Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1869 (29.4.1924)
- Date
- 1924-04-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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NMwMmrMR Wien; Zum Abholen in der Expiedttipni IL,Taborstr.l>3, odeir in einer Verschleisatelle (Trafik) monatl: K 35.000 Strassenverkanf in Wien durch die Kotporteüre der Firma Gold8ehmied^!.BeZq 4 Wdfizefle 11. Mit Postversand für Wien u. Oesterr. monatl. JC 35.000 Ts-c h e c h o-81 owa k ei: Mon. K18. Jujfoslawien: Mon. Dinar 60. P o len: Mon.; 3f/t Zloty, Deutschland: Mön. Goldmark 4, Fr ankr., Belgien: Mon. Fres» 12 ■V* N*.eb«• b I t» ns en "VS bei Preiierbohnnzen voroeniH« Wiener Die Fluem Ins Släck Mempoln.HUüO.OOl Italien: Monatl. 12 Lire Rumänien Mon. 130 Le' Bulgarien Mon. 80 Lewa Schweiz und das übrig, Ausland monatlich Frcs. Redaktion u. Administratioi Wien, II.,Taborstrassei—; Telephone: 44-0-38,43-3-19 ab 6 Uhr abds. 19483,25-285 IX. Unlversitätsstr. 6-4 (Druckerei Steirimann) Oesterreichisches Postspar* kassen-Konto Nr, 150.693 Nr. 1869 Me«. Sienstan, 21 Avril 1984 8. FllHrgMg Mal Smald für die Sicherheit Frankreichs. Jas Sachverständigengutachten als SkMdlage für die Regeluna des ReparatlansdrobleM. London, 28. April.. (Tel. der „Wewer Morgenzeitung".) MaeDonalid. erklärte heute' in einer Rede in Port T a I bot unter anderem: „Es darf, nicht geschchen, daß m irgend einmn Punkt e-in Mißverständnis zwischen Frankreich und Enggland entsteht. Ich bin der Ansicht, daß die S a ch v e rständlgenberichte eine .günstige Gelegenheit bieten, zu einer Regelung des Reparation sProlblews KU gelangen und damit den Frieden Europas herbeizUführen. Wenn diese Gelegenheit von den europätschen Staatsmännern verpaßt wurde, so würde damit eine der schönen Möglichkeiten vernichtet, die Gott den Menschen gegeben hat. Was nnch anbelangt, so halbe ich die Absicht, nicht die geringste Gelegenheit zu. verpassen^ um die SachverstLMgertberichte der Verwirklichung LNtgegenKuführen. Ich wünsche, daß Frankreich in diesem Punkt mit mir einig ist. Verschiedene Zeitungen haben von einer Jsoliernng,Frankreichs gesprochen. Dies ist das Allerletzte, was ich wünsche. -Ich wünsche, daß Poincare sich davonübeHeugt, daß er in En.gkünd . . keium besseren Fremch besitzt, als mich, wenn es sich um die Sicherheit oder das Glück Frankreichs handelt. Wenn ich mit, Poincare in gewisien Fragen nicht der Zeichen . Meinung bin, so bedeutet das nicht, daß wir nicht darin einig wären, die Sicherheit Frankreichs aufvechtznechaitten. ' Ich bin überzeugt, daß die Sachverständigenoerichte gemeinsam mit den Erfahrungen der letzten Jahre Frankreich dazu führen werden, sich Rechenschaft davon abKulegeu, daß der Friede und >der Wchlstandnur dann gesichert werden könne, wenn die Alliierten Zusammenarbeiten und wenn D e u t s ch l a n d w i r k l i ch die Möglichkeit geboten wird, seine Verpflichtungen zu erfüllen." Zum Schlüsse erklärte der Ministerpräsident, er werde sein Bestes Lun, um dieses Politik-zum Erfolg zu verhelfen, aber ohne zu^ versuchen, jemand zu tauschen, sondern nur durch das Mittel einer o ffe-n e n und geraden Di- Eine Begegnung Mae Donald — Poineare? London, 28. April. (Tel. d. „Wr. Morgentzeitung".) In hiesigen politischen Kreisen hält man es für wahrscheinlich, daß sofort nach der für. die nächsten Tage bevorstehenden Unterredung der belgischen Minister mit Mac D onald Verhandlungen über die Herbeiführung einer Beg e g n u n g z w i s ch e n P o ine a r e und MaeDo n a I d werde eingeleitet werden. Zusammenkunft Mae Donald — Mussolini. London, 28. April. Der römische Berichterstatter der „Daily New s" erfährt, daß- M u ssali n i und lac, Donald sich binnen kurzem über• eine Zusammenkunft verständigen würden. , ... Deutschland zu den größten Wem bereit. Eine Wahlrüde Dr. Marx. Köln, 26. April. In. einer, überaus .stark besuchten