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Wiener Morgenzeitung · 1924-04-30 · Heft 1870 (30.4.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1870 (30.4.1924)
Date
1924-04-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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HB2ehmmmerK120(! Wien: Zorn Abholen in-der Expedition,IInTaborstr.1-3, oder in einer Verschleisstelle (Trafik). monatl. K 35.000 Strassenverkauf in Wien däreb die Kolporteure der Firma Gbldschmiedt, I. Bes., Wollzeile tl. Mit Postversand kor Wien n. Oesterr. monatl. K S5JOOO Ts c h e eh 0-81 owa k ei: Mon. K18. Jugoslawien: Mon. Dinar60. Polen: Mon, 37* Zloty,.Deutschland: Mon. Goldmark 4, Frankr., Belgien: Mon. Pres» 12 MT N*eh*«hluBS«a bä Preiserböhnntreo Vorbehalte» Ak. 1870 ÄM.MWD.Sa.«M 1824 nÜ'Wiirt'iiiiii Die Hycbl in flick Die Flucht lit ilfitk PolanntoTn.Vk.350.pot Italien: Monatl» 12 Lirei Rumänien Mon. 130 Lei Bulgarien Mon. 80 Lewa, S e h w e i r und das übrig« Ausland monatlich Pres. 4 Redaktion u. Administration Wien, ÜH Taborstrassei—3 Telephone: 44-0-38,43-3-19, ab 6 Uhr abds.19-483,25-282 IX. UnlversUStsstr. 6—8 (Druckerei Steinmaun) Oestenreiehisches Postspar» kassen-Konto Nr. 150.693 K. FaHrgang f J 1 " " ' 111 . I'*11 EHwm ZWmmmftöße zwischen . . (Eigendienst der „Mentt Morgenzeitnng^) Berlin, 29. Apvib Der WaPkumpf nimmt kurz vor I AutomMl veMeß.um in einerdemokratischen Versaminöe-m Wahlsonntag iuuner schärfere Formen an. Solang'zu^ reden-, Mxvmczyk wurde schwerverletzt ins wohl in Berlin als auch in verschiedenen Städten des Deutschen Reiches ist es gestern und heute zu schweren Zusammenstößen zwischen KownmnHennndDeutschvöMschen gchoMnen. In Berlin ereigneten sich gestern abends im Laufe einer 'Versammlung 'der DeutschvÄk^Hen in Schönelberg wüste Schlägereien zjwischen de«: beiden feiMichen Parteien. Die Schatz.Polizei griff'ein Und' es gelang ihr schließlich nach einiger Mühe, die ■" Kommunisten aus dem Saale herauszuLringen. Zu ibedeutend ' s ch w e r e r e n Z u s a m m e n st ö ß e n kam es iu . : Breslau. . Ijtit fand ebenfalls eine BerjauMlung der dmtschVMrschen Freiheitspavtei statt, in der . als Redner der Mgeordnete. Wulle austrat. Vor dem Konzerthaus sammelten'-sich Woischen größere . Ko.m-munistentrupps an, die mit' G ewalt eiMdringen versuchten. Die Kommunisten wurden jedoch 'zurü'ckgedrängt und »nachnren nun in «breiter Front vor dem VeNsammlungssliokal ANMlliunD Als die ersten Vevsaimmlüngsbesucher das -LoM deEießen,. wurde dev Politzeikordon.. von . den KEnMisten durchbrochen. Sie stürzten sich'auf die Völkische.^ undes entstand ein wiches. ' Handgemenge. Im ernsten MgeWi'ck zeg die Polizei blank und versuchte, di« Parteien.auseinanderzubringen. Es gelang dies schließlich, nachdem aus beiden Seiten schwere Verletzungen zu verzeichnen ivaren. Bis in die späten Nachmittagsstunden jedoch sah . man in der inneren Stadt kleine Trupps «der Dentschoölkischen und Linksvadikalen imGeplänkel. Auch in Hanau, Halle und Bremen kam es zu innhr oder < >weniger >evnsten Zusammenstößen zwischen DeutschvMlschen und Kommunisten. Schüsse in einer Versammlung. Wie 'das ,-Berliner Tageblatt" ' aus ' F ü r st e n a u hei Osuaibmck meldet, schoß gestern albends' ein sechze!hn'jähriger Klempnerlchrling, der den dortigen völkischem Kreisen nähesteht, auf den Vorsitzendm der deutischdemokratischen Partei: für den Bezivksvevband Osnabrück, Provinstallandtagsalbgeordneten AdamezHk, in dem Augenblick, als Adamezhk sein EWere WMtzfe in Edrien. Französische Truppenlandung in Beirut. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Paris, 29. April, In Südsyrien ist es, wie aus A d a n a gemeldet wird, zu schweren Zusammenst ö tz e n zwischen französisch e n T r npp e n und der Bevölkerung gekommen. Französische Flugze«gc mußten mehrere Ortschaften v o m b ardieren. Die Lage wird als e r n st bezeichnet. Nach den letzten Meldungen sind einige tausend Mann f r a n z ö s i scher Truppen in Beirut gelandet. Ae RevarMnrkommWon zögen. k ielraum sür „offiziöse! erhandlungen". Pari-, 29. April. (Havas.) Die Reparationskommission hat die Prüfung der»; Antworten Deutschlands und der Alliierten auf.eine spätere Sitzung verschoben, um offiziöse' Verhandlungen zu' ermöglichen, die morgett vormittags stattfmden sollen. . Die Reparationskommission veröffentlicht^ die'Antworten Jugoslalviens und Japans. Die jugoslawische Regierung erklärt, sie. sei bereit, mit den Alliierten an den für notwendig erkannten. Maßnahmen mitzuarbeiten, um die Durchführung der endgültigen Entscheidung der Reparationskommifsion zu ermöglichen. Sie verlangt die Ernennung eines jugoslawischen Mitgliedes für das Comitee des KkransfertL ...... Kranke-nhäus gebracht. Lndendnrff will tetn Mandat au«eh«e«. Stuttgart, 29. April. (Tel. der .^Diener Morgenzeitung".) Nach einer Mitteilung' der rechtsradikalen, Ludendo r f f besonders nahestehenden „Süddeutschen' Zeitung", beabsichtigt Ludendorff sein. Reichstagsmandat nicht anzutreten. Er, sei zwar aus der Liste der DeutschvMrschen ebenso wie seine Dtttpütschisten Poehner und Kriebel stehen gebliä nl, aber nur um für die Liste die nötige Anziehungskraft auszuüben. Sofort nach den Wahlen sollen dann diese drei Kandidaten aus ihr Mandat verzichten, so daß die nach ihnen auf der' Liste stehenden' Kandidaten in den Reichstag einziehen' würdsn.' Deutschland vor schweren Entscheidungen. ,! (Eigendienst. dev „Wiener Mövgenzeitung".) , - Hannover^ 39- WM Reichsaußenminister Dr. S t r es emann erklärte in einer Wählerversammlung vor etwa 6000 Teilnchmern, das deutsche- Voll - werde, wahrscheinlich . s ch o n i m n ä ch st.e n M o n-a t vorder -groß L e n a n ß,e n p o l i t is ch e n E n tzs ch^e rd un Wen^ dsü^es jenrals seit dem Abschluß. des Persailler Vyrtrages 'MgA'en habe. In diesem Zu-? samVeMgM..ibedKuten--'die..v^ ReichstagswMen' eine-; SM ck.s qlssr age für dasganze - deutsche KW Den; Regierungen/ die jetzt aufsdie^ini Deutschlands bGehewde 'Ge--, fahr der, nationalen Gcheimbündelej:!.Hinweisen, .-müsse - klärgemacht werden, daß gerade ihre dem deutschen Volke gegenüber seit dem Versailler Vertrag, getriebene Politik für das An- Wyellen diesernatronallstischen .