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Wiener Morgenzeitung · 1924-05-07 · Heft 1877 (7.5.1924) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1877 (7.5.1924)
Date
1924-05-07
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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/'^fe § '' Wen, Mt'two'ch i%:‘. empörtes 8lr.M(;/;v;:^(iU)t beruhigt sich nicht, .ev fordert das Haupt deü ^rchanaan und will die ehemaligen Herausgeber von „Er und 2'ic" auch um ihre journalistischen Stellungen beim „Tag" und beim „Morgen" bringen. Wir glauben kaum, daß auch nur ein einziger, der die Ergüsse dieses Dittlichkeitsapostels liest, zu der Neoerzengung gelangen könnte, daß es diesem Herrn wirklich um eine sittliche Reinigung zu tun ist, und daß er tatsächlich aus innerlicher Entrüstung so handelte. Wäre dies der Fall gewesen, hätte er sich ja mn der Einstellung des Blattes vollauf zufriedengeben müssen. Der Umstand aber, daß er diese res judicata immer von neuem in die Oeffentlichkeit zerrt, und zwar mit der unverkennbaren Absicht, die beiden Journalisten um ihr Bro: zu bringen, dokumentiert einen derartigen sittlichen Tiefstand, daß man diesem Mann künftighin deshalb und noch aus verschiedenen anderen Gründen das Recht aber k e n n e n m u ß, in Fragen der Sittlichkeit auch nur ein Sterbenswörtchen mitzureden" Ich war mir vom ersten Augenblicke meiner Stellungnahme in der Kuppleraffäre angefangen vollkommen bewußt, daß ich in ein Wespennest greife, und ich finde es nur selbstverständlich, daß die von mir angegriffene Gesellschaft sich zur Wehre setzt, , in ihrer Art, von hinten herum und anonym. Die obenstehende Antwort ist die beste Illustration für diese Art. Ohne Namensnennung und ganz zum Schlüsse ■ der Wespenstich. Ich bin nun .absolut nicht gewillt, diese Anonymität zu dulden. Ich will nicht mit- Strohmännern kämpfen und hin- und herplänkeln. Ich habe sofort nach dem Erscheinen des „Morgen" meine Freunde von der „Wiener Morgenzeitung" ersucht, den wirklich Verantwortlichen zu eruieren und die Nennung meines . Namens zu erzwingen. Meine Freunde haben mir nun - mitgeteM, daß Herr Maximilian Schreier, Chef«. tedakteur des ,,Mvrgen" u.n d „Tag" die Verantwortung für diesen Artikel im „Morgen" trägt .und zugtbt, daß der Artikel sich auf meine Person bezieht. Ich habe es daher in dieser Angelegenheit vorerst nur mit Herrn Maximilian S ch r e i e r zu tun. Die Behauptung, daß mein Verhalten in der Affäre „einen derartigen sittlichen Tiefstand dokumentiert", daß ich kein Recht mehr besitze, in Fragen der. Sittlichkeit mitzureden, ist für mich nicht verletzend. Sie amüsiert mich. Herr Schreier hat es monatelang geduldet, daß zwei seiner Redakteure gemeine Kuppelei betreiben und an der Ausbeutung und Verlotterung der Wiener Fugend schweres schmutziges Geld verdienen. Erst unter dem Drucke der Oeffentlichkeit, erst unter dem Drucke meiner Angriffe hat er sich bewogen gefühlt,' diesen Redakteuren m den Arm zu fallen. Nicht einen Augenblick früher. Er hat die Kuppler geduldet, ich habe sie angegriffen. Also, zieht er, Herr .Schreier, den Schluß, daß ich in- Fragen der Sittlichkeit kein Sterbenswörtchen dreinzureden habe. Die Komik dieser Pose ist überwältigend. Ich gebe mich geschlagen. Anders steht es aber mit der Behauptung, daß mir „n o ch au s v e r s ch i e de neu. an p