Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1861 (20.4.1924)
- Date
- 1924-04-20
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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VeÜel» Dren, GormkaH Wiener Morgenzettung. Sy. AM im Nr. IM ftchsündvierzig Jahre lang haben wir uns nicht gesehen." „Ich habe ihn nicht mehr erkannt. Ich habe gehört, oaß er eme sehr gute Stimme hat und hier Mm Vorbeten mithilft. An eine Stimme bei ihm kann ich mich nicht erv ümern." „Ja, weil du immer das große Wort geführt hast." Sie ist jetzt 75 Jahre alt. die Sophie Rersner anS Nikolsburg. Neuwirth war inzwischen schon zweimal verheiratet, sie einmal. „Es ist meine vierte Tkauung nnv dabei' meine erste Frau." Seine Mutter ist 105 Jahre alt geworden. „Ob wir immer gesund sind? Uns geht es großartig. Neine Bissen schmecken unS. gar nicht! Man hat uns ein Zimmerl versprochen und dann haben wir hier ausgesorgt." _ gine Eifersuchtstragödie. Sechs Personen erschossen. — Selbstmord des Mörder-. Belgrad, 19. April. (Tel. der „Wiener Mörgenzeituug".) Bor einigen Monaten erschoß der russische Emigrant und gewesene zaristische Offizier Pr ih a t s ch en k o, der sich in Neusatz als Mitglied einer Musikkapelle fortbrachte, in einem Eifersuchtsanfall sein Kind und fünf Musiker der Kapelle, während er feine Gattin verfehlte. PrihatischeNko schoß sich nach seiner Bluttat selbst eine Kugel in den K o p f. . . Die jugoslawische Polizei suchte die Hinterbliebene Frau Prihatschenkos, die als die moralisch Schuldige für den Verzweiflungsakt des Mannes betrachtet wird, abzuschicben, doch wurde ihr von sämtlichen Grenzbehörden der Nachbarstaaten Jugoflawiens der Grenzübertritt vertveigert. Wie die Belgrader Blätter melden, haben sich die jugoslawischen Behörden nunmehr an die österreichische Regierung mit dem Ersuchen gewendet, der Frau eine Anfenthaltsbewilligung zu erteilen. tzoolidge schafft de» Händedruck ab. Paris, 19. Tlpril. Wie die „Chicago Tribüne" ans NvHingLon meldet, hat Präsident Coolidge befthlosi-en, künftighin bei dsn öffcntÄchen Trnpsängen iden 'bisher Wichen Händedruck zu unterlassen. Bei dem gestrigen Empfang, zu dem über tausend Personen, zunreist Kinder, zugelasftn waren, -habe Cooliidge an seinem ArbeiEsch die Avbe-tt fortgesetzt, während die Besucher durch das ArbeW§rmnrer desMerten. _ Jüdische Literatur in Weranto. . Die Nummer 180 der in Köln erscheinenden Esperanto- .zeiischrifs „Cspercmio Triumfo-nta" enthält,..wie in der „Wiener Morgenzeitung" bereits kurz berichtet wurde, als literarische Monatsberlage eine Revue, die-ausschließlich Proben aus der hebräischen und jüdischen U-eberfttzungsliteratur brm-gt. Das Blatt will damit, wie es selbst hervochebt, einen Zoll des Dankes-den zahlreichen jüdischen Esiperantofteunden abstatten, die fett Jahr und Tag der Ejpewrrtvsachs in mÄrgennütziger. Treue dienen.'.Es hätte hinzufügcn können, daß damit auch das Ast" denken des Erfinders des Esperanto, Dr. Zamenhof, gechrt wird, dergenau vor sieben Jahren, in der Pessachwoche 1917, an gebrochenem Herzen über die Greuel des Weltkrieges dahmgegangen ist. Zamerchof war auch der erste, der Wevke der he« brätschest und jüdischen Literatur in die von ihm erfundene Sprache, die nach seiner Absicht der Verständigung der Völker und dEtt.dem Weltfrieden dienen sollte, übersetzt hat. Er hat die fünf Bücher Moses, Koke leih und die Psalmen ms-Hperanto übertragen und in einer bei Hach et te (Paris) / erschienenen Revue bepeitS im Jahre 1910 Schalom Mejchems bekannt« Humoreske „DaS Gymnasium", ms dem Jüdischen übersetzt, erscheinen lassen. Hie jetzt vorliegende Revue bringt wertvolle Prv^n auS der Literatur des Judentums. Schon