Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1863 (23.4.1924)
- Date
- 1924-04-23
- Page
- Seite 6 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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- ■ i- . . Dren, MtttvoH Wiener Morgenzettung. 23. AM 1924 9tt. im ,..7.trj, ftffl die Tischplatte rankten grüne Gewinde, von Wüterrgesroirt. bleich wir dir Stirne der Dust. Es waL ei« Gefellschafisa-kt. Guig« kleidete Menschen, ältere und jüngere Männer, reist Frauen und kaum erblühte Mdcheü Hingen ein und aus. Alle sprachen leiser, vorsichtiger, wenn sie 'die Frau am blu-mengsschmückten Tisch anrodeten, ginget auf den Fußspitzen, wenn sie in ihre Nähe kamen. ES beharrsie wohl keiner Rrgieanweisung, daß sie ihre Stimme -dampften und sich in Ehrerbietung neigten, wenn es ihnen derstattet war, der Finden, Schmerzensreichen das Stichwort zü geben. . Eine Frau mit weißem Scheitel. tiefsten Kummer «n Mantel der Bornehmheit hergerch. königlich , im Lehnstuhl sitzend'und mit nmden, gütigen Au^n die Blüten grüßend, die. den schönen^ geschnitzten Tisch und sie selbst umschließen so bKibt uns Eleonore Dusts Erscheinung lebendig. - . Otto Abeletz. Mitteilungen ans dem Publikum. Pariser Vraad-Naiaaol. Zweiter Premierenabend im M^ernen Theater. . Der zweite Premierenabend des Grand-Guignol verdankte feine Wirkung der gefchickkn, allerdings schon oft erprobten Gar-: merungr Zwischen zwei heitevcn „Piecen" ein zweiaktiges Drama ans der irländischen Revolutionszeit, mit akustischen und optischen Finessen, die den Zweck des Grand-Gnignvl, des Theaters des Gramns, bestätigen sollen. Die Hebers innlichkeit des Schreckens, jenes allerletzte Unbegreifliche, fft es uns schuldig geblieben, die „mystische Angst", die DostojewÄYs Romanszenen so tief-Und erschütternd nracht. Das Grauen des Pariser Theaters ist ein logisch-nüchternes, ein rationalistisches, das aüs der- Szene selbst, ans der FÄ>e! hervorgcht. e e r u c i f i e s" geben sin historisches Schaustück nn Stil der HelLentvagödien, mit Revolte, Kreuzigwrg, Gewissensbissen und allegorischem Tod, fast gutes, altes Burgtheater. Der Einakter „Du berger a la berge.re" stcmrnrt vom Feulletvnisten des .^Journal", M. R. Dteudonne: ein flotter, leicht pointierter Dialog in der Sprache ) der routinierten französischen Feuilletondichter. Als Mschlutz ein possenartiger Einakter „Al eide P e p i e", der die Vertvicklungen '-aus der Situation zieht und in ergötzlichen Symen schwänkartig abrolli. DialE-rsch und am verwand!un gsfichiMen Robert S e l l e r' als Bonvivant und Charakterdarsteller, ein brillanter Komiker Marcel des M a z e s. Paul B e r n i-e r, ein Sprecher im Sonnenthal-S-Lil; matter, scheinbar zweite Garnitur, die- Damen Simone Hermann, Ieanne B a y und. Jeann: Berretta. Das Publikum hielt sich mehr an das heitere Spiel des Abends als an das, was die Götter gnädig bedecken'mit Nacht und Grauen, und lachte unter Tranen. ' 0. T. „©«Miett" /'/ - mit Erika Glatzner und Roberts. Kammerspiele. Erika Gläßner, der weibliche Charakterkomiber, könnte einem wahrscheinlich jedes Stück mundgerecht macken. In „Grrtchen",' der unverwüstlichen Groteske (die