Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1881 (11.5.1924)
- Date
- 1924-05-11
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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V -r . r '«*!> < f*?-\ »’iw? ^w{-t<;r M»?LL- O CBTTC o Men, ®Öttltlftg i SSi itntt Morgenzettnng. BOB Das hervorragende jüdische Geschichtswerk GRAXSTZ, GESCHICHTE DER JUDEN in 3 eleganten Geschenkbänden (ca. 2000 Seiten stark) erhält jeder, der die „WIENER MORGENZEITUNG“ abonniert und die Bezugsgebühr auf ein Jahr im vorhinein entrichtet // Jahresabonnementsgebühr K 420.000 Falls Zustellung ins Haus gewünscht wird, sind überdies für Porto K 15.000 zu entrichten Für das Ausland beträgt die Jahresbezugsgebühr das 12fache des am Kopfe des Blattes ersichtlichen Monatsabonnementspreises zuzüglich K 25.000 für Expeditionskosten Diese Prämienausschreibung wird bis 30. Mal 1. J. geführt. erneut der Lieferant noch eine schriftliche Garantie dazu gibt, daß man unter sechs Mumien wenigstens einmal Halbwegs sprechen kann, nehm' ich ihm sogar ein Dutzend Einbanddecken ab. as. * Auszeichnungen Von Aerzten. -Der Bundespräsident hat dem Medizinalrate Dr. Emanuel Raab in Baden und dem Praktischen Arzte Dr. Siegfried Weiß in Wien taxfrei den Titel eines Obermedizinalrates, den praktischen Aerzten Doktor Alexander Polla? und Dr. Guido Hiemesch in Wien taxfrei den Titel eines Modizntalrates verliehen. * Eine Gedenktafel für Professor Alois Kornitzer. Gestern fand im Bundesrealgymnasium in der Sperlgasse die Enthüllung einer Gedenktafel für den im Vorjahre verstorbenen bekannten Philologen Professor Alois Kornitzer statt, der an dieser Stätte viele Ich« gewirkt hat. Professor Kornitzer, den außer pnostmder Kenntnis der klassischen Antike ein umfassendes Wissen auszeichnete, war als Gelehrter sowie als Lehrer eine Zierde seines Standes. Er wußte seinen Schülern den Geist der alten Sprachen lebendig zu veranschaulichen Und verstand es, seine Schüler geradezu in faszinierender Weise anzuziehen, wie auch die Redner der Feier hervorhoben, zu der Vertreter der obersten Schulbehörden erschienen waren. Eine große Anzahl ehemaliger Schüler, in deren Andenken der ausgezeichnete Lehrer noch heute fortlebt, hatte sich zu der seltenen Feier eingesunken. erschwunden und ihre Angehörigen g . daß an ihr ein Verbrechen verübt worden ist. Sie wohnte v.; chrer Mutter Helene Rohl, geb. Fröhlich. Sie war verlobt und am Abend des 3. d. hatteihr Brättti-Kam Joses Gottwald in der elterlichen Wohnung Ar Besuche geweilt. Als er sich um 9 Uhr entfernte begleitete ihn die Braut auf die Straße und ging mit ihm bis zur Haltestelle der Straßenbahnlinie ,.6" ans der Wiedner Hauptstraße an der Ecke des Mavgavetengürtels. Dort verabschiedete sich das Brautpaar und Helene Fröhlich trat den Heimweg an, ist aber nicht mehr nach Hause znrückgekehrt. Sie ist seither spurlos verschwunden und alle Bemühungen der Polizeibehörde sind bisher erfolglos geblieben. Die Nachfrage bei Geschäftskolleginnen hat nicht den geringsten Anhaltspunkt für den Grund ihres Verschwindens gegeben, ebensowenig konnte irr ihrer Korrespondenz eme Stelle gefunden werden, die einen Fingerzeig geboten hatte. Die Angchörigen sind der Ansicht, daß das Mädchen entführt worden oder einem Mädchenbäudler in die Hände gesallen ist. * Zehn Millionen Kronen für die Auffindung des der» Nhwundenen Studenten Komlos. Die Nachforschungen nach dem Verbleiben des seit dem 7. d. unter rätseHaften Umstanden vermißten Hörers der Medizin, Edmund Komlos, haben bis- *et Erfolg gehabt. Der junge Ko-rnlos wird als