das eirrleiter^e Gedicht: .La-ventego" (Der Sturm) von H. N. BraW, packt durch eine PWdiose NaturschÄderung. Eine Perle echt Mischen Volksgeistes bildet die von Israel.Leiftrowicz übertragene Vollserzählung „Das menschliche-Glück". Schalom Asch ist durch ein Fragment aus dem Zweiakter „Mit dem Strom" vertreten. Aus dem Hebräischen des Jehuda Steinberg stammt die prächtige Skizze „Der Naive". Dann folgen Fabeln von David F r i s ch m a n n und mm- Schluß, als die Perle der Auswahl, die kl^me Skizze „Wissen uiid Ideal" von I. L. P e r e z. - Die Nebertragungen sind überaus gelungen und ^ben die Feinheiten, der Originale gut wieder. Sie geben ein Beispiel, welche' wichtige Rolle d?r Vermittlung der aus jüdischem Geiste geborenen Hilsssprache Esperanto zukommen kann. Pros. O t t o S i m o n. Ile Bssäre Hochenegg. Ejn offener Brief Hocheneggs an die Aerztekammer. Hofrat Professor Dr. Hochenegg beabsichtigt, ohne die Zustellung des ftrtöils der Aerztekammer abzuwarten, die Kundgebung der Aerztekammer vom 10. d. in einer „Offener Bries an die Wiener Aerztekammer" üb?rschriebensn Broschüre zu beantworten, die gleich nach Ostern im Buchhandel.erscheinen wird. In dieser Broschüre kritisiert er ausführlich die von der Aerztekammer durchgesührte Art her Untersuchung und sucht den Nachweis zu führen, daß die Art dieser Untersuchung vor allem das Bestreben der Kammer, sich selbst zu exkufpieren, nur zu deutlich erweist. Durch Wiedergabe der Aeußerung einer großen und wichtigen Fachgruppe ustd die eine Bestätigung seiner Behauptungen beinhalten'soll, begründet er seine - Ansicht, daß den E r h e b u n g e n d e r K a mner jeder Wert-für eine Klarstellung der bestehenden Verhältnisse abzusprechen sei. Die Broschüre soll 'ein-Schlußwort in dieser Angelegenheit sein. 9er brUlsche Weltrundslug. Au3 London wird uns gemeldet: Die britischen Weltflieger verließen heute früh K a i r o in der Richtung nach Bagdad, wo sie in zwölf Stunden einzutveffen haben. _ Gefälschte MfuhrbettMgunge« fSr Autos. Das Zolloberamt hatte in Erfahrung gebracht, daß Automobile ausländischer, hauptsächlich fraltzösischer uub italienischer Marken, ohne Einfuhrbewilligung nach Oesterreich gebracht werden sollten. Die Erhebungen führten, zur Einleittrng des Zollstrafverfahrens gegen den Maschmentechniker Klemens Fridl, den Bankkommissionär Friedrich Friedrich und seinen Kompagnon Richard Metz. Die drei Personen wurden verhaftet. Das Sicherheitsburean stellte fest, daß Friedrich dem Direktor Kantor der hiesigen Austro-Fiatwerke eine Einfuhrbewilligung über zwei Stück Fiat-Autos der Type 501 zum Kaufe angeboten hatte, die gefälscht war. Die Stampiglie des Finanzministeriums war nachgeahmt. Drei solche gefälschte Urkunden waren bereits benützt worden. Die erste in ' Verkehr gesetzte Einfuhrbewilligung lautete auf drei „Mathis"-Wagen, sie wurde von dem Ingenieur einer Autobetriebsgesellschast um 6,2 Millionen Kronen erstanden, die zweite lautete aus drei französische Autos, und wurde von einem Kaufmann aus der Wieden mit 5 Millionen bezahlt. Die dritte, die aus sechs italienische Autos lautete, brachte dem Konsortium 20 Millionen bei einem Wiener-Neustädter Kaufmann ein Die Fälschungen sind von Fridl unter Mitwirkung des Metz vorgenommen worden. 