Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1866 (26.4.1924)
- Date
- 1924-04-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ÜBzeliramin er K1200 Wien: Zum Abholen in der Expedition, II., Taborstr.1-3, , 9 der in einer Verschletsrtelle glrafik) monatl. K 35.000 brassenverkaaf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied^I.Bez., Wollzeile 11. Mit Postversand für Wien n. Oesterr. monatl. K 35.000 Tscheeb o-S 1 ovale ei: Mon. K18. lagoslawien: Mon. Dinar 60. Polen: Mon. 3*/* Zloty, Deutschland: Mon. Goldmark 4, Fr an kr., Belgien: Mon. Fres. 12 SV NaebaabltmgaB "Wtt bei PreleerhöbnnseB Vorbehaltes Rr. 1866 Wim. Samstag. 26. Avril 1924 llnlirlMlBRliBMI Vüt t»oIenrpoIn.Hfe.35Ö.QOC Italien: Monat!. 12 lir®« R u m a n i e,n Mon. 130 Lth Bulgarien Mon. 80 Lew», S c h w e i z und das Sbrl#* Ausland monatlich Fres. 4 Redaktion u.Aäininistratk® Wien, n^TaborstraiMi^l—*3 Telephone: 44-0-38,43-5-lfti ab 6 Uhr abda.19-483,25-20$ IX. Uni ver sitätsstr. 6—*8 (Drnckerel Stelimiamt) Oestenreiehiaebes PostspsL" kessen-Konto Nr. 150.69® ... 6. gohrgmg Demarche in Berlin. Ne Mente verlangt Maßnahmen gegen die Geheimorsanifatianen (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Paris, 25. April. Ihr Korrespondent erfahrt an zu- Midiger Stelle, daß die Botschafter der Entente m Berlin lber Auftrag ihrer Regierungen eine gemeinsame Demarche fei. der deutschen Regierung in Berlin unternommen Haben, um Maßnahmen gegen die deutschen Geheiuwrgauisationen, welche den FriedensvertrLge« zuwiderlaufen, zu verlange«. Limstag Zusammentritt der Sievarationslornmiffio«. Das Expertengutachten wivd ausgeführt. Paris, 25. April. Die Reparationskommissio» wird am kommende« Dienstag in offizieller Sitzung von den Antworten Kenntnis nehmen. Dann werden diese Antworten a«ch veröffentlicht werden. s Die franzöfische Antwort nluuut Senk wie die anderen de« Expertenbericht an, ohne daß fie in Einzelheiten einginge.? ' Die belgische Antwort legi-Sen Standpunkt der belgischen Regierung dar, ohne ihn aber besonders zu motiviere«. Di« «chflsche Antwort pMstrrt den Ltandpnnkt der Regierung wohl ulcht genau, aber sie enthält eine vollkommene Zustimmung zu den Beschlüsse« der Experten, die als unteilbares Ganzes augescheu werden. Die DienStagsitzuug der ReparattonSkom- «üPon wird nur die WLm Einmütigkeit der Regierungen oWett fefistelleu können, de« Expertenbericht zur BapS der Reparationslosnug zu verwenden. Die Reparattonskommiffiou wird sich sofort ans Werk mache», «m den Expertenbericht in WitVchkeit muzusetzeu. Rach dem 16. Teil deS ersten Expertenberichtes find zu ernennen: Ein Agent der Reparationszahlungen, ein Trust für EisenSahnobligatione», Kommissäre bei der Reichsbank, den Eisenbahnen und bei den Monopolen. MM nimmt in Kreisen der Reparationskommisiion M, daß im Juli bereits die ersten Anfänge der neuen Organisation wwtzstens in großen Nmrissen geschaffen sei« könnten. Marga» als Werte. Die Beschlüsse der Repamtionskommiffion. Paris, 25. April. (Tel. der Wr. Movgenzeitung".) Die Reparationskommission hat Ba r t h ou und'Bradburh ersucht, mit Persönlichkeiten der FinauHwelL Besprechungen beratenden Charakters über die SWißfolgevungen. der Sachverständigen und Aber die MüAlbchikeiten einer Verwirklichung des Plaues abFuhalien. Sie werden sich wahrscheruLich mit Morgan, dessen AM-nst angMndigt wurde, besprechen. In den Besprechungen wird die Frage der sofortigen Durchssühmnjg der Manziellen Beistimnvungen nicht zur Erörterung gelangen. Paris, 25. April. (Del. der ,Mr. MorgenMtung".) Pievpout M o r g a n ist nachmittags in P a r i s angekoMmen. Er..wird nächste Woche nach London Weiterreisen.