unoewohnftch begabter junger Mann von großer Intelligenz geschrvdert, der auch mit Erfolg schriftstellerisch tat'ig war. Die tfamute hat auf die Auffindung oder ans Mittelungen, die zu ferner Auffindung sichren, eine Beilahmmg von zehn Milnonen Kronen ausgesetzt. _. Z Schülerfahrprrisermäßigungen auf den Straßenbahnen. Direktion der städtischen Straßenbahnen empfiehlt, die A nluchen um Schülerfahrpreise auf den städtischen straßenbaynen (Emzelanweisungen für Fahrten zivischen Wohnung und Schule) zchon ab Mai des laufenden Schuljahres für das kommende Schuljahr 1924.-26 einzubringen. Diese Ansuchen werden dann während der Ferienmonate erlediat, so daß der Begünstigte gleich bei Beginn des neuen Schuljahres -in den Genm; der Fahttermätzigung treten kann. Bei später, etwa erst Schulbegmn einlangenden Begünstigungsansuchen kann eine baldege Erledigung nicht verbürgt werden. . *. 2enchtende Schilder. Die deutsche Gasglühlicht-Auer-Gezellschast m Berlm hat vor kurzem wieder eine neue Sensation herausgebracht, welche in kurzer Zeit eine vollständige llmwälzung auf dem Gebiete der Lichtreklame Hervorrufen wird. Cs to aftiber Leuchtkraft ausgerüstete Gemeinde Wien hat bereits eine größere An» zahl Muster-Anfertigungen bestellt. Die Felderstraße und noch ermge andere Straßen im ersten Bezirk werden mit leuch t e n-?lnraßeniafeln versehen. Aber auch für die Clektro- ^«ler Avtrkel von großer Bedeutung, denn die Auer- Gesell, chaft Berlin, erzeugt neben den Schildern auch s e lb st- Ausrüstungen für Klingeltaster. Lichtschalter und alle anderen Stark- und Schwachstrom- Armaturen. Die Leuchtwirkung, welche nicht mit phosphoreszierender verwechselt werden darf, da .letztere immer Bestrahlung durch Tages- oder Kunstlicht erfordert, ist rein radioaktiver Natur und konnnt durch einen Zerfallprozeß der radioaktiven Substanzen deS Radwchors und Mesothors zustande. Es läßt Nch daher auch die genaue Leuchtdauer voraus berechnen. Auch dr-. Theawrtokalkommission soll sich mit der Absicht tragen, in wmtuchen Theatern und Kinos und anderen öffentlichen Lo» kalen dreAnbringung von solchen Markierungen vorzufchreiben. , Maffendersammlungen gegen den Abbau des Mieter, sthutzes. Heute findet eine Massenversammlung der Mrerer gegen den beabsichtigten Abbau des Mietenge, setz es nn Saale des Ottakringer ArbeitecheimS statt. Für sind 12 Mieterversammlungen anberaumt. MeichMig fmden auch in Graz, Innsbruck und in Wiener- Neustadt ähnliche Kundgebungen statt. * Nach Nordamerika beginnt die Einreise-Möglichkeit be. kenntlich wieder am 1. IM für alle Nationalitäten. Die Ausreise ans einem europäischen Hafen kann also schon gegen Ende Juni erfolgen -mit Dampfern, welche nach dem 1. Juli in New-Aork oder einem sonstigen amerikanischen Hasen landen. Der Andrang für die Landungen Juli und August ist schon jetzt ein sehr großer und werden Schiffs- Platze nur jene Passagiere erhalten, welche sich auf Grund -ihrer Dokumente ehestens vormerken lasten. Näheres hierwber: Norddeutscher Lloyd, 1. Bez., Kärntnerring 13 (Grand Hotel), Tel. Nr. 71.111. (Entgeltlich.) Advokat als Raubmörder. Aus Czer nowitz w eines Doktors der RechtAorsftnschäften berichtet: Dr. Anton Labatin daß der ukrainische Bauer Miachiliuc, min 2 0 ODolkar in Cz er nowitz ankommen werde. Doktor Davatin erwartete den Bauer in der Nähe der Eadt, versetzte ihm mit «Wer Hacke mchvere Hiebe urä Wchette ihn M. Der Bauer wurde lebensgefährlich verletzt, Tabätin ist spurlos verschwunden. * Warnung. Die Organisation Hechaluz, österrcichischer Landesverband, teilt mit: Cs sind in der letzten Zeit