Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1872 (2.5.1924)
- Date
- 1924-05-02
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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V Mk.WM ", Menrr Q.mixm rilm und Kino. „Dev Dorfschmied". Dieses Wer? schWert das sogenannte Wim Lebe«, das die Amerikaner so Ms^Wöichnst in Film darzustellön wissen. WaS diesem Film alS HaMung: zugrunde liegt, ist nur die ganz einfache Geschichte einer HandwerkerGmM, die in einem Dorfe Laust. Es sind. Leine besonderen um äusvsgettden Ge^> schchnisfe im Buche dieses Films, aber doch versteht er es litt» unterbroche« Spannung herbetzuMren nNd zu fesseln. Ausgezeichnet ist -die Regie in diesem Werke. Jedes einzelne Bild ist so lebenswahr und so Natürlich, däß trkän die Leinwand vergißt und sich dem wirklichen Leven gegsnüderaestellt meint. Kindengeschichten werde« hier reizend geschildert, so daß man sie beinahe über die Filme stellen kann, die sich nur mit einem fCeinon Star beschäftigen. Man bewundert die Natürlichkeit und die Unbefangenheit, mit der sich die kleinen SchauMler zu bewegen wissen und ihr Spiel. daS vollkommene Verkörperung ihrer Ronen zeigt. Und dann sicht man sie hevcmwachsen, sicht sie zu fertigen Menschm werden und selbst» 'E^IlaNzend ist die Darstellung die hier smnMche Scham spieler bieten. In erster Linie muß William Wall in g, der dm Dorsschmiod spieL,^ erwähnt, werden. Er verficht es ausgezeichnet, mrt seiner rissigen, wuchtigen Figur diesen Mann, der über soviel Herzensgüte und Herzensveinheit verfügt, darzustellen. Und in Momenten des Zornes gleicht er einer unwiderstchlichen Naiuvgewalt, die alle sich ihr entgegenstellenden Hindernisse spielend Nrederwirft und überwindet und seine Feinde durch einaNdevwirft. Ausgezeichnet als sein Widerpart ist Dülly Mar sh all als frömmelnder und verschlagener Dbrfvichtrr, der hier einen fein Pointierten Intriganten auf Vitz Beim stellt. Die Geschichte der beide« Männer wiederholt sich in ihren Söhnen, die auch ihre Charaktere wiederspiegeln und die vast Dave Buther und Ralph Z)eardesleh sehr gut daMsteÜt werden. Auch alle übrigen Schauspieler, bis zur allerkleinstbn Gpilodenrolle, bMM vollkommene Leistungen. Glänzend ist HM auch die technisch völlkoMnmte Photographie. „Ern verhängnisvoller Sieg". An den Bildern dieses ausgezeichnetest Kolvssalwerktzs, das Samuel Wo öd sehr gut zu inszenierest Verstands Merkt Mast deutlich die geringe Achtung, die der Amerikaner des Nordests dem des Südens entyegenbrittgt. Dementsprechend sind auch die Charaktere der Männlichen Figuren dieses Films ziemlich ironisch gezeichnet. Im Gegensatz hierzu steht Gloria Swanson als sehr smarte New-Dorkerist. die hm natürlich Siege in jeder Hinsicht Erringt. Doch MUß hier gleich erwähnt werde«, daß sie als Schauspielert«! nicht so Mckläch MchMidet. Was sie zu breten hat, rst größtenteils seelenlose Schablone und eine gut kultivierte Routine, die den Beschauer kalt läßt. So muß man, wenn man vost ihrer unnachahmlichen Art, wundervolle Toiletten zu tragen, absieht, ihre Leistung als sehr schwach bozeichnen. Im übrigen bietet der Film eine geschickt aufgebaute Handlung, die tn Sport- und Parlmnentskreisen spielt, die eine überaus routinierte Regie, ohne wesentlich den Durchschnitt zu übersteigen, ziemlich , wirkungsvoll zu bearbeiten