ÄMMngverantwortlich sti. - Re ftanzöfifchm SoriaWen an die deutsche«. Berlin, 29. April. (Tel. d. ,Mr. Morgenzettnng".) We der „Vorwärts" meldet,. erließ: die f ra.uzösis che s o z i a l-i st ische P arte i eim Kundmachung . audie den ts ch e n •. Ar bei ter, in 'der es. heißt: „Nationalismus hei .dem meinen Volk ruft ihn . beim anderen hervor und läßt ihn erstarken. Deshalb, richten die Sozialisten Frankreichs einen eindringlichen Appell an die deutschen AÄeiter. Vergeht nicht, daß Ihr, indem Ihr gegen d^je deutsche Reaktivn kämpft, da-mit zugleich gegen die Weltreaktion den Kilnpf führt. Bergeßt nicht, daß, indem Ihr gegen 'den . deutschen Nationalismus kämpft, Ihr da>mit zugleich gegen alle Mächte de's H a s s e s u n d d e s K r i e g e s '"den.Kamps führt/ Aus vollem Herzen verfolgen die fta-nzöstsMn Sozialisten Euren Kamps, der zugleich ihr eigener ist." Die japanische Regierung erklärt sich bereit, ..die s Schlußfolgerungen der Sachverständigen in-ihrer Gänze gvund-' - sätzlich anzunchmen. LooWse für neue Ber-mdlungen in der bmlvanderungssrage. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Paris, 29. April. Aus Washington wird von zuständiger Quelle mitgeteilt, daß Präsident C o o l i d g e den Vorschlag gemacht habe, die' Anwendung ■ des - j a panisch e n Einwan'derungsgesetzes dem: Datum nach so weit hinauszuschieben, daß genügend'Zeit geschaffen werde, um' durch n e u e V e r h and l u n g e n zu einem neiren Einwanderungsgesetz'zu kommen. "'«ssisch-mmSnische Verhandimi u. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) . Bukarest, . 29. April. In Kamenee Podolski finden rumänisch-russische Bosprechu-ngoil Wer die Regelung des Grenzvevkchrs und -der Schiffahrt aus dvm Dniaster statt. Ueber.'das-Ergebnis^ist' nichts bekannt. Diese Vechaudlüngey. halben unpolitischen Ehavakter' und bezwecken die S i ch e r u n g der tatsächlichen Grenzerl o h n e rech t- .li'che Anerkennung. Hehl«, ter «eitlem,». —5. W i e n, 30. >Ml. Hohler geht. Die englische Regierung, die Hrme Mberufung aus Budapest unmittelbar nach ihrem Amtsantritt ausgesprochen hatte, entschließt sich «wt, die Respektsfrist zu beenden. Sie schickt ihren Budotzvster Vertreter m einer Spezialmiffion nach MeMo. Ein Avancement ist dies sicherlich nicht, da doch die enWsche Oeffentlichkeit keinen' Grund hat, Hchlers TätiM in Ungarn als besonders erspriHlich für das Ansehen des Staates zu preisen. Er 'hat dem ältesten Land der Demokratie und polittschen Freiheit keine guten Dienste erwiesen. Die Mission, die er von seinem Vorganger Merk übernommen hatte, ging dahin, an der Konzentration aller aufbauenden Kräfte Ungarns mitzuwirken und diesem Land zu helfen, die Wunden des Krieges uW des bolschewikischen Intermezzos durch entschiedene demokratische und soziale Reformen auszuherlen. Wie Hohler die ihm gewordene Aufgabe löste, das geht aus. denr Nachruf hervor, den ihm Graf Bethlen zunr Abschied widmet: „Das tiefste Bedauern, der gesamten polittschen Oeffentlichkeit' Ungarns fÄgt ihm nach!" Die Oeffentlichkeit, deren Repräsentant Graf Bethlen ist, hat auch alle Ursache, Herrn Hohler ihre Sympathie auszu- . drücken. Denn er stand ihr jederzeit zur'Seite und.