Personen, hauptsächlich aus Litauen und Polen ausgetaucht, die Sammlungen si'lr die Organisation Hechaluz uitternchmru. Wir warnen -die zionistische Öffentlichkeit vor einer derart!gell unbefugten Sammeltätigkeit und teilen offiziell mit. daß nur jene Personen berechtigt sind, Geldbeträge eiMlheben, die Saminelbogenformu« lare der Hechaluz-Orstanisation besitzen, welche die Organrsationsstamviglie sowie die Unterschrift -des Vorsitzenden, Herrn Otto Stein, aulfiweisrll. * Ein seltener Meteorsall. Bei Weiden in der Qbervfalz ging vorgestern ein Meteor nieder, das einen Augenblick o!e ganze Gegend taghell erleuchtete. Beim Ausschlagen auf einem Baumstumpf flammte das Meteor noch einmal auf und wühlte sich dann nef in den Boden ein. Bei der Ausgrabung zeigte sich ein mehr als drei Kilogramm schwerer Stein von schwarzglänzender Oberfläche, der auf.der einen Seite keilförmig zu gespitzt ist. _■' (Die nachstehenden Ankündigungen find entgeltlich.) Beachten Eie die Preise für Leinenwaren Schiffmann, 2. t Webe Chiffon .... Stteifgradl. . . Damast .... Jnlet..... Molino .... Bettzeuge . . . Batistchiffon . . Mattatzengradl. . Bettücher . . . 'Tischtücher . . . Kaffeegarnituren . Glasertticher. . . pro im Warenhaus 8 )ez., Tabor st ratze . . pro Meter 10.500 K. Meter 13.600, 11.000 „ . . pro Meter 19.800 „ . . pro Meter 22.800 „ . ...... pro Meter . . . .... pro Meter . . pro Meter 15.800 K. .pro Meter . pro Meter 30.000 K. ... ... 26.500 „ irüd 48. 8.500 9.800 17.500 18.500 14.800 8.900 12.800 15.900 24.000 19.800 48.000 98.000 8.000 c r K Sie beMmte holländische Berkel-Wage st-cht man heute bereits in Wien in allen Geschäften. Es ist ganz merftvürdig, wie schnell selbe Eingana gesunden hat. Vor dem Kriege in Holland von Mr. Berkel konstruiert und während der Kriegszeit an England, Frankreich und Amerika in weit über eine Million Exömplareir verbreitet, kon>rrte seHe erst Ende 1923 zu uns gelangen. Es ist das Berdienft der Firma Avionto, G. m. b. H., Wien, 1. Bez., Biberstraße 9, diese für jeden Geschäftsmann, der in die Lage konmit. Waren Nbglvwiegen, geradezu unentbehrlichen Wage -eingssiührt zu haben und ebenso zeigt es für -den gesunden Sinn der Wiener Bevölkerung, daß wenigstens die besteren Geschäfte so schnell die altmodischen Wagen entfernten und die neuen, heute schon populär gswordenen roten Berkel-Wagen austtellen. Was sind die Vorzüge der Berkrl-Wage? Für den Konsumenten ist volle Kontrolle gegeben. Bisher konnte er nicht sehen, was ihm vorgewogen wurde. Heute sicht er klar den Zeiger spielen und bei dem gewünschten Gewichte innehalten. Dem Verkäufer bietet die Berkel-Wage noch größere Vorzüge, und zwar die Kontrolle des Gelvichtes, die der Chef von ziemlich weiter Enffernung vornehmen kann, ferner Schnelligkeit, Sauberkeit und vor allem — Geüvichtsevsparnis., Ein. Uebergewicht braucht nicht mehr gegeben werden. Verschiedene Kunden haben bereits ausgerechnet, daß schon in sechs Wochen die Anschaffungskosten der Berkel-Wage voll hereingebracht sind. Die Berkel-Wage ist unerreicht in ihrer hohen Präzision, was gerade 'der Umstand beweist, daß Imitationen wohl auftauchten. aber bisher versagten.. Nähere Auskünfte und Offerte erteilen die Monopolinhaber: Aviauto G. m. b. H., 1. Bq;., Biberstraße 9. * Im altbekannten Tapezierermöbelhaus M. Mitz, 2. Bez., Darwingaffe 39 (Ecke Nordbahnstraße), kaufen Sie erstklaisige Ottomanen, Eisen-, Messing-, Patentmöbel usw. in erstklassiger Ausführung zu außerordentlich billigen Preisen. * Die Firma Boritzer, 6. Bez., Mariahilferstraße 105, teilt uns mit^daß sie den