ä .xe». G r-ü n-- d e n d a s R e cht a b e rka nut w e r d e n m u ß, i n Fragender Sittlichkeit auch nur ein Sterbens-Wörtchen dreinzureden". Was ist's damit? Welches sind diese „verschiedenen anderen" ungenannten Gründe? Hier hört die Komik aus, d a s i st f e i g e, v e r l e u m d e r i s ch e N i e d e rtracht. Darauf habe ich nur eine Antwort: Ich nenne hiermit Herrn Maximilian Schreier einen feigenniederträchtigen Verleumder und fordere i'hn auf, mich für diese Worte vor G e r i ch t z u r Verantw o r t u n g z u z i e h e n. Oberbaurat Robert Stricker. Me Lüge Bettmers. Der Redakteur des „Tag" . und des „Morgen" Hugo Bettauer hat im Zusammenhang mit der Person des Obevbaurates Stricker die Behauptung verbreitet, daß seitens der „Wiener Morgenzeitung" an dem Präsidenten der Unionbank, Herrn. Siegmund Bosel, eine Erpressung versucht worden sei. Wegen dieser Lüge hat Herr Obevbaurat Stricker gegen den Redakteur Hugo, Bettauer sofort die Ghrenbeleidigungsklage überreicht. Es wird somit der .. breitesten Oeffentlichkeit die Gelegenheit gegeben werden, über diese Angelegenheit dolle Klarheit zu gewinnen. Poimarer auswärtige Politik. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Paris, 6. Mai. Bei dem Festmahl der Handelskammernhielt Poincare eine Rede, worin er bezüglich der auswärtigen Politik erklärte, er wäre nicht ruhig, wenn sich der Einfluß-einer internationalen Partei bei der Regelung der Reparationssrage geltend machen würde. Frankreich nimmt gerne und freiwillig die Schlußfolgerungen der Sachverständigen, wie sie. die Reparationskommission sich zu eigen gemacht .hat, an. Wir haben gesagt, daß wir die wirtschaftliche Einheit -de's Deutschen Reiches wiederherstellen würden, sobald Deutschland das von der Reparationskommission aufgestellte Programm durchführen würde. Die Versuche, die Deutschland in diesen letzten Wochen gemacht -hat, um irrezuführen und die Verantwortung für «inen Mißerfolg auf uns zu wälzen, sowie die Ergebnisse der Reichsra . wählen find nicht danach angetan, großes Vertrauen einzuftößen. Wir siiid daher verpflichtet, in der Politik der Wachsamkeit und Festigt zu verharren und wir sind nach wie vor entschlossen, die Truppen aus dem Rnhrgebiet nur nach Maßgabe der Za hl un gen KurückAuzichen. Wiener; MorgenzertnnÄ. 'MwyJir’r- 7. Mar 1924!**r" 9hU87ii Ae Justiz Le» Herrn Frank. V . Dre. Spezialdebatte über die Gruppe Bundeskanzleramt des Staatsvoränschl.ages wird gleichzeitig mit der Erörterung der Budgetkapitel „Inneres, Aeußeres und' Injha" im Nationalst geführt. Sie gab gestern zu sehr leide nschaf11iÄe,n -Anklagen der Opposition gegen, die Art und Weise/' wie das Justizressort von dem groß-- deutschen Vizekanzler Dr- Frankgeleitet wird, Anlaß. Zunächst nahm Pas Haus 'die Budgetkapitel „Oberste Volksorgane, Gerrchte öffentlichen Rechts. Rechnu ngsHof, 'Staatssch uld und Pensionen" unverändert an, worauf der Mluister des Aeußersn, Doktor Grünberger ewe Anfrage in Angelegenheit des von den Italienern noch immer nicht geräumten Grenzstreifens nächst Thörl in Kärnten beantwortete. Er teilte mit, daß 'dre Protokolle über die juridischen Fragen, noch nicht perfekt seien, da Italien vorher vermutlich erst die schwer Lende Angelegenheit der. Anlage eines mternationälen G«nz" bahnhofes in Työvl bereinigt wissen will. Abg. Austerlrtz befaßte sich