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Wiener Morgenzeitung · 1924-05-08 · Heft 1878 (8.5.1924) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1878 (8.5.1924)
Date
1924-05-08
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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J T vf7f ÄWAW WWMM WMUM **tr Wim, aamtetstag- ' Moderne veckeSNlSSen Waschtische u. Klosette GEBRÜDER MEDEK III. Ungargasse 47 »» Telephone 1B53,1040, 7619? Jeutfchlaud nach den Wahlen. Der Reichstag. WetBiVt Mai. (Tel. L, ,M. Morgenzeitmq^.) Der (Zusammentritt.des Reichstages mied für die Zeit Vom 23. bis 26. d. erwartet. Die Deutschnütionalen und die Erfüllungs- Politik. ' Berlin, 7. Mai. (Tel. d. ,Mr. .Morgenzsitung".) Der Lokalanzeiger" veröffentlicht eine Unterredung mit -dem Führer der Deuschnationalen Hergt über das deuffchnationale Reglerungsprogramnl. Hergt erklärt, die schwerste Niederlage habe-die Partei Dr. Stresemanus erlitten und damit sei auch die Politik D r. Stresemanns geschlagen worden. D ie große Koalition sei ins Herz getroffen. Man 'scheine mm in den objektiveren Kreisen des Auslandes zu hoffen, und man habe ein Recht dazu, daß unter dem entscheidenden Einfluß der Deutsch- : nationalen eine deutsche Außenpolitik getrieben werden wird, die den Leben s n o t w e n d i g k e i t e n und dem Lebens wi l l e n des deutschen Volkes unbedingt Rech- ' nung trage, andererseits aber geeignet sei, eine befriedigende Lösung der deutschen Gesamtfrage aus dein Wege schle u- Niger Verständigung.zu flnden. Wir setzen dem Gutachten, sagte Dr. Hergt, und der Aufforderung zu Verhandlungen n ich t von vornherein ein ^Unannehmbar!" entgegen, wohl aber Vorbehalte, die ganz unverzichtbar sind. Wir gehen davon aus, daß es unmöglich ist und daher auch von dem Gutachten gar nicht beabsichtigt sein kann, für die Verhandlungen Müschen den beteiligten Staaten die pol i 11 s chen >von de« Wirtschaft li ch en Fr a g e n zu trennen. Auf kernen Fall -wird sich je eine deutschmtional ^beeinflußte Regierung dazu -hergeben, Versprechungen mit ihrer Unterschrift zu decken, van deren Une rfüllbarkeit sie nach pflichtmäßiger Prüfung überzeugt ist. Dem 'deutschen Volke können wirtschaMche Lasten -in größerem Ausmaße nicht zugemutet -werden und wir werden sie chm niemals zumuten, bevor die häufig genannten Ehre npunkte befriedigend gelost worden sind. Ae WM des mecklenburgischen MinisterprSfidenten. Der völkische Kandidat unterlegen. Schwerin, 7. Mai. (Wolfs.) Wie die „Mecklenburgische Zeitung". meldet, sind bei der W a h l des Min i ft e rpräfidenten im mecklenburgischen Landtag 63 Stimmen abgegeben worden. Davon entfielen aus Freiherrn v, Brandenstein 24 und auf Stelling 15 Stimmen. Die übrigen Stimmen -waren zersplittert, 15 Zettel uuibe-- schrieben. Ta sich danach keine absolute Mehrheit für Frei- Interessante Beobachtungen konnte man da im letzten Kammerkonzert des Pimnisten Edwin Fischer machen, der schön und klar den Klavierpart älterer und klassischer Meisterwerke spielte und dazu vom Flügel aus das Orchester leitete. Dttrßte er selbst' spielen, so ging es ohne dirigentische Turnübungen ab; doch wenn er gerade die Arme am Klavier frei bekam, da fuchtelte «r mit der Pose edler Besessenheit in der Luft herum, als ob es sich um die heiMsten Einsätze der Mahlerischen Ehorsymphonre oder eines fugierten Bachschen Doppelchores handelte. Und doch ging es nur um die einfachsten Kadenzen, wozu also dieses Schauturnen und die große Dirigentengeste! Nach langer Pi nie veranstaltet: Wilhelm Backhaus in Wien zwei . n'e-uzerte. Bor