ja eine alte Geschichte. Es ist .auch keine Tiersnesdote, die man glauben kann oder nicht, .von der ich berichten will. M», ein ganz nüchterner Laboratoriumsversuch, mit exakten Wägen und Gprvuvetten aus geführt. Held oder besser Heldin beö Versuches war ein« Hündin. Eine ganz ordinär« Straßenkreuzung. Und wie es Hündinnen der Straß« schon zu ergehen pflegt, ste ward Mutter. Aber vorher wurde ste noch vom uirgüMgen Schicksal in ein physiologisches Sanatorium verschlagen. Dort machte man einen Versuch mit ihr. Ste mucke zwar gut und reichlich gefüttert, bekam alles waö sie wollte, nur eines nicht: Kalk. Speisen, die nur ein Bröselchen Katt enthalten könnten, wukden ihr vorenthalten. Das ist nicht gar so grausam. Den Kalk verwendet der Organisnms hauptsächlich. zum Knochenaust b a u. Die Bürsuchshündin war ja schon erwachsen, ihre Knochen konnten leicht eine Zeitlang auf die Kattzufuhr verzichten. Rur das war zu befürchten — und auch der ursprüngliche Zweck des Versuches ~( ixch sich der Kaltentzug am trächvigen Tier an den Jungen rächen werde, daß die Knochen der Jungen weich und brüchig würden. So glaubte man vor dem Versuch. In-der Annahme, daß eben nur die Muttekseete sich aufopfevtt rönne, dar Körper niedrig, gemein, bar alles Mtmismus stü Der Köcher teft Hündin wehrte sich gegen solche Zumutung, er sprach in sein« Sprache: Die «usgetragenen jungen Hunde hatten ganz m* male, gesunde Knochen mit vollkommenen Kalkbtzstand. Woher kam oer Kalks' Man sah doch so peinlich darauf, daß die Mutter ja kein Stäubchen Kalk zu sich nehme. Die Untersuchung des MMterköchers zeigte es. Die Knochen der Mutier waren brüchig, weich — kalkarm! Der Muttatkörper gab seinen für die Jungen so notwendigen Katt für ste her, die Jungen mußten gesunde Knochen hüben, wenn er auch teuer erkauft wird, mit der eigenen Gesundheit. Die Mutter starb bald an der verhängnisvollen Schwangerschaft. Es ist klar: mit der Seele hat das Opfer nichts zu tun. Geradeso wenig wie der Mensch, kann der Hund über den Koltoorrat seiner Knochen willkürlich und bewußt verfügen. Ä'7.-r eine bewußte, noch eine Wbechußte Sveäe kann den Wiener MorgerrzettimK. Ae österreichische - * Y, GarrrStag den 17. Mai- Vorabend 6 Uhr, finden folgende Keren Haieffod - Versammlungen in Bethausern statt: Machfile Hadüs. 2. Bez., Schisfamtsaasse 20. Referenten: AdolfPrnkas.nnd Dr. Eh. Tartükotoer. Livjath Chen, 2. Vez-, Hollandstraße 2. Referenten: Rudolf Müller und Pros. M. Rath. Achwo Worean, 2. Bez., Praterstraße 59. Referenten: Rsdskteur M. R. Rücker Md M. G e r ft l. Sadügorasr Klaus, 2. Bez., Herminengasse 8. Referenten: Sz. Horoto i tz und A, M. Landau. AMdas Achim, 2. Bez-, Hammerpurgstallgasse 6. Referenten: M. D. Groß und D. Re'benzahl. - Ose Chesed, 2. Bez.-, SchiGamtsgasse 5. Referenten: Doktor KnöpfmaHer und Dr. Leopold Sofer. Schomer Israel, L Bez., Hetzgasse. Referenten: B. Jahr und Dr. Z. I. F i n k e I st e i n. Beth Jizchak, 2. Vez., Eklüssttaße 21. Referenten: M. S'cha r f st e i n und Lehrer Aron Schwertfinge r. B'nai B'klth, 20. Bez., Karajangasie. Referenten: S. R e trOrt und M/ungarfeld. Beth Jakob, .9. Bez., Müllnergafse. Referenten: .Herr RabAner H o rs w % tz tim Mnisterialrat Mdses.. . Weiner.. - -'' - Ansche Emes, 10. Bez., Wvsritenftraß-ö. Referenten: Doktor Robert Weiß und Prof. Artur I r eil ft.' Emes wescholvm, 27 .Bez., -' Große Gchlffgasse 24.' Rest-. ^MMrML.LMHß:L^Wd,Dr.,K.n opf-ma ch'er., Mikdasch -WeüL 2. Bez:/ Weine HchiDafse -8. Referenten: -D. Rebenzahl und Adolf Pi n-ka s. „BethauS", 2. Bez., Ennsgafft 17. Referenten: M. S cha rfstein und Dr. Israel Wald mann. Änfche