dann sehr ausführlich, mit -dem Verfall der Justizp-flege in Oesterreich. Das alte Polizeistrafrecht wepde noch immer gchaudhabt. Die Paragraphe 144 bis 148 des Strafgesetzes seien tm* möali'ch. Die arme Frau, die eine Abtreibung vornehmen läßt, wird angeklastt und bestraft, ivähvend alle reichen Frauen das ungestraft tun können. Die Bestimmungen des Gesetzes über' die Untersuchungshaft werden vollständig mißachtet. Der Fall Kadivec Labe die Aufmerksamkeit aller Menschen darauf gelenkt. Hier war nicht oer geringste Anlaß für die Untersuchungshaft, trotzdem hat man dl« . Leute in Untersuchungshaft genommen und sie sind nicht einmal enthaftet worden) als' die Voruntersuchung abgeschlossen und die. Anklage erhoben worden ist. An der Tatsache eines Herrn R a msaue.r kann kein Mensch vorübergehen. Wenn eS schon nicht möglich ist, einen solchen Richter aus. der Justiz.zu entfernen, so stelle man Hn Mt an eütt hervorragende Stelle. Der Vorstand des Gerichtes in Hos-Gastein, Hofrat Dr. Lürzer, hat sich folgendes geleistet: . . . Zwei Hoteliers m Gastein haben emen sehr wemg appetitlichen Streit miteinander, der sich darum bewegt, daß der eine mtt einem Mädchen verlobt war, das während seiner Einrückung die Gellste de§ andern geworden ist. Als sie den anderen geheiratet hätte, hat er aus sehr fragwürdigen Konkurrenzgründen diese Frau mit Cnchüllungen verfolgt, hat sogar AktPhotograPhM von ihr herum gezeigt. Daraus ist dem andern die. Geduld gerissen, und er hat dem Mann gesagt, er ". 77 .. -7 -- ' 7 w "> r *br ü ch i <1 e r. Gauner und L u m P, er sei ein Mensch, demgegenüber Dr. Deutsch ein Ehrenmann . ist. Der Richter hat die Ergebnisse des Wcchche-itsbeweises sestgestellt und von diesem Mann erklärt, die Ergebnisse des Wahrheitsbeweises lsssen ihn in einem sehr ungünsti- (s -n Lichteerscheinen, er sei des Ehrenw.ortbruchet' überwiesen und es seien ihm offeNkuMg unehrenhafte Hand-, lungen nachgewiesen; die von dem Angeklagten.gebrauchten, Ausdrücke, „notorischer Gauner und Lump" nrw der Vergleich mit Dr. Deutsch seien aber doch zu toe-it-.' gehend. „Ich erkläre hier auf der Tribüne des Nationalrates, daß dieser GerichtSvorstand ein Lausbub Vizekanzler Dr. Frank ging auf die von Austerlitz vorgebrachten Fälle nicht ein, nur bezüglich des Falles Kadivec bemerkte er, der Vorwurf des Abg. A u st erl i tz, daß der Staatsanwalt in diesem Falle die Anklage gegen zwei prominente Personen vor der Urteilfällung zurückgezogen habe, sei nicht gerechtfertigt, da es geradezu die Pflicht des Sraatsan-. waltes ist, die Anklage zurückzuMhen, wenn er auf Grund der Ergebnisse des Beweisverfahrens die Ueberzeugung gewinnt, datz er eine Verurteilung des Angeklagten nicht mehr mit Recht verlangen kann. Zur Frage der Aufwertung der Kronenschulde» bemerkte Dr. Frank, es seien Bestrebungen im Zuge, den iiesetzlichen Zustand, wonach Kronenforderungen ohne Rücksicht aus die Zeit ihrer Entstehung in Kronen zurückzuzahlen ind, zu ändern. An eine allgemeine Aufwertung der Staatsschuld en könne nicht gedach t werd en. . Die volle oder teilweise Valorisierung ans ganz mechanische - Art durchzuführen, wäre nicht möglich und nicht billig. Es wäre nur denkbar, e§ dem Ermessen.d.es,Gerichtes M überlassen, nach billigen Grundsätzen zu. entscheiden. Der Minister kündigte schließlich die Ernoringung Lines Gesetzes' über