WaWversammllung erklärte Reichskanzler Dr.' M ä t & die ■ ReichKvegievung habe ihre Entscheidung zu den Sachverständigentzutachien keineswegs'chs eine bloß ' geisAiftsführende /Regierung, sondern im Vollb e s i tz/ r R e ch te eine s Kab iMt t'Z^getroffey. Die Regierung wolle i gaWn Well im -Reiche ans w i r t s ch a f t l i ch e m u n d finanziellem Gebiete- Ordnung .schaffen. Selbstredend' werde'sie die Erfüllung der von de>u Sachverständigen ausgestellten VorausseAngen der wirtschaftlichen,, der finanziellen und damit auch 'der verwaltungsrechtlichen Souveränität mit allem Na>chdvuck verlangen. Es soll doch endlich zwischen den Mchbarstaaten Friede werden und zu diesem Zwecke sei Deutschland zu den größten Opfern'bereit. Jur Weiteren Verlaus seiner Ausfü'hvungeir. Ivandte sich der ReichskauAer energisch - gegen die Rechtsradikalen, wobei er betonte, man müsse sich Mit der Tatsache abfinden, daß Frankreich zurzeit die stärkste M r l i t ä m a ch t der Welt sei, die selbst England an Ausrüstungen mit Flugzeugen und modernster Bewaffnung schon weit überholt halbe, während Deutschland alles fehle, womit ein moderner Krieg geführt werde. Er tvarnte auch vor den Vinksrädilkalen und. Verwies zum - Schluß darauf, daß für ein ruhiges Fortschveiten der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands die Mittelparteren im neuen Reichstag über eine ausreichende Mchcheit verfügen müßten, Marx' Wahlaufruf. —y. W i e «, 29. April. Die deutsche Reichsregierung hat-zu dem ungewöhn» lichen Mttel eines Wahlaufrufes gegriffen,-um-sich in dem wirren-Lärm desParteikamPfes vernehmlich zu machen. Es ist das erstemal, daß eine Regierung Zweck und Sinn einer politischen - Massenbewegung zu erläutern sucht. Welche Formen muß der innere Kampf um Mandat-und Macht in ' Deutschland bereits angenommen halben, wenn die Regierung selbst es-für geboten erachtet, das Wort zu ergreifen, wie weit muß die politische Verwirrung bereits gediehen sein, wenn die Regierung es für ncckvendig hält, darauf aufmerksam zu machen, daß diese Wahlen über das Schicksal Deutschlands entscheiden. Es handelt sich, nach diesenr Äufr-us zu schließen, gar nicht mehr um die Siaatsform, sondern um den Bestand des Reiches. Der Ausruf-vermeidet es festzusteflen,. wen die Schuld an dieser Entwicklung trifftt In dieser Lücke aber liegt seine Bedeutung. Es ist der weiße Fleck,! den die Zeitungen während der Kriegszeit so oft aufwiesen, dessen -Stille beredter wirkte . Äs die wortreichen Erläuterungen der militärischen Sachverständigem Wie. sich dmnals die Bevölkerung aus den Zenfur'löchern die Kritik an den'Zuständen holen konnte, so erkennt, man aus dem Schweigen des Aufrufes,weshalh es in Deutschland so -weit gekommen ist. : Ob der Aufruf, die beabsichtigte Wirkung erreichen kann,-steht, noch dahin.' Fast sieht es lme ein Schritt der Verzweiflung aus, wenn die Regierung von Gedeih und Verderb spricht und wenn sie den Wähler aufsordert, das Verantwortungsgeflihl der Kandidaten, zu prüfen.. Man erkennt aus dem Akt des.Kabinetts, daß die außenpotttische.Lage des Deutschen Reiches sich wieder zum Schlechteren Wendet und daß die Sorgen um die Zukunft! in den Kreisen, die 'vermöge "ihrer genaueren Kenntnis - der Ümstände sich eiw klareres BiA machen . können, außerordentlich lebhaft geworden sind. Dazu sind^auch .alle Gründe vorhanden. Die anfänAich so günstige Stimmung in den Ententeländern, die durch die-Sachverständigerberichte erzeugt worden war, beginnt wieder zu fliehen. Nicht etwa, weil sich die wirtschastlichen Voraussetzungen geändert haben, sondern wegen der innerpolitischen Vorgänge in Deutschland, wegen der Jnstiz- ' skandale, an denen auch, die deutsche. Regierung nicht mehr vorbei kann. Der dieichskanzler hat, es selbst unternommen, den Standpunkt des Rechtes zu vertreten, und er hat in einer Rede in der Ruhrstadt Düsseldorf die Schande des