versteht. Außerdem bringt sie sämtliche auserprobte StimmMMequisiten. wie PalMettwipsÄ im Mondschein und ähnliche nie versagende Regiemätzchen. Die Darstellung ist in allen Teilen gut, wenn sie auch nichts Ueberragendes zu bieten hat. Ausgezeichnet sind hingegen Beleuchtung und Photographie, sehr reich und geschmackvoll sie Ausstattung. „Die Brotaustvägertiir". Dieser Film ist sicher schon einige Jahre alt und Wenn er auch in manchen Belangen recht gute Leistungen aufzuweisen hat, wird dies durch dre veraltete und mangelhafte Technik nicht zum Ausdruck gebracht. Die Handlung des Films behandelt Line. Kriminalr chte, in der sich zum Schluß glückliche Zufälle bis zu tUrrstoher UnglaUbwurdigkeit anyäufen. Die Regie läßt jede Orimstälirat vermissest Und erweist sich auch ist der Führung des SchauspielerestsÄnbles .als zu schwächt Dieses ist mst SUzänne DepreS grschatt, oie erste ganz ausgezeichnete Bühnenschäuspielerm sein mag, aber hier jedenfalls, mit dem Wesen des Films gänzlich Ulwertrastt, kkiste besondere Leistung zu vieim imstande ist. ErWciWMwebt ist hier weiters Geneviev Felix,die allerdings noch in keiner Rolle so schwach war, wie hier. Besonders ungünstig wirkt es, daß sich die Darsteller fortwährend unendliche Geschichten erzählen, die für dest Beschauer unergründlich bleiben. Auch die Photographie ist in diesem Film, wie schöst eingangs erwähnt, veraltet und verfügt über einige'schauderhafte Biragen. „Seine fürchterlichste Stunde? Diese Woche erscheint dieser LUSgeMchneie Grot'eWlist msi Max Linder in der Hauptrolle m den Wiener Kinos. Es ist wM Unnötig, hier noch viel über diesen Film zu schreibest, dem . der Name des bekannten Komikers spricht j^nügend.für die Gut« dieses Werkes. Eine sehr heiterd und lebhafte ÄNgelegMheit, di« mast unbedingt sdh'ett soll. Eine ^Herabsetzung der Lustbarkeitssteuer --> in England wich 'angMMat, wo bcharvliches Einschreiten der Kittübeisihtzr schließlich die gänMche Aufhebung der Steuer durchsetzen Will. Ja) Dempsey, der Boxer, wird Filmstar werdest. Er ist, wie es heißt, für 200.600 Pfund Sterling Verpflichtet wordem sich Mstmäl filmen. zu lassest. Er wird aber trotzdem noch MitÄe Boxkämpfe ausführen. ■ . Einen Film zur Bekämpfung des Krebses hat das ametlkanMe Ministerium für VMswoWahri Herstellen lassest, der tm Bilde Mittel und Wöge zur Bekämpfung des KvMes weisen soll. D6r FAm soll in einer KvßMigen Art in' ganz Amerika propagiert werden. »»»»»»» ■ Hfl b« &■■«■■■■■■■!■ km ■■ iss ■■■■■■! Max Linder . Eintz dmvrikanisM Kiyösirma hat sich, an Wir EßÄaN D.'ö ytl 0 HMeWet.MH ihn durch Kabsk epfuchj, chch' auk ddMseVbem WWe nMMestd Michnttzilen, was dr für, die DWMüntz eines seiner DMtivroMaM veÄänge.' .. i' 7 , Me Äe AüfOetz ^LichtOMhn? tzOiW, Hch^edTeiband der Filmindustrie und des Filmhandöls in der Dschechö- SlMÄkoi. lSW) die BMillWüNa zur MN- GtWmkMs' her FUWeHäNstÄten äHUM.' 