Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1867 (27.4.1924)
- Date
- 1924-04-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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vlMMMMkülW Wien; ZoniÄbholen fa dar Ex|»e£ti<niinnT4ibpr8tr.l-3li ederineinerVerBcbleisstelle (TrafBc) monatl. K 35.000 Straasenverkaof, in Wien dürch dfe'.Kolporteure der PirmaGöldschmiedt, I. Bez.» Wollzeüell. Mit Postversand für Wien u. - Oesterr. monatl.. K 35.000 ..schach o-Sl owakei: ^on. K18. Jugoslawien: M on.Dinar60. Po 1 en: Mon. 31/» Zloty» Oeutsch land: Mon;,Goldmark 4» Er a n k rH Belgient Mon. Frcs. 12 ■9* Naehaa.hsleaje.B *VMi; hei PreiierhobnnpeD Vorbehaltes «r. 1867 , : l-.i; Men. Sonntag, LI.Avril 1624 Pol8n:poln.M.3f(M0O Italien: Monatl. 12 Lire, Rumänien Mon.130 Lei, 8 nIx a r i e o Mon. 80 Lewa, S c b w e i z und das übrige Ansland monatlich Frcs. 4 Redaktion n. Administration Wien, II., Taborstrasse 1—3 Telephone: 44-0-38,43*3*19, ab 6 Uhr abds.19483,25-282 IX. Universitätsstr. L—8 (Druckerei Steinmann) Oesterreichisches Postspar - hassen-Konto . Nr. 150.693 6. Mrgnng Sie Antivstte« a« die r Paris, 26. April. (Wolfs.) Die ReparationskonimrissiM? lberöffentlicht die .Antworten der v Ler beteiligieit Reg-rerunge-n.auf ihren:Beschluß vorn- 17. d. . . Die srauzosiche Antkvort sagt, ' bic RePavationsLonunMou sei jetzt in der Zage, Hr.von. den Regierungen'erwartetes Urteil zu sprechen, eine e n d g ü U tige Entsch e idu ng zu treffen, in-der die Entschließungen -der.SachvevstLndigenberlchte' mo'Mertsu>nb, durch Vervollständigung in gewissen Punkten Ln vollstreckbave Form gebracht' würden. E r st d a n n Wörde die ReparationiskommWou Hr Urteil den. .beteiligten Regierungen mitteilen ' Oniren, die erst eingreifen konnten, wenn sie 'wüßten, welche P r a k t i s ch e n Fol ge n die ReParationsLoimmiflion' den Vorschlägen -der Sachverständigen gelbe. Diese. Mntscheidung Omiei erst gefällt werden, wenn -die ReparationsOnvinission die Gese tz e s- und B e r o r d n u n g se nt w Ü r f e gemhmigt habe, die sie von der Leu t s ch e n R e g -i e r n n g erbetenhabei Die.' deutsche Regierung könne jedöch in. diesem Falle nicht auf gl e i che m Fuß wie die alliierten Regierungen behandelt werden. Die Repamtronskammission könne/ den E i nWendungen de r de u ts che n Retz r er u n g, die. sich Gehör werde verschaffen -können, Re chnung tragen.ünd müsie dann ihre MtscheidMg falleiL Die Mgiernngen würden Mtereinander. FN Prüfen haben, unter, welchen. Dedjngüngen 'die' g^erErttz /w.-der Hastd - FvankveichS. und MMns, WMichen P f a n d er' - GegMtaM.einet MWWW.' M MM/MWiMU: mit jenen gewacht werden sollen, die ungeteilt sämüichen , AlliieMn übergeben würden. Dies könne aber erst Mchchen, - 'Wenn Deutschland.den Plan' effÄtiv. au'sgeWrt hübe. Es sei "Sache/der Reglerungen, im gegenseitigen Einver'nehmen die Ga tfintien zu be stiInmen, die diese Operationen erforderlich machen könnten. Die' französische Regierung werde im gegebenen AugenWck alles tun, was mit Fratckveichs. vitalen Interessen vereinbar sei, um eine prompte Durchführung des. endgültigen BeMüsies der ReParaiianKkommtssion