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Wiener Morgenzeitung · 1924-05-09 · Heft 1879 (9.5.1924) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1879 (9.5.1924)
Date
1924-05-09
Page
Seite 8 (sequence 10)
Language
German
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«WWW GM 8 Wkn, Fre'M Berlin, 8. Mai. (Devisenkurse.'» (In Goldmark iiiv 100 Einheiten mit Ausnahme von Buenos,Neiv-Uork, London,Java» Md Rio Kr 1 Einheit, Wien und Budapest Kr 100.000 ßh* heiter,.) Amsterdam 158.10(158.10), Belgien 2194 (32° ■* Christiania 58.85 (58.60), Kopenhagen 71.82 (71.72), <?;- hplm 11147 (111.47), Italien 19.05 (19.05), Lmrdou 13.455 (18.455). diew-Uork 4.19 (4.19), Paris 27.13 (27.68). Schweiz 74.91 (74.81), Spanien 58.45 (58.45), Wien 5.98 (5.98), Prag 12.46 (12.46), Budapest 4.84 (4.73), Sofia 3.14 (3.09), Belgrad 5.305 (5.28). Berlin, 8. Mai. (Rotenkmse.) (In Goldmark für 100 Einheiten mit Ausnahme von Dollar und PKnd Kr 1 Einheit, österreichische Kr 100.000 Einheiten und polnische Kr 100 Zloty.) - Roten: Dollar 4.19 (4.19), Pfund 18.45 (18.45), Italienische 19.15 (19.05), Oesterreichische 5.94 (6.08), Polnische 78.- (78.-), Tschechv'slowakische 13.52 (12.52). Prag, 8. Mai. (Devisenkurse. — Mitgeteilt vom Dankamte des tschecho-slowakischen Finanzministeriums.) — Berlin*) 7.8772 ,7.83), Zürich 605.50 (605.50), Paris 217.75 (220.75), London 148.927-, (148.92V.). New-Aork 33.95 (83.95), Belgrad 42.50 (42.20), Bukarest 17.— (16.927z). Wien 4.75 (4.75). Warschau4) 3.35 (3.35), Agrmn (-.-), Budapest 8.677z (3.60). Jugoslawische 42.40 (42.15), Oesterreichische gestempelte Krone 4.77 (4.74), Polnisches) 3.10 (3.10), Ungarische 3.65 (3.65). *) Pro Billion. f) pro Million. Budapest, 8. Mai. (Kurse der Devisenzentrale.) — Amsterdam 32.200 bis 33.100, Bukarest 440.— bis 455.— Kopenhagen! 4.590 bis 14.990,Christiania 11.970 bis 12.320. London 376.000 bis 386.000, Berlin —bis —, Italien 3840 - bis 3960.—. Paris 5460 - bis 5620.-, Prag 2515.- bis 2585.—. Stockholm 22.650 bis 23.300, Zürich 15.280 bis 15.680, Wien 1.2090 bis 1.2410, Sofia 625.— bis 645.—, Agram 1060.— bis 1090.—, New°^ork 85.800 bis 88.100, Warschau —bis Brüssel 4430 — bis 4560.—. Agram, 8. Mai. (Devisen.) Wien 0.1136 bis — .— Berlin—.— bis —. Budapest 0.10 W. bis , Bukarest 41.50 W. bis —, Italien 361.— bis —, London 353.25 bis , New-Pork 80.25 bis —.—, Paris 518 50 bis —Prag 236.90 bis , Sofia —bis —, Schweiz ' 1434.50 bis , Brüssel —bis —Warschau —.— bis — Amsterdam 3017.50 bis —Stockholm —.— bis —. Belgrad, 8. Mai. (Devisenkurse.) London 353.75 bis —.—, Paris 512.50 bis —, New-Aork 5045.— bis , Gens 1432.50 bis —, Saloniki bis —Mailand 356.12 bis —, Prag 236.62 bis —. Berlin —.— bis —. SLien 0.1135 bis —Bukarest 40.62 bis -.- Sofia 59.- W. bis Budapest O.i062'/z bis Brüssel 417.50 bis —> Amsterdam 3032.50 bis —.—, Warschau — bis — Warschau, 8. Mai. Feiertag. 1—„IFA“ PALAST-KINO— II. TABORSTRASSE 1 Vera 9. bis?2. Mai Ha?a@§ §«it@rmann im Film ferner Erika Glässner, Carmen C^stellini, Eliten Neufeld Zwischen Che und Flirt 4, 7,6..7, '<„9 Uhr — ROTENTURM-KINO WIEN, l, FLEISCFIMÄRKI1 Ab heule bis 12. Hai GROSSES DOPPELPROGRAMM! IC©iiitii©s@isTi§cSiter Schlaeeriusfspiel mit HSNNY PORTEN — und Sie fragödle eissep Hechzeifsnaclit und das übrigeSchlagerpxogtamm Besinn der Vorstellungen: 4. */.6, ’/48 und */*9 Uhr Bedeirm-Vsik einer erstklassigen Ktiustlerkapelle Copvrigth by 1923 Naclidrud »eruottn. Deutsch'LesterreicbiiSer Verlag, Wien. . 