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Wiener Morgenzeitung · 1924-05-08 · Heft 1878 (8.5.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1878 (8.5.1924)
Date
1924-05-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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f »-- ’V< * * r , Elazelnmniner K120 0 Wien: Zum Abholen in der Expedition, II.,Taborstr. 1-3, oder meiner Verschleisstello (Trafik) monatl. K 35.000 Strassenverkaüf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmiedt, I. Bez., Wollzeile 11. Mit Postversand für Wien u. Oesterr. monatl. K 35.000 Ts^hech o-Slowakei: Mwi. K18. Jugoslawien: Mon. DinaröO. Polen: Mon, 31/* Zloty, Deutschland: Mon. Goldmark 4, Frankr., Belgien: Moq. Fr cs. 12 SHP Nachzahlungen "W> bei Preieerhohungen vorbehalter Wiener Der Dorlschmieä Poien:poln.Mk.350.000 Italien: Monatl. 12 Lire Rumänien Mon. 130 Le Bulgarien Mon. 80 Lewa Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 4 Redaktion u. Administration Wien, II., Taborstrasse 1—3 Telephone: 44-0-38,43-S-iy, ab 6 Uhr abds. 19-483,25-282 “X. Univ^ Jtätsspir. 6—8 (Druckerei Steiimiann) Oesterreichisches Postspat ► . kässen - Konto Nr. 150.693 mBBsmBmBmmBmm SBr. 1878 Wien. Donnerstag, S. Mai 1924 S. Fahrgang Der Lberste Rat ersteht wieder. Die MinifterprSfidenten Englands. Frankreichs, Italiens. Belgiens und ein Vertreter Amerikas. , Paris, 7. Mai. „N e lu *= D o t f $ «t a I d" meldet, daß kz Oberste Rat, der nach dem Kriege bestand und dann durch die Botschasterkonfereuz ersetzt wurde, wahrscheinlich in der ersten Hälfte Juni neuer st e h e n werde. Die Ministerpräsidenten Englands, Frankreichs, Italiens, Belgiens und der a«te rika nis che Beobachter würdmdm Obersten Rat bilden, dessen Ausgabe es sein werde, die Disserenten in der Reparationsfrage auszugleichcn und das Problem der - interalliierten Schulden zu behandeln. Der Vertreter des genannten Mattes erfuhr von einer hochgestellten Persönlichkeit, obzwar noch kein bestimmtes Datum-für den Zusammentritt feistgesetzt sei, verfüge Mac Donald doch bereits über die Zusttimnung Poineares H Hnd Theunis' zu der Neuschaffung des Obersten Rates sogleich nach den französischen Wahlen, Mnn man wissen werde, über welche Mehrheit die fränkische Regierung im neuen Parlament verfüge.-Im Ausland habe es überrascht, daß die Id« einer Wiederherstellung des Obersten Rates von Pomcare angenommen worden sei, da er diesen immer als zu theatralisch beWnrpst habe. Mac Donald sei den Wünschen Poineares insoferne entgegengekommm, als er die Vorbereitung der TagesordMng des Obersten Rates den b i h l o m a t i schenKa n z l e i e u Vorbehalten wolle. Man könne erwarten, daß der Oberste Rat die letzten Schwierigkeiten aus dem Wege räumen werde. Die Pariser Auffassung. (Eigenidienst der „Wiener Movg-enzeitung".) . Paris, 7. Mtai. In hiesigen offiziellen Kreisen erklärt man, die heutige Nachricht des „New-Ä)ork Herald" über den Wiederzusammentritt des Obersten Rates sei völlig ü b e r r a s che n d. Das hiesige A u ß e n m i n iste riu m hat von einer solchen Zusammenkunft und einem solchen Plane keine Nachricht. Dagegen scheint es n i ch t u n m ö g l i ch zu sein, daß nach den Wahlen Poincare mit Mae Donald und den belgischen Ministern eine persönliche Aussprache haben könnte. Mae Ionaid für eine maritime Abrüstungskonferenz. (Eigendienst der ,Mener Morgenzeitung".) London, 7. 'Mar. Mac Donald erklärte heute im Unterhause, er würde sehr gerne die Gelegenheit ergreifen, eine Resylntion zrr diskutieren und auzunehmen zugunsten der Einberufung einer in t e rall i i orten Ko n f erenz, um weitere ar.rne a brckst-nuge-n in Erwägung zu ziehen. r’ v Garantien der ReiKsdank für Frankenwekukanten. Mgendrenst der „Wiener Movgenzeitung".) London, 7. -Mai. ,/Times" behaupten, daß Agenten ZontrUentaler Frankenspekulanten zwecks Deckung ihrer Engagements gegenwärtig ihrer versuchen,-Franken zu 6 Prozent zu leihen. Ms Sicherheit bieten sie Garantien der Reichsbank an. Nachdem Italien und andere Länder abgesagt haben, suchen sie englischen Besitz an Franken zur Ablösung der eigenen I u n i e n g a g e m e n t s. Amerika gegen die javanische Anwanderms. Der Ausschluß der Japaner tritt schon rm Juli in Kraft. