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Wiener Morgenzeitung · 1924-05-04 · Heft 1874 (4.5.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1874 (4.5.1924)
Date
1924-05-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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jHudsnperKMOQ I Wien« Zorn Abholen in dev Expedition, II.,Taborstr.l-3( ( «der In einer Vcrschlcisstelle '(Trafik) monatl; K 35.000 ^Strusenverkauf in Wien ddreh die Kolporteure der Pinna Goldschmledt, I. Bez.». Wöüzefle 11. Lfit Poitversand für Wien n. ‘Oesterr. monatl. K 35.000 - Tseheeho-Slowakeit Mon. K18. Jugoslawien: Mon. Dinar60. Polen: Mon. 3% Zloty, Deutschland: Mon.GoMmark4,F rankrH Belgien: Mon. Pres. 12 »DU» N»sl>r»KIo»re„,'W> «r. 1874 All teuer Ble Loclniug tfer GroDstatf t Wien. Sonntag. 4. Mai 1884 5300 Kandidaten. 23 Parteien. (Elgendienst der „Wiener Morgenzeittmg".) Irn großen ganzen kann man sagen, daß nur auf seiten . des Zentrums und der Mehrheitssozialisten Pol8n:poln.MK.350.00I Italien: Monat). 12 Lire Ru m a n i e n Mon. 130 Lei Bulgarien Mon. 80 Lewa, Schweiz und du übrige Ausland monatlich Fres. 4 Redaktion u. Administration Wien, II.,Taborstrassei—3 Telephone: 44-0-38,43-3-19, ab 6 Uhr abds.19-483,25-282 IX. Uni versitätsstr. 6—8 (Druckerei Stelnmann Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Kr. 150.693 6. Jahrgang Berlin, 3. Mar. r, Das Wahlfieber hat nun von sämtlichen 35 Wahlkreisen Besitz ergriffen. Die Agitation der einzelnen Parteien hat einen . Grad erreicht, wie man ihn selbst bei den Aevolution^vaWen nicht beobachtet hat, es gab und gibt ^Erscheinungen der Einlschüchtemng in solcher Masse, daß die RegiLvungsbehörden, selbst wenn sie die nötige Energie besaßen, kaum so viel ausführende Kräfte aufLrächten, um den EWssen zu steuern. Alles ist von der politischen Erregung gepackt und das Md wird noch bewegter durch die Anteilnahme des Militärs, das früher den Wahlen fern - geblieben ist. Es ist unmöglich, irgendwelche MchaltspuMe - für eine halbwegs sichere Beurteilung der Wahlau'ssichten zu gewinnen. Rechts und links hofft mit Mcher Intensität aus den Sieg, die- Reichsregierung glaubt nn die Wirkung ihrer Wahlparole'und auch die bürgerlichen und sozialistischen Mttelpartoien - zeigen - sw,Äe Zuversicht. . .Der Wähler -M morgen mit Sem- . § A - amttichen Einheitsstrmwzettel -zkt wählen. Dies P eine.Neuemng, dÄm Wert rwch zu, Leweisen ist.^ Es fft interessant, daß die Regstm-ng diese Mißregel treffen mußte, mn dem' auf dem flachen Lande ständigen Wahlschwindel der . junkerliche«' Mg'vä r i 11> das; Terminäbzugrüben/ die durch - ihre Land- ^räte den MMern in früheren Zeiten nur den konservativen ^Stimmzettel zuMten. Diesmal erMt'der Wähler ein B e r z e i ch n i 8 s a m 1 l i ch e r P ä r t e i e n u nd hat' danach allein seine Entscheidung.zu treffen. Dabei wird sich Ergeben, ob die politische Schulung tatsächlich so idurchge- ,Mdet ist, daß der WahlbewchtiKe , seine Partei erkennt und -wählt. Es ist dies morgen keine leichte Ausgabe. Nicht '!weuiger als 23 Parttiett . ' Dnd aus dem Stimmzettel verzeichnet, 6on der Regiemngs- ’Xiftc mit de-nr Marx an der Spitze - W herunter zu -den Völkischen, die den Marschall Ludendorfs als Spitzenführer nominierten, Die Zahl der Abgeordneten wird erst 'nach der -Wahl auf Gmnd der abgegebenen-Stimmen festgestellt, >da ans je 60.000 Stimmen ein Mandat entfällt. Wlan wird demnach frühestens am Montag mittags erfahren, Tnnen, wieviel-von .den 5300 Kandidaten das heißhrsehnte M. d. R.