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Wiener Morgenzeitung · 1924-04-20 · Heft 1861 (20.4.1924) · p. Seite 18

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1861 (20.4.1924)
Date
1924-04-20
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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Ä.W fette 18 —-— We«, G-Mr-s'"^'. Bühne und Kunst. Weingartner Wer seinen Rücktritt. Nach der gestrigen ,,Wrsisal"-VvrstelkMg verab« fchivd e t e sich Direktor Weingartner vom gesamten Personal der Volksoper. Nach Worten des Dankes für die Mitarbeit des Personals während seltner fünHLHriigen DirektartätiKeit führte Weingartner auS: „Glauben Sie nicht, daß mein Abgang einem plötzlichen hitzigen Entschluß entsprungen ist. Was heute Tatsache wird, hat sich seit langem vorbereitet. Es war nicht so leicht, mir allmählich das Wasser abzugraben. Recht viele kleinere und größere Kanäle mußten im Dämmer- Achte der Heimlichkeit ausgestochen oder verstopft werden, damit der Lvbensguell meiner direktorialen Wirks-amlkeiit versiegen konnte. Ich kann meinen verehrten Gegnern — und ich habe deren ziemlich viele — die Anerkennung nicht versagen, daß sie zielbew.ußt und präzis gearbeitet haben. Bereits im vorigen Sommer hing es an einem Haar, daß ich ausgetreten wäre, weil — angeblich — der Volksoper für den Preis meines Austrittes zwei Milliarden Kronen versprochen waren. Daß diese zwei Milliarden ebenso eine Flunkerei waren wie das weiland englische Gaistpiel, ist fetzt wohl auch denjenigen klar, die mit zu gern an beides geglaubt haben. Aber Flunkereien anfzudecken, ist anscheinend oft eine größere Sunde, aks sich davon eittlullcn zu lassen. Noch einmal wurde mein Bechältnis zur Dolksoper notdürftig geleimt. Ich verzichtete freiwillig auf so Manches, nützte meinen Urlaub bei weitem nicht voll aus unH> erzwang gerade M die Anstellung des bisherigen Oberregisseurs Herrn Markowskh als Midirektor. Der überraschende Aufschwung der Einnahmen seit Beginn dieser Saison ließ mich hoffen, daß das Institut zu neuem Leben erblühen werde und daß die Opfer, dir die Herren des Verwalltungsrates in schlimmen Z-eiten gebracht hatten, sich lohnen würden. Daß ich nach Amerika übersiedeln würde, war eine Zeitungsente deren Herkunst ich nicht ergründen konnte. Ich war fest entschlossen, mich auch weiter der Bolksoper zu widmen. Um so mehr überraschte mich die Mitteilung, daß man meine Tätigkeit als Direktor nach Ablauf meines Vertrages nicht mehr wünsche. Beim Haupttor hinausgewiefin, mußte ich es a blehnen, durch eine Nebentür wieder hineinzut roten." Die Andeutungen Weingartners wollen feinen sonst wenig fühlbaren Rücktritt mit ein bißchen Sensation umgeben; was dahinter steckt, bleibt abzuwarten. Ratschläge Kr den unerfahren Theaterbesucher. Geliebter Loser! Solltest Du die Absicht haben, Delme Briestasche zu der« Keren (und wer hatte diese Absicht nicht?), dann empfehle ich Dir dringendst, das nicht in einem Wiener Theater zu besorgen. Nicht etwa, weil Du sie in diesem Falle nicht zurück bekommst — denn Du bekommst sie natürlich ja auch sonst nicht zurück —, sondern weil diese Nichtrückorstattung sozusagen unter erschwerenden Umständen vor sich geht. NäuÄich so (glaube mir geiliebter Leser, denn ich spreche aus maienfrischer Erfahrung): da Du bei der Heimfahrt in der Straßenbahn Deine Brieftasche vermißt, erinnerst Du Dich, einmal mit dem Fuß auf etwas Weiches getreten zu sein und stellst mit Genugtuung fest: aha! Das war sie. Am nächsten Morgen stürzest Du zum Telephon. Das Theater schlaft den Schlaf des Gerechten. Du wiederholst die schmerzhafte Prozedur um elf. Ein MäHdttein meldet sich. „Graue Ledevbrieftasche — Inhalt 41.500 Kronen — Visrtkarten, Legitimation — Parkett rechts — Sitznmnmer — Das Mägdelein hört andächtig zu und spricht: „Auskünfte über verlorene Gegenstände werden nur persönlich» um viertel 7 Uhr. nn Foyer erteilt.", „Aber bitte, Fräulein, ich möchte ja nur wissen, ob überhaupt etwas gefunden wurde, damit ich nicht zwecklos . . ." „Nur persönlich um viertel 7 Uhr, Foyer." Knacks. Also fährst Dualle Verabredungen, Arbeitspflichten uistv. überrennend um halb 6 Uhr von Grinzing in besagtes Foyer, da Du törichterweise annimmst, wenn nichts gefunden worden wäre, hätte man es Dir gesagt. Auf dem Weg feierst Du in Gedanken ein rührendes Wiedersehen mit der grauen Brieftasche. Im Foyer teilt Dir der Herr Kontrollor mit, daß in den letzten neunzehn Tagen überhaupt nichts gefunden wurde. Wenn Du ein höflicher Mensch hist, wirst Du nicht fluchen, wenn nicht, so wird der Kontrollor Deine Adresse notieren, falls doch noch etwas abgegeben wird. WaS alle Tage vorkommt. Meine Adresse ist notiert. Betrittst Du die Gardevciberäume, so umfängt Dich wohlige Wärme. Last« Dich dadurch nicht verlocken, wenn Du Dich in einen: „Vorstadt"-Theater befindest» sondern halte Deinen Mantel sch wie Monna Danna den »ihrigen, wenn auch aus anderen Gründen. Drinnen ist nämlich doch wicht geheizt und Du kommst nach dem ersten Akt zähneknirschkliappernd zurückgestelzt um, wenn schon nicht Deine Seele, so doch wenigstens Deine Glieder zu erwärmen. Willst Du aber dennoch Deine UeberKeider abgeben, dann halte Dich an Papas Mahnung und tu Geld in Deinen Beutel. Insbesondere Kleingeld. Denn die Hunderterscheine sich in den Wiener Thvatergarderoben ausgestorben. Eine Los« 'Seuche hat sie hinweggevafft, alle, -bis auf den letzten Mann. Du hast 3600 Kronen zu bezahlen und legst Vier Tausender hin. Die Garderobenfrau sagt mit dem Ausdruck maßloser Verachtung im Gesicht: danke, und wendet sich dem nächsten zu. Dasselbe tut der Saaldiener, der Dir den Theaterzettel um 2500 Kronen übergeben hat und 8000 Kronen einstreift. Dm Mut „retour" zu verlangen, hast Dir natürlich «fcfr. geliebter Leser, denn Du bist ein Mann. . ‘ * Moe^zÄkrtttz Die Toilettenfrau unterscheidet sich vom Saaldiener nicht nur durch Geschlecht und Charakter, sondern auch durch ihre Taktik. Fragst Du sie, was Du schuldig bist, so antwortet sie unweigerlich: nach Belieben (in den enteren Gründen: totK S' halt gern geben). Hüte Dich, in sie um Entscheidung zu dringen. Du versäumst sonst den ersten Akt. Hüte Dich noch mehr, ihr einen Fünfer zum Wechsln zu