zn ermöglichen« V- Die belgische Regierung erklärt sich in . ihrer.Antwort bereit, die Entschlvchungen der Sachvevftändigen als Ga nzes anzunehmen, und hofft, daß die Reparatlon^ommission' die. GesetzeWvürß: der deutschen Regierung, sorgfältig.prüfen und beschleunigt die notwendigen Maßnahmen durchführen wechs,. daanit -dann der emlpsohlene Pla-n im gegerrsleitigen Einvernehmen der Alliierten schnell hürchgefuhrt werden könne. Die heWche Regierung trete schon fetzt'mit-ihren Alliierten in Fühlung. Die englische Regierung drückt in ihrer Antwort ihre GeMgtuu-ng über den Beschluß der RcharatwnSkomnMion aus und nimmt -deren Empfehlung, die unter dje ZnstandigkkÄt der alliierten -Regieru-ngen fallenden Entschließungen .KU billigen, an. Sie «Äärt,/die Empfehlungen der Sachverständigen stellen ke ine Herabsetzung -der gesamten Reparat-ion'sschuld Deutschlands dar; für die notwendigen Abänderungen des Londoner -Zahlungsplanes bedürfe es einer' e i n st imiiit’igcit Ents-ch-eidung der Reparatiönskommission. Zu einer etiva. notwendigen Sondervollmacht sei-die eng-, tische Regierung bereit. Die englische Antwort zahlt so-, dann die Empfehlungen der Sachverständigen auf, die unter die Zuständigkeit dev , alliierten Regierungen fallen, und benrerkt zur E m P f e h l ung der. W ie de r.herstel'lU'Ngder Wirts chaftlichen und fiskalischen Ho he i t der dentschm Regieru-ng über -das gesamte deutsche Gebiet, die englische Regierung fei bereit, den EnnPftUungen der Sachverständigen - -volle Uitterstützung zu gewähren und in Beratung mit den anderen interessierten alliierten Regierungen alle nötigen Schritte zuergreifen, um in kürzester: Frist to ö X I;c-; Wiederh-erstellung zuerreichen. Sollten irgend- , welche Punkte des Sa-chvevstandigengutachtens nach Ansicht v der Reparationskommiffion die ZustimMng oder -einselb-! ständiges Vorgehen der Mi-ierten erfordern,^^ sei di« englische i- Regierung z-u allen ersorderlichen Schritten / Die rtaüemsche. Regierung äußert eb^.rffM/'ihre.GmngtuiWxHer /den. Beschluß der Reparationskommission und erklärt sich 'bereit, -die Ent- Wießungen.und.. Grundsätze dep Sachverständigen in . v qllem .Umfang anMnehmen. - /; . P;; :■ [ ' Es ist zu. beachten,/daß zwischen. dieser 'Jnhaltsangaibe, 'die das WHWureau vevsenidet, mtd den Mitteilungen des Reuier-Mreaus' .in.. beWg. ,gus. die KÄHing Englands ein sehr, schroffer Widerspruch besteht. Reuter bestätigt, daß die englische Antwort den Sachverstäichigeichericht v orbehaltlos als/nnteWbares Ganzes annimmt. Die Abneigung Frankreichs-aber, die Pfänder, die es gegenwärtig..in den Händen halte, aufzugeiben, ohne seitens der Mnerten irgend,-welche, bestimmte Zrlsagen auf Unter- - stützuirg. im -Fällender- Bekundung schlechten Willens seitens^ Deutschland. erhalten. zu haben, sei -wohl zu verstehen. Hier vmd eine .alleÄrngs sehr vorsichtige . Anerkennung. der . WnLchobrtÄ, '.das - -ist < bev- /WGÄkichation, angekündigt, während man aus, idem-douffchen'EMrpt'das Gegenteil chemuslesen kann, . . / Me Allirevten wEten die Wahlen London, 26. April. Zur Fvchge der' Wiederaufnahme .derinkerallirertM-' MM i t ä r kV n.t,r.oil l.e rn Deutsch-. .