-auf . ihre Visitkarte schreiben dürfen. , ' ' Der heutige Tag war-in. allen Städten Deutschlands sehr bewegt. Die Kandidaten- und ihre Agitatoren holen das letzte Restchen Stimmenkrast aus sich heraus. .Von - politischer Argumentation Arm mau faimr sprechen. Was ' aus diesem Gebiete zu -leisten ist, .bas haben die Parteien und die Regierung bereits ausgegeben und es wird heute nur mehr die primitivste Propaganda betrieben. Am stärksten von den Flügelparteien, - von den Hakestkreuzlem und.den Kommunisten,. die beide -in' diSseinWahlka-mps bas.. Aeüßevste an ni e dr i g st e nt T e r r o r ismus leisten. Den Vogel schießen ' selbstverständlichdie Nationalisten ab, die -ihre Brutalität hemmungslos aus-leben. : Die antisemitische Verhetzung, die in den letzten Wochen betrieben wurde, ist kaum zu schild:rn. Sie. ist mit.einem Aufgebots ün G e l d. geführt worden. das kaum noch erreicht wurde- und kaüm ans'- Deutschland allein bestritten , worden ist.. Dieser- Evscheimmg' wird man in der nächstenZeit nachgehen utüffen-,' um festzustellen, wer alle die tausende Redner/ die/ Wahlblät-ter und die P o g r o m p l a k a t e bezahlt. Flug-' zeuge: mit' dem Hakenkreuz sind Vitt' Menge aüfgeboten und {reifen über Stadt und Land, /lange 'Züge.von Lastenautos mit demselben / Kennzeichen der Roheit knattern durch die Stmßen/Wandervedner schreien an allen Ecken, von Wagen, improvisierten- Tribünen, von den Bänken in den Parks e-tne bemerkenswerte Geschlossenheit besteht. Die radika-. len Sozialiste'n sind in drei-Parteien gespalten, die Antisemiten ebenfalls. Aber auch im Z e n t r um gibt es Sonderkandidaturen, die sich besonders rn Bayern.und im Rheinland zeigen. Die Dem o kra t e n haben in der neugogründeten republikanischen Partei, die Strafe-' mann-Leutc in den N a t i o n a l l i H e r a l e n Konkurrenz erhalten. , : Optimismus des Reichskanzlers. Berlin, 3. Mai. (Wolfs.) In einem der ,/Germania" gewährten Interview stellte Reichskanzler Dr. Marx fest, daß der Wahlkampf das Volk nicht, in dem Maße aufgewühlt habe, wie zu befürchten gewesen sei, und zwar, weil'sich tatsächlich das ganze-deutsche Volkim Innersten darüber klar ser, daß Deutschland seine gesamte Kraft dafür einfetzen muffe, da^ Werk der G e s u n du.n gs e in e t -W t r t- : sch aft und seiner Finanzen sowie der' Erhaltung seiner WWMNgM,schützen. Zu. einer befriedigenden Lösmig' der i-MeWiiisMr- Schivierigkeiten. werde Deutschland - .'erst daM kommen, wenn in' .der ä-uß-er-en.Politik, vor allem in ^r RePäLQii’P.ttsspage, feste und Etare Verhältnisse - Mchaffen^seien. - v Rach einem Hinweis auf, die zu verwartende s starke Wahlbeteiligung der extremen -Parteien von rechts und link's erklärte- - der Reichskanzler zum Schluffe, daß, -wenn die Mittelparteien gleichfalls genügend viel Wähler -, zur' Urne; bringen, sichere Gewähr -dafür bestehe, daß Deutschland nichtneuen schweren Erschütterungen ausgefetzt, werde und daß das Werk der Rettung und des Wiederauffti-eg-es des deutschen Volkes ■ in Rühe und Ordnung werde fortgeführt werden können. Die Vaterländlev. Berlin, 3. Atai. Die vat-erlä-ndiischen Verbände veröfsentlichen einen Wahlaufruf, der sich ausschließlich in' den i heftigsten Ausdrücken gegen den Wahlaufruf' der. - Reichsregierung richtet und diesen - einen Appell an die M r bä r m l i ch k e i t, eine.miveräntworMche Irreführung und eine - unerhörte außenpolitische Schädigung Deutsch-, lands nennt, iweil er dem feindlichen Ausland Waffe n gegen dia künftige deutsche' Regierung liefere.. Sicherheitsmaßnahmen in München. München, 3. Ala'r. (Tcl. d. „Wr. Morgenzeitung".) Die Regierung, hat für die morgigen Reichstagswahlen umfassende Sicherheitsmaßnahmen getroffen.' Nicht nur -das Unchevsahren von ReKamelvagen, sondern auch das. Hnherziehen -von Musikkapellen und die Abhaltung ch an Bl u m e n k o r s o 's .wurdeverboten. -Die Nabionalsozialisten hatten nänrlich beabsichttgt, zu Ehren Hitlers einen Blumenkorso der Motorradfahrer zu veranstalten. Die.Zeitungen.dürfen Wahlresultate durch Lichtbilder nur bis 1 Uhr. nachts bekanntgeben. Es dürfen nur WaWffern be-huwtgogeben.w'erdeir. '.. V - . v.'. / Eine blutige WahLschlägerei in Breslau. ' Breslau,-3. Mai. (Tel. d.. ,Wr. Morgenzeitung".) .Ineiner gestern abends von . der nationallibeM'en Vereinigung eiubemfenen Wahlversammlung entstand zwischen Mitgliedern der deutschen Volkspartei und dev von.ihr abgesplitterten nationalliberalen Vereinigung eine b l u t i g e Schl ä g e r e i. Der Berliner 'Geheimmt P o n fi ck 'hatte heftige Angriffe gegen Reichsaußenminister Dr, Stresemann gerichtet, lworauf>der Breslauer Hochschulprofessor Meher in einer Erwiderung den Gehemrrat scharf angriff. Geheini-- rät Ponsick erwiderte darauf / mit persönlichen - Beleidigungen, was den Prosefför veräntaßt-e, ein Wass e rgla.'s nach-dem Redner zu werfen. Darauf packte Geheimrat Ponsick kurzerhand das Rednerpult -und warf es dem Aus dem Anhalt der heutige« Nummer: Einsteins Tat. Bon Dr. Adele Wiener. Die Kausmannsknse. . Ein Zeugnis für Moses' Gesetzgebung. Bon Universttätsprofessor Hubert Grimme (Münster). Die ägyptische Augenkrankheit. Bon Dr. Jakob Rosenberg. „Erste Hilfe" oder Sanierung. Bon Dr. Heinrich Schreiber. Aus dem Tagebuch des Berl Sträselmann. 6. Bon Jakob Krausz. Für das jüdische Palästina. —y. Wien, 4. Mai. In der Entwicklung Palästinas.. zur Mischen Heimstätte ist eine offensichtliche Wendung zmn Besseren eingetreten. Die Einwänderungs- und ArbeitsmöAichkeiten haben sich erweitert, in der. politischen Situation ist eine Stabilisierung der^ Verhältnisse, zu verzeichnen, die vor allem durch ein Nachlassen' der avabisch-Mischen Spannung begründet erscheint. Die Berichte der aus Erez Israel kommenden Vertrauensmänner zeigen alle einen arbeitsfrendigen Optimismus, der sich wohl von einer' Beschönigung der - noch 'immer vorhandenen Schwierigkeiten gewissenhaft. sernhält, sich aber doch weitaus, vertrauensvoller: Mt als noch vor einem Jahr. .Er findet seine festeste Stütze in der Tatsache, daß die j jiidiHe Arbeit. vorwärMchr eitet und da.