9er Raubmord In Der gosesstadt. Der Schuhmacherlehrling Hans Brzobohaty, der sich selbst des Raubmordes an bmy Schlossermsrster Pacho! ik bezichdigt, und d-er Mechanikerlehrling Eduard Tobanka, der nach den Angaben des Brzobohaty von der Tot gewußt und sie cmJsstrftet haben soll, wurden gestern nachmittags dem Larrdrsgerichte eingelreftrt. Sie Lebeuimittelmärkte. Die Grvßmarkthalle hatte gestern einen Massenbesuch aus« znweisen, der bereits in den frühen Morgenstunden einützte. In bezug aus Flei'ch war daS Angebot vollkommen ausreichend, nur gute Qualitäten waren in unmlänglichen Mengen Vorbanden. Auch Selchfleisch stand in genügenden Mengen zur Verfügung. Die Preise blieben im allgemeinen die gleichen wie in der Vorwoche, Rindfleisch hat sich'wohl etwas verteuert, wurde aber weniger beachtet. Kalbfleisch und Schneinefleisch mittlerer und minderer Sorten stellten sich um 1000 bis. 2000 K. pro Kilogramm billiger als in der Vorwoche, Speck war um 1000 K. billiger erhältlich. Auf dem Geflügelmarkte reichte trotz der Hohr« Preise da» Angebot nicht zur Deckung de» Bedarfes. Nur auf den Grünwarenmälckten L« sich nicht, wie erwartet wurde, die starke Nachfrage eingestellt, was auf die außerordentlich hohe« Preise, die die Wiener Gärtner verlangen, zurückzuführen ist. N8 Kuriosum ,sei erwähnt, daß gestern die Wiener Gärtner zum erstenmal in-diesem Jahre heurigen Kob! »nd heurige Kohlrübe« auf de«.Markt brachten. Für 30 Stück Kohl begehrten ste 100.0« bi» 180.Y00 K.. ftzr 15 Stück Kohlrüben 200.000 K. Zum erstenmal kamen gestern auch an» Australien heurige Kartoffeln, in Kisten vervackt, an. die im Großhandel brutto kür netto 7000 K. pro Kiloyramm kosteten, sich also nicht wesentlich teurer stellten al» Kipfler heimischer Herkunft. _ 9(is Wüter. Für den heutigen Tag wird von der Meteorologischen Zentralanstalt schönes Wetter angekündigt, wahrend für den Montag stärkere Bewölkung Hu erwarten;ist. Da . die Mitteilungen der Zentralanstalt bisher in der Regel zutreffend waren, erscheint wenigstens die Hoffnung, daß "der heutige Tag keine unangenehmen Weiterüberraschungen bringen wird, begründet. Wien, 20. April.' * Rechtsanwalt Dr. Artur Rafael hat feine Kanzlei Wien. 7. Bez., Mariahilferstraße 50 (Ecke Kirchengässe), eröffnet. Tel. 37-2-99. Priv. 67-1-.19. * Personalnachricht. Fräulein Erika Fenchttvang hat sich mit Herrn Bernard Dävids (Amsterdam) verlobt. * Ein Bundeszufchutz von 10 Milliarden Kronen für die Wie«« Hochbauten. Im Februar d. I. hat sich die Gemeinde Wien an die Industrielle Bezirkskommission gewendet.- um Zuschüsse, aus den Mitteln der produktiven Arböitsloftnfür« sorge für chr Baupragvamm und insbesondere für ihre Hochoguten zu erlangen. Die Jndlustrielle Bezirkskommission -h^t einen Zuschuß von je einer Miliarde Kronen in den zehn Monaten März bis Dezember des laufenden Jahns, ins- Mamt also 10 Milliarden K r o n e n, Mnter der Bövrusfttzung befürwortet, daß die im Wiener Bauprogramm angeführten Hochbauten programmäßig und zeitgerecht durchgeführt wurden. ' Bisher ist eine Zustimmung vonr Ministerium für soziale Verwaltung nicht eingetroffen. * Verschleiß importierter englischer Rauchtabake. Die Täbakregie bringt in der nächsten Zert in den Tabakspeziatttätengeschästen folgende Sorten importierter englischer' Rauchtabake (für kurze Pfeift) zu nachstehenden Preisen zum Verkauft: Craven Mixture (Carts) in Blechdosen zum Preise van 40.000 Kronen für die Packung zu zwei Unzen und 80.000 Krönen für die Packung zu vrer Unzen, C r a v e.n M i xt n r e (o r d i n a r y) in Blechdosen zum Preise von' 40.000 Kronen für die Packung zn zwei Unzen, 80.000 Kronen für die Packung zu vier Unzen, 1601000 Kronen für die Packung zu acht Unsen und 320.000 Kronen für die Packung zu 10 Unzen. * Benzinbrand ttt einer Farbenhandlung. Gestern brach in der.Fa-vbeühandlnng Bauer u. Singer in der Margawtenstraße 134 ein Brand aus, der rasch um sich griff. Beim Eintreffen der Feuevwchr standen Lacke, Firniß, SchwevbenÄn und die Jnnenelnrichtung oeS Lokales in Hellen, Flammen. Vor -dpm Einlrefftn der Feuevwehrmattnschaft war noch ein Eisenbarell