9». Fortsetzung. Die Heimatlosen. Von Wilma Vukelich. . Tann schwieg er lange, lange. Und auch die Freunde schwiegen erschüttert. Sie wollten -ihm die Wohltat dieses leisen, träumenden Vorffich-Hinsprechens gönnen. Er sollte vergessen, daß da Ohren'waren, um zu lauschen, Herzen, die -heiß und schwer mit dem seinen schlugen. Und das Dunkel war schwarz und unentwirrbar geworden. Nur an den Wänden glitten noch leise, unbestimmte Lichtflecke, tanzten cmporund schwankten.hinab. Auf der Gasse und im Hofe erglommen gelb die Laternen. Daniel aber sprach. Noch leiser. Irgendwie^schattenhaft nahinen sie die Umrisse seiner Gestalt wahr. Und sahen, wie sein Kopf tiefer -und tiefer sank. „Sie starb. Wer trägt die Schuld an ihrem Tode? Ich? Ferner andere? Sie selber, die wollte, was keiner bekommt? Das Leben, das kalt und unbekümmert ist und Normen und Schablonen hat, in -die wir nicht hineinpassen und an denen wir zugrunde gehen? Starb sie, weil sie als Jüdin zu viel wollte, weil sie für uns Juden zu lebendig war oder weil sie unser aller Problematik in ihrem Blute trug . . . und starb an jenem unbestimmten.Sehnen, das uns alle -irgendwo hiuz'Lht und dem wir keinen Namen wissen . . . bis wir's auszuformen beginnen, ihm ein Ziel geben,.das Ziel jener, die sich nach einer Mutter sehnen? Ich aber -ha^ sie gesehen. So ganz zu Glück und Reichtum geboren. Sollte ich sie, meine kleine Königin, an das erd beschwerte Los einer Dienenden binden? Durfte ich-das? Ur'> wäre sie glücklicher gewesen . . . hätte sie gelebt an sstnviet Seite, wenn-ich sie dahin geführt hätte, leist, liebevoll, unmerklich, dahin, wohin ich selber gehen muß?" Und dann stürzte er zusammen mit einem.plötzlichen wehen Aufschrei, der die Stille zerriß: „Ja! Sie 'hätte gelebt. Sie wäre glücklicher gewesen. Denn ich hätte sie geliebt. Maßlos -und ohne Grenzen. Wie Lydia geliebt zu werden verlangte. Der Glanz um ihre Glieder wären meine -Küsse, gewesen. Und sie wäre Weib geworden, Mutter geworden. Film und Kino. „Wenn Du noch eine Mutter hast .. Es gibt nichts Erfreuliches, das über diesen Film, ein Heimisches Produkt, zu berichten wäre. Zunächst enthält das Buch des Films eine mühsam zusammengestoppelte Handlung, die lebet Glaubwürdigkeit entbehrt und deren Stärke scheinbar darin liegen soll, daß bis zum Ueberdruß schon in amerikanischen Fllmen Gebrachtes an Effekten in die üble Mischung einer uninteressanten Handlung hinein-gemengt wurde. Bedauerlich ist, daß Ladislaus V a j d a, der hier als eine Kapazität angesehen wird, für dieses Buch zeichnet, das arm an Originalität, dafür reich an Titeln ist, die die großen Sprünge in der Handlung überbrücken sollen. Was die Regie, für die Defzö Gardener- Kertesz zeichnet, anbelangt, zeigt sich hier die Bestätigung dafür, daß m einer Familie ein Talent nie gleichmäßig verteilt ist. Er reicht in gar keiner Beziehung — auch wenn man von der Routine garrz absieht — an seinen Bruder Michael heran. Diese. Art der Inszenierung, bar jeder eigenen Note, ist scheinbar mühsam amerikanischen Filmen abgeschaut und falsch angewercket. Der Sturm, der das Zirkuszelt zufammenreißt, ist so kläglich dargestellt, daß er absolut nicht den Vergleich mit seinem Vorbild „Soul ioi Sates“ verträgt. Überhaupt hat man hier den Eindruck, daß Autor und Regisseur den Versuch unternahmen, die Geduld des Publikums auf die Probe zu stellen. Denn es ist schwer, durch sechs Me hindurch ununterbrochen Szenen zu sehen, die man schon in weit besserer Ausführung in amerikanischen Filmen gesehen hat. Was nun die