Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1869 (29.4.1924)
- Date
- 1924-04-29
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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^rtt 4 Wien, DieEag hob hervor, daß dcr Lr.-^r und die T)LffeMichkeit leicht ten Herzens sich von der derzeitigen Wäh-- ntng-trenn en. Die Regierung werde dafür sorgen, daß der Wert des Zloty unverändert erhalten bleibe. Die neu emittierten Zloty-Banknoten sind heute in Verkehr gebracht worden. Die polnischen Mark-Banknoten hören mit dom 30. Juni dieses Jahres ans, gesetzliches Zahlungsmittel zu sein. Meiftbesünstiguogsiibereinkommerl zwischen Ungar« und Kurrckoien. Budapest, 28. April. Die-jüngst zwischen Ungarn und R u m ä ni c n abgeschlossenen Verhandlnugen iiber die Regelung verschiedener schwebender Fragen haben zur Unterzeichnung von 12 Ad kommen geführt, unter denen das wichtigste ein H a n d e l s a b k o m m e n ist, das für die Produkte beider Staaten auf dem Eiufuhrg-ebiete, die M e ist'beg ü n st i g u n g sichert. Das im FriedenÄvertrag Rumänien zuaeficherte Recht, auf dem Gebiete Ungarns nach während des Krieges verschlepptem Material zu fahnden und seine Rückevstattung zu fordern, wurde um den Betrag von 640.000 Goldlei abgelö -st, das jedoch von Ungarn n i ch t i n B a r g e l d zu-zahlen, sondern im Wege der Lieferung von Eisenbahn I o k o m o t i v e n abzuiragen Ist. Der BMotzester 3eit««g»scherstreit. . (Eigenöicnst der „Wiener Morgen zeitung".) Budapest, 28. April. Infolge der Verordnung des Ministeriums des Innern, laut welcher die Ausgabe von Zeitungen 'mitAus-imhlm der vom Staate herausgegeibenen Zeitungen verboten wurde, erscheinen -nunmeihr n u r zwei M o r g e n b l ä t t e r. „Reggeli Hirek" und „Morgenzeitung", und „Esti Hiwi" anr Abend.. Me Bethleuin Amerika GerechMeit sucht. Wir'berichteten vor einigen Tagen'über die antisemitische Petition, welc^ die nationale Vereinigung der aus Ungarn stamnienden Amerikaner durch den demokrattscheu Servator La Falle t t'e' i-m'amerikanischen Senat eiNbrmgen ließ. Diese' Wtt-ion, " die den Titel „Gerechtigkeit für Ungarn" führt, war' eigentlich nichts anderes als eine chauvinistische Verleumdangdes Judenlmns Und der ' Nationalitäten der Nachfolgestaaten. Wir sprachen gleich-den Verdacht aus, daß SonaÄv La Kokette von den' amerikanischen „Erwachenden Ungarn" herLingewA worden sei, da.La Folette, dessen dsmo-,J kratische Politik über allen Zweifeln steht, sich sonst'mit dieser 1 Eingabe nicht hätte identifizieren können. Me uns nun aus NswDorik gemeldet wivd^ erMlttdie ..Exokutive .des. arnev.ikanifch-fÄd^chen Kongresses, auf. ihr an, Senator La Folette gerichtews Prötestschreibrn .VM Sohne des Senators eine Antwort, in welcher, dieser mitteilt, dgß sein.'Väter krank zu Bette liege, augenblicklich, nicht-in der Lage sei. wfpnMch zu dom Protest Sttllung. zu nehmen. Nach EiMicknahule in die mhm' untergeschobene Petitton der Ungarn, spreche er jedoch schon jetzt seine tiefste Entrüstung über den verleumderischen Inhalt und, die. anttsemittschen Ausfälle dee Eingabe aus, und werde .die. erste. sich bietende Gelegenheit be-nützen, u-m im Senat die ganze Affäre zu beleuchten und das Vorgehen der Ungarn zu. verdammen. In.dom Brief wird ferner die Aufklärunggegeben, daß die amerikanischen Ungarn den Senator La Folette .am' letzten Tag vor Schließung ^8 Kongresses einfach überrumpelten.. Sie sagten Hm, van dem sie wußten, daß er den, Frvede-nsver-trag von Versailles als eine änderungsbedürftige Ungerechtigkeit anfe'he, daß