Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1861 (20.4.1924)
- Date
- 1924-04-20
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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TS “ Men, Sonntatz Sem Kältetod entgegen? Das Eis als Weltenbanfioff. ' Die ungewoWichen meteorologischen Erschwungen deS beygangenen Wärters haben in Fachkreisen zu einer erneuten, lebhaften Debatte über die Weltentstehungslehre deS Ingenieurs Hörbiger geführt, der yor mehreren Jahren den Versuch machte, alle Rätsel der Astronomie und auch der Geologie durch sin großartiges, technisch vollkonrmen durchdachtes LehvgMude aufzuslären. Die Hörbigersche Aus.sasstMg, die unter dem Namen „Glazialkosmogonie" bekannt ist, weicht in so vielem von der üblichen Ansicht ab, daß sich ein »ahereS Gin gehen auf ihre Gedankengänge gewiß lohnt. Hörbiger nimmt — nicht als Emyiger — an, daß die Schwerkraft, die gegenseitige Anzichung zweier Massen, nicht bis in unendliche.Fernen reicht, sondern im Welträume eine Schwächung durch Absorption erlewet. Denken wir uns ein Modell, in dem die Entfernung Erde—Mond von 885.000 Kilometer bis auf 1 Millimeter verkleinert ist, so besitzt der im Sonnensystem entfernteste Planet Neptun einen Abstand von 12 Metern,- indes der nachstehende Fixstern Sirius in fast 100 Kilometer Distanz ausgestellt werden müßte. Aus solche Entfemun-gen ist ober eine Gravitationswirkung schwer zu denken. Weiterhin macht Hörbiger die von «chm wohlbsgvündete Annahme, daß der interpvanetarische und überhaupt der Weltraum nicht leer, sondern mit Wasserstoff und'Sauerstoff, beziehungsweise der Verbindung becher, dem Wasser «in allen drei Aggregatzuständen, erfüllt sei. Aus diesen Annahmen zicht Hörbiger in-kühner, aber immer technisch einwandfreier Art und Weis« seine Schlüsse. Das unerschöpfliche Welteisreservoir, das unbedingt nötig ist, ist für Hörbiger die Milchstraße, jenes sonst als Sternenarchüuifung in unendlicher Ferne gedeutete Band am Himmel. Daß durch dieses Eisbond auch einzelne Fixsterne hmdurchleuchten mögen, läßt Hörbige-r gebten. Wenn nun in bestimmten Intervallen die vier sehr großen äußeren Planeten, Jupiter, Saturn, Neptun und Uranus cheren Gesamtmasse «ehr Äs da§ Viechmidevtfache der Erdmasie beträgt), in einer Reche stehen, fo reißen sie vom inneren Rande des Milchstraßen- «üsrmyes «ngehvuve Eismassen los, die dann zur Sonne streben. Jeder Planet nimmt etwas Eis an sich, die größeren natürlich infolge der stärkeren Anziehung am meisten. Andere dieser Eistnassen gelangen bis zur Sonne, der sie infolge chrer tangenMen Mugrrchtung immer neu« Drchungsimpulfe verleihen. Weiters werden durch die Wucht des Zusammenstoßes immer neue Energiemengen erzeugt tntä> auch die Sonnenflecken hervorgerufen. Die von der Erde emgefanyenen kleineren Eisblöcke erscheinen «nS im reflektierten Sonnenlicht als ^^Sternschnuppen, noch, lange bevor sie in die Erdatmosphäre gelangt sind. Die Kometen sind zu einem Umlauf um die Sonne gezwungene, gigantische EiSblöcke, die erst nach längerem Umkreisen des ZentvaNsternes in diesen stürzen. Auch der bei manchen Kometen beobachtete Schweis ist aus Gis aufgebout, das auf Vor der Sonne zugewandten Seite verdampft und durch den Lichtdruck nach rückwärts gsstoßen wurde. Während Hörbiger mit diesen Erklärungen ziemlich allein steht, vermag «in der Tal die Annahme eines „EiSeinschusses" das Rätsel der Hagelerscheinungen zu lösen. Aus keine andere Weise wäre die Geschwindigkeit und die Form des Phänomens.zu erklären, das.sich