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Wiener Morgenzeitung · 1924-05-13 · Heft 1883 (13.5.1924) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1883 (13.5.1924)
Date
1924-05-13
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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'V>*. r-- SStener MÄWtDWtg. ’ 18. Mm IM 9ti. 1888 Aftollotheat«. f ^Lie Königin vam Montmartre." ' Die «E.Operette des APpllothealer^. von zwei uorhffch«n Autoren, Denn S p r a it.k l in und Vada E u n e m verfaßt, Ist'ganz im internationalen Operettettjargon gshatteu.. Selbst das MAieu des Apachentums, das üns in dieser Saison schon zum zweitrn Male in der . Operette serviert wird,/hat. keine besonbnmr textlichen oder musikalWiett Einfälle gezeitigt. Ten HöhepurÄt des Abends bildet eine'Einlage, das Auftreten des!TänzechaareS Les Windsors. Aus der Technik des ApachentumS, aus dem Spiel mit .der Gefahr,-aus dem Griff nach dem Messer und dem Lt'ben, ans der Kraft des männlichen Körpers mch ans der weiblichm Bereitschaft Wr Hingabe/werden Tänze geformt, deren straffer Rhythmus Md steigendes Tempo die Nerven des Zuschauers zur starren An- Wnnuitg zwmgen. Die Musik zur Operette ist dort am glücklichsten, wo sie unter Benützung französischer Chansons die Montmartre-Stimmung verbreitet. . Her neue Mrckktor Max § t ei »er-Kaiser hat das Werk für die derch'che Bühne bearbeitet mtd in Szene gesetzt uudimit einem vom Zufall zusammengeffchrten-Memble eine estcheitliche Sefftung zu erzielen verbucht. Mitzi Gü n t h e r ist als Apachenmädchen ganz daß Wiener Vorftadttiud, dessen Frohsinn.im Gesang, dessen Anmut m Tanz sich ausdrückt, während sein Lächeln jeden Ernst und jsde Trauer verbannt. Olga BartoS-Tran, aklgustchr verliebt in ihre Beine, die schr schön nnd wohlgeformt find, wiM durch chr rassiges Temperament. FranzH öbling vom Burgkheater redet und fingt 'unentwegt Dolche. Ein Wüterich ohne Atempause. Josef Egger, ein Komiker,von persönlicher Note, schafft eine köstliche Vagabundenfigur, Karl Bachmann stellt, wie immer,, durch seine ivarme Stimme und durch sein gutes Aussehen befähigt, den- LisbeSikarchidaten. Es gab noch eine Reche glück- Iich gesehener Gestalten, die den Apachenhnnmet bevölkerten und Mannequins, die sich mit ihren Wiener Tvilettekünsten nach Paris tzHirrt hatten. Ein Blumenmeer verbarg nach dem zweiten At die Darsteller vor den Blicken der eifrig Beifall klatschenden Zuhörer. ' —dt— dl» A«A> nnd Aratersest der Stadt Wien tat -erbst IM. - Gestern farw in Anwcheicheit des Bundesprästdenten die Lroffnung^itzuUg des Hauptausschusses des Musik- und Theaierfestes der Stadt Wien statt.' ’; . . Das bisher in Aussicht genommene Progratnut umfaßt dfe' folgenden- Darbietungen: Staatsoper: Berchmien, ..Die Ruinen von Achen" und „Die - Geschöpfe des Prometheus"/mit Text von Hugo Hofmannschal,' zugleich mit Mucks BallettDon Jüan"; Richard Strauß, '„Intermezzo"; Johann Strauß, Neuinszemerung der „Flchermaus". B u r g th e a te r: Grillparzer, ,,Ein BrnderAvist im Hause Habsburg"; Schn itzter, '„'Komödie'- der Verführung". In, Leiden Stäalstheat-rrn ein^NDerblick über das zeitgenösfWe deutsche und' österreichische Schaffen. R e d o u t e n s a a l: „Der Bürger als EöelMann".1 B o lksopcr: Millöcker, „Der Bettelstudent". Deutsches V olks t h e a te r: illeftroy, „Häuptling Abendwnch",. MW von Offenbach; Neuinszeniernugen vost Grillparzer,' Raimund und. Anzengruber. RaimundL- Theäter: Eine neue Komödie von Franz Werfel; Hermanü