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Washington, 7. Mai. Der Senat und das Ab ge-, o r d n e t e n h a u s -beschlossen, daß entgegen der Anregung des Präsidenten Coolidge, welcher das Datum des Ausschlusses der j a p a n i s ch e n E i n w a nde r e r bis März 1926 hinaüszuschieben empfahl, daß dieser Ausschluß bereits mit dem heurigen Iuli rechtsgültig werde.- . Irr italienische Anleihe für Fngoslamien. Belgrad, 7. Mai. (Tel. d. „Wr. Morgenzeitullg".) Aus Rom eiiNgelaugten Meldungen, zufolge ist die Bildung des italie u i s ch e n Banke n s y ndikats für die Uebernahnie der. jugoslawischen Anleihe beendet. Au dem Syndikat' beteiligen sich die Bancastommerciale in Mailand sowie die Banca comrnerciale und die Banca Adriatica in Triest. Jugoslawien erlMt einen Kredit-von 600 Milli o u e n> L i r e für die Dauer von zwanzig Jahren zu einem Zinsfuß von 7 Prozent. .Das Syndikat erhält von Jugoslawien die Konzession für die A u 's b e u t u n g der bösnisch'en Wälder und für den.Bau.einer E i s e n b a h u v o n P o l a n ach S p a l a t ö. Es ist angeblich Bedingung, daß die Angestellten dieser Eisenbahn Italiener sein sollen. Zer Zmriger Mat gegen die Wische Aniverfitöt. : Warschau, 7. Mai. (P. T.--A.) Der Danziger Senat hat in Beantwortung der Einladung des Oberkommissärs der Völkerliga in Danzig, zmn Projekt der Gründung einer jüdischen Universität ans dem Gebiet der freien. Stadt Danzig Stellung zu uehmen, im Interesse der A u frechterhaltung des einheitlichen nationalen Charakters der Stadt die Annahme des Projekts ab-, gelehnt, wobei er darauf hinwies, daß die Gründung einer jüdischen Universität nur einer einzigen Konfession Vorteile bringen würde. Der Senat wandte sich in seiner Erklärung an den Oberkommissär mit der Bitte, dahin zu wirken, daß . das Projekt nicht weiter in Erwägung gezogen werde. (Wir waren' bereits vor ein paar .Wochen; in der Lage, die Stellung des Danziger Senats zum Universitätsprojekt darzulegen. Für die Begründung, die sich in ihrer intransigenten Fassung von der früher gemeldeten Motivierung des Senats für seinen Beschluß sehr stark und durchaus nicht vorteilhaft unterscheid^, muß der P. T.-A. die Verantworwng Überlassen weÄen. Die Rch.) Zgs Mische GrsßrMimt wird abgeschM. Konstantinopel, 7. Mai. Musiapha Ke mal Pascha erklärte ausläMschen Preffevertretern, daß nach Abschaffung des Kallisats auch an' die Wscha>ssnng des griechischen 'und des armenischen Patriarchats und des' Großrabbinats gedacht werde. Die türkffche OefisenMchkeit könne diese religiösen Einrrchtun-' gen, welche besondere Privlilegien aus dom Gebiete der G «e r i ch t s b a r k e i t besäßen, nicht duldeir. Eine Wahlprobe Kr die amerilmische Prästdentfchaft. (Eigendienst der „Wiener Movgenzeitung".) Paris, 7. Mai. Aus N e w - Z) or k wird gemeldet: In S a n F >r a n z i st o fand die Bo r w a h l für die Präsidenkschast statt. Coolibge erhielt 240.000, sein Gegner I o h n s ö n -195:000 St'ljnmien. -Die Niederlage Johnsons ist um so bezeichnend er, als er selbst ans Kalifornien Die Schuld der ZeMokNtie. — y. W i c u, 8. Mai. Der internationale Soziölogenkongreß in Rom hat seine Beratungen mit einem Beschlüsse beendigt, in welchem die Achtung des in den internation-aleu Verträgen festgesetzten Rechtes der nationalen, und konfessionellen Minoritäten gefordert wird. Ein solcher Kongreß hat keine Exekutive. Seine.Beschlüsse haben darum nur moralischen Wert und es ist nun einmal mit dem politischen Leben so weit gekommen, daß es sich