'VWs"" Mvd schon in der nächsten Zeit ins Löbest treten. Der „Filmfreund" itt München erläßt ein Preisausschröiben für einen kurz skiWevten Fdlmentlwuvf (Tein dvöhröifeb Manuifkript). Drei Preise: 1000, M üNd 400 Go'idmark. Die FiMe btt Wo^he. „Champagner." — „Das Madel ans ddm Westen." - „Dis letzte Stunde." — „Lockungen her Großstadt." — „(Der Dorfschmied." — „Seine fürchtetlschste Stunde." Maria bei Catrmen." — „Die Wahrsagerin von Paris." — „Die Lieblingstöchter des Maharadschah." — „Das Gesicht im Nebel." »Gesühnte Begierden." s-SUKS-AIk'io. I OPERNRING )9- Üb heute bis S. Mai Erschütterndes Liebesdrama in 7 Akten mit Bebe Daniels in der Hauptrolle ühd das übrige Schlagerprogr&mm Beginn der Vorstellungen: 4, V,6, 7, i[i9 Uhr ROTENTURMKINO WIEN, l, ELEIBGEUÄEKT 1 Üb beifite bis 5. Mal Erschütterndes Liebesdtaina In 7 Akten mit Bebe Daniels in der Hauptrolle Und das übrige Schläg«rprögrämm Beginn der Vorstellungen: 4. V,6, 1/48 and ’/«9 Uhr Begleitniusik einer erstklassigen Kflnstlerkapelle imata ■s Filmgroteske in sechs Akten lättft L bis 8. Mal! FAhMäbKiao, l. Aotgaffe 9 Zirkus Büsch-Kino, II. Praterstern v. m 8. Mal: Hahvü-Ktno, VI. Martahilferstraße 57 Lpern-Kino, I. Friedrichstraße 4 Weltspiegelkino, XVI. LerchettfeldetgürtLl SSaUU«SWSSMWD»,UWS»SN»>»»,»U0, 43 »oammi DIE SENSATION DIESER WOCHE DER DÖRiFtCHMIED nach derrt berühmteh Gedlöht von H. W. Longfellow ■ET“ £ z n iindrücjkv olles Kap Hel üü& dtm B ü c hä des Lebens " Äb;heute in biA'mmm kinos imtEM-Km® ä Ab heute bis 5. Mai Familiendrama ist 8 Akten und das übrige Schlägerprogrämrti ßeglnn der Vorsteilurigen: S/A Vb^, 7*9 Uhr Ktttö-Orchester Unter Leitung des Kapellmeisters Rümeth *mämk ILTaborstrasse Kr, 8 Direktion j. Schulz“ Ab heute bis 5. Mai Eine tolle Rocht °b« „Ganz meschugge" und das übrige Schlagetprogrätrim ginn- »/.5. i/27, 7.9 Uhr Lesen Sie DIE FILMWELT Illustrierte Kinorevue Fllm»Fachblatt und «Publikuittis^Wbchbilichrlfft REDAKTlOrt UND VERWALTUNG: Wieni VII. Hermanngass« Nr. 6 Telephon Nr. 36-5-85 ML, Kachdrud verboten. 84t Föttsk' Copyrigtk df 1923 Leutsch-Oesterrcichischer Vertag, Wien.' Ae HeiMtlosen. Äst Wilma Bukelich. Dann ML zog er seinen Keimn stGernen Easchenflpiegel heraus und besah sich die HalsmandelNi DSM AtMd war äußerst tzmpfiMich Md sästd, daß Watt bei dem tvügerischen Pariser MMsittzMima ttichi VöHchiig geMg seist könne, und är behauptete, sich erMet zu haben, ttt>ischt>e sich auch' em hetuhigestdes.PuUet, Wie WN gälM die FingerslpitzW ststd schloß seistevsLits die TW des Schla^- zimmers zu. Und ivenn Lydia erbittert fragte, wesweM er sie mit sich geführt, wozu die ganze Komödie, die er Hochzeitsreise zu stenstett beliebe, WeM ihst ^öch stiKs äst Hr ttsckNst köstne ststd eböttlsst Aüch stichts GMlHött, dastst -murnrelte er fveuiMch, Über-kühl bis in die ^stochen, daß' ihr bet Mg stäch Hause jede^eit vffest stehe, Daß dies Gövede war, wußte Lydia , ja. Hestn itttwer stoch war sie daiidn uberzeustt, daß Arpai) sie liehe äuf seine Urst Nur-daß semö Art-.-ehest so.dukch stE dstvch tadÄlos war^ldas ertvstg sie schweh- Wär sstisnetz noch Äbör^ schüttete er sie mit i^eschWen. Ünd zu der PevMschnüö war eist Oiadeist döst äMeö Arbeit ge§MMn, das Lin tiitilttm von KUstMLr M Md büß Mas Rasslscheß Köpschen Wie eiste GMiä sttstglänZbö, die iiejie Schwärze ihres HaaLes wunderbar hob stnd ihrer S^önheit dist neues, fürstliches Siegel äufpvagte. Md drdses üstvergle'ichliche Diadem brachte es Mit-sich, daß Lydia ploMch^ Sehnsucht stach ihrem Härm äMpfand. Ist einär eigMWchMen GedastkeMMistduM Mächte sie > sich Aar, daß alles Wars, Mstst 8aS gewohstwWsitzst: sie wieder yMchWWr wüvde. In Paris >war nran.so herausgerisfen, so einsam und isoliätt. So ganz und gar einer auf den anderen ans gewieisin. Sie aber sehnte sich