vielen Jahren hat er in Paris bei ciot-eni , '.in.nischen Turnier den ersten Preis davmrge-tragen und auch heute noch liegt in seinem Spiel etwas wie Kampsesstiamnunig eines Helden, der in die Schlacht zieht und drs Sieges gewiß ist. Denn seine Waffe «ist eine Virtuosität, die kaum ihres gleichen hat; mit einer Wucht stürzt er sich auf das Klavier, daß es unter seinen Pranken ächzt und stöhnt, ohne daß er selbst aus seiner Ruhe kommt. In der unfehlbaren Sicherheit und kühlen Uelberbegthoit des GestaltenL erweist er sich als denkender musikalischer Baumsister ohne besondere GeMlstiefe. Daher auch die Dürftigkeit des lyrischen Registers und der gläserne Klang des Piano bei dem ganz eminenten Techniker, dem nur Moritz Rosenchal an Vir» tuosttät den Rang abläuft. Zu ernst und gewichtig faßte der amerikanische Pianist E. Robert Schmitz das zarte Älanggswebe von Debussys .„Ehilldrens Corner" an. Im übrigen ein gediegener Musiker, der nach dem Berichte seiner Freunde im zweiten Teile des .Programms, den wir nicht mehr hörten, die Strenge seines Spieles mit mehr Milde paarte. Auch der Bericht über die hochbegabte und liebreizende Lubka Kulessa muß sich bei der Fülle der gleichzeitigen musikalischen Ereignisse auf einen zuverlässigen Gewährsmann stützen, der ihre pianistischen Tugenden und bsonders die bei einem Rtädchen ungewöhnliche Kraft des Ausdruckes rühmend hcrvochebt. Stella Mang ftsselre durch d'e männliche Eurrgie ihres Spieles, Grete Hinterhofer durch ihr eigenwilliges Temperament, beide Damen durch ihre hinlänglich bükannte pianistische Gewissen- Hastigkeit, die auch Fräulein Grete Neu selb in hohem Maße -eigen ist. . - - - h c r r n v. Brän d e u si e i rr ergeben-hatte, wurde eine Stichwa h l durchgcführt, bei der B ra n d e n st e i n 24 und Ste lling L2 Stimmen erhielten. Freihe 11 v. Branden sie in erscheint somit wiedergew ählt. Da er sich nicht im Hanse befand und snßolgedessen auch nicht -seine Zustimmung zur Wahl erteilen konnte, mußte die Wahl der Mi nisteie verschoben werden'. t>: 'Wiw 'm'tzMT, ... für Kleideraufputz «m GEWITSeH. Westbahnstrasse fifty 18 Auch in Bayern sind die Völkischen aLgeSNtzt. München. 7. Aiai. (S. K--B.) Die s o z i a I d e m okra tische Fraktion des «bayrischen Landtages wird durch Zuiwachs von drei P säl zer M.andaten die zweitstärkste Fraktion im bayrischen Landtage, während der völkische Block erst an dri-tiet Stelle steht. Die Sozialdemokraten können, sonach die Stellung, des ersten Vizepräsidenten beanspruchen^ Der Bund der Mörder. Berlin, 7. Mai. (Tel. d. ,M. Movgenzeidwg".) -A« Untersuchung gegen den wegen Beihilfe an der Ermordung Rathenaüs verhafteten Stirdenten Günter Brand hat überraschend reiches Material zutage' befördert. Brand hat bei der Geheimorganisation ,ß o n s u l" eine -führende Rolle gespielt und war einer der hervorragendsten Leiter der E h r h a r d t - O r g a n i f a t i o n in Mitteldeutschland.. So besaß er-nicht nur das gesamte A d r e s se n m a t e r i a l der GeheiMorganisatipn, sondern auch Akttonsvorschläge und andere wichtige Dokumente. Nun hatte allerdings Brand strenge Aniveisung, alle diese Men zu vernichten. Er hatte sie aber entgegen dem Befehl einem seiner Freunde zur Aufbewahrung übergeben, bei dem sie nun bei einer Hausdwchsuchung entdeckt und beschlagnahmt Wurden. Der Organisation „Consul" gehörte Brand nicht unter seinem wahren Namen an, sondern unter 'bent Decknamen Brett. Das Aktenmateriäl Aber Brand sowie die beschlagnahmten Dokumente wurden dem Oberreichsanwalt übergeben. _ - Streik «nd Busspermng i« Ruhrrevier. Berlik, 7. Mai. (Tel. d. ,Mr. Morgenzeitung".) Die Nachrichten aus dem Ruhrre v ie r lauten weiter außerordentlich beunruhigend. Der Generalstreik ist auf der ganzen Linie ausgebrochen.. Nach einer Meldung aus Düsieldorf.sind bisher etwa 300.000 Arbeiter a u s g e s p e r r t. Im rheinisch-westfälischen .