überreichen. Großmütige Naturen geben ja etwas heraus. Mer nie mehr als drei Tausender. Und das unter ausdrucks- und vorwurfsvollem Zögern. Kurz vor Beginn der Vorstellung durchschreiten die Diener den Saal und verkünden feierlich nach rechts und links: „Damen, die Hüte, bitte, abnehmen. Ist nicht gestattet, bitte. . DaS ist für die anwesende mondäne Weiblichkeit das Signal, sich unMwenden und den nächsten erreichbaren Herren zu fragen: „Geniert Sie mein Hut." Mache Dich nicht lächerlich, bester Freund indem Du ja sagst. Sage es nicht "ich wenn Du voraussiehst, daß Dir die Maschenzipsel in de/ Gartenszene immer zwischen Faust und Gretchen fahren werden, äge es noch weniger, wenn Du daran denkst, daß der Hut Kleinere hinter Dir noch viel mehr stört. Lächle verbindlich und löte: keineswegs. Denn die Dame legt den Hut ja doch nicht ab. Versicherst Du ihr aufs bestimmteste, daß Dir ihre Kopfbedeckung die halbe Bühne verdeckt, so lacht sie erbittert: ein so kleiner Hut! dreht sich zurück, drückt ihren Kochtopf fester aufs Haar und starrt angestrengt auf die Kurtine. Du kannst sie dann umnö-Dch mrf den Rücken klopfen, denn dort reicht das Dekollete bis zur Taille. Und so bist Du schließlich doch blamiert und mußt Dich beschämt zurückzichen. Zische auch wicht, wenn Deine Nachbarin rechts während der Liebesszene ihrem Begleiter Witze ins Ohr flüstert oder wenn die Nachbarin links Wallensteins Monolog nÄ dem Rascheln ihrer Zuckerdüte begleitet oder wenn Dein Nachbar bei derselben Gelegenheit weit hörbar seine Schiwkensemmel genießt. Zische wicht — es nützt gar nichts. Daß man sich im Theater ärgert, ist natürlich ganz in Ordnung. Wozu Fnge man sonst hin? Aber eigentlich müßte dafür nicht besonders vorgesorgt .werden. Dazu sind ja die modernen Stücke da. Klara Mautner. Aus de« Aeaiern. Burgtbeater. Morgen'Montag, 3 Ubr nachmittags, außer dem Jahresabonnement, zu kleinen Preisen, „Der Richter von Zalamea", 7 Uhr abends, „Der Alpenkönig undderMenschenfeind", Dienstag. 7 Uhr abends, „Die Katakomben", Mittwoch, 7 Uhr abends, „EinenJuxwill er sich machen". Akademietheater. Morgen Montag, 3 Ubr nachmittags, „Die kleine Konditorei", 7,8 Uhr abends, „Mittagswende" von Paul Claudel, Dienstag, Vt8 Uhr abends, „Der Biberpelz" von Gerbart Hauptman», Mittwoch, */»8 Uhr abends, „M i t t a g s w ende". Volksover. Heute Sonntag nachmittags „Hoffmanns Erzählungen", abends „Der Zigeunerbaron". morgen Montag nachmittags „Kuhreigen", abends „Boheme", Dienstag „T a « n h ä u s e r". Im Deutschen Volk S t h e a t e r wird in der morgen Montag. 7,8 Uhr nachmittags,, stattfindenden Aufführung von Hermann B a h r S Lüstspiel „Wienerinnen" Anton Edthofer die Rolle des Max Billitzer spielen. Donnerstag den 24. d. beginnt Leopold Kramer ein Gastspiel als Konrad Bolz in de» „Journalisten". Im Verlaufe dieses Gastspiele» gelangt Samstag den 26. d. dar dreiaktige Lustspiel „Papa" von Fler» und C aill av et mit Leopold Kramer al» Graf von Larzae zur Aufführung. Da» Maiprogramm der Kammerspiele. In den Kammerspielen wird Erika Gläßner im Verlaufe ihre» diesjährigen Gastspiele» die Monette in