stimmungsvoll aus den Karsamstag verlegt war), hat sie van vornherein gewonnenes Spie!..Ihr Ueibermnt, ihr Witz, ihr übevschäumendes Temperament kamen zur vollen Geltung und sie reißt alles mit sich stvt, weil man so deutlich merkt, wiMel Vergnügen ihr selbst dieser tolle Wirbel bereitet. Auch bei Herrn Roberts, der in kurzer Zeit verdientermaßen bei uns eine anerkannte Größe geworden if1, spricht pie Spielfreude aus jedem Wort und jeder Geste, feine Erlaucht' kann einfach als Mcisterleistung angefpwchen werden, um so mehr als er dieses Mal, dem Charakter des Stückes ent* sprecherid, jeden Ausflug ins Groteske vermied. Di« Aufführung war flott und voll munterer Laune. N-'ben den. berühmten Gästen 'boten die Herren Karlweis und Wurmser, in Episodenrollen die Herren Friedrich,.Mauch und Kammauf Vortreffliches. Das Publikum freute sich herKich des an-, ycnchmen . Abends/- K. M. ,;V di Schönbmmier Schloßtheater. Eröffnung am 15. Mai? Es beftcht die Absicht, daß Schloßtheater von Schönbruchr am 15.' Mai zu eröffnen. Dieser Absicht der staatlichen Theateyderwa'li.ung stehest vorläufig noch die Meinungsverschiedenheiten entgegen, die schon seit langem zwischen dem Ministerium des IrKcrn und der städtischen Theat erlakalkommrfftoit bestehen. Die K^ftmission erklärt, gesetzlich zur Prüfung der SicherhsitsNmßnähmen in den staatlichen Theatern berechtigt zu fein. - Das Ministerium behauptete seinerzeit, daß es im ^eigenen Wirkungskreise diese Sicherheitsmaßnahmen durchführen und prüstn^-könne,-und verwehrt der Theaterlokalkommiffion das Pvüfungsrecht für. di? Staatsoper und daS Burgthsater. Man hofft,: daß dieser.Konflikt bis zum 15. Mai ausgetragen sein 'wipd/.-lmmit der Eröffnung des Schönbrunner Schloßtheaters an -di^em Tage keine Hindernisse im Wege stehen, zumal bis da hin .'die Rcpavqturarbeiten beendet stin werden. Ämgschanspjeler Höblinq als Oderetteusanger. FraM HälWing, welcher in letzter Zeit rifrigst fernem Gesangsstudiürst oblag, würde von der Direktion des Apollo-Thraters Gr di^ Hauptrolle' in der hollänidischen Operette „Die Mniaiy von. Montmartre"^zu einem längeren Ausenihalt verpflichtet. /.Die englischeConrthS-Mahler gestorben. Aus London wich Ms berichtet: Marie Correi li, die erfolgreichste englische, R-ömanciere, die auf dem gleichen literarischen Niveau stand'wie Courts-Mahler, ist gestern. gestorben. Eiste Stadt-M KoLorado wurde nach chr benannt. Gladstone und. Mnigin V vti o t i a waren ihre Bewunderer. The KriM/Mnte ihre Werke immer alb, so daß die Eorvelli glaubte, daß' Mn.'sie systerMisch ve rfolge. . /. Wdeckmrq «s««r Kant-Büste. Kürzlich wurde eine vom Berlik^r' Bildhauer. Bardoux, einem Zeitgenossen KantS. stammende Kant-Büste entdeckt. Sie befand sich -jahrelang im B-ösitzspes Prof. Dr. E. Dümm-Ier in Halle und ist jetzt vom Kaiser Friedrichs-Museum in Berlin erworben worden. jpg» i 1 ■ 1 " " ■' 'U. 1 * Parfümerie „LORR/IIN** Savonnerie Führende Marken: Ean de Cologne Russe Hs« de Cologne Chypre Crt.ne Lorignon Creme Lorlgnon*Chypre Lorrain-Toiletteseffe, Badeseife, Speikseife AHewierzes-er der CdRdDId*1 Ra«ie^eHeninSiangen bestbekaanten t>wrlCrfr\lrl ood