La wuzebek, 26. Bez., Lraunfels-gasse. Referenten: M. Ungarfeld und Dr. M. N. Gelber. Schowre Habat, 20. Bez-, Kluekygasse. Referenten: Ludwig Dato und Dr. Mchael S t e i n b e r g. Palästina-Abend. Heut«, Mittwoch, im Börtragssaale der jüdisch-akademischen Derbindung Unitas, 8. Dez., Auerspergfltatzr 21. Vortragende: Adolf Böhm. Oberfinanzrat Dr. Benedikt und S. H. Rünchwerger. Heute, Mittwoch, wollen sich alle Mitarbeiter des 8. Bezirkes zuverlässig zwischen 7 und 8 Uhr abends zwecks Abrechnung im Heim, 8. Bez., Bennoplatz 1einfinden. L* n Me Zuschriften in Sachen der Palästina-Woche sind richten an das Bureau des Keren Hajesiob, 1. ernmarkt 24. eigenen Kuochenkatt in die Knochen der Gmbchotttzn dirigieren. Allein der Körper kann das. Mit unheimlicher Präzision und Voraussicht hat die Materie etwas gemacht, womit ste alle so bewunderten seelischen Muttergefühls und Mutterinstinkte Übertrumpft hat. Ein Anekdotenband in Lexikonformat wird von der einzigen Hündin in >den Schatten gestellt. Von dem Hündinkörper. Wie und wieso der Körper .daß vermochte? Da ftagt chr mich zu viel! Galtet JinEler. Der verschkiundeue Angeklagte. Der Budapcher Stvafsenat bechaMHe geistern, wie von dort berichtet wird, gegen den Pridakbeamten f{p* der Kertesg wegen Dok-umenzenfällschung. Im Verlauf der Verhandlungen kack es zu einem aufsehenerregenden Zwifchenifall. Dev Gerichtshof beantragte bis Ernvernehmung einiger Zeugen und oodmte eine kurze V>erhand!lungspause an. Die dadurch entsba-ndene Unruhe Und Bewegung tm. Gackle benützte der An-geÄagte Kertesz, und schlich sich üuS dam Saale. Als der Senat wiöder im Saale erschien, tvar der Angeklagte verschwunden und konnte im GerichtsglSbäude nicht mehr auf gesunde n werden. DaS. Gericht verständigte sofort die Polizei und die Staatsautvaltschaft, welche die Kurrendierung (!) des durchge-branuten NnSeMM« de.Äügte. 14. Mar 1924 ' Ser Kaiser von AbeWleu. Die Pariser. Blätter beschäftigen sichmit dem bevori stehenden Besuch einer exotischen FürstlichkeitdeS Ras Tafferi von Aethtopien, der am 16. d. mit großen! Gefolge in Paris eintrifft. Fürst Tafftri Malonnem Regent des Kaiserreichs Aethtopien, bezeichnet sich als direkten Abkömmling deS Königs Salomo unddeeKönte gin von Saba- Im Gefolge des Prinzen befinden sich ungefähr 30 Personen, darunter zahlreiche Würdenträger und. Gaufürsten, des äthiopischen Kaiserreichs, die alle In prunkvollen Gewändern erscheinen werden. Prinzoegent Taffer^ bringt nach Europa zahlreiche Geschenke mit, unter andereck sechs Löwen, von denen.zwei als Geschenk an den Präsidenten der sranzösischen/Republik, zwei. für. den K.ömg von England und zM für den König von ZtaUeir' bestimmst. sind. Außerdem bringt der Prinz ein Dutzend Zeb ras von reinster Rasse, Elefantenzühne, goldene Ehrenketten, kostbare Krilmmsäbel, Schilde, Helme usw. mit, die er an den europäischen Fürstenhöfen austeilen wird. Ras Tafferi wird in Paris dem Präsidenten der Republik secke Aufwartnng machen Md wird selbstverständlich auch nicht ermangeln, den herkömmlichen Kranz am Grabe des „Unbekannten Soldaten" unter dem Triumphbogen in den Ehamps Elyfees niederzulegen. Eine Mische StudenteOM. Aus Antwerpen berichtet I. T. Ä.: Ans der am 6. d. stattgefundenen Schlußsitzung des Weltkongresses jüdischer Studenten wurde die Exekutive ermächtigt, eine jüdische Studentenbank auf den gleichen Grundlagen wie die schon bestehende Bank des Z«ntralverbandeS jüdischer.. Studenten in Polen, zu errichten. Der Hauptzweck der- Bank wird es sein, Studenten, die ihr Studium vollendet haben, gegen genügende Sicherheit Anleihen zu! gewahren, um chuen