Lesern der „Wiener Morgenzeitung" Möbel aller Art und in jeder Preislage gegen oequeme Zahlung zu Kassapreisen abgibt. Schekelzahler haben besondere Preisnachlässe. * Die altrenommierte Miederfirma H. Lebowitsch, 7. Bez., Mariahilferstraße Nr. 66, 1 Stock, bringt nebst den neuesten Miedermodellen eine sentationelle Neuheit: eine Leibchengürtelkombination. Eine Spezialität der Firma sind Ausgleichsmieder (Hohlwattierung), Geradehalter und Gürtelinnenbinden für Senkungen, Miederleibbinden nach Operationen. Alles nach ärztlicher Vorschrift. * DaS Schuhhaus Dorn, 2. Bes;., Taborstraße 8 a, hat die Verkaufsstelle der berühmten Schtveizer Marke „B al l y" im 2. Be-ivk übernommen und dadurch sein bekannt großes Lager in feinsten, handrahmengenähten Schuhen durchs eine neue Spezialität vergrößert. * Soeben erschienen! „Die besten Mischen Anekdoten" von Hermann Blumenthal. Diese 66 liustixjsten Anekdoten muß jeder gelesen haben. Gegen Voreinsendung von 12.000 K. franko zu beziehen von H. Bbumenchal, Wien, 'l. Bez., Wallnevstraße 2. * Die Damenwelt hat Gelegenheit, eine überaus reiche Auswahl von Seidenstoffen, Crepe de Chine und modernen bedruckten Stoffen im neuen Modengöschäft Hela Silber, 2. Bez.. Tcvborstraße 18 (Hotel National), zu schen. Tic Firma legt besonderen Wert daraus, die Modennnlster der Frlchichrssaison vorlegen zu können. Günstige Gelegenheit bieten sich auch für lden billigen Einkauf von Resten. * Eine herrliche Wohnung können Sie sich leicht erwerben, wenn Sie Möbel in feinster Ausführung und zu kulanten Preisen, kaufen. Besichtigen Sie vor Einkauf das reichhaltige Laaer der bestrenommrerten Möbelsirma I. Wühl, 4. Bez., Schleismühlgasse 3. ■ . - Kant-Feier in der soziologischen Gesellschaft. Zur Feier des 200. Geburtstages van Immanuel ftant’ spricht Professor Dr. Utax Adler Dienstag den 18. d. in der soziologischen Gesellschaft über. ,,Die Bedeutung Kants für die Soziologie". Der allgemein zugängliche Vortrag findet um 7 Uhr i:u Zleinen FestzsMe an der Universität jtati, 11. Mai 1924 Sta. IW Bühne und Kunst. Reue Wien« Sfifine. Gastspiel Maria OrKa. Wedekinds „Musik" gibt Frau OrSka wkWoümvene legenheit, die ganze Kraft chver Leidenschaft zu entfalten. Die verzchrende Glut, die aus jedem Wort und jeder Geste der Künstlerin schlug^ echob die Gestalt dev Klara Hührrev» wadel zu gewaltiger Höhe. Mn unaufhörlicher ParoxismuS schüttelt brefe gequälte Frau, und wenn man -eine weitere Steigerung für unmöglich hält, erfolgt ein Ausbäumen — wie bei der Gotteslästerung deS letzten MeS —, das alles frühere als sanftes Gleichmaß erscheinen läßt. Wie ein gchetztes Tier wirkte die Gestalt der Klara, und der Verzweiflungsschrei der Mutter am Bettchen des toten 5ttndeS klingt lange noch in Ohr und Herzen nach. Wenn aber die Tragödie „Musik" zu ihrem vollen Rechte kam, so wurde die Groteske, -die in dieser Tragödie steckt, arg verkürzt. NameMich im Strafhausbild wäret: die Kanten und Spitzen verwischt und von der ingrimmigen Satire blieb herzlich wenig zurück. Der Einzige, der den Absichten des Dichters auch in dieser Hinsicht gerecht wurde, war Herr Lesisen als LindÄkuh. Herr Gtahl- Nachbaur wußte mit dem Profestor nicht viel anztlfangen und spielte ihn bcherzt als ,-schlechten Kevl", Schürzenjäger itrtb Verführer, mit wenig Verständnis für die Benebelung und Selbstbetäubung, in der dieser Lebenskünstler steckt. Brav und tcLpfer, ohne tieferes Eindringen Frau Simson als Else. Frau Fraederich und die Herren Spieß und Blenke boten als Gefängnispersonal nur schv matte Karikaturen. — Die Aufführung, insbesondere