danach, aus der Meinung det äMW tzistest A'^kaM Ws., iigenest Glückes empfangen.. Sehnte sich nach Suggestionen, Mch dem Neids äMver, die ihv den Mäubest^ an, ihr, Nück wiedeMben wurden. Mn» sie füMe: das brauchte sie wie einen Bissen Brot. Brauchte esum nicht gM «n. So reistest sie heM Und däs Palais Ms där Andrassystraße ö-ffnete sirne tzohesi LichMst MügMM üstd Lydia schttitt die marmorne TvWpe MW, wie sie däs geträumt hatte in den Fiebers ttachM, wÄWW »MÄßest ^ie Rösett und der Jasmin itt thAM bäteMö^tt^MMst berauschend dufteten und sie die ganze Süße des Traumes Aar nicht zu fassen vermochte, so groß, war ör, Md Budapest... Budapest lag uoch an der Peripherie ihres Lehens, eine Fata morganä, -eiste Verheißung und das Ziel dieses Lebens stlbst. Mp äüfs Neue hegansi jener Tanz und das MiM- Wt, .das sie den TäüMel der Saisvtt stäNNten. Bälle und JMks Und Wieder ststd wieder die Wichtigen Schichsälsfrägen an den Schneider. Änd Nochmals der Donaukorsä ststd Ar sZide d'eldch tea einmal bei OutntäNsts ststd einmal hei Drehers. Und wettn es schr hoch kam, dann in ei.NM wirschest Erafenhasts, Aobei siiän äM Mit sittsr ganz besöndeveri Vorsicht aüfzütreten hattp ustd für welche Gelegenheiten Arpäd Mer eitt strengest HosKereMbniell.zusammengestellt hatte. Keinesfalls , ' Miittz Lydia lüttgMrltt sich WlMH: Änd an hi-iM Langweile änderten auch die EöÜMächLr Nichrs, dw gemu -dMl-M?sthrasin droschest, W ssi-schön vör Jahren gedroschen hatten. Vielleicht^ Wär die Nüanve etwas verändert. Man nahm sich nvWW 4tWäs Mhtz MWs ''Hr^gtzgmirbHn^.M--L»i' der NeiNM Kraus Lhdich -M'-SEes , gleich ans Heiraten ging. Und Lydia fand es wenig amüsant, wenn die Reden freier würden und die MsPielüNgen unverblümter. Denn nun war sie ja nicht mehr «eugierig, wie sie es noch vor einem Jahre gewesen. Nun wußte sie ja, Ms zu wissest wär, Md gerade das . . . gerade das fand sie am wenigsten amüsant. .Ja, Lydia langweilte sich. Und in ihrer Langweile griff sie nach jedem SOftM,.. MstM sie, äüf jM EMütrizstät. Mer nichts verging. Cst Wäv sd', äls vb alle Dinge Md MMisse einfach diä Seele> verloren hätten und gänzlich wesenlos geworden wärenwie sie ftMr, seitdem ihr die Sehnsucht fehlte und der Eväüm. Als ob alles.nichts wäre^ Ja weniger als nichts:' Und hinMöll-erte in einen grauen, gähnenden Abgrund, der schließlich alles verschlang: Farben, Klänge, MeW schen und .Gefühle. Und nichts blieb . übrig .als,, diese^ letzte, grundloise' Langweile, die schließlich sich Mer ver-i zehrte. ' Alles.versuchte Lydia- Ist den ersten sechs Möttätest ihrer Ehe tastMelte sie wie eine Bacchantin von/HergstiigSn zü Vergnügen. Dann kippte sie in eme-m gänz^Plvtz-i lichtzst Stimmungswechsel um und Mrs sich auf die Wohl- MgkeMMit solchem Eisir Md solcher JntensiMt, Ääß' siö^ ^<D^WMst'üttS, ihre Mvohtite sorgfältige. Rmlette zu NiäMit. M4 Aeß sich in zahllose Berewe einischreihen Md in ällß HMilees wählen. Sie nahm an Wtivnen teil, säßin HM MMstgeschmückten Zelten und verkaufte KriMs-. kraEs sür die Abgebränntett von/LettdpaMY. ArMkMüftr üttd -verteilte LitzhtzMhM» Hädete diä PützMn? kleinen Kinder in den Settlements und spielta.Fangest. ein, daß es auch hier imruer ästf , iMMev war.sie auch mD zum 8öohltätW<em auMegtz' Auch Lg Wie. das letzte Ml, dev leM 'Sinw Das Rich» l M-Häs MöU'war auch das Wtzt. - Wortsetzung solgt.^