die Mögnlichkeit zu geben, fich in ihren Berufen zu etablieren. i Es wurde auch einem Plan der Errichtung eines zentralen Sanatoriums für jüdische Studenten zugestimmt. Das Sanatorium wird wahrstheinlich tn der Schweiz errichtet werden. (Es existiert bekanntlich bereits ein Studentensanatorium in Borvchta in den Karpathen,. daS vom jüdischen Studentenverband Polens unterhalten wird.). . Die gemütliche Straßenbahn. Die Stvaßeuibahn ist M wichtiger Faktor der Großstad, und man ärgert sich über ste auch weniger als über, das Me-. Phon. .Die Straßenbahn hm es Mg. Die Direktion kann nlichtS dafür, wenn du eine haUbe Stunde aus den vichtigen Wagen warten mußt. . Komm' chen ecke hakb« Stunde Mher zur Halt^telle, deM die SiraßeuibM hat eS, tote, gesagt, «tlig; so sehr, daß sie gar Mt Mrten kann, wenn du noch gemäch- ' sich elnsteigst. Wem du auf WbogettpoLiE nicht tvointert uckd auch sonst keck Akrobat bist, mußt du üben wieder eine halbe Stunde warten und dann deck Glück ve^uchen. Dem sie hat es oilig und kann nicht warten, bis du ... (Das ist zwar hier schon eckige Male gesagt worden, bleibt alber dennoch wahr.) Du brauchst die Straßenbahn und deslhalb mußt du schwebten. Auch wenn du kein „MaMesalleirer" bist, kannst du dir keck Auto erlauben; nicht einmal so ock kleiines um die MYsvche Taxe, die an-gMich existieren sollen, du elender geistiger Arbeiter, du! Aber eS gibt auch «manchesmal ganz hübsche Zdhllen aus gemütlicheren Strecken der Elüktvischen, zu denen bestimmt auch die Gvinzinger LtNre gchört, überhaupt am Sonntag abends. Wenn du Glück hast,. kannst du in ecke gediegene Gruppe von Heckttchvern vom Henrigen geraten. Da unterbricht ein braver Bürger slSinen «öcheilinden DuM ick jähem Erwachen mit der lauten RöMiniszenz: „So a RöhMa, so a Rohbm", oder eS Sann Passieren, daß irgend Me Halde, der die Augen übevgchen, und die mit eckE welken „.Blumenbnsch'n" proforma hevumfuchteitt, sich plötzlich aus dich stürzt, um dir einige Fevauschende" Küsst zu applizieren. Und schließlich begkbt es sich, wie neulich, daß «ebner sich stinen! Gefühlen übergilbt, und etwas von dem was er hinter die Binde Massen hat, auf die Tramwappusistr befördert. Der Schaffmr sicht bekaMtlich alles, was er nicht scheu soll. Die Straßenbchn hat es, wie gesagt, eilig, aber auf einmal hat sie Zsit, Mlbt stchen und rührt sich nicht vom Fleck. ,/Herr, Sie müssen 10.000 Kronen bezahlen!" Auer: „Warum?" Der Schaffner: Mr die BerunveMMg!" „Cr hät doch mr «ttsglspuckt!" ' „Na, er hat g'spieben!" (Komparativ von spucken.) „Was lllaMn S', mir nehmen den Puffer so ck die Hand?", ekstrt der Schaffner weiter. Der Täter erwacht, wivd lebendig und schimpft. Der Schaffner! „Das. kost' 10.000 Kronen, De Bsm». veintgung kost' sovtel. Mir wtvd's aufgevtzchnst WN der Direktion l" Ein Fahrgast: „Aber Ste können doch nichts dafür. Und wenn Sie vorne oinM eine Karte geben Md hckten jMand vermreckigt.. „Fa, ich bin vsratwortlich Md muß die'40.000 Krön!" zahlen. Ich wer' mich doch nicht mit der DirektiM hschellen!' Da hat er recht. Wer wird sich mit der DiMion her. stellend Dte Heimkehm sind auSgesttegen. Der Schuldige schimpft weiter.- Eckige Fahrgäste:' .Msthten, wir Mn itecke M, wie ' kommt man da dazu?" Die Elektrische steht. Schaffner sammeln; sich an, ein Kontrollor erscheint, M Wachmam amtSschimmÄt, Reugievige, Volk, eine Ansammlung und Verkehrsstörung ' Schließlich erlegt einer von der Gesellschaft die 10.000 Kronen Pseiferl, Trompete treten in Aktion und vorne gibt der SchoW ' tuet das GloHnzeichtzn MevbMich^ obwohl Leute m$. cpf

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