^ In 'der Zwischenzeit wird MoMn von P o i prare empfangen werde«.und au Mer Konferenz interüatrvttal-er Fi«anzleutL teÄnehmen, die über die deutsche Anleihe von 800 Mil- Konen Goldmark beraten werden. Da r tih o « und die Führer der alliierten Delegationen der Repavationskommissvon sowie der cmrevikanische Beoibachter Logan haben heute aberM gelegentlich eines zu Ehren Piechont M o r g a n s gegebenen Festmahles dessen Ansichten über die Möglichkeit der Verwirklichung der Schlußsolgernngeu dev SachpePanditzen ein geh olt. Ae englisch-russische Konferenz. Die Regelung der Schrüdenfrage auf gutem Wege. (Eigendienst der „Wiener Movgenzeitung".) London, 25. April. Das Subkomitee der enKffchmssischen Konferenz, das sich mit der Schuldenfrage befaßt, ist heute vormittags zusanrmengetret-en. Rakowski hat erklärt, bisher seien die Verhandlungen gut verlaufen. Es sei guter Wille gezeigt worden und keine ernstliche Meinungsverschiedenheit aufgetaucht. In den nächsten Wochen dürften in einigen Fragen endgültige Ergebnisse erzielt werden. Es bestehe nicht die Absicht, die Regelung einzelner Punkte zu verschieben, bis eine allgemeine Regelung erzielt sei. ___ .! i,.:. Man gegen Amerika. (Eigendienst der „Wiener Movgeiizeitung".) London, 25. April. Pveßtelegvamme ans Kobe und Tokio berichten von Massenkundgebungen gegen das neue Einwanderungsgesetz der Vereinigten Staaten und von einem bedeutungsvollen Stimmungswechsel in maßgebenden politischen Kreisen Japans, da diese die Annäherung an Sowjetvußland ablehnten, setzt aber mit Rücksicht auf die Haltung der Vereinigten Staaten eine gewisse Interessengemeinschaft mit Sowjetrußland herbeizusühren wünschen. ' Wechsel in bet Wiener sowjetrnffische« Gesandtschaft. Ms MoMu wird gemeldet, daß Legativnsrat- Aus Isen-von'der russischen Gesandtschaft in Berlin zum bevollmächtigten Vertreter Soiwjewußlands in Oesterre i ch cvnarmt worden ist. Holland und Sowietmtzland. verhtmdlnngen über die AnerkeunMg. London, 25. April. (Del. der ,Mr. Morgenzeitünig".) Slach einer Meldung aus Amsterdam sind hollärvdische Delegierte nach Moskau abgeveist, «m mit der Sowjetregievnng über die eventuelle Anerkennung Rußlands durch Holland zu unterhandeln. Rußland soll nÄnrlich die offizielle Anerkennung gefordert haben, che es auf die holländische Forderung eiugchen könne, Rotterdam zur russischen Handelslbasrs in Westeuropa zu machen. Massenverhastnngen in Rußland. (Gigendienst der „Wiener Movgenzeitung") Stockholm, 25. April. Wie das skandinavische Pveßbiureäu meldet,, hat die. Sowjetvegiemng> >'m den letzten Dagen 26 4 Personen in Halft gmommen, darunter 7 h ö h e r e S o w j v t -b e a m t e, ferner viele Geschäftsleute und 21 Wissenschaftler. 2 Aerzte und 9 Lehrer wurde« tvegen, angeblicher Ägiiation gegen die Sowjetregievung zum Tode verurteilt. 79 Verhaftete wurden nach Nordsibirien geschafft, 164 wurden M Moskau in strengste Haft gesetzt. Diese MMn Verfolgungen sind daraus zu eMtären, daß es dom linken Migel!der kom- Mlimistffchen Partei gelungm ist, sich runder Sowjeiwgievung ssstzuscheu. ' krdMr auf Hattai. Alts New - Hork wird uns gemeldet: Aus H a w a i haben durch 24 Stund e n hindurch unaufhörliche Erdstöße staitgefUttden/die eine Panik unter der' BeböKemng zur Folge hatten.'Verluste an Mnschenleben sind bis jetzt nicht bekannt geworden, der Sachschade soll bedeute n d sein. Die EisenbcHnveVbindiUNge« Ivur-. den' auf der ganzen Insel gestört. Der entzückte Zuschauer. Nach dem Kinobesuch zu lesen. 