^Industriegebiet -liegen sämtliche Zechen still. Im Falle des Bergarbeiterstveiks ist damit zu-.rechnen, daß auch die Metallbetriebe ihre Tätigkeit einsiellen nrüsien, wodurch weitere 150.000 Arbeiter. arbeitslos wurden. . Die rhsinflch-wastfälischen Bergavbeiter haben eine Delegation zum Stellvertreter des Genemls Degoutte entsandt, um Aberdie Haltung der Be'satzungstruppen gegenüber einem Streik der.Bergarbeiter Aufschluß zu erhalten. Die Menmvertreter erklärten, daß.die BesatzMgsbchörden sich st r e n g n e u i r a l verhalten Würden.. Auf den oberschlesischen Gruben dauert der StreiE unverändert fort. . - Auch im sächsischen Steinkohlenbergbau ist die Lage außerordentlich gsspannt. Es muß damit gerechnet werden, daß heute eine allgemeine.Ausspermivg sämtlicher Belegschaften erfolgt. Auch hier wollen-die Bergavbeiter nur die S i e b e n st u n d e ns ch i ch t statt der -achtstündigen Verfahren und halben dies auch in den letzten Tagen durchgeführt,. worauf die Zechenbesitzer -beschlossen, ^die gesamten Belegschaften auszusperren, 'wenn die Arbeiter auch -heute wieder nur die Siebenstundenschicht Verfahren sollten. Man kann heute bereits von einer bevorstehenden völligen S t i l l e g u n g. des deutschen «Kohlenbergba-ue's. sprechen. Millerand kommt nach Warschau. Berlin, 7. Mai. (Tel. d. ,Mr. Morgenzeitung".) Die „Vossische -Zeitung" berichtet aus - Polnischen »Kreisen Aber^ einen bevorstehenden Besuch Millerands M Wars chau, augenblicklich schwebten Verhandlungen zwischen der fraMsischen und polnischen Regierung Aber einen Besuch des Präsidenten der französischen Republik in Warschau als Erwiderung des Besuches des früheren polnischen Staatschefs, Marschalls Pilsudski. Dev Gegenbesuch Mllerands dürfte im Jul i erfolgen. Die Grenze in der Ws. i Warschau, 7. Mai. G T.Ä.) D« tschecho-slowakischen VechaMungen betveWd die FesKegung der Gvenzlinie im Zipfer GMet, div vor zehn Tagen in Krakau ansgenommen wurden^ 'sind gestern b e e n d e t worden. Kr allen einschlägigen Frage» wurde ein vollkommenes Einvernehmen erzielt. Der Wortlaut der PvotokolleMwüche wich ' BermiMung der 'GrenAkommisiüm der zur Genchurigung vorgelegt werden. Kein jugoslawischer Konzeutrationrkabknett. Belgrad, 7. Wdar. Gestern abends wurde der Präsident, der Skk!upschtina, Fovanovitsch, .vom Känig mit der Ausgabe betraut, die Möglichkeit einer GWdMF eines Konzentrationskabiinetts zu prüfen. «Nachfeiner Konferenz nrit Dr. Korosec, Pribieevie, Petrowitsch und mehreren anderen Politikern gab Iovauovitsch heute vormittags das Mandat dem König zurück, dem er glsitWisig mitteilte, idatz mach feiner Meinung die Bildung eine^s KonzentrattonSkabllnetts u-W>. mögli ch sei. Heute abends 'wurde der NMrrichDMrisker P r i» b i c e v i c-in einer längeren A-Menz vom König empsinrgen. Sine gusammenkunft Benesch-Riaür. (EigenVienst der „Wiemr Morgenysitung") Belgrad, 7. Mai. Die heutigen »DeograidÄe Nowosti" melden, daß der Lchecho-Gowabiische Gesandte Scheba dem Außenminister Dr. Nineic einen Besuch' absMtet^ um ihn M benachrichtigen, daß Außenminffter Doktor. Benesch am 14. d. durch IngolsLaw'ie«, nach . Italien reifen weche und bsi dieser Gelegenheit eine Zusammenkunfit mit D«. Ntneke. wAWe. Das rnUche P-troleam. Ein Nebcreinkommen der englischen