bei wer Breite Re Krise unseres Konzertlebens. Unser Musikleben ist in einer schweren Krise befangen: Opernhäuser und Konizertsäle liegen nur zu oft abends in gähnender Leere da, selbst Freikartler sind nicht immer aufzutreiben, da ihnen die Gebühren für Garderobe und Zettel zu hoch sind. — Das Wiener Musikleben hat sich eben ins Riesenhafte ausgedehnt' und'- ist gleichzeitig an Gehalt immer mehr zurückgegangen; in dem gleichen Maße, Äs die Nachfrage nach guter Musik schwindet, da Sport' und Kino ein leichteres und vielfach billigeres Vergnügen bieten, steigt das Angebot, indem immer neue Konzertsäle, neue Operettentheater, neue Konzertdirektionen, neue Chor-, Orchester- und Kammermusikvereinigüngen förmlich über Nacht aus dem Boden wachsen. Noch vor etwa einem Vierteljahr-' hundert fand die Musikmetropole Wien mit einer Opernbühne, zwei Operettentheatern, dem Bösendorfer-- und den Musikveremssälen und den Konzertdirektionen Guttmann und Rose ihr Auskommen; heute haben wir zwei. Opernhäuser, die kaum halb so viel künstlerische Arbeit leisten wie früher die Hofoper Älein, wir haben zeitweilig bis zu einem Dutzend Operettentheater und doch keine vornehm kultiviert^ amüsante Operette, wir haben neben den. zlvei Konzertsälen des Müsikvereines und den drei Sälen des Konzert- Hauses noch drei große Säle in der Hofburg, und schließlich noch kleinere Säle, wie die Sezession, den Mozart-Saal, KammermusiksaÄ, Rittersaal usw. Also etwa ein Dutzend Konzertsäle, von denen während der Hauptsaison die größere Hälfte allabendlich vergeben ist, dank der Geschäststüchtigkeit von mehr kU einem Dutzecktz Konzertdirektionen, di« infolge des regen Wettbewerbes nicht' in die Lage kommen, immer nach künstlerischen Gesichtspunkten vorzugehen. Sie müssen eben bei dem schweren Konkurrenzkampf wie jeder andere Unternehmer möglichst viel Geld vevdrenen und so kommt es, daß kaum eins Konzertdirektion es riskieren mag, einen begabten armen Teufel — sei es ein Schaffender oder Reproduzierender — die Wege zu efmen. Sie müssen vielmehr aus den Publikumsfang in Äler Form ausgehen und das übersättigte, allen möglichen Lockungen ausgesetzte Publikum ist heute noch viel schwerer zu ködern. Äs früher einmal. Ja, wenn die Erika Watzner zum ersten Male als Operettensängerin auftrrtt, wenn Aslan Chansons singt, Slezak sich Jargonsvässe leistet oder eine wirllM Nackttänzerin.zu sehen ist, so steht es noch dafür; ^'7 Wiener Morgenzettung. '**”**" von nur wenigen Kilometern oft über eine Länge von mchreren hundert KÄometern erstreckt. Daneben zeigte Hörbinger dürch Rechnung, daß die Wassermenge unserer Erde eines steten Zuflusses von außen bedarf. Wie vorhin aüögeführt ist der Weltraum mit wenn auch schr dünner Materie erfüllt. DaS muß aber infolge des BewcgungstviderstündeS bewirken, daß die Rotation der Monde um die Planeten und die der Planeten um die Sonne immer langsamer wird. Das hat für den Trabanten zur Folge, daß sein Abstand vom Hauptstetn immer kleiner wird und er schließlich in diesen hineinstürzt. Nach Ansicht der GlaziÄkoSmogonie ist die» mindestens einmal für unsere Erde schon der Fall gewesen/ Ir näher dieser Extnond der Erde rückte, um so stärkere Flutwirkungen muß er bewirkt haben. Schließlich wurde auch dar Luftmeer in Ebbe und Flut bewegt, was durch da» Abströmen der Lust so» den Polen «ine beträchtliche Tempera tnrabnahmbedeutete: die Eiszeit wäre erklärt. Der Mond, den wir heute sehen, ist im übrigen nicht als ein AbschleudernngSProdukt der Erde attzufchen, sondern