Bahr,-/,Ter' FranK". Max Reinhardt. im Theatesc in der Josesstadt: Uraussührungeu,.darunter Max Mell, „Das slposteWel". L ustsp ielthe ater: Nestroy, „Eine Wohnung zu vermieten in der Stadt, eine Wohnung zu vech mieten in der Vorstadt, eine Wohnung:, zu. vermieten in Hietzing" (Inszenierung von Karl/:Kraus); Karl Kraus, „Wölkenkuckucksheim"; Arnold Schönberg, „Die glückliche Hand", Drama mit Musik, zugleich „Der häusliche. Kriegs, Oper von Franz Schubert; Uraufführungen der nachgelassenesi Zehnten Syinphanie von Gustav Mahler: 'Ein Noditätenkonzeist: Klavierkonzert' von Korngold, dazu' wahrscheinlich eine neue Lyntphanie .von .Franz Schmidt und ein'Orgelwerk von Katzl Prohaska: Ern KammernnffÄkvnzert: Haydn,' Beethoven und ein modernes Merk. Jur Rahmen des:Musik- und Dheaterfsstes werden: im Herbst auch mehrere ' Kunstausstellungen veräwstattet werden. Auch ein mi er nationaler Mch'iirrkongrsß wird abgehalten werdon. / - ' v fine ArchitektarimtKeltaus tat vefterreichischen Museum. J Wie recht -harte doch Josef Hoffmann, ats er 'mir vch «n-'Zsn -.Jahreü'/aüf mein Erstannen darüber, daß statt Hofst manu,/was i'eMtverständtich gtävrf«r.'ware, Peter Behrens aus Brrlin -die: Berufung au die Wiener Mademie erhielt, zrsir- Antwort, gab, cs wäre ganz -gleichgültig,. von: wem. astS LeistuugtN.tzriolgütt, wichtig sei vielmehr,' daß übeHaupt gedeihliche Arbeit sich entwickle. ' . - | Tie. : iriterefsante Ansstrllnug im OHerrdichffch« Mu'enm gibt' dieser: selbistlos-eu Aeußernng unseres be-denteMsteil iArchii-Ueu-im w::tssten Ausmaß 'recht.' Denn alles An8gefiei'lie -zeiht -m nuzweidLutigster Weise,-daß Behrens mK. Berl:!! ‘a\ks[ dar wieder i-mpvrtiert hat, was durch unser-efi Export - berLiis'bedingt war. Dem flüchtigen MchMer w:G attffatlcu-,'daß die hlnregung, a-usgchenÄ' von Dent-fchland nH inLbe-soudere dem „WyilMarer Bauhaus", in den ausgestc-'' Arbeiten zmn Ausdruck -gelmnrnen ist. Wenn wir aber um den. Weg, besser gesagt Umweg wissen, erscheint uns alles' in weitaus aNdere.nl Lichte. Erinnern wir uns au die bahnbrech»nde - Pioni-erarbpit, die der Memr BünNürrstler Otto Wagner für die Entwicklung der müdrrmn Baukunst gewistet hat, indem er als, erstes ihre. Voranss-e.tznirgen. in .Zweck und Mater-ieerfnllung erblickte mstd aus diesen Elementen entwickelte. Denken wir ferner betrau, daß es Wagner war, .der zurrst dem sinnlosen Nach«, cchmen der Baustile errtgege-ngetrÄen ist. Und \mt>m wir endlich unsere AufmeMuEe.it destM Schüler, Josef Hofsmann, zu, dem bedeuwnden BegrüMr der Hemäfften Idee der ganzen KunstentwicklungsgLschichte, -der „SeFksfion", w Müssen wir im Hmblück aus dessen Schaffen «inMstchen, daß käme Tat auf dem MMn-tgebiet der angswandten Kunst in ggnz Europa möglich gewesen wäre ohne Vre SMtzPunkte i.m WerSe Hoffnwnns. Durch Hoffmann, die Mener Kunst« getverbuschule und die „Wiener Werfftätte" ist Wien zur Ge» burisstätte d-er angewandten Kunst mL der Architektur für ganz Europa geworden. Das, was wir M 'flüchtigem Betrachten der Ausstellung als fremden Ginfluß auf unsere Arbeit zu bezeichnM geneigt sind, ist letzten Endes sine RücksivchLmrg. Das geht schon daraus hewor, daß ein ausgästelltrs Modell des dorr Joses Hoffinann im .Jahve 1903, erbauten Stockkechcmses den Tendenzen disjcr AuWllung von 1924 entspricht und voWommene GÄtigkeii besitzt. Noch eSvas anderes ist bei -dieser überaus irüeressanten Ausstellung bemeÄenSwrrt. Zwar ist es die durch sie doSume-nt!erte - Eiuhelttichkei!t des geganSvärtigen Schaffens. Gabriel Ge v re k