aber Frau Orskä, fand reichen Beifall. . ' . K. M „Ire schwarze Perle." •:^'V ’ Wiener Stadttheater. Hier wird jetzt ebne Pariser GensationskoMödle vo. Mouezy Eon und A. de la F o u ch a r d i e r e mit Wiener Lokalkolorit (lütter Belastung des Ortes der Begebenheiten) von Benno Vigny anscheinend zu Gefallen des Publikums aufgesührt. Das wütende Arbeiten der Claque ließ nämlich nicht einwandfrei Leutteilen, ob auch die sonstigen Premierenbesucher vergnüglich michiolten. Jedenfalls ersetzen die abwechflungsreichen Bühnenbilder die Lektüre eines Kriminalromans und die Schauspieler unter Führung Ferdinaind Bonns sind mit großem Eifer am Werke, Spamtung, Gruseln, Knalleffekte, aber auch Heiterkeit §uerzielen. Für letztere sorgt reichlich Herr Armin Springer, der einen pfiffigen, ewig angesäuselten Pülcher hinlegt. Sonst sind noch Helly Bork, Karl Stand, Robert Valbierg und Mje Li chtenberg mit Erfolg bemüht. i >;. Gastspiel des Bargtheaters in Paris? Voraussichtlich i« Juli. — Dir Wahl der Stücke, t Wie verlautet, soll noch in diesem. Sommer ein Eusemblegastspiel des Burgtheaters in Paris stattfinden. Die BechaMungen über dieses Lemerkenswette Gastspiel — es wäre überhaupt das erste deutsche Theatergastspiel in Paris — sind noch im Zuge, sollen aber sehr weit gediehen sein. Direktor He vier ich.hat gestern mit geteilt, er wolle in Paris „Hamlet" und „Coriolan" zur AuMhmng bringen. Die Wahl von Shakespeares „Coriolan" erachten wir für zutreffend. Die Jntssenierung des Bnrgthcaters ist bedeutend und eigenartig und Herr Aslan in der Lit-elrolle tatsächlich -außerordentlich. Leider würde aber ein Hauptpfeiler des Ensembles fehlen: Hugo Thimig, der in diesem Drama unvergleichlich ist und dem Burglheater nicht mehr angehört, sondern bei Reinhardt spielt. Auch Herr .Schmäle, welcher einen der Vollstribunen spielt, wird zurzeit des Gastspieles für das Burgchoater nicht mchr wirken können.. Ob auch die Wahl von „Hamlet" für das Gastspiel richtig ist, muß dahingestellt bleiben. Die neue ,Hamlet-Inszenierung des Burgtheaters.ist gewiß eigenartig. Daß sie auch bedeutend wäre, wurde stark bezweifelt. Auch ist Herr Aslan als Hamlet gewiß nicht so überragend, daß unser Burgtheater in Paris mit dieser Aufführung volle Ehren emten würde. Hingegen wäre es wohl angebracht, eine heimische Dichtung in Paris zu spielen, etwa Raimunds „Alpenkönig und Ma ns chenis ei«d" oder Grillpärzers ,$ i6 uff a"j,! #oei ausgezeichnete Vorstellungen des Burgtheaters. Auch die Burgtheateraufführung von Hauptmanns „Und Pippa tanz 1", die der Dichter selbst als vorbildlich -bezeichnet hat (während die. Aufführung in Wien nicht jene Anerkennung fand, die ihr gebührte), oder RittnerS erst jüngst neu studiettes dramatisches Märchen „Garten der Jugend" kämen wohl m Betracht. Das Schönbrunner Schlobtheater. Der Kvnflit: zwischen -cr städtischen Theaterlokalkommissio» ' und br staalliLkN Grbäudcrer'valmng ist noch nicht beendet, so daß die Creffnung >?8 Tckönbrunner Schlrßtheaters im Mai in Frage gestellt ist. Die LokältheaterkommMon verlangt, wie wir berei.'s gemeldc: haben, daß das il;r ' gesetzlich zustehende Kon- .-rollicrungsrecht übe^ die caulichen Zustände in' den Slaatslheatern von .yr auch auSge'rbt werden darf, waS ihr bisher verwert wurde. Sie hat daher der Baubewilligung, für da- Schönbrunner Schloßthearrc wegen Unvollständigkeit des Pro- ^'ktes nicht zngrfi'mn'.L, zumal ihr der Aufwand von mehreren Milliarden zu hoch erscheine- Von einer günstigen Erledigung 'bt-cijxr Konrpeten.fragen hängt nun der Bestand des Schöubmmn«L -Lä/oßth?oters ab.