Würfel* Wien. XX Taborstrasse Nr. 93 ---------------- Telephon Nr. 42-148 s=s=*==ss KnltüS- und JnstiZ'Taiare nnd Barette erhalten Sie vorrätig; oder nach Mass bei der bekannten Spezialfirma RUDOLF GOLDSTEIN, SSr,",T» . Grosses Lager feiner Stoffe für Massbestellungen Tel. 4B-6-29 WIEN, II. TABORLTRASSE 54 1 ws RESTAURANT 'tb M. OPER ER WIEN, II.TABORSTRA//E 12 HOTEL STEPHANIE Erstklassige Wiener Küche - Spezialität; Pfefferkarpfen und gefüllter Hecht Neu! ORIGINAL Neu! s la Sämtliche Speisen fertig und am Rost Erstklassige Biere und WeinspeziaHtäten wie Szaraorodnier, Tokayer Ausbruch Alleinverkauf der lg. 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Sie danken auch innig«» dem Vorsitzenden der Sederfeiern Herrn Obarkantor Jatyrob Wabrmann, der ihnen die Sederabende durch seihen glänzenden Vortrag verschönt hat HARRY LERNER •OS namens und im Aufträge sämtlicher Teilnehmer der Sederabende int Restaurant National Strandbadehäusen im SiMt. Strandbad Kloatemubur; mit einem and mehreren Räume*. Sommer fiber bewohnbar, verkauft mit 20jäh»tgetn Pachtvertrag auf den Grund. Wir liefern aaeh Holxbäüaer nach auswärts Klosterneuburger Waeenfabrlk A. G., Wien, 12, Bezirk. Grieshofgasse 16, Telephon 824-39 . sis Ens de« AeUeru. Iin Burgtheater gelangt morgen Donnerstag um 7-Uhr Hebbels sünfaktige Tragödie „HerodeS und Mariamne", neue instudiert, j)ur Aufführung. Den Herod. S spielt Albert Heine, die Mariamne Frau Lotte Medelskh. Operntheater: Morgen „Die Zagherflöte" mit Mahr, Piecavcr und Duhan. Musikalische Leitung Dr. Richard Strauß. Anfang 7 Uhr. Iu der B 0 l k s 0 p e r tritt heute Kammersänger Aagard -Oestvig als Jose in „Carmen" auf. Morgen „Porsival". Fm Deutschen Bol-kstheater spielt das Ehrenmitglied dieser Bühne, Leopold Kramer, im Verlaufe seines Gastspieles den Grafen Larzac in dem dreiaktigen Äustiipiel „Papa" von Fbrs und Caillavet. Die Aufführung für Samstag den SS. d^ angesetzt. Regie: Dr. Heinz Schülvanr. Das Gastspiel beginnt morgen Donnerstag mit MoknarS DplÄ^Dd. Teufel". Leopold - Kramer spielt die Titelrolle. In den K a m m e r s p i e l e n tritt Erika Gloßner. b«uft: Mitttvoch den 83. d., abends 7 Uhr, zum ersten Mal« in dies« Spielzeit «als Lissy in den Schwank . „Lissh, die Kokotte" auf Inr Lustspieltheoter kann „Hamlet in Kräh- Winkel" trotz des großen Erfolges nur bis Ende dieses Monat! gespielt werden, da Toni Impekoven am 1. Mai wieder st Franffu-r» spielen muß. Am Freitag den 2 Mai findet di< Erstaufführung d's Volksstückes .Me und ihr Zimmerherr" voll Armin Friedmann und Fritz LnMr statt. Hanst Niest kreiert darin die Hauptrolle. Im Raimundtheater wurde mit Rücksicht auf-di» Donnerstag slatffindenden Erstaufführungen an ander« Bühnen der Beginn d's Gastspieles Elifabech Bergner auf dieser Freitag verschoben. Es gelangt dos Gastspiel „Ich liebe dichst von Sacha Guitry zur „Erstaufführung. Im Wiener B>ürgertheater findet DonnersLa^ den 24. d. unter perfönlich.'r Leitung Franz Lehars die 8). Aid führung von „Cloelo" statt. /. . tzericktskaal. Verurteilung des Grasen Ronikier in Oesterreich. In M letzten Tagen wurde der in Salzburg verhaftete Gvff Bopdaii. Ronikier nach