i a n, >ein ehemaliger Schüler Oskar Strnccks, schasst gegeniwärtig in Paris und die von ihm gefeu.dete Ärbsit ist vom glsiche-n Geist wie die hier gÄoistet-e. Bemerkens» wert sind die Mctdelle für NMungsbauten und Mnfcrmil'ienhächer aus den Schulen Hoffmann und Strnad. Die HpuptnrvÄve des tün-süerifchon Ausdrucks sind die Schönheit großer ferffierloser Wandstächvn und intevessa-ni proporiiotvierier Fenster, außerdenc die -neue» Konftruktionen des B?ton. Ferner Mt es Läfu-ngeu für öffentliche Bauten, die all« leider ausMichrteu m den Schatten stellen. Ein hervorrrgeMs Beispiel für einen solchen Fall ist das Krematorium» prof-kt von Prof. Strnad. Die Projekte der Schule Stein» ho-f sind unbLfriedigLn.de, unveffe, proportionsl-ase, - amevMl-N'i» sirrrnde Versuche. O. Härdil hat die Raumgestaltung gelSst, er hat den Raum durch äußerlich zwecklose, rein architaktomsche Kprrst-rukiionen vo« Plattenschichiungen zwar nicht mehr ganz originell, aber immschin gelöst. Jedenfalls ist die Berrinhsitl-rchüng von Raum und ausgsstellirm Objekt geglückt. -Dennoch haftet der Ausstellung etwas tvrgisch E'nWen-gsLs an, vielleicht -das -der Idee. Via aus der 'Mengung in Papier, .Hast und Pappe sich-in Mrklichkeit sehnt...-!/ / Arch. Leopold Klc-iner.- Ans den Aeatem. Bolksoper. Heute „Die lustigen Weiher von W i n d s o r". Morgen „M a r g a r e t e" (Faust). - -Deutsches Volkstheoter. Heute Donnerstag usiid Samstag, halb 8 Uhr, „Mama Kolibri" mit Claire.Wallentm. Mittwoch, 7 Uhr, Strindbergs „Erich der Vierzehntes. . den Kammerspi-elen findet morgen, "7 Uhr, die EOaufsührung des drriaktigsn Lustspieles „Momtie u. Cie" (La -stmme du jour) von Paul Armont und Leopold Marchand. -deutsch von Franz Farga. statt. Erika Gläßner/spielt hie Titelrolle. Heute spielt Erika Glätzner zum letzten Mal« die TitÄrolle in dem Lustspiel „Die Mary".; . R aimund The a t e r. Heute Pirandellos - GpoteÄe „Sechs Personen suchen einen Autor". Im Rahmen: des Gasst sbet und Kredit" m'Szene. Beginn' taKich hach Heute, 7 Mr. st',Der Kn flrnvelloser «ritatkWm. Gesternwar der Mjähvige. GeschöistsWhrev im Gewedbe». lager in Bru-nn am GErge, Leopold' Prasse r, wsgen. Ber -f it h r -u n ig unter 'Ansage der ’ Ehe augeKagt, weil /er ein jetzt 17jahriges Mädchen, mit dem er sich mit ZüftiMmuüa des Vaters vor, zwei ^Jahren verlolbt hatte, zu Falle gebracht und die Eheschließung mit dom Vorwände zu hrnte'rtveiben wußte,. daß er kante Wohnung habe. In der Anklage lviuvde auch behauptet, daß die Wckhmmig, die er mit seiner Mutter bÄvohne. ichn gehöre. Bei der gestrigen Berhandlurtg wurde festgestellt, daß der AngüNagte dem Herrn P. eine Mlliou gegeben hatte, damit er das Mädchen verführe, so daß Prasser ‘ dann Grund -dazu hatte, das Mädchen ahMschutteln. Werbers wurde konstatiert, daß er auch noch Kvei Vechältnisie dantals u-üterhisli und von einem -dieser Mädchen ein Kind hatte. Die Pv'wa-tbetekügte gab auch noch Folgendes an: Prasser hat'auf meine und meiner Angehörigen Vovst-ellungen . als Haupt" Hindernis der Glieschließüwg den WohnungKmanael h'mgestellt. Ex hat mich nun zu überreden versucht, mich dem Herrn K., - einem älteren, reichen Ziegeleibe-sitzer, der stets freundlich und zupopkommend gegen mich war, hinzugeben. Eine Wohnung koste mindestens 20 Millionen Er hätte eine solche "in Aussicht. So viel Geld habe er geigeniwartig nicht, von Herrn K. würde, ich diese Summe bekommen. Ich habe den Antrag abgewiesen, worauf Prasser mir zuredete, indem er sagte: „Niemand wird davon