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Wiener Morgenzeitung · 1924-04-22 · Heft 1862 (22.4.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1862 (22.4.1924)
Date
1924-04-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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f i/l/ u £inzßinummi(rKUÜui Wien': Zum Abholen in der Expedition, ILTaborstr.1-3, oder in einer Verschlei* st eile (Trafik) monatl. K 35.000 Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmiedt, I. Bez„ Wollzeile 11. Mit Poatversand für Wien u. Oesterr. monatl. K 85.000 Ts che eh 0-81 owa k e i: Mon. K18. Jugoslawien: Mon. Dinar60. Polen: Mon. 3*/, Zloty, Deutschland: Mon. Goldmark 4, Frank r., Belgien: Mon. Frcs. 12 BV N a eh * «h I u b r e n *W bei Pretaerhöhunfen Vorbehalte« Wiener Rr. 1862 Wien. Dienstag, 22. «frtiI1924 Polen:pom.Mk.350.000 Italien: Monatl. 12 Lire, Rumänien Mon. ISO Lei, Bulgarien Mon. 80 Lewa, Schwei x und das übrige Ausland monatlich Fres. 4 Redaktion u. Administration Wien, II., Taborstrassei-—3 Telephone: 44-0-38,43-3-19, ab 6 Uhr abds; 19-483,25-282 \ IX. Universitätsstri 6-*81 (Druckerei Steirimann) Oesterreichisches Postspar* 1 kassen-Konto' Nr. 150.698 6. ZnHrgmg Frankreich gegen das Urteil der Sachverstiindigen. Poimare will die Pfänder nicht herausgehen. Paris, 20. ApvU. (HavaS.) In ftanzSsischen Kreisen scheint man den Wunsch zu hegen, daß die Reparationskommission ihren am Donnerstag gefaßten Beschluß, worin die Schlussfolgerungen des Sachverstandigenplanes genehmigt und dessen Methoden angenommen werden, ergänze und Präzisiere. Es ist wahrscheinlich, daß.Poineare demnächst den ftanzSsischen Mitglieder« der Reparationskommission seinen Standpunkt Mitteilen und es für wünschenswert erachten wird, daß die Kommission ausdrücklich feststelle, welcher Anteil ihr, den alliierten Regierungen und Dentschland bei der Durchführung des gesamten Planes zufällt. Die Sachverständigen haben bestimmt, daß die Reparationskommission alle Vollmachten besitze, gewisse Einzelheiten der Verwirklichung des Sachverständigenplanes ZU regeln. Die Kommission werde unverzüglich diese Regelung ergänze« Müssen. Die Sachverständigen haben ferner die grundlegende Bestimmung festgestellt, daß die französischbelgischen Organisationen im Ruhrg e b i e t, insoweit sie die w i r t s ch a f t l i ch e Ein h e i t D e nt schla nds hin der n, aufgehoben . oder um ge Wandelt werden sollen, sobald Deutschland den Plan zur Durchführung bringenwird. Kraft dieser Bestimmung werden also Frankreich und Belgien ersucht werden können, das wirtschaftliche Ruhrpfand gegen ein umfangreicheres Kontrollsystem einzutauschen, unter der Bedingung, daß Deutschland nach erfolgter Annahme der bezüglichen gesetzgeberischen Verfügungen die notwendigen Organisationen, wie die Emissionsbank und die Gesellschaft zum Betrieb der Eisenbahnen einrichte, an die Uebergabe der Jndustrieobligationen schreite, Steuer» erhöhe usw. Vor Aufgabe der gegenlVävtigen Zwangsmittel werde Frankreich ein Abkommen mit den Alliierten verlangen, das im vorhinein die anfälligen Sanktionen für den Fall festzusetzen hätte, daß Deutschland bei der Durchführung der neue« Bedingungen sich abermals eine Verfehlung zuschulden kommen lassen sollte. Diese Stellungnahme nimmt auch der „Matin" heute ein, der insbesondere auch gegen die letzte Rede Mae Donaldsscharf Stellung nimmt r«d ausführt: Wenn man sich im Jnlande nicht entschließt, der Tatsache Rechnung zu tragen, daß Frankreich Pfänder besitzt und diese nur gegen gleichwertige Garantien aufgeben will, die von allen Alliierten gewährlei st e t w e r