8t. W i e u, 26. April. In den Menev Kinos wird jetzt ein JAm vorgeführt, welcher das Leben im jüdischen &mbe, in Pala^ stina zeigt. Die Bilder sind nicht gestellt, Regisseur ist dvs Alltagsleben. Die Zuschauer sind entzückt. Das Ganze ist von Sonne übergossen und atmet heißes, schönes Lebeg- Lachende Kindheit, lachende Avbeit und eine spivlerrsche Art der Ueberwindung der größten Schwierigkeit^ springen aus der Leinwand hervor. Gestern eine Sa^ wüste, heute ein Orangenhain; gestern ein stinkeMs Smnpfloch, heute ein Mandelgarten; gestern noch krochen blutleere, großköpfige und schwachbeinige GhetwPfläE chen um die Klagemauer, heute stürmen übevmütM Rangen aus den Toren der Gymnasien, Realschulen uB Kindergärten. Auf Motovpflügen reiten lachen^ Bauernjungen und ldvalle Mädchen hantieren tn Viehstall und Hühnerhof. Fabelhaft! WohilgefallM rieselt über die Bankreihen und ein großes „Ach!" urw „Oh!" macht sich breit. „Das hätte ich nicht für möglich gehalten!" „Daß es so etwas gibt, Hab' ich nicht gewußt, Uüd lauter Juden!" Im dunklen Saal beginnt die Erkenntnis zu dämmern, daß — genau besehen — dcls Judesein denn doch nicht so ganz unerträglich und blamabel ist. Man ist befriedigt, sogar sehr befriedigt mw rafft sich beim Fortgehen zu einem heldenhaften EntschUß aus: Ich werde diesen jüdischen Film meinen BekanniM empfehlen. Ja, diesen-jüdischen Film! Und nächstes .komm* ich wieder. ' ^Stebet, befriedigter Zuschauer! Bevor du gchstr nE einige Bilder, einige Worte. Keine Furcht, du hast ja dein Eintrittsgeld gezahlt, es kostet nichts mehr. Du hast die Leinwand von vovne gesehen, laß dir noch.etwas VM ihrer Rückseite zeigen. Ntan hat dir das jüdische Palästina Vovgesührt wie es i st; du sollst einiges davon erfahren, wie es w u r d e. Die Leinwand deckt Großes, Größeres, als sie dich sehen ließ. Mer dieses Größere lacht nicht und glanzt nicht. ■ - Um Palästina zu schaffen, stand vor dreißig Jahren; Theodor Herzl aus. Er hat den Juden das jüdische, Palästina gezeigt, das selbe Land, das selbe, das heute aus her LeiMvand tanzt. Er hat das Bild vom Judenland wü seinem Herzblut gemalt. Das klingt wohl etwas rMnanhast, lieber, befriMgter Zuschauer, ist aber leider der Wirklichkeit entsprechend. Die Malerei hat sein Herz gesprengt. Als Herzl aufftand, da erhob sich ein^nMonenstimmiges, greuliches Gelächter in Israel. So niederträchtig hat noch kein Volk seinen Retter, und sich seM verlacht. Der Judenkönig! Eine Krom für Zion! Er w"l Mischer Botschafter in Wien werden! Ich auch! Können zwölf MRonen Juden davon leben, daß sie sich-in Jerusalem gegenseitig Hosenträger und Zahnbürsten verkaufen? Ein Grinsen und ein Greinen an der Börse, in den Kaffeehäusern, in den Salons und den Redaktionen, überall, wo Juden wirken und die Leute nach der Höhihres Bankkontos und der Klebrigjkeit ihrer Witze gewertet werden. Als er dem Spotte nicht weichen wollte, hob die Verleumdung ihr . Haupt. Der Wrr ist zäh^uM wird gefährlich. Er blamiert uns vor den Christen. Sem Zionismus ist Hochverrat. Er wendet das Herz der jüvlschen Staatsbürger vom Vaterlande ab. Jüdische Psasftu 'setzten sich zusammen und legten seine Ideen in Baun, als Patrioten und als Schützer des Glaubens taten es. Als er die zionistische Bank gründete, munkelte -mch mauschelte die Zeitungsschreiberbande, diese Gesellen, d^' , Gesinnung Vortäuschen, um sie nachher gegen Zeileuhonorar verkaufen zu köünen. Der Deftaudation bezichtigten sie ihn und das gute jüdische Bürgerpack nickte Beifall! Herzl starb jung an einem Zerschlagenen Herzen. Lies doch sein Tagebuch, mein lieber, bestiedigter Zuschauer, Herzls Tagebuch, lies, wie qualvoll cm gaM Großer vor der Zeit vergehen mußte, weil sein Bchi ganz klein war. Ein Häuflein Getreuer ließ er zurüch die Erben seines Gedankens, und sie blieben ein Häuft ' lein bis zuletzt. In der Glanzzeit der Organisation warrr' sie, an oer' Zahl der jüdischen Seelen gemessen, nm eins vom. Hundert. Sie kämpften sich durch, von Mißerfolg zu Mißerfolg.' Wieder wurden treue Herzen zermürbt. Zwanzig Jahre rastloser, aussichtslos scheinender Am besten ».billigsten kaufen Warei- S?-3 im ita Schiff mann II. Tabarstraße 4f Telonhon 47-1-73 En gros En det^t