der deutschen Uraufführung des dreiakttgen Schwankes „Monette & C o." („La fem me d » j o u r") von Paul Armont und Leopold Marchand kreieren. Für die zweite Maihalste ist eine Aufführung von Lesfing» „Minna von Barnhelm" geplant, in der Else Heim» die Titelrolle spielen wird. In dieser Vorstellung wird Eveline Landing die Franziska, Albert Steinrück den Werner und Karl Forest den Witt darstellen. Matta O r»k a, die zu Erholungszwecken eine Reise nach Italien angetreten hat, nimmt nach ihrer Rückkehr ihre Tättgkeit an den Kammerspielen wieder auf. Direktor Geher hat für die Künstlerin die dreiaktige Groteske „Die u n möglich e G o g o" („Ein Tag an» dem Leben eine» Lanfmädelr") von' Armin Friedman» und Paul Frank erworben. DaS Stück wird im Rahmen der Nachtvorstellungen in Szene gehen. Falls es Paul W e g e n e r gelinge» sollte, auswättige und Filmverpflichtungen zu lösen, wird der Künstler Ende Mai nach Men kommen und in „Jacqueline" von Sachä Guitry die männliche Hauvttolle in deutscher Sprache kreieren. In Patts wurde diese Rolle bekanntlich von Lutte» Guitry, ' dem Vater des Dichters, dargestellt. Im Raimu».dtheater gelangt an den beiden Feiertagen, '/,4 Uhr nachmittags, das Zaubermarchen „Der Versteigerung» - Einteilung V ITig UokPretleiea; leise Dl Silberand Chinasilber; jndan 11 Brillanten* und PsrlMMomiwk im Franz-Saal. Tlgileh DebrauoktgagmUada im Luawigaiorff-, Rösilerand Kolowrat-Sjuü: Jadaa 01 aeh8na Wi oha, Kleider, Pelze, Perserteppiehe.Fahrrider,NllmiMoliieea; lesen 11 Fketoapparate, Openfilier« Trieder, Reimeuge, Mikroskope, SohrsItmMcMnM Im LndwItltoHr-Ssal. Mo 28. und Di 29. IV. SSI. Kunstuktiea: Sammlungen von Handseichnungen a ter Meister des 15. b. 18. Jahrh. im Kitlmsiisegg-Saal. Voranzeige; 8. and 9. Mai 1994 Sonderauktion Im Franz-Josef- Saal. Letzter Termin zur Anmeldung: 25. April 1924. Do 24. bis Sa 26, Mi SO. IV..» Fr. 2. und Sa 8. V. Bücher im Emtnner-Saal. Di 22. und Fr 25., Di. & und Ml 30. IV. Briefmarken, VI., lanahllfBrstraMs 73. Do 3 t. IV. 23 leere EitenflMsr von 200-800 Liter und 7 leere Holzflsier von 300 -700 Liter Inhalt um 10 Uhr vorm, im Freilager der Oesterr. Preeakeft» und 8plrituuentrale am Nerdlahnhof. Oo 24. und 11 30. IV. 8ch6net ■oblllar, Klaviere, Peraertnpp.ohe, moderne Oemälde, Kunstgewerbe Im Franz-Iosef-Saal; Fr 25. IV. und 2. V.. Di 29. IV im Hooh- Stil; Mi 23., 8s 21. IV. u 3. V. Im Dethau-Saal t Kumtgewsrbe, Gemälde,Teppiche. Antiquitäten: jeden Di und Fr IBbsl. Luster, Bilder, Hausgeräte im Oluhof. Täglich Schaustellungen von 1 Uhr an Ostermontag und Donnerstag. 1. Mai, Staatsf ei «tag: Geschlossen Beginn der Versteigerungen um 3 Uhi Näheres durch die „Mitteilungen“ und „Nachrichtenblätter". SO. AM im Darstellung Ä; „S ech 8 Pev Osterhase" als Kindervorstellung zur Darstellung. Um V-8 Uhr abends geht täglich die Groteske „Sechs Pet) fönen suchen einen Autor" in Szene. Donner»- . tag eröffnet Elisabeth B e r g n e r in der Lustspielnovität „I ch l i e b e d i ck!" (»Je t’aime“) von Sacha G u i t r y. ihr diesjahttges Gastspiel.! Theater in der I o s e f st a d t. Heute Sonntag,! 