mit 40 Kilogramm Schwerbenzin infolge der kolossalen Hitze explodiert, ohne daß jedoch jemand verletzt worden wäre. Der Feuerwehr gelang es, nach harter Arboit det Brandes Herr zu werden. Der angevichtete Schaden beträgt zirka 300 Millionen Kronen. * Der Schinder kommt! Der Magistrat teilt mit, daß für das Jahr 1924 bis jetzt nur sehr wenig Hundemarken ' gelost worden sind. In Wien wurden insgesamt 86.203 Hunde gezählt. Bisher sind aber nur 62.213 Hundemarken behoben worden. Es haben also 38 Prozent der Hundebesitzer die vorgeschriebenen Marken noch nicht abgebolt. Da der Magistrat die Waftnmeisterei boauftvagt yat, alle Hunde, die ohne Marken angetroffen werden, einzufangen, werden die Hnndebositzer aufgesordert, ehestens bei den magistratischen Bezirksänttorn diese Marken zu lösen. Die Hundestener beträgt für das Jahr 1924 in Wien 60.000 Kronen.» Sie ist. bei Lösung der Marke zu» entrichten. Kleine Chronik. * Künstliches Haar aus Glas. Aus Thüringen wird fe* richtet, daß es kürzlich gelungen ist. aus gewonnenem Glas künstliches Haar hepzust.llen. Die Glasperück-n zeichnen sich durch besondere Leichtigkeit aus. Es ist möglich-, sie m jeder Farbenschattierung hsrzustellen. Auch Locken und Wellen können nach dem Wunsch des Trägers und ft nach den Gelboten her Mode angebracht werden. Die Nachahmung soll vortrefflich sein, daß es ohne genaue Unters-uchum überhaupt nicht möglich,. ist, zu unterscheiden, ob es sich um sestgeiwächsenes Haar oder um einen Ersatz handelt. In Berührung mit Feuer darf man . dte Glashaare allerdings ebensowenia bringen, wie das natürliche Haar; es schmilzt bei der -Berührung mit der Flamme zn einem unsvrnnchen Klumpen zusammen, zu dessen Entwirrung der richtige Kamm noch nicht gefunden ist. * Der vierzehnjährige Astronom. In der Astronomischen Gesellschaft von Frankrelch mit dcm Sitze in Paris wurde dieser Tage ein Apparat vorgeMri, dessen Konstrukteur her vierzchnjährige Louis Coutenot» Schüler der dritten Lyzealklasie, ist. Der kleine Gymnasiast konstruiert« eine elektrische Lampe, die die Sonne darstellt und i-m HMdunkel alle Llchteffvkft der verschiedenen Richtungen der Erdkugel mit. den langen Polarnächten und der entsprechend den verschiedenen Breiten ungleich albaestuften Tageslangen hervorbringt. De.r Parallelism-uß der Erdachse ist gcnau so berücksichtigt, wie die ellipttsche Form der Erdkugel. Ein kleiner, -elektrischer Motor verursacht zur gleichen Zeit hie Drehung' der Sphäre um ihre Achse und ihre Bewegung um die Sonne.! Durch diesen Apparat wird der komplizierte Mechanismus der. Aufeinanderfolge der Jahreszeiten, der Nachtgleichen ustv. genau und einfach anschaulich gemacht. Di« Gelehrten der. Astronomischen Gchellschast waren voll Lobes über diesen, Apparat des kleinen Astronomen und beschlossen, sich des vier-1 zchnjährigen Gymnasiasten während seines weitere» Studien-, ganges anzunehmen. * Der Selbstmord im — Sarge. Die Wohnungsnot un« ■ serer Tage hat schon manchen zur Verzweiflung gebrächt. Auf immer neue Auswege verfallen findige Köpfe, um ihr müde»' Haupt zu betten. Dennoch dürfte ein Fall, der sich kürzlich ick dem sächsischen Orte GerSdorf, in der Nahe von Glauchau,. Ben hat, einzig dastehen. Dort hat sich ei» 23jahriger > eiter auf einem Kirchhof in eine Familiengruft eingeschlichen und sich einen Sarg als Nachtlager aus-' gesucht. Der erste Gedanke der Leute, die ihn dabei erwischten, war natürlich der Verdacht, daß hier ein Diebstahl Vorlage. Das scheint aber nicht der Fall gewesen zu sein. Der merkwürdige Schlafgänger, der als sHwawsinnrg bekannt ist, behauptete. er hatte sich durch Ausschneiden der Pulsadern im Grabe das Leben nehmen wollen, hätte sich jedoch aus Angst nicht dazu entschließen können. * Ein wertvoller Buchfund. In der Mac £1 Universtty j Library inMontreal wurde ein über - .fahre alter, Quartband gefunden, der fünf dramatische Werke enthält,' darunter ein Exemplar der AuZaabe von 1698 von S h a k f' jp c ö t e I »Richard II.