ßsich aus - allen . 'Gebieten des öffeMicheft ^Wys Mische Initiative durchzusetzen lbeginnt. ' vV , . Das -ist natüMch,MM- Erscheinung,. M irber j RaH^WomiüeWrsiMsOWHEenttuNg-deKMWen 'Rechtes auf das Wische--'Laich,"-die-durih-den Bokkerbu'M vörgenommenv worden ist,' hat die AwMrungsarbeit unter den Wischen-Massen nicht geruht. Sie war vielfach durch' die. allgemeinen- N-achkriegsverhältnisse gehindert, litt unter dem - wirtschaftlichen Notstand der Mischen Kreise iü.den O-ststaaten Europas und wurde auch , durch die von-den bekannten europäischen Stellen in Paläsüna selbst betriebene antiMische Agitation beemträchügt. Die jüdische' Gesamtheit war und ist noch in die pckitischm, .wirtschaftlichen und sozialen Krisen der Welt hineingestellt, sie rann sich den Einflüssen dieser Zeit Und ihrer Umgebung, nicht entziehen. Darunter leidet sie selbst, noch, mehr'aber' das nationale Be- - freiungswerk und dessen Zellkern^ der Aufbau der jüdischen Autonomie' in '.Päläsünä.' Die jüdische Jugend, die in; das Heimatland gegangen war, Um dort neues, volles Leben zu 'schaffen, die GvuMagen -des jüdischen Heimes mit ihrer . Arbeit , in unverdrossener Mühe zu legen, ließ sich aber durch diesen. Prozeß nicht entmutigen. In ihrem t Idealismus glaubte sie an das Werk, au seine Notwendigkeit, an das'Muß seines Gelingens, nicht aber än-ihre Not, an ihre Entbchruugen, die doppelt schwer wiegen, weil sie nicht primitive Menschen, sondern Kinder Äer europäischen'Kultur betreffen. Und so: ist in Erez Israell. das Wunder einer neuen Schöpfung entstanden. Es ist schön und rein, weil es nicht mit dem Much europäischer' GÄvältanbetun-g belastet ist.' Es ist durch Arbeit entstanden und dient der Ar<beit,.Es ist in Freiheit von allen Fesseln-europäischen Dünkels geschaffen worden, zum Stolz und zur Ehre des Mischen Namens. - - - Die-' Mische: Oeffentlichkeit - hört dies' gerne und sie freut sich des Erfolges. Aber-wenn sie ihn voll.würdigen soll, so mutz sie sich sagen, daß dieser Ver sacru-in ohne die Mitwirkung, des Volkes ausgezogen war und seine Leistung umso höher zu werten ist, als sie von dieser Iu-' gend im steten schweren. Kampfe gegen die Widrigkeiten der Unersahrenheits voUbracht worden ist. Für diese ^Jugend ist das ein Ruhmestitel. Nicht aber stir das jüdische-Volk. Wohl, hat sich auch hierin eine leichte Tendenz, zmn Besseren gezeigt.- Immer stärker wird der Strom jener jüdischen Kanfleut-e,. Industriellen,. Intellektuellen, die Erez Israel anfsuchen und es voll der besten Pläne verlaffen. Jeder einzelne bringt die. h'offnnngsersüllte Stimmung'-mit sich, und trägt sie in feine Kreise. Das ist erst ein Anfang, der Beginn eines neuen Abschnittes in 'der Geschichte-der jüdischen Erneuerungsbewegung. Das. ganze-Mische Volk, wo immer es lebt, muß mit dem Palästina-Gedanken erfüllt'werden,- jeder ihre frechen Phrasen, aus. Professor an. den Kops, der schwer verletzt zusammenibrach. kaufen Ulm Sie im Ul i» Schiffmann «WWW II. Taborstraße 48 Telenhoh 47-f- 79 En gros; En Unkall 09

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