er ist ein „eingefangener", kleiner Planet; Merkur und Venus, die der Sonne nähersbehenden Planeten, haben ihre Monde schon eingvfangen, da die in Sonnennähe zahlreicheren Eisblöcke eine größere Bewegung-Hemmung übten. Von unseren Planeten und auch von unserem Erdmond .behauptet Hörbiger» daß sie an der Oberfläche ganz mit Eis bedeckt wörm, da» ein- Mächtigkeit von einigen hundert KiloMetkr haben soll. Jodes organische Leben ist unmöglich und d« Frage nach den Bewohnern odernach der Bewohnbarke.it erledigt sich von selbst. Auch Mar-, dessen Verhältnisse den Unseren für ziemlich ähnlich gehalten werden, ist eine solche EiSwüste. Die „Kanäle" silid Dvuchlinien der' Eisschale, die den Wassermantel umgibt. Das Auftreten der aber bald wieder geftierenden Master verleiht ihnen die dunkle Farbe. Unsere Erd« verdankt eS einzig der „Schirmwirkung" der äußeren Planeten, -aß sie in einem verhältnismäßig ei-armen Teil de» Weltraumes ihre Bahn um die Sonne zieht. Hier kann nicht näher aus dir geologischen Schlüsse Hörbigers eingegaNgen werden. Erwähnt sei aber, daß die einzelnen Erzbe^ge, die sich verstreut über der Erde finden, als R i e s e N m e t e o r i 1« n gedeutet werden, die vor unvordenklichen Zeiten aus dem Gefüge des Exmondes geristen wurden, als er der Erde schon sehr nahe stand. Auch die Schlammseldet einzelwer Erdteile weiden so erklärt. Nach dem Verschwinden dieses Mondes hatte die Erbe weder Ebbe noch Flut, bi» das Einfangen des heute noch wandelnden Mondes einen plötzlichen ungeheuren Flutberg hervorrief, der den sagenhaften Kontinent Atlantis verschlungen haben mutz. Nach all dom macht eS die „WelteiSlehre" wahrscheinlich, daß unsere Erde, wenn auch Äs letzter der Sonnentrabanten, zu etnetf Ef4wüste erstarren wird. Das wird herbeigeführt durch stets neuen Eiszufluß, der «ns Weltraumkälte mitbringt, und daneben durch die Verringerung unserer Lustmenge, von der der immer näher rückende Mond große Teile abziehen und in den Weltraum fließen lasten wird. Biß dahin hat es aber hoffentlich — unseren Lesern zur Beruhigung —- gute Weile. R. Dldr. . |. | - .fqijj |[ijijinj im | n .. ■HJ.' j.j. aber für ein seriöses Konzert Libt man nicht gerne Geld aus, wenn nicht gerade ein erklärter Wiener Liebling, wie Piccaver oder^Battistini, Furtwängler oder Richard Strauß, Busch ober HubeMan inS Konzert lockt! Bon vornherein ist es ja unmöglich, daß allmonatlich hündertfünfzig und mehr Konzerte kLNstlerischeS Niveau wahren. So viä konzertierende Künstler gibt es ja gar nicht, wozu noch kommt, daß nicht nur ausländische, sondern auch inländische Virtuosen aus valntarischen Gründen noch immer dem Wiener Konzertpodium fernblÄben. — So lockt man denn mit gemischten Akademien, mit sogenannten nationalen Konzerten - und allerlei anderen schönen Titeln, die Leute an. Besetzt müssen die Säle für alle Fälle werden, und so kommt es, daß fast jeder GefangS- und Jnstrumentallehrer ein Konzert gibt, um dadurch bei seinen'Schülern im Werte zu steigen und höhere Sturtdenhonorare zu erzielen, so kommt es, daß der Kritiker von Pädagogen immer wieder um wohlwollende Besprechung ihrer Konzerte angegangen wird, „damit sie nicht ih-e Schüler verlieren". Selbstverständlich müssen die Säle Nicht nur vermietet, sondern auch einigermaßen wattiert werden; die Schüler müssen Kartell kaufen, Äle Bekannten, selbst bas HauspersonÄ müssen die Claque stellen, und so kommt die unmöglichste Sängerin in die Lage, „für wiederholte Hervorrufe zu danken". Irr welchem anderen Berufe wäre so etwas