-hielt seine Autorität, die die Autorität der englischen Demokratie war, wie einen schützenden Schild über sie. Er war fteilich keine. vereinzelte Mscheinung und vielleicht hat es'in der Nachkriegszeit k'eine Periode und kein Lastd gegeben, in dem die internationale Diplomatie in solcher MtanM^Wise ' zuMrfW der' bkltvünWten - Terror- Herrschaft eingriff. uyd sich durch ihre- Haltung kchnpr'omittierte. Mt Hohler zugleich sahen auch die' Vertreter Frankreichs, Italiens und der Bereinigten Staaten das Wüten des weißen Schreckens, der von Horthy und seinen Spießgesellen zu einem, wöhlausgebildeten System erhöben worden war. Sie alle schwiegen. Bis aus Hohler (der freilich in dem amerikanischen Korwnissär Horowitz, leider einem Juden, ein Vorbild hatte), der sich nicht begnügte, tatenloser Zeuge der entsetzlichsten Verwilderung zu bleiberl. Die Beschwerden und Notrufe der getretenen jüdischer Bevölkerung, die über die Grenzen Ungarns kanlen, erledigte , er. in seiner bekannten Note, die Lloyd George im Unterhaus verlas, mit der bündigen Erklärung: „Horthy is a gentleman." Die Arbeiterpartei entsandte Mac DoMld und Wedgewood zum StMum der Verhältnisse nach Budapest.' Hohler verweigerte ihnen jede Attthilse und deklarierte sein volles Einverständnis mit den Henkern und Bvachialoffizieren, mit der Erpresserbande und . den Bombenhölden, die in Ungarn die Macht in ihren Klauen Hallen, und das ganze Volk, Arbeiter und Bauern, Juden und Ghristen, in schamlosester Weise Hetzen. Die englische Abochttung sah genug, um sich ein klares UrteU über diese Verhältnisse' zu bilden, und es war wohl nur sellbs-verständlich, daß ihre Regierung eine weitere Belastung des politischen Prestiges Englands nicht länger ertragen wollte. Sie ruft den Gentleman ab und schickt ihn nach Mexiko. Hohler geht und Bethlen weint ihm nach. Er drückt ihm den Dank seiner Kamevaderie aus, und das mit vollem Recht. Hohler, ist eine der Hauptstützen des christlich-nationalen Kurses gewesen, und er hat sich darob des größten Ansehens in den Kreisen erfreut, die diesen Kurs einhalten und von ihm . so gut leben. Im geometrischen Verhältnis zu dieser Freundschaft' steht die Stimdeutete Hohlers gar so aktive Passivität eine schwere Entmutigung, eine Täuscs'ung. ihres Vertrauens auf die Intervention des großen und mächtigen . Auslandsstaates, die ihr mit einem Federzug hätte Erleichterung schaffen können. Diese Werktätigen Ungarns, alle, die von den militaristischen Parasiten, von den Erwachenden' von den zugereisten' Beamten aus den abgetretenen Gebieten, von einer Horde blut- und geldgieriger Lumpen bis'zur.trostlosesten Apathie gepeinigt werden — alle erblicken in Hohler einen der Schuldigsten an dem moralischen Zusmnmenbruch der ungarffchen Gesellschaft. Für sie bedeutet die bevorstehende Auttsnbernahme des Völkerbulchkmmnissärs Smith eine gewisse Hoffnung. / Er kommt nur zur finanziellen Kontrolle. Scheinbar ist seine Kompetenz nur" gering und durch den Auftrag der ungarischen..Koimnissioil begrenzt.. Aber es ist doch möglich, ohne die „Einmenanua in die inneren s

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