*. Bo» die?« Ausgabe war bisher nurj ein einzige» Exemplar bekannt. - Dte übrige« vier Stücke stelle» > alle Erstausgaben darr John Mar »ton: »Th* Inwtiate, Countfaie. A trggedi« seted «t Whita-Fryw«, London 1618*; Ben Johnson: „Epito*ne, or the Silent Wotnen"; Nathanie» Fieldr »Am-nd« lor Lsdio, London 1(518", snb Ben«-, monta»d Flet cherr »khfluuter, London, 1620*. j * Da- Schicksal Ninives. Wie die „Deutsche giteratnrzeitung" berichtet, hat der englische Gelehrt« Gadd unter deck Ton tafeln des britischen M^ums Bruchstücke einer höchst wichtigen Chronik gesunden, durch die die Fpagen geltzst werden, die bisher über den Fall Ninives, der HaMsftrdt des assyrischen Reiches, bestanden. Wir wußten nicht, ob dre.Medcr, wie Hewdot der Erste 106 anchbt, und die Babylonier allein oder zusammen die Stadt evoberten, ob auch noch andere Völker dabei beteiligt waren, ob daS als Jahr des Falles der Stgdt errechnte Jahr 606 v. Chr. Geb. zutrrfft oder nicht. Jetzt wiffen wir, daß der bckbylvnische König Nabopolassar 616 dl« Asshrer zweimal besiegte, dann aber von ihnen zurÄckqyworsen, in der Stadt Dakrit Zuflucht suchte; nach zchntaglger Pelagerung zogen di« Assyrer ab. 614 grifft» die Meder (»ach Hewdot unter Kyaxares) Ninive an, richteten aber nichts au»; dagegen verheerten sie die affyrischen Städte Tarbiß und Assuv. 613 bildete sich eine Koalition der Meder, Babyl-onier und der Ümmanda (worunter nordische, vielleicht fkythische Bölk.r verstanden werden), und im Monat Ab fiel Mnive. Der letzte assyrische König Sinsariskun ward erschlagen, die Stadt geplündert und zerstört. Ein assyrischer Prinz Assur Uballit hftilt sich abcr in Harran noch drai Jahre; erst 610 verjagt« chn ein Aufgebot der Babylonier und der Ummanda nach Syrien. Hier stützten ihn merkwürdigerweise die Aegypter, die früher bekanntlich die eribittertsten Gegner der Assyrer gowssen Ware», nun aber offenbar die neu auifkvmmende Macht der Bäbylonäer fürchteten und sie im Zaum halten wollten. Im Zusammenhang dannt steht ohne Zweifel der Bau des .SueMnäls durch Pharao Necho, der ftine Flotten im Mittelmeer und im Roten Meer in Berbmdunq setzen wollte, und Nechos Vorstoß an!den Euphrat, wo ihn Nabopolaffars Sohn Nebukadndr 606 gesiegte und bis an die äghptiische Grenze verfolgte. Die Werften oer Flotte Necho, mit der'er sein Heer vom Roten Mer nach Palästina schasste, hat noch Herodgt gesehen. * Die B'nei v'rith in der Republik Bolen. Der Verband der B'nei B'rith-Logen in Polen hat sich, wie I. T. A. berichtet, nunmehr konstttuiert. Er Mrfaßt sechs Logen mit 621 Mitgliedern, und zwor: Die Loge in B ieli.tz mit 90 MiWicdern, die Krakauer Loge mit 170 Mitgliedern, die Beop'olis-Loae in Lemberg mit 246 Mitgliedern, die Amicitiä-Äoge m Posen mit 40, die Rafael Kosch-Loge in Lissa.mit 13 und die Warschauer Loge mit 62 Mitgliedern. Die- Eduard LaSker-Loge in B r o m b e r g ist wegen gänzlicher. Abwanderung ihrer Mitglieder nicht mehr tätig; die Gabriel-Rietzer-Loge in T h o r n hat chre Auflösung beschlossen. Die -Heiden obepschlesischen Logen, die Coneordia-Loge in K a t.t v w!i tz - .und die Michael Sachs-Loge in KöniaShütte haben'sich der neuen polnischen Grotzloge nicht angeschlossen, sonderw sich' virekt unter oaS amerikanische ExekutivkomUte-e gestellt. Die Gründung einer neuen Loae in PrzemnSl steht bevpr. sident der Großloge für Polen ist Dr. Leo . Ader, Krakau, '