möglich? Ob Arzt oder! Schuster, jeder Beruf muß in irgendeiner Form den vorgeschriebenen Befähigungsnachweis erbringen, nur in eurem Konzert, das letzien Endes eine öffentliche Angelegenheit iist, kann jeder «uftreten, der daS Geld hat, den .Saal zu mieten, und Pie Beziehungen, ihn zu füllen. Welcher Geschäftsmann dürfte an Stelle einer verabredeten hochwertigen Ware straflos eine bedeutend Minderwertigere Sache verkaufen? Nur der. Theater- und Konzertunternehmer darf nur zu oft dem schutzlosen Publikum an Stelle der versprochenen KünstM mit minderivertigcn Dilettanten auswarten. Was die Koü-ertdrrektionen anvelangt, so sind sie wohl organisiert wie andere Unternehmer, doch in keinem anderen Betriebe herrscht eine derart heillose. Desorganisation.- ES scheint wirklich, däß bei den Sitzungen dieser Kunstgewaltigen künstlerische Fragen erst den allerletzten. Punkt der Tagesordnung bilden. Warum' berät die Konzertdirektion nicht ihre reproduzierenden Künstler in Programmfragen? .Warum begegrret man m ben Konzerten immer wieder 26. AM 1924 ' .. .Ar. 18A) Ser Rlrn der D«e Filmtechnik ist unstreitbar auf einer hohen Stuft angelangt, doch kann leider nicht geleugnet werden, daß das Filmdrama, das Filnrsujet minderwertig ist und auf einem Tiefstand angelangt ist, der schwerlich noch übevboten werden kann. Die tvenigen wirklich guten Filmsujets, die meistens von bekannten Filmschriftstellern oder phantasievollen, Kennern des dramatischen Aufbaues des Kinos stammen, können gegenüber dem Uebermaß der schlechten Sujets nicht ausschlaggebend sein. Woher kommt nun diese Wertlosigkeit des jetzigen Filmsujets und wie wird der Film der Zukunft beschaffen sein oder beschaffen sein müsten? Diese Frage rst, so schwierig uyre Beantwortung auch erscheinen mag, doch sehr leicht zu -Ssen. Än der Wertlosigkeit des FilmsuzetS sind das Publikum und erst in zweiter Linie diejenigen schuld, die diese Filme schreiben. Der Geschmack deS Publikums ist roh, noch wenig kultiviert und. der größte Teil der Bevölkerung eines jeden Landes liebt das Sensationelle und Ausregetdde, wenn es auch sonst von gar keinem Werte ist. Der Geschmack des Publikums müßt« verbestert werden. Statt dies zu tun, geben di« Filmschriftsteller diesen rohen Instinkten des Publikums noch, in der Erkenntnis, daß sie nicht gegen den Strom schwimmen können. Hiezu kommt, daß der Kreis derjenigen, die für den Film schreiben, zwar sehr groß, jedoch die Zahl derer, deren Filme gebracht werden, sehr Nein ist; denn die Hauptrolle bei jedem Filmuntevnchmen spielen der Dramaturg und der Regisseur und diese verarbeiten, da sie den Geschmack des Publikums kennen, eben alles das, was sie für effekwoll halten, nur im Sinne des. Geschmacks des Publikums. Auf diese Weise wird der Film natürlich nie ernstlich mit dem Theater konkurrieren föniten und dürfen und der ehemalige Präsident der StaatstheaterverwaltUng, Beiter, wild recht behalten, wenn er deshalb dem Film eine besondere Daseinsberechtigung abspricht. Aber sonst hat er unrecht; denn gerade der Film ist berufen und wird berufen sein, nicht nur eine bedeutende Konkurrenz des, Theaters zu werden, sondern e§ zu schlagen, sobald das Filmsujet zu jener Höhe gelangt ist, die die Filnitechnik bereits längst erlangt hat. Eine Zeitlang war daS Detettivstück sehr modern, auch beim Theater, und es gibt noch jetzt viele Frlmunternchmungen, die Detektivstücke, wenn sie noch so wertlos sind, «Hsarbeiten. Freie Schriftsteller, die dem Film Interesse zrcwenden, haben Mühe, jetzt