erfahren,' es bleibt Geheimnis zwischen uns, du wirst dich nicht mehr so zu plagen brauchen, und wir bekommen eine schöne Wohnung; du tust es ja für mich und Kr dich!" Der Angeklagte wußte diesen Be-schMiguugett gegenüber rtichts vovzubringen, erklärte sich iedoch bereit, das Mädchen zu heiraten. Der Vater und die Pvivatbeteiligten lehnten auf das entschiedenste ab. Landesgerichtsrat Dr. Donau verurteilte den Angel l-agten zu einer strengen Arrest strafe von drei Tagen, wobei in der Begründung eMärt wurde, daß der Angeklagte niemals die Absicht gehabt habe, das Mädchen zu heiraten-, und sich in das Haus der Eltern eingeschliichen habe. um das Mädchen zu verführen. Julie": und 8 Uhr. .-Theater in der Josefstadt. Schwierige". - . -/Johan u Strauß-Theat e r. Heute 50. AufführMg der O^rette „Marietta". ' ' R e u a i s s a n e e b ü h n e. Heute, 8, Uhr, Urauifführünig des dreiaktiüen Schwanks „Familie Hatschet" von Arwin Friedmann mit Gisela Wer-bezirk als Gast und Max Brod in der männlichen Hauptrolle. . -Moder-nes Theate\\ Heute „L'amant/de coeur" (KavhsfeK). Abends 10 Uhr verabschiedet sich Kurt-Götz uvch B-Ürles v. Martens in den Einaktern „Das Märchen": und „Die/fvie Tante", da die Mii'twochäir-achtvorstelluW. wegen -Abreffe-H's Kknstlerpagves entfallen muß. " : / tzerichtis««-. In unsevttn gestrigen MÜMeuillfto« - i.Bvechqpen-G«denLfei-er) soll-es richtig heißen: Of-ftÜbäp'hdttd das /Publikum von 1824 -einett viel größereit M-uWalischen Appeiit.'.als die Hörer von ld2l; fteilich war es noch, nichtdn-> irrt mufikalffch übersättigt. - ^- /st'. ./ --- -' Müsiknotizen. Im R o st o ck i x Stadttheatev '.faßi M. Eytauffnhrung von Richard Äagtters Jugenipper ,A'i«v einen großen Erfolg. — Die BriHH Hätwnäl OpM/chivd noch in -dieser Saisont ftckgevide Werke emUcher äm-ÄMt drei moderne Quartette zur CchouffWrürg:.'iLrnst Kr'ene-'-ks Streichqtrartett Op. 20. A. v. Webiers ,Mnf. Stücke für Streichquartett" und Paul Hickdetnfths .^S^ichqua^- teti Op/32". — Artur H onegger s ,Mnig ÄMtd". ein. bÄlffch'tß Chorwerk, hatte bei seiner AuMhrtmg mt P ä-r t fe'r Thieätve sdes Chainps Elhsees großen Evfvkg.; Sonntag den 18. Mai 1924 ’ . ' halb 11 Uhr vormittags» Im 9£jdP£/;;jn_ KarionvpttaiJtf ib*i Dr. Leopold Sofer, 1. Köhlmarkt 10 (fel. 66*7 30]|, und der Vorföhrdng im Kfflo von 0 Uhr vormittags ch» Muberhauptmanu und Biehlieferaut. Bugrad, 12. Mai. /Tel. der .Wiener Movgenzeitung".> Bor dem Gerichtshof von EffM begvnni heute der Sensations- Prozeß gegen den bevüchtigtett Räckberhauptmann Jov'o. Car-uga. der mit s-emer militärisch organ-isierten Bande die Umgebung von Essegg lang terrorisiert hatte und während dieser Zeit zahlreiche Einbrüche, Raübansälle und Raubmorde verübte. Caruga hatte für seine'Bande ein regelrechtes Statut ausgearbeitet, Verräter kamen von em B and enge richt und wurden gegebenenfalls von ihm feM hingerichtet. Im vergangenen Jahre zog sich Cavuga . vom Räuber^ Handwerk zurück, ließ sich in Viükovce nieder, wo er bald ein geachteter Bürger und Bl-chlieferant der dortigen Garnispv wnvde.. Durch einen Zufall wurde sein Vorleben bekannt und Earugr wurde nach heftiger Gegenweihr verhaftet. Die Haupt-. Verhandlung stößt auf grüße Schüvievi-gkeiten, weil sich iü Essegg kein Advokat fand, der seine Bert erd igung übernommen hätte. Bor drei Tagen wurde für Car'nga ein ex offö» Berteidvger bestellt. Der Staatsanwalt hat -gegen Earuga und-seine -zwölf Komplicen die Todesstr-asc beantragt.