die Verdoppelung des gesetzlichen Zinsfußes und einer Novelle zum Strafgesetz an. . Der Landbündler Aman beantragte, eine Resolution, in der die Regierung.ausgefordert Wird, dem Natronalrat ehestens einen Gesetzentwurf über den stufenweisen Abbau des Mieterschutzes vorzulegen. Ferner trat er für die Abänderung des, Preistreiberei.gesetzes ..ein. Dr. E i s l er verwies u. a. auf. ein von den Richtern verbreitetes Flugblatt gegen den früheren Präsidenten der ‘ Richtervereinlgung. in dem die wüsteste politische Hetze getrieben wird.. In dem FluMatt werde von diesem berühmten Richter (Hofrat Engel?),-gesagt, seine Mutter heiße Mandelblüh > und er, der sich für einen Deutschen ausgebe, gehöre, der Loge an, sei Sozialdemokrat usw. Er fei sicher nre Sozialdemokrat gewesen, aber da sich die Richter ununterbrochen darüber, beschweren, wie unrecht man ihnen tue, sei es notwendig,'aufzuzergen, mit welchen Mitteln sie gegen ihre eigenen Stammes-; genossen kämpfen. Wenn die Richter die. Kritik morden wollen,, sollen sie zu ihr nicht. Anlaß gwen. Es sprachen noch Dr. Schumacher und Frau Prost, worauf die VerhaMung abgebrochen -wurde. Nächste Sitzung heute 16 Uhr vormittags. •. 1 3er Schütz der Minoritäten. Die Resolution des Internationalen Soziologenkongresse-s gegen den Numerus elansus. Rom, 5. Mjcvi. ($. T. A.) Der dritte Internationale Soziologenkongreß, welcher im ^vnatorensaal-des römischen Kapitols unter dew, Vorsitz des Staatsministers Luigi L u z z a t t i tagte, hat seine Beratungen mit einem Appell für die Gerechtigkeit gegen' die nationalen und religiösen Minderheiten beendet, dem der Vorsitzende in zündenden Worten Ausdruck gab. Durch Professor Bouaventura von der Universität Florenz, der auf dem Kongreß das Komitee der jüdischen Delegattonen in Paris vertrat, wurden in einem Memorandum die Probleme der jüdischen Minoritätsrechte und deS Numerus elauj/Us zur Diskussion gestellt; der Kongreß nchm einsttmwig zu diesen Frage» die folgende Resoluttott an: „Der Kongreß, der die gebührende Aufmerksamkeit denjenigen nationalen Minderheiten zuwendet, die keine staatliche Organisatton hinter sich haben und darum ganz besonders den durch alte Rassen- und Religionsvorurtejle hervorgemsenen Mllkürlichkeiten ausgesetzt sind, verlangt von alle« Regierungen die absolute Achtung der den Schutz der nationalen und religiös». Minderheiten betreffenden Klauseln in den internationalen Vertragen; wendet sich auf Grund der Prinzipien der menschlichen Pflicht gegen jedes Regime, das andersrassige Bürger in eine untergeordnete Stellung zwingen oder ihnen die den anderen Bürgern zustehenden Rechte versagen will. Der Kongreß betont mit besonderem Nachdruck, daß die Einführung des Numerus elansus an den Universitäten (ganz gleich von welcher Autorität dies ausgeht und in welcher Form es geschieht) eir^ Attentat auf das primärste und unverletzlichste Recht jedes Menschen darstellt, auf das Recht nämlich, Wissen m erwerben, den Geist zu bilden und am Fortschritt der ganzen Menschheit mitzuwirken, indem er an der Arbeit der modernen Kultur teilnimmt." Das Rührrevier ItUtoefe^. Aussperrung aller Bergarbeiter. (Eigendienst der „Wiener Morgenzettnng".) Berlin, 6. Mai. Im Rwhrrevier ist es Kvischsn Berycwbeitern und Uni-emchmevn zum offenen Kampf gekümmen. Die Kvirferenzen der beiden größten Bergarbeitevvevbände, des