ihre Arbeiten unterzubringen, ays dem einfachen Grunde, Werl nur selten Dramaturgen und Regisseure zu finden sind, die so vorurteilslos wären, daß sie jemanden, der vielleicht ihr Konkurrent werdenkönnte, begünstigen; denn die meisten Dramaturgen oder Regisseure sind auch Bearbeiter der Stücke und haben ein Interesse daran, daß ihre Arbeiten Verwendung finden. Und da in nranchen Unternehmungen sich ein förmlicher Ring gebildet hat, ist eS nicht sy leicht, diesen Ring zu durchbrechen. Und weil dieser Ring nicht durchbrochen werden kann, wird das Publikum' mU wertlosen, phantcisielosen Filmsujets überschwemmt. Jeder Literaturkenner wird, mir beipflichten, wenn ich erkläre, daß sowohl tu der modernen wie in der alten Literatur ungehobene Schätze liegen, die der Bearbeitung für das Kirw harren, doch denjenigen, die mitten im Kinoleben stehen, fehlt oft die Kenntnis dieser Literatur; da sie jedoch die Ziermtnis der Technik des Films besitzen, gelingt es chnen natürlich ^.cht, ein Kinostück zusammenzuschneidern, das all das enthält, was ein großer Teil unseres den gleichen Kompotiiften in einer ganz beschränkten Auswahl auf einige wenige Werke, warum findet weder die ältere Vergangenheit noch auch die lebendige Gegenwart in der Repertoirebildung pflichtmäßige Berücksichtigung, warum werden etwa von Meistern des LiedeS ~ von Schubert und Schumann bis zu Marx und Strauß — immer die wenigen, gleichen Lieder abgehaspelt, obwohl andere Lieder ebenso wertvoll, nur eben nicht cingeführt sind, wamm hört man etwa von Schumann oder Brahms intmer wieder die gleichen Klavierstücke und andere überhaupt nicht? Warunr Närt man die Virtuosen nicht darüber auf, wie man ein Programm in der Reihenfolge und Kontrastterung stilgerecht zusammenstellt? Warum werden einige wenige Werke, die augenblicklich hoch im Kurse stehen — man denke nur mr die rücksichtslose nlaterielle AuZschrotung ’ der Mahlerschen Symphonien —, unermüdlich wiederholt und durch diese.Erfolge zu Tode musiziert? Weiterhin sei Ms die ganz besondere Wurstigkeit verwiesen, mit der gelegmtlich. einmal moderne Werke, ohne sonderliches Vorstudium^ nur um den «Schein zu wahren, aufgeführt werden. Was soll das Publikum mit diesen problemschwangeren Werken anfangen, wenn jeder Kommentar hiezu im Progmnun unterbleibt? Ja, welchen Zweck erfüllt denn überhaupt das Programm, dessen Preis längst die Parität Überschritten Lat, wenn es etwa bei modernen Werken an Stelle der notwendigen formÄen, ästhetischen und vergleichenden Analylen lediglich den Rainen des Werkes und ngchher ganze Seiten voll belangloser Inserate bringt? Däzu die Qualität dieser Aufführungen: Für gründliches Studium HÄ ja das abgehetzte Symphonieorchester überhaupt keine Zeit mehr. Spielt eS doch an manchen Abenden gleichzeitig in vier verschiedenen Garnituren in vier verschiedenen Konzerten. Wer mehr zahlt, bekommt die bessere Gamitur. Und der FÄl, daß ein mitwirkender Solist dem Orchester erst im Konzerte selbst gegenüber, tritt ünd die Verständigungsprobe mit dem Dirigenten lediglich am Klavier ohne Orchester erfolgte, ist keine Seltenheit mehr. Ein beträchtlicher Mangel unserer Konrertorganisalion besteht auch darin, daß die rechte Hand nie weiß, wav die linke tut. Wir haben in Wim , eine Anzahl von großen Orchester- und Chorvereinigungen, die im Herbst, upabhängig von einander, ihr Aktionsprogramm aufstellen. Wäre es da nicht möglich, daß diese Bereilte eine heilsame Arbeitsteilung vornehmen, bei der Aufstellung der Umgramme iL WWWWgUW n,