Darstellung anbelanat, kann eigentlich hier nur Mary K i d im güten Smne erwähnt werden. Sie zeigt sogarbedeutend wertvollere Leistungen, als sie sie bis jetzt zu bieten imstande war. Dann kommt noch als wertvoll die kleine Stillmark in Betracht, die hie und da schr gute Momente hatte, so daß sie, wenn sie ein natürliches Kind zu verkörpern gehabt hätte,, sicherlich ganz nette Leistungen bieten würde. Georg Reimers gibt bestes Burgtheater ohne Worte, demnach konzentrierte Unnatürlichkeit. Seine knieschlotternde Verzweif-luna bei der Nachricht vom Tode seines Sohnes kann eventuell von der Bühne auf. die vierte Galerie hinauf wirksam sein verfehlt aber Bet der kolossalen Vergrößerung, die der Film bietet, -die sicher'gut gemeinte Wirkung. Ihm gleich ist Devrient mit seinem hölzernen Pastor. Der Tänzer Harry Nestor stellt einen sehr unwesentlichen Intriganten auf die Beine und der Werkmeister Alfred Schreibers strotzt von . schönster Bühnenmimik und weit ausholenden Gesten, die bestimmt bei keinem russischen Arbeiter zu finden sind. Es ist vielleicht auch hier der richtige Ort, - um zum wiederholten Male darauf hinzuweisen, daß ein Bühnenschauspieler nur dann für den Film geeignet ist, wenn er es auch versteht, die Eigentümlichkeiten, die der Film seinen Darstellern auferle-gt, auch voll und ganz zu erfassen. Darüber kann auch der Bühnenname. eines Prominenten nicht Hinweghelsen. __ „Zur Höhe empor." Nur eine ganz einfache Geschichte -aus Baumeisterkreiselt liegt diesem Film zugrun.de. Aber sie ist spannend gehalten und bietet eine große Menge Möglichkeiten für nette Effekte, die die überaus geschickte Regie voll und garrz auszuuützen verstand. Und so entstand durch die ausg^eichnete Verkörperung aller Rollen ein Werik, das, wenn es auch anspruchslos erscheint, unbedingt .wertvoll ist. Dieser Film bringt uns unter anderen zum erftemual den in Amerika sehr geschätzten Schauspieler Tom Moor e. Er ist ein immer vergnügter, sommersprossiger Jrläicker, der trotz der Aankeefixigkeit über einen guten Teil Gemütlichkeit uittb einen reizenden, naiven Humor verfügt. Hier spielt er scheinbar ein Sich-selibst, und . das ist die beste Verkörperung, die >er bieten kann. Die übrigen Darsteller bieten durchwegs schr gute Leistungen und sind in ihrem Spiel-immer durchaus natürlich und sympathisch. Diele Schauspieler, die durch keine Bühnenlaufbahn und eine heute bereits verschimmelte Theatertradition verdorben sind, haben nur den Ehrgeiz, die Alltagsmenschen, die sie davstellen, mö glichst lebenswahr Hlnd natürlich zu verkörpern, daher erfüllen sie die ihnen hier gestellten Ausgaben voll und ganz. Auch in den technischen Belangen bietet dieser Film durchwegs nur das Erfreulichste. Sie hätte gelebt, geliebt und gelitten wie ein.Mensch. Aber ich habe sie -im Stiche gelassen, als sie nach mir verlangte. Als ihre Seele schon wund war, und keiner da, um ihr zu helfen. Sie ist gestorben. Ich aber trage die Schuld." Und er weinte. Auch Hannah weinte still und in sich. O, wie sie -ihn -verstand, wie sie litt! -Um sich, um ihn, um Lydia! Und alles verblaßte, die Idee war ausgelöscht'. Der Traum verblich. Und nur die Liebe blieb,-die um sich selber weinte. Und das Leben, das langsam, unaufhaltsam vorüberrollt. Und drei junge Menschen, die sehnsüchtig ihren Anteil an diesem Leben verlangten. Und abseits stand. Denn das Leben war ihnen fremd geworden-und das Dunkel so groß, daß sie sich selber nicht sahen. - % Es blieb noch eine Stunde Zeit vis zum Abgang des