GswerffchaftAvereins chvistlicher Bergarbeiter und des Vevstanldes der. Bergaübsvter Denkschlands, haben heute‘ nachmittags ' den Schiedsspru.ch des ReichsavbeitÄministers * Braun mit großer.Mehrheit abgelehnt. Entgegen dem SchiedHpvmh verlangen die Bergarbeiter dve Beilbelhaltung der Sieben-, bezichuugsweise Achtstu-ndenfchicht. Die Bergarbeiter sind zur tteberavb-eit bereit, aber nur gegen besondere Bezahlung. Die Unternehmer wollen hingegen die acht-, bezichungslw-effe zehustiindige AvbeilsFeit emsichven. Infolge der AUchrm-ng durch die Bergavbevdsr haben die Unternehmer die Arbeiter heute zum größten DeU'a n sgefperrt. Fast sämtliche Zechen haben' ge-> schlossen und auf den Revieren ruht die Arbeit vollständig.. Die Zechenbesitzer forderten die Bergarbeiter - auf, die verlängerte Arbeitszeit durch ihre ÜnteHchvift ächuevkennen, was.die Arbeiter jchoch.Mchnten. Es stöhf.ein l a n g e r Kampf zu befürchten, der für bve «deuffche Wirtschaft sehr gefährlich werden kann.' Der deutsch-russische zwischenM. Sttesewanns Antwort auf den russischen Protest. > Berlin, 5. Mai. In seiner Antwort auf die gestrige - ruffische N o te weist der ReichSaußenminffter darauf hin, daß er der vuMchen Note keine konkreten tatsächlichen - Umstande zu entnehmen vermöge, die die Aussagen der beiden Kriminabbeamten unglaubwürdig erscheinen: lassen föitntett. Der Minister weist die Unterstellung, daß die deutschen Beamten aus persönlichem Fnterssevon der Wahrheit abgewichen seien, um so energischer.zurück, als', ein solches persönliches Interesse Kumindest in gleichem. Ury-. fang bei den beteiligten russischen Persönlichkeiten vorliege. die der Verantwortung für die Befreiung eines wegen; Hochverrats in Hast besindlichen K v m m u n i st e n entgehen wollen. Zu der Frage der Exterritoriali-.. tqt erklärt die Note, daß dem von der deutschen Regierung in einer Note vom 21. März d. I. niedergelegten Standpunkt von der russischen Botschaft nicht widersprochen worden sei. Im übrigen sei es stets der Wunsch des Auswärtigen Amtes geiwesen, in der Pwxis die Ditigkeit der russischen Handelsvertretung durch weitgehende.. S ch o n u n g zu erleichtem. Verschärfung der Situation. ' (Eigendienst der ,Miemr Morgenzeitung".). Berlin, 8. Mai. Durch eine Verfügung der russischen Soiwjletregievung ist der diplomatische Konflikt verschärft worden. Nicht nur die- Zentrale, der mssischen Handsls- Vertretung in Berlin, sondern auch die Zweigniederlassungen in Hamburgs uNd Leipzig find geschlossen worden. Alle Verhandlungen mit deutschen Firmen sind abgebrochen worden. Aus die Teilnahme an der Kölmr Messe ist verzichtet worden. Die deutsche Regierung eMävt sich außerstande, dem Wunsche des Botschafters Kveste-nM nachzukommen und die der- . hafteten Angestellten der russischen Hardölsdertvetung frelizMssen. Bor der Durchsuchung in der Handels- Vertvetung sind unter anderem FhigMtter. gefunden wovtom, die für eine Agitation unter den. Angehörigen der Reichswehr und den Beamten der Schützpolhei. bestimmt waren. Gegen de» Schutzroü. Louüou» 6. Mai. In der gestttgen Sitzung des Unterhauses brachte B a l d w i n eine«. Antrag auf A «s h e b u n g., der Mae Kenna-Schutzzölle ein. Die Regierung wird die Debatte üb es den Antrag wahrscheinlich auf de« 13. M a i festsetzen.

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