7 Ubr abends. „Der Schwierige", morgen Montag, 7 Uhr abends, ..Der Diener zweier Herren", Dienstag „D e r S ch w i e r i g e". L; Jobann Strauß-Theater. Heute Sonntag ] nachmittags „Rund um die Liebe", morgen Montag „Die C z a r d a 8 f ü r st i n". Täglich, V38 Wr abttckS, „Mariett a". | JüdischeBübne, 2. Be,.. Taborstraße 12. Dienstag den 22. d. findet in der Jüdischen Biihne eine SoudervorstellMg zu Ehren des Schauspielers Sem Adler statt. Zur Auf- 'ührung gelangt A. G o l d b e r g s Schauspiel „DaS K ai b a r e t t m ä d e l" mit Herrn B. Ehrlichman«! alS Gast. j Apollotheater. Heute und morgen, 3 Uhr nachmittags, „Bruder S t r a u b i n g e r", */a8 Uhr abends» „E i n B a l l r o m a n" („D er Kavalier von zehn bis v i e r") in der Premierenbesetzung. Mizzi Günther wird die Titelrolle in der holländischen OperettennovM „Die Königin von Montmartre" kreieren. Wochenspielplan des TheaierS in der Josef st ad t. Sonntag „Der Schwierige", Montag „Der Diener zweier Herren", Dienstag und Samstag „Der Schwierige", Mittwoch, Donnerstag und Freitag „Kabale und Liebe". Aus dem Burgtheater. Donnerstag den 24. d. geht nett einstudiert „Herodes und Mariamne" in Szene. Für die Vorstellungen des Burgtheaters im Akademietheater wird Thaddäus Rittners BühneMchtung „Garten der Jugend" neu einstudiert. — Die für das Burgthoater gewonnenen Künstler Hans Ma r r und Hilde Wagen er treten am 1. Mai ihr Engagement an. Mit unterlegteru Kon-, traft werden demnächst Hans König (vom Stadttheater in Elberfeld) und Albert F i s ch e l (vom Nationaltheater in München) am Burgtheater delbütieren. — Der Tag der Eröffnung des Schönbrunner Schloßtheaters, in welchem ohne Unterbrechung bis zum Eintritt der kalten Witte-! rung gespielt werden soll, steht noch nicht fest.; Die „Pfarrhauskomödie" auch als geschlossene Vorstellung verboten! Die Polizeidirekt-on hat im Wege des Magistrates die Direktion der Renaissancebühne verständigt, daß di« Bewilligung obgenannter Aufführung auch für geschlossene Vorstellungen nicht erteilt werden könne. Die für den 2. Mai angesetzte Premiere muß somit unterbleiben. „Der Gong", Hofburg. Grillparzersaal, bringt am Mitt- : woch den 23. d. um halb 8 Uhr die Oper „La Serva Padrona^ von Pergolese, Sonntag den 27. d., halb i Uhr nachmittag» eine Kindervorstellung, abeiws um halb 8 Uhr „La Serv» Padrona". Richard Strauß* 60. Geburtstag. Im Rahmen der für töt erste Hälft« Mai geplanten Richard Swauß-Feler finden außer den Vorstellungen m Operntiheater noch fünf Konzerte statt, und zwar drei phrlharmonifche im Großen Musikveveinssaal am 7., 10. unld 14. Mai, von denen zwei Strauß selbst, ein drittes Direktor Schalk dirigieren werden, und dann zwei Konzerte im Mittleren Konzerthaussaal, und zwar am 4 urck 12. Dtzpi. Diese beiden letzteren VeranstccktunMn sind der Kammermusik und der Liedkomposition Strauß' gewidmet. Eleonore Düse schwer erkrankt. Wie aus New-Nork gemeldet wird, ist Eleonore Düse wahrend ihres amenkanischen Gastspieles schwer erkrankt und bereits seit vierzehn Tagen bettlägerig. — Schon während ihres Wiener Gast- ' wieles im verflossenen