beendetem Anslieferurst^verfahren zwischei dem österreichischen Instizm'in'sterium und der panischen Re gierung nach Polen ansgeliefert- und dem Gev'cht in Warschau übevgoben. Die Auslieferung war schon im Dezember 1923 von österraichüschen Iust!M.Misterium beschlossen worden, doch hatb: sich das Befahren bis jetzt verzögert, weil gegen Grafen Ron-i kier ein Strafverfahren in Oesterreich durchgeführt wurde. G wurde nämi'ttch eruiert, daß Graf RonMer, der bekanntlic! wegen eines arvgeül'ich m seinem Schwager in Polen began genen Mordes verfolgt wird, bei einenr Stempelfobrikan^n h Wiien eine Stampiglie der Bezirkshmchlmannschast SaWmv bestellt hatte. Der Wiener Geschäftsmann erstattete die in sol chen Fällen vorgeschriebene polizeiliche. Anzeme. Graf Romkie! benötigte diese Stampiglie M einem Visum für einen Paß W feine Frau, die er noch Polen geschickt hatte, um frine Sach zu schlickten, die aber dort zurückgehalten wurde und Selbst mord beging. Es wurde nun gegen Grafen Ronikier wegei versuchter Urkundenfälschung durch Bestellung einer failsche, Stampiglie die Anklage erhoben. worü'b?r die erste Verhand liuna schon Ende T>ezeniber porigen Icchres voir den: Landes gericht in Salzburg stattfand. Der Angeklagte gab an. 62 Jahr alt und von Bemf Schriftsteller #u fein. In München hat « daS Doktorat erwarben. Er beteuerte, wie bisher immer, sei« Unschuld bezüglich des ihm von der polnischen Behörde zu Last gelegten Mordes. Er habe fsither om Ia-mmerleben gesicht und sei wie ein gehetztes Wild von einem Lande ins ander geflüchtet, um der Auslieferung nach Polen zu entgehen. Di Bestellung der Stampiglie zur Fälschu-ng des Paßvisums fü seine Frau gab er zu. Ware es chm gelungen, seiner Fvan bei falschen Paß mitzrigeLen. so wäve sie heute noch am Leben. Ds Einzelrichter verurteilte den Angeklagten zu zwei Mona len Arrest und hob als mildernd die Situation des Auge Nagten hervor, die nahe an den StrasunS'schlstßungSgrund de- Zwanges reiche. Um Zeit zu gewinnen und die Ablehnung de AuSliestrungSvegehrens durch seinen Verteidiger in Men $ betreiben, meldete Graf Ronikier die Nicht'igKsitSbeschwerde av Tatsächlich bemühte sich der Verteidiger beim Iustizmiiwister-iuv in Wien, jedoch vergebens. Inzwischen wurde die Nichtig-eitS beschwerte deS Grafen Ronikier verworfen und nach Abhüßunj der zweimonatigen Arveststrafe wurde er vor wenigen Tage! an die Grenze gebracht und der polnischen Behörde irberäeber Sie hüllt sich 1« Wolken. Sie ist nämlich leidenschaftlich Zigarettenraucherin, sagt er. Sie frohnt differ Leidenschas zügellos und hüllt sich ständig in Rauchwolken. Sie hat Dchm den gemacht, um dir Kosten des Rauchens bestreiten zu kö-miev Auch sonst ist sie dwrch ziemlich freien Verkehr in den Kaffee härchern ausgefallen. Außerdem hat sie die Ehe gebrochen, sag er. Sie sagt nicht nein und sagt wicht ia, daher Trennung de Ehe auz ihrem Verschulden, vom Berufungslsenat bestätigt. Eine sonderbare Diplomatengeschichte. BezirkKrichter Dol tor Neudeck. Strafbezirksgericht 1. hatte kürzlich über ein EhrenbrleidiauniflSklage zu verhandeln, welche der in Wien ak kreditierte Konsul der Republik Haiti, Julius