es sich in der Eingabe bloß darum handle,' gegen die territoriale Ungerechtigkeiten . dev' BertragsbesttMmungen Stellung zu nehmen. Erst-.als-die Petttton «bgedruckt Wunde, sah er, daß er i-rregeführt worden g'ei> und habe mit dieser seiner Meinung in einer'heftigen Auseinandersetzung mit den Ungarn auch nicht zurückgehalten. Er war auch entschlossen, den Sachverhalt um so sher auMiklären, als er anläßlich seiner Europareise sich persönlich überzeugt habe, daß die Anwürse gegen die Juden erfurwon seien, doch hätten ihn seine jüdischen'Freunde in Wisconnsin, dessen Vertreter er im Senat ist, davon abgehalten, .weil es unpolitisch wäre, der Verleumdungsschrist größere Publizität zu geben. Nunmehr eracht» er es als seine Pflicht, die Anfch'.'.ldigun-gcu Der Magyaren aufs energischeste zurückzuweisen. Sine Absntzr der arMsche» Slrkntive. Jerusalem, 2s. April. (I. T. A.) Die Palast i ne n-' fisch-arabische Exekutive hat der Regie in mg in dcr A-ua-elegencheit der blutigen Zwischen fälle, die sich vor einigen Wochen zwischen Jaffa und Tel-Awiw abgespielt haben, und bei welchen -ein Jude und ein Araber getötet wurden, ein M e m o r a n d u m übermittelt. Die p a l ä st i n e.u.s i s che Regierung sagt in ihrem Antwortschreiben, daß das Mm-ora-nduttt. itzedMrabifchrn Exekutive voll. der offensichtlich st ni H nr i cht i gfeiten ist und daß deshalb eine 'detaillierte Antwort auf die verschiedenen borge brachten Punkte sich ■ erübrigt. Die Regierung gibt der.Palästtnenstsrlpnrabisü>en Exekutive den Rat. sich in Zukunft zuerst über die Ta tsa cheuzu. infornneren, bevor sie sich an die RegievU'N'g vmrixt. - Irr Hasen von 8«sak. Belgrad, 88. April. (Tel. der ,Mv. Morgenzeiturtg".) Auf Vorschlag des Finanznünisters hat der Ministerrat einen Kredit von 20 Millionen Dinar für den Ausbau des Hafens von Susat bewilligt. » Wiener MörnenzeitünK. B I1T SE Festsaal „Zuri grünen Tor“, •W E V I fei VIII. Lerchenfelderstr. 14, Va8 Uhr . VORTRAG pMneP. CHAJE S: Jer wz» (Miilaii iiksIUi« eine Parallele“ Vom 4. bis 11. Wai 1924 MM» -•»io. MM HEUTE Festsaal Hotel „Bayrischer Hof«, II. Tabörstrasse 39, Ys8 Uhr MÄUEWVIIIfllMNiUMG R e d n e r: Oberbaurat Stricker, Gemeinderat Dr« PRasciikes, Dr. Löwenherz u. Sleglriecl ^rauhart'(Innsbruck)' yorföbrung ueuer, In Wien noch oiciit itzsloler Palästina-liciitblliler Konferenz öif Mltomeiter Wir berufen für morgen, Mittwoch, präzise 6 Uhr abäs, eine Versammlung der freiwilligen Mitarbeiter ein, welche an der Propaganda u. Sammeltätigkeit während der Österreichischen Palästina-Woche teilnehmen. Die Konferenz findet im Sitzungssaals der Israel. Kültusgemelncle, f. Seltenstettehgasse 2, statt Tages o rrd n ir n g: | 1. Vörträg des Herrn A d öIf EÖ h m:! „Der Aufbau Palästinas^ -' . 2. -Bericht des Herrn tyr. NajhjUni Blauer über die,, Organisation'der .■Arbeit t Das Präsidium der österr. Keren Hajessod-Kommission: ■ " Dr. H. P; €ha|e* Ludv/ig BaSo, Dir. S.- feplfsp, Dr.A Josef Löwenhers 29. April 1924' ~ ''" Nr. ItzStz- - würtfchaff. A'hg. K-nüfchak stellte.pst, daß sich dett Fistauzreferen-t der Gemeinde Men geflissentlich weigere, dem Finanzausschuß genauen Einblick in das DorhL-ndensein von Kassenbeftäinden und deren Verwendung KU geben.' B r e i t n e r betrachte' dies^ als sein Pri v a t g e h e >r mn i s, uud doch wisse man, daß die Gemei'nde Wien ^bereits . über e i n e i nhalb ionen an Kassa bestünde n verfüge. Es wurde eine RefolMon boschlossen, in der -der Parteitagin fchävffter Weise die Ziele nnd.di'siherigenr Ergebnisse der sozialdemo'kmtischen