Herbst machte die große italienische Künstlerin den Eindruck einer Schwerkranken. Sie konnte sich nur mit Mühe auf der Bühne bewegen und wenn nach den Aktschlüssen der Beifallssturm'losbrach, wurde auf der Szene' ein Sessel bereit gestellt, aus welchem die Künstlerin in den Pausen zwischen dem häufigen Hochgchen des Vorhanges Platz nahm. Die Düse wurde am 3. Oktober 1859 geboren und steht somit im 65. Lebensjahre. Wie di>e letzten Meldungen besagen, besteht wenig Hoffnung Ws Geniefung der Künstlerin. Eine Ausstellung jüdischer Künstler in Paris. Aus Paris wird der I. P. Z. berichtet: Am 12. d. wurde in den Räumen des Klubs der Salonikier Juden in Paris, die erste Ausstellung.jüdischer Künstler in Frankreich: eröffnet. An der Spitze des Ausstellungskomitees steht der jüdische Schriftsteller Gustave Kahn. An der Eröffnungsfeier Chatte sich der Unterrichtsminister durch den Chef des Kunst«! oepartements Berthelo't vertreten lassen. Der am Er»! scheinen verhinderte Direktor der Schönen Künste Paul L e o n,, ein Jude, war durch den Konservator des Museums von Luxemburg, den jüdischen Kunsthistoriker Leonce Benedite» vertreten. Die Ausstellung, die als ein Versuch für weitere Möglichkeit solcher Ausstellungen geplant ist, bringt Werke von französisch-jüdischen Malern und Bildhauern, wie Adler,! Levy, Dhurner, deren Namen schon seit langem einen guten Klang haben. Unter den Ausstellern befinden sich auch der aus Rußland stammende und seit vielen Jahren in Paris lebende Bildhauer Nahum A r o n s o n, ferner Künstler aus dem Auslande, die sich vor noch nicht langer Zeit in Paris ansässig gemacht haben, wie George Kohn, Gru'nsweigh, Mane-Katz. Die Letztgenannten haben sich durch ihre Bil^ der aus dem Leben in der Galuth bekannt gemacht. Einführung in die Probleme der Musikmoderne. Im - Rahmen der volkstümlichen Akademiekurse hält Mnsikschriftsteller Dr. Erwin Felber einen zwölfstündigen Vortragszyklus: „Einführung in die Probleme der Musikmoderne." (Mit Vorführungen am Klavier.) Anmeldungen und Auskünfte in der Kanzlei der Musikakademie. Gerichtssaal. Sine merkwürdige Lisziplinierung. Bei der St-a-atsanwalffchasi. ist vor mchveven Mvn'aieL eine Anzeige des Hauptmannes d. R. D u Rieux gegen Ov gane der Heeresverwaltung wegen Verbrechens der Verlcum-- dung und des Mißbrauches der Amtsgewalt eingebracht worden. Die Untersuchung' wurde eiMestcllt, worauf fetzt der Substdiarantrag von dem Hauptmann vorgÄegt wurde, in dem gegen diese Organe, der Vörwurlf erhoben wird, daß sie zur Hereinbrmgung mehrerer von ihnen sclLbst vevschulldeten Geldschäden des Aeraics dem Hauptinmne den Ersatz dieser Be°« träge im eigenen Wirkungskreise -auifgetragen häben. Weiter wird wird gegen Mei Obersten der Vovwuvf erhoben, daß sie! seine Versetzung in den dauernden Ruhestand u nrechtmäßig durchgeführt haben. Dem Hauptmann wurde fitzt ein Erkenntnis Über ein« Disziplinarstrafe in,der Höhe einer Minderung seines Begüge um 20 Prozent zu gestellt, weil er es gewagt fyattej m eintzm offinen Brief an eine Zeitung und st» einer EinMl

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