-MdE/ReAeMe .Bureaus dev'bntische, Ver-. .^Deter ' W..ServpioschlaMn,! .Deutschland' n u r e i n e vo r l'a u f l.g e>T -n t L o r't ,zu ierMen Md u äch' d.em. d e u tschien W ähil e n -die Ant- -wvÄ zu ergänzen.. ' . »Entschlossene Maßnahmen." Loudon, 26« April.. Das Reutersche Bureau meldet: In amtlichen Kreisen herrscht Uebereinstimmung mit dem Standpunkt Poincares, daß jede Verfehlung Deutschlands entschloffene Maßnahmen seitens der AliHerten nach sich ziehen uvüßte. Die englische öffenMche .Meinung vechält sich^ jedöch gegenüber einer v o r II au fi- - n F e st s e tz u n g der Sanktionen M-chnend. Nur eMrende Rote Mar Doaalds. ' Paris, 26. April. Der „Temps" teilt mit, das englische Außenamt habe gestern durch' Vermittlung - des Botschafters Lord Crewe dem Miuisterpräfidenten Poincare eine Note überreichen lassen, die eine authentische Interp'retati-on der letzten.Rede Mac Donalds enthalte. Die Note erklärt ausdmcklich, daß die britische Regierung im Falle, daß Deutschland "sein Wort nicht halten "sollte, bereit sei, im.-Emvernchmen mit den Alliierten Zwangsmaßnichmcn zu ergreifen. Kn Beodachtungsamt für den Minderheitsschutz in Wien. Vorschlag des internationalen Soziologenkongresses. Rom, 26. Äprill Der laus dem internationalen Soziologenkongretz einstimmig angenommcnc Antrag Mer den M i n ö r i t ä tens ch u tz schlägt vor, in W i e n e i n b eson d er e § Beobachtungsamt des Völkerbundes zn errichten, das die Aufgabe hätte, die statistischen Daten. Mer die M i n d e r h e i t e n, besonders betreffend jene Osteuropas, zn saumieln und die W ü n s ch e n n d B e st r e b u n g e n derselben entgegenzunehmen, die Körperschaften festzustelleu, welche j u r i st i sch berechtigt sind, im Namen der Minderheiten zu spreche» und das Bcrftchren zur Prüfung der Rekurse der Minderheiten zu vereinfachen, die vor dem Obersten Jntematiönalen Gerichtshof auszütrage« sind. Der Völkerbund . soll besondere Matznahmen treffen, um die Minderheitsrechte zu schützen, besonders in -bezug auf den-,G e b e auch/de r ctg e n e n S p r ach e, die R e l i g i o n, . die Kultur, die e i g e n e n 6 i t t c n und die gerichllichen und Berwaltungs- Gerechtsame.- Aus dem gnhaü der heutigen Nummer: Die jüdische Völkerbundliga — der Exponent der Po« tttik des Judentums. Von Oberrabb'me.r Dr. Z. P. CHajes. ' , - : .; Finanz- und HandelspoM in der PolniHen Gegenwart. Von Minister a. D. Dr. Jul. v. Twardowski. Ein Abenteuer. Bon Eugen He ltai. Die elektrische Straßenbahn. Von MM Wie n e r. . Fahrendes Volk. 8. Von JÄkob K r a u s z. Der Schlager der Saison. Von A l i. c±c=Trrrrr-—-—._—:: 3ura etotgen gtieböof. —y. Wien, 27. April. Der deutsche Reichstag wirdam nächsten SunntaA gewählt werden und damit wird das große Rätselraten/, sein Ende finden. Die Entscheidung, die dieser Tag bringt, wird vielleicht überschätzt. Sie Grrd wohl'in einem gewissen Ausmaß auch' das Antlitz der französischen Kammer bestimmen, aber ‘ doch nicht in so weitem Ausmaß, als-dies angenommen wild. Inder letzten Zeit sind-verschiedene Ereignisse eingetreten, die für Frankreich-ganz andere Fragen