mit der MWanifche» Gruppe. (EigeMenst -der ,Wiener MoryenjM«ntz"H Loirdon, 7. Mai. Der Korrespondent der bo richtet,Gruppe Royal Dutch-SheU einerseits und Standard Oil Company andererseits bezüglich des russischen Petroleumein Nebeveinkommen alb'geschloffen wurde. Auf Grund däches Abkommens wird die Royal Dutch mit der Sowjetregierung für RechMng der >beikden Organisationen verhau' dein. Auf diese Welse wird die Konkurrenz zwischen den beiden mternationalen Gruppen, die, HMor!tn Moskau schr rege war, beseitigt werden.. - Die ungarischen ßmigrmtten. Ein foMaler Prozetztermi». / (Eigendienst der ,Mener Morgentzoitmtg*^ Budapest, 7. °Mai. Die Verordnung deS IFMßrMn-isters lbchüglich der Emigmuten! bezieht sich, wi» die Blätter wisim wollen, nicht um auf gevingsügige- Vergehen, sondern soll, sich-a-nge-blich auch ans dbo Führer der SotzialdsmoVrativ, wve Ernst Garami, Marttn Lovaszh und arcki-ere, erstrecken, zumal .diese mit der. RÄtsdiktatm. nichts. zu tu» hätten, sondern -im Gegenteil von -dieser verfolgt .wurden. ' : Das heutige Amtsblatt v-erossentlicht die «formelle Äovladung an Ernst G a r a m i, Emanuel Buchinge«, Ludwig H atv a n h,-Oskar Ja'sz i, Marttn Lovaszh, Paul Szeude, Michael Karolyi, Johann Hock und Bela Li nde r, zur HauPtverhaMung am 20. d.wegen Verbrechens gegen den ungarischen Staat und die ungarische Mtion-zu erscheinen; diese Haupt-veHandlung wird jedoch unterbleiben mit der Begründung personaler Veränderungen in dem-betreffenden GerichtHemt. . Es soll e!m neuerlicher Termin awbevaumt werden. Die Warschauer Bombemttentöter begnadigt. Warschau, 7. Mai. (Dschecho-ftow. Pr.-Bur.) Der Prä-- sident der Republik hat die wegen Toilnahnre an. mehreren .Bombenattentaten zum Tode.verurteilten Ossizieve der polnischen Armee, Oberleutnant-B a g i n s k i und. Leutnant Wteczorkewicz, 'begnadigt und die Strafe des ersteren, in lebenslänglichen Kecker, die Wieezovkewicz' in fi'mszehn Jahre schweren Kerkers umgewandelt. . . Nn merkttllrdiM Dementi. Sofia, 7. Mai. (Del.-Komp.). Mmister des.Innern Russoff dementiert aus das entschiedenste die.Gerüchte, wonach die bulgarische Regierung gegen die - jüdische Bevölkerung R e p r e s s i v M a tznah m e n zu ergreifen gedenke. Der Mi-ni-ster eMärte, gegen die -böswilligen Verbreiter dieser Gerüchte mit aller Strenge des -Gesetzes Vorgehen-zu wollen. (Dieses Dementi ist höchst eigenartig, da über den Inhalt der ,-Gerüchte" nie etivas -be-kannt geworden ist. Möglich.-wäre,es,.daß -es .sich um-di« - ^bekannten Repressalien -detz mazedoirischen Komitees gegen die Juden hand-elt, gegen die die. bulgarische Regi-evung erst rüngst 5-Mschreittn mußte, — .Die RM " Inland. Aus der amerikanischen Gesandtschaft. . Der neuernannte erste Sekretär der Wiener Gesandtt schüft der., Bere-inigten Staaten, Mr. William W. A nd r e w s, ist aus Kairo in W i e n eingetroffen nwd hat seine Amtstätigkeit bereits begonnen., Am 15. d. tritt dev Gesandte der Vereinigten.Staaten, .M-r.. Albert H. Wa shbu rn, eine Reffe nach.Amerika an. Was Sesterreich und Deutschlands« Sugland schulde«. - (Eigendienst der ,,Wiener Morgenzeitung".) , London, 7. Mai. Aus eine Anfrage über die b r i: i» scheu F o r d e r u n g en, die noch u.nabgewickelt sind, und zwar gegenüber D e u t s chl a n d, O e st e r r e i ch und N ngaru, erklärte Webb in einer schriftlichen Antwort, daß .sich der Gesamtbetrag dieser Schulden der genannten. Staaten auf 19,5 5 0.14 0 Pfund belaufe, und das; daneben Besitz in der Höhe von 31,824.608 Pfund reklamiert werde.

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