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Wiener Morgenzeitung · 1924-05-02 · Heft 1872 (2.5.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1872 (2.5.1924)
Date
1924-05-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
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ppfppffplplippjflj^ #Rfzennnninerftizuo Wien: Znm Abholen in der Expedition, Il.,Taboratr.l-3, oder in einer Verschleisstelle (Trafik) monatl. K 35.000 Strassenverkanf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldsehmiedt, I. Ber., Wollzeilell. Mit Postversand für Wien o. Oesterr. monatl. K 85.000 Ts ch e c h o-81 owa k e I* Mon. K18. Jugoslawien:. Mon. Dinar60. Polen: Mon. 3*/» Zloty, Deutschland: Mon. Goldmark 4, F ran k r* Belgien: Mon. Frcs. 12 BV* Naehsahlunfan “W9 bei PreiierhohuBgen . aorbahalte» Polen^ola.ffit.350.000 Italien; Monatl. 12 Ur^ Rnmänie n Mon. 130 Lei, Bulgarien Mon.80Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 4 Redaktion u. Administration Wien, II., Taborstrasse 1—3 Telephone: 44-0-38,43-3-19, ah 6 Uhr abds. 19-483,25-282 IX. Unlversitätsstr.,6—8 (Druckerei Sielnmann Oesterreichisches Postspar* kassen - Konto Nr. 150.693 Rr. 1872 Me». Freitag. 2. Mai 1924 8. ZaHrgang Masaryk über die Außenpolitik der! Sie Siele der kleinen Kntente. R o m, 1. Mar. Präsident M a fa r y f, der heute von Genua nach S i z i X i e n abgereist ist, -erklärte ans Befragen eines Vertreters der römischen „L r i b n n a", es bestehe die Möglich ke i t, daß Ungarn später einmal in die kleine Entente eintret e n werde. Diese sei zum Schutz gegen den Drang Deutschland s na ch d e m O sie n. geschaffen worden, daher hauptsächlich negativ und keineswegs aggresiv, -wie man in Italien glaube, friedlich auch gegenüber Deutschland, trotz des Verhältnisses zu Frankreich. Ein neuer Krieg fei unmöglich, weil die Nationen erschöpft seien. Die Tschecho-Slowakei habe kein antiitalienisches Präjudiz und ihre Politik sei vollkommen selbständig. Gegenüber Rußland sei die Vorsicht Englands mustergültig; denn Rußland habe auf feine revolutionäre Propagandanoch nicht verzichtet und seine Finanzlag e sei derzeit sehr s ch l i m m. Die nationale Bewegung in Italien könne man gut begreifen angesichts des Mißverhältnisses zwischen seinen Anstrengungen im-Kriege und seinen Erfolgen in den Verträgen. Auch die Tschecho-Slowakei müsse sich immer g e ge n eine W i e d e rkehr des deutschen Imperialismus schützen. Sine neue Paris, 1. Mai. Wie die ,Iirnes" aus W afhington Melden, hat/der .Senat .beschlossen, den-Präsidenten C oolidge e in z ulade n, eine all gemeine Konf e-- renz zut:Abrnstung der Luft- und Seestreitkrüste eff Nie SiNwWetmlgsM. London, '1. Mai. „Times" melden aus Washington, das die Inkraftsetzung der Einwanderungsbill für 1. Juli erwartet werde. In der Zwischenzeit soll der Vertragsentwurf über /die Iapa n berührenden Teile des Einwanderungsgesetzes unterbreitet Iverden. Allgenrein )verde angenommen, daß die japanische Mißstimmung b esänst'igr werde, wenn diese Maßnahme'der inneren Gesetzgebung zu einem dipl o m a t i s ch e n Vertrag erhoben werde. Solange der Vertrag die Linie des Einwanderungsgesetzes einhalte, würden ihm auch keine Schwierigkeiten bei der Ratifizierung im Senat entstehen. Kms Botschaft Mac Iomlds. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 1. Mai. Ma e Donald hat äm 1. Mai eine Botschaft erlassen, in der er unter anderem erklärt, daß in diesem Jahre der Tag des internationalen Friedens s i ch e r k o m m e n w e r d e, da die Kationen der Konflikte müde und des Hasses überdrüssig seien und neue Wege der Freundschaft suchen. Blutige Susammenftöße in Nord- Wen. Konstantinopel, 1. Mar. Die Lage in Nordsyrien wird nach privaten Berichten als.ernst bezeichnet. Die Franzosen bombardieren türkische Dörfer und haben elf davon zerstört. Die türkischen Zeitungen.wenden sich sehr heftig gegen Frankreich.; _:_—_!_ Deutschlands Antwort auf die Sin Bombenattentat in Paris. Paris, 1. Mai. Im Laufe einer Versammlung von etwa zwanzig F a s z i st e n drang ein Mann in die VersamnÄung ein, legte . ein e B o mhe. :am Mngang des Saales nieder. und. zündete 'sie an>-Mhay.s er die Wucht ergriff. Die Bombeexp lod-ierte?Mne>Frau wurde l e i ch t v e r l e tzt. Mehrere Faszisten verfolgten vergeblich den Attentäter und sandten ihm Revolverschüsse nach. Polizei schritt ein.und verhaftete drei bewaffnete Faszisten, die jedoch dann wieder freigelassen wurden. Die Bombe war aus dem mit .Eisenstücken ange stillten Blechbehälter einer Lampe hergestellt. BelgW-rMche BerhaMANgen. Paris, 1. Atai. Wie der „Matin" Ms Brüssel meldet, habe die-Moskauer Regiemng Belgien den Vorschlag gemacht, in Verhandlungen zur Regelung der gegenseitigen Beziehungen einzutreten. Die belgische Regierung halbe den Vorschlag angenommen. Die Unterhandlungen in L o n d o n würden bin neu kurzem beginnen. Es werde sich dabei in erster Linie um die belgische Industrie und jwm die Besitzungen im Donezbecken handeln. „Echo de Paris" meint, daß auch Hymans und Theunis bei ihrer bevorstehenden Anwesenheit in London das ruMche ProWm berühren werden. Berlin, 30. April. Wie das „8 Uhr-AbendMti" erfährt, wird die Reichsregievung die Note der Alliierten wegen der G e h e i m v e r t rä g e dahin beantworten, daß sie n ich t Auskünfte über Bestrebungen im besetzten Gebiet erteilen könne, wo sie jeder praktischen Z u st ä n d i g k e i t e n t k l e i d e t und wo ihr die. administrative Gewalt durch die Ententeorgane abgenömmen sei. Die deutsche Regierung sei nur für Gebietsteile verantwortlich, die ihrer Verwaltung unterstehen. Deshalb sei eS unmöglich, Schritte gegen unerwünschte Organisationen im besetzten Gebiet zu unternehmen; deren Beobachtung und Bekämpfung würden durch die Organe der Entente selbst gphrr'dert. Die amerikimischen LachverWndigen bei öoolidge. Washington, 1'. Mai. Die amerikanischen Sachverständigen hatten mit dem Präsidenten C o o l i d g e, dem Staatssekretär Hughes und dem Schatzsekretär Mellon eine lange Unterredung, über deren Inhalt sie. jede Mitteilung ablehnten. :.S'T r—^ GeneralkommMr Smith in Budapest. Budapest, 1. Mai. Der Generalkommissär des Völkerbundes. I. Smith ist in Begleitung des Mitgliedes des Firranzansschusses des Völkerbundes Taylor heute früh aus Genf hier eingetroffem . Ir. Seipel und die Bmer«. In der Linzer Festversammlung des Bauernbundes richtete Bundeskanzler Dr. Seipel an. die Bauern einen Appell, die Regierung zu unterstützen, zumal sie dank der so kräftigen Organisation im Bauernbund nicht zu befürchten brauchen, daß jemals die Interessen der Bauernvergesse »werden könnten, und daß sie zuversichtlich Geduld haben und warten mögen, bis das große Werk der Rettung des ganzen Landes gelungen sei. Ae Mrigen BoMMe. Canpentier (Frankreich) schlägt Townleh (England) in der zweiten Runde knock-out. Dumas (Frankreich) kämpft mit Dtzkast (Tschecho-Slowakei) unentschieden. Steinvach (Wien) schlägt Wesselitsch (Wien) in der zehnten Runde knock - out. SuMvan (England) besiegt Hanna (Wien) nach Punkten. Lygget (Amerika) schlägt Mathe (Ungarn) in der sechsten Runde knock-out. Fritsch (Frankreich) besiegt Larfen (Dänemark) nach Punkten. Der 1. Mm. Die Feier in Wien. Die. sozialdemokratische Partei veranstaltete gestern vormittags auf den Plätzen vor dem Rathaus, vor dem Buvgltheater, vor dem Parlament und vor der Universität' M a fsenku n'd g e b u ngen, die unter sehr starker Be- , teAtguNig programmgemäß verliefen. Die Festrede - vor den Studenten, auf der Rampe der Universität hielt .General Körner. Als sich ein Zug der Sozialdemokraten nach Schluß der Versammlungen Wer die Ringstraße bewegte, gerieten, drei junge, mit dem Abtzeichen eines Turnvereins ' versehene Zufchauer mit Teilnehmern des Zuges in. einen; Streit, der schließlich zu Tätlichkeiten-sührte.7 Die/ : Sicherheitswache schritt ein, hielt die drei Personen an und stellte sie znm Amte, von wo sie nach Feststellung der/ Identität entlassen wurden. 'Die Maifeier. der' kommumstischen Pgrtei. auf- -, dem reiheitsplätz vor der Votivkirche wav '' doii--'u-ngefW-^ 2000 Personen besucht. Während des ' Zumarsches. einer, kommunistischen Gruppe zum Fveiheitsplatz wurde in'.der^ Älserstraße ein den Zug beigleitmder Rädscchver^ von einem- Automobil niedevgöstoßen und leicht verletzt. Der Ehauffmr des Automobils führte den Verletzten, der angäb, selbst "an dem Unfall schuldtragend zu sein,, sofort .in die .Un-sallstation des - Allgemeinen Krankenhauses und svldann nach Hause. ' \ ■ Demonstvationen vor der ungarischen Gesandtschaft. : Ms nach Schluß der Versaimmlünig aus dem Freiheits- Platz die Kommunisten Wer den Ring zum Schwarzenberg- Platz zogen, versuchten beim Passieren des Liesbenberg-? Denkmals einige Teilnehmer, in die Bankgasse zu gelangen, um vor der ungarischen Gesandtschaft zu demonstrieren. Die Sicherheitswache schritt ein und hinderte sie an der Ausführung -ihres Vorhabens. Nach Auflösung des Zuges auf dem Schwarzenbergplatz begaben sich abermals einige kommunistische Parteigänger, diesmal einzeln und unMMllig, in die BaNkgasie, wo sie ein ungarisch es Lied anstimmten. Die beveitstehende Sichecheitswache zerstreute die Demonstranten, Zwei wurden angehalten und zum Bezirkspckizeikonmrissariat Innere Stadt gestellt. Ein dritter bei dem erwähnten Anlaß Angehaltener wurde entlassen, da sich bei ffeiner Perlustvierung ergab, daß er nicht an der Demonstration teilgenommen, sondern sich lediglich in seiner Eigenschaft als Berichter st att>er einer Tageszeitung an Ort und Stelle bege'hen hatte. Am Nachmittag des gestrigen' Tages fand im Rahmen der sozialdenrokratischen dRaffeier auf dem Rathausplatz ein Schauturnen der Arbeiterturner Wiens, verbunden mit einer Fahnenenihüllung, statt. Die Rettungsgesellschaft hat bei der Maifeier in siebzehn Fällen interveniert, meistens in Fällen leichten Ünwchllseins. Die Maifeier in der Provinz. Ans sämtlichen Hauptorten der Provinz sind Meldungen Wer die Begehung des Staatsfei'ertages eingetröffen, die den eingelangten Berichten' zusvlge überall ruhig verlief. Die Maifeier in Deutschland. In Deutschland ist der gestrige Tag nicht ü b e r a l) ruhig verlaufen. Nachstehend die . eingvwngten Meldungen: Berlin, 1. Mai. Trotz der Aufrufe der Konununisten zu einer machtvollen Stvaßenku-ndgeibung war die Beteiligung an den verbotenen Umzügen außerordentlich schwach. Zumeist wurden die Ansammlungen von der P 0 l i z e i ohne Anwendung von Waffengewalt

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