Dampfers, der sich bereits mit rauchendem Schlot ans den Donauwellen schaukelte. Daniel hatte -seinen Großvater mit zärtlicher Fürsorge auf dem Verdeck untergebracht. Ihm selber blieb noch eine Stunde Zeit. Die wollte er mit -den Freunden verbringen. Sie gingen den Donaukai langsam hinauf und hinunter, -und Alfred hatte seine Hand liebevoll in den Arm des Freundes gelegt, sprach Glei-chgültigMen, an den Dingen vorbei, wie man in Abschiedsstunden spricht, da sich so namenlos vieles zusammendrängt, -und man dennoch -das rechte Wort nicht findet. Hannah aber ging nebenher mit gesenkter Stirne. Sie sprach nichts. Sie hätte es nicht vermocht, auch nur einen Laut zu-formen. Ihre Kehle war trockn. Ihre Lippen bebten. Da Hub Daniel mit seiner.guten, warmen Stimme an. Und den Freunden zog sich das Herz zusammen, denn sie -wußten: Daniel sprach zum letzten Male. Für lange Zeit, vielleicht für immer. Und Daniel wies auf den Gr-oßvater, der -da saß, die Sonne im Rücken, das lichtlose Antlitz nach Osten gewendet, den ganzen aufgelösten. Glanz -des Abendhimmels als leuchtenden Hintergrund. Dunkel zeichnete sich die gebrechliche Greisengestalt in der Lichtglorie ab. Und sein -langes, schütteres Sil-berhaar wurde leicht vom Winde hin und her bewegt. 6. Mar IM M. W» „Gesühnte Begierden." Dieser Film ist eine UbenteuergeMchte, die in Bö* ' Dia-nmntenfel-dern von Kimber-ley spielt. Es werden hier verschiedene Bestialitäten, an schivargen Arbeitern bsaanigLn, mit ' unerfreulicher Genauigkeit gezeigt, und z-mi Schluß werden die Stucken gesühnt und verziehen. Der Fvlin. enthält nichts Beisonderes, ..aber die ganze Handlung ist überaus geschickt ächgebaut, mit Spannung durchträM nick bietet sehr , schöne und glaubwürdige Landschaftsaufnahmen. Die Rollen werden durchaus schr gut verkörpert. Die weibliche Hauptrolle hat ' Bebe Daniels mne. Sie erzielt schr schöne Wirkungen, versagt jedoch m dem Moment, wo sie die vom Diamantenfiober erfaßte Frau davstellen soll. Es zeigt sich hier deutlich, daß die raffinierte Naive in dramatischen Momenten versagt, weil sie iiber die Grenzen dessen geht, was ihr als natürlich liegt. Sorrst bietet dieser gut ausgemachte Film in allenr schr gute Leistungen, die ihn über den Durchschnitt erheben. Zur Kinoreformtagung in.der Mpner Urania. . Am IS. d. findet mtter dem Protektorat des Unterrichts« Ministeriums und der Stadtgenr-eircke Men eine Kinovestrmtagung statt — eine gewiß begrüßenswerte Idee. Wie wir jedoch aus dem Namensverzeichnis der Konüteemitglieder, das an 60 Namen von Rang und Stand enthält, ersehen föninen, -ist man int Begriff, dort die Rechnung ohne den Wirt zu machen. Es findet sich nämlich unter den vielen Professoren, Schriftstellern usw. kein einziger Mann, der mit Filmevzeugung und Kinowesen-wirklich zu tun hätte. Wie die österreichische Filmindustrie, die Weltruf genießt und doch schließlich die reformierten Filme anzusertigen hätte, derartbrüskiert werden konnte, ist rätselhaft. Angesichts des ganzen Programms Vieser Tagung kann es sich höchstens um eine Reform des Schulfilms oder, wozu doch eine großangelegte Veranstaltung gewiß nicht nötig wäre, gar nur um eine Reform der Kinozensur handeln. Eine Reform des - Films wird man doch mit den Erzeugern des Films besprechen müssen, wenn man zu einem guten Resultat gelangen will. Zwei klassische Wiener Futzballwettspiele im Film. Di) beiden am kommenden Sonntag stattfindenden.Fußballwettspiele Cardiff City—Vienna und Hakoah—Slavia werden kinematographisch ausgenommen