tzhMeindevevwaltung verurteilt, von der -Ausrichtung einer schraMnilosen: . Pavteiherrschaft im Wiener Rathaus spricht urch schlieMch die Finanzpolitik der -Gemeinde verwirft, weil sie das P'r.vduktionsieben der Stadt 'bedroht, Industrie,-Hände l und Gewerbe, schwer schädigt und nur als unverantwortlicher Mißbrauch , der Steuerhöhei 1 gewertet werden kömre. Schließlich lvuvde noch eine.Resolution airgenammen, in der die Erhaltung konfessioneller Schu»' len aus öffentlichen Mitte 1 n verlangt wivd. Die «ntlmarxiMch Gerichteten. Innsbruck, 28. April. Gestern fand hier der großdeut» sche Landesparteitag statt. In einer zur Annahme gelangten Resolution wird u. a. erklärt: Der Landespavteitag .tritt für.eine Einigung aller völkischen, freiheitlichen sowie wirtschaftllich antimarxi-- stisch Gerichteten ein und bedauert, -daß die Einigungsbestrebungen' bisher erfolglos geblieben seien.. Bei -^Anerkennung des Sanierunigswerkes verlangt der Pavtsrtag ein N o r m a lbn d g e t und.die Bessittignng abnormaler Verhält-- nisse in Vo-lkswirtischaft uud Verwaltung. Die Beamtenbesoldurrgsovdmmg müsse so geändert iverden, daß unter Berücksichtigung der Leistung und Verautwortlmg die norinale Friedensvorrückung und die Valorisierung der Friedensbezüge gesetzlich festgelegt werden. Weiters wjrd die 'Dürchfichyung per. Vevwal--, t.ungsrcfovm die Verbilligung des Zinsfußes für LechgM und die weitere Verernfachnng der Steuergesetzgebung verlangt. Bei SchaiflMg des Zollgesetzes steht die Partei curf dem Standpunkt - des Freihandels und des Schuhes der Kousnmen,ten. Ansnahmerr seien nur dort zu machen, tvo Än Wege von „Erzie-. bungszöll.en" die inländische Produktion so gchoben werben könne, daß T-esterreich von dcr Sklaverei der ansländlschen Monopole befreit wird,, und dort, Wo die heinttsche Arbeitskraft vor der Abwanderung geschützt werden soll. Schließlich wird in der Rssvilutton - der Ausbau des Handelsvertragsshstems und'die EvleichteMNig im Grenzverkehr mit dem Deutschen^ Reich' verlangt.' Die Auswandsmng rm Mürz. Die Höhe der AusivLude-ruugsMer -hat. sich Im -Matz7 . 1924gegenüber demWormoEt noch etwas ve-rm rü de rt; die Gesamtzahl der 'Personen,'die Qssterreich -verlassen haben, 'beträgt 197. Bon ihnen waübten sich: in die Beveinigten ^. Staaten '.1O1^üach.^gLvitj.MN,51, -nach,Bralsili.e;i>.. 26s MD! Kanada 12, in andere Uebevseeländer 7?Wven-K«tzidaF.Gur-.^ > genland weifen in diüst.m, Mollat die gleichen (56) Zahlen -! an Answanderern auf; ihnen folgen Niederösterreich mit. . 83, Steiermark mi-t 26, Oberösterreich nlit 8, Kärnten init j'6,-T-i-vol mit 3, Vvrarl'berg^ mit 2 unp l^a-MuM icht 1. FklanL. Der LSer-AuMuß. Der 25er-Ansfchuß der Bundesartgestelltenor-ganisationen setzte gestern nachmittags seine Beratungen fort. Zunächst richteten die Mitglieder des Ausschusses an die. Vertreter der Regierung eine- Anfrage, wie sich die Regierung zu dem.in der Vorwoche vom Äusfchuß gefaßten Beschluß tvegen G e tu ä h r n n g e-i n e r N 0 t ft a n d s a u s h i l f e für die Byndesan-gLstellten-.i-m''Auömaßtz -eines halben Moj natsgehaltes stelle. S-Monschef.U e b e l h ö r erwiderte, daß die Notstandshilfe-für di«' Bu-nde^saÄgestMen'M-ne' i-ndiv-i-- sduelle fei und daß fü reine geit-ereile Notstandshilfe die vorhandene n -Mitteln nich-t aus?