d e n müssen, dann liefen die bemerkenswerten Anstrengungen der Sachverständigen Gefahr, in eine Sackgasse zu gelangen. Es ist bedauerlich, daß Mae D onald sich den Anschein gegeben habe, den Weg zur so notwendigen Verständigung unter den Alliierten v ersperrt zu haben. Der „Temps", meint: „Mae Donald Midi uns e m, Ber t rauen zu Dm-ffchland zu halben, und MM, daß die Deutschen aus n a t i o n a -l e m Stolz bezahlen >werden. Dieses Argument würde uns übocheugen, wenn alle Menschen so wären wft-M a c D om al d. Leider kann nicht eftv- Mal er uns Me"GimMKe^dafür- Men/Des'-chMMen tionalisten setzten aber gerade ihren Stolz darein, nicht zu bezahlen. An Stelle des nationalen Stolzes würde man besser an das individuelle Interesse aMllieren. Der Sachvevständigenplan richte sich aber gerade nicht an dieses. Wir stellen die Frage, ob es nicht möglich wäre, im Rahmen des Sachverständi» genplanes die einzelnen Interessen bester zu vertreten. Eleonore Düse gestorben. P i t t s b u r g, 21. April. Die berühmte italienische Schauspielerin Eleonore Düse, die vor einigen Tagen an Lungenentzündung erkrankt war, ist im Älter von 64 Jahren gestorben. * ■ ’; V; In Men sollte ihr letztes Auftreten erfolgen. Sie löst«, jeidoch den Vertrag und su^ nach Amerika, van wo ste nach Italien reisten wollte, um sich zur Ruhe zu setzen. Die Anstrengungen der Amsvikaveste waren zu beschwerlich gewesen. Der Lungemntzünduing konnte der geischwächte .OMnismus. der blsähvigen nicht widerstehen und so starb sie fern von ' ihrer Heimat und i>hren Mhängevn in >der Fremde,. ohne ihren letzten Traum, die Meisterschule der Schauspielkunst in Rom zu leiten, erfüllt zu se-hen. / Eleonore Drvse-Chechi wurde im Jahre 1859 in Bigedann in der Nähe von Venedig geboren, hat also ein Alter von 64 Jahren erreicht. Der Abgang ihres WeHruhmes i war bekanntlich Wien. Sie gastierte vor 32 Jahren tm Rahmen oiner sonst minderwertigen italienischen 'Truppe im Carlcheater. Der erste Abend blieb beim Publilkumbeinahe unbeachtet. Aber schon, beim zw^riten hatte es sich herumgesprochen, daß ida eine hinveißende, vollkommen wesensneue Künstleviin zu sichen sei. Am nächsten Tge >war die Düse schon das Gespräch der Stadt und kurze Zeit daraus das Gespräch aller künstlerischen Kreise Europas.- . . - ' 7 Ihre Beziehungen zum Dichter D'A-nnunzio. bilden den tmurigsten Teil ihres-Lebens. Sie konnte den Dichter, der sie so i&alb verkästen hatte, nicht vergessen. Seit dieser Zeit datieren ihre ^Ga>stiplelrei!sen, die sie ruhelos von einem Ort zum anderen trieben. Die erste Schauspielerin Italiens, die den Theatern, in denen sie austrat, die größten materiellen Erfolge brachte, hat nichts von dem Reichtum behalten, den sie ... anderen VersHasste. ..Ms:Kmd u-«Wer Eltem wurde sie geboren, arm ist sie gestorben.- ''; 1 10.080 Engländer können niÄt nach Amerika reisen. Die Folgen des Einwandernngsgesetzes. London, 21. April. Durch die Annahme des. neuen Einwanderungsgesetzes sind mehr als 10.000 Engländer, die bereits Reiseanstalten getroffen haben, g ez w u n g e n, diese wieder rückgäng i g zu machen. Das englische Kontingent wird nunmehr durch das neue Gesetz von 77.000 auf 51.000 reduziert. Bis jetzt haben sich aber bereits 60.000 Engländer bei den Einwanderungsbehörden gemeldet. Die Einwanderungsquoten der süd-uud osteuropäischen Länder werden noch, bedeutend stärker reduziert. Das Gesetz wird in England als Ausdruck der Absicht angesehen, die Einwanderer lateinischer und slawischer Herkunft von der Union fernzuhalten, da sie nicht als affimilationSfähig gelten. strmordung eines englischen Soldaten in