werden. Dieser Film, für den in Wien schon großes Interesse besteht, wird auch bereits mit Ungeduld in England, dev Tschecho-Slowakei und in allen anderen Ländern erwartet. In Wien wird sicherlich der Film bei der übergroßen Anzahl von Fußballfremcken den größten Anklang finden, sowohl bei denen, die die Spiele nicht scheu konnten, als auch bei «denen, die sie sähen und nun nochmals die interessantesten Momente an sich vovüberzichen lassen wollen. , „Zwischen Ehr und Flirt." Der erste der zwei von der R u d o - Film-A.-G. in Wien hergestellten Schermann- Filme. „Zwischen Ehe und Flirt" (Das Gcheimnis der S-lhrift), Sittenbild tu sechs Akten, der schon bei der PreffevorK-hrung ruck sängst bei seinen wiederholten Darbietungen in den namhaftesten Kinotheatern in der Inneren Stadt und Mariahilf lebhaftes Interesse -erregt und stärksten Znl-auf gesunsen hat, gelangt ab Freitag den 9. d. in einem der größten Lichtspielhäuser von Wien,' dem I f a-(vormals F«erd inands-Mno in der T-aborstraße, zur Vorsührung. - , Die Filme der Woche. „Tih-Miuh." Erster Teil. — „Arabische Liebe." — „Der Dieb." — „Das Waisenkind von Brooklin." — „Eine Zwaugsehe." — „Die dunklen Geheimnisse des Ostens." — „Kohlhiasls Töchter.". ■ ' ' —t-=f i.esan Sie -■ DIE Fl LHWELT DSustrierie Kinorevue Film-Fachbiatt und -Publikums-Wochenschrift REDAKTION UND VERWALTUNG: Wien, VN. Hermanngasse Nr. 5 Telephon Mr, 36-5*85 „Nach so viel Leid und Lebens,gram, nach so viel schmerzlichen Hossn-nngen und Enttäuschuli-gen wird er nun doch Palästina schauen. Das ist immevhin ein Trost, auch für mich. Sein leibliches Auge ist erloschen. Ich.war nicht imstande, ihnl auch nur einen Schimnter Licht zu geben,, wie ich-es so gerne getan hätte. Und er wird das Heilige Land nicht sehen mit feinen Augen. Aber er wird es, fühlen ntrt seiner Seele, die noch immer zu glühen und sich zu begeistern versteht. Und er wird auf jener Erde wandeln, di« die -Fußspuren der Vater trägt. Und er. wird einst seinen Staub dieser Erde vermischen. Das genügt ihm, Ich aber wqrd-e arbeiten." Das war das erste Mal seit vielen Wochen, daß ein Leuchten über die vergrämteit Züge Daniels ging. Dann fuhr er fort:; ■ „Ich werde arbeiten. Es ist unglaublich, welch.ein Arbeitsfeld dieses Land bietet! Es ist noch wenig getan. Und namentlich für -uns, die wir kommen, um zu hrilen und zu trösten, bleibt alles zn tun übrig. Und um je-den Schritt nach vorwärts tausend-Kämpfe gegen Vorurteil und Fanatismus, gegen Klima und Gleichgültigkeit. jener, die helfen könnten, aber nicht helfen wollen. -So muß alles selber gemacht werden. Bon beu ersten Anfängen angefangen. Aach nichts angewiesen als ans das eigene Wissen und Wollen, a-nf die eigene Kraft und Fähigkeit. So überlasse ich denn weiterhin euch die großen Perspektiven. Ihr seid berufen, den Geist zu retten. Ich aber gehe in den Alltag, in den-Kleinkamps gegewMvne Michte. Das Naheliegende, das von einem Tag zum anderen sich erfüllen muß, ist fortarr -meine Welt!" Sein Antlitz lvar kühl und entschlossen, wenn auch die Augen in alter Milde glänzten. ,Kranke heilen. Genesende le-ben kchren. BerMtzenden Trost bringen. Lichtlosen das Licht wiedergeiben. Arbeiten, ohne zurückznscha-uen. - Arbeiten, ohne in die Weite zu schweifen. Und die Gemeinsamkeit wieder in ihre einzelnen; Glieder auflösen. Der Menschheit dienen, indem ich dem Menschen diene,-von Fall zu Fall. Bon Notwendigkeit zu; Notwendigkeit. (Fortsetzung folgt.)

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