- .r e i ch e n. Hierauf wurden die -Regierungsvertreter gefragt, wie sich die Regierung zu der' Forderurlg der Fanrilienzulagen stelle. Hierzu bemerkte Sekt-i-onschef Weigl, daß es seiner Meinung nach, vor-teilthaster wäre, wenn 'der- Aussck'tß zunächst in die meritorichen- Verhandlungen der Jicihungsveviswn und des Besoldungsschemas einginge. Denn es werden sich-sicherlich aus der Debatte wertvolle dlnregnngen für die Lösung der strittigen Fragen ergeben. Die Familienzulagen, die-Teilung in Gehälter und Aktivitätszulagen und die Rückwirkung feien momelttan von s e k u n d ä r e r B c d e u t u n g. Soibald die Regierung vom Bölikerbundskomiteedie -Summe, die für die Besoldung3re form no twendig ist und die -in das Normalbudget eingestellt werden muß, bewilligt erhält, deren Größe heute noch unbelÄnnt ist. dann werde es Puch möglich sein, jene Sum»' nren festzusetzen, welche die ’ Familienzulagen Aktivitätszulagen jetzt erheischen. Hieraus -erklärte das' Hitgitied' des 25er-Auss-chuffesi I a -n i-tz!k i, daß man Wohl' v e Vf ü ch's weise in die Meritorifc'hen BevhLN-dluugen über die -Revision der Reihung und da's Befoldungsschsma eingehen -könne. Sollten sich im Laufe der Verhandlungen jedoch unüberwludliiche Schwierigkeiten ergeben, fohabe es der Ausschuß noch immer-in der. Hand, die Beratungen abzubrechen. Der Ausschuß ging sodann in. die meritorischen Beratungen derbeiden- Entwürfe ein. Ser Wiener christlichsoziale Parteitag. BreitnerS Billionrnresewe — für die konfessiynelle ' ) Schule. ■; :.; V'- Der. Wiener christlichsoziale, Parteitag-befaßte,.sich aw . y SoWtos vDWchmW.. mij der AD LMe-L.-M eM'e VNW Radic' Answeisung gefordert. Wie verlautet, hat. die jugoflalr>ifche Regierung au dlk -österreichische' Regierunig die Auffordevung gerichtet, .den in ' Wien leibenden ift-oatischen Bau-evnführer Stephan Ra die, wegen feiner gegen -das zentralistische.System in J'Ug-oslawi.eu gerichteten Agltat-io-n a'-n.s >z u we \ f e n. Radic p'ersthrt hier' in den kat h -o l i!s ch en 'politischen' Kreisen, .weshalb. das Verlangen Jugoslawiens hierts-chr PeiMch ..dpfundeu wird. Es wurde Radio.nahegelegt, freiwillig abz-ure ise n, doch.soll.er -erklärt'haben, sich nur'der A.n"wst' u-f du ng vsGewäl t fügen zu. wollen^ ' . ' .. 'V Die deutsch-polaWe« Berhlmdluüge» m Me«. Morgenwerden in Wien dis deutsch-polnischen Verhandlungen über die Auslegung der Bestimmungerr des Minderheitenschutzvertrages vom 28. Juni 1919 beginnen. Der Bovsitzende der Konferenz, - Professor K ge ck e -nh e ck, Präsident des oberschlefifchen Schiedsgevichte's, die deutsche Abordnung mit dein Staatssekretär a. D.- Dr. Le Wald und ein Teil der polnisckM Delegation sind bereits in Wieir eingetvoffen. Der polnischen Abordnung gehören an: -der Präsident der Prokuratur in -Posen Dr.-Prondz y n Sk i, Legattonsrat -H e nz'eil' als Generallse'kretär und die - Herren Dr.'H illbr i cht, Bratk0wski," Kutsch n e r und Glu ck als Experten. Kongreß der internntioualen psychoanalytische« Bereinigung. Salzburg, 28. April. J-ri den letzten -Tösgen' wurde hier der von ungefähr .150 Teilnehmern besuchte achte Kongreß .der Jnternation-alen pshchoanailhtischen Berel n i g n n g abgehalten, auf dem eine Reihe irr- und ausländischer Gelchrter und Praktiker fachliche Vorträge hielt. In der', Sitzung des geschäftsführenden Ausschusses wurden unter anderem die Fortschritte der pshchoancklhtischen Bewegung fest-' gestellt. Zum evsten Male war auch Frankreich auf einem- 'psychoanalytischen Kongreß durch den Pariser Psychiater' Laforgue vertreten. Zmn Präsidenten der Internationalen psychoanalytischen BereinigMg wurde an Stelle des ' zurück« . getretenen Dr. Joues (London) Dr. Karl Abraham gewählt.. ' Ser nächste Kongreß dürfte int Herbst 1925 in Luzern oder ^iü -Cambridge stattfinden. -