Kairo. London, 21. April. Das Routersche Bureau meldet aus Kairo: Gin britischer FliegeruntevoWer ist getötet worden. Ms Täter kommen zwei Aegypter in Betracht, von denen einer verhaftet wurde. Amerika »nd Belgien anerkennen Griechenland, Athen, 21. April. (Wolfs.) Die Bereinigten Staaten und Belgien haben die neue republikanische Regierung anerkannt. Brand in Wrago. Zwanzig Feuerwehrleute tödlich verunglückt. Paris, 19. April. (Havas.) Nach Blättermeldungett aus Chicago haben bei den Löschavbeiten anläßlich des Brandes eines großen Ge-bäudeszwanzig Feuerwehrleute den Tod gefunden und.zwölf schwere Verletzungen erlitten. Die Labom Parttz für Mar Donald. dort, 21. April. Die Arbeiiterpavtoi hat eine Res>olution angenommen, in der der Regierung das V e rtrauen ausgesprochen wird. Eine Araßenschlacht bei Berlin. Blutige Kämpfe zwischen Kommunisten und Rechtsradikalen. Berlin, 21. April. (Tel der „Wiener Morgenzeitung".) Vorgestern entstand zwischen einer j u n g e n W a n d erertruppe von Angehörigen der rechtsradikalen Organisation Pfadfinder und einer kommunistischen Jugendgruppe im Walde von B u ck 0 w bei Berlin ein blutiger Zusammenstoß, in dessen Verlauf ein Pfadfinder durch Messerstiche sofort getötet, ein anderer lebensgefährlich verletzt wurde und auf dem Transport in das Krankenhaus starb. Ein Kommunist wurde in st e r b e n d e m Z u stände in das Spital gebracht. Eine große Reihe weiterer Teilnehmer wurde ebenfalls erheblich verletzt, jedoch von den unverletzt gebliebenen Mitgliedern der beiden Gruppen selbst fortgeschasft. Der Kampf ist dadurch entstanden, daß die aneinander vorbeimarschierendengegnerischen Gruppen sich beschimpften und plötzlich, ganz unvermittelt, zu den Messern griffen und blindlings auf einander losfta>chen. Nur durch das b e w a f f n e t e E i n g r e i f e n von Förstern konnten die Kämpfenden getreu n t werden. Die politische Polizei nahnr eine größere Anzahl Verhaftungen vor. Prügeleien auf dem ungarischen Sozialistenkongreß. Budapest, 22. April. (Teil, der „Mener Morgenzeitung".) Während der Ostevtage fand hier der Landeskongreß der ungarischen sozialdemokratischen Partei statt, bei dessen Eröffnungssitzung es zu großen Schlägereien kam. Der Vorsitzende erklärte nämlich, daß es bekannt worden sei, daß sich im PMikwn Detektivs befinden, die als Provokateure untergebvacht worden seien, und forderte diese aufN den Saal zu verlassen. Es entstanden große Schlägereien, in deren Verlauf die Geheimdetektivs aus dem Saale gedrängt wurden. Diese forderten' nun die anwesenden Vertreter der Polizei aus, den Kongreß aufzulösen, was jedoch abgelehnt wurde. Daraufhin konnten die Verhandlungen ohne weitere Störungen vor sich gehen. Die unabhängigen Sozialisten Englands gegen Jentschland. London, 21. April. (Havas.) Wie die Blätter nwlden, habe die Konferenz der Unabhäingigen Arbeiterpartei einen Antrag verworfen, wonach Deutschland von seinen Wiedergutmachungsvorpflii chtungen befreit worden sollte. Ende des englischen Schiffrarbeiterstreik«. London, 21. April. Die Aussperrung der Schiffsbauarbeiter in England ist nunmehr beendet. Die Schiffsbauarbeiter von Southampton haben nätniliich in einer Versammlung beischloffon, vom nächsten Mittwoch an die Arbeit wieder aufzunehlnen, wodurch dce Aussperrung in den übrigen Werkstätten Englands automatisch hinfällig >wird. Teppiche Herren- und Damen Wäsche, Regenmäntel engl. Wollstoffe, ferner Bettzeug u. Webwaren, alles erstklassig und billigst im Warenhaus tt! Schiff mann II. TaborstraOe 48 Telephon 47-1-79 En gros En ditill

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