Saft, gegei Paul Gebhard angestrengt halte. Wie in der Klage ousgo führt wurde, erschien eines Taqes bei Saft der Beschulldigti Gebhard, und stellte sich ihm mit dem Patent emeS General konsüls von Haiti für die tschecho^slowakqche Republik mit de» Amtssitz in Prag vor. Aus Grürchen der diplomatischen 5kur toisie empfing Konsul Saft seiner Angabe nach Herrn Geb hord schr höflich. Bei einer nächsten Zusammenkmrft lieh fti| Herr Gebhard von Konsul Saft einen Betrag von 3 Mllione, Kronen unter der Angabe, diesen Betrag qir Reisegeld zu be nötigen, um in seinen Amtssitz nach Prag zu gelangen. De» Konsul Saft Sam zwar die Sache bedenklich vor, er ließ sic jedoch seiner Angabe nach mit Rücksicht auf die Germgfüg'.akei des Betrages herbei, seinem angeblichen Vorgesetzten;ba8 Dar lehen zu gewähren. Bald darauf wmr Konsul Säst überaus enttäuscht, als er von dem ihm dienstlich Vorgesetzten General konsul Bierbauer in Berlin verständigt wurde, daß die tschechö slowakische Republik dem Gebhard die Exequatur vsrweiaev habe, da Gebhard von dem inzwischen verstorbenen Minrsts Dr. Tufar als unwürdig für diesen Posten ängesschen wurde Konsul Saft machte nach Angabe der Klage pflichtgemäß so Wohl dem Bundeskanzleramt wie auch dem Polizerpräsidiun Mitteilung von der Sachlage, überdies verständigt« er. der österreichischen Gewerbeverem, weil Gebhard verschieden« W tionen unter der KanfmmMschaft eingeleiiet haben soll und eirv Aufklcvriung im öffentlichen Interesse dringend geboten erschien Nach dem Inhalt der Klage wurde auch Gebhard Verhalten den ihm nicht zustechenden Titel eines Konsuls nicht ■ mehr z» benützen. Gebhard beschwert« sich über das Vorgehen des Kon sul Saft in einer an das Generalkonsulat der Republik Hait m Berlin gerichteten Eingabe, in welcher er insbösondeve dal Vorgehen des Konsul Saft alls eine Intrige bezeichnet«. Weger dieses Ausdruckes wi« auch w"gen des sonstigen Inhaltes der Eingabe erhob Saft gegen Gebhard die Privatklage. Der Beschuldigt« verantwortet« sich damit, daß ihm der Scikretär bei Gewerbeveveins eine Zuschrift des Konsulats der Republi! Haiti vovgewiesen habe, laut der er als unwürdig für die Stell, eines Konsuls bezeichnet wurde. Im übrigen erbot sich der Pe> schuldigte zur Führung des Wahrheitsbeweises. Der Klagüva.'- treter berief sich ans die Zengenlsckiaft des, Generalkonsuls Bier bmrer in Berlin, betont«, daß sein Klient in Wahrung öffent- Vicher Interessen pflichtigemäß die Wirtschastskveife O'sterreichj vor dem Angeklagten warnen mußte. Weiters führte er an, das Gebl>avd von mehreren Personen unter'Angabe. Konsul zr fein, Darlehen verlangt nüd erhalten habe» so z. B. Von einem Wiener Augenarzt 12 Millionen Kronen, weil er diesem Arzt die Stellung eines Amtsarztes rn Haiti «in Aussicht stellte. Dei Richter beschloß, zur DurchMrung der vom Parteicnpertretei gcstellten Beweise die Verhandlung zu vertagen. Das Ber« fahren/welches über eine von Gebhard gegen den Konsul Safi erhobenen EhrenbeleidigungSklage anhängig ist, wurde voirtäufij bis zur Enlscheidrrng der Vorfrage bezüglich der Exterritorialität des Konsul Saft durch da- Bundeskanzleramt ausgesetzt. 38031