von moralischen Werten so weit als nur mögjtich fernehält. Trotzdem ist die. Ansicht der - Soziologen von hoher Bedeutung und wenn sie einstweilen nur die Stimme eines'Rufenden in der Wüste darstellt, so ist sie doch ein Beweis dafür, daß die Politik das Gewissen nicht ganz übertönen. kann und daß es zumindest eine Ideologie -gibt, die .sich mit dem Unrecht, mit den Verbrechen am Geist des Friedens nicht bescheiden will und die wenigstens ein. akademisch-platomsches Urteil darüber sagt,'daß eine Katze eine Katze ist. Es ist auch unter den gegenwärtigen Umständen, ein Zeichen von hohem, persönlichem Mut, daß eine internationale Versammlung den Nmnerns clausus, einen der frechsten Exzesse des intellektuellen Anttjudentums, ablehnt. Es ist anerkennenÄvert, daß dies geschieht, und. es ist eine Schande, daß dies' geschehen muß, daß primäre Prinzipien der. menschlichen Pflicht in solenner Form ausgesprochen werden müssen. Der 'Tiefstand der europäischen Kultur dokumentiert sich - nach dem Kriege .darin, daß es den Begriff der Minoritäten im.Völker-, rechtlichen Sinne überhaupt noch gibt und daß' es not-' -wendig schien, ■ zu ihrem Schutze besondere Bestimmungen zu treffen. Aber diese Besttmmungen, die durch die Unterschriften der vevantwörtlichen Regierungen, der alliierten, der affoziierten und der besiegten, eine besonders starke Unterstreichung erhielten, sind lebloses Papier geblieben und dieser Umstand zeigt eine weitere, erschreckende Senkung des - KulMrniveaus. Seit fünf Jahren , soll der Schutz der Minoritätenin Wirksamkeit sein und er ist es so, daß ein wissenschaftlicher Kongreß sich in ein Anklagesorum verwandelt und in seinem Beschluß nicht mehr und nicht weniger sagt, als daß die Willkür gegen Mlnoritäten trotz allem fortgeführt wird. Dieser Zustand besteht und der Grund hierstir liegt in der namenlosen Feigheit und logischen Jnkonsequenzder demokratischen -Parteien in den von der antrseinitischen und chauvinistischen Lues verseuchten Staaten. Es ist weniger ein politischer als vielmehr ein sittlicher Defekt in der Demokratie zu konstatieren, die wohldurch ihre Träger, die-Heiligkeit der Menschenrechte, die prinzipielle Rechtsgleichheit aller Menschen und die Verwerflichkeit des politischen KastenLums verkündet, aber nirgends einen ernstlichen Versuchwagt,-ihre schönen Grundsätze im Kampfe gegeti die Demagogie zu' verteidigen, nirgends konsequente Aufklärungsarbeit in den Massen unternimmt. Aber diese Demokratie unterläßt auch jede Aktton der Einwirkung aus die ihr nahestehenden intellektuellen - Momente und sie läßt es widerspruchslos geschehen, daß in den Ländern des deutschen Killturkreises und in den seiner Ausstrahlm:g ausgesetzt-en Gebieten das Schulwesen aller Kategorien unter dem Einfluß des Raffenblödsinns in Grund und Boden verdorben wird.. - Es.ist-auch zwffchen den.Mnoritäten zu unterscheiden. Es gibt Minderheiten konsessioneller oder nationaler Art, die ein weites Hinterland bcfitei, an das sie sich kulturell anlehnen und das sie in iyrvx. Aot auch pottttsch -unterstützen kann. Dies gilt insbesondere für die deutschen und magyarischen Minderheiten: Aber deren Muttervolk zieht aus der. Notlage den Schluß, daß es auf dom eigenen Gebiet wieder Minderheiteu in: juristtsch-polittschen Sinn konstruiert, sie Wohl aller Segnungen der Steuerpreffe, nicht aber des vollen, gleichen Rechtes teilhaftig werden Die Demokralie dieser Mutterstaaten wieder empsindka es als lättiq " unpopulär, für diese Minderheiten, für die iü? Minderheit sich zu exponieren. Was hat die Demm Deutschlands gegen die Hitlerei getan oder gesagt? Was unternimmt sie zum' Schutze der österreichiischen. Hochschulen gegen das Kontagium der Hakenkreüzlerei? Kein Mm dsstsn ».billigsten Äkm »i Schiff mann II. TaborstraSe 48 Telonhoa 47-1- 79 En (3fo3 Nn detal|

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