Hitter-Prozesses gezeichnet, ,^daß'in Atünchen die Justiz nicht nur eine Binde vor den.Augen, sondern das ganze Haupt verhüllt hatte" . Aber diese schärfen Worte kommen schon zu spät. Während des Prozesses, hat man nichts von der Regierung gehört, sie hat geschwiegen, als im Gerichtssaal das Abzeichen der Republik. als Pleitegeier verhöhnt wurde und die , Richter lächelten, sie hat nichts gegen die Besudelung der Weimarer Verfassung zu unternehmen gewagt. In diesem Prozeß und in dem noch laufenden gegen die Hitler-Sozialisten ist von Geiseln, von Plünderungen, von der Bedrohung von wehrlosen Frauen gesprochen worden. Es ist ganz klar aufgezeigt wordeir, daß die Novembervorgänge durchaus keinen rein politischen Charakter trugen, daß sie von wildester Brutalität und (Erpressung begleitet lvaren. Aber , die deutsche, Regierung, die diese Dinge schon kannte, als sie sich ereigneten die nicht erst aus die gerichtsordmlngsmäßige Bestätigung warten mußte, hat nie etwas Ernstes dagegen unternonunen. Sie hat es nicht gewagt, weil sie keine politische Sicherheit hat, weil sie die Republik nicht mehr schützen kann und weil sie genau weiß, daß sie nicht im Besitz der Reichsexekutive ist. Sie hat keine Macht, aber auch keine einheitliche Auffassung von der Gefahr, die in dem Bestand der schwarzen Reichswehr und der gar nicht mehr geheimen Pogrom-Verbände liegt. Stresemaitn hat in Breslau in einer Wähllerversammlung die Hakenkrsuzler Äs nationale Idealisten in seinen Schutz genommen, der Minister des Aeußern, der die Auswirkungen dieses Idealismus auf die .Stimnnmg des; AnÄandes wohl: besser konstatieren kann als jeder andere, er hat die Idealisten, die man äus Bayern,- aus Oberschlesien,' aus Thüringen und Mecklenburg kennt, in einen Gegensatz gestellt zir den Kommnnisten, zu den vlomaiie. Re belM-framMÄe Ministerbesprechung. 29. April. Mmiftevpräsidenk Poincare hatte heute nachmittags eine allgemeine Aussprache mit dem bolgischen' Ministevpväsidenten' T h e u n i s und dom Minister de^ Aeußern Hy nt ans,- an'der auch der belgische Botschafter, die französischen 'und die belgischen Delegierten bei der RoPa-rationZkommission, Finanznünisier Francois M a r s a l, Avbeitsminister Le T r o c q u e r, Marschall Fo.ch und andeve FnnNonäre teilnahmen. Die Beratung der bÄgischen und französischen Minsier war um viertel 6 Uhr nachmittags beendet.' Es wurde soilgrndes. offizi«Iles Communique ausgegeben: Die belgischen und die französischen Minister sind in einem Gefühl freundschaftlichen Vertrauens in einen v -rläufigen Meinungsaustausch über verschiedene, anläßlich der Sachverständigenberichte aufgetauchte PrM-mre, die der Kompetenz der Regierungen unterliegen, eingetreten. Sie ge-' denken diese Besprechungen fortzusetzen, um sobald wie möglich im Einvernehmen mit den übrigen alliierten Re-' giemngen zu einer allgemeinen Regelung zu gelangen.- koolldge gegen die kiMMderungs bill. Washington, 28. ÄPril. Wie verlautet, hat Präsident Cool idge seinen Freunden zu verstehen gegeben, daß er sein -B e t o g eg e n d i e E i n w a n d e ruu g s -b i ll einlegen werde, wenn der Kongreß darauf bestehe, die Japaner ausLUsMeÜeN!. - Der VrMd«M- 5Mäa-ihnr mir .hie Ein- 'er Prapoent schlagt vor, für die Ein Abänderung aus-.Japan die Quote der japanischen Bevölkerung inden Vereinigten Staaten im Jahre -1890 zugru>nde zu legen, wodurch eine B-ek-e idigung Japau s. ve rhiudert werden'würde. GmeralstreÜ in MtteldeutschlaO. Eine kommunisttsche Parole für den 1. Mai. Leipzig, 28. April. Der von der komnmnistischen Par-; iet; für geistern einlbevufeuie mitteldeuffche Bergarbeiterkougreß beschloß,- für- -den- 1. -Mai den Beginn , des G e n x . x a l st r e i k 8 - zu proklamieren. Es wurde, eine. Zentralkannpflsttutig für - Mt ans sechs Komumnisten beftchdnd, gebildet. kauten Sie im » II. .Taborstraße 48 Telenhon 47-I-79 Sn gras. En detail