in den 'Vordergrund stellen. Die Bewegung des Franken, die Furcht' der Arbeiter und Rentner vor einem- Hinabgleiten, die Sorge ' der Industrie --vor seiner- Erhohung.'rst dort' heute ungleich wichtiger-.. Zudem ist. zu beachten/ daß daL deutsche Re^lW-j.ffoWe''es..eiMrtet- Ivi-rd,' in-der politischen Dis- / kuWn)Nreits'eskl^trevt'-'wöMrr'^f?Man muünt^üls'-'^ zi-ömW fesWtzeWan,'da^die'WrterMder bÜMrlichen-/ - ück» sozialst^ÄteWion eiiW Mßeü werden« Anhaltspunkte für diese Anschauung fiiÄ/in Menge'vor^mden und Nicht Ün le^ter Lime hat -die- : Sterilität des aufgelösten. Reichstages dazu beigetragen,- / daß man zienrlich allgemein mit einer Radikalisierung rechnet. Es ist immerhin möglich, daß alle Rechnungen fehlgchen und daß die Ergebnisse des konrmenden Sonn- - tags ein ganz anderes Brld liefern. Wer selbst für den Fall des Sieges der rechten'.und linken 'Bolschewiken wird diese Wahl 'keine besondere neue Wirkung auf die weltpÄrtrsche Situation üben. Man hat sich in der Oesfentlichkeit der Staaten, auf die es besonders ankommt, bereits auf die Rechtsschwenkung Deutschlands eingestellt. Eine aus den Rationalen und Völkischen gebildete Regierung, also die extremste Eventualität, könntean den gegebenen Verhältnissen nichts ändern. Sie müßte verhandeln oder lvürde in sehr kurzer Frist dazu gezwungen werden. Sie könnte mir - Deutschlands Autorität mindern und "das Vertrauen in die moralische Kraft seiner -Regierung noch, üefer hevabsetzen. Das Programm dieser Bölkrschen enthält in außenpolitischer Beziehung den aktiven Protest gegen die im Versailler Vertrag unterschriebene Schuld am Kriege. Es ist nicht ganz klar, Ivas man-unter diesem aktiven Protest zu verstehen hätte. Für alle Fälle halben die Ententestaaten ihre Einigung vollzogen und es ist ein nicht mißvevstäMicher- Wink, wenn -nach einer Mitteilung des Reuter-Bureaus in-England eine „vovläustge" Festsetzung der von Frankreich vorgeschlagenen Sanktionen, die prinzipiell gebilligt werden, abgelehnt wird. Eine zweite, nicht minder eiiürringliche Note derselben Stelle berichtet, daß England erst das. Resultat -der deutschen Wahlen abwarten wolle, ehe man die.- deutsche Note gegen die Militärkontrolle definitiv beantworte. In gewissem Sinne ist dieser Antwort bereits durch die inzwischen amtlich bestätigte. Demarche der Entente gegen die Gcheimorganisationen vorgegriffen worden! l Deutschlaiid weiß nun,'wovaii es .ist uiÄ Mer künftigen. Regierung, möge sie-sich auch noch so 'hakerLreü-zlerisch. gebärden, sind die Grenzen vorgescküieben, innerhalb deren sich chr WahlProgramm von seiner Ausführbarkeit abhebt. Dies ist nicht -allein die Folge, der Wahlrckien, sondern der tatsächlichen 'Bedingungen,''die in Deutschland' bestehen und die sich in dem 'wüsten Terrorismus der Rechtsradikalen in den '-Wahl-versäm-mlungen und in der-Hültung ihrer Presse äußern... Es scheint, als ob diese ParteieiLseit'dem' TodeBtinnes'' und Helsferichs vollends' jedenHalt ' verloren haben' und iinmertiefer in den- Sumpf-ihres a ntijüdischen Wesens kaufen Sie im morn VSO.Av'A [Schiffmann II. 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