^ Für die Veroatidlütig macht sich in ganz Kroatien riesiges Interesse geltend. Eine Regierungsverordnung als gesetzwidrig an den Ver> fasiungsgerichtshof verwiese«. Ein lanHesgertchtlicker Berufungssenat des Gewepbegerichtes hat anläßlich der Klage eines peWaniechen. BalMoächterS beschlossen, die Regierungsveror-dung vom 16. April 1924 dom Verfassungsgerichtshof mit dem Antrag zu imtevbveiten-, sie wegen Gesetzwidriji>* kei-t auifyuh ehe n. In dreier Verovdnunig werden die pensionierten B-undesbahnangestellten, dis bisher die den Bundesbähnbediensteten zugelsprochenen erhöhten Bezüge zu erhalten hatten, den Bundesibahnangesiellten gleichgestellt/so daß sie auf die. erhöhten Bezüge keine Ansprüche mchr hätten. Die Verordnung soll sogar rückwirkend vom 1. Qktdber 1923, d. i. von dem Tage der Uebevnahirre. der Bundesbahnen durch die Firma Oesterreichi-sche Bundesbahnen, gelten. Das Berusu.ngsgericht war der Ansicht, daß durch die Ver-ordnuit-g bereits erworbene Rechte aufgehoben werden, was gesetz- und verfasiungswidrig ist. Das Urteil iw Fleischdiebstahlsprozeß. Gestern spät abends wurde nach siebentägiger Verhandlung der Prozeß w"gen der großen Fkeiffchdiebstähle im Schlachthaus St., Marx zu Ende geführt. Im Laufe des BeweisverfahrenS hätte der Staatsanwalt gegen sie'ben Arrgelklagte. deren Schuld nicht erwiesen wenden konnis, die AMage gu rÜckLez o ge «.Wegen Verbrechens des DtebstahleS würden vier AngMagte zu drei bis sechs Monaten schweren Kerkers iverurteiit,' Die übrigen AngMagten wurden teils wegen Uvbertratnng des Diebstahles, teils wqgen Mitschuld zu Arr-eiststva-fen -in der Dauer von 14 Tagen bis zu vier Monaten verurtMt. In mehreren' Fällen wurde di« Strafe für bedingt evklärt. Einige Mrge- Nagte wurden freigesprochen. Die beleidigte Orgauisatiou. Der Inhaber einer Zi« garetterchüffenfahrHk Jakob Schbmnamt war von, drei Beautten des Sennefelderbundes, der -eine bestimmt^ Fachgruppe umfaßt, wegen Chrenbe-lodigmrg geklagt worden, weil er/zu der Betriebsrätin seines Bureaus gesagt hatte: ,Me Herren von der Organisation -fressenl sich für euer Geld an, damit sie dicke Bäuche haben". Der Verteidiger Dr. Siegfried F lei s chm a irst. wendete ein, daß -die Kläger als bezahltd.-Beamte des Sennefelderbundes die Organisation nicht vertreten und daher nicht zur Erhebung der Klage akt-i'-v 'legitimier-r seien. Der Angeklagte wurde auch auf-Grund dieser Erwägungen freigefporchen, wobei iu der Urteilsbegründung erklärt wird, daß allerdings abß-Ätiv' der Tatbestand der El)renbeleidi'gung vorliege. Das Urteil: auf Räumung des Eafe Ätlautjs aufgehoben. Das Landesgericht als BerlUfungsgevichi . Hat' das Urteil' 'des Bezirksgerichtes Innere Stadt a u f -g e h y b e N, ’ durch welches -der Pächter-des-Cafe Märttr8,-P. Ferher^ vchichuugAvLffebtc Firma Ferdinand Ka 8 zna r -u. E o.,' deren Gesesl' schafter Ferber war, zur Räumung der:Lokalitätendes Cafe Atlantis auf der Ringstraße errichtet, worden waren, weil sie entgegen dem Verbote der Weitergabe:-er LokMäten :an andere Personen, das Cafe von Max Aezel in. UnttrmietL gegeben hatten, der dann gleich-Feüber in^Mir ianHchenerrogen- «n Strafprozeß wegen betHgerffcher MgabenhinteMehun'g iüf Cafe Atlantis eine Roll« spielte. Die EigesiMurerisi des Häulserblockes Atlantis, die InvustrielbureaugesMchaft, hat gegen /die Entscheidung die Revision an den Obersten Gerichts?- - Hof eingebracht, von dessen Entscheidurtzs,' irs' nun. abhättaen H wird. ob das Kaffvchans werier bestehenwird oder, vich!- .

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